Donnerstag, 17. September 2015

Krisen wären immer eine Chance

Widersprüche nach Horror-Crash

17. September 2015  20 Min online

Das sind die offenen Fragen im Fall Müller

von Qendresa Llugiqi - Nach dem Unfall von Philipp Müller gibt es viele Ungereimtheiten. Ein Überblick über die offenen Fragen zum Fall.



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FDP-Präsident Philipp Müller ist am Donnerstagabend mit seinem Auto
aus noch ungeklärten Gründen in Lenzburg AG 
auf die Gegenfahrbahn geraten.

Seither hat Müller zwar mehrmals Stellung genommen. Doch viele Fragen bleiben offen, und gewisse Informationen sind widersprüchlich.

Die Erinnerungslücke

Müller sagte, dass er den Unfall als weit entfernten Knall wahrgenommen und keine Erinnerungen habe. Dennoch weiss er, dass er nicht am Handy war. Zudem gibt er an, dass er sich fit und ausgeruht gefühlt habe und nicht betrunken gewesen sei.
Letzteres bestätigt der negative Alkoholtest. Müller sagte der «Aargauer Zeitung» , dass die Vermutungen von Fachleuten in Richtung eines Sekundenschlafs gehen. Er kündigte an, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen.

Die mögliche Rolle des Handys

Philipp Müller hat den Unfall mit seinem Mercedes S 63 Coupé AMG verursacht. Er sagte, er sei nicht am Handy gewesen. Doch: In diesem Auto muss keiner sein Handy in der Hand halten.
Mercedes wirbt damit, dass per Bluetooth-Schnittstelle die Freisprechfunktion, Adressenübertragung vom Mobiltelefonen auf die Head Unit sowie Audio Streaming zum Abspielen von Musikdateien möglich sind. Ausserdem besteht die Möglichkeit, auch SMS im Head Unit anzuzeigen. Ob das Handy vor dem Unfall benutzt wurde, wird die Polizei überprüfen: Sie hat es beschlagnahmt.

Das Hochsicherheitsauto

Gemäss Mercedes-Experten hat es in der Grundausstattung zumindest einen Attention Assist sowie einen Collision Prevention Assist drin. Zusätzlich kann man weitere Features gegen einen Aufpreis einbauen lassen.
Der Collision Assist warnt den Fahrer akustisch, wenn sich der Abstand schnell weiter verringert: gegenüber sich bewegenden Fahrzeugen im Geschwindigkeitsbereich von 7 bis 250 km/h und gegenüber stehenden Hindernissen im Geschwindigkeitsbereich von 7 bis etwa 70 km/h.
Der Attention Assist warnt den Fahrer sowohl akustisch als auch optisch, wenn Anzeichen von zunehmender Unaufmerksamkeit und Ermüdung erkannt werden. Das geschieht anhand von Sensoren, die das Fahrverhalten analysieren und so Abweichungen vom vorher individuell bestimmten Fahrerprofil erkennen. Falls Müller einen Sekundenschlaf gehabt hätte, hätte der Attention Assist reagieren können. Das Problem ist jedoch: Er warnt erst ab 60 bis 180 km/h.
Wie schnell Müller gefahren ist und wie er genau gecrasht ist, ist noch offen. Ob die verschiedenen Assistenten aktiv wurden, ist ebenfalls unklar.
Auch soll das Auto von Müller laut «Le Matin» getunt gewesen sein. Gemäss der «Aargauer Zeitung» haben sowohl Müller als auch sein Kundenberater Leo Wieland, der Verkaufsleiter bei der Mercedes-Garage Schmid in Unterentfelden, angegeben, dass das Auto nicht aufgemotzt worden sei. Es sei ohne irgendwelche Veränderungen ab Werk geliefert worden, so Wieland. Doch: Je nachdem, wie man das Wort «Tunen» gebraucht, ist Müllers Auto getunt oder nicht. Denn: Laut Experten kann bei diesem Auto die Leistungssperre deaktiviert werden, wodurch das Auto noch leistungsfähiger wird.

Die Kamera in der Windschutzscheibe

Müller selbst gab gegenüber der «Aargauer Zeitung» an, er habe eine Dashcam in seinem Auto installiert. Diese filme alles, was vor dem Auto passiert und müsse somit den Unfall aufgezeichnet haben. Gemäss Martin Killias, Strafrechtsprofessor an der Universität St. Gallen, sind vor Gericht alle tauglichen Beweismittel zulässig, die nicht auf illegale Weise entstanden sind oder beschafft wurden.
Killias ist der Ansicht, der zuständige Staatsanwalt oder Richter dürfe das Videomaterial aus Müllers Dashcam beiziehen. «Zweifellos sind die Aufnahmen für die Klärung der Unfallursache relevant, und solange keine Persönlichkeitsrechte von Dritten oder andere sensible Daten betroffen sind, sehe ich keinen Grund, weshalb man nicht darauf zurückgreifen sollte», sagt Killias zur «Aargauer Zeitung».
Das Problem bei der Dashcam ist jedoch, dass sie lediglich ein eingeschränktes Sichtfeld und sonst keinerlei Daten liefert, um den Unfall zu rekonstruieren. 

Die «verlorenen» Autoschilder

Gemäss «Blick» waren die Autoschilder von Müllers Mercedes bereits entfernt, als der Staatsanwalt eintraf. «Es gibt von der Staatsanwaltschaft keine Weisung oder Praxis, was die Entnahme von Nummernschildern nach Verkehrsunfällen anbelangt», sagte Sprecherin Fiona Strebel zum «Blick». Und bestätigte: «Im konkreten Fall waren die Schilder beim Eintreffen der Staatsanwaltschaft am Unfallort bereits entfernt.»
Von wem die Schilder entfernt wurden, ist unklar. Sollte es aber Müller gewesen sein, stellt sich die Frage, wieso er dies tat. Wollte er verhindern, dass bekannt wird, dass das Unfallauto ihm gehört?


Der Kommunikations-Dschungel

Obwohl der FDP-Sprecher am Sonntag gegenüber 20 Minuten angab, dass Philipp Müller sich nicht äussern werde, tat es Müller. Auffällig ist jedoch, dass er immer nur dann kommuniziert, wenn weitere Informationen oder Aussagen zu dem Fall bekannt werden. Dieses widersprüchliche Verhalten haben auch Kommunikationsexperten registriert. «Philipp Müller fiel mir schon vorher bei einer Präsentation in Schaffhausen auf; er spricht schneller, als er denkt», sagt Marcus Knill. «In diesem Fall zeigt sich: Je mehr Informationen Müller heraus gibt, desto widersprüchlicher werden seine Aussagen und er verheddert sich.»
Er wisse nicht, ob Müller schlecht beraten sei oder gar keine Beratung in Anspruch genommen habe. Doch: «Eine Krise bewältigen, will heissen, auch die Chancen zu nutzen», so Knill. «Herr Müller hätte überlegen müssen, wie und was er kommunizieren will. Denn in einer Krisensituation sind widersprüchliche Aussagen Gift.» Transparent kommunizieren heisse, eindeutige Aussagen zu machen.
Laut Knill besteht immer mehr die Gefahr, dass die verschiedenen Neuigkeiten zum Unfall sowohl Müllers Person als auch der Partei doch noch schaden könnten: «Das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit sinken mit jedem neuen Widerspruch.»
Ich verweise auf eine frühere Analyse:

2013 - Philipp Müller

www.philipp-mueller.ch/publikationen-2013
Unser Kommunikationsexperte Marcus Knill hat die rhetorischen Fähigkeiten von Philipp Müller untersucht. April 2013, Magazin „persönlich“ der Schweizer ...

(EXPLORATIONSTECHNIKEN) Meinungen entlocken-aber wie?




Bildergebnis für Vogel Regenwurm



Erkenntnis: Vogel und Regenwurm Journalisten machen es wie Vögel mit dem Regenwurm. Sobald der Wurm den Kopf nur ein wenig aus dem Erdreich reckt, wird er vom Vogel sofort gepackt und ganz herausgezerrt.
Journalisten bringen so alles ans Tageslicht, wenn hinter einer kleinen Geschichte noch andere fette Zusatzgeschichten vermutet werden. Dabei kommen meist Dinge zusätzlich an die Öffentlichkeit, die ohne das erste Vorkommnis verborgen geblieben wären. Scharping war es, der mit den Fotos die Journalisten zuerst herausgefordert hatte. Wenn Medien einmal angebissen haben, so kommt es in der Regel zu unerwarteten Folgegeschichten. Auch Bagatellen, (die sonst niemand beachtet hätte), können dann plötzlich zum Thema werden.
Die ungeschickt arrangierte Fotoaktion war es eindeutig gewesen, die im Scharping Fall zur Durchleuchtungsaktion geführt hatte.
Wer einmal gründlich geprüft wird, muss immer damit rechnen, dass plötzlich unerwartete Ungereimtheiten (nicht nur Bagatellfehler) ans Tageslicht gerückt werden. 

(aus rhetorik.ch)

Mithilfe non-direktiver Explorationstechniken (abgeleitet aus der Gesprächs-Psychotherapie) sowie – je nach Fragestellung ergänzend – spontaner Assoziations- und Kreativtechniken erhalten wir tiefgreifende Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt unserer Interviewpartner. So gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse für die Motiv- und Ursachenforschung sowie zur Generierung neuer Ideen und Hypothesen.

Speziell im Rahmen von Einzelexplorationen mit Verbrauchern oder Experten bieten wir fundiertes, langjähriges Know-How in qualitativer Marktforschung gepaart mit den Vorteilen einer telefonischen Interview-Durchführung (große Reichweite bei geringerem Zeitaufwand, individuellere, flexiblere Zeitplanung, Kostenersparnis, schnellere Ergebnislieferung).
QUELLE: TeleResearch




Mentalist Norman Alexander verrät , wie Sie Gesprächspartnern mehr Informationen entlocken können und was Sie in Verhandlungen nach vorn bringt.

Lesen Sie folgende Antworten kritisch durch.
Ich bin kein Freund von Tricks.
Quelle: CIO. de
  Sie haben ein Buch über "Mind Hacking" geschrieben - können Sie Gedanken lesen?
 
Norman Alexander: Die Frage ist, was man unter Gedankenlesen versteht. Natürlich ist es nicht möglich, seinen Gesprächspartner einfach anzusehen und sofort zu wissen, an welches Wort er gerade denkt. Das wäre schön! Mind Hacking ist eine Kommunikationsstrategie, bei der es darum geht, so viel wie möglich über das Gegenüber herauszufinden. Das ist dann letztendlich nichts anderes als Gedankenlesen, zumal es dem anderen so erscheint. So erhält man Informationen, die der andere gar nicht herausgeben wollte, etwa in Verhandlungen oder bei Gesprächen. Am wichtigsten ist es, dass das Gegenüber Vertrauen zu einem fasst.

cio.de: Aber wenn ich jemanden zum ersten Mal treffe, wie soll ich dann eine Vertrauensbasis aufbauen?
 
Norman Alexander: Wenn man etwas mit Menschen gemeinsam hat, dann ist man ihnen automatisch sympathisch. Treffe ich mein Gegenüber zum ersten Mal, kann ich seine Körpersprache oder Stimmlage imitieren. Bei der ersten Begegnung ist es genauso wichtig, dass man eine positive Ausstrahlung hat. Da wird man innerhalb von Sekunden in eine Schublade gesteckt, weil der andere die vielen Signale des Körpers unbewusst wahrnimmt. Beeinflussen kann man seine eigene Körpersprache nur wenig. Das gilt auch im normalen Arbeitsleben: Hat man keine Lust auf ein Meeting, merken das die anderen unbewusst.

cio.de: Aber wie kann man das steuern?












Kann beinah Gedanken lesen: Mentalist Norman Alexander.
Kann beinah Gedanken lesen: Mentalist Norman Alexander.
Foto: Norman Alexander commutainment
Norman Alexander: Sie können nicht die Körpersprache, aber die eigenen Gedanken ändern. Wer mit einem positiven Gefühl oder Stimmung ins Meeting geht, der strahlt das aus und die anderen fühlen sich wohler. Das kann man sogar konditionieren. Zuerst überlegt man sich einen sogenannten Auslöser für die positive Stimmung, zum Beispiel legt man Daumen und Zeigefinger aufeinander. Dann übt man, sich in eine positive Stimmung hineinzudenken, etwa ein besonders schönes Erlebnis und legt dabei Daumen und Zeigefinger aneinander. Nach etwas Training hat man sich selbst konditioniert. Geht man in ein Meeting, auf das man keine Lust hat, kann man so diese positive Stimmung aktivieren.

cio.de: Steuern kann man die Körpersprache also nicht. Kann man an ihr erkennen, was der Gesprächspartner denkt?
 
Norman Alexander: Tatsächlich ist das eher schwierig. Oft haben körpersprachliche Signale mehrere Bedeutungen. Verschränkte Arme zum Beispiel heißen nicht nur, dass sich jemand nicht wohlfühlt. Sie können auch bedeuten, dass sich jemand entspannt und in die Situation hineindenkt. Außerdem können Sie zwar die Signale lesen - aber Sie kennen ja nicht den Grund dafür. Beispielsweise erkennen Sie in einem Mitarbeitergespräch an den Sorgenfalten, dass der Kollege Angst hat. Aber ob er sich wegen einer privaten Angelegenheit fürchtet oder wegen Ihnen, wissen Sie nicht. Viel aufschlussreicher sind da die zehn Techniken, die ich entwickelt habe, um dem anderen mehr Informationen zu entlocken. Ein Trick ist zum Beispiel, auszusprechen, was der andere denkt. Das signalisiert ihm, dass man ihn und seine Gefühle ernst nimmt.

cio.de: Aber woher soll ich denn wissen, was der andere denkt?
 
Norman Alexander: Beobachten Sie Ihren Gesprächspartner und schlussfolgern Sie am Verhalten, was er denkt. Oder Sie können sich vor einer Verhandlung überlegen, welche Position der andere einnehmen wird und was er denken wird. Sprechen Sie das in der Verhandlung sofort an. Der andere wird denken "Er versteht mich" und wird mehr über sich preisgeben. Gehen Sie zum Beispiel in eine Gehaltsverhandlung, weil Sie mehr Lohn möchten, sagen Sie zu Ihrem Chef: "Vermutlich werden Sie mir nicht mehr Gehalt geben, nicht wahr?" Dann machen Sie eine Pause und beobachten, wie er reagiert. Der Vorgesetzte wird perplex sein, denn so was traut sich keiner - aber diesen Gedanken hatte er. Fragen Sie dann: "Was wäre Ihnen wichtig, damit wir uns annähern?" So haben Sie seine Gedanken gespiegelt und eine Verhandlungsposition erreicht. Alles zu Gehalt auf CIO.de

cio.de: Geht das auch mit anderen Verhandlungen, etwa über Projekte oder Budgets?
 
Norman Alexander: Natürlich! Zuerst bauen Sie ein Vertrauensverhältnis auf. Und dann können Sie zum Beispiel angeln gehen. So heißt eine andere Technik. Das bedeutet, Sie stellen Vermutungen in den Raum. Sie sprechen vage aus, was Ihrer Ansicht nach die Meinung Ihres Gegenübers ist. Zum Beispiel: "Vermutlich haben Sie schon ein Budget für Ihre Projektplanung erstellt." Darauf folgt eine Pause. Diese Pause erzeugt Druck, denn kaum jemand erträgt die Stille. Das Gegenüber reagiert auf Sie, bejaht oder verneint das - und Sie haben mehr Informationen, ohne selbst etwas preisgegeben zu haben.

cio.de: Aber nicht immer hat man sofort eine Vermutung, was der andere denkt.
 
Norman Alexander: Dafür gibt es zum Beispiel die Fragetechnik. Sie können Ihren Verhandlungspartner ruhig direkt mit einer sogenannten "Trefferfrage" aushorchen. Das Muster funktioniert so: Erst verneinen Sie, dann stellen Sie die Frage nochmal, aber nicht verneint. Etwa: "Sie haben noch keine Ideen für das Projekt, haben Sie?" Dadurch verwirren Sie das Gegenüber. Entweder er gibt zu, dass er noch keine Ideen hat, oder Sie wissen, dass er welche hat. Egal, was er antwortet, Sie haben auf jeden Fall mehr Informationen als vorher und Sie lassen sich für beide Möglichkeiten alle Wege offen.

cio.de: Wie kann ich mir in Verhandlungen weitere Vorteile verschaffen?












Norman Alexander, Mind Hacking. Econ Verlag 2013, 203 Seiten, € 18,00, ISBN 3430201497.
Norman Alexander, Mind Hacking. Econ Verlag 2013, 203 Seiten, € 18,00, ISBN 3430201497.
Foto: Ullstein-Buchverlag
Norman Alexander: Machen Sie einen positiven Eindruck auf Ihre Kollegen oder Verhandlungspartner, indem Sie so tun, als würden Sie ihn ganz genau kennen. Es gibt einige universelle Eigenschaften, die wirklich alle Menschen teilen, unabhängig von Kulturkreis. Das ist auch wissenschaftlich bewiesen. Zum Beispiel glauben fast alle Menschen, dass sie sehr kritisch prüfen. Das ist natürlich nicht der Fall. Aber wer sagt schon von sich: "Ich überfliege das nur"? Wenn Sie also jemanden für sich einnehmen wollen, könnten Sie so etwas sagen wie: "Ich wette, Sie schauen da ganz genau hin und überprüfen die Fakten sehr gründlich." Der andere glaubt, Sie hätten eine seiner Eigenschaften erkannt. Ein anderes Beispiel: Sehr viele Menschen glauben von sich, sie seien sehr offen anderen gegenüber. Ein Satz wie "Sie sind bestimmt Ihren Mitmenschen gegenüber sehr aufgeschlossen" bringt Ihnen große Zustimmung - auch wenn das nun überhaupt nicht stimmt. Aber sofort vertraut Ihnen der anderen ein Stückchen mehr und Sie werden leichter mit reden können.

cio.de: Manchmal liegt man daneben, das Gespräch geht nicht weiter - was kann man tun, um das Gespräch zu retten?
 
