Mittwoch, 30. August 2006

Wie lange wird "Black n'Blond noch durchgefüttert? _________________________________________________________ Seit 2005 beobachteten und analysierten wir das Sendegefäss "Black 'n Blond". SIEHE LINKS www.rhetorik.ch/Aktuell/05/09_01.html - www.rhetorik.ch/Aktuell/05/10_31.html www.rhetorik.ch/Aktuell/05/12_04.html www.rhetorik.ch/Aktuell/06/03_09.html Die Analysen und Beurteilungen von Experten und vom Publikum waren vernichtend. Dennoch wurde die Sendung nicht abgesetzt. ______________________________________________________________ Weshalb wurden laufend beide Augen zugedrückt? ________________________________________________________________ Wir hatten schon vor Monaten nicht verstanden, dass sich das Schweizer Fernsehen trotz schlechter Qualität und trotz mangelnder Akzeptanz einfach nicht von der Flopshow "Black n'Blond" trennen wollte. Von einem Kenner der Unterhaltungsbranche wurde uns zugetragen, das Fernsehen habe sehr wahrscheinlich bei "Balckn'Blond" einen längeren Vertrag abgeschlossen, der eine rasche Trennung verunmögliche. Deshalb das dauernde Zuwarten (Eine Trennung wäre sonst mit Kosten verbunden gewesen). Für uns war dies zuerst lediglich eine Vermutung. Nach dem überlangen Zuwarten mussten wir annehmen, dass diese Vermutung einen wahren Kern getroffen haben muss . Die Unterhaltungschefin sprach immer wieder von Verbesserungen. Doch sie sind nie eingetroffen. Die Moderatoren hatten gar kein Gehör für die Kritik. Wir zitieren "20 Min" vom 30 Aug.: _______________________________________________________________ «Black’n’Blond» vor Aus? SF gibt erstmals Fehler zu ___________________________________________________________________ Am Montag kam die SF-Late-Night-Show «Black’n’Blond» aus der Sommerpause zurück – und alles blieb beim Alten: Roman Kilchsperger und Chris von Rohr zelebrieren auf peinliche Art und Weise die ungepflegte Langeweile. «Wir haben uns drei Monate lang überlegt, was wir an der Show verbessern könnten. Dann haben wir herausgefunden: Nichts!» lässt Roman Kilchsperger während der Show verlauten. So kommt das SF-Sorgenkind auch daher - mit den immergleichen, blassen Sex-Witzchen, einer augenfälligen Konzeptlosigkeit und kaum vorhandener Spannung. In den drei Monaten Retraite hat sich nichts geändert! Soweit die Gratiszeitung "20 Minuten" _______________________________________________________________ Es ist erstaunlich dass das Hause Leutschenbach erst heute erstmals eingesteht, dass man mit der Sendung nicht zufrieden ist. Pressesprecher Urs Durrer : «Wir sind mit der Sendung nicht ganz zufrieden. Die Optimierungen der Sommerpause kamen nicht wie gewünscht zur Geltung.» Wir haben seit Monaten gesehen, dass nichts verbessert worden ist. Die beiden Moderatoren werden erst jetzt konkret kritisiert, obschon die Mängel längste bekannt sind: «In der ersten Hälfte stimmte oft das Timing nicht, und mit der Umsetzung der Pointen sind wir nicht zufrieden», fand Durrer zum Duo Kilchsperger/von Rohr. Die Zuschauer haben «Black’n’Blond» schon längst abgeschrieben. Am Montag sahen sich "nach 20 Min" nur noch schlappe 71 000 Fans die Sendung an, was einem Marktanteil von 9,3 Prozent entspricht. Die Umfrage auf der 20-Minuten-Homepage veranschaulicht: Über 85 Prozent der B’n’B-Zuschauer äussern sich negativ über die Sendung.Dies wäre nun Grund genug für eine Absetzung der teuren Eigenproduktion? Die Vermutung, dass dem Schweizer Fernsehen die Hände gebunden sind, wird durch das erneute Versprechen des Pressesprechers erhärtet: ____________________________________________________________ «‹Black’n’Blond› wird bis Ende Jahr weiterlaufen. Danach wird entschieden, wie es weitergeht.» _____________________________________________________________ Diese Formulierung ist nicht neu. Nun soll wiederum der Entscheid hinausgeschoben werden. FUER UNS VOELLIG UNVERSTAENDLICH! WIR FRAGEN UNS: _________________________________________________________________ Wie lange kann sich dieses Karussell so weiterdrehen? "Flop - Chance geben- überprüfen - nochmals weiterlaufen lassen - Sachlage wieder prüfen - erneut Chance geben um dann nach einem weitern halben Jahr beginnt das Ganze wieder von vorn...." ___________________________________________________________________ Bei dieser "Endlosschlaufe" kann etwas bei den Entscheidungsträgern nicht stimmen. Gewiss hat etwas dagegen, wenn man nach einem Flop die Gelegenheit gibt, Mängel zu verbessern. Doch kann etwas nicht stimmen, wenn man laufend beide Augen zurückt. __________________________________________________________________ NACHTRAG: NACHTRAEGLICH DOCH NOCH ABGESETZT! __________________________________________________________________ Als ob das Schweizer Fernsehen gemerkt hat, dass die Aussage des Pressesprechers von der Oeffentlichkeit nicht nachvollzogen werden kann, wurde später doch noch die Notbremse gezogen und es wurde den Medien nachträglich bekanntgegeben, dass die Flopshow ab sofort abgesetzt werden soll. __________________________________________________________________ Diese späte - zu späte- Einsicht zeigt immerhin, dass das Schweizer Fernsehen im Bereich Unterhaltung nicht völlig entscheidungsunfähig ist.

