Sonntag, 5. April 2015

Siehe TeleZüri Lufhansabeitrag

Ich wünsche allen Lesern

EIN SCHOENES OSTERFEST

Verwandlung und Erneuerung


Gnädinger arbeitete bis zum Tod

Mathias Gnädinger bleibt uns in Erinnerung - als einer der bekanntesten Volksschauspieler der Schweiz.

 (Quelle: SRF)
Er war der Knorrige, der Korpulente, der Mocken von einem Mann: Mathias Gnädinger konnte man nicht übersehen, um ihn kam man nicht herum. Er war einer der letzten grossen Filmstars der Deutschschweiz.
Ein Mann mit wenigen weissen Haaren, einer Brille, Hemd und Weste sitzt auf einer Bank und blickt in die Kamera. 
Bildlegende: «Ich bin jetzt über 70, ich muss jetzt nichts mehr.»  
 
Als Kommissar Hunkeler wird man ihn in Erinnerung behalten. Als Gemeindepräsidenten. Als massigen, erwachsenen Schüler in der Komödie «Sternenberg». Und ein wenig vielleicht auch noch als abgefeimten Organhändler in der SRF-Erfolgsserie «Der Bestatter».
Aber diese Rolle war atypisch für Gnädinger, das Publikum sah ihn selten als Bösewicht. Mit den fünf Sätzen, die er 2004 als Hermann Göring im Hitler-Film «Der Untergang» zu sagen hatte, hat er sich nach eigenem Bekunden so schwer getan, dass man sie ihm aufschreiben und Bruno Ganz, dem Hitler in dem Film, vors Gesicht halten musste.

Mathias Gnädinger war der Knorrige, der Korpulente, der Mocken von einem Mann, der Brocken, den man nicht übersehen konnte, um den man nicht herum kam. Was er perfekt beherrschte, war mürrisch und verschlossen, bärbeissig. Und er konnte das darum so gut, weil man dabei stets das kindlich freundliche Gemüt seiner Figuren zu spüren glaubte, eine Verletzlichkeit, die er wohl wie die meisten Menschen mit sich herumtrug, aber, anders als die meisten, auch einzusetzen wusste.
Der Kommissar Hunkeler, die Romanfigur des Baslers Hansjörg Schneider, war schliesslich Mathias Gnädingers persönlichste Rolle. Der Basler Kriminal-Polizist mit seinem Hang zum Alkohol und seiner Verbundenheit mit den Menschen in den Beizen, den Schrebergärten, seinem Widerwillen gegen die Bürokratie und die Karrieristen: Da war man Film für Film sofort bereit, den Gnädinger und den Hunkeler miteinander zu identifizieren.

Mathias Gnädinger war einer der letzten Filmstars der Deutschschweiz, der einzige Schauspieler, dessen Namen allein noch ein Film-Projekt tragen konnte – bei den Geldgebern, aber auch beim Publikum.
Kollege Bruno Ganz, mit dem zusammen Gnädinger bei Peter Stein an der Berliner Schaubühne gespielt hatte, war spätestens mit «Der Untergang» zum internationalen Star geworden, zu gross für lokale Figuren. Aber Gnädinger, mit seinem Schaffhauser Dialekt, seiner Direktheit, dem nahm man den wortkargen Chrampfer ab, den geselligen Säufer, den physisch ein wenig zu gross geratenen kleinen Mann.

«Ich muss jetzt nichts mehr»

Dabei war Mathias Gnädinger, wie auch Bruno Ganz, dabei, als Schweizer Filme noch international (oder wenigstens in Deutschland) ein Echo fanden. Bei Markus Imhoof in «Das Boot ist voll» (1981) und vor allem im klaustrophobischen Alpendrama «Der Berg» (1990).
Er sei über 70, er müsse jetzt nichts mehr, sagte Mathias Gnädinger letztes Jahr in einem Zeitungsinterview. Aber natürlich machte er weiter. Er spielte für Regisseur Paul Riniker und vor allem für seinen Freund Jörg Schneider den Willi in «Usfahrt Oerlike». Diesen Willi, der seinem lebensmüden, von Jörg Schneider gespielten Freund Hans im Altersheim das Gift besorgen soll, damit dieser seine letzte Ausfahrt selber bestimmen kann.

