Donnerstag, 23. April 2015

Menschenschmuggel

Kann den Schleppern das Handwerk gelegt werden?

Aus 20 Min:
Bildergebnis für Schlepperbanden im Mittelmeer
Das Geschäft mit der Verzweiflung der Menschen boomt seit dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar Gaddafi im Oktober 2011. Kämpfe um Öl und Macht und auseinanderbrechende staatliche Strukturen haben das Land seither unregierbar gemacht. Patrouillen, die die Küstenabschnitte wie zu Zeiten Gaddafis kontrollieren, gibt es keine mehr. Stattdessen herrscht enorme Arbeitslosigkeit – was dem Treiben der kriminellen Schlepperbanden weiter Auftrieb gibt.
Zumal die «Nachfrage» enorm ist: Täglich kommen Hunderte Flüchtlinge aus Zentralafrika, Somalia, dem Sudan, Bangladesch und Syrien mit dem Ziel Europa an. Doch auch wenn es den Schleppern nicht an «Kunden» fehlt, mangelt es ihnen oft an fahrtüchtigen Booten. Deswegen greifen sie auf die verarmten Fischer zurück: Diese machen damit ein Geschäft, dass sie mit Regierungskrediten finanzierte Boote weiterverkaufen. «Mit 70'000 Dinar baut der Fischer ein Boot und verkauft es dann für 10'000 Dinar mehr an die Schlepper», erzählt ein Behördenmitglied im Interview mit SRF.
Rentables Geschäft: 150'000 Dollar
Eine Überfahrt kostet zwischen 1200 und 1500 Dollar, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Man rechne: Sitzen 100 Flüchtlinge im Boot, hat der Schlepper 150'000 Dollar in der Tasche.
Für diesen Preis bieten die Schlepper den Menschen eine Unterkunft und Essen in einem Haus in der Küstenstadt Zuwara. Von dort aus ist die Distanz zur italienischen Insel Lampedusa am kürzesten.
In der Unterkunft bei Zuwara warten die Flüchtlinge, bis die Wetterbedingungen die nächtliche Überfahrt im Mittelmeer erlauben. Die Schlepper teilten die Migranten nach Nationalität in Zimmern auf, berichtet die britische Zeitung «The Telegraph». Betten oder Toiletten sind Luxus-Einrichtungen — ihre Notdurft erledigen die Menschen hinter dem Gebäude.
Boote der Schlepper zerstören
Die Überfahrt nach Europa beginnt an einem Strand, den die Schlepper Hawaii nennen. Die Flüchtlinge werden in ein Schlauchboot gequetscht, das sie einige Kilometer aufs Meer hinausbringt, wo ein grösseres, aber ganz und gar nicht sicheres Schiff auf sie wartet. Rund 30 Stunden dauert die Überfahrt von Zuwara nach Lampedusa.
Es gibt keine griffigen Rezepte, um gegen Schlepperbanden vorzugehen. Einen ersten Schritt will die EU dadurch machen, dass sie die Boote von Schleusern beschlagnahmen und zerstören lässt.
EU soll Flüchtlingstransporte selbst übernehmen
Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi drängte die EU, das Ablegen weiterer Flüchtlingsboote von Libyen zu verhindern. Zudem forderte er Massnahmen zur Stabilisierung der politischen Lage in Libyen.
Radikalere Schritte verlangt die Hifsorganisation Watch the Med: Die EU soll den Transport von Flüchtlingen selbst übernehmen. Nur wenn es eine legale Fährverbindung für Flüchtlinge aus Tripolis gebe, könne das Geschäft der Schlepper zerstört werden, lautet das Argument. UNO-Flüchtlingskommissar António Guterres sieht es auch so: Er fordert legale Fluchtwege und eine humanitäre Visapraxis.

KOMMENTAR: Das Einschleusen von Menschen nach Europa wurde jüngst in einer Sendung mit den Fluchthelfern verglichen, die Menschen von der DDR nach Westen behilflich waren.
Der Vergleich hinkt. Die Schlepper in Afrika bereichern sich. Ihnen geht es nicht ums Wohl der Flüchtlinge. Sie sind skrupellos und sind bereit, das Leben der Zahlenden zu opfern.
Die Sicht der Europäer kann nicht mit der Haltung der DDR Regierung verglichen werden.
Die kriminellen Schlepperbanden sind keine Helden.

Montag, 20. April 2015

Zeitverlust oder Wartezeit

Achten Sie auf die Verkehrsmitteilungen!

