Dienstag, 21. November 2017

Uhwiesen - Zürich und zurück (Arbeitsweg von Matthias Knill)

Pendler

14. November 2017 (20 Min Print)

Er pendelt mit dem Velo täglich 4 Stunden

von B. Zanni - Er sei viel produktiver, wenn er mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, sagt ein Kommunikationsberater. Dafür nimmt er einen langen Weg in Kauf.

storybild
Geht Matthias Knill mit dem Velo zur Arbeit, 
steht er morgens um 5.30 Uhr auf.
(Symbolbild) (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Sie wohnen in Uhwiesen bei Schaffhausen und arbeiten in Zürich. Müssen Sie da nicht viel früher aufstehen, um mit dem Velo zur Arbeit zu fahren?
 
Ja, ich stehe um 5.30 Uhr auf, also eineinhalb Stunden früher, als wenn ich mit dem Zug nach Zürich reise. Um 6 Uhr fahre ich los. Um die gut 50 Kilometer nach Zürich zurückzulegen, brauche ich knapp zwei Stunden.

Was essen Sie vor diesem strengen Arbeitsweg?
 
Manchmal vielleicht ein Joghurt. Meist steige ich aber mit leerem Magen aufs Rad.

Dafür trinken Sie beim Radeln umso mehr.
 
Nein. Ich nehme zwar eine Trinkflasche mit. Im Büro stelle ich dann aber meist eine noch volle Flasche in den Kühlschrank. Frühmorgens schwitze ich kaum und habe daher auch nicht Durst. Wenn ich im Büro angekommen bin, gönne ich mir dann aber schon noch was: ein Sandwich und einen Kaffee. Vorher dusche ich natürlich noch im Büro und ziehe mich um. Es ist wichtig, dass Pendler, die mit dem Velo zur Arbeit gehen, im Büro duschen können. Besonders bewusst wurde mir dies, als wir einen Wasserschaden hatten und die Dusche während der Sommermonate nicht funktionierte.

Beklagten sich die Kollegen etwa über Schweissgeruch?
 
Nein. Duschen konnte ich zum Glück schon noch. Leider musste ich aber auf die Dusche im Fitnesscenter nebenan ausweichen und verlor deshalb viel Zeit, bis ich mit der Arbeit anfangen konnte.

Treten Sie auch nach Feierabend in die Pedale?
 
Ja. Meist mache ich dann noch einen Umweg, um noch etwas länger Velo auszufahren. Um den Abendverkehr in der Stadt zu umgehen, nehme ich aber manchmal auch den Zug, zum Beispiel vom Stadelhofen bis Dübendorf oder Uster, und fahre von dort mit dem Velo weiter. Auf dem Nachhauseweg bin ich selten allein. Meist treffe ich auf dem Weg Freunde, meine Frau oder unsere Töchter, die mir mit dem Rad entgegenfahren. Dann fahren wir alle gemeinsam nach Hause und plaudern.

Eine neue Kampagne hat Kurz auch zum Erfolg verholfen

Sebastian Kurz, der neue Kanzler, ist schon bei den Wahlen in Österreich ein erstaunlicher Sieg gelungen. Der Star der Kommunikationsszene Philipp Maderthaner hat als Macher des  ungewöhlichen Erfolges von Kurz grosse Verdienste. Was war das Geheimnis seines erfolgreichen Campaigning?
Er hatte einen Hoffnungsträger als Politiker, dem die Oeserreicher vertrauten.
Der Macher setzte auf schlichte Dinge, die leider im Politbetrieb nicht mehr selbstverstädnlich sind:
Eine klare Haltung.
Eine einfache verständliche Sprache.
Die Bescheidenheit.

Das Team der Kurz-Kampagne wusste, dass Kurz ins Kreuzfeuer der Kritik kommen wird, nach dem Motto "Alle gegen Kurz".
Es war damit zu rechnen, dass von verschiedensten Seiten versucht wird, den Politiker zu demontieren.
Maderthaner orientierte sich als Kampagnenleiter an den amerikansichen Wahlkampfmethoden.
Das heisst:
Die positive Einstellung des Kanditaten dominiert.
Auf Attacken wird verzichtet.
Es gibt kein  Dirty Campaigning ("Schmutzkübelkampagnen", die meist vor Gericht enden).
Dieser neue, offene Stil   führte zu einer Mitmach-Bewegung. Es gab laufend neue Unterstützer.
Der Spitzenkandidat blieb jedoch spielentscheidend.


Auch wenn’s mal unpopulär ist. Diese Integrität, diese Haltung ist aus meiner Sicht sein größtes Asset.




. Er hat oft genug in seinem politischen Wirken bewiesen, dass er nicht nur sagt, was Sache ist, sondern auch tut, was nötig und richtig ist. Auch wenn’s mal unpopulär ist. Diese Integrität, diese Haltung ist aus meiner Sicht sein größtes Asset.

Im Video: Sebastian Kurz über Verhältnis zur FPÖ: "Der Wählerwille muss akzeptiert werden"

FOCUS Online Sebastian Kurz über Verhältnis zur FPÖ: "Der Wählerwille muss akzeptiert werden"
Jäger: Denken Sie, dass die Zuspitzung auf Personen gerade besonders zeitgemäß ist? Und warum?
Maderthaner: Organisationen und Institutionen verlieren nicht nur an Vertrauen, das zeigen Forschungsergebnisse zunehmend, sie verlieren auch an Bedeutung. Die digitale Vernetzung, über soziale Netzwerke und das Internet generell, beschert uns als Individuen völlig neue Macht. Wir haben dadurch ein Ausmaß an Selbstorganisationskraft erlangt wie nie zuvor. Wir können uns zu jeder Zeit selbst rund um unsere Interessen, Anliegen, Wünsche, Träume oder Hoffnung digital und in der Folge auch offline organisieren. Die logische Konsequenz ist, dass jene, die diesen Job bisher hatten, nämlich Organisationen, an Bedeutung verlieren. Und die Folge daraus ist: Mobilisierungskraft, also die Fähigkeit Menschen zu bewegen, wird zu einer Art Schlüsselfähigkeit. Das ist die zentrale These des von mir entwickelten methodischen Kampagnenansatzes. Dafür braucht's natürlich auch Leader, die diese Bewegungen anführen.
Jäger: Wie wichtig war die thematische Ausrichtung? Wo lagen die Schwerpunkte?
Maderthaner: Thematisch gab es drei Schwerpunkte. Einerseits den Standort und das Thema der Steuersenkungen. Dazu die Frage der Sicherung unserer Sozialsysteme und letztlich auch die Herausforderungen der illegalen Migration. Über all diesen Themen stand permanent, als eine Art Meta-Thema, die Frage, welchen Stil wir in der Politik künftig haben wollen.
Wahlen in Österreich
dpa/Hans Klaus Techt Bundeskanzler Christian Kern (l,SPÖ) und ÖVP-Kanzlerkandidat und Außenminister Sebastian Kurz (r) in Wien.