Ein letzter Film kommt im Herbst noch in die Kinos

«Usfahrt Oerlike» läuft noch immer im Kino, erfolgreich. Der Film, den viele als Abschied von Volksschauspieler Jörg Schneider gesehen haben, ist nun zum Abschied von Mathias Gnädinger geworden. Oder fast. Denn mit Stefan Jäger hat er noch «Der grosse Sommer» abgedreht. Da spielt er einen alten Schwinger, den es auf den Spuren eines Sumo-Ringers nach Japan verschlägt. Der als «Feelgood-Movie über das Altern, die eigene Bestimmung und den Brückenschlag zwischen zwei Kulturen» angekündigte Film soll im Herbst ins Kino kommen.

KOMMENTAR: Nach Udo Jürgens, Hans Erni hat eine weitere
prominente Persönlichkeit bis zum Tod gearbeitet.
Allen war etwas gemeinsam: Der Beruf war keine Arbeit. Er war Berufung. Das geht nur, wenn der Geist wach und das Gehirn gesund ist. Nach Hirnforscher Lutz Jäncke kann der Mensch bis 20 Minuten vor dem Tod noch lernen. Früher ging man davon aus, dass das Gehirn ab 50 Jahren irreparabel abbaut.
Für mich war Gnädinger  geerdet, echt, bodenständig und zeigte stets eine unglaubliche Präsenz. 

Bild für das Nachrichtenergebnis
Die Schweiz trauert um Mathias Gnädinger. Regisseur Paul Riniker erinnert sich in einem ...
 

Samstag, 4. April 2015

Ei, Ei. Ei

(aus SRF)

Die 7 Hühnerweisheiten für Ostern

  • Das Huhn war vor dem Ei da.
  • Ein Schweizer isst durchschnittlich 174 Eier pro Jahr.
  • Eier sind im Durchschnitt zwischen 40g und 90g schwer und zwischen 5,5-6,5cm lang.
  • Die Eier werden mit dem Alter der Henne immer grösser.
  • Industriehennen legen rund 5% aller Eier nicht ins Nest. Alternative Legeplätze sind: Dunkler Bodenbereich, Sandlöcher oder Stallecken.
  • Viele Eier gehen schon im Stall kaputt. In der konventionellen Grosskäfighaltung gehen erstaunlicherweise weniger Eier kaputt als in kleinen Ställen. Dies hängt mit der Rollgeschwindigkeit auf's Rollband zusammen.
  • Schildkröten die Eierschalen fressen sollen anscheinend einen härteren Panzer und härtere Knochen bekommen. Stimmt nicht. Eine Studie beweist, dass die Eierschalen unverdaut wieder ausgeschieden werden.

Quiz

Quiz

Redeangst überwinden - aber wie?


Viele Leute haben Sprechblockaden, sobald sie merken, dass sie während des Sprechens beobachtet werden.



In Internet gibt es viele Tipps und Bachbeiträge, hier zwei lesenswerte Beispiele:


Zehn Tipps gegen Redeangst


Vor vielen Leuten zu sprechen, fällt fast allen Menschen schwer.




Mann versteckt sich

Verstecken geht nicht! Auch gegen Redeangst gilt: Übung macht den Meister
Bei Auftritten machen sich Schweißausbrüche, Herzrasen oder ein Zittern bei Ihnen breit? Ihnen fällt es schwer, vor Leuten zu reden?
Diplom-Psychologin Dr. Antje Müller, die sich auf Arbeits- und Organisationspsychologie spezialisiert hat, sagt, dass wir diese Angst von der Schule mit in das Berufsleben genommen haben. Damals riefen die Lehrer uns auf und man musste vor der ganzen Klasse antworten. Bewertet wurde man auch noch. „Es ist die Angst vor dem Versagen und dem Beobachtetwerden“, sagt Müller.
KOMMENTAR: Wir müssen uns AUSSETZEN. Reden ist nicht eine Sache des Talentes sondern des MUTES.

