Endloser Hickhack - Keine Ende in Sicht
Ich zitiere blick-online
Doktor-Affäre: Mörgeli rechnet mit der Uni und den Journalisten ab
Nun wird spannend, wie sich Mörgeli heute dazu äussert. Die Unterlagen seines Referats hat Mörgeli bereits ins Internet gestellt. Sie finden sie hier.
Christoph Mörgeli setzt sich gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber zur Wehr und wirft ihm «intensives Mobbing» vor. Zudem reicht der SVP-Politiker Beschwerde gegen das Schweizer Fernsehen ein.
Die Fernsehsendungen würden den publizistischen Leitlinien des SRF verstossen, unter anderem, weil Mörgeli vor der Ausstrahlung nicht mit den Vorwürfen konfrontiert worden sei und die gewählten Formulierungen seine Glaubwürdigkeit verletzten. Mörgeli bezieht sich dabei auf einen Beitrag der «Rundschau», die ihm vorgeworfen hatte, er habe Billig-Dissertationen akzeptiert. Die «Weltwoche» schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe, die «Rundschau» habe falsch informiert. Insbesondere sei die Dissertation des anonymen Kronzeugen aus der Fernsehsendung nie eingereicht worden; der Mann besitze gar keinen Doktortitel. Der ausfindig gemachte Kronzeuge hat der «Weltwoche» gegenüber allerdings ausdrücklich dementiert, je mit Journalisten zu tun gehabt zu haben. Eine zweite anonyme Zeugin der «Rundschau» ist laut dem Bericht der «Weltwoche» in der Fernsehsendung falsch zitiert worden. Sie habe keineswegs, wie dort behauptet, lediglich Texte aus dem Bulgarischen auf Deutsch übersetzt und damit keine wissenschaftliche Arbeit geleistet, sondern ihre Dissertation zuerst auf Bulgarisch geschrieben und dann übersetzt.
Die «Rundschau» konterte diese Behauptungen umgehend in einem Communiqué: Beim von der «Weltwoche» genannten Zahnmediziner handle es sich nicht um den «Rundschau»-Zeugen. Die Fernsehmitarbeiter hätten mit diesem Zahnmediziner nie Kontakt gehabt. Die zweite Zeugin sei korrekt zitiert worden. Die «Rundschau» hält in der Mitteilung an ihrer Berichterstattung fest und schreibt, sie werde am Quellenschutz festhalten, während die «Weltwoche» versuche, die Quelle offenzulegen.
Aus TAGI-online:
Mörgeli: «Die ‹Rundschau› lügt»
Von Pascal Unternährer, Jan Derrer. Aktualisiert vor 30 Minuten
Bild: Jan Derrer
In seinem Handout kündigt Mörgeli an, Beschwerde gegen die SRF-Sendung «Rundschau» einzureichen. Er listet 76 Vergehen der Sendung auf. Unter anderem wirft er dem verantwortlichen Journalisten der «Rundschau» vor, voreingenommen zu sein. Dieser habe schon bei der« linksextremen» Wochenzeitung WOZ publiziert. Das zeige seine Gesinnung, schreibt Mörgeli. So sei es dem «Rundschau»-Redaktoren nur darum gegangen, einen andersdenkenden Politiker zu diskreditieren.
«Politische Aussagen kritisiert»
Mörgeli holt in seinem Votum sehr weit aus und fängt 1987 an, als er am Medizinhistorischen Museum angestellt wurde. Dann berichtet Mörgeli, wie sein Vorgesetzter Flurin Condrau ihm ab 2011 immer wieder und auch schriftlich politische Aussagen vorhielt, die er etwa in der «Arena» oder bei «Schawinski» gemacht habe. Das belaste das Institut für Medizingeschichte. Oder Condrau habe sich beschwert, dass im Drucker des Instituts ein Manuskript für eine Rede für Christoph Blocher gelegen habe.
Dann rollt er den Fall auf, der zu seiner Entlassung bei der Universität Zürich führte. Der «Tages-Anzeiger» hatte im September 2012 aus einem internen Bericht zitiert, der Mörgeli belastete und Mörgelis Leistungen als ungenügend taxierte. Dann seien Schlagzeilen wie etwa «Der Professor mit den verstaubten Knochen» gekommen. «Das ist Rufmord», sagte Mörgeli. Dabei sei besagter Raum mit den Knochen gar nicht unter seiner Obhut gewesen. Doch: «Das bringen Sie nie mehr aus der Welt. Das tut weh.»
