Der Chefredaktor hatte die Affäre erstmals öffentlich gemacht.
Neue
Entwicklung in der Nacktselfie-Affäre:
Der Badener Stadtammann und
Grünen-Nationalrat Geri Müller hat die Anzeige ausgeweitet. Er verlangt,
dass nun auch die Rolle von Patrik Müller untersucht wird. Der
Chefredaktor der "Schweiz am Sonntag" war derjenige Journalist, der die
Affäre Mitte August erstmals öffentlich gemacht hatte. Keine weiteren Chefredaktoren betroffen Andreas
Meili, der Anwalt von Geri Müller, bestätigte entsprechende Meldungen
der "SonntagsZeitung" und des "SonntagsBlicks". Der Ausweisungsantrag
betreffe Patrik Müller. Gegen weitere Chefredaktoren seien keine solchen
Anträge erfolgt und auch nicht geplant, sagte er zu anderen
Informationen, die in der Sonntagspresse verbreitet wurden. Die Strafuntersuchung wird von der Staatsanwaltschaft Berner
Jura-Seeland in Biel geführt. Sie betraf zuerst nur die Chatpartnerin
von Geri Müller, wurde dann aber auch auf den PR-Berater Sacha
Wigdorovits und Josef Bollag, den Präsidenten der Israelitischen
Kultusgemeinde Baden, ausgeweitet. Zitate aus Chatverkehr In allen vier Fällen geht es um den
Chatverkehr, der zwischen Geri Müller und der Chatpartnerin ablief. Die
Chatpartnerin wurde angezeigt, weil sie die privaten Gespräche ohne
Wissen von Geri Müller aufgezeichnet hatte. Patrik Müller, Sacha
Wigdorovits und Josef Bollag wird vorgeworfen, dass sie diese Gespräche
verwendet, weitergegeben oder Dritten zugänglich gemacht haben. Patrik Müller hatte in seinem ersten Artikel über die Affäre ein
Tondokument erwähnt, das der "Schweiz am Sonntag" vorliege. Aus diesem
gehe hervor, dass Geri Müller die Frau aufforderte, abzustreiten, dass
sie mit ihm Kontakt hatte. Die Zeitung zitierte auch andere Passagen aus
dem Chatverkehr von Geri Müller und seiner Chatpartnerin. (sda) KOMMENTAR: Geri Müller will nicht Gras wachsen lassen über die leide Chat-Geschichte mit dem Nackselfie. Mit einem Rundumschlag versucht Geri Müller seine unverständlichen Taten auf eine rechtliche Ebene zu verschieben. Selbst dann, wenn er nachweisen könnte, dass Informationen Dritten nicht hätten zugänglich gemacht werden dürfen, so werden diese Klagen die ganze peinliche Geschichte erneut aufwärmen. Tatsache bleibt: Geri Müller hat letztlich die peinlichen Aufnahmen vom Amtshaus aus der Partnerin übers Netz (also nicht vertraulich) selbst zukommen lassen. Die Ausweitung der Affaire könnte auch deshalb zum Bumerang werden, weil er auch seiner Partnerin Trümpfe in die Hand gespielt hatte, die auch ihm in einem weiteren Verfahren erneut schaden könnten. Die Reputation Müllers ist so oder so beim Publikum im Eimer. Er war nicht bereit gewesen, in einer Konsutativabstimmung zu klären, ob ihm die Bevölkerung nach seinem Faux pas tatsächlich noch vertraut. Erinnern wir uns: Geri Müller erklärte damals öffentlich, er trete zurück, falls er das Vertrauen der Bevölkerung nicht mehr habe. Obschon dies laut allen Kommentaren der Fall war, trat Geri Müller nicht zurück und er war nie bereit, sich einer verbindlichen Vertrauensfrage zu stellen. Nach meinem Dafürhalten bringt ihm die Ausweitung der Affaire Müller keine Rehabilitation. Im Gegenteil: Die leide Geschichte wird erneut aufgewärmt und wird - wie vermutet - zur Endlosgeschichte.
