Sonntag, 18. November 2018

Die Leoniden

Ich habe  sie heute Nacht erlebt, 
bevor der Nebel kam

Höhepunkt der Leoniden

Solche Mediengeschichten sind kein guter Start

CVP-Bundesratskandidatin

(Quelle 20 Min.)

Wollte Amherd 17'000 Franken unterschlagen?

Viola Amherd wird vorgeworfen, dass sie zwei Jungnotare um mehrere Tausend Franken bringen wollte. In Wahrheit ist der Fall komplizierter.



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Die CVP-Nationalrätin Viola Amherd hätte zwei Jungnotaren je 8500 Franken bezahlen sollen.


Die CVP-Bundesratskandidatin Viola Amherd wird von der «Weltwoche» angeklagt, vor fünf Jahren zwei Jungnotare nicht bezahlt haben zu wollen. Sie selbst dementierte dies bei einer Medienkonferenz vehement. Die Aussagen der «Weltwoche» seinen «komplett falsch». Der« Tages-Anzeiger» berichtet nun, wie sich die ganze Geschichte zugetragen hat.
Im Jahr 2013 kaufte der Kanton Wallis einen Teil des Klosters St. Ursula in Brig für 22 Millionen Franken. Die Notarin für diesen Kauf war die CVP-Nationalrätin Viola Amherd. Mit diesem Auftrag hätte sie 34'000 Franken verdienen sollen. Allerdings ist es Usus, dass die Kantonsregierung des Wallis bei solch grossen Geschäften das Honorar mit anderen Notaren teilt, die noch nicht lange im Beruf tätig sind. Dies soll als Startkapital für eine neue Kanzlei dienen. Amherd selbst hatte zu ihrer Zeit von einem solchen Startkapital profitieren dürfen. 
Zwei Mahnungen 
So versichert die Politikerin der Regierung, dass auch sie ihr Honorar teilen werde. Dafür wählt sie die zwei amtsjüngsten Oberwalliser Notare aus, die jeweils 25 Prozent der Gebühr erhalten sollen. Als Amherd das Salär erhielt, passierte allerdings monatelang erst einmal nichts.
Erst im Spätherbst 2013 erfährt Oskar Freysinger – der zuständige Staatsrat – von der offenen Rechnung. Daraufhin schreibt der SVP-Politiker Amherd zwei Briefe. Darin erklärt er ihr deutlich, dass sie durch die Nichtbezahlung ihren ursprünglichen Kaufvertrag verletzte.
Erst nach Erhalt des zweiten Briefs und über zehn Monate nach dem Abschluss des Vertrags überweist Amherd jeweils 8500 Franken an die Jungnotare. Was erst später herauskam: Den Mahnungen ging ein intensiver Briefwechsel zwischen Amherd und den kantonalen Behörden voraus. Denn aus ihrer Sicht bestand ein juristisches Problem. Nur einen Monat nach der Unterzeichnung des Vertrags verschickte der Kanton Wallis nämlich ein Rundschreiben, in dem darüber informiert wurde, dass viele Notare ihre Honorare illegal aufteilten.

Gebührenteilung war illegal

Amherd gibt an, verunsichert gewesen zu sein. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt sie: «Aufgrund des Rundschreibens war eine Gebührenaufteilung nicht legal.» Daher schickte sie dem Kanton mehrere weitere Briefe, in denen sie um Klärung bat. Erst einen Monat vor Freysingers ersten Mahnung klärt sich die Angelegenheit. Die Verwaltungsjuristin teilt Amherd mit, dass die Gebührenteilung wie im Vertrag vorgesehen illegal sei. Sie dürfe daher nicht vorgenommen werden. Amherds Zögern scheint damit also berechtigt gewesen zu sein.
Anfang November 2018 wurde Amherd auf einer Medienkonferenz gefragt, weshalb gerade sie so oft kontrovers in den Medien diskutiert werde und andere Bundesratskandidaten nicht. Sie sagte darauf, dass sie eben 30 Jahre als Anwältin, Notarin und Politikerin gearbeitet habe. So sei es unausweichlich, dass man sich nicht überall Freunde gemacht habe. Andere, die weniger im Fokus der Medien stehen, haben «vielleicht nie gearbeitet oder sind nie irgendwo angeeckt».
(doz)

KOMMENTAR: Soweit die Version der Bundesratskandidatin. Wennglich die Unschuldsvermutung gilt und der populären Walliserin möglicherweise nichts vorgeworfen werden kann, so könnte diese Geschichte der Kandidatin bei der Wahl doch schaden, zumal sie und die Kandidatin Z'graggen bei der Story mit dem offenen Mikrofon (als ein Redner von Z'graggen hörbar als Depp bezeichnet wurde) beide Damen das Vorkommnis bestritten und nachher sogar eine Falschaussage gemacht haben. Kollegin Z'graggen hätte nur gesagt, sie hätte kalt. Für mich war dies mehr als nur eine faule Ausrede. Wahrlich kein guter Start.


Samstag, 17. November 2018

Deshalb müssen wir uns im Umgang mit Medien schlau machen und trainieren

Das ist ein Fehler, der nicht nur   Anfängern unterlaufen kann



Peinlich:  Heidi Z'graggen möchte Bundesrätin werden und tappt ausgerechnet vor der Selektion bei einem wichtigen Auftritt in die Mikrofon-Falle. 

  Solche Pannen können gravierende Folgen haben.

In jeder professionellen Grundausbildung im Umgang mit Medien wird den Teilnehmern bewusst gemacht:
Wenn sich  eine Kamera  im Raum befindet, wenn man verkabelt ist oder ein Mikrofon aufgestellt ist, müssen wir stets damit rechnen, dass wir aufgenommen werden. Auch vor und nach der Sendung. Dasselbe gilt auch beim Verhalten. Wir sehen immer wieder Gesprächsteilnehmer, die glauben, wenn ein anderer spricht, könnten sie  damit rechnen, nicht im Bild zu sein. Das ist auch bei Laienmoderatoren zu beobachten. Wenn das Gegenüber spricht, blättern sie in den Unterlagen, lächeln einer Person zu oder zupfen das Kleid zurecht. Wer konzentriert zuhört, benimmte sich in der Regel mediengerecht und macht keine peinlichen Patzer.

Z'graggen ist  nicht die erste Politikerin, die nicht weiss, wie gefährlich es sein kann, in eine Kamera- oder Mikrophonfalle zu tappen. Auch anderen Politikern ist schon etwas Ungewolltes rausgerutscht.

- Letztes Jahr trafen sich Benjamin Netanyahu und Ungarns Ministerpräsident Orban in Budapest. Dabei wurde Netanyahu ertappt, wie er massive Kritik an der EU äusserte. Eine kleine technische Panne wurde ihm nachher zu einem grossen Problem. Vor dem Auftreten wurden beide Politiker mit Mikrofons ausgestattet. Dabei war jedoch der Ton nicht abgestellt und die ganze Welt erfuhr von dem persönlichen Gespräch, das nicht für  die Oeffentlichkeit bestimmt war. Ich zitiere Netanyahu. er sagte zu Orban:

"Die europäische Union ist die einzige Vereinigung von Ländern auf der Welt, die die Beziehung zu Israel - welche Technologie in allen Bereichen produziert - an politische Bedingungen knüpft. Sie sind die Einzigen! Niemand macht das! Es ist absurd. Ich meine, es ist verrückt. Ich denke es ist verrückt und ich spreche nicht von meinen Interessen, den Interessen Israels. Ich spreche von Europas Interessen."

 

Moritz Leuenberger ist 2001 in die Mikrofon - Falle getappt. Er war sich nicht bewusst, dass die Kamera auch zwischen den Interviews lief. Die schlechte Laune des damaligen Bundesrates Moritz Leuenberger bekamen die Zuhörer deutlich zu hören: 

«Nei chum, das isch doch ez en Scheiss!»

- Bei einem Gipfeltreffen zur nuklearen Sicherheit  traf sich Obama mit dem damaligen russischen Präsidenten Dimitri Medwedew 2012 zu einem Medientermin in Seoul. Die beiden dachten wohl, dass sie ungestört kurz ein paar Worte wechseln könnten. doch das Mikrofon war offen. Sie sprachen über heikle Themen wie Raketenabwehrsysteme und deren Abrüstung. Barack Obama:

 «Das ist meine letzte Wahl ... nach der Wahl hab ich mehr Flexibilität.» 

Medwedew antwortet: «Ich werde diese Information an Vladimir weiterleiten.»

- Der frühere britische Premier Gordon Brown besuchte im April 2010 eine Wahlkampf-Veranstaltung. Es waren Gespräche mit Wählern vorgesehen. Unglücklicherweise behielt Brown das Mikro an. Nach dem Auftritt sagt er im Auto  seinem Wahlkampfleiter:

 «Das war ein Desaster – die hätten mich niemals mit dieser Frau sprechen lassen sollen.» Was sie denn gesagt habe? «Alles, sie war einfach so eine bigotte Frau.»