Norman Alexander: Ab und zu liegt man mit allen diesen Techniken trotzdem daneben, das passiert. Zum Beispiel: "Ich vermute, dass Sie weitere Projekte planen." Das wäre naheliegend, aber tatsächlich signalisiert Ihnen der andere, dass das Quatsch ist. Rudern Sie ein wenig zurück: "Ich vermute, Sie haben aber daran gedacht, noch ein Projekt zu starten, oder?" Meistens liegen Sie dabei richtig - und schon hat der andere den Fehler vergessen.

LINKS:

1. Juli 2001 ... Journalisten lernen in ihrer Ausbildung alle Explorationstechniken kennen. (Das sind Techniken mit denen den Interviewpartnern die "Würmer ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jul_01_2001.ht

Kommissar Columbo aus der TV Serie wurde bekannt für seine Phrase " Übrigens, ich hätte da noch eine Frage" am Schluss eines Interviews mit einem ...
www.rhetorik.ch/Columbo/Columbo.html

25. Juni 2011 ... Die "Columbo Technik" basiert auf dem Phänomen, dass das Gegenüber bei Überraschungen irritiert wird. Columbo hat diese ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/06_25/index.html

Ein Interview ist mehr als nur das Stellen vorbereiteter Fragen. Gute Interviews zu führen ist eine Kunst, die erlernt werden kann. Nachfolgend werden Bausteine ...
www.rhetorik.ch/Interviewtechnik/Interviewtechnik.html


Rhetorik, Fragetechniken, Lenkungstechniken, Fragen.
www.rhetorik.ch/Fragetechnik/Fragetechnik.html
Rhetorik, Fragetechniken, Lenkungstechniken, Fragen.
www.rhetorik.ch/Antworttechnik/Antworttechnik.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
18. Aug. 2004 ... Journalisten werden geschult, Fragetechniken mit Explorationstechniken gezielt anzuwen- den. Die wenigsten der Interviewten setzen.
www.rhetorik.ch/Aktuell/skyguide/08_2004.pdf

28. Juli 2007 ... Wird eine Frage gestellt, muss zuerst die Frage berührt werden (Touch). d.h. sie ist anzusprechen, ist kurz zu beantworten, evt. mit einem Nein ...
www.rhetorik.ch/TTT/TTT.html
Wir müssen zudem wissen: Der Gesprächspartner könnte geschult sein und die Lenkungstechnik "Echosignale" durchschauen oder sie selbst anwenden.
www.rhetorik.ch/Echosignale/Echosignale.html

Mittwoch, 16. September 2015

Aus: POST Medien






Marcus Knill ist heute ein anerkannter Experte für Medienrhetorik. Für einen glaubwürdigen Auftritt überzeugt man nur, wenn man selbst von der Botschaft überzeugt ist.
Persönliches Marcus Knill ist auf der Schaffhauser Seite des Rheinfalls aufgewachsen. Nach der Kantonsschule Schaffhausen und einem Teil der Ausbildung in Zürich zog es ihn wieder an die Zürcher Rheinfallgemeinde Uhwiesen und war dort einige Jahre an der Oberstufenschule tätig. Das Studium in Angewandter Psychologie absolvierte er in Zürich.   Als Autor von Fachbüchern und Fachartikeln vor allem aber mit dem virtuellen Buch www.rhetorik.ch machte er sich einen Namen. Zusammen mit seiner Frau Hildegard ist er selbständiger Kommunikationsberater in Uhwiesen im Weinland.
Persönliches
Marcus Knill ist auf der Schaffhauser Seite des Rheinfalls aufgewachsen. Nach der Kantonsschule Schaffhausen und einem Teil der Ausbildung in Zürich zog es ihn wieder an die Zürcher Rheinfallgemeinde Uhwiesen und war dort einige Jahre an der Oberstufenschule tätig. Das Studium in Angewandter Psychologie absolvierte er in Zürich. Als Autor von Fachbüchern und Fachartikeln vor allem aber mit dem virtuellen Buch www.rhetorik.ch machte er sich einen Namen. Zusammen mit seiner Frau Hildegard ist er selbständiger Kommunikationsberater in Uhwiesen im Weinland.
Um das eigene Verhalten besser analysieren zu können, sind Kameras nötig.Bild: zvg
Um das eigene Verhalten besser analysieren zu können, sind Kameras hilfreich .Bild: zvg

Es wurden schon viele Bücher über Kommunikation geschrieben und viele Kurse werden zu diesem Thema angeboten. Allerdings wissen die wenigsten, um was es bei der Kommunikation, Präsentation und Rhetorik wirklich geht. Dass es nicht nur ums Reden und Zuhören geht, vielmehr auch ums Verstehen, die Ausstrahlung und Überzeugung zu dem, was man sagt. Doch wie verhält man sich, wenn ein Auftritt vor grossem Publikum bevorsteht? Marcus Knill hat Konzepte und Methoden entwickelt, die massgeschneidert und individuell auf die Bedürfnisse seiner Kunden zugeschnitten sind. Die Übungen sind praxisorientiert, bauen die Anspannung ab und verhelfen zur eigenen Natürlichkeit – ohne Schauspielerei. Videoaufzeichnungen sind ein geeignetes Mittel, welches das eigene Verhalten bestens widerspiegelt und bei Knill + Knill Kommunikationsberatung häufig zum Einsatz kommt. Trainiert werden vor allem das Verhalten bei Interviews, Streitgesprächen oder in der Argumentation.