Offensichtlich löste Gesprächsgast Andreas Thiel bei Schawinski einen Adrenalinschub aus. Vermutlich nervte es Schawinski, dass Thiel die Angriffe ruhig auf sich einprasseln liess und im Ton nie laut wurde. Obschon der Moderator alle Register zog, hatten die Zuschauer das Gefühl, dass der Beschossene auch die härtesten persönlichen Angriffe an sich abperlen liess. Aus kommunikativer Sicht war diese Sendung sicherlich kein Gespräch. Die Exekution wirkte eher wie eine Abrechnung. Bei Gesprächen müsste Zuhören, "Auf einander eingehen" und den Partner ernst genommen werden. Wer jedoch das Sendegefäss Schawinski kennt, weiss, dass dieses Konzept nicht auf Konsens ausgelegt ist. Die Empörung über die Koranschelte brachte Schawi so in Rage, wie ich ihn selten erlebt habe. Vor allem die erste Provokation mit dem "Papierjude" am Anfang. Dies emotionalisierte Schawi. Er holte zwar alle Pfeile aus dem Köcherund zog sämtliche Register, um sein ungeliebtes Opfer an die Wand zu nageln. Bei seinen Recherchen wurde er sogar fündig, wo Thiel analoge Gags für verschiedene Persönlichkeiten analog formuliert hatte. Trotz des verbalen Trommelfeuers gegen Thiel lag der Geschlagene nicht K.O. am Boden. Es gab letzlich keinen Sieger. Nach meinem Dafürhalten nur zwei Verlierer. Ich vermutete, dass es Zuschauer gegeben hat, die ebenfalls mit Thiels Provokationsthesen nichts am Hut hatten, bei denen sich dann aber - durch die unablässigen Peitschenhiebe Schawinskis - plötzlich ein Mitleideffekt für den Angegriffenen einstellte. Folgende Kommentare von Zuschauern zeigen, dass sich bei ihnen nach dieser einmaligen Vorführung eines missliebigen "Gastes" auch ein Bumerangeffekt festgestellt werden kann - gegen den Angreifer.
Peter Kunz, Felsberg
Dienstag, 16.12.2014, 11:25
Da haben wir einmal den wahren Schawinzki kennen gelernt. Wenn er
selbst in die Enge getrieben wird, dann kann er nur noch mit
Beleidigungen der übelsten Art reagieren. Aber das ist ja normal bei
Leuten die sich selbst überschätzen.
Fridolin Glarner-Walker, Genf
Dienstag, 16.12.2014, 12:11
Wie immer versuchte Schawinski diesen Satiriker und bunten Vogel
mit willkürlichen Einspielern fertig zu machen. Da ihm dies nicht
gelungen ist, denn A.Thiel hatte sich wesentlich besser im Griff als
Schawinski, verlor diesr sichtlich die Beherrschung und wurde unflätig.
Es erstaunt mich immer wieder, dass es Leute gibt die in seine Sendung
kommen, um sich öffentlich und freiwillig anpöbeln zu lassen.
Ausser infamen Unterstellungen und Beleidigungen hatte der
hyperventilierende Roger Schawinsky dem jederzeit souveränen Herrn Thiel
nichts entgegenzusetzen. Auch bei Leuten wie Roger Köppel stösst Herr
Schawinsky sehr rasch an seine Grenzen. Er sollte einfach aufhören.
NACHTRAG (BLICK-online) Ich zitiere:
Auch dieses Echo verdeutlicht, dass das Hassduell beim Publikum schlecht ankam.
Andreas Thiel bei Roger Schawinski in seinem SRF-Talk.Screenshot SRF
Das Hass-Duell bei «Schawinski»
Gestern Abend sassen sich bei «Schawinski» zwei gegenüber, die das
Heu so gar nicht auf der gleichen Ebene haben: Roger Schawinski und
Andreas Thiel. Der Talk artete zum Hass-Duell aus.
Bereits der Einstieg war harzig: SRF-Talker Roger
Schawinski (69) lud gestern Abend Islam-Kritiker und Satiriker Andreas
Thiel (43) in seine Sendung ein. Die erste Frage, der Klassiker «Wer
bist du?», will Thiel nicht beantworten. Er konterte: «Ich bin Andreas,
und wer bist du?». Schawinski bereits angesäuert: «Ich stelle hier die
Fragen.» Während sich Schawinskis Gemüt bereits in den
ersten Minuten erhitzte, blieb Thiel ruhig. Antwortete auf Schawinskis
Irokesen-Angriff: «Wenn ich mit deiner Frisur umherlaufen würde, wäre
ich depressiv. Ich finde es eine Provokation, mit so einer langweiligen
Frisur umherzulaufen.» Auf Twitter gab es viele
Reaktionen während und nach der Sendung. Thomas R. schreibt: «Ich bin
auch kein Fan von Thiel, aber Schawinski war diesmal würdelos und unter
seinen Fähigkeiten. Pure Gehässigkeit, von A bis Z. Arm.»
