Montag, 2. Juni 2014

Warum Negatives wirkungsvoller ist

Büropsychologie:

 

 Denken Sie negativ

Negative Ansagen als Motivationssteigerung: Kein Kaffee mehr fürs Büro? Herrjemine! Zur Großansicht
 Ein lesenswerter Beitrag aus dem Spiegel:


Negative Ansagen als Motivationssteigerung: Kein Kaffee mehr fürs Büro?

Das ganze Büro macht, was es will - aber keiner, was Sie wollen? Mit einer kleinen Änderung Ihrer Wortwahl kann künftig alles in Ihrem Sinne laufen. Denn in jedem Kollegen steckt vor allem ein Egoist.
Sie möchten Ihre Kollegen von einem neuen Projekt überzeugen. Wie gehen Sie am geschicktesten vor? Sagen Sie: "Mit dem zusätzlichen Umsatz bekommen wir vielleicht einen weitere Planstelle?" Oder sagen Sie: "Ohne den zusätzlichen Umsatz können wir uns vielleicht in Zukunft nicht mehr so viele unterschiedliche Kaffeesorten im Büro leisten?"

Die erste Variante entspricht ganz dem, was uns heute überall eingetrichtert wird: Auf die Chancen konzentrieren statt auf die Risiken, positive Visionen vor Augen haben statt sich um mögliche Misserfolge sorgen. Stärken betonen statt Schwächen. Die Kollegen allerdings werden Sie eher mit der zweiten Variante überzeugen. Studien zeigen nämlich: Menschen sind wesentlich hilfsbereiter, wenn wir ihnen sagen, dass sie einen Verlust verhindern können - statt einen Gewinn ermöglichen.

Ein entsprechendes Experiment untersucht, wie man Menschen dazu bringen kann, Blut zu spenden. Man verschickt unterschiedliche Aufrufe an potenzielle Blutspender. In der einen Version heißt es: "Handeln Sie jetzt! Retten Sie jemandem das Leben!" Die andere fordert auf: "Zögern Sie nicht! Helfen Sie, jemanden vor dem Tod zu bewahren!" Tatsächlich bewegt die Todes-Botschaft 60 Prozent mehr Menschen dazu, Blut zu spenden. Wir wollen keine Lebensretter sein, sondern Todesverhinderer.

Die Unterschiede können winzig sein
Dieser Tod-ist-stärker-als-Leben-Effekt tritt nicht nur auf, wenn es wirklich um Leben und Tod geht. In einer anderen Versuchsanordnung prüft man, wann Probanden eher einer Familie helfen, die wegen Arbeitslosigkeit in Not geraten ist - indem sie Geld spenden oder dem Familienvater bei einer Bewerbung helfen. Die Unterschiede in der Formulierung hält man winzig: Einmal soll es darum gehen, die Hilfe für die Familie zu "verbessern", einmal darum, die Hilfsmöglichkeiten "nicht zu verschlechtern". Das klingt nach Wortklauberei. Trotzdem helfen die Probanden auch hier eher bei der zweiten, also der negativ formulierten Variante.
Wie lassen sich diese Ergebnisse erklären?
Zunächst einmal mit ganz egoistischen Motiven: Wir wollen wichtig sein. Wenn wir jemanden vor einem unmittelbaren Schaden bewahren können, erscheint uns das bedeutungsvoller als "nur" jemandem einen Gewinn zu ermöglichen.

Negative Informationen bleiben hängen
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Erinnern Sie sich einmal daran, als Sie zum letzten Mal ein Hotel buchen wollten und sich dazu Bewertungen im Internet durchgelesen haben? Haben Sie sich nicht auch die negativen zuerst angeschaut und ihnen ein größeres Gewicht gegeben? In der Tat legen Studien nahe: Wir wägen negative Informationen länger und tiefer ab als positive.
Schließlich sind die Schmerzen über den Verlust einer Sache größer als die Freude über ihren Gewinn. Das kennen wir als den "Besitztumseffekt": So ärgern wir uns meist mehr darüber, wenn die Benzinpreise um zwei Cent steigen - als wir uns darüber freuen, wenn sie um zwei Cent fallen. Vor allem im Berufsleben wimmelt es ja überall von "Chancen" und "Möglichkeiten". Mit "Prämien" oder "Boni" versucht man die Leute dazu zu motivieren, "Ziele" zu erreichen und "Leistung" zu bringen. Würde man den Menschen ein höheres Grundgehalt geben und dann jeweils einen bestimmten Betrag davon abziehen, wenn sie Mist bauen - dann liefe das unterm Strich auf die gleiche Summe hinaus, wäre aber wesentlich wirkungsvoller.
Aber auch umgekehrt - also von Mitarbeiter zu Chef - lassen sich die Erkenntnisse nutzen: Denken Sie öfter mal negativ, wenn Sie etwas von anderen wollen! Meist ist es nur eine Frage der Formulierung: Sprechen Sie nicht die Chancen an, sondern die Verlustängste. Das wirkt selbst dann, wenn es nur um ein paar besondere Kapseln Kaffee geht.