Hilfe zur Selbsthilfe
 
Für ein adressatenorientiertes und inhaltsbezogenes Auftreten braucht es laut Marcus Knill gar nicht so viel. Was aber hindert die Menschen daran, vor einer Kamera zu stehen oder vor einem grösseren Publikum zu sprechen? «Viele Leute sehen sich schlechter als sie wirklich sind. Das hat unter anderem damit zu tun, dass wir das Negative gerne zuerst sehen. So ist das auch bei den persönlichen Stärken und Schwächen, wo man sich zu sehr auf die Schwächen konzentriert. Deshalb will ich bei meinen Coachings, dass meine Kunden ihre Stärken erkennen, um damit arbeiten zu können», so Marcus Knill. Das Schlüsselwort dabei ist die Hilfe zur Selbsthilfe, wo einem das nötige Werkzeug mitgegeben wird, um sich bei künftigen Herausforderungen im kommunikativen Bereich selber helfen zu können.


Botschaften einfach platzieren
 
Damit man nicht wie viele Politiker weichgespühlt spricht und sich nicht in Details verzettelt, gibt es eine relativ simple Methode. Marcus Knill macht bildhaft auf die Zahl eins aufmerksam. Doch was hat es mit dieser Zahl auf sich? Sie beschreibt die Eindeutigkeit und Einfachheit, mit der man seine Kernbotschaft platzieren kann – mit Worten, die beim Gegenüber Bilder auslösen. Wichtig ist einem öffentlichen Auftritt weniger der Bezug auf sich selbst, vielmehr die Konzentration auf das Du und die Sache. Durch diese Weise ist man ganz sich selbst. Auf die Frage, was ihn dazu motivierte, sich als Kommunikationsberater selbständig zu machen, antwortet der Uhwiesener: «Der Umgang mit Menschen faszinierte mich schon immer. Ich will die Gründe analysieren, warum viele Auftritte schief gehen und bei den Menschen, die zu mir kommen, mit wenig Aufwand bei Auftritten überzeugen.» n

Man darf nicht schneller reden als denken

Philipp Müller fiel mir schon bei einer Präsentation in Schaffhausen schon auf, dass er schneller spricht, als denkt.

Damals kritisierte  er die Schaffhauser Parlamentarier öffentlich. Als dann in der Zeitung seine Aussage wiedergegeben wurde und er verständlicherweise Probleme bekam, wollte er der Journalistin den Fehler in die Schuhe schieben und behauptete, die Journalistin habe ihn falsch zitiert.
Ich war damals als Zeuge und war verwundert, dass der FDP Chef seine Aussage nachträglich verleugnete.
Ein Politiker kommentierte: "Wissen Sie, ich kenne Müller. Leider spricht er oft schneller als er denken kann."

Nun zeigt  sich nach dem tragischen Unfall, dass Philipp Müller eine Aussage erneut korrigieren muss:

Ich zitiere BLICK:

Er überschreite die vorgegebene Tempolimite nie, sagte Müller am Dienstag gegenüber «Radio Télévision Suisse». Auf die Frage, ob er noch den «Mercedes mit 557 PS» fahre, antwortete er, das Auto habe inzwischen «fast 600 PS.

«Der Journalist hat mich auf die PS meines Autos angesprochen. Darauf habe ich mit etwas Humor geantwortet, dass es ein paar mehr seien», sagt der FDP-Chef in der heutigen «Aargauer Zeitung» dazu. Er besteht aber darauf, sein Auto weder getunt noch aufgemotzt zu haben.

Müllers Kundenberater, Leo Wieland von der Mercedes-Garage Schmid in Unterentfelden, bestätigt: «Das Auto von Philipp Müller ist nicht getunt. Es wurde ohne irgendwelche Veränderungen ab Werk geliefert.» (lex)

KOMMENTAR: Es ist ein gravierender Fehler, wenn ein Politiker vor Journalisten etwas sagt, das er nachher als humorvolle Aussage deklarieren muss. Immer wieder erinnere ich Führungspersönlichkeiten an die Regel:
DENKEN und dann erst SPRECHEN. 

Dienstag, 15. September 2015

Europa ist mit der riesigen Zahl von Asylanten überfordert

Obschon die Medien das Wort "AsylantenFLUT" meiden, muss sich Europa mit gewaltigen Strömen von Flüchtlingen auseinandersetzten.
Bildergebnis für asylantenschwemme

Die Wellen haben etwas Flutähnliches.
 Die Länder reagieren derzeit hilflos und greifen in der Not zu Sperren und Grenzzäumen.
Die Wellen von Asylanten überfordern die Nationen.
Eine Lösung ist nicht in Sicht.
Bildergebnis für asylantenschwemme

Die  erfreuliche wohlwollende Willkomm-Stimmung wird zwar noch in vielen Medien gelobt. Das Ikonenbild eines toten Knaben hatte diese positive Stimmung gefördert.

Ich befürchte aber, dass die Stimmung bald in eine Abwehrhaltung kippen kann.
Dann, wenn die arbeitslosen Europäer keine Aussicht mehr auf einen Job haben und
die arme einheimische Bevölkerung weniger verdient als die Flüchtlinge mit Gratis Wohnungen, kostenloser ärztlicher, juristischer Versorgung und den ihnen zustehenden Sozialgeldern.

Wenn Gemeinden von 1000 Einwohnern 400 Asylanten aufnehmen müssen, kann die Grundstimmung zusätzlich dazu führen, dass die positive Stimmung rasch ins Negative kippt.

Die Probleme werden vor allem dann auftauchen, wenn die vielen, vielen Asylanten integriert und langfristig versorgt werden müssen. 

Deutschland wird sich nun allmählich bewusst, dass die grosszügige  Aufnahme zu einer Sogwirkung geführt hat.