Das Problem der Sendung gestern?
Schawinski liess sich von seiner Apathie gegen Thiel leiten, liess ihn
kaum ausreden und verspielte sich so die Sympathien der Zuschauer. Beispiel?
Nach einem Einspieler zum Thema Abstimmungen lästert Schawinski: «Ein
bisschen pubertär. Wie vieles an dir pubertär ist.» Und fiel seinem Gast
wieder ins Wort. Das fiel auch der Twitter-Community auf – Thomas Merz
schreibt: «Vielleicht müsste man Schawinski mal sagen: Wenn ein
Journalist den Gast nicht ausreden lässt, geht Zuschauersympathie
automatisch zum Gast.»
Und je länger der Talk dauerte, desto schriller wurde Schawinskis Stimme – und desto ruhiger Thiel. Journalistin Joëlle Weilschlussfolgerte: «Schawinski mit Andreas Thiel war ein pubertärer Ausbruch zweier Narzissten.»
Und irgendwie wurde das Gespräch für den Zuschauer zum Fremdschämen. Kristijan Horvat findet:«Für einen weinenden Schawinski, der anstatt Argumente gegen Andreas Thiel nur Beleidigungen vorzuweisen hat, möchte ich keine Billag zahlen.»
Auch Walter Hess schlägt in die
gleiche Bresche: «Wie der alttestamentarische strafende Gott beleidigt
der Talker den Satiriker, lässt ihn kaum zu Worte kommen.»
Dazu gehörten wohl auch
General-Angriffe wie: «Geschichtlich bin ich besser qualifiziert als du.
Ich habe deinen Background angeschaut: Du bist ein Kabarettist, der hie
und da ein paar gute Sprüche macht. Aber geschichtliches Wissen hast du
einfach nicht.» Zahid Butt schlägt sich auf Twitter auf Schawinskis Seite: «Macht die Augen auf! Schawinski kriegt Prügel nur, weil er Thiel seiner tiefen Islamophobie & dem Rassismus überführt hat!»
Der Grund ist folgendes Thiel-Zitat,
welches Schawinski in der «Berner Zeitung» ausgegraben hat: «Muslime
sind, böse gesagt, irgendwo im Übergang zwischen Neandertaler und Homo
sapiens stecken geblieben.» Schawinski schimpft: «Du bist ein Rassist,
und zwar ein ganz übler.» Immerhin können sich die beiden
Streithähne in einem Punkt einigen: Dass Islam-Kritik schnell mit
Islamophobie gleichstellt wird. Trotzdem schlussfolgert Erich von Allmen: «Ich glaube, ab heute wird bei @SRF über ein neues Format für #Schawinski nachgedacht. Respektive der Roger muss sich wohl neu erfinden...»
NACHTRAG:
Roger Schawinski entschuldigt sich bei den Zuschauern.
(20 Min)
Schawinski nimmt Stellung
17. Dezember 2014
«Ich hätte die Sendung abbrechen müssen»
Am Montag war der Kabarettist Andreas Thiel zu Gast bei Talker Roger
Schawinski. Das Gespräch lief komplett aus dem Ruder. Jetzt nimmt
Schawinski zum Eklat Stellung.
In der Talkshow «Schawinski» von letztem Montag war der
Berner Kabarettist Andreas Thiel zu Gast. Zu reden gaben die
provokativen Äusserungen zum Islam, die Thiel in einem Artikel in der
«Weltwoche» gemacht hatte. Doch das Gespräch drehte sich kaum um die
Sache und wurde schnell persönlich und verletzend.
