Freitag, 5. März 2021

Sprache muss verstanden werden

Wir verstehen uns besser, wenn wir einfach,

adressatengerecht und natürlich sprechen.

 

Verwaltungssprache

Innerhalb des Politikbetriebs wird oft das Register der Verwaltungs- oder Juristensprache verwendet. Wenn man Gesetze macht und anwendet, dann muss alles genau geregelt sein. Es soll möglichst keine Unklarheiten oder Schlupflöcher geben.

Deshalb ist hier eine exakte Wortwahl wichtig – auch wenn die Texte dadurch manchmal sehr dicht und schwer verständlich werden. Da wird es für viele schwierig mit dem Lesen.

Gesetzestexte vorlesen

Lustig wird es, wenn Politikerinnen und Politiker solche komplexe Gesetzes- oder Verwaltungstexte nicht nur lesen, sondern vorlesen müssen – besonders, wenn es um alltägliche und bekannte Dinge geht, die aber völlig verklausuliert umschrieben werden.

Komplexe Voten im Parlament

Nicht nur Gesetzestexte sind komplex, sondern auch die Voten der Parlamentarier*innen. Eine Analyse der Universität Zürich, Link öffnet in einem neuen Fenster von 2019 hat ergeben, dass die (mündlichen) Reden von Schweizer Politiker*innen aller Parteien komplexer sind als die (schriftlichen) Texte der NZZ.

Und dies, obwohl die Redner wissen, dass ihre Voten aufgezeichnet werden und in der Tagesschau gezeigt werden könnten. Von der Situation her sind sie im Parlament eben doch «unter sich».

«Arenasprache»

Wenn die Wähler direkter adressiert werden, dann versuchen Politiker in der Regel, in einfacheren, plakativeren Sätzen zu sprechen. So etwa in TV-Debatten wie der «Arena» auf SRF.

In den letzten Jahren konnte man sogar beobachten, dass Politiker in medialen Debatten bewusst sprachlich eskalierten, um Aufmerksamkeit zu erlangen.

Adressat beeinflusst Sprachregister

Und es hat auch einen Einfluss auf die Sprache, ob man zum allgemeinen Fernsehpublikum spricht oder zur eigenen Parteibasis an der Delegiertenversammlung.

Politiker jonglieren mal geschickter, mal weniger geschickt mit verschiedenen sprachlichen Registern – von der Verwaltungssprache bis zur Fäkalsprache.

(Quelle SRF )

 

Freitag, 19. Februar 2021

Wermutstropfen für Wermuth

22 Jahre sei es her, dass er der Jungpartei beigetreten sei, schreibt Wermuth – also mit 13 Jahren. Die Bewegung sei «zu einem extrem wichtigen, zeitweise sogar wichtigsten Teil meines Lebens» geworden. Trotz inzwischen fortgeschrittenem Alter seien die Beweggründe aber noch dieselben.

Mit der «Jusofizierung» der SP ist es auch sonst nicht vorbei. Wermuth ist zwar inzwischen zu alt für die Mitgliedschaft. Doch Co-Präsidentin Mattea Meyer ist erst 33 Jahre alt – und darf der Juso damit erhalten bleiben. Noch zwei Jahre. (blick)

 

Montag, 15. Februar 2021

Maniriertes Sprechen kommt nicht gut an

 

Blog

Marcus Knill

15.02.2021

Einfaches, natürliches Sprechen ist nicht so einfach – auch für Profis nicht. Ein Augenschein bei Blick TV.

Blogeintrag lesen

Mittwoch, 10. Februar 2021

Leuenberger gesteht: Der Bundesrat hatte gelogen

Verdacht auf Amtsgeheimnisverletzung Druck auf Leuenberger nimmt zu – Blocher fordert Untersuchung (Quelle 20 Min)

Alt Bundesrat Moritz Leuenberger hat öffentlich gesagt, der Bundesrat hätte in Sachen Lösegeldzahlungen für Geiseln gelogen. SVP-Übervater Christoph Blocher widerspricht ihm nun.

Damit widerspricht er den von Leuenberger gemachten Aussagen in der NZZ am Sonntag, die derzeit für Furore sorgen.

Damit widerspricht er den von Leuenberger gemachten Aussagen in der NZZ am Sonntag, die derzeit für Furore sorgen.

Reuters 

Darum gehts

  • Alt Bundesrat Moritz Leuenberger gerät wegen seiner Aussagen, die Schweiz hätte Geiseln freigekauft, zunehmend unter Druck.

  • Nun fordert auch Christoph Blocher, dass der Bundesrat eine Untersuchung einleiten soll.

  • Blocher sagt, entgegen Leuenbergers Behauptung, ihm seien keine Lösegeldzahlungen bekannt.

Christoph Blocher hat auf die Aussagen Moritz Leuenbergers zu Schweizer Lösegeldzahlungen reagiert. Leuenberger hatte in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» gesagt, der Bundesrat hätte in dieser Hinsicht gelogen, wenn eine Geisel freikam, sei wohl meist bezahlt worden.

 

Blocher macht nun aber im «Blick» klar: «Als ehemaliger Bundesrat ist mir kein einziger Fall bekannt, in dem die Schweiz Lösegeld bezahlt hat.» In seiner Rolle als Justizminister von 2003 bis 2007 hätte er davon Wind bekommen. Und er bezeichnet die Äusserungen Leuenbergers als leichtfertig, sie würden zu weiteren Entführungen «geradezu einladen». Der amtierende Bundesrat müsse nun unbedingt eine Untersuchung wegen Verdachts auf Amtsgeheimnisverletzung einleiten.

Strategisches Schweigen

Weil Schweizer Bürger im Ausland vor Entführungen geschützt werden und keine Nachahmer animiert werden sollen, schweigt sich der Bund zu allfälligen Lösegeldzahlungen aus. Dies ist Teil der Schweizer Strategie zur Terrorismusbekämpfung. Dass Leuenberger jetzt doch von freigekauften Geiseln spricht, ist demnach ein Tabubruch.