  • Mareike Föcking
    Volker Kitz (links) hat Jura und Psychologie studiert und unter anderem als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut gearbeitet. Heute lebt er als freier Autor in München. In der Reihe "Büropsychologie" stellen wir seine besten Bürotricks vor. Sie sind seinem aktuellen Buch entnommen: "Warum uns das Denken nicht in den Kopf will. Noch mehr nützliche Erkenntnisse der Alltagspsychologie" (gemeinsam mit Manuel Tusch, rechts).
  •  
    TRICKS, wie sich Menschen manipulieren lassen:


1. Die Placebo-Information  (WEIL ich...)


Manche haben es einfach drauf, unverschämt zu fragen, ohne dass es unverschämt klingt: „Darf ich am Kopierer mal kurz vor, weil ich Kopien machen muss?“ Auf so einen Satz fallen bei Tests 94 Prozent der Probanden herein und lassen den dreisten Kollegen tatsächlich vor. Dabei ist die Begründung eine Frechheit, denn sie ist völlig nichtssagend.

Hier nutzt jemand den Umstand, dass wir auf Argumente nicht so genau hören. Hauptsache, die Bitte wird formell begründet und klingt damit höflich. Das Zauberwort lautet als nicht „bitte“, sondern „weil“. Damit gibt sich unser faules Gehirn schon zufrieden!

Es lohnt sich also, genau hinzuhören – und sich mit solchen „Placebo-Informationen“ nicht abspeisen zu lassen. Fragen Sie ruhig zurück. Wer dumm bittet, kann auch eine dumme Rückfrage bekommen.

2. Der Dr.-Fox-Effekt

Dr. Fox ist eine Figur aus einem berühmten Experiment. Man stellt Probanden einen Redner vor: „Dr. Myron L. Fox, eine Kapazität auf dem Gebiet der Anwendung von Mathematik auf das menschliche Verhalten“. Er ist gut gekleidet, tritt vornehm auf; seine Stimme klingt kompetent. Dr. Fox spricht zum Thema „Die Anwendung der mathematischen Spieltheorie in der Ausbildung von Ärzten“. Alle finden den Vortrag inhaltlich sehr gut. Niemandem fällt auf, dass „Dr. Fox“ in Wirklichkeit ein Schauspieler ist, dem aufgetragen wurde, komplett widersprüchlichen Unsinn zu erzählen.

Wenn jemand nur ordentlich angezogen ist, ordentlich spricht und eine gewisse Funktion hat (oder vorgibt), dann glauben wir ihm fast alles. Gerade im Arbeitsleben tummelt sich Dr. Fox überall.

Wie stellen Sie fest, ob ein Mensch wirklich überzeugt oder ob Sie gerade dem Dr.-Fox-Effekt auf den Leim gehen? Stellen Sie sich vor, dieser Mensch würde Ihnen am Samstagmorgen beim Bäcker genau das Gleiche erzählen – in Jogginghose. Und überlegen Sie, wie überzeugend Sie es dann noch fänden.

Entgegentreten können Sie dem Dr.-Fox-Effekt übrigens, indem Sie ihn einfach selbst nutzen: Schmeißen Sie sich auch in Schale und setzen Sie dem feinen Zwirn etwas Entsprechendes entgegen!



3. Die Aussageverzerrung (Das NICHT blendet das Gehirn aus)



„Ich denke nicht, dass der Kollege XY überfordert ist.“ – mit dieser Aussage stärkt jemand vordergründig seinem Kollegen beim Chef den Rücken. In Wahrheit ist es ein hinterhältiger Angriff auf den Kollegen.