Das eine Mal hören wir:

"15 km Stau: Zeitverlust 30 Minuten"

Ein andermal hören wir:

"15 km Stau: Wartezeit 30 Minuten"

Bildergebnis für Zeitverlust

Es gilt bei den Formulierungen zu bedenken:
Wir können keine Zeit verlieren, aber es ist richtig, 
dass wir die Zeit mit Warten zubringen müssen.

Damit ist der Begriff WARTEZEIT korrekter
als ZEITVERLUST.

Es lohnt sich im Alltag
bei Formulierungen "Wortklauberei" zu betreiben.
Reden und Schreiben hat mit Denken zu tun.

LINK:

Mit Wortklaubereien macht man sich nicht unbedingt beliebt. Trotzdem lohnt es sich, die Bedeutung der Wortinhalte ab und zu unter die Lupe zu nehmen.
www.rhetorik.ch/Woertlich/Woertlich.html

Sonntag, 19. April 2015

ARENA NACHLESE

BDP-Kritik an «Arena»

(aus 20 Min)

«Das neue Konzept ist schlicht unmöglich»

von D. Waldmeier - «Katastrophal» sei die neue «Arena», heisst es bei der BDP. Andere Politiker loben die längere Redezeit der Gäste, die eine vertiefte Debatte ermögliche.
Bildstrecke im Grossformat »



Die «Arena» hat einen neuen Anstrich und ein neues Konzept bekommen. Auffällig im Studio sind die Leuchtdioden und die Pulte in Beton-Optik. Die Diskussionssendung gibt's seit 1993.
Bild: SRF/Oscar Alessio
Die «Arena» hat einen neuen Anstrich und ein neues Konzept bekommen. Auffällig im Studio sind die Leuchtdioden und die Pulte in Beton-Optik. Die Diskussionssendung gibt's seit 1993. Das sind die Neuerungen: Die Kandidaten werden in den «Prüfstand» geführt, wo Moderator Jonas Projer einen Politiker mit scharfen Fragen in die Mangel nimmt. Im Bild: SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz (r.). Zwei Experten können buzzern und sich so zu Wort melden, wenn sie mit dem Gesagten nicht einverstanden sind. Ein Bild aus der Vergangenheit: Bislang waren im inneren und äusseren Ring alle Parteien, die im Parlament Fraktionsstärke erreichen, in der «Arena» vertreten. Neuerdings steigen noch zwei bis vier Politiker zusammen mit Experten in den Ring. Das Bild stammt aus dem Sommer 2013, als die «Arena» ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Einschlafen ist fürs Publikum schwieriger, obwohl es im Dunkeln sitzt: Es gibt einen zweiten Stock mit Stehplätzen. Die Pulte wurden in einer Schreinerei angefertigt. Ein Bild vom Aufbau des Studios.


Wie hat Ihnen die neue «Arena» gefallen?
Sehr gut, das neue Studio und Konzept überzeugen mich.
17 %
Mir hat die alte Version besser gefallen.
47 %
Die Sendung ist genauso langweilig wie vorher.
36 %
Insgesamt 7123 Teilnehmer
Heisser Stuhl bei der «Rundschau» abgekupfert?

 
In der «Arena» werden Politker neu in den «Prüfstand» geführt, wo der Moderator ein Thema mit scharfen Fragen vertieft. Wurde da bei den Kollegen der «Rundschau» abgekupfert, wo der Studio-Gast auf dem legendären heissen Stuhl bei Sandro Brotz Platz nehmen muss? «Arena»-Chef Projer verneint: «Der Prüfstand ist ein kritisches Live-Interview-Segment im Rahmen einer Diskussionssendung, bei dem der Moderator per Tablet auf Grafiken und Einspieler zugreifen kann.»  Inspirieren lassen habe man sich eher bei der Politsendung «Des paroles et des actes» auf France2. Dort seien es allerdings externe Fachjournalisten, die das kritische Interview führten.
SVP-Fraktionschef Adrian Amstutz, der selbst als Gast in der Sendung war, schätzt am neuen Format, dass man «mehr Möglichkeiten hat, die eigene Argumentation auf den Punkt zu bringen.» Als störend empfand der Berner, dass die Gäste neuerdings sitzen müssen: «Dieser Barhocker ist nicht sonderlich bequem. Man ist regelrecht blockiert und kann weniger lebendig diskutieren.»

