Donnerstag, 9. Juni 2011

Kachelmann und die Medien




Als ich gestern die Podiumsdiskussion am 8. Juni im Kaufleutefestsaal in Zürich besuchte, befürchtete ich, dass beim Themenkreis Kachelmann/Medien lediglich alles nur nochmals aufgewärmt und wiederholt wird, was bislang bereits im Pressewald ausführlich geschrieben  und kommentiert worden ist

Doch die profilierten Referenten (Peter Studer, Medienrechtler, Kurt Imhof Soziologieprofessor Uni ZH, Peter Rothenbühler, Edipress und Thomas Knellwolf, Autor) beleuchteten einige neue erwähnenswerte Gedanken. Beispielsweise:



Weshalb die Gerichtsberichterstattung eine so starke mediale Verbreitung gefunden hat, wurde mit folgender aufschlussreichen These begründet:
Bei komplexen Themen über Politik, Energie, Finanzen ist die Oeffentlichkeit verunsichert und orientierungslos. Die Frage der Finanzkrise in Griechenland oder der Ausstieg aus der Kernenergie wird ständig neu beurteilt. Positionen werden ständig gewechselt. Es scheint bei Sachfragen keine eindeutige Antworten mehr zu geben. Beim Kachelmannprozess hingegen kann sich der Medienkonsument auf ein Schwarz-weissdenken auf Gut und Böse beschränken und wird so bei dieser trivialen Geschichte nicht überfordert. Er kann mitreden und zeigt auch reges Interesse daran.


Kurt Imhof wies auf ein anderes Phänomen hin, das mitgespielt haben könnte, bei diesem aussergewöhnlich  grossen Medienecho:
Im Geschlechterkampf kam es zu einem interessanten Kippeffekt. Nach dem Patriarchat folgte die Phase des Feminismus und in jüngster Zeit kippt es nun wieder zurück. Stichwort: Männer wehren sich jetzt für ihre Rechte.
Es könnte somit durchaus sein, dass dieser Kippeffekt im Geschlechterkampf mitgespielt haben könnte, dass sich Männer und Frauen bei der Story so angesprochen fühlten und Partei ergriffen  für die eine oder andere Seite.

Was die Diskussionsrunde generell ergeben hat:
Beim medialen Tribunal gab es Rechtsverletzungen auf beiden Seiten.
Der Kampagnenjournalismus schwappt immer mehr auf neue Titel über. Früher war es nur die Regenbogenpresse, die Themen wie Sex, Blut, Tränen beackert hatten. Bei Kachelmann nahmen nun auch andere Titel wie beispielsweise "Zeit" und "Spiegel" Partei für oder gegen Kachelmann und nahmen auch keine Rücksicht mehr auf Persönlichkeitsverletzungen. Eine Berichterstattung verpflichtete  sich früher in diesen Blättern  nie der Verteidigung für einen Akteur.
In zahlreichen Medien wurde allgemein der journalistische Codex verletzt.
So wurden Exklusivinterviews von Zeugen bezahlt.
Medien machten für oder gegen eine Partei Stimmung.
Vor allem kam es zu Verletzungen von Persönlichkeitsrechten. Betroffene wurden rücksichtslos und zynisch behandelt.
Ungeheuerlich war die Bewirtschaftung der einzelnen Positionen.

Jörg Kachelmann kehrt heute - nach der Freispruch - den Spiess um und nutzt nun  als Medienprofi seine Erfahrung hundertprozentig aus.
 Er beschimpft jetzt im Twitter  Journalisten und jagt sie jetztselbst, gleichsam als Paparazzi.
Er liess sogar über sich Filmchen herstellen und verkaufte sie.

Fazit: Die Aufgabe der Medien müsste künftig vermehrt darin bestehen, über einen Prozess reflektiv , über die Fakten zu berichten. Der Schutz der Persönlichkeit sollte vor allem viel besser gewahrt bleiben.



Ich zitiere Persönlich.com:


"Der Spiegel hat seine Glaubwürdigkeit verloren"

Unter dem Titel "Kachelmann und die Medien" diskutierte am Mittwoch im Zürcher Kaufleuten eine Runde aus Journalisten, Wissenschaftlern und Medienethikern über die Besonderheiten und Auswirkungen des Falls um den Schweizer Wetterfrosch Jörg Kachelmann. Im Zentrum stand dabei die besondere Rolle der Medien. Laut Diskussionsteilnehmer Peter Rothenbühler, dem Stv. publizistischen Direktor von Edipresse, haben verschiedene deutsche Leitmedien mit ihrer Berichterstattung ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Die Story



Der Fall Kachelmann bewegt. Der Prozess rund um den im gesamten deutschsprachigen Gebiet bekannten Wetterfrosch, der von einer ehemaligen Geliebten der Vergewaltigung bezichtigt wurde, beschäftigte über ein Jahr lang Medien, Öffentlichkeit und Gericht. Vor neun Tagen kam das Landgericht Mannheim dann endlich zu einem Urteil: Freispruch.
Ganz abgehakt ist die Sache damit jedoch noch nicht: Die Ausserordentlichkeit des Prozesshergangs beschäftigt Medien und Wissenschaft weiterhin. Ausserdem ist eine Berufung der Anklage hängig.
Journalist Thomas Knellwolf, der den Fall für den "Tages-Anzeiger" vor Ort mitverfolgte, hat alle greifbaren Fakten und die Geschehnisse rund um den Prozess einem Buch zusammengefasst. Zur Veröffentlichung von "Die Akte Kachelmann – Anatomie eines Skandals" fanden sich am Mittwoch im Zürcher Kaufleuten bekannte Namen des Schweizer Mediendiskurses zum Podiumsgespräch ein, um über die Auswirkungen des "Medien- und Justizskandales", wie Knellwolf ihn in seinem Buch bezeichnet, zu diskutieren.
"Hat sich das Gericht zu Recht über die Rolle der Medien empört?" fragte Podiumsleiter Hannes Nussbaumer, Leiter des Ressorts Hintergrund beim "Tages-Anzeiger", zuerst in die Runde. Die Antwort des Plenums war ein klares Ja. Die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung hätten wiederholt versucht die Medien zu instrumentalisieren. Ausserdem sei mehrfach Persönlichkeitsrecht verletzt worden, meinte etwa Kurt Imhof, Soziologieprofessor und Medienexperte an der Universität Zürich. "Wir haben es mit einem medialen Tribunal zu tun, das weit über den Boulevardjournalismus hinausgeht."
 





























 Podiumsdiskussion zum Thema Kachelmann: Thomas Knellwolf, Peter Rothenbühler, Peter Studer und Kurt Imhof debattierten. Ganz rechts Gesprächsleiter Hannes Nussbaumer.



Peter Rothenbühler, ehemaliger Chefredaktor der "Schweizer Illustrierten", ging dann gleich noch schärfer mit einigen seiner Berufskollegen ins Gericht: Deutsche Medien wie "Spiegel" und "Die Zeit" haben sich nach seiner Auffassung mit der Verteidigung verbündet und sogar Empfehlungen an Herrn Kachelmann ausgesprochen, um an Informationen zu kommen. Sie hätten damit Kampagnenjournalismus betrieben. "Diese Berichterstatterinnen sind für mich disqualifiziert", sagte er. "Der Spiegel – früher bekannt für exzellente Gerichtsreportagen – hat damit seine Glaubwürdigkeit verloren."
Auch Peter Studer, Jurist und ehemaliger Chefredaktor des Schweizer Fernsehens und des "Tages-Anzeiger", teilte diese Einschätzung weitgehend. Er habe grosse Unterschiede in der Berichterstattung gesehen. Die Internetportale seien dabei "sehr viel sensationalistischer" als die Printmedien vorgegangen. Gerade auch die Tamedia, das Haus, das laut Imhof den Kachelmann Prozess hierzulande eigentlich bewirtschaftet habe.

Einzelfall oder Tendenz?