Denn das Wort „nicht“ verschwindet in unserem Gedächtnis ebenso schnell wie ein Fragezeichen. Unser Gehirn speichert Bilder ab, und da ist für Fragezeichen und Verneinungen kein Raum. Die Frage „Hat die Meier was mit dem Müller?“ hinterlässt im Gehirn also ein Bild der beiden im Bett. Und die negative Aussage „Ich denke nicht, dass der Kollege XY überfordert ist.“ hinterlässt das Bild – eines überforderten Kollegen. Schon nach kurzer Zeit glauben wir, wir hätten einen positiven Aussagesatz gehört.

Scheinbar harmlose Fragen sollten bei Ihnen also die Alarmglocken schrillen lassen – ebenso das Wort „nicht“. Vielleicht will Sie hier jemand ganz raffiniert aufs Glatteis führen.

4. Der Rhyme-as-Reason-Effekt (REIM ersetzt ARGUMENT)



Was sich reimt, ist gut – aber nicht unbedingt immer für Sie. Experimente zeigen: Menschen halten gereimte Aussagen generell eher für wahr als nicht gereimte. Auch wenn sie gar nicht wahr sind.
Diese Methode kennen wir vor allem aus der Werbung. Doch gewiefte Zeitgenossen streuen einen flotten Reim auch in Meetings oder bei sonstigen Gelegenheiten ein. Das lockert auf, ist meist lustig – und manipuliert. Denn ein Reim ersetzt ein Argument. Daher ist der Effekt als Rhyme-as-Reason-Effekt bekannt.
Die Experimente zeigen aber auch: Wer den Effekt kennt, lässt sich davon nicht mehr in die Irre führen. Und Sie kennen ihn nun. Am besten kontern Sie mit einem Nonsens-Reim: „Tja, Herr Müller, besser ein Hund an der Leine als ein Stall ohne Schweine.“ Über die tiefere Wahrheit dieser Aussage wird Herr Müller dann erst mal eine Weile nachgrübeln …



5. Der Tür-ins-Gesicht-Effekt

Seien Sie vorsichtig, wenn jemand Sie um zwei Dinge in engem zeitlichem Zusammenhang bittet. Es könnte eine „Tür“-Falle sein!

Beim „Tür-ins-Gesicht-Effekt“ bittet Sie jemand zuerst im einen unverschämt großen Gefallen („Kann ich unsere Kinder für zwei Wochen bei dir abgeben, während wir in Urlaub sind?“) und fängt sich ein „nein“ ein. Experimente belegen: Bittet er Sie nun um etwas Kleiners – das, was er eigentlich wollte („Kannst du am Freitagabend bei uns babysitten?“) – dann werden Sie dreimal eher „ja“ sagen, als wenn er Sie sofort mit seinem eigentlichen Anliegen behelligt hätte. Er lässt sich also erst eine große Tür ins Gesicht zuschlagen, damit sich die zweite, eigentliche Tür öffnet.

Das liegt daran, dass wir das Abrücken von einer großen Bitte auf eine kleine als Entgegenkommen empfinden – und das wollen wir dann mit einem Entgegenkommen unsererseits belohnen.


6. Der Fuß-in-die-Tür-Effekt


Genau umgekehrt funktioniert der „Fuß-in-die-Tür-Effekt“: Hier bittet Sie jemand um eine kleinen Gefallen, den niemand abschlagen kann („Bringst du mir einen Kaffee aus der Kantine mit?“). Gehen Sie darauf ein, macht Ihr Gehirn den Rest: Weil es immer möchte, dass Denken und Handeln im Einklang miteinander stehen, sagt es Ihnen: „Der hast du einen Gefallen getan, also musst du sie echt mögen.“ Denn es weiß: Einen Gefallen tut man nur Menschen, die man mag.
Später kommt dann die größere, eigentliche Bitte („Kannst du am Freitagabend bei uns babysitten?“). Und Ihr Gehirn, wieder bedacht auf Harmonie zwischen Denken und Handeln, wird Ihnen sagen: „Die magst du ja echt gern. Also musst du ihr auch diesen Gefallen tun.“
Besonders unverschämte Bitten sollten Sie also ebenso wachsam machen wie besonders beiläufige.
7. Die Einstellungsimpfung