Jäger: Es wurde ja häufig der Vergleich zur Bewegung von Macron gezogen. Team-Kurz lief aber parallel zur etablierten Parteiorganisation. Was das eine Bürde oder ein Vorteil?
Maderthaner: Ganz klar ein Vorteil. Die Kampagne konnte so auf das Beste aus beiden Welten bauen. Österreichs Parteien haben traditionell sehr starke Parteistrukturen und auch einen hohen Organisationsgrad im Bezug auf Mitgliederzahlen. Darauf zu verzichten wäre nicht nur falsch, sondern aus meiner Sicht auch dumm. Auch in der Volkspartei haben sich immerhin viele Menschen aus ehrlicher Überzeugung engagiert, teils über Jahre und Jahrzehnte, das kann man doch nicht einfach ignorieren. Aber was es schon auch brauchte, war die Öffnung. Die Öffnung und Verbreiterung mit dem Team Kurz. Eine offene Mitmach-Bewegung für alle Menschen, die diesen Weg mit uns gehen wollten.

Im Video: FPÖ-Anhänger verprügelt Puls4-Reporter auf Wahlparty

FOCUS Online/Glomex FPÖ-Anhänger verprügelt Puls4-Reporter auf Wahlparty
Jäger: Wie gelang die Abstimmung mit der ÖVP ganz praktisch?
Maderthaner: Das Team Kurz hatte einen eigenen Sprecher, der als Sprecher der Bewegung agierte. Die Volkspartei wiederum hat eine Generalsekretärin, die an der Spitze der Organisation steht. Beide Teile wurden in Form einer ganzheitlichen Kampagnen-Organisation miteinander verschränkt. Die Abstimmung war somit nahtlos.
Jäger: Die Wählerwanderung zeigt, dass die ÖVP von allen Parteien dazugewonnen hat. Gab es hierfür gezielte Kampagnen?
Maderthaner: Der neue Stil von Sebastian Kurz hat sicherlich auch viele Nichtwähler angesprochen und generell Anhänger in allen politischen Lagern gefunden. Das liegt vor allem an der Persönlichkeit von Sebastian Kurz. Gezielte Kampagnen für einzelne politische Lager gab es nicht.
Jäger: Bei dem Erfolg stellt sich die Frage: wird die Kampagne auch während der Regierungsarbeit weitergeführt? In welcher Form?
Maderthaner: Das Team Kurz entstand eigentlich 2013 rund um die Vorzugsstimmenkampagne von Sebastian Kurz. Damals war die Entscheidung: Natürlich bleiben wir mit den 50.000 Menschen in Kontakt und arbeiten weiter mit ihnen an echter Veränderung. Jetzt, nach 2017, würde ich meinen, dass das Gleiche gilt. Hier sind Hunderttausende Menschen mit großen Hoffnungen Teil einer Bewegung geworden. Jetzt gilt es, mit diesen Menschen gemeinsam jene Veränderung zu bewirken, die es braucht. Die Mobilisierungskraft des Team Kurz kann dabei sicher nicht schaden.
Sieger
dpa/Hans Klaus Techt Österreichs Wahlsieger Sebastian Kurz winkt in Wien Anhängern zu. Der ÖVP-Chef wird vermutlich in Kürze offiziell mit der Koalitionsbildung beauftragt.
 Jäger: Bei der Bundestagswahl in Deutschland haben beide Volksparteien stark verloren. Inwiefern wäre das Erfolgsrezept von Sebastian Kurz auch auf die Bundesrepublik übertragbar?
Maderthaner: Methodisch gesehen ist diese Form der Mobilisierung grundsätzlich übertragbar. Ich bin fest davon überzeugt, dass Parteien insgesamt ihre strukturelle Bedeutung zunehmend verlieren und künftig in der Lage sein müssen, Menschen stärker rund um Anliegen zu involvieren und diese auch zu kampagnisieren. So etwas kurz vor einer Wahl zu beginnen, wäre zum Scheitern verurteilt. Auch Kurz hat eben 2013 damit begonnen. Politik wird zunehmend zum offenen Mitmach-Prozess und Kampagnen zu einer Art Dauerzustand, ein permanentes Interagieren mit jenen Menschen, die bereit sind, meine Sache zu unterstützen. Das ist mit einer ‚weiter so’ Botschaft sicherlich schwieriger als mit einer, die auf ‚Veränderung’ setzt. Aber auch bei ‚weiter so’ gibt es ein Verlangen nach einer begeisterungsfähigen Zukunftsvision, das gestillt werden will. Hier denke ich liegt die Herausforderung für die etablierten Volksparteien.

Wenn Verhandlungen stocken

Montag, 20. November 2017

Verhandeln heisst: Einander entgegenkommen

Wir alle kennen in der Alltagskommunikation die
Schwierigkeit beim Verhandeln.



Wenn Jugendliche mit den Eltern die Handykosten ausmarchen oder Mitarbeiter mit dem Chef eine Lohnerhöhung aushandeln, wird rasch bewusst:

Ein tauglichers Resultat kann nur gefunden werden, wenn es zu einer "Win-win" Situation kommt,

Jede Seite muss gewinnen. Vereinbarungen auf Kosten nur einer Seite ist stets eine schlechte Basis.

In Deutschland   versuchten  alle Akteure bei den Jamaika—Verhandlungen,  sich auf ein gemeinsames solides Fundament zu einigen.

Nun sind diese Verhandlungen geplatzt. So wie das Amen in der Kirche , folgen nun wohl in den Medienechos die Schuldzuweisungen.

Politologen waren sich bis zum Sonntagabend einig: CDU/CSU und Grüne und FDP werden sich trotz harzigen Absprachen doch noch einigen, denn sie wollen auf die lukrativen Regierungssitze nicht verzichten.

Anderseits  war es offensichtlich, dass eine Regierung nur mit faulen Kompromissen möglich geworden wäre.

Wenn Parteien, die von den Stimmbürgern ihrer Kernanliegen wegen gewählt worden sind, plötzlich ihre wichtigsten Anliegen aufgeben müssen, sind Probleme vorprogrammiert.