Gegenüber den «Tamedia Zeitungen» zeigte sich der Alt-Bundesrat unterdessen reumütig und bezeichnet seine Äusserungen im Nachhinein als «ungeschickt». Eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse forderte neben Blocher auch der Jurist und Aargauer FDP-Ständerat Thierry Burkart. Seiner Ansicht nach müsste nötigenfalls die Aufhebung von Leuenbergers Immunität beantragt werden, wie er zum «Blick» sagte.

KOMMENTAR:

Folgendes muss beanstandet werden:

Ein Bundesrat darf auch nachträglich nicht aus dem Nähkästchen plaudern.

Wenn der Bundesrat tatsächlich gelogen hätte und Lösegeld bezahlt wurde, wäre dies Wasser auf die Mühlen von Erpressern.

Die Geschichte erheischt eine lückenlose Aufklärung.

Die nachträgliche Einsicht Leunbergers , die Aeusserung sei "ungeschickt " gewesen, genügt nicht. 

 

 

Katrin Bernath

Medienrhetorik konkret:

Die Baureferentin im Gegenwind

Medienauftritte sind immer eine Chance.
Doch müssen die Antworten überzeugen.



Bildergebnis für stadt schaffhausen katrin bernath




Das Schaffhauser Fernsehen bot Baureferentin (Stadt Schaffhausen) Katrin Bernath im „Hüt im Gspröch“ eine Plattform,  zu ihrer umstrittenen Planung von Wohnungen in der Vorderen Breite.
Da ein Teil des Zeughauses geopfert werden soll, wäre das Museum im Zeughaus gefährdet. Artikel und Reaktionen zeigen: Das kommt  nicht gut an. Die Kritik scheint nicht abzubrechen.
Ein Wechsel in ein neues Gebäude  kommt für die vielen freiwilligen Helfer  nicht in Frage. Wenn das Museum nicht erhalten bliebe, müssten  die Segel gestrichen werden.
Tausende von Arbeitsstunden wären vergeblich geleistet worden.
Mich interessierte es, zu hören und zu sehen, wie die Stadträtin die Chance  vor Mikrofon und Kamera nutzt. Vor allem bei dieser brisanten Thematik.
Moderator Geisseler kam sofort zur Sache. Er wollte wissen, wieso die Herbstmesse und der Zirkus beim Projekt mit neuen Wohnungen nicht beeinträchtigt würden, das Museum im Zeughaus hingegen gefährdet sei.
Katrin Bernath rechtfertigte sich: Bei der Messe und beim Zirkus habe es  bei der Planung  eine Vorgabe gegeben. Beim Museum fehlte dies leider. Der versteckte Vorwurf: Die Chance  seitens Museum sei verpasst worden.
Anlässlich eines Referates über die Bauvorhaben der Stadt Schaffhausen argumentierte die Baureferentin bei der  Frage der vernachlässigten Vorgabe genau gleich. Bei der Diskussion wehrte sich aber damals  ein Vertreter des Museums vehement und gab unmissverständlich zu verstehen, dass die Darstellung Bernaths nicht den Fakten entspreche. Damit stand Aussage gegen Aussage. Peinlich wäre es, wenn sich die Stadträtin im Schaffhauser Fernsehen wieder  nicht an die Fakten gehalten hätte. Das würde den Medienwirbel erneut antreiben.
Katrin Bernath hatte jedoch gut entschieden, sich den Fragen eines Journalisten zu stellen. Es wäre falsch gewesen, das Interview zu verweigern. Die Baureferentin war  vorbereitet und versuchte ihren Argumentationskatalog zu vermitteln.


Zu Bernaths Hauptargumenten:

Ziel der Planung sei für Schaffhausen: Zusätzlich idealen Wohnraum zu schaffen.
(Den Auftrag und das Ziel zu nennen, war gut).
Bernath wies darauf hin, das Museum bestehe vorwiegend aus Sammlungen und Ausstellungen. Damit sagte sie implizit, das Museum im Zeughaus sei eigentlich gar kein professionelles Museum, es bestehe „nur“ aus Sammlungen und Ausstellungen. Mit dieser Aussage war  die Akademikerin aber schlecht beraten. Ein Blick ins Internet hätte der Stadträtin  gezeigt, dass jedes „richtige“ Museum eine Einrichtung zur thematischen Forschung und Archivierung ist.
Es präsentiert die Aufbereitung mit Ausstellungen und Sammlungen für die Oeffentlichkeit. Das Museum im Zeughaus erfüllt  alle Kriterien und Voraussetzungen für ein  Kulturgut in Schaffhausen. Mit ihrer abwertenden Bemerkung hat Bernath   nicht überzeugt.

Die Stadträtin sagte auch, dass das Museum privat sei und liess damit durchblicken, dass die Stadt dafür nicht in die Pflicht genommen werden könne.
Es stehe zudem am falschen Ort.

Das Museum habe  Angst vor der Entwicklung des Quartiers.

Die Verantwortlichen des Museums hätten wissen müssen, dass es beim Zeughaus zu Veränderungen kommen werde. (Der versteckte Vorwurf einer fehlenden Weitsicht war  ungeschickt. Vorwürfe bei Medienauftritten sind immer schlecht.)

Bernath ergänzte: Das Museum sei in der Bevölkerung zu wenig verankert.  Umfragen, Präsentationen, Workshops und Gespräche mit Betroffenen zeigten, dass das Museum keine grosse Unterstützung habe. (Ob sich dies bei einer allfälligen Volksabstimmung bestätigen würde?)

Die Baureferentin versuchte es dann noch als „Brückenbauerin“: Der Stadtrat sei durchaus bereit, eine Lösung zu suchen. Man werde sicherlich  einen passenden Standort finden und ein entsprechendes Angebot machen können.
(Bernath machte diesen Vorschlag, obschon eindeutig fest steht, dass eine Verlegung   keine Option mehr sein kann).

Wer die Sendung  ganz mitverfolgte , merkte, dass die Stadträtin in verschiedene Fettnäpfchen getreten ist. Vermutlich, weil sie  die politische Situation in Schaffhausen zu wenig kennt. Möglicherweise hat sie die Reaktionen  in der Oeffentlichkeit unterschätzt oder ihre Position überschätzt. Mit Vorwürfen und schlechter Vorbereitung  wird  ein Interview schnell zum Bumerang.  



