Dienstag, 25. April 2017

Vertiefender Hintergrundbeitrag zum Fall Jegge in der NZZ

Jürg Jegge
Wie die Reformpädagogik Täter schützte


Hinweise auf sexuelle Übergriffe gab es auch in Embrach, dem Dorf von Jürg Jegges Sonderklasse. Doch der Täter, gefeierter Pädagoge, nützte die Skepsis geschickt, um sie zu seinem Vorteil umzumünzen.

Lehrkräfte der deutschen Odenwaldschule haben Schüler jahrzehntelang sexuell missbraucht. (Bild: Ernst Wrba / Mauritius)

Lehrkräfte der deutschen Odenwaldschule haben Schüler jahrzehntelang sexuell missbraucht.

1989, zehn Jahre nachdem er sich von Jürg Jegge gelöst hatte, suchte Andreas Guggenberger gemäss seinen Aussagen in der NZZ Hilfe bei der Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme (ZFA). Auf der Zweigstelle in Oerlikon sprach er mit seinem Berater über den jahrelangen sexuellen Missbrauch durch Jegge. Doch nichts geschah. Niemand half Guggenberger. Es wurde weder Anzeige eingereicht noch untersucht. So blieben Jegges dunkle Seiten weitere 28 Jahre unentdeckt. Jegge leitete bis zu seiner Pensionierung die Eingliederungsstätte «Märtplatz» für Jugendliche mit psychischen oder sozialen Schwierigkeiten, ohne dass jemand seinen Nimbus als Starpädagoge je infrage gestellt hätte. Noch 2011 wurde Jegge von der von Marc Rich gegründeten Stiftung Doron für sein soziales Engagement ausgezeichnet.
Diese Immunität selbst gegenüber schwersten Anwürfen ist nicht die einzige Parallele zu Gerold Becker, dem Reformpädagogen und Leiter der Odenwaldschule, der sich wie Jegge systematisch an seinen Schülern vergriff und doch bis zuletzt höchstes Ansehen genoss. Auch bei Becker gab es lange vor seinem Fall im Jahr 2010 Hinweise auf seine Verbrechen. 1999 berichtete gar die «Frankfurter Rundschau» über jahrelangen sexuellen Missbrauch, ohne dass der Artikel Wirkung zeigte. Bei Jegge fehlten solche Berichte, doch es muss deutliche Indizien für seine Übergriffe gegeben haben, lange vor Guggenbergers Hilferuf von 1989. Bereits 1973 erliess die Schulpflege von Embrach, wo sich Jegges Sonderklasse befand, eine Weisung mit zwölf Punkten, die es Jegge unter anderem verbot, seine Schüler bei sich zu Hause zu unterrichten. Es ist kaum vorstellbar, dass eine solche Anordnung ohne konkrete Anhaltspunkte erlassen wurde.


Weshalb schaute niemand hin?

Auch im Umfeld Jegges war dessen Schwäche offenbar bekannt: «Jürg sagte damals, er habe Mühe, sich abzugrenzen», sagte Jegges langjähriger Weggefährte Hans Wyler, ebenfalls Sonderschullehrer in Embrach, der «NZZ am Sonntag». Philipp Gurt, als Heimkind selbst Opfer sexuellen Missbrauchs und Autor des Buches «Schattenkinder», hat nach eigenen Angaben Kontakt mit einem früheren Erzieher aus dem Umfeld Jegges, der dessen Veranlagung als allgemein bekannt bezeichne. In seinem Bestseller «Dummheit ist lernbar» beschrieb Jürg Jegge die Irritationen selber, zu denen seine Person und seine Neigungen damals Anlass gegeben hatten: «Was bin ich doch in den Augen der Leute nicht schon alles gewesen! Bauernfänger, Kommunist, Homosexueller, Mädchenverführer, verspätet Pubertierender.» Die Passage erscheint heute in ganz anderem Licht: Warum hat damals niemand richtig hingeschaut?
Nicht der Missbrauch an sich, doch die Umstände seien typisch für diese Zeit, in der die radikale Reformpädagogik auch in der Schweiz auf wachsendes Interesse gestossen sei, erklärt der Erziehungswissenschafter Jürgen Oelkers. Er hat den Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule untersucht. Der antiautoritären Pädagogik mit Bezug zu Alexander Neill und Wilhelm Reich kam laut Oelkers für die Täter dieser Epoche eine doppelte Funktion zu. Einerseits ist dieser Lehre der Keim des sexuellen Missbrauchs inhärent: Eine neue, durch Nähe und Liebe gekennzeichnete Beziehung zwischen Lehrern und Schülern sollte den alten, autoritären Erziehungsstil ablösen. Und ihre Fundamentalkritik an den öffentlichen Schulen verhalf den Vertretern dieser Reformpädagogik zu einer Legitimation, die staatliche Kontrolle erschwerte. Missbrauch wurde damit von Anfang an erleichtert. Gustav Wyneken, Alternativpädagoge der ersten Stunde, wurde schon 1921 wegen sexuellen Missbrauchs in zwei Fällen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Missbrauchen und sich gut dabei fühlen

«Die Ideologie war der Pass, um Missbräuche zu begehen und sich dabei auch noch gut zu fühlen», diagnostiziert Oelkers. Auch Jegge positionierte sich wie Becker nicht nur selbst als Reformpädagoge, sondern berief sich auf Vertreter dieser Ideologie, etwa den Darmstädter Pädagogen Hans-Jochen Gamm. Das gesamte Gefüge in und um die Embracher Sonderklasse erinnert an die Vorgänge an der Odenwaldschule: In beiden Fällen untergruben die Täter weitab auf dem Land die bestehende Eltern-Kind-Beziehung in scheinbar natürlicher, kindgerechter Umgebung. So schafften sie die nötige Nähe und Abhängigkeit, um ihre Opfer auszubeuten. Das alles geschah nicht nur nach aussen hin zum Wohl des Kindes, sondern auch gemäss innerer Auffassung des Täters. «Ich war damals der Überzeugung, dass eine derartige Sexualität einen Beitrag leiste zur Selbstbefreiung und zur persönlichen Weiterentwicklung der Schüler», sagte Jegge vorletzte Woche im Interview mit der NZZ.
Diese Art der Reformpädagogik lieferte Jegge mehr als die passende Rechtfertigung, an der er bis heute festhält: Sie verschaffte ihm den bestmöglichen Schutz vor der Entdeckung seiner Taten. «Nach dem Bucherfolg von Jürg Jegge ist nie mehr jemand auf die Idee gekommen, dass etwas nicht stimmen könnte», erklärt Oelkers. Sein Bestseller «machte Jürg zum Star», so beschreibt Markus Zangger die Situation in seinem Buch. Jegge war unantastbar: Er galt in der Öffentlichkeit fortan als Experte, Schriftsteller, Visionär, während niemand mehr hinter die Mauern in Embrach blickte. «So gab es in seiner Schule ein verdrängtes, scham- und angsterfülltes Schweigen, das vom Öffentlichkeitsglanz Jegges überdeckt wurde», schreibt Guggenberger in der NZZ. Selbst die anhaltende Skepsis gegenüber dem linken Lehrer in und um Embrach, wie sie Zangger beschreibt, deutete der Täter zu seinen Gunsten um: Sie war Beleg für die Biederkeit von Volk und Behörden.