Wenn beispielsweise Grüne plötzlich Kohlekraftwerke in Kauf nehmen müssen oder wenn die Steuerung der Einwanderung als Kernziel gestrichen werden muss, verliert eine Partei ihre Glaubwürdigkeit.

Dass die Jamaikalösung nur noch  auf faulen Kompromissen zustande gekommen wäre, zichnete sich am Schluss ab.

Wir müssen bei allen Parteien verstehen, dass es gewisse Schmerzgrenzen gibt, die nicht überschirtten werden dürfen. Die FDP hat als einzige Partei am Schluss die Notbremse gezogen und sich gesagt: Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.

FAZIT: Verhandlungen taugen nur, wenn alle mit den Kompromissen leben können.

Faule Kompromisse sind stets eine schlechte Basis für den politischen Alltag.

Es gibt Grenzen, die bei Verhandlungen nicht überschritten werden dürfen.

Wenngleich nun der FDP vorgeworfen werden kann, sie sei zu wenig kompromissbereit,

so hat diese Partei immerhin Grösse gezeigt, indem sie ihre Grundhaltung, ihre Philosophie


 nicht für lukrative Regierungssitze geopfert hat.


Live

+++ Liveblog +++: Lindner verteidigt Jamaika-Aus
FDP-Chef Christian Lindner hat den Abbruch der Sondierungsgespräche mit Union und Grünen verteidigt.

Der Eintritt in eine Regierung hätte den Wählerauftrag zu einem Politikwechsel verfälscht. 

Die Entwicklungen im Liveblog. Mit Max Holscher und Vanessa Steinmetz mehr... Forum ]

Drei Szenarien sind denkbar.

Minderheitsregierung, grosse Koalition oder Neuwahlen?

Die erste Option ist eine Minderheitsregierung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) würde den Abgeordneten in diesem Fall einen Regierungschef vorschlagen. Das könnte Bundeskanzlerin Angela Merkel oder jemand anders sein. Im letzten von drei möglichen Wahlgängen könnte diese Person dann statt mit einer absoluten auch mit einer nur relativen Mehrheit gewählt werden. Rechnerisch wären dann zwar alle möglichen Regierungsbündnisse denkbar, etwa auch mit der AfD, realistisch kämen aber wohl nur zwei infrage.
Unter Merkel könnte ein mögliches Bündnis aus CDU, CSU und FDP bestehen. Die drei Parteien kommen im Bundestag zusammen auf 326 von 709 Sitzen; für eine Mehrheit (355 Sitze) würden 29 Stimmen fehlen. Ein zweites Bündnis wäre zwischen CDU, FDP und den Grünen möglich, ohne die CSU. Hierbei käme die Regierung auf 347 Sitze. Allerdings würde eine solche Koalition das Ende der jahrzehntelangen Union aus CDU und CSU bedeuten. Deutschlands Parteienlandschaft stünde kopf. Dazu käme bei jeder Minderheitsregierung, dass sie sich wechselnde Mehrheiten suchen müsste. So etwas hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben.
Das zweite Szenario wäre eine erneute grosse Koalition aus Union und SPD. Die Sozialdemokraten haben das unter ihrem Parteichef Martin Schulz zwar ausgeschlossen, das letzte Mal an diesem Wochenende. Doch wer weiss, wie sich die Stimmung in den kommenden Tagen entwickelt. Womöglich werden in der SPD doch noch Stimmen laut, welche die Partei in der Pflicht sehen, dem Land zu einer stabilen Regierung zu verhelfen. Mit 399 Sitzen kämen Union und SPD zumindest auf eine komfortable Mehrheit.
Die letzte Möglichkeit wären Neuwahlen. Dazu könnte Bundespräsident Steinmeier beispielsweise dann aufrufen, wenn Merkel von sich aus das Handtuch werfen würde. In dem Fall wäre die Ära der kürzlich noch als mächtigste Frau der Welt gefeierten Pfarrerstochter doch schon nach 12 statt nach 16 Jahren beendet. Und der Bundesrepublik stünde der heisseste politische Winter ihrer Geschichte bevor.
opfert. 

   

FDP macht bei faulen Kompromissen nicht mit

DIE SENSATION:



  • Schluss! Aus! Vorbei!  

    Ich zitiere NZZ:
    Drei Szenarien sind nun denkbar:

    Minderheitsregierung, grosse Koalition oder Neuwahlen?

    Die erste Option ist eine Minderheitsregierung. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) würde den Abgeordneten in diesem Fall einen Regierungschef vorschlagen. Das könnte Bundeskanzlerin Angela Merkel oder jemand anders sein. Im letzten von drei möglichen Wahlgängen könnte diese Person dann statt mit einer absoluten auch mit einer nur relativen Mehrheit gewählt werden. Rechnerisch wären dann zwar alle möglichen Regierungsbündnisse denkbar, etwa auch mit der AfD, realistisch kämen aber wohl nur zwei infrage.
    Unter Merkel könnte ein mögliches Bündnis aus CDU, CSU und FDP bestehen. Die drei Parteien kommen im Bundestag zusammen auf 326 von 709 Sitzen; für eine Mehrheit (355 Sitze) würden 29 Stimmen fehlen. Ein zweites Bündnis wäre zwischen CDU, FDP und den Grünen möglich, ohne die CSU. Hierbei käme die Regierung auf 347 Sitze. Allerdings würde eine solche Koalition das Ende der jahrzehntelangen Union aus CDU und CSU bedeuten. Deutschlands Parteienlandschaft stünde kopf. Dazu käme bei jeder Minderheitsregierung, dass sie sich wechselnde Mehrheiten suchen müsste. So etwas hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben.
    Das zweite Szenario wäre eine erneute grosse Koalition aus Union und SPD. Die Sozialdemokraten haben das unter ihrem Parteichef Martin Schulz zwar ausgeschlossen, das letzte Mal an diesem Wochenende. Doch wer weiss, wie sich die Stimmung in den kommenden Tagen entwickelt. Womöglich werden in der SPD doch noch Stimmen laut, welche die Partei in der Pflicht sehen, dem Land zu einer stabilen Regierung zu verhelfen. Mit 399 Sitzen kämen Union und SPD zumindest auf eine komfortable Mehrheit.
    Die letzte Möglichkeit wären Neuwahlen. Dazu könnte Bundespräsident Steinmeier beispielsweise dann aufrufen, wenn Merkel von sich aus das Handtuch werfen würde. In dem Fall wäre die Ära der kürzlich noch als mächtigste Frau der Welt gefeierten Pfarrerstochter doch schon nach 12 statt nach 16 Jahren beendet. Und der Bundesrepublik stünde der heisseste politische Winter ihrer Geschichte bevor.