Die Dosierung, die Rücksichtslosigkeit und die absolut zynische Behandlung verschiedener Akteure hätten dabei eine neue Dimension erreicht, sagte Studer weiter. Die Ausgangslage, eine "rassige Kriminalstory und Tragödie" sei eigentlich die eines altgriechischen Dramas und damit in keiner Weise neu. Warum dieser Prozess in den Medien so breitgewalzt wurde, versuchte Peter Rothenbühler zu ergründen: Er vermute, dass die meisten anderen öffentlichen Debatten zu komplex geworden seien. Lieber unterhalte man sich im Volk über Gerichtsfälle wie die um den ehemaligen Armeechef Neff, den Fall Seebach oder eben Kachelmann und urteile selbst über gut und böse. Denn das könne man eben gut mit dem Nachbarn diskutieren, ohne sich voll in die Materie reinzuknien.
Obwohl mehrfach von der Gefahr der zu grossen Einflussnahme der Medien gesprochen wurde und die professionellen "Leaks" von Staatsanwaltschaft und Verteidigung scharf kritisiert wurden, hielt das Plenum den Einfluss der Medien auf das Gericht für gering. Die ausführliche Stellungnahme des Gerichts zu diesem Thema zeige, dass sich die Richter breit informiert hätten, sagte Buchautor Knellwolf, an eine starke Beeinflussung glaube er aber nicht.

Wie weit darf man gehen?

Der spannendste und emotionalste Diskussionspunkt des Abends war derjenige der Persönlichkeitsrechte. Während Peter Rothenbühler die Auffassung vertrat, dass auch private SMS oder, wie im Fall des französischen Währungsfond Chefs Dominique Strauss-Kahn, Fotos von gedemütigten Personen in Handschellen überall abgedruckt werden dürften, sofern diese Teil der öffentlichen Diskussion geworden seien, hielt Imhof vehement dagegen. "Die Grenzen des Persönlichkeitsrechts sind weit überschritten worden. Dagegen müssen wir kämpfen!" betonte er. "Niemand gehen meine SMS etwas an." Hätte er eine Zeitung, so sollte dort zu lesen sein, wie die Gesellschaft im 21. Jahrhundert Schuld und Sühne konstruiert.
In einem waren sich dann aber alle einig: Reflektierter Journalismus, so wie in Thomas Knellwolf in seinen Artikeln für den "Tages-Anzeiger" und in seinem Buch betrieben habe, sei nötig und unterstützenswert.



Mittwoch, 8. Juni 2011

«Als Quotenzugpferd wäre Kachelmann interessant für Sender wie RTL»

 

(Zitat Tagi)

 

Wird Jörg Kachelmann ins Fernsehen zurückkehren? Experten halten dies für möglich – und sie sagen, was es für ein TV-Comeback braucht.

Erinnerung an bessere Zeiten: Jörg Kachelmann als TV-Wettermoderator im Jahr 2009.



Erinnerung an bessere Zeiten: Jörg Kachelmann als TV-Wettermoderator im Jahr 2009.
Bild: Keystone





«Er ist nicht mehr der nette und sympathische Kachelmann»: Marcus Knill, Kommunikationsexperte.





«Als Privatperson sollte Kachelmann die Öffentlichkeit im Moment nicht suchen; auch nicht in den Social Media»: Franco Gullotti, Experte für Rechtskommunikation.

Links

«Wollen Sie Jörg Kachelmann wieder auf der Mattscheibe sehen?», fragte die «Bild»-Zeitung, nachdem der Schweizer TV-Wettermoderator vom Landgericht Mannheim freigesprochen worden war. Und das Ergebnis der Umfrage war klar: Mehr als jeder zweite Deutsche will Kachelmann als Wettermoderator zurück. Ausserdem zeigte ein Monitoring von Ethority, einer deutschen Marketingagentur für Social Media, dass Facebook- und Forennutzer sowie Twitterer und Blogger wenige negative Kommentare über den 52-jährigen Meteorologen äusserten. Ein prominenter deutscher Medienpsychologe, Jo Groebel, erachtet ein TV-Comeback als möglich, wie er dem «Kurier» sagte, «weil Kachelmann die Öffentlichkeit braucht» – «vielleicht als Moderator einer Talkshow über persönliche Schicksalsschläge und grosse Dramen». Für eine solche Sendung sei Kachelmann geradezu prädestiniert.
Noch grösserer Promi- und Bekanntheitsstatus nach Prozess


Nach Ansicht von Experten ist der Weg zurück ins Fernsehen allerdings noch lang – sofern Kachelmann dies überhaupt möchte. «Er ist nicht mehr der nette und sympathische Kachelmann», sagt der Schweizer Kommunikationsexperte Marcus Knill im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnetz. Der Freispruch, der im Übrigen noch nicht rechtskräftig sei, habe ihn nicht reingewaschen. «Das Negativ-Image als Folge des Vergewaltigungsprozesses und der Frauengeschichten wird an ihm hängen bleiben.» Dennoch: «Die Chance ist da, dass Kachelmann nach einiger Zeit wieder im Fernsehen auftreten darf», sagt Knill. Ein TV-Comeback sei allerdings nur möglich, wenn das Verfahren in Mannheim abgeschlossen ist und nicht neu aufgerollt wird.
Laut Knill hat Kachelmann einen Promi- und Bekanntheitsstatus, der durch den international stark beachteten Prozess zusätzlich verstärkt wurde. Dieser Status sei ein Kapital, das Kachelmann nutzen könnte, um zum Beispiel ein Buch über seine Geschichte zu schreiben (Drehbuch für einen Film?). Oder er könnte wieder als Moderator für das Fernsehen arbeiten. «Als Quotenzugpferd wäre Kachelmann interessant für deutsche Privatsender wie RTL», sagt Knill. «Und die ARD, für die er gearbeitet hatte, hat eine Rückkehr nicht zum Vornherein ausgeschlossen.»


«Zahlreiche unglückliche Kommunikationsaktionen»


Franco Gullotti, Jurist und Experte für Rechtskommunikation in Winterthur, ist der Ansicht, dass Kachelmann nicht so schnell ins Fernsehen zurückkehren werde. Öffentlich-rechtliche Sender wie ARD oder grosse Privatsender wie RTL würden kaum das Risiko eingehen, Kachelmann im Moment zu engagieren. Vor allem nicht, solange der Prozess andauere. «Die beschädigte Reputation von Kachelmann könnte auf den Fernsehsender zurückfallen.» Allenfalls könnte er es bei einer kleinen lokalen TV-Station versuchen.
Es würden ein paar Jahre vergehen, bis eventuell ein Comeback bei einem grossen Sender möglich sein werde, sagt Gullotti. Dies habe auch mit «zahlreichen unglücklichen Kommunikationsaktionen» rund um den Prozess in Mannheim zu tun. Die Anwälte von Kachelmann hätten mit Nebenklagen gegen Medien immer wieder weiteren Stoff für Geschichten geliefert. Das möge juristisch Sinn machen, Kachelmanns Reputation habe es nicht geholfen. Im Gegenteil: «Diese zusätzliche und unnötige Publizität schadete Kachelmann, da er immer wieder Schlagzeilen lieferte.»


Kachelmann-Attacken auf Medien via Twitter sind «nicht klug»


Wäre er Kachelmanns Reputationsmanager, würde Gullotti dem TV-Moderator raten, sich ausschliesslich auf den Prozess zu konzentrieren, bis es zu einem letztinstanzlichen Urteil kommt. Ausserdem: «Als Privatperson sollte Kachelmann die Öffentlichkeit im Moment nicht suchen; auch nicht in den Social Media.» Genau das macht aber Kachelmann: Auf Twitter kommentiert er das Wetter. Aber nicht nur: Immer wieder attackiert er das deutsche Medienhaus Burda, das unter anderem die Zeitschrift «Bunte» herausgibt, die manche wenig schmeichelhafte Artikel über Kachelmann veröffentlichte. Diese Twitter-Attacken sind «nicht klug», sagt Gullotti. «Denn damit bleibt er viel stärker Thema in den Medien. Es ist ein Fehler, Medien gegen sich aufzubringen.»
Auch Kommunikationsexperte Knill meint, «dass Medienschelten der grösste Fehler sind, den Kachelmann in seiner Situation machen kann». Dies könnte sich kontraproduktiv auswirken. Eigentlich sei Kachelmann ein Medienvollprofi, sagt Knill. Und er verweist auf die Auftritte Kachelmanns in Mannheim. Kachelmann wisse, wie er sich in der Öffentlichkeit präsentieren müsse, denn er kenne die Wirkung von Bildern. «Alle Auftritte Kachelmanns vor Gericht schienen inszeniert. Er war immer rasiert und sauber gekleidet, stets beherrscht und gefasst. Nie wirkte er griesgrämig. Alle Auftritte waren bedacht.»


Eigene Firma Meteomedia und Radio Basel als gute Ausgangslage


Knill räumt Kachelmann gute Chancen für ein öffentliches Comeback ein. Nach einer Weile des Wartens könne er den Karriereknick Schritt für Schritt wieder wettmachen und dabei Vertrauen aufbauen. Mit seiner Firma Meteomedia habe Kachelmann eine gute Ausgangslage. Dazu komme das Engagement bei Radio Basel, das seinem Freund Christian Heeb gehört. Laut Heeb werde Kachelmann gelegentlich ein Projekt präsentieren, das sehr schnell grosse Beachtung finden werde.


Klar ist, dass Kachelmanns Weg zurück über ein besseres Image führen muss. Der Vorwurf der Vergewaltigung wird allerdings an ihm hängen bleiben, wie Gullotti sagt. Vielleicht nicht juristisch – aber als moralischer Beigeschmack. «Wer im Gerichtssaal gewinnt, verliert unter Umständen im Gerichtssaal der Öffentlichkeit.» Kachelmann habe dereinst die Chance, durch Taten sein Image zu verbessern. «Dabei sehe ich Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit in der Kommunikation als die beste Strategie, sein Image zu verbessern. Es geht darum, Schwächen oder Fehler einzugestehen», erklärt Gullotti. Ein Beispiel dafür sei Tiger Woods, der nach seinen sexuellen Eskapaden öffentlich Reue gezeigt und sich entschuldigt hat. Die Reputation des Golfstars sei weitgehend wiederhergestellt.


«Zusätzliche öffentliche Auftritte sind nicht ausgeschlossen»


Und was meint Kachelmann, dessen Comeback nach dem Freispruch Anlass für Spekulationen ist? Kachelmann schweigt wie schon im Prozess in Mannheim. Kachelmann will sich zurzeit nicht in den Medien äussern, wie sein Sprecher von der PR-Firma Farner Consulting in Zürich auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sagte.
Unmittelbar nach der Urteilseröffnung des Landgerichts Mannheim hatte der Farner-Mann verlauten lassen, dass «Kachelmann ab sofort seine Kraft wieder ganz der Meteomedia Gruppe widmen können wird». Dazu gehörten seine Kommentare zum Wettergeschehen in Medien wie Radio Basel, Radio Primavera und Twitter. Und weiter: «Zusätzliche öffentliche Auftritte sind in Zukunft nicht ausgeschlossen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)




ZUSAETZLICHE BEMERKUNG ZUR THEMATIK COMEBACK KACHELMANNS:




Ist für ihn ein Comeback möglich?




Es hat sich immer wieder gezeigt, dass Prominente trotz Gerichtsverhandlungen und Imageeinbussen wieder zurückfanden  in den Beruf und in den Prominentenstatus.
Thomas Borer konnte die Geschichte mit der Nackttänzerin nie bewiesen werden (es konnte bis heute nicht geklärt werden, ob die Geschichte wahr ist). Es kam zum Vergleich und heute ist Thomas Borer wieder ein gefragter Berater. Den Botschafterjob verlor er.
Moderator Michael Friedmann verschwand von der Medienbühne, als ihm fragwürdige Machenschaften mit Frauen und Drogengeschichten nachgewiesen werden konnten. Dank eindeutigem Mea Culpa gelang ihm ein Befreiungsschlag. Heute  ist er wieder am Bildschirm.
Andreas Türck konnte nachweisen, dass man ihn zu Unrecht in den Schmutz gezogen hat. Doch zeigte sich in diesem Fall, dass hinsichtlich Image immer etwas kleben bleibt nach der Volksweisheit: Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Türck wollte nicht mehr zurück. Er konnte trotz Rehabilitation getroffen werden.  



Bei Jörg Kachelmann kam es zwar zu einem Freispruch, doch ist damit nicht bewiesen, dass er die Klägerin  nicht vergewaltigt hat. Der Fall könnte weiter gezogen werden. Die Staatsanwaltschaft hat jedenfalls bereit Berufung eingelegt. Es ist somit noch offen, ob der Schaden für Kachelmann irreparabel ist, den der Monsterprozess angerichtet hat. Gibt es bei ihm einen Karriereabbruch oder nur einen Karriereknick? Alles ist offen. Ich habe Jörg Kachelmann als Medienprofi am Bildschirm erlebt. Ich habe jüngst aus zuverlässiger Quelle gehört, dass  sich Kachelmann persönlich fürchtet, dass die Geschichte neu aufgerollt wird oder irgend eine andere Frau ihn böswillig beschuldigen könnte.




Nachtrag:


«Ich habe Menschen verarscht»


Von Vincenzo Capodici.     
Jörg Kachelmann hat der «Zeit» das erste Interview nach dem Freispruch gegeben. Er spricht über seine Wut, seine Fehler, seine Pläne. Und er macht klar, dass er mit allen rechtlichen Mitteln um seine Ehre kämpft.


«Ich habe heute ein wunderbar geordnetes Berufs- und Privatleben. Ich weiss, was richtig und was falsch ist»: Jörg Kachelmann. (Ausriss: «Die Zeit»)


Die «Zeit» im Pro-Kachelmann-Lager

Jörg Kachelmann ist am vorletzten Dienstag am Landgericht Mannheim vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden – gemäss dem Grundsatz «Im Zweifel für den Angeklagten». In der renommierten Wochenzeitung «Zeit» meldet er sich erstmals öffentlich zu Wort. Und das ist wohl kein Zufall. Sabine Rückert, Gerichtsreporterin der «Zeit», die auch am heute erschienenen Interview beteiligt war, gehörte von Anfang an dem Pro-Kachelmann-Lager an. Und Rückert spielte auch eine zentrale Rolle, als Kachelmann Ende November 2010 seinen Verteidiger auswechselte. Der Hamburger Anwalt Johann Schwenn, der Reinhard Birkenstock ersetzte, ist ein guter Bekannter der «Zeit»-Journalistin Sabine Rückert. (vin)



 



«Ich habe nicht unbedingt an einen Freispruch geglaubt», sagt Jörg Kachelmann in einem grossen Interview mit der deutschen Wochenzeitung «Zeit» (Artikel online nicht verfügbar). Denn im Laufe des Prozesses, der Ende Mai nach über 40 Verhandlungstagen zu Ende ging, habe er den Glauben an die deutsche Justiz verloren. «Ich habe im Gerichtssaal so viel Irrationalität kennengelernt, vor allem auch von den Mannheimer Staatsanwälten, dass ich bis zum Schluss mit der menschlichen Irrationalität rechnen musste.» Er wisse nicht, ob er eine Verurteilung persönlich verkraftet hätte. Er habe jedoch viele zuvor noch unvorstellbare Dinge verkraftet. So habe er 132 Tage in Untersuchungshaft gesessen. «Unschuldig im Knast», wie er betont.

Für das «Zeit»-Interview, das sich über ganze drei Seiten erstreckt, hat sich Kachelmann auf einer Wiese fotografieren lassen. Er trägt ein offenes, rotes Holzfällerhemd, darunter ein weisses T-Shirt, und Jeans. Die Hände stecken lässig in den Hosentaschen. Kachelmann ist ein Medienprofi, der die Wirkung von Bildern kennt. Er weiss, wie er sich in der Öffentlichkeit präsentieren muss. Die Fotos erinnern an den netten und sympathischen Kachelmann, der er vor dem Mannheimer Prozess war.

«Das, was die Nebenklägerin mit mir gemacht hat – das ist kriminell»

Der 52-jährige TV-Moderator beteuert erneut seine Unschuld. Und er erklärt, weshalb er im Gerichtssaal geschwiegen habe. «Was sollte ich auch mehr sagen als die kurze Wahrheit: ‹Ich habe keinem Menschen Gewalt angetan!›» An diesem «Schwachsinn», der über ihn erzählt worden sei, habe er sich nicht beteiligen wollen. «Ich hätte an jedem Prozesstag hundertmal aufstehen und sagen müssen: ‹Das ist gelogen›.»

Im Interview gibt sich Kachelmann auch selbstkritisch und räumt Fehler ein. «Ich habe Frauen belogen und ihnen Räubergeschichten erzählt. (...) Ich habe Menschen verarscht. Es gibt keine Entschuldigung dafür.» In die Reue mischt sich aber auch Wut – Wut auf seine frühere Geliebte Sabine W. «Das, was die Nebenklägerin mit mir gemacht hat, als sie sich den Vorwurf der Vergewaltigung ausdachte – das ist keine Verarsche. Das ist kriminell.»

Kachelmann schreibt ein Buch mit dem Titel «Mannheim»

Trotz allem: Kachelmann möchte nicht resignieren und nicht auswandern. Er bleibt in der Schweiz und in Deutschland: «Ich will was unternehmen.» Neben der Arbeit in seiner Firma Meteomedia und den Engagements bei Radio Basel und Radio Primavera hat er ein konkretes Projekt. So schreibt er an einem Buch, das bald herauskommt. «Es soll den Titel ‹Mannheim› tragen. Mannheim als Sinnbild des Elends.»

Kachelmann macht klar, dass er mit allen Mitteln um seine Ehre kämpft. «Ich werde die Behauptung nicht auf mir sitzen lassen, dass ich gewalttätig gewesen sein soll.» Zivil- und strafrechtlich werde er versuchen, alle Leute zu belangen, die das behauptet haben. «Alles, was deutschen, schweizerischen und amerikanischen Anwälten einfällt, möchte ich in die Schlacht werfen.» Kachelmann klagt, dass seine über 80-jährige Mutter gelitten habe wegen der Vorwürfe von Sabine W. und dass seine Kinder in die Sache hineingezogen worden seien. Auf allzu private Fragen über die Ehe mit der jungen Frau, die er noch während des Prozesses heiratete, reagiert Kachelmann gereizt: «Das geht Sie einen Scheiss an!» Er sagt lediglich, dass sie ihm in der schwierigen Zeit sehr geholfen habe.

«Finanziell hat mich das komplett fertiggemacht»

Im Alltag bewegt sich Kachelmann sehr vorsichtig, und er hat neue Gewohnheiten entwickelt. Er fliege zum Beispiel nicht mehr mit der Lufthansa, weil er vor seiner Festnahme am Frankfurter Flughafen mit dieser Airline geflogen war – und weil die Passagiere der Lufthansa unter anderem die «Bunte» zu lesen bekommen. Kachelmann vermeidet auch Situationen, in denen er mit einer unbekannten Frau allein ist – weil jemand noch einmal derartige Vorwürfe gegen ihn erheben könnte. Und er lässt sich in Baden-Württemberg, wo Schwetzingen und Mannheim liegen, nicht mehr blicken.

Der TV-Moderator lässt durchblicken, dass er dringend Geld braucht. «Finanziell hat mich das alles komplett fertiggemacht.» Scherzend ruft er im Interview die Leserinnen und Leser der «Zeit» auf, ihm ein Seegrundstück in Kanada für eine knappe Million Euro abzukaufen. Den letzten 15 Monaten kann Kachelmann auch Positives abgewinnen. Er habe viel Zeit zum Nachdenken gehabt. «Ich habe heute ein wunderbar geordnetes Berufs- und Privatleben. Ich weiss, was richtig und was falsch ist.» Und er weiss jetzt, wer seine wahren Freunde sind, nachdem er 97 Prozent seines Bekanntenkreises verloren habe. «Es taugen nur ganz wenige, aber die taugen tierisch viel.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)



Dienstag, 7. Juni 2011

Berauschende Fahrt

Wir müssen uns fragen, was Menschen dazu bewegt, sich einmal so gehen zu lassen, dass sie sich nicht mehr bewusst sind, was man tut? Wenn dann Straftaten begangen werden, kommen die Täter oft glimpflich davon, weil sie angeblich nicht zurechnungsfähig waren. Ein Leser hat mir geschrieben, es lohne sich eigentlich ein Verbrechen zu begehen, wenn man vorher nur genügend getrunken habe.  


Es gibt Reisen, die sind anstrengend. Mit dem Flieger von Deutschland nach Australien, zum Beispiel. Dauert 19 Stunden – also genau so lange wie eine 600-Kilometer-Zugfahrt von München nach Rovinj, Kroatien. Zumindest, wenn man eine Reise im Partyzug zum Europäischen Springbreak gebucht hat.


Vier Tage Suff, Sex und Sonne an der Küste Istriens, nach dem Vorbild der US-Studenten, die es in den Semesterferien zum Feiern an die Strände zieht.


Rund 15 000 hauptsächlich deutsche und österreichische Jugendliche machen für ein Wochenende aus dem kleinen Städtchen DAS Partyzentrum Europas. Und Super-DJ David Guetta kommt auch.


Er reist aber nicht im Partyzug an, im Gegensatz zu den 850 Feierwilligen – aufgeteilt in 13 Waggons. Wir, die BILD.de- und BamS-Reporter, sind mittendrin.


Am Vatertag beginnt unser Abenteuer um vier Uhr in der Früh am Münchener Ostbahnhof. Schlachtengesänge weisen uns schon von Weitem den Weg zum richtigen Bahnsteig. Wir sind nicht die Ersten, die zusteigen. In den letzten zwölf Stunden hat der Zug bereits Wanne-Eickel, Dortmund, Köln oder Mannheim abgeklappert, um die Party-Verrückten der Republik aufzusammeln.
Das sieht man den Abteilen durchaus an. Kein Zentimeter Boden, an dem unsere Schuhe nicht festkleben. Die Zugtoiletten sind schnell in einem erbarmungswürdigen Zustand. Es stinkt in die Abteile hinein!
Doch das Partyabteil ist knackevoll mit kontaktwütigen Burschen auf der Suche nach dem ersten Flirt des Wochenendes.


Problem: das Geschlechterverhältnis. Auf ein Mädchen kommen acht Kerle. Melanie aus Wendlingen (18): „Am Anfang war das ja schön, so begehrt zu sein, aber langsam nervt's!" Problem 2: Viele Jungs haben bereits die Kontrolle über ihr Sprachzentrum verloren.


Dennoch wird am Ende kaum noch eine der Single-Damen alleine sein. Sogar die Zugtoiletten, dienen dem zwischenmenschlichen Zeitvertreib.


Die Sonne geht auf, der Zug bummelt träge vor sich hin. Es wird Mittag. Es wird gefeiert. Die Akteure arbeiten – Schlafen und Party im Schichtbetrieb.


Am späten Nachmittag wird das quälend. Sollten wir nicht schon längst beim Springbreak sein?
Der Zug hält  immer wieder aus den verschiedensten Gründen. Sei es, weil Trunkenbolde das Gepäck von Mitreisenden aus dem Fenster werfen. Sei es, weil urplötzlich eine Lokomotive fehlt. Sei es, weil die kroatischen Grenzbeamten undiplomatisch angetrunkenen Jugendlichen damit drohen, den ganzen Zug auseinanderzunehmen, auf der Suche nach Drogen.


Doch die Droge der 18- bis 30-Jährigen ist eindeutig der Alkohol. Kaum sind die Grenzkontrollen beendet, geht die Party weiter!



Und als die Sonne untergeht, wird immer noch gefeiert, im langsamsten Zug der Welt! Und wir fragen uns, ob für die Generation Springbreak nicht die Reise das Ziel sein könnte...



Spring Break 2011 Die geilste Party des Jahres

Nach 19 Stunden Zugfahrt ist das Ziel erreicht: das kroatische Rovinj und der Spring Break 2011


VATERTAG - SAUFTAG - SCHLAEGERTAG



Wenn stockbesoffene Männer einen Familienvater spitalreif zusammenschlagen - und er stirbt, so werden sich die Täter dank der Sebstschutzbehauptung, sie wären nicht mehr Herr der Sinne gewesen, werden die Totschläger wahrscheinlich noch glimpflich davonkommen.



(Zitate aus BILD)


Die Schläger hatten kein Erbarmen. Obwohl die Prügelei schon vorbei war, versetzte ihm einer der Verdächtigen einen Schlag von hinten. Familienvater Knut H. († 44) prallte mit dem Kopf gegen einen S-Bahnwagen. Er starb auf dem Transport ins Krankenhaus.


 Knut H. im Landkreis  wohnte Bad Doberan. Er war verheiratet, hatte zwei Kinder (17 und 16).


Es geschah auf dem S-Bahnhof Rostock-Warnemünde. Da, wo sonst sonnenhungrige Touristen an die nahe Ostsee strömen, spielte sich am Vatertag das abscheuliche Verbrechen ab.


Eine Männergruppe, zu der der später Getötete gehörte, zieht am Nachmittag mit einem klassischen Bollerwagen zum Gleis 3, die Gruppe der mutmaßlichen Täter kam mit einem einfachen Einkaufswagen, in dem die Getränke verstaut waren.


Plötzlich geraten die Gruppen aus einem völlig nichtigem Grund in Streit: Es ging darum, wer den schöneren Wagen hatte.


Es kam offenbar zur Prügelei. Dabei gehen ein 29-Jähriger sowie das spätere Opfer zu Boden, so die Polizei


Später, als die Prügelei schon vorbei scheint, schlägt der 29-Jährige noch einmal zu.


Eine Augenzeugin sagte im ZDF, sie habe die Prügelei gesehen. Nach einem Faustschlag ins Gesicht sei einer der Männer zusammengebrochen und mit dem Gesicht auf dem Bahnsteig gefallen. Menschen seien zu Hilfe geeilt. „Die haben sogar Mund-zu-Mund-Beatmung gemacht, die haben gepumpt, bis der Krankenwagen kam“, sagte die Frau.


Die vier bis fünf Angreifer fliehen nach der Tat, die andere Gruppe alarmiert einen Notarzt, der das Opfer erst noch wiederbeleben kann.


Doch zu spät: Am Abend stirbt Knut H. an einer Verletzung der Halsschlagader, die eine Hirnblutung verursachte.


Ihre auffällige Kleidung verrät die mutmaßlichen Schläger. In einem nahe gelegenen Geschäft kommen zwei der Männer Streifenpolizisten verdächtig vor, weil einer – wie von Zeugen beschrieben – ein orange-gelbliches T-Shirt und der andere eine ebenso auffällige Hose trägt. Die beiden und ein weiterer Rostocker (23, 24 und 29) werden gefasst, nach zwei Komplizen wird noch gefahndet.


Gegen den 29-Jährigen sollte noch am Freitag Haftbefehl erlassen werden. Er war zur Tatzeit betrunken, nach Angaben der Staatsanwaltschaft jedoch nicht orientierungslos.


Kommentar:  Mich interessiert Ihre Meinung, wie solch sinnloses Tun vermieden werden könnte.
Wer hat eine Idee? Schreiben Sie mir Ihre Antwort auf k-k@bluewin.ch

Montag, 6. Juni 2011

Nachlese zu meinem Modul an der Weiterbildungsveranstaltung  (ETH)


Bei der Thematik "lösungsorientierten Teamkommunikation" beschäftigten wir uns eingehend mit der Problematik "lösungsorientiertes Führen im Team".



An dieser Stelle möchte ich nachträglich für die Teilnehmer zusätzlich einige wichtige Aspekte der Führung im Team vertiefen.



Generell gilt: Führen im Team heisst nicht nur Befehle, Anordnungen erteilen.



In der Schweiz haben beinahe  eine halbe Million Menschen eine Führungsfunktion.  Deshalb ist die Nachfrage an Weiterbildungen bei der Thematik "Teamkommunikation" so gross. Vor allem, weil es darum geht, die Kompetenz recht früh zu erwerben, Menschen im Team zu motivieren, zu überzeugen d.h. lösungsorientiert zu führen.


Es hat sich gezeigt, dass das Pflegen der Beziehung (nicht nur hilfreiche Techniken) erworben werden müssen. Die Optimierung der Führungskompetenzen macht sich bezahlt, denn die  Führungsaspekte gibt es in allen Teams im Alltag, sei es im Sport, bei Projekten, in der Kunst, in Vereinen, in der Politik usw.




Aus meiner Beratungstätigkeit habe ich gesehen, dass es wenige zentrale Punkte gibt, die es bei der lösungsorientierten Führung zu beachten gilt:


1. Die Führungsperson muss Vorbild sein. Was verlangt wird, muss die Person vorleben. Vor -BILD hat mit dem Image, dem Ruf, dem Branding dieser Person zu tun.

2. Lösungsorientiertes Führen heisst mit hoher Nachhaltigkeit führen.

3. Das Denken und Handeln, alles Denk - und Machbare gilt es den Kunden unterzuordnen

Im kommunikativen Bereich müssen die Teammitglieder bei Entscheiden mit einbezogen werden. Vor allem müssen auf konkrete Probleme aufmerksam gemacht werden. Nicht nur das Lob, auch unangenehme Dinge gilt es beschreibend anzusprechen.


Wie ein Dirigent muss ein Teamleiter, leiten, helfen, koordinieren, um zu einer gemeinsamen Gestaltung der Lösung zu gelangen.

Der heutige Teamleiter muss bereit sein, neue Wege zu finden, um seinen Willen durchzusetzen.


Ein Problemlöser im Team hat  folgende vier Eigenschaften:


1. Eine hohe Sachkompetenz (sollte vorausgesetzt werden können). Die Sozialkompetenz und Erfahrung allein genügt nicht. Ohne Sachkompetenz können Probleme nicht erfolgreich gelöst werden.



2.  Verlässlichkeit und Berechenbarkeit sind für Rolf Dubs ebenfalls eine wichtige Voraussetzung, um Probleme zu lösen.


3. Offenheit, Ehrlichkeit und eine hohe Empathie sind wesentlich. Führen heisst im Grunde genommen "Beziehungsmanagement".




4. Ein guter Umgang mit einer fördernden Fehlerkultur ist ebenfalls wichtig.



Ich hatte verschiedentlich mit Gabriela Manser, CEO der Mineralquelle zu tun gehabt.
Was sie  immer wieder unterstrich, wenn es um Führen ging: Wichtig ist die Fähigkeit zur  Selbstkritik.




Fazit: Kommunikation ist das Wichtigste.


Nachtrag: Folgender handgeschriebene Brief eines ETH Studenten hat mich heute besonders gefreut. Denn für mich hat die Nachhaltigkeit bei den Ausbildungsmodulen erste Priorität:

Sehr geehrter Herr Knill


Besten Dank für die Weiterbildungsveranstaltung "lösungsorientierte Teamkommunikation".
Der Kurs hat mir sehr Vieles aufgezeigt. Sie haben mich sehr überzeugt. Ich bin am Anfang meiner Diss und ich habe das Gefühl, dass ich nun auf Vieles bei den Teamprozessen gewappnet bin. 


Beste Grüsse und nochmals Dank.





M.








Sonntag, 5. Juni 2011

Machtmensch Blatter



Diese Analyse trifft den Nagel auf den Kopf. Sie ist lesenswert:


Wiederwahl

02. Juni 2011 (Quelle 20 Minuten)

Ganz einfach der mächtigste Schweizer

von Klaus Zaugg - Fifa-Präsident Sepp Blatter (75) beherrscht die Machtpolitik wie kein anderer und ist deshalb der Machiavelli des 21. Jahrhunderts. Eine Würdigung.

Niccolo Machiavelli, ein Politiker, Philosoph und Schriftsteller aus dem Zeitalter der Renaissance, hat den Begriff Machiavellismus geprägt: Machtpolitik mit rücksichtsloser Ausnutzung aller Mittel. Seine Bücher sind noch heute die Gebrauchsanleitung zu jeder politischen Karriere. Tief im Herzen möchten alle Politiker kleine Machiavellis sein. Nur ganz wenige sind es mit Leib und Seele. Einer davon ist Sepp Blatter. Er hat die Regierungsform des Absolutismus aus der Renaissance ins 21. Jahrhundert hinübergerettet. Aber anders als Frankreichs König Ludwig XIV, die Kultfigur aller absolutistischen Herrscher, hat er nicht einmal finanzielle Sorgen.

Auf den ersten Blick scheint es unbegreiflich, dass ein Mann, der scheinbar weltweit von den Medien geschmäht wird, mit einem Glanzresultat für eine vierte Amtsperiode gewählt worden ist. Doch genau das erklärt das Wesen und Wirken der Fifa.


Unwetter ohne Wirkung




Kritik an der Fifa und an Sepp Blatter, die sich lediglich auf die Art und Weise bezieht, wie Geld verteilt wird, verhallt wie Theaterdonner. Es blitzt und donnert zwar gewaltig und gebannt starrt das Publikum auf die schwarzen Wolken am Medienhimmel – aber die Unwetter bleiben ohne jede Wirkung. Gewählt wird Sepp Blatter von den Delegierten der 208 Mitgliedsländer – und die sind in ihren Ländern auch kleine «Blatterli». Die funktionieren ähnlich oder gleich. Alte Männer wie Sepp Blatter, die um ihre Macht kämpfen, mögen von den Medien und in westlichen Demokratien geschmäht werden – in sehr vielen Fifa-Mitgliederländern aber werden solche graue Leitwölfe als «Krokodile» oder «Löwen» verehrt. Blatter geniesst gerade wegen seiner Machtpolitik weltweit grössten Respekt. Denn die Mächtigen verstehen sich immer.
Als Präsident kann er in der Fifa auf der «inneren Linie» operieren und ist gegen jeden Herausforderer im Vorteil. Im Notfall setzt er die Ethikkommission, seine «juristische Leibgarde», in Marsch. Sie kann jeden Fifa-Funktionär um Amt und Ehren bringen – aber sie wendet sich so wenig gegen ihren Präsidenten wie die alte Garde gegen Napoleon.


Eine Männerrunde nach eigenem Gutdünken




Das Sittenbild der Fifa zeigt lediglich einen Alltag, der gar nicht anders sein kann. Immer wieder wird nämlich vergessen, dass der Weltfussballverband nicht mit westlichen Massstäben der Demokratie und Transparenz gemessen werden darf. Die Fifa ist weder eine öffentlich-rechtliche Institution noch eine Aktiengesellschaft. Sondern bloss ein Verein nach Artikel 60ff unseres Zivilgesetzbuches und daher ohne strenge Auflagen für Bilanzierung, Buchführung, Gewaltentrennung und Transparenz wie eine AG oder ein demokratisches Staatsgebilde. Als Fifa-Gericht fungiert eine Ethikkommission, deren Mitglieder die Täter selber auswählen. Die TV- und Werbeeinahmen schwemmen unaufhörlich Geld in die Kassen (jede WM zinst mit über drei Milliarden Franken) und es gibt keine demokratische Kontrolle über diese Geldflüsse. Die Kohle verteilt eine Männerrunde nach eigenem Gutdünken. Deshalb ist die Fifa die mächtigste und wirtschaftlich erfolgreichste Männerrunde der Weltgeschichte. Im Vergleich zu Fifa-Präsident Sepp Blatter war selbst Julius Cäsar ein Warlord mit regional beschränktem Einfluss.
Ob Sepp Blatter den Willen und die Kraft hat, die Fifa zu verändern? Diese Frage müsste höchstwahrscheinlich mit «Nein» beantwortet werden. Obwohl der Machtwolf ab und zu Kreide frisst und Reformen verspricht. Aber diese Frage stellt sich gar nicht: Das Wesen und Wirken der Fifa verändern, hiesse ja, die eigene Machtbasis demontieren.


Die öffentliche Meinung interessiert nicht




Kann sich der Weltfussballverband einen Präsidenten wie Sepp Blatter leisten? Wenn wir die öffentliche und veröffentlichte Meinung berücksichtigen, lautet die Antwort «Nein». Aber diese Meinung interessiert in der Fifa die Mächtigen nicht. Wir leben zwar in Zeiten tiefgreifender politischer und wirtschaftlicher Veränderungen. Doch die Fifa erwirtschaftet im Jahr durchschnittlich rund eine Milliarde aus dem Sport-Business – und das ist ein «ewiges» Geschäft, das durch die Zeitläufe kaum berührt wird.
Wenn wir also die Fifa verstehen wollen, müssen wir den Blick rückwärts wenden. In die Zeit lange vor der Französischen Revolution. Und uns mit den Schriften von Niccolo Machiavelli (1469-1527) oder dem Leben am Hofe von Ludwig XIV (1638 – 1715) befassen. Und dann erkennen wir: So arg treiben es Sepp Blatter und seine Freunde im Vergleich zu ihren historischen Vorbildern ja nicht einmal.
Gehen wir zum Schluss noch einer Frage nach: Ist Sepp Blatter ein guter Botschafter der Schweiz? Ja, das ist er. Wer so schlau, notfalls so rücksichtslos, aber immer legal seine Macht über eine so lange Zeit zu verteidigen vermag, der geniesst die Bewunderung aller Mächtigen dieser Erde. Kein anderer Schweizer hat in diesen Tagen so viel Macht und Einfluss wie Sepp Blatter. Er ist ganz einfach der mächtigste Schweizer.


Kommentar:


Das Phänomen Blatter hat mich seit Jahren beschäftigt. Ich beurteilte in erster Linie seinen Umgang mit Medien und seine Rhetorik. Diese Analyse finde ich aufschlussreich, weil hier aufgezeigt wird, weshalb sich eine umstrittene Person  gegen alle Kritiker und Journalisten durchsetzen kann und im heutigen Medienzeitalter rücksichtslos alle Machtmittel durchzusetzen versteht: Blatter kann sich alles leisten. Er löst alles intern gleichsam in seiner Familie. Der Verein ist jeglicher Kontrolle entzogen.




Freitag, 3. Juni 2011

ARENA vom 3. Juni


Blocher gegen Pelli



 





















Der Kampf um die Mitte



Pelli und Blocher kämpfen um die Gunst der bürgerlichen Wähler. (Sobli)
Pelli und Blocher kämpfen um die Gunst der bürgerlichen Wähler. (Sobli)


Vorbemerkung:



In der Regel können Politiker mit Druckmittel Medien beeinflussen. Erstaunlich, dass an der kommenden Arena das Fernsehen ihr Konzept nicht abändert. Dies zeugt von Eigenständigkeit und lässt vermuten, dass unter De Weck die Programmmacher gestützt werden. Als Kommunikationsberater schätze ich es, wenn sich Medienmacher  nicht erpressen lassen.


Ich zitiere BLICK:


Die Redaktion der «Arena» will die Sendung vom kommenden Freitag rund um Personenfreizügigkeit und Energiedebatte als Showdown inszenieren: ein Duell zwischen den rechtsbürgerlichen Schwergewichten Fulvio Pelli (FDP) und Christoph Blocher (SVP).

Das sorgte für grossen Ärger in der Mitte und Links: Die Parteipräsidenten Christophe Darbellay (CVP), Christian Levrat (SP) und Ueli Leuenberger (Grüne) waren betupft, weil sie nicht vorne am Pult stehen dürfen – und einigten sich auf einen Boykott, falls das Schweizer Fernsehen das Konzept der Sendung nicht ändere (Blick.ch berichtete).

«Viereinhalb Monate vor den Wahlen eine Wahlkampf-«Arena» nur mit FDP und SVP zu machen, ist jenseitig und inakzeptabel», begründete Leuenberger den Entscheid. Sie gingen doch nicht als Staffage in die rechtsbürgerliche Arena, befand Levrat.

Einladung an Präsidenten war gar nie geplant


Doch die Drohungen verhallten am Leutschenbach ungehört. Die Redaktion wird die Sendung, die morgen aufgezeichnet wird, wie vorgesehen durchziehen. Es sei nie geplant gewesen, die anderen Parteipräsidenten einzuladen und in der hinteren Reihe zu platzieren, erklärt SF-Mediensprecher Martin Reichlin gegenüber Blick.ch.

Der Fokus liege auf dem Zwist zwischen FDP und SVP, weil Fulvio Pelli Christoph Blocher in der Sonntagspresse zu einem Streitgespräch herausforderte und die SVP diese Herausforderung umgehend angenommen habe. Reichlin verweist darauf, dass die Arena bereits am 8. April zum Thema «Kampf der Mitte» FDP und SVP gegeneinander habe antreten lassen. «Ohne dass jemand auf die Idee eines Boykotts gekommen wäre.»

SP, Grüne und CVP schickten andere Vertreter



Ich zitiere 20 Min online:


Blocher versus Pelli

03. Juni 2011 17:30; 

Das SF lädt zum Hahnenkampf

von Jessica Pfister - Beim Duell der beiden rechtsbürgerlichen Schwergewichte in der heutigen «Arena» liegen die Vorteile bei Christoph Blocher. Keiner liebt den direkten Schlagabtausch mehr.

storybild Kreuzen heute im Schweizer Fernsehen die Klingen: SVP-Chefdenker Christoph Blocher und FDP-Präsident Fulvio Pelli. (Bild: Keystone)

Sie kämpfen beide um die Gunst der bürgerlichen Wähler – dennoch könnten sie verschiedener nicht sein. Auf der einen Seite SVP-Chefdenker Christoph Blocher, der bodenständige Zürcher Unternehmer, der gerne mal den verbalen Zweihänder schwingt. Auf der anderen Seite FDP-Präsident Fulvio Pelli, der zurückhaltende Tessiner Anwalt, der lieber im Hintergrund die Strippen zieht.


Da überraschte es umso mehr, dass es Pelli war, der Blocher öffentlich zum Duell aufgefordert hat. Grund war der Zwist zwischen FDP und SVP über die Weiterführung der Personenfreizügigkeit. «Nach diesem Aufruf ist die ‹Arena›-Redaktion auf die beiden zugegangen und hat sie eingeladen», sagt SF-Sprecher Martin Reichlin. Neben der Weiterführung der Bilateralen sollen die politische Kultur in der Schweiz und die Energiezukunft zur Debatte stehen.


«Pelli laviert zu oft»


Für den Zürcher Kommunikationsexperten Marcus Knill liegen die Vorteile bei diesem Schlagabtausch klar bei alt Bundesrat Blocher. «Christoph Blocher glaubt, was er sagt. Er hat eine Kernbotschaft und bringt diese meistens bildhaft auf den Punkt.» Da würden selbst rhetorische Fehler wie das laute Sprechen oder das Rudern mit den Armen keine Rolle mehr spielen.
Fulvio Pelli hingegen laviere zu oft, kommuniziere mehrere Botschaften und komme so nie zu einem Punkt. Mit der deutschen Sprache habe das wohl weniger zu tun als mit der Einstellung. «Er bemüht sich offensiv zu sein, kann aber nicht über seinen Schatten springen. Es mangelt ihm schlicht an Ausdruckskraft», so der Experte für Medienrhetorik.
Knill erwartet deshalb, dass Pelli in der Arena mehr reagieren statt agieren wird. Blocher traut er auf der anderen Seite zu, zur Hochform aufzulaufen.

«Nur bedingt ein Duell»


Einer, der bereits weiss wie das Duell ausgehen wird, ist der Zuger Nationalrat Jo Lang. Er stand bei der Sendeaufzeichnung vom Mittwoch abend für die Grünen in der ersten Publikumsreihe. «Es war nur bedingt ein Duell», so sein Fazit. Das habe vor allem damit zu tun, dass die beiden ausser bei der Personenfreizügigkeit keine grossen Meinungsdifferenzen hatten. Deshalb habe sich die Diskussion bei den anderen Themen dann auch verschoben. «Statt Blocher mit Pelli duellierten sich Blocher und die anderen Parteien.»
Überhaupt sei es fragwürdig, zwei rechtsbürgerliche Politiker alleine in einen Ring zu stellen, kritisiert Lang. Dies war auch der Grund, weshalb die Parteipräsidenten der Grünen, der SP und der CVP im Vorfeld die «Arena» boykottieren wollten. Nach Rücksprache mit dem Schweizer Fernsehen entschieden sich diese dann doch für eine Teilnahme – beziehungsweise für eine Vertretung durch prominente Nationalräte. «Der Entscheid war richtig», sagt Corrado Pardini, der für die SP an der Seitenlinie stand. Er habe sich persönlich genug einbringen können.


«Boykott wäre falsch gewesen»


Dieser Meinung ist auch BDP-Vertreterin Ursula Haller. «Ein Boykott wäre falsch gewesen.» Damit wäre der Eindruck entstanden, dass die anderen Parteien die Statements der beiden einfach so akzeptieren. «Nun standen wir zwar nicht im Ring, konnten aber dennoch mitdiskutieren.» Auf die Frage, wer im direkten Duell besser abgeschnitten hat, sagt die Bernerin nur: «Sie wissen ja, wo Blochers Stärken liegen.»
«Arena», heute um 22.20 Uhr auf SF1

Links in rhetorik,ch über  PELLI:



  1. rhetorik.ch aktuell: Pellis Eiertanz

    12. Aug. 2009 ... Das Kandidaturtheater von Fulvio Pelli rund um die Nachfolge Couchepins ... August wurde Pelli gefragt: Hand aufs Herz: Möchten Sie nun ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/09/08_12/index.html - Cached
  2. [PDF]

    Pellis Eiertanz

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - Quick View
    23. Sept. 2009 ... Doch eigentlich wollte Pelli selbst Bundesrat werden; ... FDP-Chef Fulvio Pelli: Einmal wollte er kandidieren, ein anderes Mal nicht. ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/09/09_23/09_09.pdf
  3. rhetorik.ch aktuell: FDP Wahlkampf auf Youtube

    17. Febr. 2011 ... Fulvio Pelli braucht die wunderschöne Gegend um den Lago di Lugano, um die Werbung ... Parteipräsident Fulvio Pelli strampelt sich in einem ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/11/02_17b/index.html - Cached
  4. rhetorik.ch aktuell: Pellis Wut auf die "Arena"

    15. Okt. 2006 ... Es sei Zeit, die "Arena" in der medialen Grümpelkammer zu entsorgen, sagte Pelli weiter. Sie solle ersetzt werden durch eine Sendung, ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/06/10_15.html - Cached
  5. rhetorik.ch aktuell: Zur Arena vom 20. Oktober: Pellis Kritik und ...

    21. Okt. 2006 ... Pelli hatte der "Arena" vorgeworfen, sie "falle auf die .... Wenige Tage vor seiner Zusage zur Arena sagte Pelli, es sei Zeit, die "Arena" ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/06/10_21.html - Cached
  6. rhetorik.ch aktuell: Von 'Hop Sviz' zu den drei 'Leuchttürmen'

    19. Apr. 2008 ... Die FDP Begriffe wurden - nach Pelli - zu wenig klar definiert ... April sprach Pelli wieder von drei Leuchttürmen - nicht von einem. ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/08/04_19/index.html - Cached - Similar
  7. rhetorik.ch aktuell:

    4. Okt. 2004 ... Hierauf ergriff an Stelle von Pelli die Politologin Regula Stämpfli das ... So gelingt es Pelli, die Antwort auf die Frage mit der "SVP als ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Oct_04_2004.html - Cached
  8. rhetorik.ch aktuell: Regula Staempfli: Politainment or ...