Die Abkommen und Regelungen geraten in Europa derzeit bereits aus den Fugen.

Ungarn plant auch Zaun an Grenze zu EU-Land Rumänien

+++ Liveblog zur Flüchtlingskrise +++: Ungarn plant auch Zaun an Grenze zu EU-Land Rumänien



Ich zweifle heute an der gewaltsamen Durchsetzung eines tauglichen Verteilschlüssels.

Dass die Situation rasch eskalieren kann, zeigt ein Bericht aus der serbisch-ungarnischen Grenze:


Drama an der serbisch-ungarischen Grenze

Aufgebrachte Flüchtlinge begannen einen Hungerstreik aus Protest gegen die Schliessung des Durchgangs. Einige der 200 bis 300 Protestierenden trügen Schilder mit der Aufschrift «No water no food until open border», berichtete die ungarische Internet-Zeitung index.hu. Vorher hätten sie dort von ungarischer Seite erhaltenes Essen weggeworfen.


Montag, 14. September 2015

Stadlshow - ein Flop

Grosse Erwartung - grosse Enttäuschung

Die Stadlshow hat sich angeblich vom alten Musikantenstadl emanzipiert.
Sie wollte neu, frisch, modern sein und vor allem auch Junge ansprechen.
Dies  die Erwartungshaltung.
Die neu Show macht deutlich:
Die Sendung wurde  dem Rock- Volksmusik dermassen krass geopfert, dass wohl die älteren Semester aussteigen werden. Die Jungen können am Samstagabend auch mit diesem Modell nicht an den Bildschirm gelockt werden. Sie pflegen am Samstagabend Partys und sind nicht auf Francine Jordis breites Grinsen angewiesen.
Ich habe die Sendung vorurteilslos angeschaut und wurde gewaltig enttäuscht.

Die Moderatorin wurde vermutlich von zu vielen Trainern dermassen getrimmt, so dass der natürliche Charme der Sängerin auf der Strecke  geblieben ist.
Meine Prognose:
Die Medienkritiken werden gewiss mehrheitlich negativ ausfallen. Nicht nur deshalb, weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist und Veränderungen meist generell ablehnt.
Bei der zu erwartenden Kritik werden die Unzulänglichkeiten ausschlaggebend sein:

"Stadlshow" macht auf jung und enttäuscht auf ganzer Linie. Alexander Mazza und Francine Jordi bei der Generalprobe der "Stadlshow". Das Moderatoren-Paar soll auch das junge Publikum in Schunkelstimmung versetzen. (Quelle: dpa)
Alexander Mazza und Francine Jordi bei der Generalprobe der "Stadlshow". Das Moderatoren-Paar soll auch das junge Publikum in Schunkelstimmung versetzen. (Quelle: dpa)
Bei dieser Aufnahme noch ohne künstliches Grinsen und dem Zeigefingerghabe.

Der neue Stadel wollte auf JUNG machen. Wenn dieses Gehopse und künstliches Getue, Junge anspricht, dann würde ich unsere Jungen nicht verstehen.
Wir stellen sich wohl die Macher ein junges Publikum vor?
Ich zweifle daran, dass die "Dorfrocker“" welche behaupten, sie stünden auf Bla-Bli-Bla-Blasmusik, "weil's oafach nüx Goilers gibt" dem Geschmack der Jugend entspricht - geschweige denn dem Geschmack der älteren Generation.
Die Stammgäste wurden  geprellt und werden künftig wegbleiben.
Penetrant empfand ich, wie das Publikum zum "Macht alle mit" immer wieder künstlich animiert werden musste.
Das Dauer-Grinsen Jordis hatte etwas Fassadenhaftes.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die ARD mit dem neuen Konzept Erfolg haben wird.
Der Auftakt mit dem künstlichen Gehopse und der schlechten Tonqualität ist  gründlich misslungen.
Wetten, dass die Zuschauerzahlen weiter schwinden werden?

Die Medienechos blieben nicht aus:


Nachtrag aus die WELT (eine der zahlreichen vernichtenen Berichte):
Was, zum Kuckuck, ist denn mit dem "Musikantenstadl" passiert? Der heißt jetzt "Stadlshow", aber eigentlich ist das eine Mogelpackung, ein billiger PR-Trick, wie ihn die Industrie gerne verwendet, um alten Wein aus neuen Schläuchen zu verkaufen, so, wie man das schon mal mit einem Schokoriegel gemacht hat, der früher Raider hieß und heute Twix.

Genau genommen sind es zwei, die jetzt einen Mann beerben müssen, von dem man immer noch nicht genau weiß, warum er gehen musste. Denn Andy Borg, das muss man auch zugeben, wenn man keine Volksmusik hört, ist nicht nur ein großartiger Entertainer. Er war der "Musikantenstadl", so wie Thomas Gottschalk "Wetten, dass ...?" war. Das Publikum liebte ihn, und er liebte das Publikum. Doch ach, den Quotenschwund konnte auch er nicht stoppen, als er 2006 antrat, die Show behutsam zu öffnen für jüngere Talente und neue Richtungen.

Aber so war das mit der ganzen Sendung, von der ARD schon vor Monaten geheimnisvoll unter dem Decknamen "Musikantenstadl 2.0" angekündigt. Das klang bedrohlich, so, als wolle man künftig die digital natives umgarnen und nicht die Gebührenzahler im Rentenalter, die an dieser Show hängen, so wie man eben an einem Möbelstück hängt, das nach 34 Jahren irgendwie zum Inventar gehört.