- An einer Wahlkampf-Veranstaltung in Illinois im September 2000 wies George W. Bush Jr. seinen Vize Dick Cheney auf einen Journalisten hin:

 «Da ist Adam Clymer, Major-League-Arschloch von der ‹New York Times›.»

  Reporter Clymer hatte vorher einen negativen Artikel über den damaligen Präsidenten publiziert.

- An einem Phototermin  im März 2005 sagte Prinz Charles in Klosters zu seinen Söhnen:

 «Diese verfluchten Leute. Ich kann das nicht ausstehen, Mann. Ich meine, er ist so schrecklich, er ist es wirklich.» 

Er meinte damit den BBC-Reporter Nicholas Witchell. Er merkte nicht, dass eine Kamera das Mirofon offen hatte,

- Die Mikrofon-Panne des amtierenden amerikanischen Präsidenten Donald Trump   aus dem Jahr 2005  gemeinsam mit Moderator Billy Bush ist auch noch erwähnenswert. Auf dem Weg zur Produktion einer Sendung von «Access Hollywood» lief bereits das Mikro  vor der Sendung und nahm das «Umziehkabinen-Gespräch» der beiden auf. Das berühmt-berüchtigte Zitat: 

«Grab 'em by the pussy!

- Das offene Mikrofon verrät 2014, was US- Aussenminister Kerry denkt. Ungewollt offen äussert er sich über Israels Angriffe in Gaza. Angesichts der zahlreichen zivielen Opfer führe Israel eine

"mordsmässig zielgenaue Operatioen gegen die  Hamas aus."

Im Klartext: Israel nimmt zur Schwächung der Hamas auch ziviele palästinensische Opfer in Kauf. Kellys Bemerkung war nicht für die Oeffentlichkeit gedacht. Er hatte nicht bemerkt, dass sein Mikrofon zwischen mehreren Interviews mit US-Sendern nicht abgeschaltet war. Promp wurde er nachher vom US-Nachrichtensender Fox News mit seiner ungewollt offene Aussage konfrontiert.

«Solche Operationen sind hart», rechtfertigte sich Kerry. «Ich habe offensichtlich auf eine Weise reagiert, wie es jeder tut, mit Blick auf kleine Kinder und Zivilisten», berichtet die "Washington Post" Dann unterstrich Kerry bewusst, dass «die USA Israels Recht auf Verteidigung gegen Raketen unterstützen, die weiterhin kommen».





Folgenschwere Mikrofon Panne am Telephon:

Ein Geschäftsmann erzählte mir an einem Seminar, dass er nach einem Telephonat mit einem  Kunden (Es ging um eine grössere Aquisition) versehentlich den Hörer nicht aufgehängt hatte. Er habe sich dann über den Kunden lustig gemacht, weil dieser bei Sprechen kaum zu stoppen war. Im Glauben, die Verbindung sei abgebrochen, sagte er nach dem Telephonat zum Assistenten hörbar: "Unmöglich dieser Dampfplauderer". Der Kunde rief nachher an und sagte ruhig: "Sie begreifen, dass ich kein Interesse mehr habe, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Gut, dass ich nach unserem Gespräch gehört habe, wie Sie über mich denken."
FAZIT: 

Wer in eine Mikrofon- Falle tappt, kann diesen Patzer nicht mehr rückgängig machen. Er kann höchstens  nachträglich bereuen, so unbedacht gehandelt zu haben.  Gesagt  ist leider gesagt. Man könnte immerhin  noch aus peinlichen Situationen etwas lernen.  Bedenken wir: Im Internetzeitalter werden solche Faux-pas ausgekostet und verbreitet. Diese Geschichten werden gerne gelesen. Der Mix von Schadenfreude und Unterhaltung macht die  Pannen zu Medienhypes und garantieren Einschaltquoten. Wer aber im Simulator das ABC der Medienrhetorik paxisorientiert gelernt hat, ist meist später gefeit von den geschilderten irreversiblen Pannen.