Ideologische Schutzmauer

Das System aus Gewalt, Macht und Abhängigkeit «basierte auf stabilen Glaubenssätzen, auf einer nicht irritierbaren Pädagogik, die wie eine ideologische Mauer benutzt wurde», schreibt Oelkers in einem seiner zahlreichen Aufsätze mit Bezug auf Gerold Becker. Das sei bei Jürg Jegge nicht anders gewesen. Die Zahl von 200 000 verkauften Exemplaren von Jegges Bestseller deutet darauf hin, wie dick diese Brandmauer war. Nicht nur die linken 68er waren begeistert, auch die NZZ zeigte sich beeindruckt. Dieser Schutz hielt über Jahre und Jahrzehnte an: «Jegge ist ein Mann, bei dem die Lebenslust, der Idealismus und vor allem die Liebe zu den sogenannten Problemkindern mit jeder Gestik, jedem Satz zum Ausdruck kommt», jubelte die «Weltwoche» noch vor einem halben Jahr. Dabei sei «Liebe» im professionellen Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern kaum das richtige Wort, weil sie eine in diesem Rahmen unangemessene Intimität und Übergriffigkeit nach sich ziehen könne, wie die Fälle zeigten, meint Oelkers dazu.
Stets suchen sich die Täter die Strategie, die zu ihrer Situation passt. Reformpädagogische Konzepte waren nicht die Ursache für Jegges Übergriffe. Doch sie verschafften ihm das theoretische Fundament und Schutz. Jegge erhielt die Möglichkeit, seine Bedürfnisse im Windschatten des Zeitgeistes auszuleben. Markus Zangger und Andreas Guggenberger hatten keine Chance.

Missbrauchsopfer wollen Jegge nicht davonkommen lassen

 Jürg Jegge hat die sexuellen Übergriffe auf mehrere seiner Schüler in verschiedenen Medieninterviews öffentlich eingestanden. Zwar hat die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich in der vergangenen Woche ein Vorabklärungsverfahren eingeleitet und beim früheren Lehrer eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Doch weil sich die Taten in den früheren siebziger und achtziger Jahren abspielten, sind sie verjährt. Falls keine neuen Missbrauchsfälle bekanntwerden, die sich nach 1987 zutrugen, kann Jegge für sexuelle Übergriffe strafrechtlich nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden.

Opfer von sexuellem Missbrauch, die das Erlebte selber oft nach Jahrzehnten nicht vollständig verarbeitet haben, stossen sich aber nicht nur an der Verjährung, sondern auch am Aussageverhalten von Jegge. Dass dieser seine Taten mit Hinweis auf pädagogische Konzepte bis heute rechtfertige und sein Verhalten als Folge des Zeitgeistes darstelle, verletze die Persönlichkeit der Opfer, erklärt Carlo Häfeli, Anwalt und Präsident der Opferberatungsstelle «Weisser Ring Schweiz», auf Anfrage. In einem Brief an Jegge, der der NZZ vorliegt, verlangt der Weisse Ring von diesem eine Entschuldigung nicht nur für die verjährten Straftaten, sondern auch für «Ihre Äusserungen in der NZZ vom 7. April». Unterzeichnet ist das Schreiben von Häfeli sowie von Philipp Gurt, der als Heimkind selber missbraucht wurde und das Erlebte in seinem Buch «Schattenkinder» aufgearbeitet hat.

Verlangt wird, dass sich Jegge mit seinen Opfern zum Gespräch trifft und sich von zahlreichen Aussagen distanziert, die er zur Erklärung seiner Taten beigezogen hatte. Erwähnt ist beispielsweise Jegges These, wonach Sexualität mit Schülern «ein Beitrag zu deren Selbstbefreiung und persönlicher Weiterentwicklung» gewesen sein soll. Eingestehen soll Jegge auch, dass er durch seine Übergriffe den Buben in jedem Fall schwer geschadet habe.

Interessant ist, dass der Weisse Ring seine Forderungen nicht nur im Zusammenhang mit den verjährten Taten, sondern auch mit Jegges jetzigen Äusserungen stellt. Damit stellt sich die Frage nach Genugtuungszahlungen. Dies sei nicht das unmittelbare Ziel, sagt Häfeli. Angestrebt werde eine einvernehmliche Einigung mit Jegge. Gurt möchte, dass die Betroffenen aus ihrer Opferrolle kommen und sich gegen Jegge zur Wehr setzen: «Es darf nicht sein, dass seine Äusserungen stehenbleiben.» Er werde nicht ruhen, sagte Gurt, «bis die Sache in Ordnung ist».


Macron gegen Le Pen - Macron in Poolposition

EU-Feindin gegen Polit-Jungstar (Artikel enthält Video) 

Emmanuel Macron hat seinen 
Etappensieg mit Champagner gefeiert – 
allzu ausschweifend, 
finden französische Medien

Islamistentreffen neben dem Fernsehen

aus Blick:

Islamisten-Aufmarsch in Zürich Sie treffen sich im World Trade Center! 



Nachtrag: 
Die Islamisten müssen einen neuen Ort suchen.
Sie wurden im WTC ausgeladen.

Montag, 24. April 2017

PERSOENLICH BLOG

Marcus Knill

24.04.2017

Wer bei seinen Kindern im Umgang mit den neuen Medien klare Spielregeln einführt, ist nicht von gestern.

Was wir von Bill Gates lernen können


Spielregeln im im Umgang mit Medien sind bei Kindern hilfreich

Bill Gates, der steinreiche  "Mr Microsoft" (73 Milliarden Dollar)  - der übrigens ein grosses Herz für wohltätige Zwecke hat, verriet laut 20 Minuten in einem Interview mit der der britischen Zeitung "Daily Mail",  dass er auch verzichten kann, wenn es um die eigene Familie geht. Mit seiner Ehefrau Melinda, die er kennenlernte, als sie als Productmanagerin für Microsoft arbeitete, hat er seinen Kids ganz klare Regeln vorgegeben:


Jennifer (heute 20), Rory (17) und Phoebe (14) hatten sogar Handyverbot bis sie 14 waren. «Die drei bekamen erst welche, als sie sich beschwerten, dass andere Kinder längst welche hatten», erzählt Gates.

Abends durften die Kinder  nicht fernsehen. «Wir haben eine Zeit festgesetzt, ab der sich nicht mehr vor den Bildschirm durften. Das half ihnen, zu einer vernünftigen Zeit einzuschlafen». Und was seit jeher in der Familie durchgesetzt wurde: Handyverbot bei Tisch.


Medienpädagogen wissen, dass Jugendliche schrittweise lernen müssen, neue Medien zu nutzen. Kinder müssen fähig werden, die Medien situationsgerecht zu nutzen. Der sinnvolle Umgang wird nicht automatisch erworben. Vernünftige Spielregeln sind dabei  hilfreich.

Doch müssen diese Regeln auch durchgesetzt und kontrolliert werden können.

Wer bei seinen Kindern im Umgang mit den neuen Medien  klare Spielregeln einführt, ist nicht von gestern. Im Gegenteil - dank gezielter, dosierter Nutzung ist dies ein erster Schritt hin zur

 die Medienkompetenz. Unsere Kinder lernen die Vor- und Nachtleile der neuen Medien erkennen und werden  befähigt , später selbständig auf gewisse Reize zu verzichten. Wer die Nutzung stufengerecht erlernt, unterliegt auch weniger der Gefahr, süchtig und abhängig zu werden.

Bill Gates kennt die digitale Welt bestens und hat bedacht gehandelt, als er seine Kinder schrittweise in die Welt der neuen Medien eingeführt  hat. Uebrigens bestätigtt eine Umfrage beim Publikum (auf der Online Plattform von 20 Min), dass es die Mehrheit als sinnvoll erachtet, den Kindern erst mit 14 Jahren ein IPhon auszuhändigen.



Sonntag, 23. April 2017

Es war ein Wolf

Letzte Woche waren wir im Wallis auf der Maiensäss SALMENFEE auf 1200 m

Plötzlich sah meine Frau Hildegard 200 m vor uns ein Tier im Gras. Es sonnte sich.

Als es uns hörte, erhob es sich ganz langsam und schaute uns an. Es war tatsächlich ein WOLF. Eindrücklich - das schön gezeichnete Gesicht.

Erstmals in unserem Leben stand tatsächlich eine Wolf in voller Grösse - in freier Natur - vor uns.

Bildergebnis für Wolf 




Er betrachtete uns ein paar Sekunden, wendete sich dann aber von uns ab und zog sich ins nahe Gehölz zurück.

Für uns einmalig, dieses Erlebnis.

Die Walliser Schafhirte werden an diesem Tier keine Freude haben, vor allem, wenn sich der Wolf im angrenzenden Naturschutzgebiet "Baltschiedertal"  vermehrt.

Vom Hasssymbol zum Rassenhasssymbol

Der Frosch ist jetzt auf der schwarzen Liste

Aus 20 Min:

Meme-Frosch Pepe gilt jetzt als Hass-Symbol

Ein von Hand hingekritzelter grüner Frosch gilt in den USA seit kurzem als Hass-Symbol. Wie schaffte es eine beliebte Meme-Figur auf die Stufe von Hakenkreuz und Konföderiertenflagge?

Bildstrecke im Grossformat »

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Pepe der Frosch tummelt sich seit 2005 im Internet.

Pepe der Frosch tummelt sich seit 2005 im Internet. Nutzer verschiedener Social-Media-Kanäle haben Pepe in allen möglichen Variationen verändert und verbreitet, so wie dieser Ninja-Turtle-Pepe. Fröhlich, betrübt oder spöttisch - Pepe der Frosch wurde schon für so ziemlich jede Stimmung adaptiert. Die Sängerin Katy Perry twitterte einmal dieses Pepe-Bild, um ihren Jetlag nach einem langen Flug zu beschreiben. Diese Collage zeigt den Original-Pepe von Matt Furie aus dem Comic Boys Club im Jahr 2005, damals noch als schwarz-weisse Zeichnung. Im Oktober 2015 hielt Pepe quasi offiziell Einzug in den US-Präsidentschaftswahlkampf, als Donald Trump dieses Bild auf Twitter verbreitete. Dieses Bild macht seit Ende August 2016 die Runde, unter anderem hat es auch Trumps Sohn Donald Trump Junior auf Instagram gepostet. Bereits seit mehreren Jahren sind auch Bilder von Pepe in rassistischen Varianten im Umlauf, so wie dieses Bild als deutscher SS-Soldat aus dem Zweiten Weltkrieg. Solche «White Power»-Bilder sind der Grund, warum die Anti-Diskriminierungs-Liga (ADL) Pepe nun auf die Liste von Hass-Symbolen aufgenommen hat. Und Bilder wie dieses haben Hillary Clinton dazu bewogen, das Thema auf ihrer Wahlkampf-Website aufzunehmen. Nazi-Varianten von Pepe. Für den Schöpfer des Froschs, Matt Furie, sind solche Bilder bloss eine Phase und er glaubt, dass nach der Wahl am 8. November diese Bilder auch wieder verschwinden werden.

Pepes Schöpfer heißt Matt Furie, ist 37 und wohnt in Los Angeles - wir treffen uns in seiner kleinen Wohnung in Koreatown, wo er mit Frau und Baby lebt.
Er glaube and die Liebe und den Weltfrieden, sagt er. Eher Typ brotloser Künstler als rechter Propagandist. Pepe entstand schon 2005 in einem Comic-Buch von Furie - als einer von vier Twenty-somethings, die in ihrer Wohnung abhängen und Gras rauchen.
Pepe trinkt gern Limo und isst Pizza - ein gechillter Typ eigentlich. Den Namen fand Matt Furie lustig, weil er nach "Pipi” klang - und ein Frosch ist Pepe, weil man beim Zeichnen den breiten Mund in ausdrucksstarke Grimassen verziehen kann. Zum Meme, also zur immer wieder weitergereichten Figur im Internet, wurde Pepe, weil er in einer Szene mit runtergelassenen Hosen pinkelt, statt nur den Schlitz zu öffnen - das fühle sich einfach gut an, sagt Pepe - und dieser Satz machte prompt die Runde im Netz:

Pepe mit Hitlerbärtchen

Damals noch auf Myspace posteten die Nutzer den lässigen Frosch - doch im Laufe der Jahre tauchte Pepe auch in Nazi-Uniform auf, mit Hitlerbärtchen und "Mein Kampf” in der Hand - und auch mit blond-geflufften Haaren als Donald-Trump-Verschnitt. Pepe habe ein Eigenleben entwickelt - es gebe seine Version, sagt Matt Furie, und die Internet-Version.
Und er verdiene an keiner der nicht von ihm stammenden Zeichnungen Geld, versichert er.
Trotzdem frage ich noch mal nach: Wie reagiert er als Künstler, wenn Rassisten seine Kunst für ihre Zwecke nutzen?
"Ich versuche, das nicht zu ernst zu nehmen. Denn wenn man ein bisschen recherchiert, kriegt man raus, das die Bilder mit dem Nazi-Pepe ursprünglich als Witz gedacht waren. Die Rechten, die Pepe jetzt tatsächlich als ihr Symbol verwenden, haben einfach den Witz nicht verstanden. Es ist ein Witz, allerdings ein dummer und geschmackloser.”
Er habe auch mit Anwälten gesprochen, und die hätten gesagt, es sei sehr schwierig, sein Urheberrecht durchzusetzen.
 




Zur fragwürdigen Ideologie der Reformpädagogen

Der Tagesanzeiger beleuchtet das Netz der Befürworter von Sex mit Jugendlichen

Wie Archivrecherchen dieser Zeitung belegen, wurden hierzulande bis in die 1990er Jahre hinein Debatten über Sex mit Kindern und die Mündigkeit geführt. Motiviert wurden diese von einer Art Überkompensation: Auf eine Phase der exzessiven Repression in der Mitte des 20. Jahrhunderts folgt eine Gegenbewegung, die ebenso masslos war. So machte eine offiziell eingesetzte Kommission aus Juristen den Vorschlag, das Schutzalter im Sexualstrafrecht auf 10 oder 12 Jahre zu senken.
Mit möglicherweise fatalen Konsequenzen. «Aus heutiger Sicht fragt man sich, wie jemals die Rechtsnorm des Kinderschutzes angetastet werden konnte. Die Geschichte der Voraussetzungen und Folgen muss auch in der Schweiz dringend aufgearbeitet werden», sagt der Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers, der die Missbräuche der deutschen Reformpädagogen aufgearbeitet hat.
Deutliche Hinweise, dass in diesem Zusammenhang ein Aufklärungsbedarf besteht, gibt es spätestens seit vier Jahren. Damals erschien der erste Zwischenbericht über die deutsche Partei Die Grünen, die Anfang der 1980er-Jahre in ihren Reihen eine Pädophilie-Debatte ausgetragen hatte. Ruchbar war dies geworden, als man Daniel Cohn-Bendit auf dem ­Höhepunkt des Bundestagswahlkampfs von 2013 Äusserungen aus dem Buch «Der grosse Bazar» von 1975 vorhielt. Darin beschreibt der spätere Europapolitiker, wie es ihm in den 1970er-Jahren «mehrmals» passiert sei, «dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln».
Bereits der erste Forschungsbericht über Die Grünen hält fest, dass die damalige Pädophilenbewegung, von der die Partei erfasst wurde, «international gut vernetzt gewesen» sei. Als Beleg dafür wird die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Pädophilie genannt, die nicht nur ihre Pamphlete «umfänglich ins Ausland» verschickte, sondern auch eine Zweigstelle in Berlin unterhielt, wo sich ihre dort ansässigen Mitglieder regelmässig trafen.
Zentrales Anliegen der Schweizer Arbeitsgemeinschaft war die Straffreiheit für «gewaltfreie homoerotische Beziehungen» zwischen Erwachsenen und Knaben im pubertären oder vorpubertären Alter. Was mit «homoerotischen Beziehungen» gemeint ist, wird deutlich, wenn sich die Arbeitsgemeinschaft in einer ihrer Selbstdarstellungen für die Senkung des Schutzalters einsetzt: Es ging ihr um Sex mit Kindern.
Von einem Sonderfall Schweiz in Sachen Pädosexualität ist also nicht auszugehen. Vielmehr war man Teil eines internationalen Netzwerks: Die Schweizer Arbeitsgemeinschaft tauschte sich nicht nur mit der «uns besonders nahestehenden» Deutschen Studien- und Arbeitsgemeinschaft Pödo­philie aus, sie war auch stark mit den Niederlanden vernetzt, wo «man ‹Sex mit Kindern› sachlich diskutieren» könne, wie es in einem der Rundbriefe heisst.

