Samstag, 12. Juni 2021

Gefährliche Attacke

 

Blog

12.06.2021 - Marcus Knill

Eine ernstzunehmende Attacke

Die Volkspartei will mit einer Initiative die SRG-Gebühren senken. Die Alarmglocken müssen läuten.

 

 

 

 

Bei jeder Kampagne gilt: Sie darf weder bagatellisiert oder ignoriert, noch soll unbedacht zurückgeschlagen werden. Vor allem nicht, wenn es zu Eigendynamik kommen sollte.

Nach dem ersten Beitrag in der Weltwoche gegen den prononcierten Linkskurs in Radio und Fernsehen, war es wohl noch richtig, nicht vehement zu reagieren – nach der Devise, den Ball bewusst flach zu halten. Nachdem jedoch in der Weltwoche in einem zweiten grossen Beitrag Persönlichkeiten mit Fotos als «Oberlehrer der Nation» bezeichnet und SRF als «rot-grünes Schweizer Umerziehungsfernsehen» bezeichnet wurde, erhielt die Geschichte eine neue Dimension. Vor allem, weil Thomas Matter ankündigte, seine Partei wolle die SRG-Zwangsabgaben auf 200 Franken pro Jahr beschränken (persoenlich.com berichtete). Jetzt darf die SRG den Angriff nicht mehr still aussitzen. Die Alarmglocken müssen läuten.

Auch wenn die Vorwurfsliste nicht völlig wasserdicht ist und zum Teil falsche Aussagen enthält, könnte die jüngste Attacke für die SRG gravierende Folgen haben. Matter könnte von verschiedensten Seiten Unterstützung bekommen und Erfolg haben.

1. Nach der Coronakrise ist die Stimmung gegen SRF umgeschlagen. Viele glauben den Kritikern, die monieren, SRF habe zur Panikmache beigetragen.

2. Viele Haushalte und Unternehmer sind finanziell knapp dran und würden möglicherweise jeder finanziellen Entlastung zustimmen.

3. In Deutschland können wir seit den letzten Wahlen ein Trauerspiel mit der AfD verfolgen. Obschon die Partei mit über 20 Prozent Wähleranteil eigentlich eine Volkspartei ist – nicht jeder fünfte Deutsche ist ein Nazi –, wird sie in den Medien geschnitten und von Redaktionen totgeschwiegen. Diese Maulkorbpolitik können wir Schweizer in den deutschen Medien seit Monaten verfolgen. Die Schweizer Bevölkerung reagiert allergisch auf solche Spielchen. Die SVP erhält dadurch zusätzliche Sympathiepunkte. Viele könnten befürchten, auch die SVP würde von den Medien, wie die AfD in Deutschland, ausgeklammert.

4. Es ist denkbar, dass für Onlinemedien und Verlage, die unter der SRG-Konkurrenz leiden, jede Gebührenkürzungen willkommen ist.

5. Kommt dazu, dass die überhöhten Saläre und Bonis der Führungsspitze mit beitragen könnten, die Gebühren zu kürzen.

6. Was bei Krisen auch berücksichtigt werden müsste: Werden nachgewiesene Fehler nicht eingestanden, kehren die Kritiker künftig jeden Stein um. Weil überall, wo gearbeitet wird, Fehler entstehen können, werden dann meist noch weitere Mängel aufgedeckt und diese summieren sich dann.

Nochmals: Die SRG darf sich jetzt nicht zurücklehnen in der Meinung, morgen werde wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Es bleibt zu hoffen, dass die SRG die Situation richtig einschätzt. Beides: Überreagieren oder ignorieren wäre falsch. Gefragt ist eine einheitliche Strategie. Jede Krisenkommunikation muss geführt werden.



Marcus Knill ist Experte für Medienrhetorik, Coach, Dozent und Autor von rhetorik.ch.

Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

 

Mittwoch, 9. Juni 2021

Aschenbrödel ist tot

Schauspielerin und „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“-Star Libuše Šafránková ist im Alter von 68 Jahren gestorben! Sie wurde durch den Film-Klassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (1973) berühmt.

Wie ihr Sohn Josef Abrhám (44, Schauspieler) einer tschechischen Onlineplattform mitteilte, starb seine Mutter am Mittwochmorgen in eine Prager Klinik. Am Abend zuvor wurde sie noch operiert, ohne Erfolg. Sie litt an Lungenkrebs.