Gegen Manipulationsversuche können Sie sich genauso wie gegen Grippe und Masern impfen: Indem Sie sich kleinen Dosen der fremden Ansicht aussetzen. Damit stärken Sie Ihre Widerstandkräfte für den Fall, dass der große Umstimmungsversuch kommt. Das ist mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen.
Beschäftigen Sie sich also selbst rechtzeitig mit den Gegenargumenten zu Ihrer eigenen Einstellung. Wer zum Beispiel regelmäßig eine Zeitung liest, die seiner politischen Einstellung widerspricht, scheint nur auf den ersten Blick besonders offen. In Wirklichkeit festigt er damit seine eigene Meinung und härtet sich gegen Umstimmungsversuche ab. Der ständige Austausch mit Ihren Gegnern und deren Ansichten ist also der beste Weg, nicht von ihnen manipuliert zu werden!
LINKS:

In Gesprächen, bei Diskussionen oder Verhandlungen wird oft versucht, den Partner mit Scheinargumenten oder Argumentationsfallen zu manipulieren.
www.rhetorik.ch/Manipulation/Manipulation.html
Wer mit Medien und Medienschaffenden zu tun hat, der sollte die Besonderheiten journalistischer Produktion und Mechanismen möglicher Manipulation ...
www.rhetorik.ch/Macht/Macht.html
Oft ist man sich nicht bewusst, wie leicht heute Bilder manipuliert werden können. Wir sammeln hier Beispiele, wo Bildmanipulationen Schlagzeilen gemacht ...
www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html
26. Jan. 2014 ... Ein eindrückliches Musikvideo von Boggie ist eine Manipulation der Manipulation. Der naive Zuschauer könnte meinen, dass mit einer Video ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/14/01_26/
Nano-Beitrag "Wissen als Schutz vor Manipulation". Zurück zur Rhetorik von Powell und Hussein. Rhetorik.ch, 1998-2003 © K-K Kommunikationsberatung ...
www.rhetorik.ch/Kriegsrhetorik/Nano.html
Wer sich mit Manipulation auseinandersetzt, sollte sich auch mit den Beeinflussungstechniken vertraut machen.
www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html

Sonntag, 1. Juni 2014

Wenn echte Problem fehlen... gibt es immer noch die Genderprobleme

Wenn ein Bezirksparlament keine echten Probleme mehr hat, kann man über Ampelweibchen diskutieren.

Als ob es nicht schon genug lächerliche Vorstösse in der Genderfrage gegeben hätte (Zebrastreifen statt Fussgängerstreifen usw.)  will sich nun  Martina Matischok-Yesilcimen (Vorsitzende der SPD im Bezirksparlament Berlin Mitte) mit einem Vorstoss  für einen geschlechtergerecheren Stadtraum einsetzen und die angeblich männlich dominierten Verkehrszeichen umpolen. Statt Männchen und Motorradfahrer soll die Geschlechtergerechtigkeit generell durchgesetzt werden, indem man in Berlin Mitte überall die Ampelfrau einführen will und die Männchen demontiert.
Das beliebte ostdeutsche Ampelmännchen mit einem Herrenhut und der männlichen Schnittform muss nach der Initiantin dringend ersetzt werden.

Dies ist kein Aprilscherz im Mai! Es geht nach Matischok um etwas ganz Zentrales: Es geht angeblich  um die weibliche Identität, um Gendergerechtigkeit! Die Männchen scheinen eine Zumutung.
Die SPD Fraktion diskutierte stundenlang über dieses "dringende"  Zeitproblem.
Die Initiantin dachte zuerst an ein geschlechtsneutrales Symbol.
Es gibt ja bekanntlich mehrere Geschlechter und die Transgender wollte man mit der Frau nicht ausschliessen.
In New York signalisiert beispielsweise eine Hand den STOP. Weshalb nicht dieses neutrale Symbol wählen? Aber welche Hand?
- Eine weibliche Hand?
- Eine Kinderhand?
- Eine männliche Hand?
- Eine behinderte Hand (es gibt ja auch Menschen mit amputierten Händen)?
Wie wäre es mit Wörtern?
STOP  und GO? Aber da gilt es leiderdie Analphabeten zu berücksichtigen.
Deshalb entschied man sich für die AMPELFRAU.
Die Kämpferin für einen geschlechtsneutralen Stadtraum hatte aber noch besondere Wünsche:
Es muss eine moderne, selbstbewusst Frau sein!
Ohne Zöpfe!
Ohne weiten Rock!
Auch ohne Mini-rock oder High Heels!
Was sind nun aber die typischen Attribute einer emanzipierten Ampelfrau?
Darüber wurde sicher in Berlin ebenfalls stundenlang diskutiert.
Der Name machte  Kopfzerbrechen.
Wie soll die Frau genannt werden?
- Ampelfrau?
- Ampelweib?
- Ampelfräulein
- Ampelweibchen?
Oder: Ampelin?
Ob wohl diese Geschichte die Geschlechtergerechtigkeit in Berlin tatsächlich nach vorne bringt, ist eine andere Frage, die ich gerne Martina Matischok-Yesilcimen stellen würde. 
Hat die Politikerin wirklich keine echten Zeitprobleme? Die Unisex Toiletten wurden bereits eingeführt.
Diese Thematik gab ebenfalls  Einiges zu diskutieren. Es ging dabei vor allem um Inter- und Transsexuelle.
Die Bevölkerung nahm schon diese Diskussion  nicht ernst. Es wurde darüber gelacht.
 Solche aufwändigen, teuren genderpolitischen Neuerungen wirken zwar - wie ein Schritt nach vorn. Sie sind aber - nach Spiegel - ein Schritt ins Nichts.
Der Vorstoss wirkt - aber vor allem Eines: lächerlich!