DJ Ötzi, das ist der ungekrönte König des Après-Ski mit dem gehäkelten Kaffeewärmer auf der Glatze, demonstrierte mit seiner Version des Cheap-Trick-Hits "I want you to want me" eindrucksvoll, warum es keine gute Idee von der ARD war, die Künstler nach dem Relaunch nur noch live singen zu lassen und nicht mehr playback. DJ Ötzi kann nicht singen.
Man sehnte sich nach dem gleichmäßigen Brummen eines Zahnarztbohrers und atmete erleichtert auf, als Erlösung in Gestalt von Florian Silbereisen nahte. Im Duett war der Ötzi-Gesang nur noch halb so unerträglich. Der Traum aller Schwiegermütter durfte später auch ein bisschen was von sich erzählen. Wie das mit ihm und der Musik mal angefangen hat, im Schlafzimmer seiner Eltern. Doch merkwürdig, von Euphorie fehlte im Stadl jede Spur. "Wie ist die Stimmung in Offenburg, geht's gut?", fragte Alexander Mazza zwischendurch. Höflicher Applaus.

Schön, aber langweilig

Peter Kraus war auch da und machte das, was Peter Kraus immer machte, wenn er auf irgendeiner Bühne steht, nämlich den Elvis-Hit "Blue Suede Shoes" zu singen.
Gesichter kamen und gingen, und nach 105 Minuten war man so eingelullt, dass die ARD auch Bilder aus einem Goldfisch-Aquarium hätte senden können. Der Show fehlte die Seele, es war jetzt nur noch eine leere Mogelpackung, schön, aber langweilig. Man fragt sich, wer das gucken soll. Aber man weiß jetzt immerhin, dass die ARD einen Vogel hat. Einen Kuckuck, genau genommen.

AUS BLICK-online;

Die Show ist ein Murks

Aber eben: In dieser Unterhaltungs-Show gibt es nicht einen Witz, nicht einen Gag. Sie ist ein Murks. Andy Borg moderierte die alte Sendung noch in einem Guss, doch jetzt ist sie in Einzelteile segmentiert. Showblöcke, Interviews und gut gemeinte volkskulturelle Beiträge harmonieren nicht miteinander. Alles ist ein «Gnusch» - und der Rest, etwa wenn die Musikanten durchs Publikum marschieren, von Andy geBORGt.
Und wo sind die uns versprochenen  Schweizer Interpreten im Neo-Euro-Geschunkel? Müssen wir Peter Kraus als Schweizer zählen, weil er in Lugano lebt? Eidgenössisch musikalisch ist diese Show noch gar nicht.

Das Publikum bleibt verhalten

Der neue «Stadl» ist für die Jungen zu alt und für die Alten zu jung. Statt wie gewohnt drei bis vier Millionen Zuschauer, schalteten diesmal in Deutschland nur 2,46 Millionen ein. Katastrophal! Das entspricht einem Marktanteil von 9,6%. Das werberelevante Zielpublikum will den alten Peter Kraus nicht sehen, für die älteren Zuschauer hat es zu viele Rock-Folk-Freaks und barfuss tanzende Hippie-Trachten-Girls. Es ist zwar löblich, dass Newcomer eine Chance bekommen, aber das Hossa-Publikum kann wohl kaum etwas mit ihnen anfangen. 
Und schliesslich: Auch das Dekor von Florian Wieder, der schon die Kulissen für «Wetten, dass..?» und «DSDS» fabrizierte, ist unruhig, gekünstelt. Es ist eine postmoderne Kitsch-Festhütte, die nicht besonders zum Schunkeln animiert. Jedenfalls blieb das Publikum während der ganzen Show verhalten. Am Schluss gab es nicht mal einen Abspann. So als ob sich die Macher ein bisschen schämten über das, was sie da geliefert haben.

DIESE NACHLESE IM BLICK GIBT AUCH ZU DENKEN:

«Francine schreit so laut in ihr Mikro, als hätte sie keins»

So schreibt die «Süddeutsche», dass es sich bei der Sendung um eine «Schlagerparty mit Vorschlaghammer-Charme» handle. Die Autorin trauert dem «Musikantenstadl» ihrer Kindheit hinterher und beschreibt die neue Stall-Kulisse «als hätte jemand eine Après-Ski-Hütte aus dem 3-Drucker gelassen und danach sterilisiert.» Und: «Moderatorin Francine Jordi schreit so laut in ihr Mikro, als hätte sie keines, dass sie es wahnsinnig gemütlich findet hier.»
Zum Schluss fragt sie: «Ob sich junge Leute wirklich für die ‹Stadlshow› begeistern, nur weil auch ein paar Tätowierte was auf Englisch singen durften?»

«Die «Stadlshow» vergrault Stammzuschauer»

«Oh je: Der Neustart des «Musikantenstadl» ging völlig in die Hose», fasst «meedia»  die Sendung zusammen und verweist auf die schwachen Quoten. «Mit 2,46 Mio. sahen über 1,3 Mio. weniger zu als in schlimmsten ‹Stadl›-Zeiten. Die Stammzuschauer seien vergrault worden und ein neues Publikum sei nicht in Sicht.

«Keine Zeit zum Schunkeln»

«Stern» vermisst «Zeit zum Schunkeln» und fühlt sich von «kurzen Gesprächen mit den Gästen auf der Leder-Couch» eher an ‹Wetten, dass..?› erinnert.» Lobende Worte findet «Stern» für die Auftritte von «altbekannten Gesichtern». Erst dann sei die Stimmung in Fahrt gekommen. Doch sie trauern um den alten Moderator Andy Borg (54): «Im Gegensatz zum Spass- und Stimmungsmacher Borg führte sie (Jordi) relativ unaufgeregt durch die Sendung.»

«Jordis Power Grinsen ist anstrengend»

Auch «T-Online» fühlt sich von der neuen «Stadlshow» überhaupt nicht angesprochen. «Stadlshow macht auf und jung und enttäuscht» auf ganzer Linie», so das nüchterne Urteil. Für die Moderatorin gibt es ebenfalls keine lobenden Worte: «Eine Jordi, deren Power-Grinsen auf Dauer zum Symbol angestrengter Fassadenhaftigkeit wurde.»

