Donnerstag, 8. April 2021

Rüpelhaftes Verhalten

This video frame grab taken from footage released by The Turkish Presidency on April 6, 2021, shows Turkish President Recep Tayyip Erdogan (R) receiving EU Council President Charles Michel (C) and President of EU Commission Ursula von der Leyen (L) at the Presidential Complex in Ankara. - The European Commission hit out April 7, 2021, at a diplomatic snub that left its head Ursula von der Leyen without a chair as male counterparts sat down at a meeting with Turkish President Recep Tayyip Erdogan. Video from the April 6, 2021, encounter in Ankara showed von der Leyen flummoxed as the Turkish leader and European Council president Charles Michel took the only two chairs in front of their flags. (Photo by - / various sources / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO /TURKISH PRESIDENTIAL PRESS SERVICE " - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS

Bei Erdogan-Besuch

Von der Leyen ohne Sessel in der Männerrunde - Empörung ist riesig

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan brüskierte die EU-Kommissionspräsidentin am Dienstag, indem er ihr bei einem offiziellen Besuch keinen Sitzplatz anbot. Nun solidarisieren sich Politiker und Politikerinnen unter dem Hashtag #GiveHerASeat mit ihr.

 

Kommentar: Ich ärgere ich auch, wenn in einem Restaurant der  Mann den besten Platz einnimmt und die Frau stehen lässt. Das hat  nichts mit Gleichberechtigung zu tun, sondern mit Anstand.

 

 

Mittwoch, 7. April 2021

Es fällt schwer, Fehler einzugestehen.

 

Blog

Marcus Knill

07.04.2021

Bei Fehlentscheidungen ist Herumeiern und Heuchelei immer eine schlechte Taktik.

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Samstag, 3. April 2021

Kommt es doch noch zum Duell?

 

Laschet oder Söder?


Kanzlerkandidat: Wie die Union zwischen Söder und Laschet entscheidet · Dlf  Nova

Wenn es um die Kandidatenfrage geht, fragen wir uns, ob Laschet der Union CDU/CSU mehr Stimmen bringt, als der mediengewandte Söder. Gemäss aktuellen Umfragen hat Söder immer noch die Nase vorn. Doch der Vorsprung schwindet.

Die Oeffentlichkeit rechnete mit einem Fernduell zwischen dem neuen CDU- und dem CSU-Chef. Aber es wird wohl kaum zu einem Hahnenkampf kommen.

Doch ist nach wie vor mit einem Wettbewerb zwischen Düsseldorf und München zu rechnen, ohne hartes Duell.

Laschet wies die Vermutung der Medien - es komme zu einem Schlagabtausch - zurück:

„Wir liefern uns kein Duell. Das wäre auch angesichts der Lage völlig unangemessen.“

(Quelle: Interview im Spiegel)

 

Söder wies früher seinerseits eigene Ambitionen auf das höchste  Regierungsamt zurück.

„Die Frage, wie es im nächsten Jahr weiter geht, spielt für mich überhaupt keine Rolle.“ (Quelle: Interview der Deutschen Presse-Agentur)

 

 

Laschet konnte im WRD-Trend anfangs Februar deutlich zulegen.

Acht Punkte mehr als bei der vorangegangenen WDR- Erhebung vom September.

Die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union ist immer noch offen. Es kann aber nur einen Kandidaten geben. Spannend, denn:

 

Der Führungsstil  von Laschet und Söder ist ähnlich.

Armin Laschet führt nach der Formel:

„Führen und Zusammenführen“. Es gelang ihm auch die zerstrittene Landes-CDU zu befrieden.

Markus Söder kann integrieren. Er führt die CSU ruhig. Dass er mit anderen zusammenarbeiten kann, zeigte sich in der Koalition in Bayern mit den nicht immer einfachen Freien Wählern.

Auch bei der Wirtschaft- und Klimapolitik fehlen zwischen den Kontrahenten grosse Differenzen.

Söder steht der Unternehmerseite nahe.

„Wirtschaft ist für ihn nicht alles, aber ohne sie ist alles nichts.“

Er hat gesehen, dass man wirtschaftliche Interessen und Klimaschutz nicht gegeneinander ausspielen sollte. Für Söder muss der Klimawandel nicht durch Verzicht aufgehalten werden, sondern durch Fortschritt und Forschung.

Laschets schwarz-gelbe  Koalition machte sich für den Mittelstand und Familienunternehmen stark, mit dem Credo: „Wir müssen alles tun, dass wir Industrieland bleiben und gleichzeitig die oekologischen  Nachhaltigkeitsziele erreichen.“

Die Kandidaten zur Frauenförderung:

Söder weiss, dass es gegen die Frauen viel zu verlieren, mit ihnen viel zu gewinnen gibt. Er setzt sich heute für eine erweiterte Frauenquote ein.

Laschet  war unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers Integrations- und Frauenminister. Seither betreibt er ebenfalls gezielte Frauenförderung.

Bei der Asylpolitik machte Söder noch vor 2018 mit Seehofer im Asylstreit Stimmung und Front gegen die Kanzlerin. Heute hält er sich zurück, weil er eingesehen hat, dass er sich damit enorm schadet.

Bei der Flüchtlingsfrage stand Laschet auch in schwierigsten Tagen  stets voll und ganz an Merkels Seite.

Um die Akzeptanz bei der Bevölkerung zu sichern, demonstriert er auch Härte im Umgang mit Personen ohne Bleiberecht, Straftätern oder Gefährdern.

Beide Kandidaten unterstützen den Merkel-Kurs.  

Wer hat nun die besseren Karten, bei einer so grossen Uebereinstimmung?

Die Situation ist nach wie vor offen.

Söder hat angeblich  mehr Sympathiepunkte. Die Stimmberechtigten könnten sich aber noch Sorge machen, dass mit Markus Söder die Bayern dominieren.

Den  Merz-Fans wird wahrscheinlich Söder näher liegen, weil sei von ihm mehr Aufbruch und neue Ideen erwarten. Armin Laschet wird anderseits noch viele Punkte holen, weil er es wagte, Klartext zu sprechen im Zusammenhang mit der „Alternativlosigkeit“ beim Endlos-Dauer-Lockdown.

Quelle „Bild“ zitiert Laschet:

„Immer neue Inzidenzen, Verbote, Warnungen und Mahnungen verfangen bei den Menschen nicht mehr.“

Viele haben genug davon, dass eine Ministerpräsidenten-Konferenz ihnen z. B. weiterhin verbieten will, ihre Verwandten zu besuchen („… ist zu unterlassen“), während gleichzeitig jeden Tag Urlaubs-Flieger nach Dubai und Südafrika starten.

Sie können es nicht länger ertragen, dass die Kinder unter dem Lockdown so dramatisch leiden. Sie können nicht mehr hören, dass es zu all diesen Verboten auch mehr als ein Jahr nach dem ersten Corona-Fall keine Alternative geben soll. Und dass diejenigen, die über Alternativen reden (z. B. besserer Schutz der Altenheime) nicht gehört werden.

Armin Laschet hat das ausgesprochen, was viele in der Bevölkerung denken. Er geht damit ins Risiko, hat sich klar gegen den harten Corona-Kurs von Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Markus Söder gestellt. Diese Differenz ist offensichtlich.

Laschets Mut kann ihm möglicherweise zu einem unerwarteten Schub verhelfen.

Am Aschermittwoch holte sich anderseits Söder  mit einer rhetorisch gekonnten Rede Punkte und stahl Laschet die Show. Er stichelte gegen den Rivalen mit folgendem Satz:

“Armin Laschet, der den Lockdown schnell lockern will, handelt nicht im Sinne der Kanzlerin und kann ihre Stimmen nicht holen – ICH schon.”

Diese aktuellen Aussagen verdeutlichen:

Das Rennen bleibt immer noch offen. Für wen?

Wir dürfen nicht vergessen:

Schon F.J. Strauss musste erleben, dass er für einen Bayern und CSU-Chef nahezu unmöglich ist, Bundeskanzler zu werden. Denn „nördlich des Maines wohnen die Preussen und andere wilde Völker“ (aus einem alten Schüleraufsatz).

Und ausserdem ist die CDU ein Mehrfaches grösser, als die CSU, sie wird sich also die Kanzlerschaft nicht nehmen lassen. Doch wäre Bundesaussen- oder Bundesfinanzminister ja auch etwas Schönes für den Herrn Söder, falls dies Posten nicht an die Grünen gehen würde.

Da es nur einen Sieger geben wird und ich mich schon heute festlegen müsste, wird für mich Laschet das Rennen machen. Ich hatte ihn deshalb bereits eingehender analysiert.  Er verfolgt seine Ziele nie verbissen. Mit seiner nonchalanten Art und seiner Fähigkeit, Rückschläge hinzunehmen hat er mich überzeugt.

Sein Ziel erreichte er oft über Umwege.

On verra.