FAZIT:
Medienauftritte sind zwar  immer eine Chance, doch muss diese Chance auch genutzt werden. Die Fakten bei den Argumenten sollten stimmen. Leider gab es bei den Antworten der Baureferentin  zu viele Mängel und Ungereimtheiten. Vor allem kam der ungehaltene und vorwurfsvolle Ton bei vielen Medienkonsumenten  nicht gut an. Weitere negative Reaktionen werden  deshalb wohl  nicht ausbleiben.








Sonntag, 7. Februar 2021

Ferienhäuser profitieren von Corona

 Aber: Fünf- Personen - Regel sorgt für Aerger

Wenn die Regel genau befolgt würde, dürfte nicht die ganze Familie das Haus bewohnen.

Mittwoch, 3. Februar 2021

Schulen schliessen - ein Tabu

Fakten dürfen nicht wahr sein:

 

Cluster mit Mutationen

Mutter setzt Schulbehörden mit Hotspot-Karte unter Druck

 

Hotspot-Karte mit Mutationen – Website zeigt Ausbrüche mit mutierten Viren  an Schulen | Berner Oberländer

«Aus schulischer Sicht ist eine Grenze erreicht, wenn der Unterricht aufgrund von ausgedehnten Quarantäneanordnungen nicht mehr aufrechterhalten werden kann», sagt Silvia Steiner, Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz.

Darum gehts

  • Die Website schulcluster.ch registriert aktuell mehr als 100 Cluster mit Schulausbrüchen, verteilt auf über die Hälfte der Kantone.

  • «Die Karte zeigt, dass ein Schwelbrand lodert», sagt eine Mutter, die mit Internetaktivisten namens Cyberstammtisch auf der Website die Fälle erfasst.

  • Damit befeuern sie den Streit um den Fernunterricht.

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    Bei diesem Problem gilt:

    Nicht hinsehen, nicht darüber reden, Gefahr nicht hören wollen

Dienstag, 2. Februar 2021

Man wollte es nicht wahr haben.

 Nun steht fest:


Der Chefvirologe der Charité, Christian Drosten, hat schon recht früh anhand von PCR-Tests nachgewiesen, dass es keinen Unterschied zwischen der Infektionsrate bei Kindern und Erwachsenen gibt.

Mittlerweile kann man aber sagen, dass die Mehrheit der Wissenschaftler davon überzeugt ist, dass Kinder genauso von Corona infiziert werden können wie Erwachsene. Und sie sind auch ein Teil des Infektionsgeschehens, denn dort, wo die Corona-Infektionszahlen ansteigen, steigen eben auch die Zahlen der angesteckten Kinder und Jugendlichen. 

Gefahr einer Ansteckung über Kinder wurde unterschätzt

Das bedeutet, dass die Ansteckungsgefahr durch Kinder bislang unterschätzt wurde. Kinder erkranken zwar weniger schwer und zeigen seltener sehr schwere Verläufe von Covid-19, sie können das Virus aber durchaus unbemerkt weitergeben. Sie werden allerdings wesentlich seltener oder gar nicht auf eine Coronainfektion hin getestet.

Nun droht aber Gefahr durch die neuen Varianten des Coronavirus und das verändert die Lage in Bezug auf Kinder und Jugendliche. Eine britische Studie zeigt, dass Kinder zwischen November und Anfang Dezember jetzt deutlich häufiger mit Corona angesteckt waren als Erwachsene. Das Coronavirus wurde in der Altersgruppe der 11- bis 16-Jährigen so stark wie in keiner Altersgruppe sonst nachgewiesen. Das könnte aber daran liegen, dass in Großbritannien die Schulen – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – bis Ende des Jahres 2020 geöffnet waren. Eine jüngere Studie über die britische Mutante, zeigt außerdem, dass die Infektiösität in allen Altersgruppen zugenommen hat.

In Großbritannien ist das Virus zunächst auf einer Schulwelle gesegelt

Christian Drosten, Chefvirologe der Berliner Charite, geht davon aus, dass das Virus anfangs „auf einer Schulwelle gesegelt" ist. Davon habe es sich mittlerweile entkoppelt und sei nun in der ganzen Bevölkerung zu sehen. Im NDR Podcast sagt Drosten:

"Natürlich ist sicherlich ein Teil dieser erhöhten Übertragung von der Virusvariante auch durch solche Effekte zu erklären. Das können wir zumindest hoffen, dass wir (..) in England (...) zum Beispiel unter einem Voll-Lockdown, wo auch die Schulen geschlossen werden, vielleicht sehen werden, dass dieser Vorsprung in der Übertragungszahl möglicherweise doch nicht so groß ausgeprägt ist, sondern sich zumindest zu einem Teil auch aus dieser Eintragung in die Schulen erklären könnte. Das ist zumindest meine Hoffnung. "

Christian Drosten, Chefvirologe der Berliner Charite.

Wie sich die Lage nun im Januar bei geschlossenen Schulen entwickelt, bleibt abzuwarten.

Unterricht zu Zeiten von Corona (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance/ Matthias Balk)
Unterricht in Zeiten von Corona. Die Rolle von Kindern bei der Übertragung des neuen Coronavirus wurde bislang wohl unterschätzt. Picture Alliance/ Matthias Balk

Um die Gefährdungslage in den Schulen und Kitas in den Blick zu nehmen, muss man auch die Situation der Erzieher und Lehrerinnen betrachten. Kita-Beschäftigte waren von März bis Oktober 2020 am stärksten von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen. Das zeigt eine Analyse der Arbeitsunfähigkeitsdaten von AOK-Mitgliedern. Dabei lag die Zahl der erkrankten Erzieherinnen mehr als doppelt so hoch als bei den anderen Beschäftigten.

In Bezug auf Lehrkräfte gibt es leider keine Daten in Deutschland. Eine englische Studie hat aber auf der Ebene von drei lokalen Behörden untersucht, wie häufig dort Lehrer mit Covid-19 angesteckt wurden und kommt zu dem Ergebnis, dass die Ansteckungsrate bis zu viermal höher ist wie der entsprechende Durchschnitt der Kommunen.


KOMMENTAR: Weil gesehen wurde, dass beim Fernunterricht Eltern benachteiligt sind, die abwesend sind und die Schere zwischen Guten und schlechten Schülern sich deutlich öffnet bei Fernunterricht, wollte kein Politiker die Schule schliessen.

Bei Geschäften und Gaststätten spielten erstaunlicherweise die Schäden keine Rolle. Die Bedenken wurden in den Wind geschlagen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass bei Schliessungen nicht gesundheitliche Gründe eine Rolle spielen, sondern politische Aspekte.

Wenn die Ansteckungen in Schulen in Kauf genommen werden, ist nicht einzusehen, dass in der Wirtschaft mit anderen Ellen gemessen wird.

Das ist der Gipfel

 Anstatt sich verantwortlich zu zeigen, schiebt Von der Leyen die Schuld ihrem Vice zu.


PEINLICH-PEINLICH


Ich war's nicht!

Es läuft nicht für Ursula von der Leyen: Die Impfstoff-Lieferungen kommen nicht in Schwung. Und für die schwere Kommunikationspanne versucht die EU-Kommissionschefin jetzt ihrem Vize die Schuld zuzuschieben.

Montag, 1. Februar 2021

Auch als EU Kommissionspräsidentin floppt Von der Leyen

Schon als Verteidigungsministerin trat sie von Fettnapf zu Fettnapf

Sie lächelte stets alle Pannen weg.

 

EU-Impfstrategie in der KritikUrsula von der Leyen stolpert vom Eigentor zum Flop

Die EU-Kommissionspräsidentin steht mit ihrer Impfstrategie gegen Corona massiv in der Kritik. Nach gut einem Jahr im Amt ist die 62-Jährige angeschlagen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Kreuzfeuer der Kritik über ihre Impfstrategie.

 Es sollte ihr grösster Erfolg werden. Nun könnte sich Ursula von der Leyens europäische Impfstrategie zum grössten Fiasko entpuppen. Vereinzelt werden Rücktrittsforderungen laut. Vielleicht ist es auch nur eine Momentaufnahme. Jedenfalls steht Ursula von der Leyen gerade unter massivem Druck. Während in Israel oder Grossbritannien zügig geimpft wird, muss die EU im Wochentakt Rückschläge vermelden. Die Position der EU-Kommissionspräsidentin wirkt nach einem Jahr im Amt angeschlagen.

Ursula von der Leyen tut, was sie gern tut, wenn sie unter Beschuss steht: Sie gibt dem deutschen Fernsehen ein Exklusivinterview, richtet sich an das Publikum in der Heimat, als wäre sie noch immer nur Ministerin in Berlin und nicht Kommissionspräsidentin aller 450 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürger. Der britisch-schwedische Konzern AstraZeneca werde jetzt doch 9 Millionen Impfdosen mehr bereitstellen, nämlich insgesamt 41 Millionen im ersten Quartal, versucht Ursula von der Leyen die Impfkrise schönzureden. Eigentlich sollte das Pharmaunternehmen doppelt so viel liefern.

Ein strategischer Flop

Zu dem, was gerade schiefläuft, will sich Ursula von der Leyen nicht äussern. Als Eigentor und strategischer Flop hat sich der Mechanismus für die Exportkontrolle erwiesen, den die Kommissionschefin im Eiltempo verabschieden liess. Dabei gibt es für das Instrument gute Argumente: Die EU hat direkt nach der Vertragsunterzeichnung im August in zwei Tranchen 336 Millionen Euro überwiesen, damit AstraZeneca schon vor der Zulassung auf Halde produzieren kann. Einiges deutet darauf hin, dass der britisch-schwedische Hersteller die reservierten Dosen nach Grossbritannien umgeleitet hat.

Der Mechanismus sollte hier Transparenz schaffen. Und was, wenn Impfdosen über das EU-Mitglied Irland und das britische Nordirland ins Vereinigte Königreich verschwinden? Im Kabinett von Ursula von der Leyen wollte man offenbar auf Nummer sicher gehen und auch dieses theoretische Schlupfloch schliessen. Dafür sollte das Nordirlandprotokoll zum Austrittsvertrag mit den Briten ausser Kraft gesetzt werden können. Zwar korrigierte Ursula von der Leyen den Entwurf noch vor der Veröffentlichung im Amtsblatt. Doch der Schaden war angerichtet, die EU-Kommission stellte ohne Not ihre Maxime aus den Brexit-Verhandlungen infrage, wonach Grenzkontrollen zwischen dem EU-Mitglied Irland und Nordirland mit Blick auf den fragilen Frieden dort tabu sind. 

KOMMENTAR:

Von der Leyen ist Weltmeisterin im Schönreden

LINKS:

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www.rhetorik.ch aktuell: (04. Jun, 2017). Von der Leyen steht im Regen und patzt . Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Aktuell Deutschland · PDF ...
www.rhetorik.ch › Aktuell › persoenlich
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13. Juni 2006 ... Die siebenfache Mutter und deutsche Familienministerin Ursula von der Leyen polarisiert vor allem nach ihren Medienauftritten. Dies machten ...
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23. Dez. 2013 ... Kaum im Amt, hat neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen einem Blitzbesuch in Afghanistan absolviert. Sie weiss wie man im ...
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14. Juni 2006 ... Umstrittene Politikerin: Die siebenfache Mutter und deutsche Familienministerin Ursula von der. Leyen polarisiert vor allem nach ihren ...
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23. Okt. 2014 ... Pannen schönreden, statt klar zu antworten. Mehr Schein als Sein: Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen galt lange Zeit.

 

Freitag, 22. Januar 2021

Erinnerungen an Danni Albrecht werden wach

So geht es Kryenbühl nach seinem Horror-Sturz

Der erste Kitzbühel-Sieg von Beat Feuz wird vom schweren Sturz von Teamkollege Urs Kryenbühl (26) überschattet. Ein Déjà-vu-Erlebnis für alle Schweizer Ski-Fans.