Niederländische Vordenker

Tatsächlich gab es in Holland mehrere Aktivisten, die sich eine Legalisierung der sexuellen Beziehungen mit Kindern zum Ziel gesetzt hatten, unter ihnen der Jurist Edward Brongersma, der Bücher wie «Loving Boys. Das pädosexuelle Abenteuer» veröffentlichte – und der wiederholt in der Schweiz für Vorträge zu Gast war, so etwa im Mai 1986 in Basel.
Ein anderer Exponent der holländischen Pädophilenbewegung war der klinische Psychologe Frits Bernard, der 1972 sein Buch «Sex mit Kindern» veröffentlichte und der wiederholt die Meinung vertrat, dass Menschen, die in ihrer Kindheit sexuelle Kontakte mit Erwachsenen hatten, sich selten als Opfer empfänden und «weniger verkrampft» seien als der Durchschnitt.
Unterstützung erhielt Bernard in dieser Ansicht teilweise vom Zürcher Psychiater und Psychotherapeuten Berthold Rothschild, der in einem Debattenbeitrag für eine pädagogische Zeitschrift aus Deutschland die «schwere psychische Schädigung der betroffenen ‹Opfer›» ebenfalls für «unhaltbar» hielt. Bei der Pädophilie handle es sich wohl weniger um eine krankhafte Abweichung in der sexuellen Präferenz denn um eine «Sozialpathologie»: Sie werde so lange eine Krankheit bleiben, «als die Voraussetzungen fehlen, darin keine Krankheit mehr zu sehen», schreibt der Zürcher Psychiater. «Es wird uns nämlich wenig nutzen, wenn Frits Bernard an 30 Probanden beweist, dass pädophile Erlebnisse keineswegs so traumatisch seien, wie in Fachkreisen behauptet wird. (. . .) Lösen lassen wird sich das Problem erst, wenn es nicht nur wissenschaftlich, sondern politisch angegangen wird.»
Gut 45 Jahre später sieht Rothschild die Sache völlig anders: Der frühere PdA-Politiker staunt über die «Ideologielastigkeit» seines damaligen Urteils; er spricht vom «Politbüro im Kopf», das in den 1970er-Jahren sein Denken «gesteuert» und seine Sprache «geformt» habe. Er könne «von Glück reden, wenn nicht auch mein Handeln davon erfasst worden war», sagt Rothschild.
«Die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen ist durch nichts zu rechtfertigen, schon gar nicht durch den ‹pädagogischen Eros›», sagt Jürgen Oelkers. «Geklärt werden muss, warum man das glauben wollte.» Viele Opfer würden nicht glauben, dass ein ernsthaftes Interesse an einer Aufarbeitung besteht. «Schon deswegen», so Oelkers, «müssen die Verirrungen der Liberalisierung schonungslos benannt und frei von Relativierungen öffentlich diskutiert werden.»

In der Schweiz wurde die Pädophilie-Debatte hauptsächlich in den Publikationen der Homosexuellenbewegung ausgetragen: In Zeitschriften wie «Hey», «Club 68» oder «anderschume» erschienen von den 1970er- bis in die 1990er-Jahre zahlreiche Beiträge, in denen das Für und Wider kontrovers diskutiert wurde. So konnte man neben Plädoyers für die Legalisierung der Pädosexualität auch den Bericht eines Opfers lesen, das zwischen 11 und 13 Jahren Sex mit wesentlich älteren Männer hatte – und das in diesem Zusammenhang ganz entschieden für die Respektierung des Schutzalters eintrat: «Ich war echt noch nicht fähig abzuschätzen, was ich genau wollte. Auch sexuell nicht.»
Es griffe zu kurz, würde man die Diskussion über die Akzeptanz der sexuellen Kontakte mit Kindern in der Schweiz nur im Kontext der Schwulenbewegung sehen. Die Debatte war auch nicht auf linke Kreise begrenzt, die damals mit allerlei antirepressiven Praktiken experimentierten. Die Pädophilie-Debatten in Zeitschriften wie «Hey» oder «andersch­ume» verweisen vielmehr auf das grosse juristische Ganze: auf die umfassende Strafrechtsrevision, die in der Schweiz im Jahr 1971 begonnen wurde – und die im Fall des Sexualstrafrechts erst 1992 zum Abschluss kam, als die Stimmbürger das neue Gesetz annahmen.


Damit wurden sexuelle Kontakte zwischen nahezu Gleichaltrigen legalisiert: die sogenannte Jugendliebe, die bis dahin justiziabel war und zu zahlreichen Verurteilungen geführt hatte, wenn einer der beiden Partner nur knapp unter 16 war. Erst seit der Annahme dieses Sexualstrafrechts sind sexuelle Kontakte mit Jugendlichen legal, wenn der Altersunterschied nicht mehr als drei Jahre beträgt. Davor machten sich sogar die Eltern strafbar, die ihre Kinder gewähren liessen oder etwa ihrer Tochter die Antibabypille zugänglich machten.
Für die Schwulen war die Diskussion um das neue Sexualstrafrecht nicht zuletzt deshalb so wichtig, weil sie in dieser Hinsicht noch bis 1992 diskriminiert wurden: Galt für Heterosexuelle seit 1942 ein Schutzalter von 16, war es für die Homosexuellen auf 20 Jahre festgelegt. Es war dieser Missstand, der dazu führte, dass die Schwulen und die Pädosexuellen gemeinsam kämpften, wobei die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Pädophilie ganz entschieden für eine Senkung des Schutzalters auf 14 Jahre eintrat, was «vom sexualwissenschaftlichen Standpunkt her ein Minimum» darstelle.
Heute klingt diese Forderung absurd. Damals war sie es nicht: Noch im Dezember 1990 entschied der Nationalrat sich in einer Abstimmung ganz knapp für ein Schutzalter von 14 Jahren. Damit folgten die Parlamentarier einer Expertenkommission, die zwischenzeitlich den Vorschlag gemacht hatte, den Schutz vor sexuellen Handlungen auf noch nicht geschlechtsreife Kinder zu beschränken und deshalb das Schutzalter auf 10 oder 12 Jahre festzusetzen.