Sonntag, 27. August 2006

Wie Udo Jürgens als Medienprofi die Presse kritisiert ____________________________________________________ Er suchte das direkte Gespäch mit den Journalisten! Persönlich sprach er am 22. August bei der Redaktion des Sonntagsblicks vor. Wir haben stets festgestellt: Direkte Gespräche bringen viel mehr als rechtliche Schritte, Drohungen oder Leserbriefe. Udo Jürgens beschrieb vor den Redaktoren, wie er von der Boulvard- Journaille "oft arg durchgewalkt worden" ist. Insgesamt aber den Medien dankbar sei. Jürgens: "Insgesamt bin ich den Medien dankbar, denn wir leben ganz voneinander!" Diese Aussage verdeutlicht die Professionalität des Musikers. Er war von der Redaktion als Blattkritiker eingeladen, doch machte er deutlich: Wir beide brauchen einander. Offen, frisch und frei trug Jürgens seine Kritik vor. Weil er die Fakten sachlich beschrieb und mit seinem ehrlichen Lob nicht geizte, hörten ihm die Journalisten auch zu und nahmen die Kritik sicherlich ernst. Wir sehen einmal mehr: Kritisieren ist einfach, richtig kritisieren hingegen ist eine Kunst, die erlernt werden muss.

Samstag, 26. August 2006

ZUR KOMMUNIKATIONSKULTUR (STREITKULTUR?) IM BUNDESRAT __________________________________________________________________ Leuthard kritisiert Bundesrat _____________________________________________________________________ Doris Leuthard hat (gemäss Tagesanzeiger-online vom 26.8.06) in ihrem ersten Interview seit Amtsanstritt als Bundesrat einen früheren Beschluss der Landesregierung kritisiert. Das geplante Wachstum der Ausgaben für Bildung, Forschung und Innovation genüge nicht, liess sie verlauten. Wir fragen uns: Ist es geschickt, wenn eine neue Bundesrätin nach wenigen Tagen die Kollegen öffentlich kritisiert? Auch Calmy-Rey im Schussfeld der Kritik _________________________________________________________________________ Nachdem Bundesrätin Micheline Calmy-Rey in ihrer Bundesratsrede gegen den Gesamtbundesrat Stellung genommen hatte, geriet sie erneut ins Schussfeld der Kritik. Am 3. August 2006 war in Swiss Info zu lesen: Neutralitäts-Debatte erhitzt die Gemüter. _______________________________________________________________________ Im Juli hatte Aussenministerin Calmy-Rey die israelische Intervention in Libanon als übertrieben bezeichnet. Calmy Rey fordert eine einflussreichere Aussenpolitik * Die Schweiz müsse ihren Einfluss auf die Welt steigern Micheline Calmy-Rey übte zudem harsche Kritik an Israel Die Idee einer Schweizer Kandidatur für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat und der Vorschlag, Schweizer Soldaten nach Libanon zu entsenden, führte zu einer harten Debatte über die Neutralität der Schweiz. Kommentatoren bezichtigten die sozialdemokratische Aussenministerin Micheline Calmy-Rey des "Aktivismus". "Mischt Euch nicht in fremde Händel!" Dies ist der Rat, den der heilige Niklaus von Flüe (1417-1487) den Eidgenossen 1481 gegeben habe, war von rechter Seite zu hören. Die aktuelle Vision der Neutralität von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey will jedoch von dieser Version nichts wissen.. Die Anhängerin einer "aktiven Aussenpolitik" hat in wenigen Wochen die israelische Intervention in Libanon kritisiert, die Möglichkeit einer Entsendung von Schweizer Soldaten ins Krisengebiet erwähnt und die Idee einer Kandidatur der Schweiz für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat lanciert. Diese Beispiele sind nur einige in einer langen Serie von Vorschlägen, die nicht gut ankamen. Seit ihrer Wahl in den Bundesrat 2002 hat die Genfer Sozialdemokratin, die dem Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vorsteht, ihre diplomatischen Initiativen vervielfacht: Die Genfer Initiative für den israelisch-palästinensischen Konflikt, der Menschenrechts-Rat, der rote Kristall oder die Unabhängigkeit des Kosovo. Die Schweizer Aussenpolitik, zeichnete sich während Jahrzehnten durch eine extreme Reserviertheit aus. Wie wurde unter Calmy-Rey den letzten Jahren ambitionierter. Die Aussenministerin hat ihre Intentionen nie versteckt. "Die öffentliche