Quelle 20 Min.

Darum gehts

  • Urs Kryenbühl stürzt mit über 140 km/h beim Zielsprung der Kitzbühel-Abfahrt.

  • Der Schweizer ist nach dem Sturz ansprechbar.

  • Erinnerungen an den schlimmen Sturz von Daniel Albrecht werden wach.

  • Dieser stürzte vor genau zwölf Jahren an der selben Stelle.

  • Beat Feuz und andere Fahrer kritisieren die Piste.

Es ist eine Szene, die bei den Schweizer Ski-Fans schlimme Erinnerungen wach werden lässt. Urs Kryenbühl ist in der ersten von zwei Abfahrten von Kitzbühel auf den letzten Metern unterwegs, als er mit Tempo 140 beim Zielsprung das Gleichgewicht verliert. Der Schwyzer stürzt schwer, muss minutenlang behandelt werden.

Immerhin bewegt sich der Speed-Spezialist danach, hat bei seinem Sturz also nicht das Bewusstsein verloren. Trotzdem wird er mit einem Helikopter ins Spital in St. Johann geflogen. Erste Diagnose über Funk: Schädel-Hirn-Trauma.

Beat Feuz muss den schlimmen Sturz seines Teamkollegen aus nächster Nähe miterleben. Und schreckt sofort von seinem Leaderthron auf. «Hey, mached!» ruft der Schangnauer. Er meint damit die Pistenhelfer, die sich im Zielraum auf den Weg zum gestürzten Kryenbühl machen.

Bislang scheint es, als sei dieser nach seinem 70-Meter-Flug verhältnismässig glimpflich davon gekommen. Kryenbühl habe einen Betreuer erkannt, sagt Beat Feuz später im Interview mit ORF. Und auch Carlo Janka bestätigt das gegenüber SRF.

Am Freitagabend erfolgt dann leichte Entwarnung: «Die ersten Untersuchungen haben eine Gehirnerschütterung, einen Bruch des rechten Schlüsselbeines sowie einen Riss des Kreuz- und Innenbandes im rechten Knie ergeben», schreibt der Schweizerische Skiverband in einer Mitteilung. Kryenbühl bleibe über Nacht zur Überwachung im Spital und werde voraussichtlich am Samstag in die Schweiz zurückkehren.

Genau zwölf Jahre nach Albrecht-Sturz

Der üble Crash von Kryenbühl, der in dieser Saison seinen Durchbruch feierte, erinnert an Daniel Albrecht. Auf den Tag genau vor zwölf Jahren stürzt der Schweizer auf der Streif an der gleichen Stelle beim Zielsprung. Albrecht erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma, liegt sogar drei Wochen lang im Koma.

22 Monate schuftet Albrecht an seinem Comeback. Im Dezember 2010 kehrt er schliesslich in den Weltcup zurück. Er fährt noch einige Male in die Punkte, an seine alten Leistungen kann der so talentierte Skifahrer jedoch nie mehr anknüpfen. Nach einer Knieverletzung tritt Albrecht 2013 vom aktiven Rennsport zurück. Der ganze Skizirkus drückt Urs Kryenbühl die Daumen, dass ihm dieses Schicksal erspart bleibt.

Kritik an Streif-Piste

Die Hahnenkamm-Abfahrt gilt nicht zu unrecht als das wohl spektakulärste Rennen im Ski-Weltcup. Trotzdem wird nach dem Sturz von Kryenbühl Kritik an der Piste laut. Zwar ist unter anderem der Zielsprung nach dem letzten Training noch einmal entschärft worden, die erhoffte Wirkung hatte das aber nicht. «Ein Zielsprung muss nicht 60, 70 Meter weit gehen», erklärt der frischgebackene Kitzbühel-Sieger Beat Feuz nach Rennende.

Der Sprung sei schon seit drei Tagen ein Thema, fügt er an. Der Italiener Dominik Paris meint: «Der Sprung an sich ist okay. Aber man fährt in einer Geschwindigkeit darüber, die keine Fehler verzeiht.»

(law)

 

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1. Febr. 2009 ... Als behandelnder Arzt von Daniel Albrecht erklärte er in der NZZ am Sonntag Therapien und Perspektiven des verletzten Skirennfahrers.
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22. Jan. 2009 ... Der Horrorsturz des Schweizer Skifahrers Daniel Albrecht, der im Spital in Innsbruck ins künstliche Komma versetzt wurde, führte zu einem ...
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30. Dez. 2013 ... Dieser Vorfall erinnert an den Unfall von Dani Albrecht in Oesterreich. Dort informierte das Innsbrucker Universitätsspital sofort und zwar ...
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4. Juni 2020 ... Daniel Koch vom BAG, zeigte, dass nur glaubwürdiges, authentisches Auftreten ... Landeskrankenhaus Innsbruck: Der Fall Dani Albrecht.
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18. März 2009 ... Daniel Albrecht wurde im Inselspital Bern jedenfalls von der ... keine neuen Informationen zum Gesundheitszustand von Daniel Albrecht zu ...
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7. März 2014 ... Innsbruck bei Dani Albrecht informiert hatte, als der Schweizer Spitzensportler dort im. Koma lag. Jene Ärzte beschrieben damals im- mer nur ...

Donnerstag, 21. Januar 2021

Bidens ANTRITTSREDE

Bidens Antrittsrede im Wortlaut - in der deutschen Übersetzung.

 

„Richterin Roberts, Vizepräsidentin Harris, Sprecherin Pelosi, Fraktionsführer Schumer, Fraktionsführer McConnell, Vizepräsident Pence, meine sehr veehrten Gäste, liebe Mitbürger!

Dies ist der Tag Amerikas. Dies ist der Tag der Demokratie, ein Tag voll Hoffnung und Historie, ein Tag der Erneuerung und der Entschlossenheit. In einer Feuerprobe für die Geschichtsbücher wurde Amerika erneut vor eine Prüfung gestellt, und Amerika hat sich dieser Prüfung gewachsen gezeigt.

Wir feiern heute nicht den Triumph eines einzelnen Kandidaten, sondern den Triumph der Demokratie. Das Volk, der Wille des Volkes, wurde gehört, und dem Willen des Volkes wurde entsprochen. Erneut haben wir gelernt, dass Demokratie etwas Kostbares ist. Demokratie ist zerbrechlich. Und in dieser Stunde, meine Freunde, hat sich die Demokratie durchgesetzt.

An diesem ehrwürdigen Ort, an dem vor nur wenigen Tagen mit Gewalt die Grundfesten des Kapitols erschüttert werden sollten, kommen wir zusammen als eine Nation vor Gott, unteilbar, um die Macht [von einem Präsidenten zum anderen] friedlich weiterzugeben; so, wie wir es seit mehr als zwei Jahrhunderten tun.

Wenn wir nach vorn schauen, auf unsere typisch amerikanische Weise – ruhelos, mutig, optimistisch – blicken wir darauf, wie wir als Nation sein können, und sein müssen. Ich danke meinen Vorgängern aus beiden Parteien. Ich danke ihnen von ganzem Herzen. Ich weiß um die Widerstandsfähigkeit unserer Verfassung und um die Stärke unserer Nation, genau wie Präsident (Jimmy) Carter, mit dem ich gestern abend gesprochen habe; der aber heute nicht bei uns sein kann – und vor dessen Lebensleistung ich mich verneige.

Gerade habe ich den heiligen Eid geschworen, den jeder dieser Patrioten geleistet hat. Jenen Eid, den als Erster George Washington schwor. Aber der Lauf der amerikanischen Geschichte wird nicht von einem einzigen Menschen gelenkt – unsere Geschichte hängt nicht von einigen wenigen ab, sondern von uns allen. Von den Menschen, die eine bessere, perfektere Union anstreben.

Dies ist eine große Nation, wir sind gute Menschen. Im Lauf der Jahrhunderte, durch Sturm und Streit, in Krieg und Frieden, sind wir so weit gekommen. Aber es liegt noch viel vor uns.

Mit Tempo und Dringlichkeit streben wir voran, denn in diesem tückischen Winter ist für uns viel zu tun. Es gibt viel zu heilen, viel wiederherzustellen, viel aufzubauen und viel zu gewinnen. Wenige in der Geschichte unserer Nation haben in Zeiten gelebt, die so schwierig und herausfordernd waren wie jene, die wir jetzt erleben. Ein Jahrhundertvirus schleicht lautlos durch unser Land und hat uns in einem Jahr mehr Menschenleben gekostet als der komplette Zweite Weltkrieg.

Millionen Jobs sind verloren. Hunderttausende Unternehmen sind geschlossen. Der Schrei nach Gleichbehandlung der Rassen nach mehr als 400 Jahren bewegt uns. Der Traum von der  Gerechtigkeit für alle wird nicht länger aufgeschoben!

Auch der Planet selbst schreit zu uns, ein Überlebensschrei, der nicht verzweifelter oder deutlicher sein könnte. Politischer Extremismus, Rassismus und inländischer Terrorismus sind auf dem Vormarsch. Wir werden uns diesen Problemen stellen und sie besiegen.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, um die Seele Amerikas wiederherzustellen und seine Zukunft zu sichern, brauchen wir mehr als Worte. Wir brauchen das Flüchtigste überhaupt in einer Demokratie: Einigkeit.

Einigkeit. In einem anderen Januar, am Neujahrstag 1863, unterzeichnete Abraham Lincoln die Emanzipationsproklamation (Abschaffung der Sklaverei in den USA, d. Red.). Als er den Stift aufs Papier setzte, sagte der Präsident: „Wenn mein Name je in die Geschichte eingehen sollte, dann für dieses Gesetz, und meine ganze Seele steckt darin.“

Meine ganze Seele steckt heute darin, an diesem Januartag. Meine ganze Seele steckt darin, Amerika zusammenzubringen, unser Volk zu vereinen, unsere Nation zu vereinigen. Und ich bitte jeden Amerikaner und jede Amerikanerin, mich darin zu begleiten. Finden wir zueinander, um gegen unsere Widersacher zu bestehen: Gegen Wut, Groll und Hass. Extremismus, Gesetzlosigkeit, Gewalt, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit.

Gemeinsam können wir große und wichtige Dinge erreichen. Wir können Fehler korrigieren, können Menschen gute Jobs verschaffen, wir können unsere Kinder in sicheren Schulen ausbilden. Wir können den tödlichen Virus überwinden, die Wirtschaft und die Mittelschicht wieder aufbauen und sichere Arbeitsplätze schaffen. Wir können Rassengerechtigkeit sichern und Amerika wieder zum Anführer des Guten in der Welt machen.

Ich weiß: Wenn ich von Einigkeit spreche, könnte das für manche in diesen Tagen wie eine närrische Träumerei klingen. Ich weiß: Die Kräfte, die uns voneinander trennen, sind stark und real. Ich weiß aber auch, dass sie nicht neu sind. Unsere Geschichte ist ein ständiger Kampf zwischen dem amerikanischen Ideal – dass wir alle gleich geschaffen sind – und der harschen, hässlichen Realität; dass uns nämlich Rassismus, Nativismus und Angst auseinandergerissen haben. Diese Schlacht dauert an, und der Sieg ist niemals sicher.

Immer haben unsere besseren Seiten obsiegt – im Bürgerkrieg, in der Großen Depression, im Weltkrieg, am 11. September, trotz Kampf, trotz Opfern, trotz Rückschlägen. In jedem dieser Momente sind genug von uns zusammengekommen, um uns alle voranzubringen; und genau das können wir auch jetzt. Die Geschichte, der Glaube und die Vernunft weisen den Weg. Den Weg der Einheit.

Statt als Feinde können wir einander als Nachbarn sehen. Wir können einander mit Würde und Respekt behandeln. Wir können zusammenarbeiten, das Geschrei beenden und die Dinge weniger hitzig angehen. Denn ohne Einheit gibt es keinen Frieden, nur Bitterkeit und Wut. Keinen Fortschritt, nur ermüdende Empörung. Keine Nation, nur Chaos. In der Krise und in der Herausforderung liegt unser historischer Moment. Und Einigkeit ist der Pfad in die Zukunft. Wir müssen diesem Moment als Vereinigte Staaten von Amerika begegnen.

Wenn wir das tun, garantiere ich, dass wir nicht scheitern werden. Niemals sind wir in Amerika gescheitert, wenn wir zusammengehalten haben. Lassen Sie uns also heute, an diesem Tag und an diesem Ort, neu beginnen, wir alle zusammen. Lassen Sie uns anfangen, einander wieder zuzuhören, einander zu hören, einander zu sehen. Einander Respekt zu zeigen. Politik muss kein rasendes Feuer sein, dass alles verschlingt. Nicht jede Meinungsverschiedenheit muss ein Grund für den totalen Krieg sein. Und wir müssen die Kultur beenden, in der Fakten manipuliert und sogar erfunden werden.


 

 

Vor vielen Jahrhunderten schrieb der heilige Augustinus von Hippo, ein Volk werde bestimmt durch die Dinge, die alle seine Mitglieder lieben. Was lieben wir als Amerikaner, was macht uns aus? Ich glaube, wir wissen es alle. Chancen, Sicherheit, Freiheit, Würde, Respekt, Ehre, und, ja, die Wahrheit.

Die letzten Wochen und Monate haben uns eine schmerzhafte Lektion erteilt. Es gibt Wahrheit, und es gibt Lügen. Lügen, die aus Macht- und Profiterwägungen erzählt werden. Jeder von uns ist hier in der Verantwortung, als Bürger, als Amerikaner und vor allem als Anführer. Anführer, die geschworen haben, unsere Verfassung zu achten und unsere Nation zu schützen. Die Wahrheit zu verteidigen, und die Lügen zu besiegen.

Ich verstehe, dass viele meiner Mitbürger mit Furcht auf die Zukunft blicken. Ich verstehe, dass sie sich Sorgen um ihre Jobs machen. Kann ich meine Krankenversicherung behalten? Kann ich die Raten für mein Haus bezahlen? Sie denken an ihre Familien, an das, was die Zukunft bringen mag. Ich verspreche Ihnen: Das verstehe ich. Aber es ist nicht die Lösung, sich zurückzuziehen in Parteien, die miteinander streiten, oder jenen zu misstrauen, die nicht aussehen wie Sie, nicht beten wie Sie oder ihre Nachrichten nicht aus der selben Quelle bekommen wie Sie.

Wir müssen diesen Krieg beenden, in  dem Republikaner gegen Demokraten kämpfen, das Land gegen die Stadt, die Konservativen gegen die Liberalen. Wir schaffen das, wenn wir unsere Herzen öffnen, wenn wir ein bisschen Toleranz und Milde walten lassen, und wenn wir willens sind, uns in den anderen hineinzuversetzen.

Denn so ist das Leben: Manchmal braucht man Hilfe von anderen, und an anderen Tagen ist man selbst derjenige, der zur Hilfe gerufen wird. So muss es sein, so stehen wir füreinander ein. Wenn wir so leben, wird unser Land stärker, prosperierender, zukunftsfähiger. Und wir können dann immer noch geteilter Meinung sein.

Liebe Mitbürger, in der nächsten Zeit werden wir einander brauchen. Wir brauchen all unsere Kraft, um diesen dunklen Winter zu überstehen. Vor uns liegt möglicherweise die dunkelste und tödlichste Phase der Pandemie. Wir müssen Politik beiseite lassen und diese Krankheit endlich als Nation, als geeinte Nation bekämpfen. Ich verspreche Ihnen, so wie es in der Bibel heißt: „Den Abend lang währt das Weinen, aber des Morgens ist Freude“: Wir werden das zusammen überstehen. Zusammen.

Sehen Sie, wir alle hier oben wissen, dass uns die Welt zuschaut. Hier ist meine Botschaft für jene außerhalb unserer Grenzen: Amerika stand vor einer Prüfung, und wir sind gestärkt daraus hervorgegangen. Wir werden unsere Bündnisse wiederherstellen und uns wieder mit der Welt beschäftigen. Wir werden uns nicht den Herausforderungen von gestern stellen, sondern jenen von heute und morgen. Und wir werden nicht einfach durch unsere Stärke führen, sondern Vorbild sein für andere. Wir werden ein starker und verlässlicher Partner sein für Frieden, Fortschritt und Sicherheit.

Sie alle wissen, dass wir als Nation viel durchgemacht haben. Als erste Amtshandlung möchte ich Sie deshalb bitten, mit mir zusammen in einem Moment der Stille zu beten – für all jene, die im vergangenen Jahr ihr Leben durch die Pandemie verloren haben. Diese 400.000 Amerikaner, Mütter, Väter, Ehemänner, Ehefrauen, Söhne, Töchter, Freunde, Nachbarn und Kollegen. Wir werden sie ehren, indem wir zu der Nation werden, von der wir wissen, dass wir sie sein können und sollten. Lassen Sie uns still für jene beten, die ihr Leben verloren, und für unser Land.

...

Amen.

Leute, dies ist eine Zeit der Prüfung. Wir erleben einen Angriff auf unsere Demokratie und auf die Wahrheit. Ein gefährliches Virus, wachsende Ungleichheit, den Stachel des systemischen Rassismus, die Klimakrise. Amerikas Rolle in der Welt. Jedes einzelne dieser Probleme stellt uns vor grundlegende Herausforderungen. Aber wir müssen sie nun alle gleichzeitig angehen, selten gab es eine größere Verantwortung für unser Land. Jetzt werden wir geprüft. Werden wir dieser Situation gewachsen sein? Wir alle? Es ist Zeit für Mut, denn es gibt so viel zu tun. Und eines ist sicher: Das Urteil über uns, über Sie und mich, wird davon abhängen, wie wir die Kaskade der Krisen unserer Zeit bewältigen.

