Sonntag, 5. Oktober 2014

Dank Selbstkontrolle kommen wir im Leben weiter

Der Mensch kann lernen, Verlockungen zu widerstehen

Im Unterschied zu den Tieren, sind wir fähig, unmittelbaren Begierden zu widerstehen.
In der Erziehung hatte leider vor Jahren die Schulung der Selbstkontrolle bei Kindern einen kleinen Stellenwert.
Bedürfnisse wurden sofort befriedigt. "Verzichten können und Selbstkontrolle"  wurden als Relikt der autoritären Erziehung abgelehnt. Heute gibt es Langzeiterkenntnisse. Wir wissen: Ohne Selbstkontrolle bleiben wir impulsgetriebene, unkontrollierbare Wesen.
Dass es Eltern schwer fällt, den Kindern an der Kasse des Warenhauses beizubringen, dass die Süssigkeit erst nach dem Bezahlen gegessen werden darf oder dass sogar auf die Schleckerei bewusst verzichtet werden muss, erleben wir tagtäglich.  
 
Walter Mischel hat uns mit einem Test  bewusst gemacht, dass uns jedoch die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub weiter bringt.

 Walter Mischel (* 22. Februar 1930 in Wien) ist ein österreichisch-US-amerikanischer, emeritierter Persönlichkeitspsychologe. Mithilfe seines Marshmallow-Test zeigte er die Wichtigkeit des Belohnungsaufschubs für den akademischen, emotionalen und sozialen Erfolg einer Person.



 


 Die Testanlage des Marshmallow-Tests ist recht einfach:

Ein leerer Raum mit einem Tisch und einem Stuhl. Auf dem Tisch ist ein Teller mit einem Marshmallow.
Ein Kind wird in den Raum gebracht. die Testerin erklärt ihm, dass er die Wahl hat:
Es kann entweder diesen einen Marshmallow  essen oder warten. bis sie 20 Minuten später zurückkommt. Wenn das Kind waren kann erhält es zur Belohnung einen zweiten Marshmallow. Dann verlässt die Testerin den Raum. Das Kind bleibt mit der Süssigkeit vor sich zurück.
Erliegt es der Versuchung oder kann es widerstehen und auf die Belohnung warten?

Marshmallow Test mit Kindern! - YouTube

www.youtube.com/watch?v=Y7kjsb7iyms
16.09.2009 - Hochgeladen von Sam Bannani
Marshmallow Test mit Kindern! ... Parents React To The Child Race Doll Test!!! by MegaWackyvideos ...



SOFORT ESSEN - ODER WARTEN UND EINEN ZWEITEN BEKOMMEN? 

Kinder entwickeln Strategien, um sich zu kontrollieren:
- Sie schieben das Obekt der Begierde von sich
- Sie schauen den Marshmallow nicht an
- Aeltere Kinder lenken sich ab (beschäftigen sich mit den Schuhen)


Es geht immer darum, den kühlen, rationalen 
Teil unseres Gehirns zu aktivieren.  



FAZIT: 

Die bemerkenswerteste Langzeiterkenntnis der Studien:  Kinder, die gelernt haben, den momentanen Bedürfnissen zu widerstehen, sind später im Leben erfolgreicher sind als andere. Wer momentanen Impulsen nicht widerstehen kann, um ein langfristigeres Ziel anzustreben, fehlt die zentrale Grundlage, um überhaupt Ziele zu erreichen.
Kinder, die Schwierigkeiten haben, eine Belohnung hinauszuzögern, haben bereits in der Schule Probleme. Selbst- und Impulskontrolle geben dem Menschen die Freiheit, Wege zu finden, um Ziele zu erreichen. Der Mensch benötigt  immer eine Motivation, um Ziele zu erreichen.
PS: Was mich beeindruckt hat: Dass Walter Mischel mit 84 Jahren immer noch aktiv an der Universität arbeitet.



















Samstag, 4. Oktober 2014

Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo sie beginnt, diejenige des anderen einzuschränken

Pendler ärgern sich, wenn Jugendliche, die ohne Kopfhörer - mit lauten Klängen aus ihrem Smartphone - sich im Zugabteil bemerkbar zu machen.


Die Lärmbelästigung  von Fahrgästen hat  nach 20 Min stark zugenommen, seit die Geräte mit Lautsprecher versehen sind.
Rücksicht auf Mitfahrende zu nehmen ist und bleibt sicherlich eine Frage der Höflichkeit und Kinderstube.

KOMMENTAR:
Wer sich gestört führt, sollte  den Lärmverursacher (freundlich im Kammerton) fragen: "Würden Sie bitte den Lautsprecher ausschalten?!" (Ohne Begründung,  Tadel, Vorwurf oder Kommentar). Die Frage auf einen Zettel geschrieben und dem "Sünder" diskret überreichen, kann auch Wunder wirken.

Ich bin überzeugt , es geht auch ohne Verbote. Der gesunde Menschenverstand hilft in vielen heiklen Situationen des Alltages.

Freitag, 3. Oktober 2014

Geri-Gate wird - dank News - nach langer Phase der Ruhe wieder aufgewärmt

Neue Einzelheiten aus der  offiziellen Regierungsantwort frischen den Medienhype über den Nackt-Selfie- Politiker erneut auf.

Ich zitiere Blick (Aber auch 20 Min und Tagi berichteten über den jüngsten SDA Beitrag:

Der Grossteil der Geschichte über die Reise von Müllers Berner Chat-Freundin nach Baden und den Einsatz der Aargauer Polizei ist zwar inzwischen bekannt. 
Dennoch finden sich in der offiziellen Regierungsantwort auf einen SVP-Vorstoss einige pikante Details.

Es war nicht nur Geri Müller, der glaubte, seine Chat-Freundin könne sich etwas antun, sondern auch umgekehrt. Frau Z. habe mehrfach die Befürchtung geäussert, dass sich Herr Müller etwas antun könnte, sollten die intimen Inhalte über die Medien an die Öffentlichkeit gelangen, heisst es in der Regierungsantwort.
Diese Aussage der Chat-Freundin löst dann ihrerseits einen weiteren Polizeieinsatz aus. Die Kantonspolizei habe deshalb versucht, mit Geri Müller Kontakt aufzunehmen. Zudem habe die Polizei auch abklären wollen, ob Müller einen Strafantrag gegen seine Chat-Freundin erreichen wolle.

Müller unauffindbar

Doch Geri Müller blieb in dieser Nacht unauffindbar. Trotz mehrmaligen Versuchen, ihn telefonisch zu erreichen, sowie einer Kontrolle am Wohnort, konnte er im Verlaufe der Nacht nicht kontaktiert werden, heisst es in der Interpellationsantwort.
Erst am folgenden Tag, bei einer Besprechung von Müller mit der Kantonspolizei in einer anderen Sache, habe man den Badener Stadtammann auf die Ereignisse der vorangegangenen Nacht ansprechen können.
Dabei habe geklärt werden können, dass Müller wohlauf war, offensichtlich keine Suizidabsichten hegte und zum damaligen Zeitpunkt auch keinen Strafantrag gegen seine Chat-Freundin einreichen wollte. Doch Müller entschied dann im Verlaufe des Tages anders und reichte bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern Strafanzeige gegen seine Chat-Freundin ein.
Die Regierung beteuert in ihrer Antwort auf entsprechende Fragen mehrfach, dass die Kantonspolizei bei ihren Einsätzen in jener Nacht im Rahmen des rechtlichen Rahmens gehandelt habe. Die Polizei habe weder das Mobiltelefon der Chat-Freundin noch dasjenige von Geri Müller kontrolliert, um die Relevanz der Gefährdungsmeldung abzuklären, schreibt die Regierung.
Die Chat-Freundin habe jedoch in jener Nacht in Baden, auf dem Weg vom Anhalteort zum Posten der Kantonspolizei, und im Verlaufe der Befragungen unaufgefordert den beteiligten Polizisten Inhalte ihres Mobiltelefons präsentiert. (SDA)
  Hatte Angst um das Leben seiner Affäre, sie um das seine: Badens Stadtammann Geri Müller.


Kommentar:
Experten waren sich einig, dass bei diesem Fall, bei dieser medienträchtigen Geschichte - bei der Strafanzeigen eingereicht worden waren und die Polizei mit involiert worden war, nicht so schnell Gras über die Geschichte wachsen wird, so wie  dies Geri Müller gerne gesehen hätte. 
Nach dem Medienwirbel wurde Geri Müller von einigen Journalisten nach dem ersten Wirbel als eindeutiges Medienopfer hingestellt. 
Nachdem nun weitere Fakten und Details auf dem Tisch liegen
wird allmählich klar, dass für den sympathischen Politiker – nur durch sein fahrlässiges Handeln - die Geschichte immer wieder aufgefrischt werden kann und Geri Müllers Image vor allem durch sein fragwürdiges Verhalten langfristig d.h. nachhaltig angeschlagen bleiben wird.
Durch ständiges Aktualisieren ankert bekanntlich das Fehlverhalten im Langzeitgedächtnis der Oeffentlichkeit und damit auch im Kopf der Wahlberechtigten in Baden.
Uebrigens haben die Medien eine Informationspflicht, vor allem, wenn neue relevante Fakten auftauchen. Die Journalisten durften  die Sache nicht einfach totschweigen, nur weil das Auffrischen der Geschichte, dem Image Müllers schaden könnte.
Quelle: 20 Min:

Deutschalnd feiert der Tag der EINHEIT bei Sonnenschein

 ALLES IST MOEGLICH

200.000 Besucher feiern in München

Bei strahlendem Sonnenschein haben am Mittwoch in München rund 200.000 Menschen den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Spitzenpolitiker beschwörten den Zusammenhalt Europas.


So feiert München den Tag der Deutschen Einheit

Zum Tag der Deutschen Einheit hat sich die gesamte politische Spitze der Bundesrepublik in München eingefunden: Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, seine Frau Eva, Bundestagspräsident Norbert Lammert und seine Frau Gertrud, Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und seine Frau Karin.

 
Der Tag der Deutschen Einheit wird traditionell mit einem Bürgerfest begangen. Das ist gut so, denn es waren Bürger in der DDR, die es riskierten, auf die Straße zu gehen. Am alten Feiertag, am17. Juni 1953, stand das Volk auf – und wurde dann aber niedergewalzt. Dieses Datum haben  leider viele schon wieder vergessen. Die Geschichte lehrt uns erfreulicherweise: Unterdrückung kann nicht von Dauer sein. Freiheit und Einheit setzen sich irgendwann mal durch. Nach dem Fall der Mauer gilt der hoffnungsvolle Ausspruch der Kanzlerin: „Alles ist möglich.“

Möge sich dieser Gedanke - bei den aktuellen Regenschirm-Demonstrationen in Hongkong - ebenfalls bewahrheiten.

Jacqueline Fehr: Aus Niederlagen stark geworden?

Die SP zieht mit Jacqueline Fehr in den Regierungsratswahlkampf


Nachdem dem Erfolg nach dem einzigen Wahlgang gegen Drei Konkurrentinnen, war wohl die Siegerin am meisten überrascht.
"Ich bin mir eine solche Situation nicht gewöhnt" sagte die Siegerin, welche leider schon zu oft Niederlagen schlucken musste.

 

Neben ihren guten Resultaten bei Volkswahlen, hatte die SP Politikerin schon manchen Taucher erlebt.

Fehr wurde weder Zürcher Parteipräsidentin noch Bundesrätin gegen Sommaruga.
Sie scheiterte als SP-Fraktionspräsidentin gegen Andy Tschümperlin.
Die geachtete Nationalrätin wird angeblich parteiintern  nicht von allen geliebt.


Es heisst so schön: Nicht an Erfolgen, sondern an Niederlagen erstarken wir. Niederlagen sind - laut Beratern - immer eine Chance.
So gesehen müsste Jacqueline Fehr nun eigentlich den Weg zur Regierungsrätin problemlos meistern.

Wenn  da auf diesem Weg nicht noch einige Stolpersteine liegen würden:

Nationalrätin Fehr politisiert an der linken Ecke. Sie unterstützte an vordersten Front die Einheitskrankenkasse.
Sie gilt zwar als engagiert, rhetorisch brillant und fleissig.
Sie ist in der Oeffentlichkeit bekannt. Teamfähigkeit wird ihr aber nicht attestiert.
Das wäre jedoch bei einer Regierungsrätin wichtiger als im Parlament in Bern. 
Eine Hürde ist für sie die bürgerliche Konkurrentin, die Staatsanwältin Silvia Steiner der CVP.
Für den Bürgerblick ist nämlich die linke Jacqueline Fehr eine ideale Gegnerin. 
Es kann so zu einen knallharten LINKS-RECHTS WAHLKAMPF kommen. FEHR gegen STEINER.
Diese Ausmachung verspricht spannend zu werden.
Bei der Auszählung der SP Kandidatur und Wiederwahl FEHR und FEHR wird es zudem auch noch zusätzliche Ungereimtheiten  geben. Es könnte zu einigen ungültige Stimmen kommen (falls nur Fehr steht - ohne eindeutige Zuschreibung). Mario Fehr wird jedoch hinsichtlich Schreibweise kaum gefährdet sein.

LINKS:



Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
SP-Vizepräsidentin Jacqueline Fehr, dass es sich lohnt, immer wieder die gleiche Botschaft in unzähligen Variationen zu wiederholen. Text: marcus Knill* ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/02_08/02_09.pdf
28. Okt. 2013 ... Im Februar 2012 gab SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr ihren Rücktritt bekannt. " Das ist meine letzte Legislatur." 2015 werde sie 17 ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/10_28/

Donnerstag, 2. Oktober 2014

80 Jahre jung

Udo Jürgens – achtzig und kein bisschen müde

Udo Jürgens schuf in seinen 80 Lebensjahren über 1000 Lieder und veröffentlichte mehr als 50 Alben. Der geborene Österreicher gilt mit seinen über 100 Millionen verkauften Tonträgern als einer der erfolgreichsten Solokünstler. Seit 2007 besitzt er die Schweizer Staatsbürgerschaft.
Mit Tourneen durch Deutschland, Österreich, die Schweiz, Griechenland, Polen, Japan und Australien begeisterte Jürgens Tausende von Fans. (Bild: 2009 in Münster)
Mit Tourneen durch Deutschland, Österreich, die Schweiz, Griechenland, Polen, Japan und Australien begeisterte Jürgens Tausende von Fans. (Bild: 2009 in Münster) (Bild: Imago)
KOMMENTAR: Das Phänomen - mit 80 Jahren noch so vital zu sein - hat Prof. Lutz Jäncke beschrieben. Er weist darauf hin:
Der Mensch kann bis 20 Min vor dem Tod immer noch Neues lernen. Noch vor 30 Jahre glaubten Wissenschafter, das Gehirn baue ständig ab. Es ist ein Fehler, sich geistig Pensionieren zu lassen. So lange jemand physisch und geistig gesund ist, 
ist es möglich, auch im höheren Alter seiner Berufung zu frönen und tätig zu bleiben. Das Gehirn will gefordert werden. Wer rastet, rostet!
Klavierspielen muss übrigens eine Tätigkeit sein, die  das Gehirn besonders fit hält.
Was bei Udo Jürgens  auffällt: Er versuchte immer mehr, den Schlagern eine gesellschaftspolitische Note zu verpasen. Nachdem er mit seiner Kritik am Volksentscheid bei der Abstimmung über die Einwanderungslimite nicht gut angekommen war, rechtfertigt er sein politisches Engagement mit der Aussage:
"Bei der UnterHALTUNG muss ein Musiker auch HALTUNG zeigen." 

Zur Pechsträne der linken Anliegen

LINKE INITIATIVEN HABEN EINEN SCHWEREN STAND

 

Analyse von Politologe Michael Hermann

Aus 20 Min

Darum hat die SP mit Initiativen kein Schwein

Ob Mindestlohn oder Einheitskasse – linke Initiativen scheinen zum Scheitern verurteilt. Politologe Michael Hermann rät der SP, künftig zweimal zu überlegen, bevor sie eine Initiative lanciert.





Am 28. September 2014 scheiterte bereits der vierte Anlauf zur Einführung einer Einheitskasse. 61,9 Prozent der Stimmbürger sagten Nein.
Auch nach der 61,9-Prozent-Klatsche am Sonntag konnten die Einheitskassen-Initianten dem Abstimmungsergebnis etwas Positives abgewinnen: Immerhin hätten sich knapp vier von zehn Stimmbürgern für eine öffentliche Krankenkasse ausgesprochen – damit habe man einen Achtungserfolg erzielt.
Dass die Ansprüche bescheiden sind, kommt nicht von ungefähr: Linke Initiativen haben an der Urne traditionell einen schweren Stand. Die Mindestlohn-Initiative von SP und Gewerkschaften scheiterte im Mai mit 76,3 Prozent Nein-Stimmen erbärmlich, die 1:12-Initiative der Juso erfuhr im November davor nur unwesentlich mehr Zustimmung. Davor lehnte das Stimmvolk die Ferien-Initiative und die Steuergerechtigkeits-Initiative genauso ab wie die Volksbegehren «Schutz vor Waffengewalt» oder «Ja zur Aufhebung der Wehrpflicht». Unnötig zu erwähnen, dass auch die Anläufe für eine Einheitskasse in den Jahren 2003 und 2007 keine Chance hatten.

Unpopuläre Forderungen

Für Politologe Michael Hermann liegt die Erklärung dafür auf der Hand: Eine Volksinitiative sei nur dann erfolgreich, wenn es ein Spannungsfeld zwischen Elite und Bevölkerung gebe: «Das Volk muss in einem Thema weiter gehen wollen als das Parlament.» Dies sei heute vor allem in den Bereichen Strafrecht und Migration der Fall. «Das Pech der SP ist, dass ein Ausbau in ihren Kerngebieten – etwa bei den Sozialwerken – nicht mehrheitsfähig ist. Solche Forderungen sind zu wenig populär.»
Am ehesten waren in den letzten Jahren noch Initiativen aus der ökologischen Ecke erfolgreich, die von der Linken unterstützt wurden, wie etwa die Zweitwohnungs- (2012), die Alpen- (1994) oder die Rothenthurm-Initiative (1987). Aber auch dort funktionierten laut Hermann nur jene Vorlagen, die einen konservativen Anstrich hatten. «Es steht der Heimatschutz im Vordergrund – das sind keine klassisch linken Initiativen.» Auch die Abzocker-Initiative entsprach zwar einer linken Forderung, hatte mit Thomas Minder aber einen rechtsbürgerlichen Unternehmer zum Vater. 

Eher Bremse als Gaspedal

Regelmässig Erfolge feiern darf die SP dagegen mit Referenden – zuletzt etwa bei der Gripen-Beschaffung. «Es liegt den Linken besser, bei Fehlentwicklungen zu bremsen, als selbst in einem Thema Gas zu geben», so Hermann. Die gewonnenen Referenden seien denn auch positiv für das Image der SP, während die Initiativen oft eher als «Eigengoals» taxiert werden müssten.
«Die Annahme, die von Initiativen erzeugte Aufmerksamkeit sei auf jeden Fall positiv für Parteien, ist falsch», ist Hermann überzeugt. Scheitere eine Partei immer wieder mit Volksbegehren an der Urne, kratze dies an der Glaubwürdigkeit. «Ich würde mir anstelle der Sozialdemokraten sehr gut überlegen, was mit einer künftigen Initiative zu gewinnen ist – und was zu verlieren.» 

KOMMENTAR: Die SP wäre gut beraten, die Pannenserie abzubrechen und sich auf Themen einzuschiessen, die sich  im Spannungsfeld zwischen Parlament und Bevölkerung ergeben.
Für Politologe Herrmann hätte die "Pauschalbesteuerung der Reichen" an der Urne durchaus eine Chance. Bei der Erbschaftssteuer hingegen wurde die Schwelle zu tief angesetzt. Die Partei muss hier mit dem Widerstand des Gewerbes rechnen.
Denn Kleinbetriebe sind auf das Vererben des Betriebskapitals angewiesen. Es entspringt einem Wunschdenken, wenn sich die Verlierer heute sagen: Niederlagen sind normal. Man muss nur lange genug auf dem gleichen Weg beharren.  SP Sprecher Sorg ist überzeugt, dass die abgeschmetterten Vorlagen seiner Partei nicht geschadet haben. Mit diesem Wunschdenken lassen sich aber die Sorgen nicht entsorgen. Herr Sorg!
 NACHTRAG 20 Min: