Mittwoch, 4. Juni 2014

Weshalb mich Ueli Maurer enttäuschte

Bundesrat Maurers verpasste Chance

Der heutige Chef des VBS hat als Politiker immer wieder bewiesen, dass er medienrhetorisch
talentiert ist und mediengerecht sprechen kann. Seine Aussagen werden verstanden.
Vor der Gripenabstimmung war es nachvollziehbar, dass der Chef nur an ein JA glauben wollte. Sein Optimismus machte ihn leider blind.
Maurer war   felsenfest überzeugt, dass die Flugzeuge vom Volk akzeptiert und verpatzte dabei das notwenige Antizipieren eines Misserfolges.


Ein Verteidigungsminister müsste immer auch den schlimmsten Fall bedenken. Nach dem Fiasko wurde deutlich, dass Ueli Maurer vom negativen Entscheid am linken Fuss erwischt worden ist.
Er hatte das Verhalten bei einem allfälligen NEIN nicht in seine Pläne mit einbezogen
Es fehlten Projekte, die er an Stelle des Flugzeuges für die Landesverteidigung hätten gefordert werden können.
Solche Projekte hätte er sofort präsentieren müssen.
Es fehlten jedoch die sogenannten vorbehaltenen Entschlüsse.
Dem Bundesrat blieb deshalb nichts anderes übrig, als vom VBS Geld für den Flugzeugsbeschaffungsfond eine Summe andere Departemente zu verteilen.

Dass ein Chef vergisst, über die Nase hinaus zu planen und es verpasst, alternative Projekte zu antizipieren nach dem Prinzip "Was wäre wenn...?" ist  unbegreiflich.
Das Volk war ja nicht gegen die Landesverteidigung. Es wollte lediglich diesen Flugzeugtyp nicht.  Der Rückhalt für eine starke Verteidigung war nach Umfragen stets vorhanden.
Ich frage mich, wo all diese Berater Maurers waren.
Jeder Offizier lernt in der Ausbildung das einfache Führungsprinzip: Vorbehaltene Entschlüsse gilt es rechtzeitig zu planen!
Es ist somit völlig  unverständlich, dass es der siegessichere Ueli Maurer verpasste, eine Abstimmungsniederlage zu antizipieren. Eine erbärmliche Situation! Nachdem die Ausgaben für unsere Sicherheit seit Jahren laufend hinuntergefahren wurden, darf es doch nicht sein, dass die Armee durch das Missmanagement eines Verteidigungsministers  zusätzlich verarmt. Armee kommt bekanntlich nicht von arm, sondern von arme (Waffe).


Dienstag, 3. Juni 2014

Benedikt Weibel über Kommunikation



Mir nach!
 

Der Verlag Neue Zürcher Zeitung publiziert ein lesenswertes Führungsbuch von Benedikt Weibel.
Anlässlich des 50 jährigen Jubiläums PERSOENLICH konnte ich mit dem Autor ein paar Gedanken zu diesem Buch austauschen. Wir beide schreiben im PERSOENLICH regelmässig unsere Kolumnen. Benedikt Weibel schreibt über Kommunikation und ich über Medienrhetorik.
Als Kommunikationsberater muss ich dem ehemaligen Chef der SBB ein Kränzchen winden für seinen Beitrag über Kommunikation im neuen Führungsbuch.
Es  ist bewundernswert, wie er die wichtigsten Aspekte der Thematik KOMMUNIKATON auf zweieinhalb Seiten  zu reduzieren verstand. Er beleuchtete dabei die wichtigsten Aspekte. Vor allem folgende Kerngedanken haben mich überzeugt:


"Nicht was die Dinge sind, sondern wie sie erscheinen" ist der wichtigste Ausgangspunkt der klassischen Rhetorik.
In meinen Seminaren geht es ebenfalls um die Wirkung einer Persönlichkeit oder einer Botschaft.
Tatsächlich nützen die brillantesten Gedanken nichts, wenn sie ein Sender nicht vermitteln kann. Botschaften müssen ankommen, verstanden  und vom Empfänger akzeptiert werden.



Weibel weist ferner auf den Kern der überzeugenden Argumentation hin - auf die Einsicht, dass das passende Wort das sicherste Zeichen für das richtige Denken ist.
Ein Rede wirkt, wenn sie von "Herz zu Herz" reicht.
Das gelingt einem Redner, wenn er "visiones, Phantasiebilder" auslösen kann.
Derzeit arbeite ich an einem Beitrag für Lehrkräfte über die Kraft der Bilder und komme darin ebenfalls zu folgendem Schluss: "Nur Wort, die Bilder auslösen, bewirken etwas."
Nach einem Exkurs in die Oeffentlichkeitsarbeit und Propaganda zitiert Weibel einen wichtigen Satz von Egon Bahr: "Alles was man sagt, muss wahr sein, aber nicht alles was wahr ist, muss man auch sagen."
Diesen Schlüsselsatz ist bei meinen Krisenkommunikationsseminaren immer wieder zu hören.
Weibel betont ferner in seinem Kapitel die wichtige Erkenntnis, dass bei ausserordentlichen Situation nur eine Haltung richtig ist: Für Fehler geradestehen! Verantwortung übernehmen! Keine Ausflüchte! Derzeit bieten uns Ueli Maurer, Elke Heidenreich klassisches Anschauungsmaterial, wie man es nicht machen darf.
Schweigen, billige Ausreden, Rechtfertigungen.

Aus meiner Sicht hat Weibel mit seinem Hinweis aus dem Altertum "Institutionen werden durch Personen repräsentiert" einen zentralen Punkt der Kommunikation betont. Aus diesem Grund ist die Kommunikationsfähigkeit für Führungspersönlichkeiten so wichtig. Trotz der reichhaltigen Ausbildungsprogramme gibt es für Manager nämlich nichts Analoges, wie Rhetorik.
Unabhängig von der natürlichen Begabung müssen spezifische Kenntnisse und Fähigkeiten erworben werden.
Weibel geht ebenfalls mit mir einig, dass die Stimme ein wichtige Ueberzeugungsfaktor ist.
Das Wichtigste ist und bleibt aber die Glaubwürdigkeit einer Person. Meine Erkenntnisse decken sich 100%ig mit dem Satz Weibels:
Wichtig ist die Fähigkeit, auch komplexe Tatbestände auf einfache und trotzdem nicht simplifizierende Botschaften zu reduzieren.
Wir müssen immer so sprechen, das wir verstanden werden. Wir müssen unsere Sprache den Adressaten anpassen.  Weibels Schlusssatz:
Kommunikation muss man lernen und üben, üben, üben.

Dem ist nichts mehr beizufügen!

Lyrik der Preisträgerin JAQUELINE CREVOISIER

Gelassene FedernGedichteErschienen 2003
Format 11,5 x 21 cm
93 Seiten
Broschur
Preis: SFr 28,00
ISBN 3-907149-13-0
Nimrod-Literaturverlag, Schweiz
Aus dem Inhalt
Horizonte
Den Erdboden
sich selbst gleichgemacht
unter sich gelassen.
Die Probleme
verkrümelt
in alle Winde verstreut.
Den Alltag
bleibelegt
im Meer ertränkt.
Ganz oben
endlich adlergleich
in wolkenloser Übersicht
die Menschen durchschaut.
Ach
lasst mir doch lieber
die Frösche und ihre Perspektive.
Zu Buch und Autorin
LYRIK MIT WIDERHAKEN
Zu diesen Gedichten
Mit "Gelassene Federn", seit langem gesammelt und nun kurzweg in die Tinte getaucht, sind diese Gedichte geschrieben: engagiert, nicht milde abgeklärt, da zwar aus einer gewissen Melancholie heraus und zärtlich, dort aber voller Wut und mit messerscharfem Verstand, pointiert aphoristisch oder unverblümt frech ­ immer jedoch sehr persönlich und einprägsam.
In diesen Gedichten behauptet sich eine Autorin, die das Leben in all seinen Spielarten kennt und sich, ohne Angst vor Blessuren, darauf einlässt, dass die Federn nur so stieben. Themen und Sprache bezeugen es: Zerzaust wurde das Federkleid im Fuchsmaul des Lebens, in der Umarmung der Liebe und scharf an der Sense des Todes. Klein beigeben aber, gelassen sich anpassen «und nie ein Verstoss / gegen die Spielregeln», einer solchen Nicht-Haltung verweigert sie sich.
"Gelassene Federn" ist der vierte Lyrikband der in Holland lebenden Schweizer Autorin Jacqueline Crevoisier, die sich auch international, unter Literaturgourmets einen Namen gemacht hat mit Prosatexten, mit ihren Fernseh- und Rundfunkarbeiten (Hörspiel des Monats) und mit ihrer geistreich-kongenialen Übertragung der in den Niederlanden klassisch gewordenen "Ollie B. Bommel"-Geschichten von Marten Toonder.
Bendicht Arni



Erster Zürcher Lyrik-Preis: Laudatio für Jacqueline Crevoisier.