Jetzt
nimmt Roger Schawinski bei 20 Minuten exklusiv Stellung zum Eklat in
seiner Sendung. «Leider hat mein Gast, der Komiker Andreas Thiel, den
Charakter einer Interviewsendung von der ersten Minute an gezielt
torpediert. Er weigerte sich beharrlich, konkrete Fragen zu beantworten
und stellte umgekehrt laufend selbst sehr persönliche und verletzende
Fragen an mich. Zudem brachte er laufend neue, völlig themenfremde
Elemente ein, um einen echten Gesprächsfluss zu verhindern.» «Tausende Interviews – so etwas noch nie erlebt» Die
Sendung rief komplett aus dem Ruder. Die beiden Kontrahenten zeigten
sich sichtlich genervt. «Mit dieser Strategie erreichte er sein einziges
Ziel, nämlich ein kontroverses Gespräch zu verunmöglichen, in dem man
die von ihm publizierten extremen Thesen über den Koran in sachlicher
Weise hätte diskutieren können», so Schawinski. «Ich
habe eine solche Extremsituation noch nie erlebt und zu emotional
reagiert. Die Sendung war unter diesen Umständen schlicht nicht zu
retten. Ich hätte sie sinnvollerweise bereits nach fünf Minuten
abbrechen müssen und nicht ausstrahlen dürfen.Ich bedauere zutiefst,
dass ich dies nicht getan habe und entschuldige mich dafür bei den
Zuschauern.»
(lme)
KOMMENTAR:
Diese Sendung macht unsbewusst, dass auch ein Moderator irritiert werden kann und emotional überreagiert, wenn der Partner sein Spiel nicht mitspielt. Hinsichtlich Fragen vertrete ich die Meinung, dass in einem Streitgespräch jeder das Recht hat, Fragen zu stellen und wenn einer unterbricht, das Gegenüber auch berechtigst ist, den Faden des Unterbrechers zu unterbrechen.
Diese Sendung ist aus meiner Sicht einmalig und und lehrreich. Es wird in die Mediengeschichte eingehen.
Journalisten und Befragte können aus diesem Duell - das aus dem Ruder - lief etwas lernen.
«Ich bedauere den Verlauf der ‹Schawinski›-Sendung»
Nachdem Roger Schawinski in seiner Sendung mit Andreas Thiel die
Fassung verlor, fordern einige seinen Rücktritt. SRF-Chefredaktor
Tristan Brenn hält am Talker fest.
Wieso lief die Talksendung mit Roger Schawinski und Andreas Thiel derart aus dem Ruder?
«Ich habe eine solche Extremsituation noch nie erlebt», so Roger Schawinski heute gegenüber 20minuten.ch: «Ich hätte die Sendung bereits nach fünf Minuten abbrechen müssen.»
Was
war passiert? Satiriker Andreas Thiel war in der Talksendung
«Schawinski» zu Gast. Es ging um die Streitschrift, die Thiel in der
«Weltwoche» vor drei Wochen veröffentlicht hatte. Auf fünf Seiten setzte
er sich da mit dem Koran auseinander und kam zum Schluss, dass dieser
der «Kern des Übels» sei.
Darüber wollte Schawinski mit
Thiel sprechen. Doch das Gespräch lief schon bei der Eröffnungsfrage aus
dem Ruder. «Wer bist du?», wollte Schawinski wie immer in seiner
Sendung zuerst wissen. Thiel: «Wer fragt das? Ein Papierli-Jude oder ein
Agnostiker-Jude? Oder ein gläubiger Jude?» So ging es weiter, schon
bald warf man sich immer wieder Beleidigungen an den Kopf. Schawinski:
«Du hast eine pubertäre Frisur.» Thiel: «Mit deiner Frisur wäre ich
depressiv.» Schawinski: «Du bist ein aufgeblasener Typ, der Stuss von
sich gibt!» Thiel: «Du bist ein Boulevardjournalist!»
Dazwischen
gipfelte das Gespräch in einer Art religiösem Penisvergleich; die
beiden stritten sich, wer mehr Ahnung von den verschiedenen
Weltreligionen hat. So weit, so unterhaltend. Doch was lief genau
schief? Wie einst bei Wermuth
Zwar
hat Schawinski recht, wenn er nun sagt, dass Thiel das Gespräch «gezielt
torpediert» habe. Unrecht hat er aber mit der Aussage, dass er das
Gespräch hätte abbrechen müssen. Denn nicht Thiels Provokationen, die
sich vor allem gegen Schawinskis Art der Gesprächsführung und das
Sendungskonzept richteten, waren das Problem, sondern Schawinskis
emotionale Reaktionen darauf. Es entstand so eine umgekehrte
Gesprächssituation: Hier der gestresste Moderator, dort der coole Gast.