(Dieser Kommentar basiert auf einem Beitrag aus dem Spiegel 22/14)
Auch Schweizer Frauen lassen sich infiszieren. Auch sie haben angeblich keine wichtigeren Probleme:

 


Samstag, 31. Mai 2014

Erst durch Wohlstand konnten sich Familien wieder die Rollenteilung leisten

Zwar kannten bereits  Urvölker die Rollenteilung:

Der Mann beschützte die Familie. Er beschaffte die Nahrung. Die Frau betreute den Nachwuchs und war für die Höhle, Bekleidung Feuerstelle und den Garten zuständig. Später waren dann aber die Frauen immer weider genötigt, auch ausserhalb des Haushaltes zu arbeiten. Arme Familien und Bauern konnten sich den Luxus der Rollenteilung nicht mehr leisten, bei der sich die Frau ausschliesslich um den Haushalt und die Kinder kümmern durfte und der Mann das Geld nach Hause bringen musste. Mit dem Wohlstand konnten sich deshalb nur die Begüterten eine Rollenteilung leisten. Nur bei den Wohlhabenden oder den höheren Angestellten, Lehrern und Pfarrern war es den Frauen möglich, zu Hause zu arbeiten und sich den Kindern zu widmen. Bei den Familien der Unterschicht hingegen, mussten die Mütter eine Zusatzarbeit verrichten und die Familien genötigt, die Kinder in den Hort schicken. Die sogenannten "Schlüsselkinder" (die den Hausschlüssel um den Hals trugen, weil die Mutter nicht zu Hause war) wurden vom Mittelstand jahrelang bemitleidet.

 

Im Zuge der  Gleichstellung von Mann und Frau versuchte man dann aber   die traditionelle Rollenteilung über Bord zu werfen und verkündete die  Befreiung der Frau vom Haushalt.

Krippen und Tagesstätten für Kinder wurden flächendeckend eingeführt, damit die Frauen sich  in der Berufswelt ausserhalb des Haushaltes selbst verwirklichen konnten.

Inzwischen sind einige Jahre verstrichen. Erstaunlicherweise veränderte sich das klassische Rollenbild zwischen Mann und Frau - trotz aller Gleichstellungsbemühungen - kaum.


Obschon versucht wurde, Mädchen für sogenannten Männerberufe zu gewinnen und vielen Eltern den Knaben Puppen zum Spielen gaben, konnte  das geschlechtsspezifische Rollenbild nicht überwunden werden.

Jugendliche wählen ihren Beruf immer noch häufig mit Blick auf ihre künftige Rolle als Mutter oder Vater: Knaben sehen sich als Ernährer, Mädchen wählen einen Beruf, der mit Babypausen und Teilzeitarbeit besser vereinbar scheint.

Gut ausgebildete Frauen ziehen es nach der Babypause vor, sich den Kindern zu widmen und den Nachwuchs bewusst persönlich mit zu prägen. Sie wollen die Jugendlichen nicht einfach fremden Händen überlassen und verzichten sogar freiwillig auf die stressige Karriere.

Den militanten Gleichmachern ist wohl dieses Verhalten ein Dorn im Auge. Ohne Zwang lässt sich wahrscheinlich das unterschiedliche Rollenverständnis kaum ausrotten.

Männer erkannten bald, dass Teilzeitarbeit finanzielle gravierende  Folgen hat hinsichtlich Renten  und eine Karriere durch die selbstgewählten Absenzen verbaut wird.
Eine ernüchternde Bilanz für Gleichstellungsbeauftragte. 

Freitag, 30. Mai 2014

Sind Sie zu dick, zu schwer? Haben Sie Uebergewicht?

Im Spiegel-online können Sie Ihren BMI berechnen

Studie zu Übergewicht: Jeder zweite Deutsche ist zu dick

Übergewichtiger an der Ostsee: In Deutschland sind Männer häufiger zu dick als Frauen Zur Großansicht
DPA
Übergewichtiger an der Ostsee: In Deutschland sind Männer häufiger zu dick als Frauen
Weltweit ist fast einer von drei Menschen übergewichtig. Laut einem aktuellen Report sind in Deutschland mehr als die Hälfte der Erwachsenen zu dick. Betroffen sind vor allem Männer.
64 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen in Deutschland wiegen zu viel. Das berichten Forscher im Fachblatt "The Lancet", die Daten zu Übergewicht und Fettleibigkeit aus 188 Ländern zusammengetragen haben.
Laut dem Bericht ist der Anteil der Übergewichtigen weltweit deutlich gestiegen. Die Wissenschaftler haben Daten von 1980 und 2013 miteinander verglichen. Wogen 1980 noch 857 Millionen Menschen weltweit zu viel, waren es 2013 bereits 2,1 Milliarden Menschen, schreiben Emmanuela Gakidou von der University of Washington und Kollegen. 671 Millionen Menschen waren 2013 sogar fettleibig. Das Bevölkerungswachstum allein erklärt die gestiegene Zahl der Dicken nicht, ihr Anteil hat sich überall erhöht. In Industrienationen sind laut Bericht mehr Männer übergewichtig, in Entwicklungsländern dagegen mehr Frauen.
Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten, die durch falsche Ernährung entstehen - also durch Übergewicht, aber auch durch Mangelernährung -, belaufen sich laut einem Bericht von 2013 auf dreieinhalb Billionen Dollar pro Jahr.
Betrifft Menschen jeden Alters und Einkommens - überall
Als übergewichtig gilt, wer einen Body-Mass-Index (BMI) über 25 hat, Fettleibigkeit beginnt bei einem BMI über 30. Mit steigendem Gewicht erhöhen sich die Risiken für Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden. Wobei der BMI als Maß für Unter-, Normal- und Übergewicht Nachteile hat, weil er beispielsweise nichts über die Verteilung des Körperfetts aussagt, welche aber Krankheitsrisiken entscheidend beeinflussen kann.
BMI-Rechner
Liegt Ihr Gewicht im normalen Bereich? So hoch ist Ihr Body-Mass-Index
kg cm
20,5
Jetzt BMI berechnen!
"Fettleibigkeit ist ein Problem, das Menschen jeden Alters und Einkommens betrifft - überall", sagt Christopher Murray, der an der Studie beteiligt war. "Unsere Daten zeigen einen deutlichen und umfassenden Anstieg in einer kurzen Zeit", sagt Emmanuela Gakidou. Immerhin gebe es aber Anzeichen, dass der Anteil der Übergewichtigen in einigen Industrienationen nicht weiter steige.
KOMMENTAR:
Das Geschäft mit angeblich tauglichen Mitteln, um Fett zu verlieren boomt.
Immer mehr Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig.
Kinder werden mit Mamataxis zur Schule gefahren.
In Tagesschulen fahren die Kinder mit dem Fahrrad über Mittag nicht nach Hause und verpflegen sich mit Fastfood.
Die Werbung suggeriert: Wenn Du eine Hungerattacke hast, greife zur Milchschnitte.
 Eltern kaufen den Kindern zur Belohnung ein Mofa.
 Fettleibigkeit ist ein ernstzunehmendes Zeitproblem, das der Gesellschaft viel Geld kostet.


Mit besonderer Sorge sehen die Forscher die Entwicklung, dass immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig oder fettleibig sind. Bei den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland unter 20 Jahren ist der Studie zufolge etwa jeder fünfte übergewichtig, rund jeder zwanzigste sogar fettleibig.