  Von Charles Linsmayer

Wir stehen in einem Laden voller Bücher, und doch sei die ketzerische Frage erlaubt, welche literarische Formen jenen Kahlschlag überleben werden, den die Elektronik und die von ihr geschaffenen Möglichkeiten früher oder später bei all dem anrichten wird, was heute noch, in grotesk überbordender Weise, auf Papier gedruckt in den Handel kommt. Dass es angesichts von Youtube und den damit popularisierten millionenfach reproduzierten Jekami-Szenerien nicht das Theater sein wird, scheint mir klar. Aber es wird auch nicht der Roman sein, der angesichts der Bebilderungs- und Aktivierungsmöglichkeiten des Internets als hoffnungslos veraltete, sterile rein textmässige Datenmenge weder den Rezeptionsgewohnheiten künftiger Generationen entsprechen, noch die eines Tages unabdingbar notwendig werdende quantitative Einschränkung der Serverbelegung überleben wird.
Bleiben wird, da bin ich mir sicher, das Gedicht als kleinste, aber raffinierteste literarische Form. Die Königsdisziplin, die mit 8 Zeilen einen ganzen Roman oder ein ganzes Drama vor uns hinzustellen vermag – «Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde,/ es war getan, fast eh gedacht, /der Abend wiegte schon die Erde, /und an den Bergen hing die Nacht… …«Schläft ein Lied in allen Dingen, /die da träumen fort und fort/ und die Welt hebt an zu singen, / triffst du nur das Zauberwort» – diese auf das Wesentliche reduzierte, sprachlich virtuose Möglichkeit, die sich sogar dann noch von Mund zu Mund weitertradieren lässt, wenn nicht nur die Bücher alle verbrannt, sondern auch dem Internet die Luft ausgegangen ist.
Was wir auf jeden Fall tun müssen, jetzt schon und nicht erst nach jener medientechnischen Apokalypse, ist, uns von einer Vorstellung von Lyrik zu verabschieden, die von Poeten in stillen Kämmerchen, von Eingeweihten in esoterischen Zirkeln, von durch die Autoren selbst finanzierten Feld- und Wiesenverlagen produziert und verbreitet wird und gegenüber Formen, die in Theatern Triumphe feiern, auf Bestsellerlisten hochgejubelt oder auf Buchpreistourneen bewundert werden, absolut chancenlos ist und im Wesentlichen der schön formulierten Präsentation von privaten Gefühlszuständen oder poetischen Stimmungsbildern verpflichtet ist.
«Das Gedicht ist mein Messer», hat Wolfgang Weyrauch formuliert, und für mich heisst dieser Satz nichts anderes, als dass das Gedicht alles kann: hassen und lieben, aufwühlen und zornig machen, bekehren und aufstacheln, rächen und belohnen, ja vielleicht sogar töten und wieder lebendig machen. Und es kann das, wenn der Inhalt mit der Form kongruent geht, auf eine viel wuchtigere, unmittelbarere, bewegendere, treffsicherere Art, als es ein Roman, ein Drama oder meinetwegen ein politisches Pamphlet je könnte.


Der erste Zürcher Lyrikpreis 2012 geht an ein Gedicht, das in diesem Sinne beispielhaft ist, weil es kämpferische Wucht, Verve, formale Brillanz und Treffsicherheit der Argumentation auf eindrückliche Weise miteinander verbindet. Es stammt von der in Zürich geborenen, seit Jahren in der Nähe von Amsterdam lebenden Filmemacherin, Hörspielverfasserin und Lyrikerin Jacqueline Crevoisier und heisst: «Abendgebet der Spassgesellschaft». Ein Langgedicht, das der archaischen Form des schweizerischen Alpsegens nachgebaut ist, aber den heiligen Sankt Dumianus mit Bitten, die uns Hören und Sehen vergessen machen, um den Segen für jene Medien-, Freizeit- und Eventkultur anfleht, der wir alle, ohne es zu merken, längst auf eine fatale Weise zum Opfer gefallen sind.
Aber hören Sie selbst. Wir haben den Schauspieler Robert Hunger-Bühler gebeten, Ihnen das Preisgedicht vorzutragen.

Auch rhetorik.ch gratuliert der Preisträgerin im Nachhinein.
Wir interessieren uns  für Schriftsteller, die der Sprache mächtig sind.

1. Preis: JACQUELINE CREVOISIER
ABENDGEBET DER SPASSGESELLSCHAFT





Montag, 2. Juni 2014

Warum Negatives wirkungsvoller ist

Büropsychologie:

 

 Denken Sie negativ

Negative Ansagen als Motivationssteigerung: Kein Kaffee mehr fürs Büro? Herrjemine! Zur Großansicht
 Ein lesenswerter Beitrag aus dem Spiegel:


Negative Ansagen als Motivationssteigerung: Kein Kaffee mehr fürs Büro?

Das ganze Büro macht, was es will - aber keiner, was Sie wollen? Mit einer kleinen Änderung Ihrer Wortwahl kann künftig alles in Ihrem Sinne laufen. Denn in jedem Kollegen steckt vor allem ein Egoist.
Sie möchten Ihre Kollegen von einem neuen Projekt überzeugen. Wie gehen Sie am geschicktesten vor? Sagen Sie: "Mit dem zusätzlichen Umsatz bekommen wir vielleicht einen weitere Planstelle?" Oder sagen Sie: "Ohne den zusätzlichen Umsatz können wir uns vielleicht in Zukunft nicht mehr so viele unterschiedliche Kaffeesorten im Büro leisten?"

Die erste Variante entspricht ganz dem, was uns heute überall eingetrichtert wird: Auf die Chancen konzentrieren statt auf die Risiken, positive Visionen vor Augen haben statt sich um mögliche Misserfolge sorgen. Stärken betonen statt Schwächen. Die Kollegen allerdings werden Sie eher mit der zweiten Variante überzeugen. Studien zeigen nämlich: Menschen sind wesentlich hilfsbereiter, wenn wir ihnen sagen, dass sie einen Verlust verhindern können - statt einen Gewinn ermöglichen.

