Samstag, 14. Juni 2014

SWCH Thomas Schlatter tritt als Zentralpräsident zurück

Faro Burtscher und ich haben  bei den Schweizerischen Lehrerweiterbildungskurse  jahrelang mitgewirkt und durften jeweils im Sommer für  die SWCH jeweils in einer anderen grösseren Schweizerstadt ein mehrtägiges Intensivseminar durchführen “Ueberzeugen in schwierigen Situationen- aber wie?”.

 
 Während der ganzen Amtszeit des Zentralpräsidenten Thomas Schlatter  coachten wir zahlreiche  Lehrkräfte  und Schulleiter.  Wir förderten jeweils in den Sommerferien ihre kommunikative Kompetenz. Es waren jeweils spannende, herausfordernde – aber auch sehr schöne - Wochen. 

Ich durfte auch für den Verlag eines meiner ersten Bücher schreiben, das ich über Jahre gleichsam als internes Lehrmittel verwenden konnte:
  


Thomas Schlatter tritt nun dieses Jahr als Präsident zurück. Auch wir verabschieden uns von  ihm mit einer visuellen Erinnerung, die  ihm dann später im Juli anlässlich der offiziellen Verabschiedung überreicht wird. Wir  danken   Thomas schon heute für die jahrelange harmonische Zusammenarbeit und wünschen ihm  weiterhin viel Erfolg.

Faro und Marcus

 

Nach dem Hitzetag taucht plötzlich eine Regenwand auf

(Der Schnappschuss eines Lesers)

1|101Am Genfersee zog eine dichte Regenwand auf. Bild: Leser-Reporter

Mit permanenter transparenten Information hätten Gerüchte vermieden werden können

Dies  ist die Folge des Nicht- Informierens

Gerüchte um Reha und bleibende Schäden

 

 Konnte Schumi die Intensiv-Station verlassen?

GRENOBLE - Fast ein halbes Jahr schon liegt Michael Schumacher im Koma. Jetzt konnte er laut «Bunte» die Intensivstation des Spitals in Grenoble verlassen.

Skifahren war Michael Schumachers Leidenschaft play Seit seinem Skiunfall am 29. Dezember 2013 im Koma: Michael Schumacher. (Keystone)
Zu Formel-1-Legende Michael Schumacher gibt es angeblich positive Nachrichten. Jetzt heisst es: Schumi sei endlich ausser Lebensgefahr und konnte aus der Intensivstation des Spitals Grenoble verlegt werden (Quelle Zeitschrift «Bunte»). Das Regenbogenblatt beruft sich dabei auf Aussagen von Spitalpersonal. Demnach soll Schumacher jetzt auf eine Art Reha-Abteilung des Spitals verlegt worden sein. Nun folgen weitere VERMUTUNGEN:
«Eine solche Verlegung bedeutet, dass der Patient weniger Therapie-Intensität benötigt», sagt Neurologie-Professor Peter Vajkoczy zur «Bunten». Aber heisst das, dass Schumacher auf dem Weg der Besserung ist? Das kann das Spitalpersonal auch jetzt nicht bestätigen. Man glaubt dort gemäss «Bunte» nicht an eine «vollständige Genesung».
Ich zitiere BLICK:

Zweifel an «vollständiger Genesung»

Wirklich Hoffnung kann auch Professor Vajkoczy nicht machen. Schumachers lange Zeit im Koma deutet darauf hin, «dass das Gehirn schwerer beschädigt sein kann, als zunächst angenommen», sagte er zu «Bunte». «Sind die ersten fünf Monate verstrichen und keine signifikanten Verbesserungen aufgetreten, schwindet die Hoffnung langsam, dass sich der Patient wieder komplett erholen kann.»
Mit anderen Worten, das Bangen geht weiter. (snx)
Ehemaliger F1-Arzt: «Sollte Schumi blinzeln, wäre das grandios»

KOMMENTAR:  Seit dem Unfall haben wir das Informationsmanagement des Spitals Grenoble analysiert und sehen es nun bestätigt: Hätten die Aerze das Konzept des Universitätsspitals Innsbruck übernommen - das beim Unfall Albrechts vorbildlich war - hätte die Gerüchteküche im Fall Schumacher nicht so gebrodelt.

