Samstag, 28. März 2015

Ein weiteres Muster: Interpretation von nonverbalen Verhaltensweisen.

Fragwürdig oder ist doch etwas daran wahr?

Der Griff ins Gesicht bringt uns wieder ins Lot


    Ständig haben wir die Hände am oder im Gesicht, streichen uns übers Kinn, fassen uns an die Nase, reiben uns die Stirn. Jetzt weiss man auch, warum: Es dient dem emotionalen Gleichgewicht.
    Eine junge Frau lacht mit geschlossenen Augen und greift sich dabei mit der Hand ins Gesicht. 
     Verlegenes Lachen Die Berührung mit der Hand im Gesicht stellt das emotionale Gleichgewicht wieder her. Getty Images

     (Quelle SRF)
     
    Es ist kein Zufall, dass sich die Menschen ständig unbewusst ins Gesicht fassen. Forscher des Haptik-Forschungslabors am Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung der Universität Leipzig sagen: Es geschieht vor allem in Momenten der persönlichen Anspannung, bei Unwohlsein, Angst, Stress oder Panik.
    Wie die Forscher um Martin Grunwald im Fachjournal «Brain Research» schreiben, konnten sie nachweisen, dass sich durch Selbstberührungen im Gesicht die elektrischen Ströme in Bereichen des Gehirns verändern, die die Arbeitsgedächtnisinhalte und den emotionalen Status steuern.
    Untersuchungen an Testpersonen zeigten: Kurz vor der spontanen Selbstberührung sanken die Hirnströme in den entsprechenden Bereichen – ein Hinweis darauf, dass der «Arbeitsspeicher» ausgelastet und die emotionale Belastung hoch ist. Kurz nach der Selbstberührung stiegen die Werte wieder signifikant an.

    Griff ans Kinn fürs seelische Gleichgewicht

    Menschen bringen sich mit Gesichtsberührungen offenbar wieder ins Hier und Jetzt. Martin Grundwald veranschaulicht das an einem einfachen Beispiel: Zwei Personen sind ins Gespräch vertieft, als ein attraktiver Mensch vorbeigeht. Das bringt den emotionalen Haushalt des Gesprächspartners kurz aus dem Gleichgewicht, das Gespräch kommt ins Stocken. Durch eine unbewusste Selbstberührung im Gesicht gelingt es ihm aber wieder, ins innere Gleichgewicht zu kommen und sich erneut auf das Gespräch zu fokussiert.
    Bewusste Gesichtsberührungen zum Stressabbau oder für die Konzentration funktionieren aber leider nicht: Wurden die Probanden aufgefordert, sich auf eine für sie typische Weise im Gesicht zu berühren, traten keine entsprechenden Änderungen der Hirnaktivität auf.
    Die Erkenntnisse dürften deswegen vor allem für die Einschätzung des Gegenübers von Bedeutung sein, weniger gegenüber sich selbst. Psychologen können aus den unbewussten Berührungen beispielsweise Rückschlüsse auf den Therapieerfolg ziehen – oder Kriminalbeamte bei einer Befragung eines Verdächtigen auf seinen Stresspegel.

    Freitag, 27. März 2015

    Jetzt das noch...

    Während Wochen wurde versucht, Tätowierungen als 
    etwas Normales zu propagieren.

    Die versteckten Werbebeiträge für Tattoos wollten den Lesern
    weis machen, dass man im Beruf nicht mehr ausgegrenzt werden kann, weil sich zu viele  stechen lassen.

    Nun zeigt sich aber:

    Jede zweite Tattoo-Farbe in der Schweiz gefährdet die Gesundheit und muss verboten werden.

    Mehr als die Hälfte der in der Schweiz erhältlichen 
    Tattoo-Farben gefährden die Gesundheit und 
    dürfen nicht mehr verwendet werden.

    Fazit: Zur Hautverstümmelung 
    und den Problemen bei operativen Entfernungen
    missliebiger Bilder kommt nun noch das Problem der Giftfarben dazu.
    Wer auf Tattoos verzichtet, kann 
    zusätzlich aufatmen.

    Weshalb werden die Busseneinnahmen verschwiegen?

    Diese Zahl will der Bundesrat
    verschweigen. Die Einnahmen aus dem
    Bussen-Terror von 650 Millionen.

    Die SVP kritisiert den Bundesrat und dessen Informationspolitik. Es wird vermutet, dass die Zahl der Einnahmen durch Verkehrsbussen verschwiegen wird, um das Ausmass zu verheimlichen.

    (Quelle BLICK-online)

    SVP-Rime sauer wegen Blitzer-Wahn Bussen-Budgets gehören verboten!
    Vorstoss von SVP-Wobmann abgelehnt Bundesrat will keine Radarwarner.
    Kantone rechnen mit 250 Mio Fr So rechtfertigt der oberste Polizist die Bussen-Orgie.
    So werden die Autofahrer geschröpft Bussen-Orgie überrollt die Schweiz
    Schweizerische Vollgas Partei fordert Bundesrat soll Bussen-Abzocke verbieten!
    SVP verlangt mehr Toleranz bei Tempoüberschreitung Schluss mit dem Bussenterror!



    Es ist eines der grossen Geheimnisse der Verkehrspolitik: Wie viel Geld nehmen die Kantone jährlich durch Verkehrsbussen ein?

    Genau diese Frage stellte Walter Wobmann (SVP) dem Bundesrat. Dieser gab sich am vorletzten Montag im Parlament überfragt. Bussen seien Sache der Kantone. «Der Bund verfügt nicht über entsprechende Zahlen.»

    Pikant: Es ist bekannt, dass das Bundesamt für Strassen (Astra) an der  Sitzung der Verkehrskommission (KVF) die gewünschte Zahl nannte. Vertraulich, versteht sich.650 Millionen Franken knöpfen die Kantone den Verkehrsteilnehmern mit Ordnungsbussen demnach ab. Eine riesige Summe! Sie entspricht fast dem Staatshaushalt des Kantons Schaffhausen.

    SVP-Wobmann kritisiert die Informationspolitik des Bundesrats: «Man will verschweigen, welches Ausmass die Bussen-Eintreiberei angenommen hat.» Das Astra kontert, die gestern erwähnten 650 Millionen Franken seien eine Schätzung des Verbands Strasse Schweiz. Parlamentarische Vorstösse beantworte der Bundesrat aber auf Basis erhärteter Zahlen, nicht auf Basis von Schätzungen von Verbänden. «Die Antwort im Parlament war darum völlig korrekt», so ein Astra-Sprecher.

    KVF-Mitglieder können sich nicht erinnern, dass die Zahl als Schätzung deklariert wurde. Aber es gibt auch eine gute Nachricht für Autofahrer. Die KVF unterstützt einen Vorstoss von Christoph Mörgeli (SVP), die Toleranzmargen bei Laser-Geschwindigkeitsmessungen anzuheben. «Sie sind zu niedrig», sagt Mörgeli. Ein entspanntes, sicheres Fahren sei nicht möglich. «Diesen Bussen-Horror müssen wir jetzt abstellen.»

    storybild Ein Autoradar blitzt auch bei einer Tempoüberschreitung von 1 km/h.

    KOMMENTAR: Radarfallen können sicherlich gefährliche Strassen entschärfen und etwas zur Verkehrssicherheit beitragen. Doch habe ich immer wieder Geräte gesehen, die reine Schikane sind.
    Die Toleranzgrenze ist heute tatsächlich zu eng. Diese genze sollte wieder angehoben werden, damit  entspannteres Fahren möglich wird.

    Donnerstag, 26. März 2015

    Eine bewährte Führungsformel

    Von Dr. Christian Styger, ETH



    Die W-E-G Formel

    Heute hat mir Christian Styger seine Formel vorgestellt,
    die sich im Umgang mit seinem Team bewährt hat:

    W für WERTSCHAETZUNG

    E für EIGENVERANTWORTUNG

    G für GEGENSEITIG HELFEN

    Diese Reduktion auf drei zentrale Bereiche der
    alltäglichen Führung sind deckungsgleich mit meiner Erfahrung
    wenn es um die kommunikative und soziale Kompetenz geht.

    Bei der WERTSCHAETZUNG geht es nicht nur um das Danke sagen und
    das kurze Lob, wenn etwas gut erledigt worden ist.
    Ich verstehe darunter auch die EMPATHIE.

    LINKS:

    25. Mai 2002 ... Zur Wertschätzung, Wir akzeptieren den Anderen, so wie er ist. Wir wollen ihn nicht ändern, sind aber bereit, uns dem Gegenüber zuzuwenden ...
    www.rhetorik.ch/Problemloesung/Problemloesung.html
    20. Febr. 2009 ... Die Empathie. Die Wertschätzung des Gegenübers. Sie müssen Menschen mögen. Die Kongruenz. Ihre Einstellung beeinflusst Ihre Stimme ...
    www.rhetorik.ch/Schlechtenachrichten/Schlechtenachrichten.html
    Für Jugendliche hilft eine stabile Beziehung zu mindestens einer Bezugsperson sowie ein Erziehungsstil, der Wertschätzung und Akzeptanz unterstützt.
    www.rhetorik.ch/Resilienz/Resilienz.html

    Bei der EIGENVERANTWORTUNG übergeben
    dem Gegenüber die Verantwortung.
    Ich frage ich, wie er das Problem selbst lösen könnte.
    Er lernt sich selbst zu coachen.

    LINKS: 
    Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
    30. Dez. 2012 ... nikation, im ganzen Leben. Die Fähigkeit, an sich selbst zu arbeiten ist lernbar. Das Wort Selbst kommt vom griechischen. «autos». Was aber ...
    www.rhetorik.ch/Alphaartikel/2012.pdf
    Werden Mängel selbst erkannt, kommt es viel schneller zu den erwünschten Verbesserungen. Dank der persönlichen Einsicht braucht es zudem weniger ...
    www.rhetorik.ch/Verbesserung/Selbstkritik.html
    4. Nov. 2008 ... Wer möchte nicht seine Selbst-Kompetenz fördern? Wer wünscht sich nicht mehr Selbst-Sicherheit? Lange Zeit dominierte eine fragwürdige ...
    www.rhetorik.ch/Selbst/Selbst.html

    Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
    KOMMUNIKATION MANAGEMENT 2. Wer möchte nicht seine. SELBST- Kompetenz för- dern? Wer wünscht sich nicht mehr SELBST-Sicherheit? Lange Zeit ...
    www.rhetorik.ch/Selbst/handelszeitung.pdf

    Beim GEGENSEITIGEN HELFEN geht es darum, 
    einem Teammitglied zu helfen, wenn es allein nicht mehr weiter kommt. Ich verstehe dabei : Sich gegenseitig unterstützen:

    LINKS:

    Lehnen sich einzelne Teammitglieder gegenseitig ab? Konkurrenz ... Bei neuer ( gerecheteren) Aufteilung von Aufgaben helfen, eventuell Umverteilen. Bildung ...
    www.rhetorik.ch/TeamKommunikation/Team.html
    10. März 2002 ... ... es schneller und leichter, wenn sie sich gegenseitig nach Kräften unterstützen. ... Vögel die Formation, um dem geschwächten Tier zu helfen.
    www.rhetorik.ch/Appreciative/Appreciative.html



    FAZIT:
     Setzen Sie im Alltag die W-E-G Formel ein.





    "Wein predigen und Wasser trinken" kommt nie gut an

    Beide:  Susanne Leutenegger-Oberholzer und
    Roland Borer schadeten sich 
    durch Flunkern und den 
    sonderbaren Umgang mit der 
    Wahrheit. 
    Sie waren sich leider nicht bewusst, 
    dass die Glaubwürdigkeit  
    ein hohes Gut ist.


     

    (Quelle Blick) Die zwei Fälle von angeschlagener Glaubwürdigkeit gleichen sich extrem: Beide Politiker haben den Ruf, Sesselkleber zu sein. Susanne Leutenegger Oberholzer (67) gehört dem Nationalrat seit 20 Jahren an, Roland Borer (64) seit 24 Jahren. Beide haben die Partei gewechselt: Die Baselbieterin von der Poch zur SP, der Solothurner von der Freiheitspartei (ex Autopartei) zur SVP. Und beide haben gegenüber der «Basler Zeitung» (BaZ) zuerst geflunkert, statt sofort die Wahrheit zu sagen.
    Borer soll morgen für die  Wahlen vom Herbst nominiert werden, Leutenegger Oberholzer am 18. April.
    Noch am letzten Samstag liess sich Borer als Kämpfer gegen die Einkaufstouristen feiern. Er verlangt, dass sie in der Schweiz Mehrwertsteuer bezahlen müssen, wenn sie diese im Ausland zurückgefordert haben.
    Borers parlamentarischer Vorstoss (Motion) wird auch von den Präsidenten des Gewerbe- und des Bauernverbandes unterstützt.
    Der SVP-Nationalrat predigt Wasser und trinkt Wein. Die «BaZ» druckte heute eine Fotostrecke, die laut der Zeitung zeigt, «dass sich der SVP-Politiker nicht zu schade war, mit seinem grauen Renault aus dem solothurnischen Kestenholz die Juraberge zu überwinden, den Basler Stadtautobahn-Verkehr in Kauf zu nehmen, um dann das ‹Bauhaus› in Lörrach anzupeilen und sich dort mit billigem Baumaterial einzudecken».
    Als die «BaZ» Roland Borer auf seine Schnäppchen-Jagd ennet der Grenze ansprach, sagte der Nationalrat zuerst: «Ich gehe nie im Ausland einkaufen.» Dann: «Ich habe damals bloss einem Freund beim Wareneinkauf und beim Verladen geholfen.»
    Schliesslich behauptete der SVP-Mann: «Ich war nie mit meinem Auto in Deutschland einkaufen.» Die Handy-Fotos beweisen  aber, dass es Borers Auto ist. Der Solothurner konnte schliesslich gar nicht mehr anders, als den Fall zuzugeben: «Das muss schon länger her sein.» Und: Er habe nie gesagt, das Einkaufen im Ausland solle verboten oder verhindert werden.

    FAZIT: Wetten, dass dieses unrühmliche Verhalten einen Einfluss auf das Wahlresultat haben wird?

    Die Argumentation des Kardinals ist nachvollziehbar:

    Blatters göttlicher Fussball

    Der FIFA Chef überschätzt sich gewaltig.
    Blatter hätte nur recht, wenn wir das  
    Geld dem Begriff Gott
    gleichsetzen könnten.
    Und in Sachen soziale Gerechtigkeit
    müsste die FIFA zuerst ihre Korruption 
    bekämpfen und sich gegen die ausgebeuteten 
    Arbeiter bei den Vorbereitungsarbeiten
    für die WM in Katar stark machen.

    Ich zitiere:

     

    Geplantes Al Khor-Stadion in Quatar für WM 2022 | © youtube

    Ausland
    Geplantes Al Khor-Stadion in Quatar für WM 2022

    Kardinal kritisiert 

    Blatters Religionsvergleich: 

    Gelbe Karte für FIFA-Chef

     (kath.ch) Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat FIFA-Chef Sepp Blatter für seine Behauptung, der Fussball-Weltverband sei einflussreicher als jede Religion, die Gelbe Karte gezeigt. «Die FIFA hat natürlich beeindruckende Zahlen vorgelegt, über 265 Millionen Kicker gibt es weltweit», sagte Woelki am Montag, 23. März, im Kölner Domradio.
    Doch würden weltweit über zwei Milliarden Christen demnächst Ostern feiern und notfalls ihr Leben für ihren Glauben geben, so der Fan des 1. FC Köln. «Bei aller Begeisterung für den Ballsport: Ich denke, der Herr Blatter überschätzt sich und seinen Verband da gewaltig», so der Kardinal. «Da hat Herr Blatter ein ziemliches Eigentor geschossen. Dafür gehört er auf die Bank, um sich neu auszurichten und zu besinnen», beschied Woelki.
    Zwar finde er das soziale Engagement der FIFA «toll», doch erlebten sehr viele Menschen den Verband oftmals als wenig überzeugend, so der Kölner Erzbischof weiter. «Es geht weniger um Frieden, Gerechtigkeit und Gesundheit, sondern vielmehr ums grosse Geld», kritisierte er. «Und wo viel Geld fliesst, da ist der Weg oft kurz bis zur Korruption. Und da werden dann vielleicht auch manchmal Dinge entschieden, die nicht ganz so glücklich sind.» Als Beispiel nannte er die Entscheidung für Katar als Ausrichter der Weltmeisterschaft 2022.

    Ausgebeutete Arbeiter für WM-Katar

    Man solle «Herrn Blatter beim Wort nehmen» in Sachen soziale Gerechtigkeit, schlug Woelki vor und verwies auf die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen derzeit in Katar Stadien gebaut werden. «Also: Wo Tag für Tag auf den Baustellen einer Weltmeisterschaft Menschen ihr Leben lassen, weil sie ohne Arbeitssicherheit, ohne vernünftige Arbeitsverträge ausgebeutet werden bis aufs Blut, dort sollten sich Herr Blatter und seine FIFA ganz konkret für diese Werte einsetzen, für die sie anscheinend stehen wollen», forderte der Erzbischof.
    Fussball sei ein begeisternder Sport, «aber ich glaube nicht an einen Fussballgott», unterstrich der Kardinal. «Und erst recht nicht an einen ‘Halbfussballgott’, der Herr Blatter wohl gerne sein möchte.» (kna)

    KOMMENTAR: Blatter hat tatsächlich mit seinem Vergleich, der gewaltig hinkt, ein Eigencoal geschossen.

    Schreibend zusammenfassen als Lernprozess

    Aufschlussreicher Versuch

    In Selbstversuchen habe ich immer wieder festgestellt, dass das  Mitschreiben (Zusammenfassen) ein
    Lernprozess ist. Viele Lehrer und Dozenten gehen davon aus, dass es genüge ein Handout abzugeben.
    Doch bleibt das Gehörte viel besser verankert, wenn mitgeschrieben wird.
    Beim Mitschreiben müssen wir konzentriert mitdenken und entscheiden, was wichtig ist. Wer  die
    Erkenntnis umformuliert, zusammenfassen, einordnet, lernt nachhaltiger. (Evt zeichnerisch darstellt "Mind map") Das manuelle Mitschreiben sorgt für eine zusätzliche Verankerung.

    (Aus 20 Min)

    Dozentin spricht Laptop-Verbot im Hörsaal aus

    Die Studenten von Carol E. Holstead an der Uni von Kansas mussten ein Semester lang ihre Notizen wie früher mit Stift und Papier machen – und profitierten davon.


    storybild
    Vorlesungen, in denen nur von Hand mitgeschrieben wird, sind ein Ding der Vergangenheit. Tatsächlich?


    Im Frühjahr 2013 hatte Carol E. Holstead genug. Die Professorin für Kommunikation war es leid, ihre Vorlesungen in ständiger Konkurrenz zu Youtube und Facebook abzuhalten. Sie traf eine bemerkenswerte Entscheidung: Für das nächste Semester verbannte sie sämtliche elektronischen Helferlein aus ihrem Hörsaal. Sie liess ihre Studenten wissen: Notizen werden nur noch auf Papier gemacht.


    Sie wusste von Studien aus Deutschland und Kanada, dass Studenten, die mit ihren Laptops «multitasken», weniger von der Vorlesung im Kopf behielten. Zudem hatte sie ihre eigene Theorie, wie sie im amerikanischen Dozenten-Fachblatt «The Chronicle of Higher Education» schrieb. «Anhand meiner eigenen Uni-Erfahrungen aus dunkler Vorzeit – den 70ern, auch bekannt als Vor-Power-Point – ging ich davon aus, dass Studenten Vorlesungen effektiver verarbeiten würden, wenn sie von Hand mitschrieben».

    Positive Erfahrungen

    Nach dem Ende des Laptop-freien Semester liess Holstead ihre Studenten einen Fragebogen ausfüllen. Und obwohl sie zugibt, dass ihre Methode unwissenschaftlich gewesen sei, sind die Ergebnisse interessant. Rund 86 Prozent der 95 Studenten, die den Fragebogen ausfüllten, gaben an, dass sie ohne Laptop gleich oder besser aufpassten. 52 Prozent gaben an, dass sie besser aufpassten.

    Sie fragte ihre Studenten auch, wie ihnen die Übung im Mitschreiben von Hand gefiel. Diejenigen, die zuvor auf dem Laptop jedes Wort mitgeschrieben hatten, hassten die Papiermethode, da sie nicht schnell genug schreiben konnten. Diejenigen, die zuvor eher zusammenfassende Notizen gemacht hatten, mochten das Experiment hingegen mehrheitlich.

    Wortwörtliches Mitschreiben bringt nichts

    Die Theorie von Holstead ist inzwischen auch durch die Wissenschaft bestätigt worden. Das Fachjournal «Psychological Science» veröffentlichte im letzten Jahr drei Studien von Forschern der Universitäten Princeton und UCLA. Darin konnten diese nachweisen, dass Laptop- Studenten in Prüfungen schlechter abschnitten als ihre Kommilitonen, die ihre Notizen von Hand zu Papier brachten.

    Die Forscher gehen davon aus, dass die zusammenfassenden Notizen der Handschreiber den Unterschied ausmachten. «Die aktuelle Forschung legt nahe, dass, sogar wenn Laptops ausschliesslich zum Mitschreiben der Vorlesung verwendet werden, sie dennoch das Lernen beeinträchtigen, da sie zu einer oberflächlicheren Verarbeitung des Gehörten führen», schreiben die Autoren. «Mehr Notizen zu machen ist zwar von Vorteil, doch die Tendenz von Laptop-Benutzern, Vorlesungen wortwörtlich zu transkribieren, statt das Gehörte zu verarbeiten und es in den eigenen Worten zu Papier zu bringen, ist schlecht fürs Lernen.»

    Bei uns bleibt es meist in der Verantwortung jedes einzelnen Studenten zu entscheiden, welche Methode für ihn passt.

    KOMMENTAR: Ich kenne einen Lehrer, der verlangte von den Schülern bei jeder Lektion auf einer leeren A4 Seite ein Protokoll  mit einem TITEL, der die Kernbotschaft der Lektion zusammenfasst, einem LEAD, der auf ca 6 Linien die Vorlesung umschreibt und einer Zusammenfassung (Protokoll), das auch noch in einem Kästchen illustriert werden musste.
    Diese Spielregel hatte verschiedene Vorteile: Der Lehrer erkannte sofort, ob die Lektion so verstanden wurde, wie er sie konzipiert hatte und konnte damit die Schreibenden beurteilen (ohne Prüfung). Anderseits stellte er fest, dass durch das Mitschreiben der Inhalt vertieft wurde. Dann SCHREIBEN ist ein LERNPROZESS.