Ein entsprechendes Experiment untersucht, wie man Menschen dazu bringen kann, Blut zu spenden. Man verschickt unterschiedliche Aufrufe an potenzielle Blutspender. In der einen Version heißt es: "Handeln Sie jetzt! Retten Sie jemandem das Leben!" Die andere fordert auf: "Zögern Sie nicht! Helfen Sie, jemanden vor dem Tod zu bewahren!" Tatsächlich bewegt die Todes-Botschaft 60 Prozent mehr Menschen dazu, Blut zu spenden. Wir wollen keine Lebensretter sein, sondern Todesverhinderer.

Die Unterschiede können winzig sein
Dieser Tod-ist-stärker-als-Leben-Effekt tritt nicht nur auf, wenn es wirklich um Leben und Tod geht. In einer anderen Versuchsanordnung prüft man, wann Probanden eher einer Familie helfen, die wegen Arbeitslosigkeit in Not geraten ist - indem sie Geld spenden oder dem Familienvater bei einer Bewerbung helfen. Die Unterschiede in der Formulierung hält man winzig: Einmal soll es darum gehen, die Hilfe für die Familie zu "verbessern", einmal darum, die Hilfsmöglichkeiten "nicht zu verschlechtern". Das klingt nach Wortklauberei. Trotzdem helfen die Probanden auch hier eher bei der zweiten, also der negativ formulierten Variante.
Wie lassen sich diese Ergebnisse erklären?
Zunächst einmal mit ganz egoistischen Motiven: Wir wollen wichtig sein. Wenn wir jemanden vor einem unmittelbaren Schaden bewahren können, erscheint uns das bedeutungsvoller als "nur" jemandem einen Gewinn zu ermöglichen.

Negative Informationen bleiben hängen
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Erinnern Sie sich einmal daran, als Sie zum letzten Mal ein Hotel buchen wollten und sich dazu Bewertungen im Internet durchgelesen haben? Haben Sie sich nicht auch die negativen zuerst angeschaut und ihnen ein größeres Gewicht gegeben? In der Tat legen Studien nahe: Wir wägen negative Informationen länger und tiefer ab als positive.
Schließlich sind die Schmerzen über den Verlust einer Sache größer als die Freude über ihren Gewinn. Das kennen wir als den "Besitztumseffekt": So ärgern wir uns meist mehr darüber, wenn die Benzinpreise um zwei Cent steigen - als wir uns darüber freuen, wenn sie um zwei Cent fallen. Vor allem im Berufsleben wimmelt es ja überall von "Chancen" und "Möglichkeiten". Mit "Prämien" oder "Boni" versucht man die Leute dazu zu motivieren, "Ziele" zu erreichen und "Leistung" zu bringen. Würde man den Menschen ein höheres Grundgehalt geben und dann jeweils einen bestimmten Betrag davon abziehen, wenn sie Mist bauen - dann liefe das unterm Strich auf die gleiche Summe hinaus, wäre aber wesentlich wirkungsvoller.
Aber auch umgekehrt - also von Mitarbeiter zu Chef - lassen sich die Erkenntnisse nutzen: Denken Sie öfter mal negativ, wenn Sie etwas von anderen wollen! Meist ist es nur eine Frage der Formulierung: Sprechen Sie nicht die Chancen an, sondern die Verlustängste. Das wirkt selbst dann, wenn es nur um ein paar besondere Kapseln Kaffee geht.


  • Mareike Föcking
    Volker Kitz (links) hat Jura und Psychologie studiert und unter anderem als Wissenschaftler am Max-Planck-Institut gearbeitet. Heute lebt er als freier Autor in München. In der Reihe "Büropsychologie" stellen wir seine besten Bürotricks vor. Sie sind seinem aktuellen Buch entnommen: "Warum uns das Denken nicht in den Kopf will. Noch mehr nützliche Erkenntnisse der Alltagspsychologie" (gemeinsam mit Manuel Tusch, rechts).
  •  
    TRICKS, wie sich Menschen manipulieren lassen:


1. Die Placebo-Information  (WEIL ich...)


Manche haben es einfach drauf, unverschämt zu fragen, ohne dass es unverschämt klingt: „Darf ich am Kopierer mal kurz vor, weil ich Kopien machen muss?“ Auf so einen Satz fallen bei Tests 94 Prozent der Probanden herein und lassen den dreisten Kollegen tatsächlich vor. Dabei ist die Begründung eine Frechheit, denn sie ist völlig nichtssagend.

Hier nutzt jemand den Umstand, dass wir auf Argumente nicht so genau hören. Hauptsache, die Bitte wird formell begründet und klingt damit höflich. Das Zauberwort lautet als nicht „bitte“, sondern „weil“. Damit gibt sich unser faules Gehirn schon zufrieden!