LINKS: 

30. Dez. 2013 ... Am Sonntag hiess es zuerst nur, der weltbekannte Ex-Autorennfahrer Michael Schuhmacher und siebenfacher Weltmeister sei beim Skifahren ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/12_30/

 

18. März 2009 ... Denn dieses Spital hatte auch eine Paparazzi Attacke erlebt. Damals, als die Aerzte den slowakischen Präsidenten behandelt hatten, sind ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_18/index.html


22. Jan. 2009 ... Auch Ärzte müssen für derartige überraschende Auftritte trainiert werden. Die Voten von drei Ärzten der Universitäts-Klinik für Allgemeine und ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/01_22/
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
76. 03 März 2014. Michael Schumachers Unfall und die Medien. Michael Schumachers Schicksal bewegt die Welt. Seit über zwei Monaten liegt der siebenfache ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/14/03_07/03_14.pdf

Freitag, 13. Juni 2014

Unser Gehirn kann lernen bis 20 Minuten vor dem Tod

Lutz Jäncke der Universität Zürich widerspricht der alten These, dass sich die Denkfähigkeit des Menschen ab 50 Jahren laufend abbaut.

Prof. Dr. Lutz Jäncke: "Ihr Hirn kann mehr als Sie ... - YouTube

www.youtube.com/watch?v=oVr_Pbo88Ow
17.12.2012 - Hochgeladen von BrainDateAG
Gastreferent am Afterwork-Event "Ihr Hirn kann mehr als Sie denken" am 29. Oktober 2012 im ...

Wichtig ist dass wir auch im Alter anspruchsvolle Denkprozesse pflegen.
Unser Hirn ist wie ein Muskel – wenn wir es trainieren, wächst es, aber nicht in der Masse, sondern in den inneren Strukturen. Übung verstärkt die Verknüpfungen der einzelnen Nervenzellen, macht unser Hirn flexibler und uns damit kreativer.
Wie jeder andere Muskel bildet sich die Hirnfähigkeit nur zurück, wenn wir aufhören sie zu trainieren!


Wie könne wir unser Gehirn trainieren?

Durch Wiederholen bestimmter sinnvoller Tätigkeiten.

Dies führt dazu dass die Verknüpfungen der zuständigen Hirnzellen dichter werden und auf Nachbarzellen übergreifen.  Bei diesen Übergriffen gehen keine anderen Funktionen verloren.
Ein Beispiel: Bei Chirurgen wächst der Hirnbereich fürs Fingerspitzengefühl, wenn sie eine bestimmte Operation immer und immer wieder durchführen. Übung macht  tatsächlich den Meister. Andere Fähigkeiten  werden nicht gelöscht, der Chirurg verliert also z. B. nicht plötzlich die erlernte Fähigkeit zu schwimmen.
Hört ein Musiker auf, Klavier zu spielen, bilden sich die Hirnstrukturen wieder zurück – weil das Denkorgan merkt, dass es die angelegten Verknüpfungen der Zellen im Alltag nicht braucht.
Das Lösen von Kreuzworträtseln oder Sudokus bringt  nichts, weil das Hirn nach einer gewissen Routine immer nur dieselbe Verknüpfung benutzt. Das heißt: Sie werden dadurch besser im Sudoku-Lösen – aber Ihr Hirn wird aber nicht flexibler.
Wenn das Hirn flexibel ist, funktionieren die Übergänge zwischen Kurz- und Langzeitgedächtnis besser: Wir können uns Gelerntes leichter merken, sind kreativer, weil wir bei neuen Problemen auf mehr gespeicherte Grundkenntnisse zurückgreifen können.

 Unser Hirn strebt nach Erfolgserlebnissen.

Deshalb müssen wir Projekte beenden können. Eine Dauerschwebe frustriert uns und eine dauernde Frustration kann Depressionen auslösen.
Wenn Sie im Job viele langfristige Projekte bearbeiten, suchen Sie sich in der Freizeit welche, die Sie schneller erfolgreich abschließen können.
(Quelle BILD)

7 Übungen für ein fittes Gehirn im Alter

1. Lernzeiten und Ziele setzen!

Im Alter können Konzentration und Ausdauervermögen besser werden. Man lernt, Überflüssiges zu vernachlässigen, sich auf Wichtiges zu konzentrieren. Zum Trainieren mindestens eine Stunde am Tag Zeit nehmen. Erlerntes verankert sich nur im Hirn, wenn beim Üben eine Erschöpfung eintritt – ähnlich wie beim Sport: Muskeln wachsen nur bei Herausforderungen.
Geben Sie der Übung einen Sinn: z. B. wichtige Passagen aus einem Theaterstück auswendig lernen (nicht zu kurze, das Hirn nicht unterfordern!), bevor Sie ins Theater gehen. Verbindet ein emotionales Erlebnis mit dem Trainingseffekt.

2. Gegenwart leben!

Unser Hirn arbeitet in einem 3-Sekunden-Rhythmus, die nächsten drei Sekunden bilden unsere Gegenwart. Je älter Sie werden, desto stärker kann in Ihrem Hirn die Gegenwart an Bedeutung gewinnen, was hilft, strukturierter zu denken. Trainieren Sie Ihr Gegenwarts-Fenster, zum Beispiel durch Singen. Die Verse entsprechen meist einem Drei-Sekunden-Takt – schaffen Konzentration auf die Gegenwart.
 