Verbaler Durchfall

Franzosen wüten gegen Trump

(Quelle: Bild-online)

US-Präsident Donald Trump hatte nach der Rückkehr von seinem Frankreich-Besuch im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Ende des Ersten Weltkriegs mit einem regelrechten Twitter-Tornado Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron attackiert.
Dabei machte sich Trump unter anderem über Frankreichs Okkupation im Zweiten Weltkrieg lustig, griff Macron wegen schlechten Umfragewerten an und schimpfte über angeblich unfaire Zölle beim Wein.
Die Antwort aus Paris folgte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch von Regierungssprecher Banjamin Griveaux: „Ich werde auf Englisch antworten: ‚Common decency‘ (dt.: allgemeiner Anstand) wäre angebracht gewesen“. Das gelte vor allem, weil am Dienstag Frankreich trauerte: Es war der dritte Jahrestag der Terroranschläge von Paris und Saint-Denis, bei denen Islamisten 130 Menschen getötet hatten.


Anti-Trump-Proteste in Paris während des Besuchs des amerikanischen Präsidenten am vergangenen Wochenende
Anti-Trump-Proteste in Paris während des Besuchs 
des amerikanischen Präsidenten am vergangenen Wochenende

 

 

„Verbaler Durchfall“

Die meisten Politiker stellten sich weitgehend hinter Macron. Olivier Faure, Generalsekretär der Sozialistischen Partei, nannte Trumps Attacke einen „verbalen Durchfall“, der Frankreich und die Franzosen beleidige und pathologische Züge trage.
Selbst für die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (ehemals Front National) waren die Trump-Tweets nur teilweise ein gefundenes Fressen. Die Tweets zu Macron seien „sehr gut“, die zum französischen Wein dagegen „sehr schlecht“, sagte der prominente Abgeordnete Olivier Collard. Er hätte an Macrons Stelle geantwortet: „Sei so nett, trink deine Cola und lass uns unseren Wein.“

 

 

 

„Trump attackiert da, wo es richtig weh tut“

Das Presse-Echo war ebenfalls aufgeregt, teilweise aber auch selbstkritisch. „Trump und Macron, das ist Krieg!“, schrieb „Le Dauphiné Libéré“. Das Kuscheln und Schmusen, das beide Männer bei ihren vorherigen Treffen regelmäßig zur Schau gestellt hatten, sei vorbei.
„Trump behandelt Macron fortan wie seine anderen Verbündeten“, stellte die Tageszeitung „Le Monde“ fest und verwies darauf, wie Trump auf ähnliche Weise den kanadischen Premierminister Justin Trudeau düpiert hatte.
„Alles, was übertrieben ist, ist unbedeutend. Aber das gilt weniger, wenn es um den Präsidenten der USA geht, selbst wenn seine Aussage aus dem Wortregister eines Trinkers am späten Abend stammt“, schreibt die Regionalzeitung „Le Courrier picard“ aus Amiens. Allerdings schreibt die Zeitung auch, dass Macrons Idee einer europäischen Armee tatsächlich nicht mehr als ein frommer Wunsch sei.

Die Wirtschaftszeitung „L’Express“ zitierte den Politologen Jean-Eric Branaa, der zugab: „Trump greift da an, wo es sehr weh tut, und zwar bei (Macrons) Popularität und beim Thema Arbeitslosigkeit. Kurz gesagt, er bezeichnet den Präsidenten als unfähig.“
Der Radiosender RTL findet, dass Trump durchaus einen Punkt hat: „Trump drückt es vulgär aus, aber es ist eine Position, die schon Barack Obama vertreten hatte: Der Kalte Krieg ist vorbei, die Europäer müssen ihre Verteidigung besser finanzieren und sich nicht nur auf Amerika verlassen.“

Hat Trump mit der Attacke auf den französischen Wein recht?

„Welche Fliege hat ihn gestochen?“, fragt das Magazin „L’Obs“ mit Blick auf den Trump-Tweet zu den Wein-Zöllen. Der Faktencheck der Zeitung ergibt, dass die USA tatsächlich niedrige Importzölle auf europäischen Wein haben, Trump also teilweise recht habe. Das bestreitet der Nachrichtensender LCI, der von einem Importzoll von 46 Prozent für französischen Wein in den USA spricht, aber nur von „37 Cent pro Liter“ für amerikanischen Wein in Frankreich. Unter dem Strich? Unklar. Klar sei dagegen: Die Franzosen trinken lieber ihren heimisch produzierten Wein als teuer importierten US-Wein, den sie nicht ernst nehmen.

Die Zeitung „Le Figaro“ schlüsselt das komplizierte Zollsystem beim Wein detailliert auf und kommt zum Ergebnis, dass Trump „nicht unrecht“ habe.

Fußball-Nationalspieler springt Macron zur Seite

Macron deutlich zur Seite gesprungen ist ein Fußballer: Benjamin Mendy (22), Abwehrspieler der französischen Nationalmannschaft und derzeit bei Manchester City unter Vertrag.




Fußball-Weltmeister Benjamin Mendy (24) sprang Präsident Macron gegen Trump zur Seite
Fußball-Weltmeister Benjamin Mendy (24) sprang Präsident Macron gegen Trump zur SeiteFoto: Nick Potts / dpa
Auf Trumps „Make France Great Again“ antwortete er mit zwei Tweets. An Macron gerichtet schrieb er: „Ich kümmere mich um ihn, mach dir keine Sorgen“, an Trump schrieb er auf Englisch: „Mach dir darüber mal keine Sorgen, Bruder“ neben zwei Sternen – eine Anspielung auf Frankreichs WM-Sieg im Juli.

Trumps Twitter-Tornado gegen Macron

Am Dienstag hatte Trump unter anderem getwittert, Macron leide unter schlechten Umfragewerten, daher habe er ablenken wollen und das Thema einer europäischen Armee hervorgebracht. „Übrigens, es gibt kein Land, das nationalistischer ist als Frankreich, sehr stolze Menschen, richtig so!“, schrieb Trump weiter, und schloss in Anlehnung an seinen eigenen Wahlkampf-Slogan mit den Worten ab: „MAKE FRANCE GREAT AGAIN!“

Die Idee einer europäischen Armee, die nach Worten Macrons zur Verteidigung gegen Bedrohungen wie „China, Russland, aber auch die USA“ gebraucht werde, zog Trump ins Lächerliche, indem er auf die deutsche Okkupation Frankreichs im Zweiten Weltkrieg anspielte: „Sie haben in Paris schon angefangen, Deutsch zu lernen, bis die USA kamen!“

Zudem beklagte er unfaire Zollpraktiken in Bezug auf den Weinhandel zwischen beiden Ländern, denn nicht nur Frankreich stelle „exzellenten Wein“ her, sondern auch die USA.
Das kann Trump als Anti-Alkoholiker allerdings nur von Hörensagen beurteilen …

Zur Medienkonferenz nach den Midtermwahlen

Trump und die Journalisten

Mit den Reportern liefert er sich heftige Wortgefechte.

Aus dem Protokoll (Trumps Antworttaktiken)

  • 19:22 Eine Journalistin will vom Präsidenten mehr zu den Problemen in den Stimmlokalen von Georgia wissen. Angeblich mussten die Menschen stundenlang auf die Stimmabgabe warten. Trump antwortet: «Ich liebe den Staat, ich liebe Georgia. Ich habe gehört, die Wahl sei sehr effizient gewesen. Für Genaueres müssen Sie die Behörden dort fragen.»

  • 19:11 Ein Journalist will wissen, was der Präsident gegen den steigenden Antisemitismus macht. Trumps Antwort: «Niemand hatte so viel Erfolg mit Israel wie Donald Trump.»

  • 19:06 Ein Journalist fragt nach genaueren Informationen zur Zusammenarbeit mit den Demokraten? Donald Trump antwortet: «Wir sollten auskommen und Sachen erledigen. Aber wenn Untersuchungen laufen werden, dann wird nichts erledigt. Was ich heute über Nancy Pelosi sagte, war nicht sarkastisch. Sie hat lange und hart gearbeitet.»

  • 18:58 Ein Journalist fragt, ob Trump nicht seinen Tonfall ändern wolle. Seine Antwort: «Ich wäre gut in einem sanfteren Ton. Das wäre einfacher für mich. Aber wenn man unfair behandelt wird, muss man das so machen. Ich werde unfair abgebildet in den Medien.»

  • 18:51 Ein Journalist fragt, ob das letzte Nacht wirklich ein absoluter Sieg gewesen sei. Trump erwidert: «Es war fast ein perfekter Sieg. Wir kommen damit klar. Ich habe Georgia gewonnen. Obama und Winfrey haben dort hart gearbeitet. Ich hatte niemanden ausser mir selbst. Wir haben gewonnen.»

  • 18:44 Eine Journalistin will mehr wissen zur Zusammenarbeit mit Russland während der Präsidentschaftswahlen. «Ich könnte in diesem Moment jeden feuern und diese Ermittlungen beenden», so Trump. «Aber ich lasse die Untersuchungen weiterlaufen, obwohl sie viel Geld verschwenden.»

  • 18:39 Der Reporter präzisiert: «Das war keine Invasion, warum sagen Sie Invasion?» Trump erwidert: «Ich möchte, dass sie legal kommen. Menschen dürfen legal kommen.» Der Reporter insistiert. Das sei keine Invasion gewesen. «Das genügt», ruft Trump. «Legen Sie das Mikrofon weg. CNN sollte sich schämen.»

  • 18:36 Ein Journalist von CNN fragt: «Haben Sie Immigranten im Wahlkampf dämonisiert, Herr Präsident?» Daraufhin wird Trump wütend. «Sie sind ein sehr unhöflicher Mensch», sagt Trump zum Reporter. «Wenn Sie sich so verhalten, dann sind Sie der Feind des Volkes.»

  • 18:31 Jetzt stellen die Journalisten Fragen. «Sie wollen über die Parteigrenzen hinaus zusammenarbeiten – aber glauben Sie, dass das wirklich der Realität entspricht?» Trump antwortet: «Ja, die Demokraten haben die Mehrheit im Repräsentantenhaus, ich erwarte gute Ideen von ihnen, die ich unterstützen kann. Ich wäre gerne mit den Demokraten einig. (Quelle SRF)
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Donnerstag, 15. November 2018

20 Min der wichtigste Meinungsmacher



Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) präsentiert am Dienstag erstmals den «Medienmonitor Schweiz». Die Untersuchung belegt, welche Medien den grössten Einfluss auf die Meinungsbildung der Bevölkerung haben, und gibt Auskunft über die Besitzverhältnisse.
20 Minuten, das auch in der Westschweiz und im Tessin erscheint, erreicht laut der Untersuchung «als einzige tagesaktuelle Marke ein grosses mehrsprachiges Publikum» und firmiert deshalb «als klare Nummer 1 für Meinungsmacht». 20 Minuten und seine Schwesterangebote in der Romandie und im Tessin sind damit die «einflussreichsten Einzelmedien».
Das Resultat dieser Studie freut Marco Boselli, Chefredaktor 20 Minuten, ausserordentlich: «Es ist der Beweis dafür, dass unsere Redaktion jeden Tag hervorragende journalistische Arbeit leistet.» Wichtig ist ihm der Hinweis, dass der Begriff «Meinungsmacher bei 20 Minuten nicht bedeutet, dass wir eine Meinung beeinflussen. Sondern dass wir als einzige neutrale Newsplattform der Schweiz konsequent allen Meinungen ein Podium bieten, damit sich die User daraus ihr eigenes Bild machen können.» (aus 20 Min)

KOMMENTAR: Erfreulich, dass 20 Min alle Meinungen zu lässt und keine Zensur ausübt.
Im Gegensatz zu Tagi oder NZZ gibt es bei 20 Min. keine Hürden, um Likes oder Kommentare zuzulassen.
Deshalb spiegelt 20 Min die Meinung der Bevölkerung meist besser ab, als die offiziellen oder tendenziösen Umfragen.

Mittwoch, 14. November 2018

Abbilden statt bewerten

Da ist die neue SRF Direktorin auf dem richtigen Weg


Im kommenden Frühjahr tritt Nathalie Wappler die Nachfolge von SRF-Direktor Ruedi Matter an. Wie sie sich die Zukunft des Unternehmens vorstellt, erzählt sie in einem Interview.
Ich zitiere BLICK:
Wapplers klare Ansage lässt darauf schliessen, dass Brotz und Co. künftig die Flügel gestutzt werden könnten – und Äusserungen von Moderatoren auf Social Media zumindest unter verstärkter Beobachtung stehen. Die TV-Aushängeschilder selbst wollten sich nicht zum angekündigten Kurswechsel ihrer Bald-Chefin Wappler äussern. Tristan Brenn (53), Chefredaktor TV bei SRF, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (wyt)

KOMMENTAR: Persönlich finde ich es richtig, dass immer zwischen Information und Kommentar unterschieden werden muss. Das Schweizerfernsehen hat vor allem Fakten sachgerecht abzubilden  und sich parteipolitisch gefärbter Meinung zu enthalten. Vor allem die Moderatoren. 
Wer die letzte Sendung  mit Barbara Lüthi gesehen hat, konnte ein krasses Beispiel sehen, wie die Moderatorin den  trumpfreundlichen Gesprächsteilnehmer aus Amerika geschnitten hat. Im wurde ständig das Wort entzogen. Die Moderatorin zeigte ihm konsequnt die kalte Schulter und in der Schlussrunde durfte er sich nicht mehr äussern.