Sonntag, 28. August 2016

WIndkraft im Gegenwind

Windkraft sollte ausgenützt werden, aber nicht in schützenswerten Gebieten

Nachdem in Deutschland ganze Landstriche mit Windparks für immer verschandelt worden sind, will der Schweize seine kostbare Landschaft nicht den Windrädern opfern.

Bildergebnis für windpark

Ich zitiere Blick:

Ein Problem bei der Windkraft sei aber auch die hohe Siedlungsdichte in der Schweiz: «Viele Anwohner wehren sich gegen ein Windrad vor der eigenen Haustür.»
Tatsächlich bekämpfen Bürgerkomitees überall in der Schweiz neue Windparks. Eines davon heisst «Gegenwind Chroobach». Edi Schwegler (64) und André Götti (50) aus Stein am Rhein SH haben die Gruppe gegründet – die Zahl ihrer Mitstreiter wird immer grösser.
Geht es nach den Plänen der Elektrizitätswerke von Stadt und Kanton Schaffhausen, soll auf der rund 600 Meter hohen Erhebung zwischen Stein am Rhein SH und der Grenze zu Deutschland ein Windpark entstehen mit vier 200 Meter hohen Windrädern. Im Sommer 2015 bekamen Schwegler und Götti, Wind vom Chroobach-Projekt: «Die Leute hier hat man nie gefragt. Die negativen Seiten der Windräder waren nie ein Thema», beklagt sich Schwegler.
Die beiden Initianten der Bürgerbewegung stört vor allem der drohende Eingriff in die Landschaft: «Stein am Rhein ist eine denkmalgeschützte Stadt. Der Hohenklingen, der mit seiner Burg über dem historischen Städtchen thront, wird mit diesen riesigen Windrädern verschandelt.»
Dominique Schürch (54) befürchtet negative Auswirkungen der Windräder auf ihre Tiere. Sie betreibt auf dem Chroobach eine Pferdepension, die Koppel befindet sich nur rund 100 Meter vom Standort einer der geplanten Turbinen entfernt. Sie macht sich Sorgen, wie die Tiere auf den Infraschall reagieren, den die Turbinen verursachen. «Doch die Promotoren des Windparks schieben meine Bedenken einfach beiseite», sagt Schürch.

Praktisch unbekannte Energieproduktionsform

«Windenergie ist in der Schweiz eine praktisch unbekannte Energieproduktionsform und ruft oft Ängste und Bedenken hervor», räumt Daniel Clauss, Leiter Vertrieb und Energiedienstleistungen EKS AG, ein. Ein Begleitprozess solle nun zur Versachlichung der Diskussion beitragen.

Windanlagen stehen überall in der Schweiz im heftigen Gegenwind. Auflagen bremsten auch das Projekt am Nufenen. Das Bewilligungsverfahren verlangte ein Fledermaus-Monitoring. Resultat: Die Windräder müssen jeweils im Frühling und Herbst während der Dämmerung angehalten werden, damit die seltene Bulldoggenfledermaus gefahrlos fliegen kann.

Sieben bis zehn Prozent des Stromverbrauchs in der Schweiz will der Bund bis 2050 mit Windturbinen abdecken. Das ist das Ziel der Energiestrategie 2050 des Bundes. Das entspricht etwa 800 Anlagen in 120 Windparks. Bis dahin bleibt noch viel zu tun.

KOMMENTAR:

Auch in Deutschland  ist die Euphorie für die Wndparks ebenfalls verflogen.
Nur hat bei unseren nördlichen Nachbarn die Bevölkerung kaum etwas zu sagen (keine direkte Demokratie)
Ich habe im süddeutschen Raum Anwohner kennen gelernt, die Argumente gegen die riesigen Windanlagen vorbrachten, die wir in der Schweiz noch nicht kennen:
- Der Lärm beim Wandern
- Die optische Luftverschmutzung 
(bringt Unruhe ins ruhige Landschaftsbild)
- Im Winter würden oft Eisstücke von
den Windrädern hinuntergeschleudert
- Behindert Vogelflug (Falle für grosse Vögel)
- Geschützte Waldflächen werden gerodet, ohne
den Verlust zu ersetzen

Samstag, 27. August 2016

Verhülltes Gesicht in der Bank ein No-Go

Gangster verhüllen ihr Gesicht in der Bank,
damit sie bei der Videoaufzeichnung
nicht erkannt werden.

Weshalb sollen wir bei Arabern die Verhüllung tolerieren?

In Österreich gehen zwei Araberinnen auf einen Bankangestellten los
Inzwischen machen arabische Touristen fast einen Drittel der Touristen in Zell am See aus.  
(Quelle 20 Min)
 
Der Zusammenprall zweier Kulturen führt immer wieder zu Konflikten. Diese Woche drehten eine arabische Mutter (48) und ihre Tochter (20) in einer Bank durch. Offenbar gerieten sie in Rage, weil eine Bankangestellte von ihnen für mehrere Banküberweisungen einen Ausweis forderte.
Als die beiden Kundinnen die Angestellte wüst beschimpften, alarmierte diese die Polizei. Doch auch die Polizisten mussten in Deckung gehen: Die junge Araberin biss einem Beamten in den Finger, trat ihn gegen das Schienbein und spuckte ihn an. Auch die Mutter mischte kräftig mit, spuckte um sich und warf einen Stein in die Filiale.

FAZIT: Im öffentlichen Raum darf die Verhüllung nicht 
toleriert werden.



Freitag, 26. August 2016

Spätsommer als Hochsommer

Wir geniessen diese Tage:

Bildergebnis für spätsommer als hochsommer

Eindrücklich

VORHER-NACHHER

Amatrice vor der Zerstörung - und danach

Erdbeben in Italien: Amatrice vor der Zerstörung - und danach

Jugend-Fernsehsender Joiz schliesst

Der Konkurs durch Überschuldung war vorprogrammiert. 

Der Schweizer TV-Sender Joiz schliesst: Nicht alle Investoren wollten ihn weiterfinanzieren.
Der Schweizer TV-Sender Joiz schliesst: Nicht alle Investoren wollten ihn weiterfinanzieren. Bild: TAGI

Wohl wenige vergiessen ob dem Aus dieses ungewöhnlichen   Senders Tränen der Trauer. 
Ich habe seit der Gründung  immer wieder  Joiz möglichst vorurteilsfrei länger betrachtet.
Ich wollte mir über diesen unkonventionellen Sender ein Bild machen.  
Die Qualität der Joiz Macher war für mich meist enttäuschend, obschon die Plattform erfolgreich nach Deutschland, den Niederlanden, Russland und die USA lizenziert werden konnte. Im Ausland wird der Erfolg aber auch nur möglich, wenn sich die Macher den Sinn die Gewohnheiten der Konsumenten - sprich Jugendlichen - anpassen.

Fernsehsendungen produzieren, mit dem Ziel, möglichst originell, möglichst quer und möglichst anders zu sein, taugt
als Erfolgsrezept noch nicht. 
Die Echos von mehreren Jugendlichen war nach meinen Recherchen bedenklich.
Viele zappten  rasch wieder weg. Der Grund: Wirr, schlecht im Ton, konstruierte Gespräche, dilletantische Kameraführung, aufgesetzte Moderationen, mit bewusstem lässigen Sprechen und unruhig im Schnitt. So lassen sich keine Zuschauerzahlen generieren. Viele Moderatoren agierten als Selbstdarsteller. Wer die  bewährten Gesetze des Fernsehens ignoriert, wer die Verständlichkeit, den roten Faden und die Informationselemente ausklammert, dem ist der Flop vorprogrammiert.
Wenn die jugendlichen Konsumenten selbst nicht mehr gewillt sind, chaotische unstrukuriert Sendungen anzuschauen, steigen auch die Werber aus. Der Sender 3 Plus macht vieles besser.
Er kauft günstige Sendungen auf dem internationalen Markt ein.  Er sucht auch noch nach eigenen Nischenprodukten.



Donnerstag, 25. August 2016

Die Furcht vor Zuwanderung

Aengste sind immer subjektiv und müssen ernst genommen werden.

«Wachsende Furcht vor unkontrollierter Zuwanderung»


In vielen Ländern gibt es erhebliche Vorbehalte gegen den weiteren Zuzug von Immigranten. Das belegt eine internationale Umfrage in über 20 Ländern. Man habe eine gestiegene Furcht vor unkontrollierter Zuwanderung in Europa festgestellt, so die Organisatoren der Erhebung.
Eine internationale Umfrage hat in vielen Ländern erhebliche Vorbehalte gegen den Zuzug von Immigranten dokumentiert. 

KOMMENTAR:
Ängste gilt es, ernst nehmen, statt sie zu bagatellisieren.

Der Rat: "Du musst keine Angst haben!" hilft niemandem, der beispielsweise an Höhenangst leidet. Ängste müssen wir überwinden lernen. Verständnis zeigen bringt mehr, als das Bagatellisieren von Aengsten. Nach den Terrorakten einzelner fanatischer Kämpfer für den heiligen Krieg wurde festgestellt: Die Oeffentlichkeit reagierte zwangsläufig  mit Entsetzen und Ratlosigkeit. Das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung ist ein Ur-Bedürfnis. Es muss ernst genommen werden.

Bildergebnis für Angst
 Die Ängste der Bevölkerung können nachträglich nicht mit Sympathiekundgebungen für Flüchtlinge und Moslems aus ihren Köpfen verbannt werden. Journalisten beschwichtigten: Wir dürfen nicht alle Fremden unter Generalverdacht setzen. Es handle sich ja immer nur um einzelne Extremisten. Wegen einer Bluttat sollten wir nicht ängstlich auf das ganze Einwanderungsmilieu blicken. Durch die Angsthaltung der Bevölkerung würden alle Flüchtlinge leiden. Man würde  alle fremden jungen Menschen ins Unrecht versetzen. Zudem stehe das Leid, das der westliche Zivilisation durchTerror zugefügt werde,  in keinem Verhältnis zu den Verkehrstoten, die wir haben.