Man
wähnte sich an zwei Interviews mit Cédric Wermuth erinnert, die vor
vier Jahren Schlagzeilen machten. Schawinski hatte auf seinem Sender
Radio 1 Wermuths Aussagen als «Stuss», «Märchen», «Blödsinn» oder
«Blabla» bezeichnet. Auch Roger Köppel wurde damals von Wermuth bei
einem gemeinsamen Interview auf TeleZüri zur Weissglut getrieben und
verlor beinahe die Fassung.
«Köppel und Schawinski sind
sehr aggressive Diskussionspartner», sagte Wermuth damals, als man ihn
auf die Eklats ansprach. «Vielleicht habe ich sie in Rage gebracht, weil
ich mich getraue, ihren Status infrage zu stellen.» Just dies passierte
wohl auch am Montag zwischen Thiel und Schawinski. Denn Schawinskis
Stärke, die Direktheit, ist auch seine grosse Schwäche: Er kann Kritik –
vor allem an seiner Person – schlecht unbeantwortet lassen. Umgehend
bläst er zum Gegenangriff. Thiel wusste ganz genau um die Achillessehne
Schawinskis und attackierte sie – ironischerweise mit buddhistischen
Weisheiten:
Thiel: «Du bist emotional. Im Buddhismus ist das die Definition von Humorlosigkeit.»
Schawinski: «Im Buddhismus gibt es auch Liebe. Aber was du machst, ist Hass. Du bist ein Hassprediger.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
WATSON titelt:
Thiel kontert Schawinski
«Ich hatte einen Pitbull-Terrier vor mir, der wild um sich schnappte»
Wolff behauptet in seiner Stellungnahme zu den Gewaltorgien in Zürich mit über einer Million Sachschaden:
"Das waren keine linken Chaoten".
Wer den schwarzen Block und seine linke Ideologie kennt: "Macht aus dem Staat Gurkensalat" ist naiv, wenn er die Aufforderung zur Gewalt gegen den Kapitalismus ausblendet. Wer die eindeutige Botschaft der linken Chaoten nicht zur Kenntnis nehmen will, ist blind oder macht eine Selbstschutzbehauptung, wie der Polizeichef, der zu lange geschwiegen hatte. Es gibt Rechts- Extreme aber es gibt auch Links-Extreme. Folgender Text aus der revolutionären Gewaltszene in Zürich spricht für sich: In einer Flugschrift des Revolutionären Aufbaus heisst
es unmissverständlich: «In einer Epoche, in der fast alle
revolutionären Traditionen zerrissen sind und eine politisch
fundamentale Veränderung kaum vorstellbar ist, ist der Kampf um/auf der
Strasse mit seiner Unmittelbarkeit ausserordentlich wichtig ... Der
Bruch mit dem Staat muss sich auch im Bereich der Demonstrationen aktiv
verwirklichen.» Es ist die Legitimierung von Gewalt gegen den Staat und
seine Repräsentanten aber auch die Wirtschaft. Das heisst in der Praxis:
Wenn eine Polizistin beim Einsatz verbrennt, ist sie besser gestorben,
als wenn sie zum Beispiel bei irgend einem Unfall ums Leben gekommen
wäre. (Diese Philosophie hat sich seit 2010 nicht geändert)
Letzte "Wetten, dass..?"-Sendung
Lanz' peinliches Interview mit Samuel Koch
(Quelle Stern)
Der Auftritt von Samuel Koch sollte der emotionale Höhepunkt der
letzten "Wetten, dass...?"- Ausgabe werden. Doch statt eines
respektvollen Gesprächs wurde das Interview zu einem Debakel.
Der Tiefpunkt von "Wetten, dass..?": Lanz' Interview mit Samuel Koch.
Mit
dem tragischen Unfall von Samuel Koch begann für "Wetten, dass..?" vor
vier Jahren der Anfang vom Ende. Ganz Deutschland erinnert sich bis
heute an den Moment, an dem die größte Samstagabendshow Deutschlands
seine Unschuld verlor. Deshalb sollte der Besuch von Samuel Koch der
emotionale Höhepunkt der letzten "Wetten, dass..?"-Ausgabe
werden. Die Betonung liegt auf sollte. Denn Lanz' Interview mit Koch
war ein Desaster, in vielerlei Hinsicht. Das Gespräch zum Nachlesen (hier können Sie es sich auch in der ZDF Mediathek anschauen):
Til Schweiger schiebt den im Rollstuhl sitzenden Samuel Koch in das "Wetten, dass..?"-Studio.
Markus Lanz:"Komm einmal nach vorne Samuel, damit wir dich sehen können."Schon das ist eine ungeschickte Aufforderung für einen Rollstuhlfahrer.
Lanz legt Koch die Hand auf die Schulter.
Markus Lanz: "Samuel, erst einmal schön, dass du da bist!"
Lanz umarmt Koch umständlich.
Markus Lanz fügt erklärend hinzu: "Wir umarmen uns immer, wenn wir uns sehen. Freue mich sehr, dass du da bist."
Das Publikum feiert Samuel Koch mit Standing Ovations.
Lanz kommentiert in seiner unnachahmlichen Art das Offensichtliche:
"Menschen stehen auf!"
Auch
die Prominenten sind aufgestanden. Samuel Koch ist sichtlich gerührt,
die Rückkehr an den Ort des Unfalls scheint ihm nicht leicht zu fallen.
Währenddessen tätschelt Lanz schon wieder an Kochs Schulter herum. Dann
wird es beinahe totenstill im Studio.
Markus Lanz:
"Vielen Dank. Samuel, deine Rückkehr zu 'Wetten,dass..?'! Und ich habe
mich gefragt, auch deshalb weil ich viel von dir gelesen habe, weil wir
uns mehrfach begegnet sind, weil wir ab und zu auch mal privat
miteinander plaudern..."
Jetzt drückt Lanz mächtig auf die Tränendrüse.
Markus Lanz:
"... weil ich auch ein bisschen weiß, was du durchlitten hast, was du
erlebt hast. Welche unglaublichen Ängste du ausgestanden hast, als es
auf Messers Schneide war. Wie du gequält versucht hast, irgendwie wieder
ins Leben zurückzufinden. Wie geht's dir wieder zurück in dieser
Halle?"
Samuel Koch: "Hui. Also erst einmal: Guten Abend. Wie geht's mir nach diesem lauten Geräusch?" Samuel Koch meint den lauten, ausdauernden Applaus des Publikums.
"Vielen Dank dafür. Nach dieser netten Geste. Sehr schön, aber auch
irgendwie ein bisschen komisch, muss ich ehrlich sagen. Ja."
Markus Lanz: "Hast du lange überlegt, als die Anfrage kam, wir dich gebeten haben, in diese letzte Sendung zu kommen?"
Samuel Koch erklärt in ruhigem Tonfall:
"Ja, das hab ich durchaus. Hin- und herüberlegt. Abgewägt. Ich dachte
auch, gerade die ganzen Leute, die hinter den Kameras und den Kulissen
arbeiten, da hatte ich nie die Gelegenheit, mich vernünftig, anständig
zu verabschieden. Als ich das letzte Mal bei 'Wetten dass..?' war, bin
ich irgendwie frühzeitig gegangen, da hatte ich einen steifen Hals an
dem Abend.
Es war witzig gemeint, doch Lanz
scheint sich unsicher zu sein, ob er darüber lachen darf. Stattdessen
fasst er ihn erneut an die Schulter.
Samuel Koch: "Und jetzt wollte ich noch einmal vernünftig Abschied nehmen."
Applaus brandet auf, Lanz hakt ein: "Das können wir heute tun, Samuel. Und du hast offensichtlich nicht nur deinen Humor verloren."
Auch hier versemmelt es Lanz mit seinem peinlichen Versprecher. Koch schaut Lanz fragend an.
Markus Lanz:
"Trotzdem würde ich dich gerne fragen, bevor wir gleich zu dem kommen,
was du jetzt machst, wie geht es dir heute? Wie geht es dir
gesundheitlich? Wozu bist du in der Lage? Lass uns teilhaben an deinem
Leben.“
Samuel Koch: "Aha. Das hast Du mich schon mal gefragt, wie's mir geht. Eigentlich ganz okay. Und selber?"
Treffer,
versenkt. Koch erkennt das Lanz'sche Stilmittel, dieselben Fragen immer
wieder zu stellen, und liefert eine schlagfertige Antwort, die für
Lacher im Publikum sorgt.
Lanz, leicht beschämt: "Auch gut. Auch gut."
Markus Lanz wechselt schnell das Thema:"Will dich gar nicht länger quälen..."
Samuel Koch:"Doch"
Markus Lanz: "…aber wir gehen jetzt mal rein in den Grund deines Besuches. Ihr habt einen gemeinsamen Film gemacht."Er meint damit Samuel Koch und Til Schweiger, der die ganze Zeit still neben Koch sitzt.