Der Fall «Rundschau»
Dann kommt Mörgeli auf die «Rundschau» von letzter Woche zu sprechen. Er schildert ein Mail-Ping-Pong mit der Redaktion, in dem es darum ging, ob Mörgeli vorgängig die Namen der ihn anklagenden Dissertanten und der Westschweizer Professorin, die ihn kritisierte, erhält. Die Redaktion lehnte ab und nannte den Namen der Professorin dann doch noch: «Insistieren nützt also etwas», folgert Mörgeli.
68 Fehlaussagen wirft Mörgeli der «Rundschau» vor. Und dass keine Gegenmeinung im Bericht vorkam, er auf dem «heissen Stuhl» «in eine Blackbox geführt» worden sei und ihm die Hauptvorwürfe nicht vorgängig bekannt gemacht wurden. «Man wollte mich einem grossen Zeitdruck ausetzen», so Mörgeli.
«Auch Rufmord gegen bulgarische Dissertantin»
Er verteidigt die Arbeit einer bulgarischen Dissertantin, die keineswegs nur eine Transkription gemacht habe, wie von der Sendung behauptet. Wenn die «Rundschau» an der Darstellung im Fall der Bulgarin gänzlich festhalte, sei dies ein Skandal. «Da wird gelogen.» Auch diese Frau sei Opfer von Rufmord, so Mörgeli.
Ausgangslage: Vorwurf der Billig-Dissertationen
Nachdem ihm die «Rundschau» Ende März vorgeworfen hatte, aufgrund wenig aufwändiger Dissertationen Doktortitel zu ermöglichen, will er sich nun gegen diese Vorwürfe wehren.
Die«Weltwoche» will den Kronzeugen im Fall Mörgeli bereits ausfindig gemacht haben, wie sie in der Ausgabe von heute schreibt. Das Blatt habe mit dem Falschen gesprochen, kontert hingegen die «Rundschau». Es steht Aussage gegen Aussage: Die Weltwoche, in der Mörgeli wöchentlich als Kolumnist auftritt, beschuldigt die Rundschau, der Kronzeuge sei nicht Arzt, sondern Zahnarzt – und habe keinen Doktortitel. Am schwersten wiege jedoch, dass seine Dissertation nicht angenommen wurde, er also den Doktortitel gar nicht besitzt.
Widersprüchliche Aussagen
Die «Rundschau» winkt ab und teilt mit, ihr Informant sei ein anderer und habe sehr wohl den Doktortitel von Mörgeli erhalten – hauptsächlich für eine Transkription. Den in der «Weltwoche» beschriebenen Zahnarzt habe die «Rundschau» nie kontaktiert. Der Weltwoche-Autor Alex Baur streitet ab, dass es sich um eine Falschmeldung handelt. Er sei sich sicher, mit dem Richtigen gesprochen zu haben.
Die «Weltwoche» schreibt allerdings, der Zahnarzt habe bestritten, je Kontakt mit Journalisten gehabt zu haben. Baur sagt, jemand habe die im Fernsehen gezeigte Schattensilhouette erkannt. Zudem habe er «mehrere Indizien und Quellen». Näher darauf eingehen wollte er gegenüber dem Tages-Anzeiger nicht.
Nun liegt es an SVP-Nationalrat Mörgeli, Klarheit in der Affäre zu schaffen. Offen ist, ob er Beweise liefert. Dies ist nötig, um das Aussage-gegen-Aussage-Spiel zu beenden. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
20 min- online:
SRF schlägt zurück. Der Fall wird immer
diffuser
blick:
Jetzt spricht der ominöse Zahnarzt
in der Affäre Mörgeli gegenseitig. SonntagsBlick fand den Mann, der es wissen muss.
Er sei nicht der Informant des TV-Magazins, kritisiert den Beitrag aber harsch.
Fall Mörgeli: «Hundertprozentiges Dementi»
der «Rundschau» genannte Zahnarzt hat offenbar nie bestätigt, in der Sendung
aufgetreten zu sein. Mehr...