Weitverbreitetste Angst generell

Bei einer Rede ist es ähnlich. „Man befindet sich in einer exponierten Stellung, und es wird viel von einem erwartet“, beschreibt die Expertin. Zuerst einmal ist es wichtig, dass Sie wissen, dass Ihnen nichts passiert, auch wenn Sie bei Ihrer Präsentation einmal stocken. Das kann sogar sympathisch wirken. Die Furcht vor einem Vortrag oder einer Rede ist verständlich und alltäglich. „Redeangst ist mit die weitverbreitetste Angst überhaupt, fast jeder hat sie“, erklärt Müller. Aber man kann sie in den Griff bekommen. Diese zehn Tipps helfen Ihnen dabei:

1. Vorbereitung ist alles

Bereiten Sie Ihre Rede gut vor. Überlegen Sie sich genau, was Sie sagen wollen. Es ist wichtig, dass Sie selbst verstehen, was Sie reden. Sonst wird Ihnen auch das Publikum nicht folgen können. Wenn Sie nicht wissen, was Sie sagen wollen, machen Sie am besten ein Brainstorming. Das hilft, Ideen und eine Struktur für den Vortrag zu finden.
KOMMENTAR:  Vorbereitung ist die halbe Miete: Welches ist mein KERNGEDANKE?

2. Ziele setzen

Fragen Sie sich: „Was will ich mit meinem Vortrag erreichen? Was will das Publikum wissen und was interessiert es?“ Wollen Sie eine bestimmte Botschaft rüberbringen, dann legen Sie diese vorher fest. So haben Sie ein Ziel, worauf Sie hinarbeiten und gleichzeitig auch einen roten Faden.
KOMMENTAR: Wie soll ich meine ZIELBOTSCHAFT dem entsprechenden Adressaten vermitteln?
 

3. Abschauen erlaubt

Hören Sie anderen Rednern aufmerksam zu. Ganz gleich, ob bei einer Konferenz, einer Bürgerversammlung oder wenn Kollegen eine Präsentation halten. Fragen Sie sich: Wie gestaltet der Vortragene seine Rede? Was gefällt mir daran? Lernen Sie von anderen, auch von deren Fehlern, um sich selbst zu verbessern.
KOMMENTAR: Wir können sehr viel beobachtend lernen. Auch von Fehlern von Vortragenden.

4. Publikum miteinbeziehen

„Je länger der Vortrag ist, desto mehr sollte man das Publikum einbeziehen“, sagt Müller. Fragen Sie etwas ins Publikum, auch wenn es nur eine rhetorische Frage ist. Versuchen Sie mit nett aussehenden Zuhörern Blickkontakt zu halten. Wenn Sie das nicht können, schauen Sie auf die Stirn.
KOMMENTAR: Ich baue eine Brücke zum Publikum. Der Blick ist die Nabelschnur der Kommunikation.

5. Zuhause üben

„Tragen Sie Ihre Rede oder Präsentation einer Ihnen wohlgesonnenen Person vor“, rät Expertin Müller. Bitten Sie sie vorab, dass sie auf Formulierungen, Verständlichkeit und Reihenfolge achtet. Das Feedback, ob positiv oder negativ, wird Ihnen enorm helfen.
KOMMENTAR: Ich spreche den Gedanken (Votum, Statement, Argument) auf VERSCHIEDENE Art für mich LAUT vor. 

6. Selbstvideo drehen

Sie können auch ein Video von einem Probelauf Ihres Vortrags drehen. „Bei einem Selbstvideo sieht man sich meist das erste Mal so, wie einen das Publikum sieht“, erklärt Müller. So erkennt man seine Stärken und Schwächen sehr genau.
KOMMENTAR: Ich nehme die Sequenz mit einem TONBAND oder VIDEO auf und erkenne, dass ich besser bin als ich mich fühle. Stärken werden so verstärkt.

7. Bewegung gegen Nervosität

Wenn sie kurz vor Ihrer Rede stehen, so wirkt Bewegung, zum Beispiel an der frischen Luft, wahre Wunder. „Der Stress vermindert sich und somit auch die Angst und die Nervosität“, so die Expertin. Aufputschende Lebensmittel wie Kaffee, Cola  sind nicht gut, da sie die Herzfrequenz noch erhöhen könnten.
KOMMENTAR: Wer die Gestik unterbindet erhöht den Stress. BEWEGUNG BAUT STRESS AB.