3. Jeden Tag als Einheit leben
!
Die Zellen im Hirn funktionieren nach einer inneren Uhr, brauchen Rituale, um Sicherheit vermitteln zu können. Jeden Abend zehn Minuten Zeit nehmen, sich fragen, was Sie am Tag gemacht haben. Verbessert das episodische Gedächtnis, also die bildlichen Erinnerungen an Erlebtes.

4. Licht und Bewegung!

Ein winziger Teil Ihres Hypothalamus, der hinter den Augen liegt, braucht Licht zum Arbeiten. Dieser Hirnteil steuert alle Organe, damit sie im Gleichklang sind. Daher: Mindestens ein Mal am Tag spazieren gehen oder wenigstens ins Freie setzen. Mangelndes Licht führt zu Depressionen.

5. Täglich in den Spiegel sehen!

Wirken Sie gepflegt und gesund, beeinflusst das den emotionsverarbeitenden Bereich Ihres Hirns positiv, sogenannte Glückshormone werden vermehrt ausgeschüttet. Deshalb: auf sich achten, jeden Tag in den Spiegel sehen – stärkt den positiven Bezug zu sich selbst.

6. Auch mal was vergessen!

Wer alt ist, hat viel erlebt, oft aber auch Verletzungen und Enttäuschungen – trauen Sie sich, so etwas zu vergessen. Sie können das Vergessen im Hirn aktiv fördern: mit „Ich-nahen“ Dingen beschäftigen, also Sachen, die Spaß machen, in die Sie sich vertiefen können.

7. Etwas Neues beginnen!

Ein Land bereisen, das Sie schon immer sehen wollten, ein Haustier zulegen – neugierig zu sein und Neugierde zu befriedigen hilft dem Hirn. Die Achtsamkeit für Neues in Ihrer Umwelt löst positive Emotionen aus. Außerdem übernehmen Sie so Verantwortung für sich selbst.

Psychologe Dr. Siegfried Lehrl ( Uni Erlangen), Präsident der Gesellschaft für Gehirntraining:
„Gezielte Übungen erfrischen Ihren Geist! Sie durchbrechen die langweilige geistige Routine, werden schneller, flexibler.“

Hier sehen Sie Aufgaben, die Ihr Gehirn anregen (Lösungszeit je 5–10 Minuten). Dazu sollten Sie sich pro Tag mindestens eine weitere Aufgabe selbst im Alltag suchen. Vorschläge:

• Unterstreichen Sie in einem Zeitungsartikel zügig alle Worte, die „er“ enthalten (z. B. Herr, Fernseher) oder alle, die mit „eid“ enden (z. B. Bescheid, Meineid).

• Stellen Sie einen Text auf den Kopf und lesen Sie einige Absätze so herum. Das geht langsamer, schult aber die Aufmerksamkeit.

• Bilden Sie aus einem Wort möglichst viele neue Worte – nur aus Buchstaben, die darin vorkommen, keinen doppelt verwenden.

• Beispiel: Aus „Bildzeitung“ können Sie z. B. die Worte „Teig“, „Gnu“, „Teil“ bilden.
• Wenn Sie Rechtshänder sind, putzen Sie sich morgens gelegentlich mit der linken Hand die Zähne (Linkshänder dagegen mit rechts).


Hier gibt es alle Übungen als Download!

KOMMENTAR: In unseren individuellen Intensivseminaren machen wir kein explizites "Gehirnjogging". Doch können wir Ihnen garantieren, dass die überraschenden Herausforderungen im Simulator immer auch eine wertvolle Herausforderung für Ihr Gehirn sind. Sie werden ständig mit neuen Situationen konfrontiert und fördern somit zwangsläufig auch Ihre Denkfähigkeit. Sie halten Ihr Gehirn fit.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Bortoluzzi sticht in ein Webennest

Homosexuelle sind laut Toni Bortoluzzi «Fehlgeleitete» mit «unnatürlichem» Verhalten.

(Quelle 20 Min)





«Ich verstehe nicht, warum alle so einen Wirbel darum machen, nur weil ich die Wahrheit ausspreche», so der SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi zu seinen Aussagen. Seine schwulen Kollegen in der Politik sind über seine Kommentare entsetzt.

Der SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi schiesst massiv gegen Homosexuelle. Neben der Bezeichnung von Schwulen und Lesben als «Fehlgeleitete» mit «unnatürlichem» Verhalten gehen Bortoluzzis Beleidigungen noch weiter: Demnach hätten gleichgeschlechtliche Paare «einen Hirnlappen, der verkehrt läuft», sagte er gegenüber dem «Beobachter».