Auch SP-Nationalrätin Jacqueline Badran gefällt, dass die einzelnen Gäste mehr Redezeit erhalten und so ihre Haltungen besser herleiten können. Die Redner würden aber noch zu stark unterbrochen. Sie wünscht sich, dass die Sendung weniger stark nach Drehbuch abläuft und dynamischer wird.

BDP: «Befürchtungen sind eingetroffen»

Im Vorfeld hatte es heftige Kritik am neuen Sendekonzept gegeben. Vor allem die Mitte-Parteien befürchteten, dass sie künftig kaum mehr zu Wort kommen würden, weil weniger Gäste eingeladen werden. Die BDP-Nationalräte Lorenz Hess und Hans Grunder wechselten aus Protest gar kurzerhand ins Nein-Lager bei der kommenden Abstimmung über das Radio- und TV-Gesetz.
Nach der ersten Sendung sieht sich Grunder bestätigt. «Diese Sendung hat nichts mehr mit einer Arena zu tun. Es ist jetzt einfach eine Diskussionssendung mit vier Gästen.» Er frage sich, wieso der Moderator nicht auch sitze und stattdessen im Studio herumtigere. Der ehemalige BDP-Präsident geht davon aus, nur noch zweimal pro Jahr in der «Arena» vertreten zu sein. Dass mitten in einem Wahljahr die Spielregeln zulasten der kleinen Parteien abgeändert würden, sei schlicht unmöglich und katastrophal. «Das hat nichts mehr mit Service Public zu tun.»

Auch an den neuen Instrumenten lässt Grunder kein gutes Haar: Die Experten, die sich neu per Buzzer in die Diskussion einschalten können, würden ebenfalls eine politische Haltung vertreten und spielten sich als Schiedsrichter auf.

«Vieles muss noch optimiert werden»

Positive Ansätze sieht dagegen Kommunikationsexperte Marcus Knill. «Dass die Sendung weniger Diskussionsteilnehmer hat, bringt inhaltlich mehr Tiefgang und verhindert, dass nur Parteiparolen heruntergebetet werden. Das ist ein klarer Gewinn», sagt er. Auch die Aufwertung der Expertenrolle mache Sinn, da die Fachleute faktenwidrige Aussagen richtig stellen könnten. Allerdings müssten die Experten sehr sorgfältig ausgewählt werden.

Moderator Jonas Projer hat gemäss Knill mit sicherer Hand durch die Sendung geführt. «Er darf aber noch etwas lockerer werden. Die Sendung hatte etwas von Schulunterricht.» Der Fachmann sieht denn auch noch viel Verbesserungspotenzial. «Die Studioarchitektur ist nicht ideal: Eine Arena sollte wie im alten Rom rund sein, sodass sich die Kontrahenten ins Gesicht schauen. Auch die Kameraführung war oft holprig und die Lichteffekte zu stark.»


«Es war nur die erste Sendung»

Ob der Relaunch der Diskussionssendung langfristig aus dem Quotentief verhilft, hängt laut Knill nun davon ab, ob die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse aus der ersten Sendung ziehen.


Redaktionsleiter und Moderator Jonas Projer ist gespannt, wie die neue «Arena» beim Volk ankommt: «Ich bin zuversichtlich. Einiges hat zwar noch nicht ganz so funktioniert, wie wir es uns vorstellen – aber es war ja nur die erste Sendung». Es sei viel Potenzial vorhanden.

Endlich

Späte Einsicht

Quelle Blick-online

Er bezeichnet sich selbst als ELEPHANT.
(Elephant im Pozellanladen?)


Bortoluzzi über Schwule


12. Juni 2014: Bortoluzzi bekommt für seine schwulenfeindlichen Äusserungen im Namen aller Fraktionen einen Waschlappen geschenkt.  (aus watson)

Samstag, 18. April 2015

Gedanken zur neuen ARENA

Die neue Arena war besser, als es die Kritiker im Vorfeld  sehen wollten

Das neue Konzept der Arena wurde schon vor der Ausstrahlung der ersten Sendung zerpflückt.
An kritischen Stimmen mangelte es  nicht. So war zu lesen:
Das Fernsehen bestimmt nun die Akteure selbst (Nicht die Parteien) und kann dadurch geschickt manipulieren.
Bei einer missliebigen Partei könnten die Sendeverantwortlichen dürftige Figuren oder bei der favorisierten Partei eloquente Rhetoriker bestimmen.
Der äussere Ring fällt neu weg, was jene Politiker ärgert, die gewohnt waren, sich  in der Arena profilieren zu dürfen.
Die Debattanten wurden bewusst auf 2-4 Politiker reduziert,  zuzüglich 2 Experten, die dadurch aufgewertet werden, weil sie sich mit einem Knopfdruck einmischen können.
Es können neu nur Politiker teilnehmen, deren Partei über Fraktionsstärke verfügt.
Dies zum Arger der kleinen Parteien.
Das neue Konzept wurde dadurch eindeutig gestrafft.