8. Atem- oder Entspannungsübungen machen

Atmen Sie auch tief aus, wenn die Angst in Ihnen hochkommt. Noch besser, sagt Psychologin Müller, „sind Entspannungsübungen wie Tai-Chi oder Yoga“, falls Sie diese beherrschen. Langes Ausatmen lässt Sie ruhiger werden und hilft Ihnen die Nerven zu behalten.
KOMMENTAR: Eine  TIEFATMUNG vor dem  Auftritt entspannt.

9. Offenheit zeigen

Wir sind alle nur Menschen, also sagen Sie ruhig vor der Präsentation, dass Sie ein wenig aufgeregt sind. Keiner wird Sie für diese Ehrlichkeit auslachen oder abschätzig anschauen! Seine Angst offen zuzugeben zeugt von großem Mut und trägt gleichzeitig zu einer lockereren Atmosphäre während der Rede bei.

10. Erfahrungen sammeln

Übung macht den Meister. Bei den meisten Menschen wird die Redeangst mit jedem Vortrag, mit jeder Rede, mit jeder Präsentation ein bisschen weniger. Stellen Sie sich den Situationen und üben Sie einfach immer und immer wieder. Sie werden merken, wie Sie nach und nach immer ruhiger werden.
KOMMENTAR: So wie wir nur im Wasser schwimmen lernen, lernen wir das Reden nur durch das TUN.

Und falls doch mal der Faden reißen sollte: Einen Schluck Wasser trinken, ein Blick auf Kärtchen oder Bildschirm lässt einen Blackout schnell wieder verschwinden. Auch ein ehrliches Statement wie: „Oh, jetzt habe ich aber den Faden verloren, einen Moment bitte“, hilft Ihnen, wieder zum Text zurück zu finden.


KOMMENTAR: Lesen Sie folgende LINKS:
Bewusst Pause einschalten. widerholen.gif, Wiederholen 'Die letzten Gedanken sollte ich noch einmal verdeutlichen'. zusammenfassen.gif, Gesagtes nochmals ...
www.rhetorik.ch/Bruecken/Bruecken.html
Siehe auch Notbrücken bei Redepannen. Mit fachgerechten prozessorientierten Übungen (z.B. bei einem K+K Training) können Sie Ihre kommunikative ...
www.rhetorik.ch/Blackout/Blackout.html
19. Okt. 2011 ... Bei Aufritten lohnt es sich, Argumente mit Stichworten auf Karten zu notieren. Die Stichworte sind dabei als Notbrücke gedacht, denn man ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/10_19a/

KOMMENTAR:
Falls Sie Ihre Auftrittskompetenz optimieren möchten, lohnt sich ein individuelles kurzes Modul bei K+K im Simulator. Wir garantieren ein fachgerechtes, eigenes Videofeedback, das sich mehrfach bewährt hat. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung.


Aus Julia Hirsch / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 06.06.2013,
Bildnachweis: Thinkstock/Stockbyte:


Sprechangst

von  Dr. Rolf Merkle, Diplom-Psychologe
Ich zitiere einige seiner wertvollen Gedanken :
Vorträge und Referate halten, im Mittelpunkt stehen und etwas sagen müssen, das kostet die meisten Menschen Überwindung.
Selbst alte Hasen mit viel Vortragserfahrung, wie etwa Schauspieler, sind auch nach Jahrzehnten auf der Bühne immer noch aufregt und nervös.
Allerdings gibt es da einen Unterschied. Lampenfieber zu haben ist eine Sache, unter Redeangst zu leiden eine andere. Dazwischen liegen Welten. Was also zeichnet Redeangst aus?
Redeangst - auch als Sprechangst, Redehemmung oder Logophobie bezeichnet - gehört zu den sozialen Ängsten.
Diese Angst ist gar nicht so selten. Schätzungsweise 40 Prozent aller Menschen sollen Angst, ja sogar Panik haben, vor einer Gruppe zu sprechen.
Die Angst, in der Öffentlichkeit zu reden, kann in vielen Situationen auftreten. Es muss gar nicht die große Rede vor Hunderten von Menschen oder ein Fernsehauftritt sein.
Es genügen eine Familienfeier im privaten Kreis oder ein Gespräch unter Freunden. Im Beruf können Konferenzen und Teamsitzungen schwierig werden.
Elternabende und Vereinssitzungen können ebenfalls eine Herausforderung sein. Auch Referate in der Schule und im Studium sind für viele eine schier unüberwindbare Hürde.
Starke Redeangst schadet, weil sie uns total blockiert. Wir haben panische Angst, uns zu blamieren und lächerlich zu machen.
Wir haben tierische Angst, dass es uns buchstäblich die Sprache verschlägt, wir kein Wort herausbekommen, wir stammeln und stottern und nicht mehr wissen, was wir sagen wollen – und das, obwohl wir sehr wohl etwas mitzuteilen hätten.
Es ist ja nicht so, dass wir dumm wären und keine Ahnung von dem hätten, was wir vortragen wollen. Nur, diese Angst, uns zu blamieren, macht es uns verdammt schwer oder gar unmöglich, unser Wissen an den Mann oder die Frau zu bringen.
Vom Verstand her wissen wir, dass wir bei einem Vortrag nicht in Lebensgefahr schweben.
Trotzdem fühlen und handeln wir so, als hinge unser Leben von unserem Vortrag ab. Wir haben das Gefühl, uns um Kopf und Kragen zu reden und uns in ernste Gefahr zu bringen.
Dies ist das Kennzeichen der Redeangst: Sie ist eine unangemessene und übertriebene Angst, vor anderen zu sprechen. Das ist kein Lampenfieber, das ist Panik pur.
Bernd, der unter Redeangst litt, erzählt:
Ein Betroffener berichtet über seine Redeangst
Ich habe tierische Panik vor Vorträgen. Manchmal glaube ich, ich habe vor solchen Situationen mehr Angst, als vor dem Tod. Auf jeden Fall sterbe ich tausend Tode vor einem Vortrag. Ich bekomme Atemnot, fange sogar an zu hyperventilieren und habe Herzrasen.
Ich stelle mir vor, alle glotzen mich an, ich werde rot, ich verspreche mich, ich stammle wirres Zeug, verliere den Faden, mir bleibt die Luft weg, ich bekomme keinen Ton mehr heraus, habe einen Blackout, meine Hände zittern.
Wer mich kennt, kann nicht glauben, dass ich Redeangst habe, da ich nicht auf dem Mund gefallen bin. Ich kann, wenn ich spontan Lust habe, an einem Tisch mit 10 Personen, das Wort ergreifen und locker vom Hocker eine Geschichte erzählen.
Wenn ich aber weiß, dass nur 1 Person zu mir kommt, der ich etwas Fachliches erklären soll, dann gerade ich in Panik - obwohl ich fachlich gut drauf bin.

Unterschied Lampenfieber und Redeangst

Im Vergleich zur Redeangst, die einem schweren grippalen Infekt gleichkommt, der uns niederstreckt und handlungsunfähig macht, ist das Lampenfieber nur ein leichter Schnupfen – lästig, aber erträglich.
Beim Lampenfieber spüren wir eine leichte Nervosität und Unruhe, eine innerliche Anspannung, ein Aufgeregtsein, Schmetterlinge im Bauch, haben vielleicht feuchte oder kalte Hände.
Während die Redeangst uns total blockiert und schadet, ist Lampenfieber durchaus hilfreich: es schärft unsere Sinne und unsere Konzentration.
Es ist ein leichter Adrenalinstoß, der aktiviert und motiviert, der uns hilft, unser Bestes zu geben.
Im Lampenfieber steckt positive Energie, die wir nutzen können. Lampenfieber ist also nützlich.
Die Beiträge zur Redeangst
Redeangst Symptome
Redeangst Ursachen
Redeangst Behandlung

LINKS:

16. Aug. 2006 ... Schwellenangst und Lampenfieber. ... Schwellenangst überwinden ... das Wissen, dass Lampenfieber normal ist, reduziert die Schwellenangst.
www.rhetorik.ch/Schwellenangst/Schwellenangst.html