Es lohnt sich also, genau hinzuhören – und sich mit solchen „Placebo-Informationen“ nicht abspeisen zu lassen. Fragen Sie ruhig zurück. Wer dumm bittet, kann auch eine dumme Rückfrage bekommen.

2. Der Dr.-Fox-Effekt

Dr. Fox ist eine Figur aus einem berühmten Experiment. Man stellt Probanden einen Redner vor: „Dr. Myron L. Fox, eine Kapazität auf dem Gebiet der Anwendung von Mathematik auf das menschliche Verhalten“. Er ist gut gekleidet, tritt vornehm auf; seine Stimme klingt kompetent. Dr. Fox spricht zum Thema „Die Anwendung der mathematischen Spieltheorie in der Ausbildung von Ärzten“. Alle finden den Vortrag inhaltlich sehr gut. Niemandem fällt auf, dass „Dr. Fox“ in Wirklichkeit ein Schauspieler ist, dem aufgetragen wurde, komplett widersprüchlichen Unsinn zu erzählen.

Wenn jemand nur ordentlich angezogen ist, ordentlich spricht und eine gewisse Funktion hat (oder vorgibt), dann glauben wir ihm fast alles. Gerade im Arbeitsleben tummelt sich Dr. Fox überall.

Wie stellen Sie fest, ob ein Mensch wirklich überzeugt oder ob Sie gerade dem Dr.-Fox-Effekt auf den Leim gehen? Stellen Sie sich vor, dieser Mensch würde Ihnen am Samstagmorgen beim Bäcker genau das Gleiche erzählen – in Jogginghose. Und überlegen Sie, wie überzeugend Sie es dann noch fänden.

Entgegentreten können Sie dem Dr.-Fox-Effekt übrigens, indem Sie ihn einfach selbst nutzen: Schmeißen Sie sich auch in Schale und setzen Sie dem feinen Zwirn etwas Entsprechendes entgegen!



3. Die Aussageverzerrung (Das NICHT blendet das Gehirn aus)



„Ich denke nicht, dass der Kollege XY überfordert ist.“ – mit dieser Aussage stärkt jemand vordergründig seinem Kollegen beim Chef den Rücken. In Wahrheit ist es ein hinterhältiger Angriff auf den Kollegen.

Denn das Wort „nicht“ verschwindet in unserem Gedächtnis ebenso schnell wie ein Fragezeichen. Unser Gehirn speichert Bilder ab, und da ist für Fragezeichen und Verneinungen kein Raum. Die Frage „Hat die Meier was mit dem Müller?“ hinterlässt im Gehirn also ein Bild der beiden im Bett. Und die negative Aussage „Ich denke nicht, dass der Kollege XY überfordert ist.“ hinterlässt das Bild – eines überforderten Kollegen. Schon nach kurzer Zeit glauben wir, wir hätten einen positiven Aussagesatz gehört.

Scheinbar harmlose Fragen sollten bei Ihnen also die Alarmglocken schrillen lassen – ebenso das Wort „nicht“. Vielleicht will Sie hier jemand ganz raffiniert aufs Glatteis führen.

4. Der Rhyme-as-Reason-Effekt (REIM ersetzt ARGUMENT)



Was sich reimt, ist gut – aber nicht unbedingt immer für Sie. Experimente zeigen: Menschen halten gereimte Aussagen generell eher für wahr als nicht gereimte. Auch wenn sie gar nicht wahr sind.
Diese Methode kennen wir vor allem aus der Werbung. Doch gewiefte Zeitgenossen streuen einen flotten Reim auch in Meetings oder bei sonstigen Gelegenheiten ein. Das lockert auf, ist meist lustig – und manipuliert. Denn ein Reim ersetzt ein Argument. Daher ist der Effekt als Rhyme-as-Reason-Effekt bekannt.
Die Experimente zeigen aber auch: Wer den Effekt kennt, lässt sich davon nicht mehr in die Irre führen. Und Sie kennen ihn nun. Am besten kontern Sie mit einem Nonsens-Reim: „Tja, Herr Müller, besser ein Hund an der Leine als ein Stall ohne Schweine.“ Über die tiefere Wahrheit dieser Aussage wird Herr Müller dann erst mal eine Weile nachgrübeln …



5. Der Tür-ins-Gesicht-Effekt

Seien Sie vorsichtig, wenn jemand Sie um zwei Dinge in engem zeitlichem Zusammenhang bittet. Es könnte eine „Tür“-Falle sein!

Beim „Tür-ins-Gesicht-Effekt“ bittet Sie jemand zuerst im einen unverschämt großen Gefallen („Kann ich unsere Kinder für zwei Wochen bei dir abgeben, während wir in Urlaub sind?“) und fängt sich ein „nein“ ein. Experimente belegen: Bittet er Sie nun um etwas Kleiners – das, was er eigentlich wollte („Kannst du am Freitagabend bei uns babysitten?“) – dann werden Sie dreimal eher „ja“ sagen, als wenn er Sie sofort mit seinem eigentlichen Anliegen behelligt hätte. Er lässt sich also erst eine große Tür ins Gesicht zuschlagen, damit sich die zweite, eigentliche Tür öffnet.