Aus TAGI:

 
Die Zahl der übergewichtigen Menschen wächst weltweit rasant. Kleine Inselstaaten und Länder im Nahen Osten sind besonders stark betroffen. Mehr...
Aus 20 MIN:
 

Donnerstag, 29. Mai 2014

Ein Blick in die mathematische Welt von Oliver Knill

Man muss die Gebilde nicht verstehen: Sie sind dennoch eine Augenweide.

Math 21a, Fall 2013/2014, Multivariable Calculus, Harvard ...

sites.fas.harvard.edu/~math21a/Diese Seite übersetzen
Oliver Knill, SciCenter 432, (617) 495-5549 knill@math.harvard.edu | Department of Mathematics |Faculty of Art and Sciences | Harvard College.

Spring, 2014: I teach Math 1a and Math E-320 this spring. A graph geometry update. A landscape inverse problem. Slides orbital networks and AMS meeting Baltimore slides. A Charles river and Bike run. Chinese remainder update and javascript demo. Summer 2014 website and preliminary syllabus [PDF]. About calculus on graphs. Sinai won Abel prize, see Sinai billiard.

Le Pens Erfolg ist kein Zufall

Die Gründe des Erfolges

Der rechtsextreme Front National triumphierte bei der Europawahl. Über Jahre verstand es Marine Le Pen mit einfachen Botschaften die Bürger zu begeistert.


Die Medien schreiben von einem politischen Erdbeben. Der sozialistische Präsident François Hollande ist mitschuldig. Er hat es Marine Le Pen zu leicht gemacht. Der Triumph des rechtspopulistischen Front National bei der Europawahl ist für viele eine Katastrophe . Holte die nationalistische Partei von Marine Le Pen vor vier Jahren nur rund 6 Prozent der Stimmen, so ist sie nun auf 25 Prozent gesprungen und sogar stärkste Kraft im Land.


Gegenüber  dem Front National ist das bisherige politische Personal ratlos.  Le Pen gelang es nicht mehr nur die Proteststimmen zu bündeln. Seit sie die Partei 2011 übernommen hatte, verstand  sie es, immer mehr Franzosen für ihre einfachen Botschaften zu gewinnen. Es gelang ihr  mit den Ängsten der Bürger zu politisieren., Die Bevölkerung fühlt sich seit Jahren weder von den Konservativen noch von den Sozialisten verstanden.

Nach Le Pen ignorieren die "Eliten" in Paris die Nöte des Volkes. Stattdessen beugen sie sich den Spardiktaten aus Brüssel und Berlin.  Für den wirtschaftlichen Niedergang Frankreichs und die Arbeitslosigkeit trägt Europa die Schuld. Le Pens Lösung: Raus aus der Europäischen Union, den Euro abschaffen. Solche kommen gut an bei den Menschen, vor allem  in den verarmenden Gegenden. In den Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit hat der Front National bei der Europawahl besonders gut abgeschnitten. In den alten Industriehochburgen im Nordosten des Landes erreichte der FN in einigen Départements sogar bis zu 40 Prozent der Stimmen. Auch im wirtschaftlich schwachen Südosten des Landes, wo viele Migranten leben, buchte Le Pen Gewinne.
Ich zitiere Spiegel-online:
Die Franzosen sind  mehrheitlich kaum gegen die EU eingestellt. Doch sie haben  wenig Vertrauen in europäische Institutionen wie die Kommission. Le Pen will  die bedrohte französische Landwirtschaft retten und möchte das Land stärker abschotten. Abschottung heißt für sie auch: Grenzkontrollen wieder einführen und den Zuzug von Migranten radikal verringern. Auf antisemitische und ausländerfeindliche Parolen - so wie sie bei ihrem Vater Jean-Marie Le Pen hören konnte, verzichtet sie. Aber sie wettert gegen Muslime und fordert angesichts von muslimischen Freitagsgebeten auf öffentlichen Plätzen ein Ende der "Besatzung".
Erstaunlich, dass die Rechtsextremen viele junge Menschen ansprechen. Jedes dritte Mitglied ist nach Angaben der Partei jünger als 30 Jahre, in den Führungspositionen sitzen viele junge Politiker. Das hat sich am Wahltag ausgezahlt: Ein Drittel der Unter-35-Jährigen hat laut "Le Monde" für den FN gestimmt.

KOMMENTAR: Der Erfolg des Font National könnte auf andere Länder einen Dominoeffekt ausüben. Ein Staat, der die Unzufriedenheit der Bürger bewusst ausklammert und die Probleme im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit oder Masseneinwanderung verdrängt, muss sich nicht wundern, wenn sich  der Unmut an der Urne entlädt.