Wer die Redeangst verdrängt. verstärkt den inneren Druck. Dies führt zwangsläufig zu vermehrten Schwierigkeiten, zu Pannen oder Fehlern. Stressenergien ...
www.rhetorik.ch/Redeangst/Redeangst.html

Bewusst Pause einschalten. widerholen.gif, Wiederholen 'Die letzten Gedanken sollte ich noch einmal verdeutlichen'. zusammenfassen.gif, Gesagtes nochmals ...
www.rhetorik.ch/Bruecken/Bruecken.html
Bei einer Prüfung sind alle nervös. Wenn es ernst gilt, wenn es um wichtige Entscheide geht (auch bei Bewerbungsgesprächen und prüfungsähnliche Auftritten) ...
www.rhetorik.ch/Pruefungsangst/Pruefungsangst.html

Jederman erlebt Stress. Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Druck, Spannung oder Veränderung. Eine gewisse Dosis an Stress kann das Leben ...
www.rhetorik.ch/Stress/Stress.html


Freitag, 3. April 2015

Zur Medienqualität

Ich besuchte in der Karwoche das Lilienberg Kolloquium zum neuen Zyklus MEDIENQUALITAET.

Der Zyklus beleuchtet künftig Kriterien, Sichtweisen und mögliche Antworten im Aktionsfeld Medien und Kommunikation.

In der ersten Auslegeordnung in der Medienlandschaft sprach
Bildergebnis für Künzler matthias Chur


 
Prof. Dr. Matthias Künzler
Forschungsleiter IMP – Institut für Multimedia Production
HTW – Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur über

 



 "Medienqualität 

aus der Sicht der Konsumenten". 



Nach den fundierten Ausführungen Künzlers und der anschliessenden vertiefende Diskussion, kehrte ich mit zahlreichen wertvollen neuen Erkenntnissen nach Hause:

Etwas was unbedingt vermehrt beachtet werden müsste:
- Geprüfte und ungeprüfte Informationen müssten deutlicher gekennzeichnet werden.

- Die Vielfalt der möglichen Qualitätsmerkmale machte mir einmal mehr bewusst, dass die Qualität ganzheitlich beurteilt werden muss.

- Alle Ansätze fand ich  als Diskussionsgrundlage hilfreich (Kurt Imhof,  Rainer Stadler,  Sicht der Jugendlichen usw).

- Der Ansatz von Karl Lüönd, der nur wenige Qualitätskriterien  festlegt, ist generell anwendbar. Er überzeugte mich besonders:
> Der redliche Umgang mit der Quelle.
> Die Darstellung kontraverser Meinungen
> Die Verständlichkeitskriterien
> Die Prozessqualität

Da ich  mich auch über die Medienqualiatät im Zusammenhang mit dem Germanwings-Absturz verschiedentlich verlauten liess, interessierte mich die Beurteilung Künzlers zu diesem Medienhype. Er vertrat ebenfalls die Meinung, dass die Medien 
nach dem Absturz  sehr viel gut gemacht haben.

Ich zitiere aus dem Referat von Matthias Künzler folgenden lesenswerten Beitrag
Quelle: ZEIT online:



IMMER AUF SENDUNG


Ein Airbus stürzt ab, 150 Menschen sterben, sofort starten Live-Ticker und Sondersendungen, auch wenn noch nichts bekannt ist.

So wird Wirklichkeit verzerrt. von Alice Bota

Wenn die Nachrichten nicht abreißen dürfen, dann wird selbst das zu einer: dass auf dem Flughafen in Düsseldorf wartende Passagiere einfach so weiter Kaffee trinken, weil sie
noch nichts von dem Absturz mitbekommen haben. Dass Passagiere, die es mitbekommen haben, nun ein mulmiges Gefühl haben, selbst zu fliegen. Dass es ihnen, das hat man nun
wirklich nicht vermutet, leidtue um die Opfer. Dass Ann-Kristin G. (21) aus Ratingen beinahe auch in der Maschine gesessen hätte. Dass die Angehörigen unter Schock stünden.
Dass Seelsorger versuchen, die Situation, die nicht auszuhalten ist, mit den Angehörigen auszuhalten (es folgt ein Video). Dass Schaulustige von der Bergungsstelle ferngehalten
werden sollen, und man ahnt schon, wer diese Schaulustigen wohl sein werden – auch wir Journalisten. Dass eine Nachbarin den Copiloten Andreas L., der mutmaßlich das
Flugzeug hat abstürzen lassen, nicht kannte, aber nun ständig an ihn denke, man sei ja benachbart gewesen. Dass Andreas L. ein netter und höflicher Mensch war.