Diplomatie bedeutet, die übliche Diskretion, die um die Diskussion oder die Verhandlung von Abkommen oder internationalen Verträgen zwischen Regierungen herrscht, durch eine offene Kommunikation unserer Position zu ersetzen, als Mittel des Drucks in den Verhandlungen", hatte sie bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach 100 Tagen im Amt erklärt. Die Stiländerung der Aussenministerin entspricht gewiss nicht dem Führungsstil des Gesamtbundesrates. Die Aussenministerin scheint Alleingänge zu lieben. Zur Streitkultur des Bundesrates ________________________________________________________________________ Es könnten noch weiter Beispiele aufgeführt werden, die belegen, dass der heutige Bundesrat keine einheitliche Kommmunikationskultur hat. Meinungsverschiedenheiten wurden zu oft in der Oeffentlichkeit ausgetragen (Blocher - Couchepin oder Leuenberger - Blocher). Die Landesregierung scheint die Regeln des internen Streitens nicht zu kennen. Wir finden es übrigens auch nicht klug, wenn eine Ex- Bundesrätin gegen die heutige Exekutive öffentlich auftritt, so wie es Ruth Dreifuss derzeit im Abstimmungskampf demonstriert. Selbstverständlich dürfte sie dies als normale Bürgerin tun. Aber als EX- Bundesrat gegen den neuen Bundesrat die Klingen zu kreuzen ist gewiss ungeschickt. Fazit: Es fehlt an Spielregeln, die eine interne Streitkultur zulässt, aber keine Auseinandersetzung in der Oeffentlichkeit zulässt. Es fehlt bei der Landesregierung gleichsam eine Teamkommunikationskultur, die auch nach dem Rücktritt eines Bundesrates spielen sollte. Falls sich künftig ein Mitglied des Bundesrates wiederum nicht an die internen Spielregeln halten sollte, könnte den "Sündern" die gelbe und im Wiederholungsfall sogar die rote Karte gezückt werden.

Zu Polo Hofers Informationspolitik _______________________________ "Offensichtlich fühlen sich viele Leute berufen, sich zu Polos persönlichem Sprachrohr zu machen", sagte Polo Hofer und ergänzte: "Es gibt nach wie vor nur eine Informationsquelle, nämlich wir" (Alice Bärtschi und Polo Hofer). Nach dem plötzlichen Spitalaufenthalt ist jedoch diese Informationsquelle seit Tagen versiegt. Verständlicherweise beschafften sich die Medien die Informationen selbst, wenn bei interessanten Vorkommnissen geschwiegen wird. So gab Matthias Mast (ein langjähriger Jassfreund von Polo Hofer) bekannt, dass Polo wegen einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung im Inselspital gepflegt werde. Blick berichtete hierauf am 26. August. Wir zitieren: Das einzige Lebenszeichen von Polo Hofer war eines der unangenehmsten Art: ein Anruf an seinen langjährigen Freund Matthias Mast, in dem er ihm kurzerhand die Freundschaft aufkündigte. Was können wir aus dieser Geschichte lernen? _________________________________________________________ Es ist gewiss richtig, die Information aktiv zu führen, zu koordinieren (selbst in der Hand zu behalten). Wer jedoch glaubt, er könne sich völlig abschotten und als prominente Person die Medien längere Zeit im Ungewissen lassen, muss sich nicht wundern, wenn sich dann Medien die Informationen selbst beschaffen (auch an unerwünschten Orten). Wer sich völlig abschottet, muss damit rechnen, dass dann Informationen unkontrolliert verbreitet werden. Polo Hofers Verzicht auf Informationen wurde zum Eigengoal. Das "Nichtinformieren" schürte zwangsläufig die Gerüchteküche und es kam zu Irritationen. Liegt jetzt Polo Hofer immer noch im Koma? Oder, ist er guter Dinge und amüsiert er sich möglicherweise im Spitalbett? Hat die Krankeit mit seinem Lebenswandel zu tun (Alkohol , Haschkonsum usw.)? Jedenfalls weiss heute niemand, wie es um den prominenten Rocker tatscählich bestellt ist. Will jemand die Informationen in den Händen behalten, muss er auch erklären und begründen können , weshalb er zur Zeit nichts sagen kann. Er muss unter Umständen auch darauf hinweisen, wann die Oeffentlichkeit konkretere Hinweise erwarten kann. Diese Aussagen sind bereits hilfreiche Informationen und haben nichts - aber auch gar nichts - mit der Preisgabe des privaten Bereiches zu tun.

Sonntag, 20. August 2006

Geschickt gekontert _________________________________________________ Vergangene Woche löste Tagesschausprecherin EVA HERMAN eine Riesendiskussion aus. Sie vertrat die Meinung, dass Kind und Karriere nicht zusammenpassen. Sie fand, berufstätige Mütter seien ständig überfordert und ihre Kinder würden nicht selten unter seelischen Schäden leiden. Hierauf wurde Eva Hermann in verschiedensten Medien sehr heftig angegriffen. Im Bild am Sonntag ( 20. August) wurde nun die Buchautorin des Buches "Das Eva- Prinzip" mit einer harten Frage - die kommen musste - konfrontiert: Als Tagesschasprecherin sei sie ja selbst auch eine Karrierefrau und halte mit ihrem neuen Buch andere Frauen vom Job ab (Bei der Frage ging es um die Glaubwürdigkeit der Autorin). __________________________________________________________________ Eva Herman konterte: __________________________________________________________________ Ich tat das, was ich für richtig fand. Das habe ich getan, ehrlich und aufrichtig. Jeder soll tun dürfen, was er will. Ich versuche in meinem Buch lediglich zu zeigen, wie schnell man sich im Namen der Emanzipation von seinen eigentlichen Bedürfnissen und Sehnsüchten entfernen kann. Ich staune über jene selbstgerechten Damen, die mit zusammengebissenen Zähnen behaupten, ihr Lebensweg sei der einzig richtige. Dies obwohl die Bilanz traurig ist. Die Emanzipation hat für viele Frauen einen hohen Preis. Ich selber habe erfahren, wei man mit der Entscheidung für die Karriere abhängig wird von der Wahnehmung anderer. ___________________________________________________________________ Kommentar: Eva Hermans verstand es mit ihrer Antwort, die Glaubwürdigkeit der provokativen These zu stärken, indem sie betont: Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Dadurch, dass Herman jeder Frau das Recht zugesteht, ihren eigenen Weg einzuschlagen, den sie für richtig hält, steht sie nicht als Sektiererin - gegen die Emanzipation der Frau - da. Sie kehrt den Spiess geschickt um und greift nun jene Kritikerinnen und militanten "Emanzen" an, die alle Hausfrauen abgewertet hatten und ausschliesslich den Karriereweg - als den einzig seligmachenden Weg - gepredigt hatten. Was Eva Hermann in ihrer Argumentation zuwenig vertieft hatte, ist die These , dass der Staat von den NUR- Hausfrauen im Grunde genommen enorm viel profitiert. Der Staat zahlt tatsächlich nicht nur die Betreuung der Kinder grosse Summen, sondern er muss zudem für weitere unangenehmen Folgekosten aufkommen (weil die konstante Bezugspersonen in der Betreuungsphase fehlt). Der Konter der abtretenden Tagesschausprecherin überzeugt nicht nur deshalb, weil eine Frau diese Meinung vertritt. Eva Herman unermauert ihre These mit eigenen Erlebnissen. Eine Frage bleibt im Raum: Wie bei Günter Grass bleibt ebenfalls ein ungutes Gefühl zurück. Erfolgte die Provokation absichtlich, im Hinblick auf die Vernissage des neuen Buches am 14. September? Auch bei Eva Hermann der Medienwirbel posititive Auswirkungen auf die Verkaufszahlen haben. Die Verlage lassen grüssen.

Samstag, 19. August 2006

Unverständlich! __________________________________________________________________ Hans Wyss, Chef des Bundesamtes für Veterenärwesens (BEVET) hatte bereits vor Monaten Aerger im Zusammenhang mit der Hickhackpolitik des Bundesrates beim Entscheid "Kampfhundeverbot ". Er musste sich auch schon bei der Thematik "Vogelgrippe" vorwerfen lassen, die Informationspolitik sei national und international zu wenig koordiniert. Nun muss er sich auch noch von Tierschutzkreisen vorwerfen lassen, man habe im Verfassungsentwurf die Streichung des Verbotes von Qualtransporten auf Schweizer Strassen heimlich gestrichen und damit könnten die der Schweiz beispielsweise Rinder bis zu 29 Stunden - nonstop - zusammengepfercht transportiert werden. Das Transitverbot habe er in der Verordnung klammheimlich gestrichen. In einem Interview im Beobachter vom 18. August 06 akzeptierte jetzt Wyss diesen Vorwurf und gibt immerhin offen zu, man hätte auf diesen Punkt aufmerksam machen müssen. Wyss konnte in diesem Interview beispielsweise die Frage nicht beantworten, was künftig geschehe, wenn ein Lastwagen an der Grenze gemäss Fahrtenschreiber mit Tieren bereits acht Stunden gefahren ist aber in der Schweiz höchstens sechs Stunden am Stück transportiert werden dürfte. (Müssten die Tiere an der Genze ausgeladen, untergebracht und getränkt werden?) Solche Fragen erheischen nach Hans Wyss einer rechtlichen Beurteilung. ________________________________________________________________ KOMMENTAR: _________________________________________________________________ Einmal mehr wird bewusst, dass die Schweiz in verschiedensten Belangen Schritt um Schritt genötigt wird, sich notgedrungen dem europäischen Recht anzupassen und die eigenen Schutzbestimmungen aufgeben muss. Wir haben bereits erlebt - dass gegen den Willen des Volkes - die 40 Tönner durch die Schweiz geschleust werden dürfen und es scheint, dass der Volkswille "Alpeninitiative" dadurch unterlaufen wird. Die Schwertransporte auf der Strasse konnten nicht reduziert werden. Im Gegenteil: Sie nehmen ständig zu . Die grauenhaften Tiertransporte (In Europa werden Schweine, Rinder, Schafe und Hühner stundenlang zum Teil unter widrigsten Bedingungen -"Hitze" - "Raumfrage" - "Wasserversorgung" quer durch Europa gekarrt) werden hingenommen. Niemand protestiert. Diese Transporte sind erstaunlicherweise - nach europäischem Recht - zulässig und der Schweiz sind angeblich auch bei diesem Problem die Hände gebunden. Es scheint, dass das Bundesamt für Veterenärwesen kapitulieren muss. Die tierfreundlicheren Bestimmungen würden mit der Streichung des Transitverbotes fallen gelassen. Die Schweiz müsste sich - einmal mehr - dem europäischen Recht unfreiwillig fügen. Damit würden die eigenen Tierschutzbestimmungen zur Farce. Hans Wyss hätte es in der Hand - zusammen mit der neuen Chefin Doris Leuthard - den Widerspruch bei den Tierschutzbestimmungen zu klären. Einerseits kämpft er angeblich für ein Verbot, anderseits möchte er auch das Verbot streichen. Hoffentlich gelingt es Wyss dieses Dilemma zu klären . Als Kommunikationsprofi weiss Wyss bestimmt, dass Widersprüchlichkeiten sofort ausgeräumt werden müssten. Die Bevölkerung hat ein Anrecht auf eindeutige Antworten! Der Vorschlag eines Leserbriefschreibers, den Bundesrat und die Verantwortlichen dieses jüngsten Entscheides ( das Transitverbot zu streichen), sollte man auch einmal in einem Wagen mit leidenden Tieren 29 Stunden lang - nonstop - transportieren lassen; dieser Vorschlag wäre gar nicht so abwegig. Man muss kein militanter Tierschützer sein, um einzusehen: Auch Tiere haben eine Anrecht, ohne Qualen transportiert zu werden. ________________________________________________________________ PS: Es lohnt sich bei www.rheotrik.ch im Suchfenster die Stichworte Vogelgrippe und Pitbull einzugeben. Sie finden dann unsere Beiträge und Analysen zu dieser Thematik.

Mittwoch, 16. August 2006

Zick-zackverhalten rächte sich. ____________________________________________________________ Doris Leuthard müsste jetzt den Kurs bestimmen. ______________________________________________________________ Nach dem grauenhaften Vorfall im Kanton Zürich (bei dem ein Kind von zwei Kampfhunden zerfleischt worden war) hatte das Bundesamt für Veterenärwesen die Auffassung vertreten, man müsste beim Hundeverbot die rechtliche Frage mit berücksichtigen, bevor ein Verbot von Rassen auf eidgenössischer Ebene über den Leist geschlagen wird. Vieles sei nämlich kantonal geregelt. Wyss stand damals für viele als Zögerer da, als jemand, der nicht bereit ist, zu handeln. Hernach wurde der Direktor des Bundesamtes für Veterenärwesens von Bundesrat Deiss zum Handeln "gezwungen". Wir verglichen die Geschichte mit dem Kindervers "Joggeli wott go Birli schüttle" und wir hatten geschrieben, Wyss sei erst aktiv geworden, nachdem der Chef zum Rechten gesorgt habe. Bundesrat Deiss stand damals unter dem Druck der Öffentlichkeit (Blickkampagne mit Unterschriftensammlung). Leider wussten wir damals noch nicht, dass Bundesrat Deiss seinem Direktor gleichsam in den Rücken gefallen war und den ersten Hauruck - Entscheid unbedacht gefällt hatte. Es dauerte nicht lange und es folgte der jüngte Zack-kurs. D.h. Bundesrat Deiss krebste zurück. Er hatte angeblich die rechtliche Fragen zu wenig gründlich abgeklärt. ____________________________________________________________________________ Nun rächte sich diese Lavieren. Erneut ist das Gesicht eines Kindes von einem Pitbull entstellt worden. Zickzackkurse sind in der Politik nie vertrauensbildend. Das Lavieren einer Landesregierung nimmt die Glaubwürdigkeit, die - vor allem in Krisensituationen - etwas vom Wichtigsten ist. Die Öffentlichkeit konnte damals das Hin und Her auf Bundesebene nicht nachvollziehen. Am 10. März wird dieser Zickzackkurs in der Presse beschrieben. Wir zitierten die Presse: Bundesrat Deiss nimmt einen Grossteil der von ihm vorgeschlagenen Massnahmen gegen gefährliche Hunde wieder zurück. Aus dem damaligen Pressespiegel: * Ins Verbot verbissen (Tagesanzeiger) * Muss noch ein Kind sterben? (Südostschweiz) * Peinliches Politstück (Berner Zeitung) * Der Bundesrat handelt zynisch (Blick) * Deiss verzichtet auf Pitbullverbot (St. Galler Tagblatt) * Schnelle Schüsse treffen nicht (NZZ online) * Doppeltes Spiel im Bundesrat (NZZ am Sonntag) Nach der tödlichen Pitbull-Attacke auf einen Kindergärtler im Kanton Zürich präsentierte Diss damals eine Liste mit 13 Hunderassen, deren Haltung nur noch unter strengen Bedingungen erlaubt sein soll. Diese Massnahmen liess er jedoch fallen. Wir kommentierten damals dieses Zickzackverhalten: Nachdem sich bei der Vogelgrippethematik nach den ersten Kommunikationspannen allmählich die Erkenntnis durchsetzt hatte, dass alle Entscheide auch europäisch bedacht und koordiniert werden müssen - Katzen einsperren oder nicht? - Hausgeflügel impfen? Ja oder nein? - Tamiflu verabreichen oder nicht?) so hätte Bundesrat Deiss erkennen müssen, dass sich "Windfahnen-Rhetorik" nie auszahlt. Hans Wyss (Direktor BVET) war damals der Leidtragende. Er musste unter seinem Departementschef das Hüst und das Hot auszuführen . Wyss hatte das Lavieren der vorgesetzten Stelle auszubaden. ------------------------------------------------------------------------- Nachdem der Bundesrat zurückgekrebst war, kam es nun schon wieder zu einem schlimmen Fall, der mit dem vorgesehenen Verbot hätte vermieden werden können. _________________________________________________________________________ DER NEUE FALL: Kleinkind von Pitbull attackiert. Ein anderthalbjähriger Knabe wurde in Genf schwer verletzt Der Knabe wurde in einem Park in Genf von einem Pitbull mehrmals in Gesicht gebissen worden. Wie die Behörden am Freitag mitteilten, wurde das Kind mit unbestimmten Verletzungen ins Spital eingeliefert. __________________________________________________________________________ Es liegt nun an Doris Leuthard, der Nachfolgerin von BR Deiss, den Kurs des Bundesrates zu korrigieren und dafür zu sorgen, dass endlich gefährliche Hunderassen verboten werden.

Sonntag, 13. August 2006

VEREINFACHEN - OHNE ZU VERFAELSCHEN - IST EINE KUNST. ****************************************** ABSCHREIBEN - OHNE ZU VERFAELSCHEN - IST AUCH EINE KUNST __________________________________________ Eine Journalistin (Monika Widler)in der Frauenzeitung BRIGIGTTE (17/06) übernahm weitgehend meine Analyse über Christoph Blocher und den Artikel "Vereinfachen", jedoch so geschickt, dass er nicht als Plagiat bezeichnet werden kann. Meine Beiträge wurden lediglich etwas umgeschrieben, ein wenig verändert und noch etwas beigefügt. Es wurden leider auch Sequenzen wortwörtlich übernommen. Beispielsweise: __________________________________________ "Die wirkliche Kunst besteht darin, zu vereinfachen ohne zu verfälschen" __________________________________________ Dieser Satz aus meinen veröffentlichen Fachbeiträgen (Alpha, rhetorik.ch) wird sogar noch in veränderter Form zum Titel: ___________________________________________ "VEREINFACHEN OHNE ZU VERFAELSCHEN IST EINE KUNST" __________________________________________ Wenn nun eine Sequenz aus rhetorik.ch - ohne Quellen- oder Autorenangabe (wortwörtlich abgeschrieben wird), so gibt dies zu denken. Texte dürfen nach meinem Dafürhalten immer übernommen werden. Das machen wir auch. Doch sollten diese Sequenzen als Zitate bezeichnet werden. Eine Profifrau würde zudem auf den Quellentext und den Autor verweisen. Diese Hinweise werten eine Journalistin nicht ab - im Gegenteil. Fazit: ABSCHREIBEN - OHNE ZU VERFAELSCHEN - IST AUCH EINE KUNST, ABER EINE FRAGWUERDIGE.

Freitag, 11. August 2006

Von Walfischen und "vom bücken" __________________________________ Diese Woche coachte ich eine Geschäftsleitung eines grösseren schweizerischen Verbandes im Fernsehstudio Nottwil (GDI = Guido A. Zäch Institut). Der Chef Marketing des Verbandes erwähnte in einem Beitrag, es fehle noch Geld. Man suche deshalb einen namhaften Sponsor. Als der Hausherr Dr. Guido A. Zäch die Gruppe während des Tages einmal begrüsste, hörte er zufälligerweise auch das Anliegen des Marketingschefs. Guido A. Zäch fragte hierauf die Teilnehmer: ____________________________________________ "Welches ist das grösste Tier auf der Erde?" ____________________________________________ Ein Teilnehmer: ____________________________________________ "Der Elefant." ____________________________________________ Zäch: ____________________________________________ "Nein, der Walfisch ist das grösste Tier! Und wisst Ihr, wie er sich ernährt?" ____________________________________________ Teilnehmer: ____________________________________________ "Mit Plankton." ____________________________________________ Zäch: ____________________________________________ "Richtig, so ist auch bei den Finanzen. Viele kleine Spenden ergeben Grosses! Uebrigens", fügte er dann bei, "Viele wissen es nicht, es ist genug Geld vorhanden. Es liegt nämlich auf der Strasse.!" ____________________________________________ Fragende Blicke. Die Teilnehmer stutzen. ____________________________________________ Zäch: ____________________________________________ "Aber man muss sich bücken!" ____________________________________________ ERKENNTNIS: 1. "Kleinvieh macht auch Mist." 2. Um zu Geld zu kommen, müssen wir etwas tun (sich bücken) und darf nicht warten, bis das Geld selbst kommt.

Terrorattacke vereitelt _______________________________________________________________________ Massenmord war das Ziel war des perfiden Plans von jungen Terroristen. Sie wollten Flüssigchemikalien in Flugzeuge schmuggeln und sie dort zu Sprengsätzen mixen. Kaum vorstellbar, wenn die ausgebildeten Massenmörder die Bomben gleichzeitig in 10 Grossflugzeugen hätten zünden können. Dieser Anschlag wäre einmalig gewesen, vor allem, wenn ein Flugzeug auch noch auf eine Grosstadt abgestürzt wäre. Nach ersten Informationen waren junge britische Muslime die wichtigsten Drahtzieher. Ich konnte zufälligerweise vor wenigen Wochen in Berlin an einer internen Veranstaltung für Sicherheitfachleute mit dabei sein. Nach meinem Referat sprach eine der prominentesten Fachpersonen (die Spezialistin für Terrorismus) des Bundesnachrichtendienstes. Sie wies in Berlin darauf hin, dass derzeit junge Terroristen wieder aktiv sind. Uns wurden bedenkliche Hetzreden abgespielt. Internetseiten waren zu sehen, die lediglich eine halbe Stunde für die Anhänger online waren - mit allen detaillierten Rezepten zur Herstellung von Sprengsätzen. Diese Anleitungen konnten die Terroristen für sich herunterladen. Es beeindruckte mich, dass der BND auch genaue Kenntnis hatte von den Ausbildungslagern der Muslime in Australien und Pakistan und dass man weiss, dass sich nicht alte Muslime aus dem nahen Osten als Attentäter in Frage kommen, sonden Jugendliche (vielfach Konvertierte), die in Europa aufgewachen sind und von den Hetzpredigern beeinflusst wurden. In einem Video war zu sehen, wie man bei Versuchen und echten Sprengsätzen zeigt, wie man mit einer Explosion möglichst viele Menschen töten kann. Die jüngste Geschichte verdeutlicht, dass der BND die Problematik in Berlin vor Tagen nicht einseitig oder übertrieben dargestellt hatte . Wir haben jetzt nach dem Terroralarm erkannt, diese Prognosen waren keine Hirngespinste. Es gibt sie, die gefährlichen Massenmörder. Und das schlimmste: Sie sind jung, sind in Europa aufgewachsen und leben unter uns.

Donnerstag, 10. August 2006

BLICK geisselt in der heutigen Ausgabe (10.8.06) Mc Mahon, weil sie als Dopingsünderin trotz Sperrung illegal an Volksläufen teilgenommen hat. ______________________________________________________ Mc Mahon enttäusche mich schon früher, weil sie vor den Medien stets nur das zugegeben hatte, was man ihr beweisen konnte. Sie deckte zudem immer alle Hintermänner bei der Dopinggeschichte. Was mich heute beschäftigt, ist nicht nur die Uneinsichtigkeit dieser Spitzenathletin. Sie trat in den Medien völlig unvorbereitet auf. Sie scheint nicht zu wissen, was ANTIZIPIEREN und WORDING heisst, wenn man vor einem Mikrofon oder einer Kamera Red und Antwort stehen muss. Im Zusammenhang mit dem Dopingskandal beim Radsport trat Brigitte Mc Mahon (freiwillig!) im Zischtigclub auf. Sie wusste somit ganz genau, dass kritische Fragen gestellt werden könnten. Als dann diese Fragen gestellt wurden, fehlen ihr aber konkrete, glaubwürdige, überzeugende Antworten. Auf die Frage, weshalb sie Doping genommen habe, griff Mc Mahon in die Kiste der billigsten Ausreden und behauptete, sie hätte Epo nehmen müssen, um ihre Blutwerte zu korrigieren. Auf die Frage , wer ihr das Doping verschafft habe, hätte die "Spritzensportlerin" sich schon längt eine Antwort bereithalten müssen. Doch auch da fehlte das Wording. Völlig hilfos wirkte Mc Mahon beim Vorwurf, sie habe trotz Sperrung bei Volksläufen Preisgeld kassiert. Mit dieser Frage war ebenfalls zu rechnen. Doch Mc Mahon shnappte nur nach Luft und fand, dieses Thema gehöre nicht in diese Runde. Schade, Britte Mc Mahon! Auch dieser Medienauftritt war ein Flop. Chance vertan! _____________________________________________________________ FAZIT: BEI OEFFENTLICHEN AUFTRITTEN UNVERBEREITET REDEN IST NICHT NUR SCHLIMM, WIE UNBEDACHTES REDEN. ES IST AUCH FAHRLAESSIG. WORDING HEISST, SICH GLAUBWUERDIGE ANTWORTEN ZURECHTLEGEN.

Dienstag, 8. August 2006

Wenn zwei sich streiten freut es die Quote Nina Hagen und Dieter Bohlen streiten sich. Nina findet die Bemerkungen Bohlens bei "Deutschland sucht den Superstar "menschenverachtend". Bohlen findet hingegen, die Rockröhre wolle einfach auffallen - um jeden Preis. Wir finden: Wenn sich jemand in den Medien beschimpft und wenn sich Personen vor Mikrofon und Kamera in die Wolle geraten, so fördert dies vor allem die Einschaltquote. Wer dieses Spiel mitspielt qualifiziert sich selbst.