Samuel Koch: "Den Film hat Til gemacht, ja. Ich war auch dabei kurz."
Markus Lanz: "Ja, du warst auch dabei. Und hast dich dort als Schauspieler betätigt."
Nach
dem Einspieler des neuen Schweiger-Films "Honig im Kopf", in dem Samuel
Koch eine Nebenrolle spielt, geht es nicht weniger unverkrampft weiter. So fragt Lanz Samuel Koch tatsächlich mit Bezug auf seinen Unfall:"Hast du etwas Sinnhaftes daraus gezogen?".
In
diesem Moment müssen dem ZDF-Intendanten die Schweißperlen auf der
Stirn gestanden haben. Wie kann man einem Mann, der für den Rest seines
Lebens nach einem schweren Unfall querschnittsgelähmt sein wird, eine
solche Frage stellen?
Koch antwortet trotzdem souverän:"Ich wage nicht zu behaupten, dass das Sinn hatte. Ich versuche dem Ganzen den Unsinn zu nehmen."
KOMMENTAR: Ein solches Interview kann ein Moderator nur gut führen, wenn es eine Ahnung hat von Wertschätzung, Empathie, Zuhören, Anteilnahme und unter Moderation versteht, das Gegenüber reden zu lassen. Wenn ein Medienprofi nicht gelernt hat, auf Frageketten zu verzichten, fehlt ihm zudem ein wichtiger Baustein der Medienrhetorik. Lanz hätte sich auf dieses wichtige, heikle Gespräch vorbereiten müssen. Markus Lanz hat mich enttäuscht.
Ich gehe mit den Kritikern einig: Das Interview mit Samuel Koch war äusserst peinlich. Erstaunlich, wie Samuel Koch hingegen gut zuhört und den Selbstdarsteller postwendend korrigiert und die peinlichen Fragen geschickt kontert und damit entlarvt.
Geschmackloser gehts nimmer! die Echos der Twitter Nutzer sprechen für sich: "Etwas Sinnhaftes? Ist Lanz irgendwie Psychopath oder hat
er einfach keine Empathie?" Eine Nutzerin bezeichnet Lanz gar als
"taktlosen Vollidioten".
Das gesamte Gespräch mit
Samuel Koch dauerte nicht einmal zehn Minuten - (davon ca. zwei MinutenApplaus). Lanz schafft es mit Leichtigkeit, sich
wie ein Elephant im Porzellanladen aufzuführen, während dem sich Deutschland vor dem Bildschirm fremdschämte. Nach diesem peinlichen Interview fällt der
Abschied von "Wetten, dass...?" nicht mehr schwer.
NACHTRAG aus NEWS-AT (die Kritik ist ebenfalls vernichtend:
"Du hast nicht nur deinen Humor verloren"
Markus Lanz weiß offenbar nicht, wie er mit Samuel Kochs Aussage
umgehen soll. "Du hast offensichtlich nicht nur deinen Humor verloren",
erklärt der Moderator. Einen peinlicheren, unpassenderen Versprecher
hätte er sich wohl kaum leisten können.
Samuel Koch schaut Lanz danach ratlos an, lässt aber weiterhin dessen
Fragen über sich ergehen. Als Lanz zum wiederholten Male wissen möchte,
wie es ihm geht, schlägt er jedoch zurück. "Das hast du mich schon mal
gefragt, wie's mir geht. Eigentlich ganz okay. Und selber?".
Somm der die BAZ in die schwarzen Zahlen gebracht hat, geht nicht zur NZZ
Somm bestätigt Angebot der NZZ
– sagt aber ab
(TAGI-EILMELDUNG)
Der
Chefredaktor der «Basler Zeitung», Markus Somm, hat zu den Gerüchten um
einen möglichen Wechsel zur «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) Stellung
bezogen.
Markus Somm.
Markus Somm bestätigt in einer Mitteilung, dass er für den Posten des
NZZ-Chefredaktors angefragt worden sei – sich aber dagegen entschieden
habe. Somm will demnach seine Tätigkeit als Chefredaktor und Verleger der «Basler Zeitung» weiterführen. Nach
der Absetzung von NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann, hatte die
Personalie Somm für Aufregung gesorgt, auch über die Medienbranche
hinaus. (mw/sda)
KOMMENTAR: Seit Markus Somm als Nachfolger für den angesetzten Markus Spillmann gehandelt wurde, lagen die Nerven bei der NZZ blank. Viele Mitarbeiter fürchteten, das ehemalige Sprachrohr der FDP nähere sich der SVP an.