Fazit: Wer Angst bekundet, dem wird Rassismus oder Islamophobie vorgeworfen. Dadurch geraten  eigentlich alle Menschen, die Angst haben, unter Generalverdacht.

Was tun?

Die Medien sind gefordert, unerfreuliche Situationen und schlimme Vorfälle sachgerecht zu beschreiben.
Wenn sie Terrorakte und  Flüchtlingsprobleme weder hochschrauben (aufblähen) noch beschönigen (verniedlichen), ist der Bevölkerung am meisten geholfen.
Vor allem sind Politiker gefordert. Sie müssen Lösungswege aufzeigen, damit die Oeffentlichkeit sieht: Es wird etwas getan.
Wer Vertrauen aufbaut, reduziert Aengste.

Mittwoch, 24. August 2016

Aus Rhetorik Coachings Blog

Roger Köppel: ein Agent Provocateur?

by Zürich, Zunft zum Rüden, 13. Juni 2013. Referat von Roger Köppel, Verleger und Chefredaktor, Weltwoche: “Die Rolle der Medien in der Demokratie”.  Ein Referat im HSG Alumni Lunch Club.
Das zahlreiche Publikum
Soviel gleich vorneweg: Roger Köppel hat vor ca. 100 Personen zum Thema „Die Rolle der Medien in der Demokratie” meines Erachten ein tolles Referat gehalten – ein Genuss zum Zuhören. Unter anderem konnte ich das an der Zuschauerreaktion ablesen: er hat das Publikum in 40 Minuten 22 Mal zum Lachen gebracht. Im Schnitt also alle 2 Minuten. Das tut gut, insbesondere wenn das Publikum vorher ein üppiges Mittagessen genossen hat.
Roger Köpper hält sich am RednerpultAuch wenn er vor einem HSG-Publikum nicht gerade in der Höhle des Löwen war, ist es dennoch nie einfach ein Publikum mit den eigenen Ausführungen zu packen. Roger Köppel ist das aber auf vielfältige Weise gelungen.
Ein Rezept, welches meistens gut ankommt, ist es, eine einfache Struktur einzusetzen. Köppel hat sich auf nur 2 Aussagen beschränkt:
  1. Eine funktionierende Demokratie beruht auf dem real existierenden Austausch von Meinungen, also Meinungsvielfalt.
  2. Die Rolle des Journalisten ist es Missstände aufzudecken, insbesondere im Hinblick auf den Staat, der in vielen Bereichen ein Macht- und Handlungsmonopol besitzt.
Roger Köpper kommt in FahrtDiese zwei Punkte hat er gekonnt mit prägnanten Beispielen untermauert, so z.B. mit den Themen Waldsterben, Beitritt zum EWR, Gentechnologie, Vietnamkrieg, Atomausstieg, Personenfreizügigkeit.
Seine Ausführungen waren gespickt mit schönen Formulierungen. Auf flüssige und klar verständliche Art gesprochen. Beispiel: „Wir [die Weltwoche] haben uns erfrecht …“, „Journalisten sind die Raumdurchlüfter des öffentlichen Diskurses.“ „… es hat sich bedrohlich über dem Horizont zusammengebraut …“, „Die Weltwoche hat keine Stalinorgeln wie die Häuser von Tamedia und Ringier.“
Roger Köpper löst sich vom RednerpultWas hätte er besser machen können? Ich hätte mir gewünscht, dass er (1) nicht durchs Band weg hinter dem Rednerpult steht, sondern sich frei bewegt; (2) das erste Wort „ja“ ersatzlos streicht und (3) die letzten Worte „besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit“ streicht resp. mit einem kernigen Satz ersetzt.
Mit seinen Ausführungen hat Roger Köppel sich und die Weltwoche in ein positives Licht rücken können: Es braucht kritische Journalisten (u.a. ihn) und kritische Medien (u.a. die Weltwoche), die für die Meinungsvielfalt sorgen und auf kritische Umstände hinweisen. Ganz im Sinne der Medien als 4. Gewalt in einer funktionierenden Demokratie. Dies mag dem eine oder anderen nicht gefallen, aber er hat diese Botschaft überzeugend und charmant vertreten.
Roger Köpper mit Charme und einem Lachen Ist Roger Köppel ein Agent Provocateur? Vielleicht. Vielmehr ist es vermutlich die falsche Frage. In einer konsensorientierten Gesellschaft wie der Schweiz kann es für einen fruchtbaren Diskurs von Vorteil sein, wenn einer die vorherrschende Meinung hinterfragt und (damit) provoziert. Auch wenn es oft unangenehm ist. Insofern teile ich seine Meinung: Wir sollten bei uns mehr und öfter diskutieren und fair debattieren.
Fazit: Ein bemerkenswertes, kurzweiliges und überzeugendes Referat.
Note von 1 (zu Hause bleiben) – 10 (Weltmeister): 9.
P.S.: Wetzen auch Sie Ihren Schnabel mit „Schnabelwetzen“ – das Rhetorik-Kartenspiel. Bestellen bei  www.descubris.ch.