Diskussion um das Schutzalter

Die Diskussion um die Herabsetzung des Schutzalters wurde in den 1970er-Jahren international geführt. Besonders intensiv ausgetragen wurde sie 1977 in Frankreich, wo Intellektuelle wie Jean-Paul Sartre, Jacques Derrida, Roland Barthes und Simone de Beauvoir, die als Begründerin des Feminismus gilt, eine Petition gegen ein Gesetz unterzeichnet hatten, das Sex mit Kindern unter 15 Jahren strafbar machte. Eine gesetzlich festgelegte Altersgrenze habe «keinen Sinn», da man einem «Kind zutrauen kann, selbst zu sagen, ob ihm Gewalt angetan worden ist oder nicht», argumentierte der französische Philosoph Michel Foucault, der damals ebenfalls die Petition unterschrieb.
In der Schweiz argumentierte man anders: Die eingesetzte Expertenkommission, die mehrheitlich aus Juristen bestand, liess sich bei der Festlegung des Schutzalters von der Ansicht leiten, dass die körperliche und psychische Entwicklung junger Menschen inzwischen «rascher vor sich geht als vor einigen Jahren».
Begründet wurde diese Ansicht unter anderem mit einer juristischen Dissertation, die 1967 in Bern angenommen wurde und die keineswegs dem linken Spektrum zugerechnet werden darf, stellt sie die Homosexualität doch als etwas nicht «Normales» dar. Dafür wird in der Berner Dissertation die Ansicht vertreten, dass die stark angestiegene Zahl an strafbaren sexuellen Handlungen, die in den 1960er-Jahren zur Anklage kamen, nicht etwa durch das repressive Rechtssystem, sondern durch eine «erhöhte Hingabebereitschaft» der Jugendlichen zustande gekommen sei: Von 150 Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren hätten sich 110 «bereitwilligst» dem Täter zur Verfügung gestellt – oder diesen gar «provoziert».
In einer Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Schweiz ginge es auch um das Nachzeichnen von solchen Argumenten und Diskussionen, die auf ein breites Spektrum an Meinungen verweisen und durch die während über zwanzig Jahren ein Fenster für die Legitimierung von Übergriffen offen gehalten wurde.
Nachverfolgen müsste man diese Diskussion nicht etwa, um die Taten von Jegge und anderen Pädosexuellen aus dieser Zeit zu relativieren. Aber um allfälligen weiteren Opfern zu zeigen, dass unsere Gesellschaft an einer umfassenden Aufarbeitung interessiert ist – und dass wir dabei keine politischen Scheuklappen kennen. Insbesondere dann nicht, wenn es um die Frage geht, wie Aufbruchbewegungen, juristische Diskussionen und Liberalisierungstendenzen in den 1970er- und 1980er Jahren einen Möglichkeitsraum schufen, der von Jürg Jegge und anderen für ihre Taten missbraucht werden konnte.
(Tages-Anzeiger)

Echo aus den Workshops des Wirtschaftsforums FURTTAL

Workshops gut besucht

Bildergebnis für Marcus knill und Matthias Ackeret

Bildergebnis für marcus knill
Soeben wurden die drei Workshops absolviert und die Teilnehmer verdauen gemeinsam das Gehörte. Stimmenkünstler Martin O. hat ihnen über den wirkungsvollen Einsatz der Stimme geredet, Hans Klaus hat die richtige Kommunikation kommuniziert.

Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik und Matthias Ackeret, Verleger und Chefredaktor haben vor Augen geführt, wie man mit den Medien richtig begegnet. «Es hat mir etwas gebracht», erklärt Monika Widmer, Gemeindepräsidentin aus Boppelsen. und fasst zusammen, «Präsenz zeigen und bei den Statements liegt die Würze in der Kürze», erklärt sie. 

Der Gong ertönt, die Teilnehmenden begeben sich zu den Referaten.

Bischof Huonder tritt zurück - wer bestimmt den Nachfolger?


 
 Wer folgt ihm nach? Der Churer Bischof Vitus Huonder bei einem Gebet vor der Kathedrale auf dem Hof in Chur. (Archiv)
 
Wer bestimmt über die Nachfolge von Huonder? 

Eine Schlüsselrolle kommt dem Nuntius Thomas Gullickson zu. Der US-Amerikaner ist eine Art Botschafter des Vatikans in der Schweiz. Gullickson stellt für die Wahl zunächst eine Liste von Kandidaten zusammen. «Er ist frei darin, wie er diese Auswahl trifft», sagt Antonia Moser, Religionsredaktorin bei Radio SRF. Gullickson könnte dafür theoretisch auch römisch-katholische Laien konsultieren. Es ist aber unklar, inwieweit das seine Auswahl beeinflussen würde. «Gullickson ist als konservativer Kirchenvertreter bekannt», sagt Antonia Moser. «Er hat jedoch versprochen, dass auf seiner Liste wählbare Kandidaten stehen werden – also beispielsweise nicht solche, die in der Schweiz völlig unbekannt sind.» Gullicksons Liste mit den Kandidatennamen wird sodann der Bischofskongregation im Vatikan vorgelegt – aber auch hier fällt noch kein abschliessender Entscheid. «Die endgültige Wahl trifft das Domkapitel – ein Gremium des Klerus‘ im Bistum Chur», erklärt Moser. «Bei der engeren Wahl ist Gullickson nicht mehr vertreten, aber die erste Auswahl – die trifft er.»

Welche Rolle spielt der Papst? 

 Papst Franziskus sei über die Situation im Bistum Chur informiert, sagt die Religionsexpertin. Aber: «Er bestimmt in dieser Frage nicht, er bestätigt die Wahl am Schluss lediglich.» Entscheidungen fallen durch die Vorauswahl des Nuntius' und später durch die Voten der Bischofskongregation und des Domkapitels. «Trotzdem hoffen natürlich gerade die liberaleren Katholiken, dass sich die Linie von Papst Franziskus auch bei der Bischofswahl durchsetzt. Ob sich Bischofskongregation und Domkapitel aber davon beeinflussen lassen, kann ich nicht sagen», so Antonia Moser.

(Quelle SRF)

Samstag, 22. April 2017

Wie soll ich bei Auftritten starten?

Der Anfang eines Auftritte muss die Ohren des Publikums öffnen.

Zum situationsgerechten Start:

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Bildergebnis für der start

Für jeden Auftritt gilt es, Aufmerksamkeit zu wecken, Beachtung zu finden.
Dem Redner muss es gelingen, in wenigen Sekunden eine Brücke  zum Publikum und zur Thematik zu schlagen.
Wie sind ich die Ohren der Zuhörer zu öffnen und ihr Interesse gewinnen?
Nachfolgend einige der bewährten Anfänge.
Generell gilt: Der Beginn muss gut vorbereitet und zelebriert werden.
Etwas vom wichtigsten: Die Stille vor dem Start. Kein Anfang ohne Startpause!
Bewährt hat sich eine Geschichte, ein Erlebnis, eine kurze Erzählung als Einleitung Das ist auch vor der Begrüssung möglich.



Leider kommen folgende Fehler oft vor:
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-  Der Redner bemüht sich um die Raumtechnik (sie wurde nicht
   überprüft)  
-  Leute werden umgesetzt, weil vorne einige Stuhlreihen leer sind
-  Der Redner bittet um Ruhe
-  Seine Kleidung wird  vom Redner vor dem Publikum geordnet 
-  Räuspern statt Stille
-  Wasser trinken

Leider  sind auch häufig folgende schlechten Ankündigungen zu hören:

" Ich möchte...."
" Ich würde jetzt gerne..."
" Ich werde Ihnen...." (Sind alles Weichspüler)
" Ich werde zunächst ganz kurz..."
" Vielleicht gelingt es mir heute...."
" Entschuldigen Sie, dass....."
" Ich bin eigentlich nicht der Experte für...."
" Die Präsentation war eigentlich anders geplant..."
" Bevor ich anfange...." (Der Anfang vor dem Anfang)
Viele Redner stellen sich nochmals vor, obwoh sie in der Ankündigung und vom Organisator bereits ausführlich vorgestellt worden sind. Selbstverständlich dürfen wir uns - aber nur in Kurzform - vorstellen. Beispielsweise:


"Ich arbeite im Hintergrund, analysiere Auftritte und helfe den Menschen, sich selbst zu helfen."

Aus der Fülle bewährter Anfänge:
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Publikum mit einer Frage aktivieren ("Hand hoch, wer....")
evt.  eine einfache Abstimmung oder Schätzfrage.
Wer mit einer Partnerübung beginnen will, muss wissen:
Diese muss einfach und kurz sein.  Bepielsweise, wenn es ums Ueberzeugen geht:
Fragen Sie den Sitznachbarn:"Was ist das Wichtigste, wenn sie eine Person überzeugen wollen?"

- Fangen Sie individuell an - anders als die anderen -  persönlicher

- Der Start sollte stets spannend, überraschend sein

Es lohnt sich aber auch, ganz konventionell anzufangen.
Sie dürfen das Publikum "Herzlich willkommen" heissen und über die Ehre sprechen, die Ihnen  durch den Auftritt zuteil wird.
Bewährt hat sich das schlichte: "Guten Abend".

"Schön, dass an diesem schönen Abend so viele von ihnen Zeit haben, mit mir über......nachzudenken."

"Ich freue mich über jede Person, die heute Abend in die Rathausstube gekommen ist."

Die Begrüssung muss stets auf die neue Situation zugeschnitten werden:

"Schön, dass Sie heute ins Casino gekommen sind."
"Heute sind Sie hier - alle wichtigen Vertreter des Verbandes - Guten Abend!"

Man kann aber den klassischen Anfang an die zweite oder dritte Stelle setzen.

Wenn Ehrengäste zu begrüssen sind, ist genau auf die protokollarische Reihenfolge zu achten, die  ohne Grund nicht zu durchbrechen ist.

Wenn viele Gäste  anderer Sprachen im Publikum sitzen, ist es eine Frage der Wertschätzung, diese in verschiedenen Sprachen zu begrüssen:

"Bonjour, good morning, buenes dias¨. Eigentlich müsste ich Sie in acht Sprachen begrüssen, denn heute sind Vertreter vieler verschiednener Nationen anwesend."

Der Anfang mit einer GESCHICHTE bewährt sich immer:
___________________________________________________


 
"Storytelling" ist IN, wie es  "neudeutsch" empfohlen wird.
- Ein Erlebnis, das Bezug nimmt zur Thematik
- Ein Gespäch zum Besten geben, das man auf der Hinfahrt gehört hat oder eine Behauptung, die man aufgeschnappt hat und die zur Thematik passt.
- Eine Geschichte, die Sie gelesen haben
- Einen kurzen Leserbrief zusammenfassend wiedergeben
- Weshalb nicht ein Märchen erfinden? "Es war einmal...."
- Etwas Ueberraschendes (Behauptung, Ungewöhnliches)
  erzählen, das  zum Thema führt
- Eine wissenschaftliche Erkenntnis oder eine provozierende
  Behauptung in den Raum stellen
- Einleitung mit einer rhetorischen Frage:
  "Was denken Sie, weshalb wir Sie heute eingeladen haben?"
- Einen Zeitungstitel vorlesen
Generell gilt: Rasch zur Sache kommen!

Spielerische Anfänge:
___________________

- Metaphern, Vergleiche, Sprüche, Slogans, ein Wortspiel oder   ein Reim regen die Phantasie an.
  Eine Fundgrube sind Sprichwörter, Zitate oder Werbesprüche.
  Auch eine Scherzfrage kann das Denken anregen.
Spielerische Anfänge ermöglichen neue Einsichten und beleuchten ein Thema aus einer völlig neuen Sicht.
Beispiel:

"Ausbilder müssten eigentlich Einbilder heissen. Denn: Unsere Lehrer müssten im Grunde genommen den Kindern das Wissen (mit Lernbildern) in die Köpfe hinein bringen, statt die vermittelten Bilder aus den Köpfen zu nehmen. Sie dürfen deshalb nicht AUS-bilden sondern eher EIN-bilden. Werden Sie EinBILDer!"

Es gibt noch viele Möglichkeiten, mit einem persönlichen Start das Publikum zu gewinnen.
Der Start ist wie der Wurm beim Fischen. Mit dem Wurm werden die Fische angelockt.


Bildergebnis für Der Fischer und der Wurm
Der Anfang ist nicht für den Redner da. Der Anfang ist fürs Publikum gedacht und  muss deshalb diesem Publikum angepasst  werden.
Beispielsweise, indem etwas über den Veranstaltungsort gesagt wird oder über den Tag, an dem gesprochen wird.
Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit  persönlichen Gedanken zur jeweiligen Situation.
Gefühle dürfen angeprochen werden (müssen aber echt sein).
Es gibt nichts Einfacheres, als über die eignen Gedanken oder Gefühle zu reden. Wir benötigen lediglich eine Prise Mut.

Bewährt haben sich stets zuschauerbezogene Anfänge:

 
Ich darf zeigen, dass ich mich auf dieses Publikum gefreut habe.
Das Publikum kann auch abgeholt werden mit dem Hinweis:

"Sie werden jetzt nicht mit einer PowerPoint- Präsentation berieselt,
noch müssen Sie bunte Zettel an die Wand pinnen."

"Ich werde die Redezeit einhalten und ich kann Ihnen garantieren, dass jeder Zuhörer etwas mit nach Hause nehmen kann, das er im Alltag erfolgreich umsetzen kann."

Solche Anfänge würde ich aber nur verwenden, wenn mir das Publikum gut bekannt wäre.


Am Anfang  Anlass oder Thema in den Mittelpunkt stellen:

-  Anlass thematisieren
-  Auf den Vorredner eingehen
-  Auf den Titel wortwörtlich Bezug nehmen

Folgende Anfänge verlangen eine gewisse Erfahrung:

- mit Rätseln
- mit einem Witz oder einer humorvollen Geschichte
- das Gegenteil sagen

Ich habe schon Lehrkräfte in Erstaunen versetzt, indem ich bei Einführung gesagt habe:

 "Sie wissen ja alle, dass Lehrer Ferientechniker sind."

  Die meisten Anwesenen erkannten
  sehr schnell die gewollte Provokation.
  Wenn jedoch auch nur eine Person die Aussage falsch verstehen 
  könnte, sollte auf diese Technik besser verzichtet werden.
     
Wer am Anfang Theater spielt, kann sich aufs Glatteis begeben. Ein derartiger Anfang wirkt bestimmt, leider aber auch oft nur lächerlich. Dasselbe gilt  beim Versuch "ein Lied zu singen", Oder:

- Das Publikum bewusst hereinzulegen
- Ein Streitgespräch zu simulieren
- Eine Pantomine, ein Telefongespräch zu immitieren usw.

Bei aufwändigen Anfängen müssen wir uns fragen, ob sich der Aufwand lohnt (Sich verkleiden, Maske aufsetzen, Puppenspiel, Zaubertrick).

Wer  auf dem Parkett der bewährten Anfänge bleibt und auf komplizierte Aktionen  verzichtet, dem kann eigentlich nicht viel passieren.

LINK:


Bei der Unterhaltung mit einem neuen Gesprächspartner haben sich folgende Smalltalk Starts bewährt: Spannendes Programm heute. Mich nimmt wunder, wie  ...
www.rhetorik.ch/StartSchluss/StartSchluss.html

Jegges Einstellung ist bedenklich

Jegge rechtfertigt seine Taten immer wieder hinter dem damaligen Zeitgeist

Die Reformpädagogen hatten tatsächlich Verständnis für Kindersex

Ich zitiere NZZ:

Eine Bewegung aus Holland

Die Pädophilen-Bewegung hat ihre Wurzeln in den Niederlanden. 1970 wurde dort die erste Arbeitsgruppe zur Entkriminalisierung pädophiler Sexualität gegründet. Zu den bekanntesten Verfechtern der Rechte Pädophiler, welche sogenannt gewaltfreie Pädosexualität nicht nur verharmlosten, sondern sogar fördern wollten, gehörte zu dieser Zeit der holländische Sexualwissenschafter Frits Bernard. Bernard publizierte seine Texte unter anderem im Informationsblatt der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft Pädophilie (SAP). Zeitweiliger Präsident der SAP in den 1980er-Jahren war: Beat Meier. Die Arbeitsgemeinschaft war international gut vernetzt, wie in einem Bericht des Göttinger Instituts für Demokratieforschung zur Pädophilen-Debatte bei den deutschen Grünen nachzulesen ist.

In der Schweiz fast folgenlos

Übergriffe von Prominenten auf Minderjährige, beispielsweise von Roman Polanski, beeinflussten die Debatte. Vor allem in Deutschland gelang es der Bewegung schliesslich, ihre Forderungen ansatzweise aufs politische Parkett zu bringen. In den Achtziger Jahren erreichte die Debatte ihren Höhepunkt. Die deutschen Grünen nahmen den Diskurs in der Phase ihrer Parteigründung auf. 1985 stimmten die Delegierten der Landespartei in Nordrhein-Westfalen auf ihrem Parteitag sogar einem Beschluss zugunsten freier Sexualität mit Kindern zu. Doch das Experiment entwickelte sich zum Debakel: Der Beschluss sorgte für breite Empörung und schadete der Partei bei den darauf folgenden Landtagswahlen. 2013 liessen die Grünen den Einfluss der Pädophilen-Bewegung auf die Partei wissenschaftlich aufarbeiten.








Freitag, 21. April 2017

Alphütte mieten - wieder IN?

5 Sternhotel oder bescheidene Alphütte 
in der freien Natur?
Alp.holidaybooking.ch

aus 20 Min:

Jetzt kommt das Airbnb für Alphütten

Mit neuen Online-Plattformen will die Schweiz Touristen in die Natur locken. Darunter ist auch eine Plattform zur Buchung von Alphütten.

Bildstrecke im Grossformat »

1|4
Bald lassen sich auf der Plattform Alp.holidaybooking.ch Schweizer Alphütten buchen.

KOMMENTAR: Es wird sich zeigen, ob die junge Generation lieber Komfort, Discos, Fittness und Jubel, Trubel hat oder künftig  eine Alphütte   vorzieht. Wir lebten diese Woche auf einer Maiensäss im Wallis. Wir sahen 500 m von uns entfernt - auf der Alp - einen schönen grossen  Wolf. Als er uns sah, zog er sich ins nahe Gehölz  zurück. So etwas hätte wir im 5 Stern Hotel nicht erlebt. Natur pur. 


 

Mittwoch, 19. April 2017

Eine TV Kritik, die berechtigt ist

Das Fernsehen verschwieg aus unerfindlichen Gründen die Publikation des Buches.

Die Begründung von SRF, den Fall Jäggi drei einhalbTage zu verschweigen, ist nach unserem Dafürhalten nicht nachvollziehbar.
Das Fernsehen hätte über den Fakt Medienkonferenz berichten müssen.
Das wäre durchaus möglich gewesen, ohne Vorverurteilung, so wie es bislang immer gemacht wurde.
Das Verschweigen der Medienkonferenz war ein journalistischer Fehler und hat dem Image von SRF geschadet.

 Ich zitiere Persönlich-com

Das Schweizer Fernsehen ist mit der Berichterstattung über den Fall Jürg Jegge durchgefallen. Der schwere Missbrauchsfall hatte nach der Medienkonferenz mit Opfer Markus Zangger und Autor Hugo Stamm vorletzte Woche binnen Stunden landesweit für Schlagzeigen gesorgt (persoenlich.com berichtete). Erst dreieinhalb Tage später hielt es SRF für nötig, darauf zu reagieren (persoenlich.com berichtete).
Wie so oft war TeleZüri schneller. Und besser: Bereits acht Stunden nach den Enthüllungen waren Zangger und Stamm Gäste bei Hugo Bigi in «TalkTäglich». Die Sendung löste eine enorme Resonanz aus. Direkt nach der Buchpräsentation am 4. April war übrigens TeleZüri-Redaktor Nico Nabholz nach Embrach ZH gefahren, klingelte bei Jegge an der Haustüre und wollte beim Beschuldigten eine Stellungnahme einholen. Weil dieser das Buch noch nicht gelesen hatte, gab er vorerst keinen Kommentar ab.
Die SRF-Journalisten sassen währenddessen lieber in ihren geschützten Büros am Leutschenbach und gaukelten der Nation in diesem schwerwiegenden Fall edlen Journalismus vor. Notabene: Im Buch «Jürg Jegges dunkle Seite» (Wörterseh-Verlag) ist auch ein Brief von Jegge an Markus Zangger abgedruckt. Darin gibt Jegge seine Taten bereits indirekt zu.
Blenden wir zurück. Jürg Jegge war in den 1980-er Jahren ein gefeierter und gehätschelter Mitarbeiter von Schweizer Radio und Fernsehen. Im TV moderierte der «Lehrer der Nation» («Weltwoche») und «neue Pestalozzi» («Spiegel») die unsägliche Sendung «Telespiel». Eine Handvoll überforderter Schauspieler improvisierten ungeniessbar Szenen zum jeweiligen Thema. Wir vom «Blick» trugen damals massgeblich dazu bei, dass der Flop bereits nach vier Ausgaben abgesetzt wurde.
Am vergangenen Dienstag war der Fall Jürg Jegge dann noch das Thema im SRF-«Club». Wie zuvor schon in vielen anderen Medien-Interviews kamen viele belang- und bedeutungsvolle Worte aus dem Mund von Regula Schwager. Die Zürcher Psychotherapeutin und Leiterin von Castagna, einer Beratungsstelle für sexuell ausgebeutete Kinder und Jugendliche, ist schweizweit ein Leuchtturm in ihrem Fach.
Ansonsten litt der «Club» wie schon seit Jahren unter der schwachen Leitung und Moderation. Einmal mehr beobachteten wir eine Karin Frei, die ihre Gäste immer wieder verunsichert anblickt und in ihrer Rolle als Moderatorin wenig beizutragen hat. Und die über das «Talent» verfügt, die Eingeladenen exakt dann zu unterbrechen, wenn es möglicherweise interessant werden könnte. Die meisten ihrer Sendungen sind zäh wie bilaterale Verhandlungen. Es hat nur wenig mit den Schlafgewohnheiten des TV-Publikums zu tun, dass nach «10vor10» und vor dem «Club» regelmässig über 200'000 Zuschauer um- oder abschalten. Karin Frei kann es ebenso wenig wie es ihr Kollege Thomy Scherrer vermochte. Immerhin war dieser zuvor ein talentierter Moderator bei Radio SRF 1.
Unter dem damaligen Titel «Zischtigsclub» wurde die Diskussionssendung 1985 gegründet. Ueli Heiniger und André Picard konzipierten und moderierten das Format, eine Adaption des damaligen «Club 2» des ORF. Der spätere Fernsehdirektor Peter Schellenberg war der erste Leiter der Sendung, er moderierte sie auch ab und zu. Die besten Zeiten erlebte die Runde während 16 Jahren unter Ueli Heiniger. Damals löste der «Club» noch Kontroversen aus im Lande. Heute wird am Tag nach TV-Sendungen aus den Informations-Abteilungen nur noch über die «Rundschau» oder «TalkTäglich/SonnTalk» geredet.

René Hildbrand
René Hildbrand ist Journalist, langjähriger Fernsehkritiker und Buchautor. Während 27 Jahren war er für «Blick» tätig, danach Chefredaktor von «TV-Star».

Dienstag, 18. April 2017

Der Anfang eines Auftritte muss die Ohren des Publikums öffnen

 Situationsgerechter Start
___________________________________
Bildergebnis für Der START
Für jeden Auftritt gilt es, Aufmerksamkeit zu wecken, Beachtung zu finden.
Dem Redner muss es gelingen, in wenige Sekunden eine Brücke  zum Publikum und zur Thematik zu schlagen.
Wie sind ich die Ohren der Zuhörer zu öffnen und ihr Interesse gewinnen?
Nachfolgend einige der bewährten Anfänge.
Generell gilt: Der Beginn muss gut vorbereitet und zelebriert werden. 
Etwas vom wichtigsten: Die Stille vor dem Start. Kein Anfang ohne Startpause!
Bewährt hat sich eine Geschichte, ein Erlebnis, eine kurze Erzählung als Einleitung Das ist auch vor der Begrüssung möglich.

Leider kommen folgende Fehler oft vor:
_____________________________________________

-  Der Redner bemüht sich um die Raumtechnik (sie wurde nicht
   überprüft)  
-  Leute werden umgesetzt, weil vorne einige Stuhlreihen leer sind
-  Der Redner bittet um Ruhe
-  Seine Kleidung wird  vom Redner vor dem Publikum geordnet 
-  Räuspern statt Stille
-  Wasser trinken

Leider  sind auch häufig folgende schlechten Ankündigungen zu hören:

" Ich möchte...."
" Ich würde jetzt gerne..."
" Ich werde Ihnen...." (Sind alles Weichspüler)
" Ich werde zunächst ganz kurz..."
" Vielleicht gelingt es mir heute...."
" Entschuldigen Sie, dass....."
" Ich bin eigentlich nicht der Experte für...."
" Die Präsentation war eigentlich anders geplant..."
" Bevor ich anfange...." (Der Anfang vor dem Anfang)
Viele Redner stellen sich nochmals vor, obwoh sie in der Ankündigung und vom Organisator bereits ausführlich vorgestellt worden sind. Selbstverständlich dürfen wir uns - aber nur in Kurzform - vorstellen. Beispielsweise:
"Ich arbeite im Hintergrund, analysiere Auftritte und helfe den Menschen, sich selbst zu helfen."

Aus der Fülle bewährter Anfänge:
___________________________

Publikum mit einer Frage aktivieren ("Hand hoch, wer....")
evt.  eineeinfache Abstimmung oder Schätzfrage.
Wer mit einer Partnerübung beginnen will, muss wissen:
Diese muss einfach und kurz sein.  Bepielsweise wenn es ums Ueberzeugen geht:
Fragen Sie den Sitznachbarn:"Was iste das Wichtigste, wenn sie eine Person überzeugen wollen?"

- Fangen Sie individuell an - anders als die anderen -  persönlicher

- Der Start sollte stets spannend, überraschend sein

Es lohnt sich aber auch, ganz konventionell anzufangen.
Sie dürfen das Publikum "Herzlich willkommen" heissen und über die Ehre sprechen, die Ihnen  durch den Auftritt zuteil wird.
Bewährt hat sich das schlichte: "Guten Abend".

"Schön, dass an diesem schönen Abend so viele von ihnen Zeit haben, mit mir über......nachzudenken." 

"Ich freue mich über jede Person, die heute Abend in die Rathausstube gekommen ist." 

Die Begrüssung muss stets auf die neue Situation zugeschnitten werden:

"Schön, dass Sie heute ins Casino gekommen sind."
"Heute sind Sie hier - alle wichtigen Vertreter des Verbandes - Guten Abend!"

Man kann aber den klassischen Anfang an die zweite oder dritte Stelle setzen.

Wenn Ehrengäste zu begrüssen sind, ist genau auf die protokollarische Reihenfolge zu achten, die  ohne Grund nicht zu durchbrechen ist.

Wenn viele Gäste  anderer Sprachen im Publikum sitzen, ist es eine Frage der Wertschätzung, diese in verschiedenen Sprachen zu begrüssen:

"Bonjour, good morning, buenes dias¨eigentlich müsste ich Sie in acht Sprachen begrüssen, denn heute sind Vertreter vieler verschiednener Nationen anwesend."

Der Anfang mit einer GESCHICHTE bewährt sich immer:
_______________________________________________

"Storytelling" ist IN, wie es  "neudeutsch" empfohlen wird.
- Ein Erlebnis, das Bezug nimmt zur Thematik
- Ein Gespäch zum Besten geben, das man auf der Hinfahrt gehört hat oder eine Behauptung, die man aufgeschnappt hat und die zur Thematik passt.
- Eine Geschichte, die Sie gelesen haben
- Einen kurzen Leserbrief zusammenfassend wiedergeben
- Weshalb nicht ein Märchen erfinden? "Es war einmal...."
- Etwas Ueberraschendes (Behauptung, Ungewöhnliches)
  erzählen, das  zum Thema führt
- Eine wissenschaftliche Erkenntnis oder eine provozierende
  Behauptung in den Raum stellen
- Einleitung mit einer rhetorischen Frage:
  "Was denken Sie, weshalb wir Sie heute eingeladen haben?"
- Einen Zeitungstitel vorlesen
Generell gilt: Rasch zur Sache kommen!

Spielerische Anfänge:
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- Metaphern, Vergleiche, Sprüche, Slogans, ein Wortspieloder   ein Reim regen die Phantasie an.
  Eine Fundgrube sind Sprichwörter, Zitate oder Werbesprüche.
  Auch eine Scherzfrage kann das Denken anregen.
Spielerische Anfänge ermöglichen neue Einsichten und beleuchten ein Thema aus einer völlig neuen Sicht.
Beispiel:

"Ausbilder müssten eigentlich Einbilder heissen. Denn: Unsere Lehrer müssten eigentlich den Kindern das Wissen (mit Lernbildern) in die Köpfe hinein bringen, statt die vermittelten Bilder aus den Köpfen zu nehmen. Sie dürfen nicht AUS-bilden sondern eher EIN-bilden."

Es gibt noch viele Möglichkeiten, mit einem persönlichen Start das Publikum zu gewinnen.
Der Start ist wie der Wurm beim Fischen. Mit dem Wurm werden die Fische angelockt.
Bildergebnis für Der Fischer und der Wurm
Der Anfang ist nicht für den Redner da. Der Anfang ist fürs Publikum gedacht und  muss deshalb diesem Publikum angepasst  werden. 
Beispielsweise, indem etwas über den Veranstaltungsort gesagt wird oder über den Tag an dem gesprochen wird.
Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit  persönlichen Gedanken zur jeweiligen Situation.
Gefühle dürfen angeprochen werden (müssen aber echt sein). 
Es gibt nichts Einfacheres, als über die eignen Gedanken oder Gefühle zu reden. Wir benötigen lediglich eine Prise Mut.

Bewährt haben sich stets zuschauerbezogene Anfänge:

Ich darf zeigen, dass ich mich auf dieses Publikum gefreut habe.
Das Publikum kann auch abgeholt werden mit dem Hinweis:

"Sie werden jetzt nicht mit einer PowerPoint- Präsentation berieselt.
Noch müssen Sie bunte Zettel an die Wand pinnen."

"Ich werde die Redezeit einhalten und ich kann Ihnen garantieren, dass jeder Zuhörer etwas mit nach Hause nehmen kann, das er im Alltag erfolgreich umsetzen kann."

Solche Anfänge würde ich aber nur verwenden, wenn mir das Publikum gut bekannt wäre.


Am Anfang  Anlass oder Thema in den Mittelpunkt stellen:

-  Anlass thematisieren
-  Auf den Vorredner eingehen
-  Auf den Titel wortwörtlich Bezug nehmen

folgende Anfänge verlangen eine gewisse Erfahrung:

- mit Rätseln
- mit einem Witz oder einer humorvollen Geschichte
- das Gegenteil sagen 

Ich habe schon Lehrkräfte in Erstaunen versetzt,    indem ich bei Einführung gesagt habe:

 "Sie wissen ja alle, dass Lehrer Ferientechniker sind." 

  Die meisten Anwesenen erkannten 
  sehr schnell die gewollte Provokation. 
  Wenn jedoch auch nur eine Person die Aussage falsch verstehen  
  könnte, sollte auf diese Technik besser verzichtet werden.
      
Wer am Anfang Theater spielt, kann sich aufs Glatteis begeben. Ein derartiger Anfang wirkt bestimmt, leider aber auch oft nur lächerlich. Dasselbe gilt  beim Versuch "ein Lied zu singen", Oder:

- Das Publikum bewusst hereinzulegen
- Ein Streitgespräch zu simulieren
- Eine Pantomine, ein Telefongespräch zu immitieren usw.

Bei aufwändigen Anfängen müssen wir uns fragen, ob sich der Aufwand lohnt (Sich verkleiden, Maske aufsetzen, Puppenspiel, Zaubertrick).

Wer  auf dem Parkett der bewährten Anfänge bleibt und auf komplizierte Aktionen  verzichtet, dem kann eigentlich nicht viel passieren.

LINK:

Bei der Unterhaltung mit einem neuen Gesprächspartner haben sich folgende Smalltalk Starts bewährt: Spannendes Programm heute. Mich nimmt wunder, wie  ...
www.rhetorik.ch/StartSchluss/StartSchluss.html