Alles zu lesen im "Live-Blog zum Unglück", "Flugzeugabsturz im Live-Ticker", "Live-Ticker", "Live-Blog", "Live-Stream"; fast alle Medien ziehen bei außergewöhnlich schrecklichen
oder großen Ereignissen mit, die Boulevard-Presse genauso wie die seriöse, auch die öffentlich-rechtlichen Sender sind dabei.


Die einen versuchen, sich an Meldungen mit Nachrichtenwert zu halten, Offizielles zu vermelden und dem Boulevard zu widerstehen, der jedes noch so absurde Gerücht zur
Nachricht erhebt. Aber bei allen Mühen, sie tappen dennoch in dieselbe Falle: Mit der Einrichtung eines "Live-Tickers" nach jedem bewegenden Ereignis, ganz gleich ob
Terroranschlag oder Flugzeugabsturz, verwischen sie den Unterschied zwischen Bedeutsamem und Nebensächlichem.

Die Nachricht vom Unglück wird überspült von der Flut der darauffolgenden Meldungen. Es gibt keine Hierarchisierung, keine Einordnung, keine Erklärung, im Live-Ticker
erscheint alles gleich wichtig: die Zahl der Opfer und die Nachrichten über den Copiloten Andreas L. ebenso wie Ann-Kristin G., die fast mitgeflogen wäre oder welche Politiker nun welche Kontrollen fordern. Medien folgen so der Logik von Twitter und Facebook.
 

Aber sie sind nicht Twitter, auch nicht Facebook.

Das Berichten in Echtzeit verstümmelt jede Wirklichkeit, wenn gerade nichts passiert. Es wird zum Selbstzweck, denn das, was bekannt ist, wäre in fünf Minuten gesagt.


Innezuhalten, zu sagen: Momentan wissen wir auch nicht mehr – das geht nicht. 


Im Laufe des Dienstagnachmittags wurden keine neuen Erkenntnisse zum Absturz des
Germanwings-Airbus bekannt, aber kein Sender verzichtete auf Sondersendungen, fortlaufende Live-Schalten und Expertengespräche, in denen gemutmaßt wurde, was geschehen
sein könnte. 


Der Satz der Stunde fiel im Brennpunkt, aber nicht nur da: "Momentan verbieten sich ja alle Spekulationen über die Unfallursache, aber was könnte da eigentlich
passiert sein?"

 Vielleicht alles. Vielleicht nichts. Aber damit kriegt man keine 45-Minuten-Sendung voll.
"Simultationsmoderne" nannte der Philosoph Jean Baudrillard diesen Zustand der Gesellschaft, in der authentische und simulierte Ereignisse nicht mehr auseinanderzuhalten
seien. Man muss seine Theorie nicht teilen, um anzuerkennen: Es gilt die Realität, die Medien herbeisenden und herbeischreiben – mitunter mit fataler Wirkung für das tatsächliche
Geschehen.
Warum eigentlich darf der künstlich erzeugte Nachrichtenstrom nicht abreißen? Sind die Medien schuld (das wäre dann doch sehr einfach), oder doch die Zuschauer, die
dranbleiben, sich durchklicken, einschalten? Werden mit Sondersendungen und Live-Tickern Bedürfnisse befriedigt – oder erst geweckt? Was wäre dagegen zu sagen, nur dann auf
Sendung zu gehen, wenn neue, relevante Informationen vorliegen und diese wirklich bestätigt sind? Denn es ist ein Irrtum, zu glauben, dass Aufmerksamkeit die Währung ist, in der sich Mitgefühl ausdrückt.

Ostern wird eingeläutet