Nachlese des Jubiläums von PERSOENLICH



Heute werde ich ganz "persönlich"

Bild des Benutzers Roger Schawinski
Roger Schawinski
Aus journalistischer Sicht sind Jahrestage, Geburtstage und Nachrufe oft genutzte, aber besonders einfallslose Anlässe, um sich einer Person, einer Institution oder einer Sache zu widmen, bei denen die Grundprinzipien der Wahrheitsfindung kommoderweise ohne jeden Skrupel über Bord geworfen werden dürfen. Diese Erkenntnis erleichtert mir die Aufgabe, sowohl "persönlich" als auch seinen langjährigen Chefredaktor, meinen Freund Matthias Ackeret, über den grünen Klee zu loben. Denn alles andere würde selbst von einem Kolumnisten, der sein Image als altgedienter Branchenkritiker verbissen zu verteidigen versucht, zu Recht als unziemlich empfunden.
Wenn ich meine Laudatio mit der Bemerkung beginne, dass sich wohl noch vor wenigen Jahren kein einziger Bewohner dieses Planeten hätte vorstellen können, dass das kleine Special-Interest-Produkt "persönlich" bessere Überlebenschancen hat als der alles überragende Branchengigant PubliGroupe, so ist dies wohl kein keimfreies Kompliment zum 50. Geburtstag. Es ist jedoch der Beleg dafür, dass über Jahrzehnte erworbene Marktmacht zum Mühlstein werden kann, wenn es nicht ausreicht, einen Grossdampfer auf einen etwas anderen Kurs zu bringen, sondern dass man ihn besser möglichst frühzeitig gegen windschlüpfrige Beiboote eintauschen sollte, die den neuen Fährnissen besser gewachsen sind.
Das alte Management-Diktum, dass es schwierig ist, eine Firma zu gründen, noch schwieriger, sie zu führen, dass es aber am allerschwierigsten ist, sie gut und zu einem optimalen Zeitpunkt zu verkaufen, hatte niemals mehr Berechtigung als in der heutigen Medienwelt. So löste der frühere "persönlich" Besitzer, der clevere Oliver Prange, beim Verkauf seiner randständigen Boutique an die übermächtige PubliGroupe wohl einen ähnlich hohen Preis, wie ihn die PubliGroupe beim Verhökern der einstigen Ertragsperle Publicitas nur wenige Jahre später kassierte.
Dass der einst in hektografierter Form verbreitete Branchendienst "persönlich" die Stürme der Zeit unbeschadet überstanden hat, ist vor allem aber dem Engagement und der "persönlich"keit von Matthias Ackeret zu verdanken. Der weitgehend unideologische Blocher-Apologet, der sein Faible für mächtige Männer beim dominierenden Politiker der letzten 30 Jahre ohne jegliche Scham auslebt und sich dem damit einhergehenden Spott vieler Branchenkollegen ungerührt und mit grosser Heiterkeit stellt, erwies sich für "persönlich" nicht als Pferdefuss, sondern als Beweis für die Candide’sche Unschuld seines Chefredaktors, dem jegliche berufsbedingte Boshaftigkeit abgeht. Auf diese Weise sicherte sich der sympathische, immer ansprechbare Matthias Ackeret bei einer grossen Zahl von Menschen eine Vertrauensbasis, die ihm viele Türen öffnet. Seine Fairness führte ihn nicht nur zu den hochkarätigsten, auch international bekannten Interviewpartnern, die sich mit Freude seinem kleinen Medium zur Verfügung stellen.
Mit seiner Frohnatur beweist er sich ebenfalls als erfolgreicher Inseratenverkäufer sowie als Förderer und Entdecker von journalistischen Talenten, die in seinem angstfreien Umfeld gedeihen können. Und wenn ich dies hier mit solch klaren Lobpreisungen formuliere, glaube ich, dass ich mich trotz Jubiläums-Brimborium kaum von einer Realität entfernt habe, über die ich auch vor einem gestrengen Gremium in diesem Sinne Zeugnis ablegen würde.
Also: viel Erfolg und viel Spass, Matthias! Und viel Glück für die Zukunft von "persönlich" und persoenlich.com, und dies für alle Beteiligten – inklusive des möglichen vierten Besitzers dieses bisher so liebevoll betreuten Kleinods.