Werden wir ihr gewachsen sein, das ist die Frage. Werden wir in diese schweren Zeiten bestehen? Werden wir unserer Pflicht gerecht, vererben wir unseren Kindern eine neue und bessere Welt? Ich glaube, das müssen wir. Und ich glaube, das tun Sie auch. Wir werden das nächste große Kapitel in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika schreiben. Eine Geschichte, die ein bisschen klingen könnte wie ein Lied, das mir viel bedeutet. Es heißt „American Anthem“. Eine Strophe sticht darin heraus, jedenfalls für mich, und sie geht so:

„Die Arbeit und die Gebete eines Jahrhunderts haben uns zu diesem Tag geführt.

Was wird unser Vermächtnis sein? Was werden unsere Kinder sagen?

Lass mich im Herzen spür’n, wenn meine Tage gezählt sind:

Amerika, Amerika, ich habe mein Bestes für dich gegeben.“

Lasst uns geben. Lasst uns unsere Arbeit und unsere Gebete der Geschichte unserer großen Nation hinzufügen, während sie sich entwickelt. Dann werden unsere Kinder und Kindeskinder am Ende unserer Tage über uns sagen: Sie haben ihr bestes gegeben, sie haben ihre Pflicht getan, sie haben ein zerrissenes Land geheilt.

Liebe Mitbürger, ich schließe diesen Tag da, wo ich angefangen habe, mit einem Eid vor Gott und Ihnen allen. Ich gebe Ihnen mein Wort, dass ich immer ehrlich zu Ihnen sein werde. Ich werde die Verfassung verteidigen. Ich werde unsere Demokratie verteidigen. Ich werde Amerika verteidigen. Bei allem, was ich tue, werde ich nicht an Macht denken, sondern an Möglichkeiten. Nicht an persönliche Interessen, sondern an das öffentliche Wohl. Gemeinsam werden wir eine amerikanische Geschichte der Hoffnung schreiben, nicht der Angst. Der Einigkeit, nicht der Trennung. Des Lichts, nicht der Dunkelheit. Eine Geschichte der Anständigkeit und der Würde, der Liebe, Größe und Güte. Möge dies die Geschichte sein, die uns leitet. Die Geschichte, die uns inspiriert und in einer fernen Zukunft davon kündet, dass wir dem Ruf des Schicksals antworteten. Dass Demokratie, Hoffnung, Wahrheit und Gerechtigkeit in unserer Verantwortung nicht untergingen, sondern blühten. Dass Amerika die Freiheit sicherte und der Welt erneut ein Leuchtfeuer wurde. Das ist es, was wir unseren Vorvätern schulden, kommenden Generationen und uns selbst.

Entschlossen gehen wir die Aufgaben unserer Zeit an. Unterstützt durch unseren Glauben, angetrieben durch unsere Überzeugung, mit Hingabe füreinander und für das Land, das wir lieben, und mit ganzem Herzen. Möge Gott Amerika segnen, und möge Gott unsere Truppen schützen.

Danke, Amerika.“

 

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Die wichtigsten KERNGEDANKEN der Rede:

Demokratie ist kostbar, zerbrechlich. Sie setzt sich aber immer wieder durch!

Die Geschichte hängt nicht von Einzelnen ab - sie hängt von allen ab.

Es gibt viel zu heilen, wiederherzustellen, weider aufzubauen.

Politischer Extremismus, Rassismus und inländischer Terrorismus sind auf dem Vormarsch. Wir werden uns diesen Problemen stellen und sie besiegen.

Meine ganze Seele steckt heute darin, an diesem Januartag. Meine ganze Seele steckt darin, Amerika zusammenzubringen, unser Volk zu vereinen, unsere Nation zu vereinigen. Und ich bitte jeden Amerikaner und jede Amerikanerin, mich darin zu begleiten. Finden wir zueinander, um gegen unsere Widersacher zu bestehen: Gegen Wut, Groll und Hass. Extremismus, Gesetzlosigkeit, Gewalt, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit.

Gemeinsam können wir große und wichtige Dinge erreichen.

Statt als Feinde können wir einander als Nachbarn sehen. Wir können einander mit Würde und Respekt behandeln.

Statt als Feinde können wir einander als Nachbarn sehen. Wir können einander mit Würde und Respekt behandeln. 

 

Wir müssen diesen Krieg beenden, in  dem Republikaner gegen Demokraten kämpfen, das Land gegen die Stadt, die Konservativen gegen die Liberalen. Wir schaffen das, wenn wir unsere Herzen öffnen, wenn wir ein bisschen Toleranz und Milde walten lassen, und wenn wir willens sind, uns in den anderen hineinzuversetzen.

SCHLUSS:

Liebe Mitbürger, ich schließe diesen Tag da, wo ich angefangen habe, mit einem Eid vor Gott und Ihnen allen. Ich gebe Ihnen mein Wort, dass ich immer ehrlich zu Ihnen sein werde. Ich werde die Verfassung verteidigen. Ich werde unsere Demokratie verteidigen. Ich werde Amerika verteidigen. Bei allem, was ich tue, werde ich nicht an Macht denken, sondern an Möglichkeiten. Nicht an persönliche Interessen, sondern an das öffentliche Wohl. Gemeinsam werden wir eine amerikanische Geschichte der Hoffnung schreiben, nicht der Angst. Der Einigkeit, nicht der Trennung. Des Lichts, nicht der Dunkelheit. Eine Geschichte der Anständigkeit und der Würde, der Liebe, Größe und Güte. Möge dies die Geschichte sein, die uns leitet. Die Geschichte, die uns inspiriert und in einer fernen Zukunft davon kündet, dass wir dem Ruf des Schicksals antworteten. Dass Demokratie, Hoffnung, Wahrheit und Gerechtigkeit in unserer Verantwortung nicht untergingen, sondern blühten. Dass Amerika die Freiheit sicherte und der Welt erneut ein Leuchtfeuer wurde. Das ist es, was wir unseren Vorvätern schulden, kommenden Generationen und uns selbst.

Entschlossen gehen wir die Aufgaben unserer Zeit an. Unterstützt durch unseren Glauben, angetrieben durch unsere Überzeugung, mit Hingabe füreinander und für das Land, das wir lieben, und mit ganzem Herzen. Möge Gott Amerika segnen, und möge Gott unsere Truppen schützen.

Danke, Amerika.“

 


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