Es wurde ferner im Vorfeld gerätselt: Wird nun die neue ARENA wieder eher konfrontativ
oder ist sie wie vor Jahren eher auf Konsens ausgelegt?


Heftige Kritik kam von den Mitteparteien. Sie glauben, das Nachsehen zu haben.
Auch die FDP war erbost, weil sie in der Pilotsendung - trotz der jüngsten Erfolge - nicht mit dabei sein durfte.

Blicken wir zurück: Bei jeder Änderung wurde stets am neuen Konzept herumgemäkelt.
Veränderungen stossen bekanntlich in allen Bereichen meist auf Widerstand.

Die Diskussion drehte sich ferner um die Frage:
Will die Arena eine Plattform für Debatten sein oder möchte sie zu einem Forum für vertiefende Dialoge mutieren?

In meinen Beiträgen habe ich stets zwischen ARENA und CLUB unterschieden.
In einer Arena wird im Sägemehl gerungen. Es geht um verbale Duelle,  weder um langatmige Dialoge noch um anspruchsvolle, tiefschürfende Sternstundengespräche.


Im Format Arena sollte duelliert werden. Die Zuschauer schätzen  Debatten (battre=schlagen).

 

Matters Ansatz, der die Arena vielmehr als  differenzierte, lösungsorientierte Aussprache gesehen hatte,
erlitt mit seinem Konzept Schiffbruch.

Eine Arena lebt von Spannung und verkürzten Argumenten.

Endloses Palavern langweilt.

Der Moderator ist bei jedem ARENA Konzept die wichtigste Schlüsselfigur

 

Der Erfolg bei jedem verbalen Schlagabtausch steht und fällt mit der Kompetenz des Moderators, aber auch mit der Auswahl der Akteure.

Jonas Projers  Moderationen habe ich beim alten Modell eingehend analysiert und  dabei festgestellt:

- Er positioniert sich nicht hinsichtlich der persönlichen Meinung
- Er stoppt anderseits sofort Personen, welche die Plattform zu missbrauchen versuchen
- Er hört gut zu und kennt die Technik, wie man mit langer Leine führen kann
- Er macht extreme Positionen erkennbar
- Wenn jemand ausweicht oder sich widerspricht, hakt er sofort nach
- Er besteht auf  konkreten Antworten
- wirkt stets sachbezogen und hinsichtlich Argumenten neutral

Bei seiner professionellen Moderation wird das Harvard Prinzip gelebt:
"Hart in der Sache aber fair mit den Akteuren".

Projer sucht nach meinen Beobachtungen Tiefgang und Fairness.

Seine Zielformulierung für die neue ARENA finde ich gut:

Laut Pojer muss nämlich ein Moderator dem Publikum bei der Meinungsbildung behilflich sein.
Mit der neuen Arena wollte er die Sendung mit Fachwissen gleichsam „erden“.

In der neuen ARENA darf er nun ein neues Führungsinstrument nutzen: Die „Daumenschraube“.
Unverhofft kann er einzelne Debattanten bei einem separaten Pult auf einen Prüfstand schicken.


___________

Ich habe mir nun die neue Sendung am Bildschirm mitverfolgt.


Was kann heute zur gestrigen Ausstrahlung der neuen ARENA gesagt werden?

Wie war die Moderation von Jonas Projer?

Mir fiel auf, wie konzentriert, sachbezogen und wach der Dompteur - trotz verständlichen Druckes - sich im Ring bewegt und moderiert.
-  Er ist ständig präsent und wach - auch beim Zuhören
-  Er steuert souverän
-  Nicht nur bei Adrian Amstutz auch bei Jean Ziegler und bei Angelina Moser intervenierte er hart aber fair.
(Falls ausgewichen wurde  oder - wie  bei Jean Ziegler, der wie erwartet, zu lange geredet hatte).
Dass es bei einer Live- Sendung schwierig ist, Chaoten zu disziplinieren, weiss jeder Profi. Es gab einige heikle Situationen, besonders dann, wenn durcheinander gesprochen wurde.
Ich schätzte aber, dass der Moderator verbale Duelle nicht unverzüglich abgebrochen hatte.