«Ohne Andy Borg fehlt der Show die Seele»

«Welt» vermisst ebenfalls den alten Moderator Andy Borg und schreibt: «Er war der ‹Musikantenstadl›, so wie Thomas Gottschalk ‹Wetten, dass ...?› war. Das Publikum liebte ihn, und er liebte das Publikum.» Francine Jordi beschreiben sie wie folgt: «Die Francine, das ist die neue hübsche, stufenlos verstellbare Moderatorin, feuerrotes Kleid, blonder Gundula-Gause-Pagenschnitt, Schweizer Dialekt.»
In einem Satz fasst «Welt» die neue Show so zusammen: «Ohne den grossen Entertainer Andy Borg fehlt der Show die Seele». (paf)


Nach Quoten-Desaster und heftiger Kritik

Tragen Sie den Stadl
zu Grabe, Frau Jordi?

Heftige Kritik am neuen Konzept des Musikantenstadl
Nach dem Quoten-Fiasko (2,46 Mio Zuschauer) vom Wochenende gab es heftige Kritik am neuen Konzept des „Musikantenstadl“. Auch die Moderatoren Francine Jordi (38) und Alexander Mazza (42) wurden angegriffen.

Francine Jordi sagt BLICK zur KRITIK:


Vor allem die Tonqualität («zu schlecht»), das Bühnenbild («zu modern») und die Kameraführung («zu hektisch») wurden angeprangert. «Einige Kritik ist berechtigt. Und natürlich werden sich die Verantwortlichen darum kümmern», meint die Bernerin zu den Vorwürfen.
Viele Zuschauer vermissten in der Sendung auch die grossen Volksmusikstars. «Diese Frage haben ich und mein Manager den Verantwortlichen auch gestellt. Sie wollten, dass die Show durch gute, wenn auch nicht nur bekannte Musik definiert wird. Das ist offenbar beim Publikum nicht angekommen.»

Zukunft der Sendung ist allen Beteiligten wichtig

Trotz all dieser Kritik ist Francine Jordi zuversichtlich, was die Zukunft der neuen «Stadlshow» betrifft. Oder wie ihr Moderationskollege Alexander Mazza (42) sagt: «Wenn ich mir vor Augen führe, wie wichtig allen Beteiligten die Zukunft der Stadlshow ist, dann gebe ich ihr weiter gute Chancen.»

Sonntag, 13. September 2015

Warum gerät FDP Chef Philipp Müller auf die Gegenfahrbahn?

Im Strassenverkehr ist schnell etwas passiert
Bildergebnis für müller unfall
Eine kleine Unaufmerksamkeit kann verheerende Folgen haben.
Bildergebnis für müller unfall

Wir lesen im Sonntagsblick:


Für Marco Unternährer, erfahrener Luzerner Rechtsanwalt von Verkehrsopfern, ist die Frage, warum Müller auf die Gegenfahrbahn geriet, der «Knackpunkt», wie er sagt. «In 99 Prozent der Fälle wissen die Verursacher, weshalb sie auf die Gegenfahrbahn geraten sind und einen Unfall verursacht haben.» Er rät Müller, gegenüber der Öffentlichkeit alles zu sagen, was er weiss. «Es ist jetzt ein Härtetest für ihn: Wie handelt man in einer Situation, in der hohes moralisches Verhalten gefordert ist? Von ihm, dem Nationalrat und FDP-Chef, erwartet man jetzt korrektes Verhalten ganz besonders», so Unternährer. Einfach zu sagen, man erinnere sich nicht, sei eine Strategie – aber eine schlechte.
Und falls sich Müller tatsächlich nicht erinnert? «Dann müsste man abklären, ob er ein medizinisches Problem hat, und die Fahreignung grundsätzlich überprüfen.»
Die Frage, warum Müller auf die Gegenfahrbahn geriet, wird bei der Strafzumessung entscheidend sein. Denn: «Dabei wird auch die Verwerflichkeit des Handelns geprüft werden müssen. Sprich: Wäre der Unfall zu verhindern gewesen? War Müller massiv abgelenkt?», so Unternährer. «Die Polizei wird zwingend die Telefondaten auswerten müssen, um zu sehen, ob er telefoniert hat. Und ein unfallanalytischer Gutachter wird eine Analyse vorlegen müssen, um zu klären, wie schnell er unterwegs war.»
Bildergebnis für Unaufmerksam

KOMMENTAR:
Ich bin überzeugt, dass die meisten Kommunikationsberater Philipp Müller raten würden, in dieser heiklen Situation jetzt alle Karten offen auf den Tisch zu legen. Jedem Lenker können Fehler unterlaufen. Wer in Krisensituationen transparent informiert, kann bekanntlich die Situation entschärfen.
Mir ist aufgefallen, dass der Parteipräsident nur sagt, was er NICHT gemacht hat (habe nicht telephoniert, war NICHT alkoholisiert, war NICHT müde)
Die Leser erfahren aber nicht, was er tatsächlich gemacht hat vor dem Zusammenprall.
Vieles ist denkbar, das den Fahrer abgelenkt hat.
Wer hat es nicht schon erlebt: Ein kurzer Griff auf den Nebensitz und das Fahrzeug weicht von der Spur ab. Nun wird vermutet, was Philipp Müller getan haben könnte:
Essen, am Radio hantieren, eine Tf Nr. suchen,  ein SMS lesen, etwas in den Taschen suchen, einen Sender eintippen usw.
Vieles ist denkbar. Doch Philipp Müller verrät nicht, was er tatsächlich getan hat.
Sein Versteckspiel könnte gravierende Folgen  haben.
Hoffentlich lässt er sich jetzt professionell beraten.
Sein Hauptproblem: Alle wissen, dass er weiss, weshalb er auf die Gegenfahrbahn gelangt ist. Anderseits muss er bis zum Abschluss der Untersuchung schweigen. Würde er eingestehen, dass er durch..... sich ablenken liess, hätte dies Folgen beim Strafmass.  Durch das Schweigen kommt Müller nun zwangsläufig in einen Medienstrudel und muss diesen Hype durchstehen.