Das liegt daran, dass wir das Abrücken von einer großen Bitte auf eine kleine als Entgegenkommen empfinden – und das wollen wir dann mit einem Entgegenkommen unsererseits belohnen.


6. Der Fuß-in-die-Tür-Effekt


Genau umgekehrt funktioniert der „Fuß-in-die-Tür-Effekt“: Hier bittet Sie jemand um eine kleinen Gefallen, den niemand abschlagen kann („Bringst du mir einen Kaffee aus der Kantine mit?“). Gehen Sie darauf ein, macht Ihr Gehirn den Rest: Weil es immer möchte, dass Denken und Handeln im Einklang miteinander stehen, sagt es Ihnen: „Der hast du einen Gefallen getan, also musst du sie echt mögen.“ Denn es weiß: Einen Gefallen tut man nur Menschen, die man mag.
Später kommt dann die größere, eigentliche Bitte („Kannst du am Freitagabend bei uns babysitten?“). Und Ihr Gehirn, wieder bedacht auf Harmonie zwischen Denken und Handeln, wird Ihnen sagen: „Die magst du ja echt gern. Also musst du ihr auch diesen Gefallen tun.“
Besonders unverschämte Bitten sollten Sie also ebenso wachsam machen wie besonders beiläufige.
7. Die Einstellungsimpfung

Gegen Manipulationsversuche können Sie sich genauso wie gegen Grippe und Masern impfen: Indem Sie sich kleinen Dosen der fremden Ansicht aussetzen. Damit stärken Sie Ihre Widerstandkräfte für den Fall, dass der große Umstimmungsversuch kommt. Das ist mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen.
Beschäftigen Sie sich also selbst rechtzeitig mit den Gegenargumenten zu Ihrer eigenen Einstellung. Wer zum Beispiel regelmäßig eine Zeitung liest, die seiner politischen Einstellung widerspricht, scheint nur auf den ersten Blick besonders offen. In Wirklichkeit festigt er damit seine eigene Meinung und härtet sich gegen Umstimmungsversuche ab. Der ständige Austausch mit Ihren Gegnern und deren Ansichten ist also der beste Weg, nicht von ihnen manipuliert zu werden!
LINKS:

In Gesprächen, bei Diskussionen oder Verhandlungen wird oft versucht, den Partner mit Scheinargumenten oder Argumentationsfallen zu manipulieren.
www.rhetorik.ch/Manipulation/Manipulation.html
Wer mit Medien und Medienschaffenden zu tun hat, der sollte die Besonderheiten journalistischer Produktion und Mechanismen möglicher Manipulation ...
www.rhetorik.ch/Macht/Macht.html
Oft ist man sich nicht bewusst, wie leicht heute Bilder manipuliert werden können. Wir sammeln hier Beispiele, wo Bildmanipulationen Schlagzeilen gemacht ...
www.rhetorik.ch/Bildmanipulation/Bildmanipulation.html
26. Jan. 2014 ... Ein eindrückliches Musikvideo von Boggie ist eine Manipulation der Manipulation. Der naive Zuschauer könnte meinen, dass mit einer Video ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/14/01_26/
Nano-Beitrag "Wissen als Schutz vor Manipulation". Zurück zur Rhetorik von Powell und Hussein. Rhetorik.ch, 1998-2003 © K-K Kommunikationsberatung ...
www.rhetorik.ch/Kriegsrhetorik/Nano.html
Wer sich mit Manipulation auseinandersetzt, sollte sich auch mit den Beeinflussungstechniken vertraut machen.
www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html

Sonntag, 1. Juni 2014

Wenn echte Problem fehlen... gibt es immer noch die Genderprobleme

Wenn ein Bezirksparlament keine echten Probleme mehr hat, kann man über Ampelweibchen diskutieren.

Als ob es nicht schon genug lächerliche Vorstösse in der Genderfrage gegeben hätte (Zebrastreifen statt Fussgängerstreifen usw.)  will sich nun  Martina Matischok-Yesilcimen (Vorsitzende der SPD im Bezirksparlament Berlin Mitte) mit einem Vorstoss  für einen geschlechtergerecheren Stadtraum einsetzen und die angeblich männlich dominierten Verkehrszeichen umpolen. Statt Männchen und Motorradfahrer soll die Geschlechtergerechtigkeit generell durchgesetzt werden, indem man in Berlin Mitte überall die Ampelfrau einführen will und die Männchen demontiert.
Das beliebte ostdeutsche Ampelmännchen mit einem Herrenhut und der männlichen Schnittform muss nach der Initiantin dringend ersetzt werden.