Wiederum ist bei Projer die notwendige Distanz zu den Positionen der Akteure spürbar.
Persönlich nimmt er keine Position ein. Er steuert sachbezogen, überlegen, sicher und leistet die notwendige Uebersetzungsarbeit.
Er scheut keine Auseinandersetzungen, sucht   nicht den Lärm um des Lärms Willen.
Die Thematik Neutralität konnte ich auch auf ihn übertragen: Jonas Pojer moderiert in einer neutralen Haltung.

Das neue KONZEPT macht die Sendung  lebendiger, schneller, frischer, spannender. Ein Politiker im Prüfstand muss beweisen, dass er sattelfest ist, wenn seine
Position hinterfragt wird. Wer dann nicht faktenkundig ist, könnte im Prüfstand mit "abgesägten Hosen"  da stehen. Durch dieses „Grillieren“ wurden in der neuen Sendung die Differenzen zwischen Amstutz und Huber eindeutiger herausgeschält . Für Adrian Amstutz verbaut sich die Schweiz mit dem Verzicht auf die  Neutralität, bei Händeln die Chance eine Vermittlerrolle einzunehmen, während es für Angelina Moser keine Gesinnungsneutralität geben kann. Die Schweiz muss für sie eindeutig Stellung beziehen und darf bei Gräueltaten nicht abseits stehen.

Beim neuen Konzept hat das Publikum ein Schattendasein, was keiner Verschlechterung gleichkommt.
Die gähnenden und tristen Gesichter animierten früher die Zuschauer eher zum Wegzappen.
Gewonnen hat die Sendung hinsichtlich Tiefgang bei der Thematik. Weniger ist tatsächlich mehr - gilt auch bei der neuen ARENA.


Das Konzept mit den Experten lässt sich noch optimieren. Ich bin überzeugt, dass es die Zuschauer schätzen, wenn eine Behauptung, falsche Zahlen oder Fakten noch während der Sendung von Experten richtig gestellt werden.
Das Modell „Einspruch“ zeigte in dieser Sendung bei der Frage nach der Rolle  des Sicherheitsratesl, wie wichtig sofortige Korrekturen sein können.
Die Studioarchitektur (Dekor, Lichtspiele, die Betonklötze, der Verzicht auf den typischen Arena Ring, die angeblich kreative Kameraführung mit wilden Wechseln, die Showeffekte) trug mit dazu bei, dass alles viel zu hektisch wirkte.
Wir sehen: Hier gibt es noch Einiges zu optimieren. 

FAZIT:

Für mich ist die neue Arena eindeutiger geworden, sie hat   wieder den Charakter einer  richtigen Arena erhalten und mehr Tiefgang erhalten.
Der Moderator wirkt nach wie vor eloquent, lebendig und präsent.
Das Konzept mir der gezielten Reduktion hat sich somit  bewährt.
Die neue Form ist aber ausbaufähig. Zum Teil führt  die neue Kameraführung mit den Lichtwechsel zu einer gewöhnungsbedürftigen Unruhe.
Auch nach diesem neuen Konzept rechne ich nachträglich mit den einigen Kritikern. Sehr wahrscheinlich werden bei Umfragen jene Stimmen dominieren, die den Schritt zurück zur alten Arena wünschen.
All jene, die bei der neuen ARENA weniger zum Zuge kommen, werden sich sicherlich  negativ äussern. Online - Umfragen werden wahrscheinlich auch zeigen, dass beim neuen Konzept viele Konsumenten Mühe bekunden mit den vielen Umstellungen.
Das durchdachte Konzept liesse sich  mit wenig Aufwand  optimieren.
Das Hauptziel wurde jedenfalls erreicht: Das neue Konzept ist beim Publikum behilflich hinsichtlich der Meinungsbildung bei anspruchsvollen politischen Fragen.

Verbesserungspunkte, die wichtig sind, damit das Publikum nicht wegzappt:


- Die Expertenauswahl ist beim neuen Modul „Einspruch wichtig“. Die Experten müssten aber auch mediengerecht, verständlich reden können


- Die Hektik bei der Studioarchitektur müssten die kreativen Macher unbedingt überdenken.