Teaser-Bild

Libuše Šafránková verzauberte als das Aschenbrödel

Foto: picture alliance / F+G Köhler/WDR/DRA/dpa
Šafránková wurde weit über die Grenzen Tschechiens hinaus bekannt als das Aschenbrödel. In der Koproduktion zwischen der ostdeutschen DEFA und dem tschechoslowakischen Spielfilmstudio von 1973 spielte sie die Prinzessin, die am Ende das Herz des Prinzen eroberte

 Zwiwchen den Jahren wird der Film  jedes Jarh X Mal gespielt und verzeubert die Menschen.

Er ist so gestrickt, dass man sich der emotionalen Geschichte nicht entziehen kann und den Film immer wieder betrachtet.

Das Schlechte wird bestraft.  Das bildhübsche, arme Aschenbrödel mird belohnt. Die Musik ist ein Ohrwurm. 



32 Sekunden) 

Drei Nüsse Für Aschenbrödel - YouTube

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel - Theme/Soundtrack

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Sonntag, 6. Juni 2021

Die Ausklammerung der grössten Partei könnte Folgen haben

Das schweizerische Radio und Fernsehen SRF wird derzeit von der SVP stark kritisiert. Grund dafür: Die «Club» Sendung vom 1. Juni über das gescheiterte Rahmenabkommen.

Wegen fehlender Ausgewogenheit

Nach «Club»-Knatsch droht SVP mit Kürzung der Gebührengelder

 

Kommentar: Dass jene Partei die immer gegen das Rahmenabkommen war, zuerst als einzige, war offensichtlich ein Fehler.

 

Samstag, 5. Juni 2021

Auch in Baerbocks lebenslauf weitere Böcke gefunden

Jetzt das noch:

 

► … NICHT im Transatlantik-Beirat der Heinrich-Böll-Stiftung – dort ist sie nicht auf der Homepage zu finden.

► … NICHT Mitglied des UNHCR. Der „Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen“ ist eine Behörde der Vereinten Nationen, bei der man NICHT Mitglied werden kann.

► … NICHT Mitglied beim „German Marshall Fund“.

 

Freitag, 4. Juni 2021

Oesterreich steht zur Schweiz

Gescheitertes Rahmenabkommen Sebastian Kurz: «Von Nadelstichen der EU halte ich gar nichts»

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz will nach dem Aus beim Rahmenabkommen Massnahmen der EU gegen die Schweiz verhindern. Es dürfe keine Negativspirale geben, nur weil sich Brüssel eine andere Entscheidung gewünscht habe, sagt er im Interview mit SRF.

Sebastian Kurz

Sebastian Kurz

Bundeskanzler der Republik Österreich

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SRF News: Die Schweiz hat nach 7 Jahren die Verhandlungen mit der EU abgebrochen. War das mutig oder übermütig?

Sebastian Kurz: Ich finde es bedauerlich. Aber es kommt nicht überraschend und ist zu respektieren. Die Schweiz trifft ihre eigenen Entscheidungen. Österreich wird alles tun, damit das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU möglichst eng bleibt.

Der Bundesrat fürchtete um den Lohnschutz. Und er befürchtete einen einfacheren Zugang zur Sozialhilfe für Zuwanderer. Genau bei diesen Themen hat der EU-Gerichtshof Österreich mehrfach schon zurückgebunden. Ist die Schweiz einfacher mutiger als Österreich, indem sie Nein sagt?

Nein, wir sind EU-Mitglied und froh darüber. Aber natürlich: Es gibt Themen, bei denen wir auf eine Veränderung drängen. Sie haben die Themen angesprochen. Manche Probleme, die in der Schweiz diskutiert werden, sind uns wohlbekannt. Das ändert aber nichts an unserer pro-europäischen Grundhaltung. Vorteile ohne den einen oder andere Haken gibt es leider nicht.

Hätte die EU der Schweiz mehr entgegenkommen sollen?

Ich möchte keiner Seite die Schuld geben. Die Verhandlungen wären wohl anders gelaufen ohne Brexit. Ich hoffe, dass jetzt nicht eine Negativspirale ausgelöst wird – nur weil man sich in Brüssel eine andere Entscheidung gewünscht hätte.

Es drohen Nadelstiche der EU-Kommission bei der Forschungs-Zusammenarbeit, der Kooperation beim Strom und beim Aufdatieren der bilateralen Verträge. Wie stellen Sie sich dazu?

Davon halte ich gar nichts. Die Schweiz ist aus der europäischen Forschungslandschaft nicht wegzudenken. Nadelstiche lehne ich immer ab. Wir bemühen uns um eine Diskussion auf Ebene der Europaminister oder der Staats- und Regierungschefs. Wir wollen die enge Kooperation fortsetzen, auch wenn es dieses Rahmenabkommen nicht gibt.

Nadelstiche lehne ich immer ab. Wir bemühen uns um eine Diskussion auf Ebene der Europaminister oder der Staats- und Regierungschefs.

Werden Sie sich also innerhalb der EU klar gegen den Ausschluss der Schweiz aus dem Forschungsprogramm Horizon wehren? Und Sie werden dafür eintreten, dass bestehende bilaterale Verträge aufdatiert werden?

Ich kann das mit einem klaren Ja beantworten. Alles andere wäre schlecht für die Schweiz, schlecht für Österreich und schlecht für die gesamte EU.

Haben Österreich und die Nachbarstaaten genug Gewicht gegen die EU-Kommission und gegen andere Länder, die der Schweiz politisch weniger nahestehen?

Ich sehe das nicht als ein Gegeneinander. Aber es stimmt natürlich: Nachbarländer wie Österreich haben einen stärkeren Bezug zur Schweiz. Daher ist es unsere Verantwortung, uns einzusetzen.

Schaffen Sie das?

Ich bin da recht optimistisch.

Der Bundesrat will die Kohäsionsmilliarde jetzt auszahlen. Würde es helfen, die Gelder aufzustocken – und sich so Goodwill zu verschaffen?

Da will ich den Verhandlungen nicht vorgreifen. Und «Goodwill erkaufen» ist auf europäischer Ebene ein falsches Wort. Die Schweiz hat viele Vorteile durch eine enge Kooperation mit der EU. Aber auch die EU hat viele Vorteile. Ziel ist es, einen Weg zu finden, mit dem alle Beteiligten zufrieden sind.

Selbstverständlich bleibe ich im Amt. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen.

Gegen Sie laufen Ermittlungen wegen angeblicher Falschaussagen in einem Parlamentsausschuss. Bleiben Sie überhaupt noch lange genug im Amt, um der Schweiz helfen zu können?

Definitiv. Ich lass mich von diesen Anschuldigungen nicht ausser Tritt bringen. Die Oppositionsparteien versuchen mit ständig neuen Anzeigen den politischen Gegner schlecht zu machen. Das ist nicht angenehm. Aber ich werde mich davon nicht verunsichern lassen.

Sie bleiben dabei: Auch im Fall einer Anklage treten Sie nicht zurück?

Selbstverständlich bleibe ich im Amt. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen.

Das Gespräch führte Dominik Meier.

 

Donnerstag, 3. Juni 2021

SVP im CLUB über den Rahmenvertrag nicht eingeladen

Sonderbar

 

Statt dem verfassungsmässigen Auftrag nachzukommen und zur freien politischen Meinungsbildung beizutragen, entwickle sich das Schweizer Fernsehen zunehmend zum links-grünen NGO-Aktivisten-Sender, schreibt die SVP in einer Mitteilung vom Mittwoch. Informationssendungen wie die «Tagesschau», die «Rundschau» oder «10vor10» berichteten tendenziös zu Abstimmungsvorlagen und setzten sich unverhohlen für linke Anliegen ein.

Die SVP betrachte diese Entwicklung schon lange äusserst kritisch. Die Sendung «Club» vom 1. Juni 2021 zum gescheiterten Rahmenabkommen mit der EU habe nun das Fass zum Überlaufen gebracht: Dass die Verantwortlichen der Sendung die aus vier Teilnehmenden bestehende Diskussionsrunde mit drei «EU-Turbos» besetzt hätten, verstosse klar gegen das Prinzip der Ausgewogenheit.

«Vollständig inakzeptabel ist, dass kein Vertreter der SVP zugegen war», schreibt die SVP. Schliesslich sei sie die einzige politische Kraft, die von Anfang an vor den negativen Folgen dieses Abkommens gewarnt und den Rahmenvertrag mit der EU entschieden bekämpft habe. «Von einem mit öffentlichen Geldern finanzierten Sender ist ein solches Verhalten nicht zu dulden.»

Die SVP hat deshalb bei der unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) eine Beschwerde eingereicht. Zudem werde sie politische Schritte gegen das Schweizer Fernsehen unternehmen, kündigte die Partei an. (sda/cbe)

 

Beschwerde

(Quelle Persönlich.com)


Der Rahmenvertrag wurde lange allein von der SVP kritisiert und der Entscheid des Bundesrates ist weitgehend ein Sieg der SVP.

Das Ausklammern dieser Partei ist sonderbar und erinnert an die bewusste Ausklammerung der AFD Partei in Talksendungen in Deutschland.