Dies ist kein Aprilscherz im Mai! Es geht nach Matischok um etwas ganz Zentrales: Es geht angeblich  um die weibliche Identität, um Gendergerechtigkeit! Die Männchen scheinen eine Zumutung.
Die SPD Fraktion diskutierte stundenlang über dieses "dringende"  Zeitproblem.
Die Initiantin dachte zuerst an ein geschlechtsneutrales Symbol.
Es gibt ja bekanntlich mehrere Geschlechter und die Transgender wollte man mit der Frau nicht ausschliessen.
In New York signalisiert beispielsweise eine Hand den STOP. Weshalb nicht dieses neutrale Symbol wählen? Aber welche Hand?
- Eine weibliche Hand?
- Eine Kinderhand?
- Eine männliche Hand?
- Eine behinderte Hand (es gibt ja auch Menschen mit amputierten Händen)?
Wie wäre es mit Wörtern?
STOP  und GO? Aber da gilt es leiderdie Analphabeten zu berücksichtigen.
Deshalb entschied man sich für die AMPELFRAU.
Die Kämpferin für einen geschlechtsneutralen Stadtraum hatte aber noch besondere Wünsche:
Es muss eine moderne, selbstbewusst Frau sein!
Ohne Zöpfe!
Ohne weiten Rock!
Auch ohne Mini-rock oder High Heels!
Was sind nun aber die typischen Attribute einer emanzipierten Ampelfrau?
Darüber wurde sicher in Berlin ebenfalls stundenlang diskutiert.
Der Name machte  Kopfzerbrechen.
Wie soll die Frau genannt werden?
- Ampelfrau?
- Ampelweib?
- Ampelfräulein
- Ampelweibchen?
Oder: Ampelin?
Ob wohl diese Geschichte die Geschlechtergerechtigkeit in Berlin tatsächlich nach vorne bringt, ist eine andere Frage, die ich gerne Martina Matischok-Yesilcimen stellen würde. 
Hat die Politikerin wirklich keine echten Zeitprobleme? Die Unisex Toiletten wurden bereits eingeführt.
Diese Thematik gab ebenfalls  Einiges zu diskutieren. Es ging dabei vor allem um Inter- und Transsexuelle.
Die Bevölkerung nahm schon diese Diskussion  nicht ernst. Es wurde darüber gelacht.
 Solche aufwändigen, teuren genderpolitischen Neuerungen wirken zwar - wie ein Schritt nach vorn. Sie sind aber - nach Spiegel - ein Schritt ins Nichts.
Der Vorstoss wirkt - aber vor allem Eines: lächerlich!

(Dieser Kommentar basiert auf einem Beitrag aus dem Spiegel 22/14)
Auch Schweizer Frauen lassen sich infiszieren. Auch sie haben angeblich keine wichtigeren Probleme:

 


Samstag, 31. Mai 2014

Erst durch Wohlstand konnten sich Familien wieder die Rollenteilung leisten

Zwar kannten bereits  Urvölker die Rollenteilung:

Der Mann beschützte die Familie. Er beschaffte die Nahrung. Die Frau betreute den Nachwuchs und war für die Höhle, Bekleidung Feuerstelle und den Garten zuständig. Später waren dann aber die Frauen immer weider genötigt, auch ausserhalb des Haushaltes zu arbeiten. Arme Familien und Bauern konnten sich den Luxus der Rollenteilung nicht mehr leisten, bei der sich die Frau ausschliesslich um den Haushalt und die Kinder kümmern durfte und der Mann das Geld nach Hause bringen musste. Mit dem Wohlstand konnten sich deshalb nur die Begüterten eine Rollenteilung leisten. Nur bei den Wohlhabenden oder den höheren Angestellten, Lehrern und Pfarrern war es den Frauen möglich, zu Hause zu arbeiten und sich den Kindern zu widmen. Bei den Familien der Unterschicht hingegen, mussten die Mütter eine Zusatzarbeit verrichten und die Familien genötigt, die Kinder in den Hort schicken. Die sogenannten "Schlüsselkinder" (die den Hausschlüssel um den Hals trugen, weil die Mutter nicht zu Hause war) wurden vom Mittelstand jahrelang bemitleidet.

 

Im Zuge der  Gleichstellung von Mann und Frau versuchte man dann aber   die traditionelle Rollenteilung über Bord zu werfen und verkündete die  Befreiung der Frau vom Haushalt.

Krippen und Tagesstätten für Kinder wurden flächendeckend eingeführt, damit die Frauen sich  in der Berufswelt ausserhalb des Haushaltes selbst verwirklichen konnten.

Inzwischen sind einige Jahre verstrichen. Erstaunlicherweise veränderte sich das klassische Rollenbild zwischen Mann und Frau - trotz aller Gleichstellungsbemühungen - kaum.


Obschon versucht wurde, Mädchen für sogenannten Männerberufe zu gewinnen und vielen Eltern den Knaben Puppen zum Spielen gaben, konnte  das geschlechtsspezifische Rollenbild nicht überwunden werden.

Jugendliche wählen ihren Beruf immer noch häufig mit Blick auf ihre künftige Rolle als Mutter oder Vater: Knaben sehen sich als Ernährer, Mädchen wählen einen Beruf, der mit Babypausen und Teilzeitarbeit besser vereinbar scheint.