Die Sendung, mit zusätzlichen Showeffekten, Farbwechseln, origineller anspruchsvoller Kameraführungen (die zum Teil holpert), Geräuschen beeinträchtige die Verständlichkeit. Schnelle Schnitte und Wechsel führen zu einer visuellen und akustischen Ueberfrachtung d.h. zu einer unnötigen Hektik. Diese lenkt zu stark ab. Es hat nicht nur junge Zuschauer, die von dieser "modernen" Kulisse begeistert sein werden.

Ich behaupte: Die Betonklötze, der Verzicht auf den klassischen ARENA kreis und die zahlreichen Spielregeln werden sich langfristig negativ auswirken. Die Idee von der Rundschau mit dem „heissen Stuhl“ (d.h. heisses Pult), die Einspielungen à la Schawinski und die Anlehnung an „Hart aber fair“ sind legal und beleben tatsächlich die Sendung. Es gibt somit  Optimierungsbedarf hinsichtlich Straffung (Vereinfachung)  beim erwähnten Umfeld.


LINK:
25 Jan. 2015
Qaasim Illi, die rechte Hand von Islam-Fundamentalist Nicolas Blancho, wird am Freitag im «Arena»-Ring stehen. Moderator Jonas Projer erklärt, wieso der Islam schon wieder Thema ist – und wie Illi keine unkritische ...
http://knill.blogspot.com/

NACHTRAG:
2o min zitiert mich:

Positive Ansätze sieht dagegen Kommunikationsexperte Marcus Knill. «Dass die Sendung weniger Diskussionsteilmehmer hat, bringt inhaltlich mehr Tiefgang. Das ist ein klarer Gewinn» Auch die Aufwertung der Expertenrolle mache Sinn, da diese faktenwidrige Aussagen korrigieren könnten. Allerdings müssten diese sehr sorgfältig ausgewählt werden.

Moderator Jonas Projer hat gemäss Knill mit sicherer Hand durch die Sendung geführt, dürfe aber noch etwas lockerer werden. «Die Sendung hatte etwas von Schulunterricht.» Der Experte sieht denn auch noch viel Verbesserungspotenzial. «Die Studioarchitektur ist nicht ideal: eine Arena sollte wie im Alten Rom rund sein, sodass sich die Kontrahenten ins Gesicht schauen. Auch die Kameraführung war oft holprig und die Lichteffekte zu stark.»

Ob das neue Konzept der Arena langfristig aus dem Quotentief verhelfe, hänge nun davon ab, ob die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse aus der ersten Sendung zögen.

Flexible Arbeitszeiten sind nicht - wie versprochen - das Gelbe vom Ei

Das flexible Arbeiten wurde vor Jahren gelobt und Mitarbeitende sind dazu animiert worden, im Interesse der Gesundheit und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Vollzeitarbeit zu verzichten.

Nun zeigt sich: Flexible Arbeitszeiten kann uns zusätzlich belasten, statt uns zu entlasten.

Ich zitiere 20 min:

Fördern flexible Arbeitszeiten Burn-outs?

 Die neuste Arbeitskräfteerhebung des Bundes zeigt: Flexible Arbeitsmodelle sind auf dem Vormarsch. Die Gewerkschaften zeigen sich jedoch beunruhigt.

Bildergebnis für Fördern flexible Arbeitszeiten Burn-outs?
Die Schweizer Arbeitswelt wird immer flexibler. Im vergangenen Jahr hatten 44,6 Prozent der Arbeitnehmer keine fixen Arbeitszeiten. Das ist im Vergleich zu 2013 eine Zunahme, waren es doch mit 41,7 Prozent damals noch etwas weniger. Es fällt ausserdem auf: Männer haben öfter flexible Arbeitszeiten als Frauen (51,1 Prozent gegenüber 37,6 Prozent), wie die aktuelle Arbeitskräfteerhebung des Bundesamts für Statistik zeigt.

Immer mehr Teilzeitarbeit


Der Anteil der Teilzeiterwerbstätigen ist von 31,7 Prozent im Jahr 2004 auf 36,0 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Bei den Männern, von denen lediglich 15,9 Prozent eine Teilzeitstelle innehaben, hat die Bildungsstufe nur wenig Einfluss auf den Beschäftigungsgrad. Die Frauen arbeiten mehrheitlich Teilzeit (59,2 Prozent). Der Teilzeitanteil ist bei Frauen mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II (Maturität, Lehre) oder Tertiärstufe (62,9 Prozent bzw. 57,3 Prozent) höher als bei Frauen mit einem Abschluss auf Sekundarstufe I (50,7 Prozent).
Quelle: Bundesamt für Statistik


Dies bedeutet, dass für immer mehr Angestellte in der Schweiz die Arbeitszeiten als Wochen-, Monats- und Jahresarbeitszeiten oder sogar komplett ohne feste Vorgaben definiert sind. Somit verwischt die Grenze zwischen Arbeits- und Freizeit immer mehr. Eine klare Trennung ist in immer weniger Berufen der Standard.