Wo sind sie geblieben - Eltern, die Zeit haben für ihre Kinder?

Arbeit über alles! (aus SPIEGEL-online)



  Jeden Tag zeigt SPIEGEL ONLINE den Cartoon des Tages, sehen Sie hier eine...
Thomas Plaßmann

News Tele Züri (Beitrag über Wolff mit Kommunikationsexperte)

Sonntag, 19. November 2017

Solche Pannen dürften sich SRF Mitarbeiter nicht leisten

Das ist ein gefundenes Fressen für No-Billag Befürworter

Die Panne hat bestimmt Tausende zu einem Ja bewegt.
Ein Eigencoal!
Der Journalist bedauert, nicht richtig recherchiert zu haben.
Es gab nämlich diese Person, die  bei SRF gearbeitet hatte.



SRF-Mitarbeiter muss sich entschuldigen

Sportkommentator Stefan Hofmänner hat einer Person vorgeworfen, gar nie bei SRF gearbeitet zu haben. (aus PERSOENLICH.com)

Die Nervosität der SRF Mitarbeiter ist kontraproduktiv

Das hektische Verhalten der Journalisten
im Netz könnte zum Eigencoal werden.

Die bekannte Krisenmanagerin 
Beatrice Tschanz findet ebenfalls:

Unruhe am Leutschenbach: Immer mehr SRF-Stars warnen vor einer 
Annahme von No Billag. Experten befürchten, dass ihr verzweifeltes 
Engagement kontraproduktiv sein könnte.

Samstag, 18. November 2017

Es muss gelingen- es wird gelingen

Der Sessel in der Regierung ist zu verlockend.
aus Bild-online:


  • Einigt euch!  


    KOMMENTAR:
    Es harzt eindeutig mit den Kompromissen.
    Eine neue Regierung die jedoch auf faulen Kompromissen aufgebaut ist,
    wird nie funktionieren.
    Wahrscheinlich wären Neuwahlen der bessere Weg gewesen, als diese
    Fehlkonstruktion.
    Eine klare bürgerliche Regierung mit CDU/CSU, FDP und AFD wären viel stabiler gewesen.
    Aber auch eine  linke Regierung mit
    CDU/CSU, SPD und LINKE könnte jetzt zielorientierter regieren.
    Aber es sollte nicht sein. Jamaika muss mit den faulsten Kompromissen unter allen Umständen durchgeboxt werden.  Auch wenn diese stinken.
     

Jamaika-Metaphern (Quelle SPIEGEL): Wortspielerei ohne dass die Bilder stimmen?

 Was finden Sie zu folgenden Vergleichen?

"Ich würde sagen, es zieht gerade ein Hurrikan auf über Jamaika."
FDP-Vize Wolfgang Kubicki am Mittwochabend - 24 Stunden vor dem angepeilten Ende der Sondierungsgespräche.
 


"Ohne eine Begrenzung der Zuwanderung wird Jamaika eine Insel der Karibik bleiben, aber auf keinen Fall eine Koalition in Berlin werden."
Alexander Dobrindt, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, zur Migrationsdebatte.
 

"Es wird immer klarer, Jamaika wird keine Lustreise, (...) und einige Expeditionsteilnehmer haben den Kompass noch nicht richtig eingestellt."
CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Mittwoch über den Start in die letzten zwei Tage der Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition
 


"Ich weigere mich, diese Regierung Jamaika zu nennen. Jamaika ist ein wunderbares Land, und die Jamaikaner sind vor allem für ihre Schnelligkeit bekannt."
SPD-Chef Martin Schulz erklärt, warum er eine mögliche schwarz-gelb-grüne Koalition lieber "Schwampel" nennt.
 


"Wenn dies nicht gelingt, dann könnte Jamaika das traurige Schicksal von Südsee-Inseln ereilen: Sie gehen unter."
Der Grünen-Sondierer Oliver Krischer zur Bedeutung einer Verständigung bei den Klimazielen in den Sondierungsgesprächen.
 


"Die Jamaikaner schippern ohne Kompass auf der See, kreuzen dieses und jenes Thema, aber wissen nicht, wo sie Anker werfen wollen."
Andrea Nahles, Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, über die Sondierungsverhandlungen.
 


"In Jamaika stehen nicht nur Sonnenliegen. Da kann es auch mal Sturm geben, und deshalb haben alle ihre Regenjacken dabei."
Die rheinland-pfälzische CDU-Politikerin Julia Klöckner meldete sich zwischendurch ebenfalls zu Wort.
 


"Die Segel sind gesetzt, wir kommen ein Stück voran, und ich würde mir insgesamt von allen Seiten noch mehr Rückenwind wünschen."
Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner über die zähen Verhandlungen.
 


"Wir sind massiv in Verzug. Und erst beim Studium der Reisekataloge, nicht beim Buchen von Flugtickets."
Wenn es inhaltlich stockt, war bislang immer einer zur Stelle: Andreas Scheuer.
 


"Es gab gestern Maultaschen und Hackbällchen, aber wir waren noch nicht bei Ackee Saltfish und Jerk Chicken."

Der CSU-Politiker kennt sich offenbar auch in der jamaikanischen Landesküche aus.
 


"Jamaika ist eine Insel. ... Wenn man auf einer Insel immer geradeaus geht, geht man im Kreis."
Wolfgang Kubicki zur Lage der Sondierungen am 7. November.
 


"Das wird nicht geprägt sein von Reggae und Bob Marley und irgendeinem lässigen Style. Sondern es wird ein sehr schweres Stück Arbeit."
Andreas Scheuer zu Beginn der Sondierungsgespräche.



"Von 8500 Kilometern nach Jamaika haben wir die ersten 75 hinter uns."
Und nochmal Scheuer: Der CSU-Politiker war seit Beginn der Verhandlungen unangefochten der ungekrönte Meister der schiefen Metaphern.
 

KOMMENTAR:
Metaphern können wertvolle Verständlichkeitshelfer sein.
Doch dürfen sie nicht zum Selbstzweck verkommen und schief in der Landschaft stehen.
Es gibt immer wieder konstruierte, völlig abstruse Bilder, beispielsweise:
"Der Zahn der Zeit wird später Gras über diese Wunde wachsen lassen."
Beobachtungsaufgabe: Welche  der zitierten Metaphern sind für Sie stimmig?
Welche völlig daneben oder nichtssagend?