Nun ist das erste Gerücht um die Nachfolge geklärt. Es geht bei der Besetzung der Chefredaktion vor allem um die politische Ausrichtung der "Alten Tante". Deshalb warten alle gespannt auf den Namen des Nachfolgers.
Das jüngste Urteil der Beschwerdeinstanz zeigt, dass diese Instanz nicht auf einem Auge blind ist:
Sachgerechtigkeitsgebot
(Aus 20 Min)
SVP-Beschwerde gegen SRF gutgeheissen
Irreführung der Zuhörer: Ein Bericht auf dem Radiosender SRF 1 hat
fälschlicherweise den Wegzug eines Konzerns mit der
SVP-Zuwanderungsinitiative in Verbindung gebracht.
Auch der Ombudsmann der SRG betrachtet den Beitrag als «unsachlich».
Das Schweizer Radio SRF hat mit einem Beitrag über den
Wegzug des Erdölkonzerns Weatherford aus der Schweiz das
Sachgerechtigkeitsgebot verletzt. Zu diesem Schluss kommt die
Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) in einem
Entscheid vom Freitag. Bildstrecken«SRF 3 ist Mainstream mit Ecken und Kanten»Der Beitrag war am 4. April dieses Jahres in der Sendung
«HeuteMorgen» auf Radio SRF 1 ausgestrahlt worden. Darin wurde der
Wegzug des Konzerns mehrmals mit der Annahme der
SVP-Zuwanderungsinitiative rund zwei Monate zuvor in Verbindung
gebracht. Kein Beweis für Sitzverlegung wegen Initiative Damit
seien die Zuhörerinnen und Zuhörer irregeführt worden, teilte die UBI
am Freitag mit. Sie hiess eine Beschwerde der SVP deutlich mit acht
Stimmen zu einer Stimme gut. Es finde sich kein Beleg dafür, dass das Ja
vom 9. Februar tatsächlich eine wesentliche Rolle für die Sitzverlegung
von Weatherford von Zug nach Irland gespielt habe. Vor
der UBI hatte bereits der Ombudsmann der SRG den Beitrag als
«unsachlich» kritisiert. Die SRG muss die UBI nun innerhalb von 30 Tagen
darüber informieren, welche Massnahmen zur Behebung des Mangels
getroffen wurden und wie ähnliche Verletzungen in Zukunft vermieden
werden sollen.
KOMMENTAR: Die Ombudstelle veranschaulicht mit diesem Urteil, dass sachgerechtes Informieren keine Hohlformel sein darf.
Früher guckten 20 Millionen ins "Lagerfeuer" der Unterhaltung - heute gibt es ein neues Fernsehverhalten Kinder durften früher länger aufbleiben und am Montag war "Wetten, dass.."das Tagesgespräch. Letztes Jahr konnte "Wetten, dass...?" nur noch 5 Millionen vor den Bildschirm locken. Das Fernsehverhalten hat sich gewaltig verändert. Jeder kann Sendungen zeitversetzt anschauen. Die Glotze ist nicht mehr das Lagerfeuer der Familie. Es gibt übrigens kaum noch echt Familien, die am Samstag gemeinsam den Abend verbringen. Auch die Formate Unterhaltung haben sich im Laufe der 33 Jahre "Wetten, dass..?" enorm verändert. Es musste der Stecker gezogen werden. Weshalb "Wetten, dass...?" Hörer vergraulte, verschuldete sicherlich auchdas hohle Geplapper gewisser Promis. In der letzten Sendung war es Witt, die es nötig hätte, sich ständig ins Zentrum zu rücken. Dieses penetrante "Sich - Aufdrängen und Dreinreden" nervte. Ich zitiere Tagi online, der diese Qusselrhetorik wie folgt kommentierte: Umso tragischer war das Gefasel über die alten Zeiten. Als man sich an
Michael Jackson erinnerte, sagte Katharina Witt: «Er war ein riesiger
Musiker.» Dafür gab es Applaus aus dem Publikum. Witt weiter: «Er hat an
einer Plastikblume gerochen. Er war wahrscheinlich sehr einsam.» Darauf
Moderator Markus Lanz: «Ein armer Mensch, eigentlich.»
Peter Kunz, Felsberg
Dienstag, 16.12.2014, 11:25