Gut ausgebildete Frauen ziehen es nach der Babypause vor, sich den Kindern zu widmen und den Nachwuchs bewusst persönlich mit zu prägen. Sie wollen die Jugendlichen nicht einfach fremden Händen überlassen und verzichten sogar freiwillig auf die stressige Karriere.

Den militanten Gleichmachern ist wohl dieses Verhalten ein Dorn im Auge. Ohne Zwang lässt sich wahrscheinlich das unterschiedliche Rollenverständnis kaum ausrotten.

Männer erkannten bald, dass Teilzeitarbeit finanzielle gravierende  Folgen hat hinsichtlich Renten  und eine Karriere durch die selbstgewählten Absenzen verbaut wird.
Eine ernüchternde Bilanz für Gleichstellungsbeauftragte. 

Freitag, 30. Mai 2014

Sind Sie zu dick, zu schwer? Haben Sie Uebergewicht?

Im Spiegel-online können Sie Ihren BMI berechnen

Studie zu Übergewicht: Jeder zweite Deutsche ist zu dick

Übergewichtiger an der Ostsee: In Deutschland sind Männer häufiger zu dick als Frauen Zur Großansicht
DPA
Übergewichtiger an der Ostsee: In Deutschland sind Männer häufiger zu dick als Frauen
Weltweit ist fast einer von drei Menschen übergewichtig. Laut einem aktuellen Report sind in Deutschland mehr als die Hälfte der Erwachsenen zu dick. Betroffen sind vor allem Männer.
64 Prozent der Männer und 49 Prozent der Frauen in Deutschland wiegen zu viel. Das berichten Forscher im Fachblatt "The Lancet", die Daten zu Übergewicht und Fettleibigkeit aus 188 Ländern zusammengetragen haben.
Laut dem Bericht ist der Anteil der Übergewichtigen weltweit deutlich gestiegen. Die Wissenschaftler haben Daten von 1980 und 2013 miteinander verglichen. Wogen 1980 noch 857 Millionen Menschen weltweit zu viel, waren es 2013 bereits 2,1 Milliarden Menschen, schreiben Emmanuela Gakidou von der University of Washington und Kollegen. 671 Millionen Menschen waren 2013 sogar fettleibig. Das Bevölkerungswachstum allein erklärt die gestiegene Zahl der Dicken nicht, ihr Anteil hat sich überall erhöht. In Industrienationen sind laut Bericht mehr Männer übergewichtig, in Entwicklungsländern dagegen mehr Frauen.
Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten, die durch falsche Ernährung entstehen - also durch Übergewicht, aber auch durch Mangelernährung -, belaufen sich laut einem Bericht von 2013 auf dreieinhalb Billionen Dollar pro Jahr.
Betrifft Menschen jeden Alters und Einkommens - überall
Als übergewichtig gilt, wer einen Body-Mass-Index (BMI) über 25 hat, Fettleibigkeit beginnt bei einem BMI über 30. Mit steigendem Gewicht erhöhen sich die Risiken für Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden. Wobei der BMI als Maß für Unter-, Normal- und Übergewicht Nachteile hat, weil er beispielsweise nichts über die Verteilung des Körperfetts aussagt, welche aber Krankheitsrisiken entscheidend beeinflussen kann.
BMI-Rechner
Liegt Ihr Gewicht im normalen Bereich? So hoch ist Ihr Body-Mass-Index
kg cm
20,5
Jetzt BMI berechnen!
"Fettleibigkeit ist ein Problem, das Menschen jeden Alters und Einkommens betrifft - überall", sagt Christopher Murray, der an der Studie beteiligt war. "Unsere Daten zeigen einen deutlichen und umfassenden Anstieg in einer kurzen Zeit", sagt Emmanuela Gakidou. Immerhin gebe es aber Anzeichen, dass der Anteil der Übergewichtigen in einigen Industrienationen nicht weiter steige.
KOMMENTAR:
Das Geschäft mit angeblich tauglichen Mitteln, um Fett zu verlieren boomt.
Immer mehr Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig.
Kinder werden mit Mamataxis zur Schule gefahren.
In Tagesschulen fahren die Kinder mit dem Fahrrad über Mittag nicht nach Hause und verpflegen sich mit Fastfood.
Die Werbung suggeriert: Wenn Du eine Hungerattacke hast, greife zur Milchschnitte.
 Eltern kaufen den Kindern zur Belohnung ein Mofa.
 Fettleibigkeit ist ein ernstzunehmendes Zeitproblem, das der Gesellschaft viel Geld kostet.


Mit besonderer Sorge sehen die Forscher die Entwicklung, dass immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig oder fettleibig sind. Bei den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland unter 20 Jahren ist der Studie zufolge etwa jeder fünfte übergewichtig, rund jeder zwanzigste sogar fettleibig.

Aus TAGI:

 
Die Zahl der übergewichtigen Menschen wächst weltweit rasant. Kleine Inselstaaten und Länder im Nahen Osten sind besonders stark betroffen. Mehr...
Aus 20 MIN: