Freitag, 16. Oktober 2020

Jacqueline Badran verlor die Nerven

Politiker müssen lernen, sich von Medien nicht überraschen zu lassen

Badran: «Ich verstehe nicht, wie man aus linker Sicht noch dagegen sein  kann.» | St.Galler Tagblatt

Die Geschichte hat hohe Wellen geworfen: Ende September bezeichnete SVP-Nationalrat Andreas Glarner am Rande eines Klimaprotest-Camps vor dem Bundeshaus die Grüne Nationalrätin Sibel Arslan als «Arschlan» (persoenlich.com berichtete). Etwas abseits stand SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, die sich darüber ärgerte, dass anstelle der Klimaaktivisten nun Glarner die mediale Aufmerksamkeit auf sich zieht. «Praktisch alle Journalisten, die auf dem Platz waren, rannten zu den beiden, als wären Harry und Megan persönlich aus dem Bundeshaus geschritten», so Badran in einem ausführlichen Medienwoche-Interview.

Als ein SRF-Radiojournalist Badran fragte, was sie vom Streit zwischen Glarner und Arslan halte, antwortete sie: «Mit euch spreche ich nicht.» Der Grund, den Badran anschliessend nannte, wurde schliesslich in einem «Echo der Zeit»-Beitrag gesendet: «Weil ihr die falschen Fragen stellt, weil ihr die Kameras auf die falschen Orte richtet. Ihr müsst die Jugendlichen filmen und nicht de huere fucking Glarner.»

Badran sei «offensichtlich nicht in der Verfassung» gewesen, um ein Zitat abzugeben. Sie kritisiert SRF, sie überrumpelt und ihre Aussage unautorisiert verwendet zu haben. «Der Journalist hätte eine Stunde später zurückkommen können und ich hätte ein vernünftiges Statement zur Medienkritik abgeben können», so Badran zur Medienwoche. «Wir sind nicht Vieh. Wir sind auch Menschen und keine Roboter, die nonstop professionelle Medienarbeit machen.»

Der SRF-Beitrag löste weitere Medienberichte aus – und hatte Folgen für die Zürcherin. «Ich wurde einfach auf die Politikerin reduziert, die die Nerven verloren hat und rumrabazt und Glarner beschimpft», so Badran, «und nicht etwa auf die 40 Jahre Engagement als Umweltpolitikerin, die die Medien kritisiert.» Unter Artikeln von Blick und 20 Minuten gab es wüste Kommentare, Badran erhielt zahlreiche E-Mails. Auch eine Morddrohung sei eingetroffen, wie sie gegenüber der Medienwoche schildert. Unterzeichnet sei das Schreiben «von einem ‹Mitglied des Glarner-Fanclubs›» gewesen.

Kommentar: Diese Geschichte zeigt, wie wichtig Medientrainings sind.


(Quelle PERSOENLICH.com)

 

Sonntag, 11. Oktober 2020

SRF Direktorin Nathalie Wappler im Gegenwind

 

 

"Das Fallbeil von Leutschenbach" streicht beliebte Sendungen

 

Die SRF Direktorin muss aufgrund ausbleibender Werbeeinnahmen zwangsläufig sparen. Doch  sie kann es mit  ihrem "Streichkonzert" niemandem recht machen. Sie legt sich gegen zu viele Fronten an. Ein verzwickte Situation. Das Publikum will ihre Entscheide  in dieser Form nicht mehr hinnehmen. Weil erfolgreiche Sendungen abgeschafft werden sollen, ist nun der Teufel los. Vor allem religiöse Kreise und Künstler wollen die Kürzungen nicht akzeptieren. Das Aus für Sternstunde Musik, Arena Reporter,  Schawinsky und Eco Talk  noch ohne grossen Lärm über die Bühne. Beim jüngsten aktuellen grossen Streichkonzert ertönen laute Misstöne.

Die Opposition formiert sich breit. Proteste werden laut. Nathalie Wappler möchte künftig vermehrt die Jugend ansprechen. Sehr wahrscheinlich geht ihr bei diesem Konzept die Rechnung nicht auf. Denn, populäre Sendungen sollen zu Gunsten der Jugend gekippt werden. Das derzeitige Problem: Zu viele Bevölkerungsgruppen werden vor den Kopf gestossen und die Jugend wird wohl dem Wunsch der Direktorin  nicht nachkommen. Der Fehler Wapplers: Sie legt sich mit zu vielen Konsumenten an.

Der Direktorin wird vorgeworfen, mit ihrem Sparhammer verstosse sie  gegen den Service Public.

SRF sei verpflichtet, im Programm alle Schichten abdecken. Es sei ein Fehler, die treusten Fernsehkonsumenten und Radiohörer zu vergällen.

Weshalb sind so viele Konsumenten verärgert? Vor allem das treue Publikum, die ältere Generation, die Künstler, die Kirchen?

Stimmen werden laut die vermuten, diese Kürzungen wären gesellschaftpolitisch bedingt.

Bluten müssen viele Swissness - Spartensendungen, wei beispielsweise:

- SRF bi dä Lüüt

- Viva Volksmusik

- Mini Schwyz- Dini Schwyz

- Swiss-Music-Avards 

Aber auch Sportsendungen:

- Sport Aktuell

Die Unterhaltung wird ebenfalls nicht verschont:

-Art on Ice

Auch Sendeplätze für Literatur und Religion:

-  "Die 52 besten Bücher"

Fernen sollen Religionssendungen ausgedünnt werden:

- Zwischenhalt

- Blickpunkt Religion

Die Sparte Wirtschaft und Wissenschaft muss ebenfalls bluten:

- ECO

- Einstein Spezial

Sowie die beliebte und lehrreiche Sendung:

- Tierdok "Netz Natur" mit Andreas Moser.

  Zudem will Wappler  211Vollzeitstellen in den nächsten zwei Jahren abbauen.

Kommentar: Wappler könnte gewisss konkret aufzeigen, dass man den Pelz nicht waschen kann, ohne ihn nass zu machen.

Sie muss bei der Sparübung entscheiden und kann es nicht allen recht machen.

Wenn es aber SRF nicht gelingt, die Bevölkerung zu überzeugen, dass ALLE bluten müssen, muss etwas mit der Kommunikation nach innen und aussen verbessert werden.

Der Aufschrei der kirchlichen Kreise und der offene Brief von zwei Dutzend Schriftsteller  an die SRF Direktorin verdeutlichen, dass der Ueberzeugungsakt noch nicht geglückt ist. Die SRF Führung kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, in der Hoffnung, der Lärm verebbe.

Auch eine Petition signalisiert, dass SRF nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann.

Jetzt ist ein wohl durchdachtes Kommunikationskonzept gefragt, das zeigt, dass die Kritik des Publikums ernst genommen wird.

Wappler müsste überzeugend darlegen, wo sie auch intern kürzt.

Beispielsweise bei  kostspieligen Reisen von Journalisten.

 





Donnerstag, 8. Oktober 2020

Bildersprache

Biden ist nicht mehr der Jüngste (Aufnahme nach dem Duell)

Spannung liess nach, als er glaubte, die Kamera sei abgestellt.

Donnerstag, 1. Oktober 2020

Robert Dubler bleibt beim Namen "Mohrenkopf"

Dubler gibt dem Druck nicht nach. Schon wieder stehen «Mohrenköpfe» in den Schlagzeilen. Erst vor Kurzen löste der umstrittene Schoko-Schaumkuss eine Debatte in der Schweiz aus. Eine Twitter-Nutzerin prangerte öffentlich den rassistischen Namen an. Sie forderte die Detailhändler auf, den «Mohrenkopf» aus dem Sortiment zu nehmen. Migros und Volg reagierten auf den Aufruf und schmissen die Dubler-Schaumküsse aus dem Regal. Drei Monate später der nächste Hammer. Das Unternehmen Richterich aus Laufen BL fügt sich dem öffentlichen Druck. Das Unternehmen verzichtet auf die Bezeichnung «Mohrenkopf» für seine bekannteste Süssigkeit. Dubler kann nur schmunzeln (Quelle Blick) Darüber kann Mohrenkopf-König Robert Dubler nur schmunzeln. «Richterich ist klein», sagt er. «Ich habe das Glück, dass ich es mir leisten kann, unabhängig zu sein und zu meinen Überzeugungen zu stehen.» Dubler führt die Firma in zweiter Generation. «Solange ich lebe, bleibt der Name», sagte er bereits im Juni gegenüber BLICK, als der Skandal hohe Wellen schlug. Der Richterich-Mohrenkopf aus Laufen sieht dem Dubler-Schaumkuss aus Waltenschwil AG sehr ähnlich. Auch er ist in eine goldene Verpackung gehüllt. Mehr zum Thema Auch «Moretti» müssen dran glauben Migros tauft Schaumküsse neu Nach «Mohrenkopf» auch «Moretti» weg! Migros Basel lässt Mohrenkopf im Regal Traditionsfirma Richterich streicht den Namen «Mohrenkopf» Nach Protesten der Kunden Hersteller Richterich streicht Namen «Mohrenkopf» Richterich-Schaumküsse wieder im Manor Auf den Schaumküssen des Traditionsunternehmens Richterich wird ab jetzt nur noch der Name des Familienunternehmens stehen. Ob die Firma diesen Entscheid aus finanziellen oder ethischen Gründen gefällt hat, ist bislang nicht bekannt. Fakt ist aber auch: Der Detailhändler Manor hatte die Richterich-Küsse im Sommer als Reaktion auf die Rassismusvorwürfe aus dem Sortiment genommen. Nun sind sie wieder erhältlich. Mit neuer Verpackung. «Es handelt sich um einen pragmatischen Entscheid, das Wort ‹Mohrenkopf› nicht mehr auf die Goldfolie zu drucken», sagt Richterich-Sprecherin Cécile Grüninger. «Wir entsprechen damit einfach dem Wunsch einiger Kundinnen und Kunden», sagt sie. KOMMENTAR: Richterich entspricht nicht dem Wunsch der Kunden, sondern dem Wunsch extremer Sprachpolizisten. Dublers konsequente Haltung ist bewundernswert. Er lässt sich nicht erpressen.