    9. Dez. 2006 ... Dabei haute aber Fulvio Pelli den Sack, meinte aber eigentlich den Esel. ... Kurz, Fulvio Pelli hätte viel zu kritiseren gehabt. ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/06/12_09.html - Cached - Similar
  9. rhetorik.ch aktuell: FDP Kandidaten verweigern Arena

    12. Sept. 2009 ... Pelli machte einige Kapitalfehler. Er wusste nicht, dass man vor dem ... Man sah, dass Pelli schon früher Probleme mit dem Konzept der Arena ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/09/09_12/index.html - Cached
    LINKS über Blocher in rhetorik.ch (Bitte Blocher in Suchfenster eingeben ca. 100 LINKS:

    1. Blocher als Rhetoriker und Volkstribun

      Es ist erstaunlich: Christoph Blocher wird in allen Medienseminaren irgend einmal zum Thema. Weshalb wird von diesem Politiker immer wieder gesprochen - sei ...
      www.rhetorik.ch/Blocheranalyse/Blocheranalyse.html - Cached - Similar
    2. rhetorik.ch aktuell: Die Tochter Blochers

      16. Jan. 2011 ... Magdalena Martullo-Blocher ist seit 1. Januar 2004 CEO der EMS-Chemie Holding AG. Die Polymer-Werkstoffe produzierende Firma hat Erfolg: So ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/11/01_16/index.html - Cached
    3. Blocher - Rhetorik.ch

      Medienrhetorische Aktuell Beitraege auf rhetorik.ch.
      www.rhetorik.ch/Aktuell/Blocher.html - Cached
    4. rhetorik.ch aktuell: Blochers Geständnis

      28. Dez. 2009 ... Im "Blocher TV" hat Christoph Blocher detailliert ausgeplaudert, wie er sich als Bundesrat im Oktober 2005 heimlich 20 Zentimeter Darm ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/09/12_28/index.html - Cached
    5. rhetorik.ch aktuell: Einsatzgruppe Tigris

      21 Mar 2009 ... "Christoph Blocher war in seiner Zeit als Justizminister über die Eingreifgruppe ... 20 Minuten: Supercops Blocher segnete "Tigris" ab ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_21/index.html - Cached
    6. rhetorik.ch aktuell: Blocher und die Baz

      19. Nov. 2010 ... Alt Bundesrat Christoph Blocher soll die Basler Zeitung beraten haben. Die Region zeigt sich empört über dieses Beratermandat des ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/10/11_19/index.html - Cached
    7. rhetorik.ch aktuell: Gerhard Blochers verbaler Reinfall am Rheinfall

      7. Dez. 2007 ... Man wollte den Blocher einsperren. ... Dann haben sie gemerkt, dass er zwar im Gefängnis ist, aber der Christoph ist der Gefängnisdirektor. ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/07/12_07/index.html - Cached - Similar
    8. rhetorik.ch aktuell: Das Blocher TV

      16. Sept. 2007 ... Dass es gleichsam wöchentlich zu einem Blocher- Fernsehen kommt ist ungewöhnlich. Wöchentlich gibt es auf Teleblocher.ch per Video ein neues ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/07/09_16/index.html - Cached - Similar
    9. rhetorik.ch aktuell: Zu Blochers Führungsprinzip

      26. Juni 2007 ... Bereits im Dezember 2000 zitierte ich Blochers umstrittenen Aussage über die Führung aus der SonntagsZeitung vom 2. Dezember 2000: ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/07/06_26/index.html - Cached - Similar
    10. rhetorik.ch aktuell: Silvia Blochers Umgang mit den Medien

      15. Sept. 2006 ... Während der Diskussionssendung "Infrarouge" des Westschweizer Fernsehens mit dem Justizdirektor, wurde eine Karikatur von Christoph Blocher ...
      www.rhetorik.ch/Aktuell/06/09_15.html - Cached - Similar


Analyse folgt:



Mich interessieren die Ueberzeugungsprozesse.


Wirkung? Kernbotschaft? Verständlichkeit?
Zum BBB Prinzip (Welches Bild, welches Beispiel wird mit der Botschaft verknüpft?)




MEINE GEDANKEN ZUR ARENA



Eine Arena ist keine dialogische Sendung.  Bei Duellen geht es um einen Schlagabtausch, um Sieg oder Niederlagen.
Der Kampf am Freitagabend war ein echtes Duell. Es hatte Dynamik und war nicht langweilig. Blocher siegte nach Punkten, obschon er zu laut und ständig mit hohem Druck sprach.
Doch wirkte er präsenter als Pelli.


Pellis Aerger über die Wahlstrategie der SVP dominierte. Er hatte zwar bei diesem Auftritt endlich eine Kernbotschaft: Die SVP gefährde den bilateralen Weg. Mit dem Vorschlag der Einwanderungsbeschränkung mache die SVP nur Wahltaktik. Pellis Argumentationsgebäude baute er auf der These auf: Die SVP sei unfähig, mit anderen bürgerlichen zusammenzuarbeiten. Was Pelli gut machte: Er wiederholte immer wieder diese These mit dem Zweifel am echten Willen der Blocherpartei zur Zusammenarbeit.

Aus meiner Sicht genügt es jedoch nicht, in eine Arena zu steigen, ohne  ein Argument, ein Bild, das für die eigene Partei spricht. Ich erinnere mich an SP Parteipräsident Fehr, der vor Jahren nicht einsehen wollte, dass er ebenfalls in einer Diskussionsrunde nur eine Kernbotschaft hatte - ebenfalls nur eine Gegenbotschaft - und die lautete damals: Blocher muss als Bundesrat weg.
Pellis Aerger überschattete während des ganzen Duells den Inhalt.
Aus meiner Sicht hatte Pelli zwar bei diesem Auftritt  ein Konzept. Doch hätte ich nicht die Anti SVP Haltung als Kernbotschaft auf die Fahne geschrieben.


Blocher widersprach meist aggressiv: "Wir müssen die Ausländerpolitik wieder in die eigenen Hände nehmen." Nach meinem Dafürhalten und meinen Recherchen punktete Blocher bereits in der Startphase.


SP Nationalrat Pardini veranschaulichte uns, wie man die Medienpräsenz nutzen kann, um ein SP Anliegen dank der Medienpräsenz immer wieder vor Mikrofon und Kamera zu "verkaufen".
Seine Forderungen: Mindestlöhne, mehr Kontrollen bei den Scheinselbständigen festigte es mehrmals, wenngleich er sie bei jeder auch unpassenden Gelegenheit wiederholte.



Im zweiten Teil wurde der wachsende  Graben zwischen der SVP und FDP deutlich.


Bei dieser Sequenz hatte Politologe Claude Longchamps eine einleuchtende Erklärung für die zunehmende Polarisierung zwischen den bürgerlichen Parteien. Es gebe nicht mehr nur die Linie zwischen Links und Rechts, sondern auch zwischen den gegensätzlichen Strömungen für mehr Oeffnung und mehr Eigenständigkeit.


FAZIT:


Blochers Stärke: Er überzeugte, denn Aussenstehende spürten, dass er das glaubt, was er sagt. Nur wer selbst von seinen Gedanken überzeugt ist, kann andere überzeugen. Wenngleich man mit seinen Gedankengängen nicht einverstanden sein muss, hatte er an der Arena eine grössere Ueberzeugungskraft als Pelli, der zu oft unbeherrscht und verunsichert wirkte. Die FDP müsste unbedingt erkennen, dass die Buchstaben FDP wegweisend sein könnten für eine liberale Partei, ähnlich wie ein Leitbild:


F =  für "Fokussieren" auf eine konstruktive Kernbotschaft
D =  für "Direkter", sich eindeutiger positionieren
P =  für "Personen" (und zwar NEUE!) aufbauen, die sich vom alten Image (Banken, Boni, Bonzen, Swissair -  Spörry, Honegger, Kopp) gelöst haben.


Denn: Personen überzeugen mehr als Fakten (Nach der wissenschaftlichen Erkenntnis: Image schlägt Fakten).


Obschon es  die SVP geschickt versteht, die politische Agenda zu bestimmen, muss die Partei und Christoph Blocher aufpassen, dass sie weiterhin am Puls der Bevölkerung politisiert. Ich teile Longchamps Bemerkung: Die Partei ist möglicherweise schon zu erfolgsverwöhnt.



Ich gehe davon aus, dass die jüngste ARENA wieder bessere Einschaltquoten verzeichnet. Es war endlich wieder einmal eine echte ARENA. Für Moderatorin Sonja Hasler hingegen war es gar nicht einfach, die Selbstdarsteller zu disziplinieren.