Gewerkschaften warnen vor Burn-out
 

 Duri Beer vom Verband des Personals der Öffentlichen Dienste (VPOD) beispielsweise zeigt sich ob des Flexibilisierungstrends besorgt. «Wenn die Arbeitszeit nicht mehr klar erfasst wird und der Job mit der Freizeit verwischt wird, dann führt das häufig zu mehr Stress.» Dies wiederum führe zu einer Häufung der Burn-out-Fälle sowie allgemein zu einem Anstieg der gesundheitlichen Probleme bei den Angestellten.

Am meisten Probleme gebe es, wenn die Leute auf Abruf arbeiten müssen. «Dann wird es ganz schwierig, eine vernünftige Work-Life-Balance zu finden», so der Gewerkschafter. Er plädiere daher für eine strikte Erfassung der Arbeitszeit. Nur in wenigen Ausnahmen könne auf eine solche verzichtet werden. Wie Beer ausserdem am Beispiel der Stadt Zürich erklärt, sind vom aktuellen Flexibilisierungstrend auch die Staatsangestellten betroffen. Erst kürzlich habe dort der Stadtrat eine Anpassung der Arbeitszeitmodelle erwirkt.

KOMMENTAR:

Die Trennung von Leben und Arbeit ist ein falscher Ansatz.
Arbeiten ist auch Leben. Ich kenne Teilzeitarbeiter, die nach der Reduktion der Arbeitszeit mehr Stress hatten, als vor der Reduktion. Der zusätzliche Einsatz für die Familie führte zu einer massiven Mehrbelastung. Es zeigt sich auch später, dass man durch die Teilzeitarbeit eine Reduktion der Rente eingehandelt hatte und in der dritten Lebensphase zum Weiterarbeiten genötigt werden kann.
In einer Firma, die ich beraten hatte, hat sich gezeigt, dass sich die Teilzeitarbeiter sehr viele Nachteile einhandelten. Es gab viel mehr  Meetings mit Koordinationsgesprächen und Absprachen. Dies wirkte sich auch negativ für die Betriebe aus.
Zwei 50% Teilzeitarbeiter kosten viel mehr als ein Vollzeitarbeiter. Fazit: Bei allen Entscheiden gilt es immer, alle Vor- und Nachteile gut zu bedenken.

LINK:

23. Nov. 2010 ... Die durch den Begriff "Work-Life-Balance" nahegelegte Dualität zwischen Leben und Arbeit impliziert, dass es im "Work" kein "Life" gibt und ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/11_23/


 






Freitag, 17. April 2015

Wie wirken Putins Antworten?

Ein Musterbeispiel von inszenierten Antworten

(Aus SRF)
Einmal im Jahr stellt sich Präsident Putin in der Fernsehsendung «Direkter Draht» den Fragen seiner Bürger. Aber: Was beschäftigte die Russen? Wie hat sich der Kreml-Chef geschlagen? Und bis zu welchem Grad war die Sendung inszeniert? 
SRF-Korrespondent Christof Franzen gibt Einschätzungen.


SRF News: Damit die Rahmenbedingungen der Traditionssendung «Direkter Draht» klar sind: Werden die Fragen und Fragesteller irgendwie gefiltert, oder kriegt jeder und jede Präsident Putin ans Telefon?


Insgesamt hatte man doch den Eindruck, dass das alles im sehr vorsichtigen Rahmen vor sich ging. Es wirkte inszeniert, eigentlich bis ins letzte Detail vorbereitet. Und ich glaube nicht, dass Wladimir Putin heute grosse Angst haben musste vor unangenehmen Fragen.
Vielleicht eben doch. Denn Russland unterliegt Sanktionen aus dem Westen. Das belastet die Wirtschaft. Wie haben das die Anrufer thematisiert?

Sagen wir so. Russland ist derzeit in einer Rezession. Also die Wirtschaft schrumpft dieses Jahr um schätzungsweise drei bis vier Prozent. Und auch nächstes Jahr wird es kein Wachstum geben. Aber da sind ja nicht nur die Sanktionen daran schuld. Die Sanktionen sind nur ein Teil. Wahrscheinlich wichtiger sind die derzeit tiefen Öl- und Gaspreise. Da fehlt viel Geld, Milliarden. Und: Etwas, was die Regierung nicht thematisieren will, sind die strukturellen Probleme, die wir in Russland haben. Das Investitionsklima ist schlecht. Jährlich fliessen weit über hundert Milliarden Franken aus dem Land. Und der Hintergrund davon sind mangelnde Rechtssicherheit, Korruption und Bürokratie, die bekannten Leiden.


Und konkret: Wo drückt die Russen der Schuh?

Das hat man bei den Anrufen gemerkt. Es geht den Russen schlechter als in den letzten Jahren. Sie haben weniger Geld in ihrem Portemonnaie. Vor allem weil die Teuerung inzwischen bei 17 Prozent ist. Also werden die Medikamente teurer, die Lebensmittel werden zum Teil massiv teurer. Und davon sind vor allem die Ärmsten betroffen. Aber auch das Gesundheitssystem leidet, die Bildung. Wir haben jetzt zum Beispiel gesehen, dass in verschiedenen Regionen viele Regionalzüge nicht mehr fahren. Und wir haben teilweise auch gesehen, dass der Staat Löhne nicht mehr zahlen kann – etwas, was wir eigentlich aus den 90er-Jahren kennen. Etwa beim Prestige-Projekt von Wladimir Putin, bei der Raumfahrtstation Wostotschny im Osten Russlands, da wurden Löhne zum Teil über Monate nicht mehr ausbezahlt.

Und wie hat Präsident Wladimir Putin reagiert?

Bei solchen Auftritten wie heute wirkt er natürlich wie der Vater der Nation. Er verspricht immer, dass er sich in Einzelfällen um diese Probleme kümmern werde. Er hat etwa gesagt, dass es nicht hinnehmbar sei, dass die Arbeiter der Raumfahrtstation ihren Lohn nicht erhalten. Er werde dem nachgehen, auch die Staatsanwaltschaft werde sich jetzt um das Ganze kümmern, weil man das Geld eigentlich dorthin geschickt habe. Es sei also genug Geld da, um diese Löhne zu zahlen. Er verspricht auch, dass die Wirtschaftskrise nicht allzu lange dauern werde. Er sagt, zwei Jahre müsse man jetzt den Gürtel enger schnallen. Aber dann soll es eigentlich besser werden – zumindest verspricht er das.

Ja, die sehen das eben teilweise anders. Und einer von ihnen war heute auch im Studio. Und zwar der ehemalige Finanzminister und Putin-Vertraute Alexei Kudrin. Der hat darauf hingewiesen, dass in der ersten Amtszeit von Wladimir Putin das Wirtschaftswachstum durchschnittlich bei sieben bis acht Prozent gelegen habe und man jetzt kaum mehr eine wachsende Wirtschaft habe. Und er sagt auch, dass sich das Wirtschaftsmodell von Wladimir Putin – das einfach darauf beruht, die riesigen Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft zu verteilen – ausgeschöpft habe. Und er hat auch kritisiert, dass er bei Putin nicht den Willen feststelle, endlich die wichtigen Reformen im Land durchzuführen, also ein besseres Investitionsklima zu schaffen.

Die grosse Frage ist nun, wie lange kann Russland diese Politik wirtschaftlich durchhalten?

Da sind sich die Experten uneinig. Viele sehen Russland in einer Stagnation und sagen, die fetten Jahre seien definitiv vorbei. Man hat den Eindruck, dass die russische Elite darauf hofft, dass irgendwann die Öl- und Gaspreise wieder steigen und dass man so weiterfahren kann wie früher. Aber wenn diese Preise nicht mehr steigen und die Reformen nicht gemacht werden, dann gibt es sicher auch warnende Stimmen – die mahnen, dass die Wirtschaft abstürzen kann. Die sagen also, wenn wir nicht endlich Klein- und Mittelunternehmen aufbauen, die diese Wirtschaft tragen können, dann sieht es langfristig schlecht aus. Dann könnte das Land in eine tiefe Krise stürzen. Aber ob das soweit kommt und wann, da ist man sich uneinig. Das ist schwer zu prognostizieren.

Das Gespräch führte Peter Voegeli