Freitag, 17. November 2017

Deutschland der Klimasünder Nummer Eins

Die Antwort ist klar (Quelle Spiegel):


Video: Warum Deutschland seine Klimaziele deutlich verfehlt

Donnerstag, 16. November 2017

Retourkutsche für angebliches k.o. Tropfen Opfer Heggli

Jolanda Heggli  konnte mit Klagen viel Geld generieren 
nun wird sie selbst angeklagt:

Sie muss vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, 
wider besseres Wissen Markus Hürlimann beschuldigt zu haben.
(aus 20 Min)

KOMMENTAR: Nachdem Jolanda Heggli jeden sofort eingeklagt hatte, bei dem die Chance bestand, dass er ihre Persönlichkeitsrechte verletzt haben könnte, ist sie nun selbst auf der Anklagebank.
Bislang konnte Jolanda Spiess-Heggli bei einigen Klagen Geld generieren.

Beispiel:
    Jolanda Spiess-Hegglin will eine halbe Million!Der Blick

  • Zuger Sex-Skandal: Jolanda Spiess-Hegglin fordert eine halbe Million20 Minuten (CH)
  • Ringier: Spiess-Hegglin fordert vom "Blick" eine halbe Million Frankenpersoenlich.com
  •  
  • NACHTRAG:
  • Ich zitiere aus meinem Blog Dez 2015:
  •  
  • Das Schmierentheater des Jahres geht nun auch 2016 weiter

    Die Namen Jolanda Spiess-Heggli und Markus Hürlimann werden somit im Langzeitgedächtnis verankert.

    Suchergebnisse

    Bildergebnis für hürlimann spiess
    In diesem Theater gibt es nur Verlierer und nun geht es den Medien an den Kragen.
    Ich zitiere Blick:

    Es war das Schmieren­theater des Jahres: die Zuger Polit-Sexaffäre. BLICK machte die beiden Protagonisten am 24. Dezember 2014 publik: SVP-Mann Markus Hürlimann (41) und Grünen-Frau Jolanda Spiess-Hegglin (35).
    In der Zuger Polit-Sexaffäre geht es aber nicht nur um peinliche Auftritte und pikante Details, sondern jetzt auch um viel Geld. Jolanda Spiess-Hegglin fordert von BLICK eine halbe Million Franken! Sie hat der Ringier AG, die den BLICK herausgibt, eine entsprechende Betreibung «zur Verjährungs­unterbrechung» zukommen lassen.
    Die 500'000 Franken fordert Spiess-Hegglin wegen der Berichterstattung der Blick-Gruppe über die Affäre. Die ­Ringier AG bestreitet die Forderungen und hat Rechtsvorschlag erhoben.

    Rückblick: Beide Politiker waren im Herbst in den Zuger Kantonsrat gewählt worden. Bis zu jenem Heiligabend waren sie ausserhalb der Kantonsgrenzen praktisch unbekannt. Das hat sich schlagartig geändert. Heute kennt die ganze Schweiz ihre ­Namen und weiss, was mit Fremdküssen gemeint ist.
    Mörgeli: «Spiess-Hegglin ist ein ausgekochtes Luder!»
     
    Ihren Anfang nimmt die Affäre am 20. Dezember: Zug feiert mit einem rauschenden Fest den neuen Landammann: SVP-Baudirektor Heinz Tännler. Der Alkohol fliesst. Spiess-Hegglin macht schon auf dem Partyschiff MS Rigi triumphierend das Victory-Zeichen. Neben der Grünen-Co-Präsidentin steht Markus Hürlimann, zu diesem Zeitpunkt noch SVP-Kantonalpräsident.
    Die Polit-Elite zieht weiter ins Restaurant Schiff. Dort kommt es im Verlauf der Nacht in der Captain’s Lounge im zweiten Stock nach wildem Küssen zu einer ziemlich nahen Begegnung zwischen dem politisch eher ungleichen Duo. Am nächsten Morgen wacht Spiess-Hegglin nach eigenen Angaben mit Unterleibsschmerzen auf. Sie geht ins Kantonsspital Zug.

    Der Showdown der Peinlichkeiten beginnt. Das Geplänkel wird zur Staatsaffäre. Hürlimann spricht von blossem «Fremdküssen», das sich ereignet habe. Spiess-Hegglin von K.-o.-Tropfen, die sie willenlos gemacht hätten – und bringt ­damit ein Offizialdelikt ins Spiel. Entsprechend starten am 22. Dezember die Ermittlungen. Hürlimann wird festgenommen, spricht nach seiner Freilassung von einer Intrige, man wolle ihm politisch schaden.
    Am 26. Dezember meldet sich Spiess-Hegglin auf Facebook: Sie habe ihren Mann in neun Jahren Ehe noch nie betrogen. Die Grüne stellt einen PR-Berater aus Zürich an.

    Am 5. Januar das Testergebnis: In Blut und Urin von Spiess-Hegglin werden keine K.-o.-Tropfen nachgewiesen. Die Posse ist damit längst nicht zu Ende. Spiess-Hegglin gibt dem Zuger Kantonsspital die Schuld. Man habe sich bei der Feststellung eventueller Spuren zu lange Zeit gelassen. Gegen die Behauptung Spiess-Hegglins von angeblichem Geschlechts­verkehr geht Hürlimann im April mit einer Strafanzeige ­wegen Verleumdung und übler Nachrede vor.


    In der Partei steigt der Druck: Bei der SVP-Kantonalversammlung am 22. Januar wird ein Antrag, Hürlimann aus der Partei auszuschliessen, zwar abgeschmettert. Doch die Parteikollegen im Kantonsrat fordern seinen Rücktritt, weil er «politisch tot» sei. Als SVP-Kantonalpräsident trat Hürlimann bereits am 20. Januar zurück. Nachfolger wird Fast-Bundesrat Thomas Aeschi. Auch die erste Kantonsratssitzung am 29. Januar steht im Bann des Sex-Skandals. Spiess-Hegglin und Hürlimann würdigen sich keines Blickes. Im Kantonsratssaal ist die Spannung greifbar.
    Die Affäre wird im katholischen Zug im Februar zum Fasnachts-Hit. Im März wird es eng für Spiess-Hegglin. Auch in einer Haarprobe fanden sich keine Hinweise auf K.-o.-Tropfen. Hürlimann reagiert mit einer ersten Pressekonferenz. Er kritisiert seine Vorverurteilung in den Berichten über die laufende Untersuchung.
    Hürlimann: «Habe nicht so böse Gefühle gegenüber Frau Spiess»
    Im August ein weiterer Höhe- beziehungsweise Tiefpunkt:

    DNA-Spuren von Hürlimann werden unter anderem im Slip von Spiess-Hegglin gefunden. Beide Protagonisten suchen weiter nach Ausreden, machen Intimstes öffentlich. Spiess-Hegglin sagt, ihr sei wegen einer Gebärmuttersenkung spontaner Sex nicht möglich.
    Hürlimann kann Ende August aufatmen. Die Zuger Staatsanwaltschaft stellt die Strafuntersuchung vorbehaltlos ein. Es gibt keine Hinweise auf K.-o.-Tropfen.

    Markus Hürlimann erhält eine Entschädigung von 21 492 und eine Genugtuung von 5500 Franken. Die Verfahrenskosten belaufen sich auf 48'285.85 Franken. Nun reicht es auch den Kantonalparteien FDP, CVP, SP und GLP. In einem offenen Brief fordern sie im September die Rücktritte beider Protagonisten. Der Appell bleibt erfolglos.

    KOMMENTAR: Wer skandaliert wird, müsste sich bewusst sein, dass durch die ständige Auffrischung einer Boulevardgeschichte der RUF, das BRANDING, die REPUTATION sehr schnell in Brüche geht. Wie bei dieser Geschichte meist irreparabel, selbst dann, wenn nachträglich Medien Entschädigungen zahlen müssen.
    Borer und Kachelmann lassen grüssen. 
    Vor wenigen Wochen wolle ein Student, der zu  diesem Fall eine Arbeit schreibt - in einem Interview - meine Meinung zu dieser Geschichte erfahren:

    Herr Knill, wie sehen sie die Affäre Spiess-Hürlimann?

    Es hat bei der ganzen Affaire nur Verlierer gegeben. Markus Hürlimann musste als Parteipräsident zurücktreten. Hürlimann und Spiess haben den Ruf verloren, beide sind abgestempelt, die Reputation von beiden hat gelitten. Das Image ist heute durch den monatelangen Medienhype mit der Ausbreitung aller Details nachhaltig beeinträchtigt. Es heisst bekanntlich: „ Die Zeit heilt alles“, aber wenn jemand wiederholt gebrandmarkt ist, bleibt die Reputation gleichsam irreparabel geschädigt. Die Geschichte haftet im Langzeitgedächtnis. Bei der Bevölkerung ist Jolanda Spiess-Hegglin als „Luder“ gebrandmarkt und hat  ein hinterhältiges Spiel gespielt. Die These, die Vermutung bleibt haften, sie sei nach Hause gekommen und habe im Interesse der Beziehung mit ihrem Mann zur Schutzbehauptung gegriffen , sie sei mit K.O.-Tropfen betäubt und anschliessend vergewaltigt worden. Mit dieser Geschichte habe sie lediglich das Gesicht wahren wollen. Nachdem die Geschichte mir den K.O. Tropfen dann auch nicht mehr nachgewiesen werden konnte (Urin und Haarprobe) galt für Hürlimann: „Im Zweifel für den Angeklagten“. Für ihn gilt heute die Unschuldsvermutung. Die Medien halten sich jedoch bei Skandalen selten an diese Regel. Ich denke an den Fall Kachelmann. Bei ihm konnte der Vorwurf der Vergewaltigung nicht nachgewiesen werden und er musste freigesprochen werden. Diese Geschichte habe ich in meinem Blog ausführlich kommentiert und habe im Medienspiegel zahlreiche Artikel über diesen Fall zitiert. Fazit: Die Medien gingen zu weit. Experten und unabhängige Beschwerdeinstanzen beschuldigten die Medien, sie hätten sich nicht an die Unschuldsvermutung gehalten und die Gerüchteküche geschürt.  Quintessenz des  Scherbenhaufens im Fall Spiess-Hürlimann: Es gibt keinen eindeutigen Sieger. Es gibt nur Verlierer. Im Nachhinein werden auch bei dieser Geschichte wiederum die Medien gegeisselt. In einigen  Artikeln von Feministinnen - sie stammen nicht von Patrick Senn (Mediensprecher von Frau Spiess-Hegglin) - wird einseitig Stellung genommen für die Frau. Sie beschuldigen a priori den Mann als Täter. So wie im Fall Kachelmann. Bei ihnen ist die Frau immer im Recht und der Mann als Macho stets der Schuldige.
    Also schon fast mit Umkehr der Beweislast?

    Ja genau. Das zeigt sich auch in diesem Fall. Die Unschuldsvermutung hätte man ernst nehmen müssen.  Ich habe mich jetzt natürlich sehr stark mit den Medienechos auseinandergesetzt und  mit der Interpretation der Journalisten. Es gibt  in Zug einen Journalisten, Charly Keiser, der hat  auf Twitter Wortgefechte gegen die Betroffenen gefeuert. Ein Journalist sollte   immer nur über der Sache stehen und müsste sich an Fakten halten.
    Skandalisierungen entstehen nicht aus dem Nichts. Wenn die Medien fündig geworden sind: Vor allem, wenn es um Negatives oder Aussergewöhnliches geht - bei bekannten Personen wie Politikern oder Promis.  Für Boulevardmedien ist der ideale Nährboden einer Skandalierung: Sex, Blut, Sperma, und Tränen (Emotionen). Solche Geschichten lassen sich vermarkten. Ein Boulevardjournalist wird kaum auf die Publikation solcher Geschichten verzichten. So wie ein Hund in ein Dilemma kommt, wenn man ihm ein schönes Stück Fleisch vor die Nase legt und er diesen Happen nicht essen darf, so fällt es einem Boulevardjournalisten schwer, auf die Publikation des Skandals zu verzichten. Bedenken wir ferner: Den Journalisten kann nicht allein die Schuld in die Schuhe geschoben werden.  Das Publikum kauft letztlich die Regenbogenpresse. Damit tragen sie mit dazu bei, dass solche Geschichten publiziert werden. Bilder,  Geschichten sind gelichsam das  Kapital der Boulevardjournalisten und damit für sie wertvoll. Es ist müssig, wenn ich  die Journalisten als unethisch bezeichne und sage, die hätten auf die Geschichte verzichten müssen. Bei Fällen wie Kachelmann oder bei der Affaire Spiess-Hürlimann spricht man vorschnell von Medienopfern. Es wird dabei zu wenig berücksichtigt, welche Rolle die Betroffenen spielen. Oft schaukeln sie selbstverschuldet ihre Geschichte laufend wieder hoch. Bei den Akteuren "Spiess und Hürlimann" hat Jolanda Spiess viel dazu beigeragen, dass der Skandal immer wieder aufgewärmt  wurde. Herr Hürlimann  hat sich hingegen längere Zeit zurückgehalten und keine Verlautbarungen gemacht. Erst später  hat er eine Medienkonferenz einberufen und Stellung bezogen.Vorher wiederholte er konsequent immer die gleiche Botschaft: Ich bin unschuldig.

    Für mich ist immer wichtig, dass  bei solchen Fällen die Wirkung gesamthaft von aussen beurteilt wird: Wer hat da mitspielt? Wie hat die Geschichte angefangen? Es ist bekannt: Die Zuger Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet. Dies ist in meinem Blog alles protokolliert. Ferner gilt es immer, zwischen Beschreibung und Vermutung zu unterscheiden. Diese Trennung ist für Patrick Senn und für mich ein Muss. Bei jeder Katastophe, bei jedem Unfall gilt die Regel: Ich gebe nur Fakten bekannt. Sachverhalte werden nur beschrieben. Ich gehe nie auf Vermutungen oder Hypothesen  ein. Wenn beispielsweise Journalisten fragen: "Könnte es sein, dass….?“ muss es heissen: „Heute ist …  bekannt, Der Fall wird   untersucht.“ Man gibt nur bekannt, was erhärtet ist,  was man sicher weiss. Im Fall Spiess-Hürlimann haben die Zeugen nicht einhellige Aussagen gemacht, aber diese Zeugenaussagen wurden publiziert. So konnte man lesen: Die beiden haben im oberen Stock  einvernehmlich Liebensspiele getreiben.
    Wenn man  heute morgen  die Boxgeschichte von Frau Spiess gelesen hat, zeigen die Kommentare der Leser : „Schon wieder, hört denn das nie auf!“. Die Leute haben die Endlosgeschichte „ Spiess-Hürlimann" satt. Ich konnte es nicht nachvollziehen, dass Joanda Spiess ständig nach aussen kommunizierte. Schade. Dadurch wurde das Feuer laufend neu entfacht. Ich habe einige Artikel über Promis publiziert, die vom Virus „ Mediengeilheit“ befallen waren und alles daran gesetzt haben, nur um  in die Medien zu kommen, egal  positiv oder negativt. Hauptsache „ Ich bin in den Medien“. Kurt Felix sagte einmal treffend: „ Früher wollten die Menschen in den Himmel- heute ins Fernsehen“ Die Triebfeder, immer wieder an die Oeffentlichkeit zu gelangen, ist bei Jolanda Spiess hoffentlich eine Mediengeilheit. Der Grund ist mir  nicht bekannt. Da müsste ich ihren Berater fragen. Das Verhalten und die neuen Geschichten von Jolanda Spiess waren jedenfalls  stets ein gefundenes Fressen für die Medien.

      

Aus 20 Min. KARRIERE-BEILAGE:


























(Text aus  20 Min vom 15. 11.17)


«Unnötige Meetings ohne klare Ziele können schnell zu Frust statt Lust führen», sagt Kommunikationsexperte Marcus Knill. «Sind Inhalte und Ziele sowie der vorgesehene Zeitrahmen für die einzelnen Traktanden den Teilnehmenden bekannt, tragen sie zum Gelingen von Sitzungen bei», ist Knill überzeugt. Eine zentrale Frage sollte sich jeder Vorgesetzte stellen, plädiert der Berater: «Ist das Meeting überhaupt notwendig? Informationen können auch auf anderen Wegen vermittelt werden wie zum Beispiel durch Telefonkonferenzen oder per Mail, die den Informationsaustausch ebenso gewährleisten und zusätzlich zeitsparend sind.» Dass jede Konferenzstunde mehrere hundert Franken kostet sei nur am Rande erwähnt. «Unverzichtbar ist eine professionelle Vorbereitung», betont Knill, «denn sie macht bis zu 80 Prozent des Erfolges einer Besprechung aus.» Nur durch eine klare Zielsetzung könne man zielgerichtet handeln und entscheiden. Die Forschung habe gezeigt, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen dem Aufstellen klarer Ziele und der Qualität von Meetings gäbe, erklärt der Fachmann. So hätten Teilnehmende Sitzungen mit klaren Zielsetzungen als effektiver wahrgenommen. Wichtig sei auch, einen Start- wie auch einen Endzeitpunkt des Meetings festzulegen. Als wichtig erachtet Knill ebenso, das Meeting pünktlich zu starten, auch wenn noch nicht alle Teilnehmenden eingetroffen sind. So zeige man, dass man sich an die festgelegten Zeiten halte und einem Pünktlichkeit wichtig sei. «Meetings im Stehen dauern übrigens rund 30 Prozent weniger lang und dabei werden aber gleich gute Entscheidungen getroffen wie in längeren Meetings, die im Sitzen abgehalten wurden», weiss Marcus Knill aus Erfahrung. Auch empfiehlt er, die Teilnehmenden zur aktiven Mitarbeit aufzufordern. Beteiligen  sich die Teilnehmenden an Meetings, empfinden sie ihre Teilnahme als sinnvoll. und können sich besser mit allfällig getroffenen Entscheidungen identifizieren. PHILIPP DREYER

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Meetings sind oft Zeitfresser



Ich fasse nachfolgend die wichtigten Erkenntnisse des letzten Seminares über "Meeting optimieren-aber wie?" kurz zusammen.


Fazit:


- Sitzungen dauern meist zu  lange. Deshalb gibt es Redezeitvorgaben. Die Sitzung muss pünklich beendet weren. Pendenzen werden auf das folgende Meeting auf die Traktandenliste genommen.


- Weil in einer Exekutivbehörde vielfach jene am längsten reden, die sich nicht vorbereitet haben, machte eine Kantonsregierung gute Erfahrung mit folgender Regelung:

Die Unterlagen der Geschäfte liegen vor der Sitzung in paar Tage in einem Zimmer zur Einsicht auf.

Jedes Behördemitglied muss vorgängig diese Unterlagen persönlich vor Ort studieren.

Wer den Vorschlag akzeptiert und nichts einzuwenden hat,  hakt das Geschäft auf einer Liste ab.

Wer eine Frage,  einen Einwand hat oder sich zum betreffenden Geschäft äussern will, muss dies auf der Liste vermerken.

Dank dieser Vorbereitung kam es zu einem enormen Zeitgewinn.


- Meetings können mit einer einfachen Massnahme sehr schnell optimiert werden:

Am Schluss JEDER Sitzung gibt es immer ein Traktandum „Feedback“.

Irgend ein Teilnehmer wird vom Vorsitzenden aufgerufen, in einer Minute die Sitzung aus seiner Sicht zu spiegeln.

Diese Rückmeldung wird so stehen gelassen, wie sie vorgebracht wird. Sie wird weder kommentiert noch diskutiert. Es gibt auch keinen Raster (Beobachtungpunkte).

Wer aufgerufen wird, sagt nur eine Feststellung oder Gedanken aus seiner Sicht zur heutigen Besprechung.

Beispiele:

Der Leiter fragt am Schluss des Meetings:

Und nun noch am Schluss  das übliche Feedback. Edith darf ich Dich bitten:

Edith:


"Heute hat mich gefreut, dass es keine einzige Palaver gegeben hat."


Oder der Moderator bittet am Schluss:

Bitte deine heutige Rückmeldung René:

René:


"Wir hatten vereinbart, dass die Besprechung nicht länger als eine Stunde dauern darf.

Heute haben wir - einmal mehr - die Zeit um 15 Minuten überschritten."



Diese subjektiven kurzen  Rückmeldungen am Schluss jedes Meetings beeinflussen  die Qualität von Meetings nachhaltig, ohne dassdie Teilnehmer über die kurze Rückmeldung diskutieren. 


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Richard Wolff kommt schlecht weg mit seinem Entscheid, die Nationalität von Kriminellen zu verschweigen

Nachdem schon Strafrechtsprofessor Martin Killias (69) gegenüber dem BLICK Wolffs Haltung diesbezüglich kritisierte (Quelle BLICK). Doppelt jetzt Hans-Jürg Käser nach. Der Präsident der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) und Berner Regierungsrat (FDP) hält Wolffs Entscheid für «falsch».

Der oberste Schweizer Polizeidirektor Hans-Jürg Käser greift den Zürich Poizeivorsteher Richard Wolff an Verschweigen der Täter-Nationaltität «schürt Ressentiments»

Verschweigen schürt «Ressentiments»

«Man ruft überall nach Transparenz – und ausgerechnet hier soll das Öffentlichkeitsprinzip nicht gelten? Das geht nicht auf», sagt Käser im «NZZ»-Interview.  Wolffs Entscheid würde zudem auch jener Empfehlung der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten widersprechen.
Zudem: «Man schürt Ressentiments, wenn die Leute das Gefühl haben, es werde ihnen etwas verschwiegen. Mit der Nennung der Nationalität wird doch nicht gesagt, dass alle Ausländer kriminell sind», so Käser. Trotzdem zeige die Statistik: «Der Ausländeranteil in unseren Gefängnissen ist überdurchschnittlich hoch.»

Verzerrtes Weltbild?

«Man darf doch eine solche Information nicht unter den Tisch kehren, nur weil der daraus folgende Befund nicht ins Weltbild passt», so Käser weiter. Er verurteilt Wolffs Haltung. Indem die Herkunft eines Täters nicht genannt wird, wird auch das Bilde verzerrt. «Im Bereich der Kinderpornografie sind die Täter beispielsweise sehr häufig Schweizer. Auch das soll man nicht verschweigen», sagt Käser.

Mittwoch, 15. November 2017

Deutliche Worte an der Service Public Konferenz gestern in Bern

Prominente Vertreter der Medienbranche trafen sich an der Konferenz des Verbandes SCHWEIZER MEDIEN.

An Forderungen mangelte es nicht:

- Die SRG hat den Service Public ausgebaut und sollte nun mit den anderen Playern zusammen das Problem lösen.

- Bei der SRG wird ein Werbeverbot nach 20 Uhr gewünscht (Peter Wanner)

- Das Gleichgewicht im Mediensystem muss hergestellt werden

- (Ich zitiere aus persönlich.com):

 

SRG

Verleger wollen Plafond bei einer Milliarde

Als eine Forderung von vielen brachten die Verleger am Dienstag in Bern eine tiefere Deckelung der Gebührengelder für die SRG auf. Derweil betonte SRG-Direktor Gilles Marchand Möglichkeiten zur Kooperation. Diese sieht er etwa in Form von Co-Produktionen.
SRG: Verleger wollen Plafond bei einer Milliarde
Gilles Marchand referiert auf Einladung des Verbandes Schweizer Medien in Bern.

Ebenfalls von Edith Hollenstein:
SRG-Generaldirektor Gilles Marchand trat am Dienstag in Bern erstmals öffentlich vor den Verlegern auf.
Marchand zeigte sich bereit zu einem «professionellen Dialog». Der SRG-Direktor benutzte mehrfach den Begriff «Ko-Existenz». Damit wollte er betonen, dass sich die SRG nicht als alleinige «Qualitätsinstanz» betrachtet, sondern als den Privaten gleichgestellt. Daneben appellierte er an die Solidarität und die Zusammenarbeit in der Branche. Er glaube an pragmatische Lösungen.


Keine Web-Only-Formate

Die Verleger gestehen der SRG zu, dass sie alle Sendungen, die linear ausgestrahlt wurden, auch übers Internet verbreiten kann. Hingegen soll die SRG keine Gratisinhalte anbieten, die denjenigen der Presse ähnlich sind. Ausserdem soll die SRG keine «Web-only-Formate», Filme und Unterhaltungsformate machen. Sollte diese Forderung Tatsache werden, wäre es also das Ende für erfolgreiche SRF-Formate wie «Güsel. Die Abfalldetektive» oder «True Talk». «Das können die Privaten», begründete Wanner.

Zur Forderung von Médias Suisses, dem Westschweizer Verlegerverband, wonach die SRG sich von Admeira zurückziehen soll, sagte Wanner: «Ob wir diesen Vorschlag unterstützen, müssen wir zuerst noch diskutieren im Verband.» Der VSM hat zu Admeira bekanntlich andere Vorstellungen. Er fordert eine Aufspaltung der Vermarktungsallianz in «zwei separate Gesellschaften». Die Bereiche Datamanagement und Verkauf von Werbung seien voneinander zu trennen (persoenlich.com berichtete).
Staatliches Geld für Medienförderung

KOMMENTAR:

Es besteht eine grosse Chance, dass mit dem neuen Chef von Radio und Fernsehen die Situation dialogischer wird. Unter der  alten Führung war eine gewisse Ueberheblichkeit zu verspüren.
Wichtige Anliegen der Bevölkerung, wie beispielsweise der Verzicht auf Unterbrecherwerbung bei Krimis, wurden bislang einfach unter den Tisch gewischt. Der Konsument will aber ernst genommen werden. Ich gehe davon aus, dass sich der Umgangston nicht nur wegen der No-billag Initiative merkbar verbessert hat.