Aber auch Singles verschont der Zürcher Politiker nicht, denn auch «alle, die allein leben oder ihren Partner nach Lust und Laune wechseln», bezeichnet der Zürcher Politiker als «fehlgeleitet». Das sei «unnatürlich» und dürfe nicht mit «natürlichen Verhalten» gleichgestellt werden. Er spricht damit ein Gutachten zur Reform des Familienrechts der Basler Rechtsprofessorin Ingeborg Schwenzer an.
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«Ich sage nur die Wahrheit»


Bortoluzzi selbst steht zu seinen Aussagen: «Ich verstehe nicht, warum alle so einen Wirbel darum machen, nur weil ich die Wahrheit ausspreche.» Laut dem Politiker gäbe es bestimmt auch noch andere, die gleich denken wie er. Diese würden sich aber nicht getrauen, es laut auszusprechen, weil eine solche Haltung eben dem «heutigen Zeitgeist» widerspreche. Die Gesellschaft sei diesbezüglich «verlogen».
Trotz diesen Ansichten hat der SVP-Nationalrat homosexuelle Bekannte. So war er etwa mit dem legendären Sportkommentator Hans Jucker befreundet – trotz dessen Homosexualität. Diese sei ihrer Freundschaft nie im Weg gestanden. Im Gegenteil, sie sei auch Anlass für witzige Unterhaltungen gewesen. Bei einem Gemeinderatsausflug ins Berner Oberland hätten sie die Jungfrau bestaunt. «Jucker meinte daraufhin zu unserer Gemeinderatskollegin: Gäll, wir nehmen lieber den Mönch!» 

KOMMENTAR: Umfragen werden zeigen, ob Bortoluzzi untragbar geworden ist, weil er Homosexualitat als unnatürlicher Verhalten bezeichnet hatte und nur die Ehe zwischen Mann und Frau als echte natürliche Beziehung sieht. Ich vermute, dass sich Bortoluzzi nicht bewusst war, wie viele Wespen  stechen können, wenn man es wagt, in einem Wespennest zu stochern. Ob der konservative Politiker den zu erwartenden Sturm der Entrüstung überleben wird?
Fahrlässige Auesserungen (wie diese mit dem Hirnlappen) werden den Politiker noch lange verfolgen und Folgen haben.
Es lohnt sich, Worte gut zu bedenken. 

Mittwoch, 11. Juni 2014

Leserphoto zum gestrigen Blitz - Spektakel

Vorbereitung und Protokoll meines Gespräches zum Interview mit MUENCHNER- MERKUR

 Kann sich Wulff mit seinem Buch rehabilitieren?
 Wulff hat  ein Buch geschrieben - offensichtlich, um sich zu
 rehabilitieren

Es gibt eine Reihe von Politikern und prominenten
Persönlichkeiten, die nach einem Verlust ihres Images versucht haben, den Schaden nachträglich zu minimieren.
Selbst wer vom Gericht frei gesprochen wurde, kann sein angeschlagenes Image selten mit einem Buch aufbessern.

Skandale und Gerüchte haben es in sich. Sie werden meist zu Selbstläufern. Die Internetberichterstattung beschleunigt heute die Skandalisierung enorm. So entsteht oft eine Eigendynamik, die  von den Betroffenen kaum mehr gestoppt werden kann. Das Muster der Skandalierung ist einfach: Ein Politiker gerät ins Schussfeld der Kritik- Die Person reagiert falsch - Der Druck über die Medien wächst.  Der Druck wird dann so gross, dass der Promi den Hut nehmen muss. Skandalgeschichten schafen es rasch in die Medien. Sie lassen  die Auflage und Quote steigern.   Betroffene schieben nach der Publizierung einer Skandalgeschichte meist vorschnell den Medien die Schuld in die Schuhe. Sie fühlen sich als Medienopfer und sprechen nachträglich  von Kampagnenjournalismus. Oft sehen sie nicht ein, dass sie durch ungeschicktes Verhalten die Eskalation mit verschuldet haben. Jo Ackermann beispielsweise war nicht zu überzeugen, dass er mit seinem unbedachten Victory Zeichen ein Eigencoal geschossen hatte.
Zu den Kapitalfehlern von Betroffenen zählen: Anschuldigungen aussitzen, Fehler  bagatellisieren,  lügen oder Fakten abstreiten.
Wäre Christian Wulff von Anfang weg aufrichtig gewesen, wäre die Geschichte vom Hauskredit vom Tisch gewesen. Er hatte mit beigetragen, dass die Empörungswelle eskalierte. Er versuchte mit einem Telefonanruf beim Springer Verlag, Enthüllungen über Privatkredite zu verhindern. Schon damals prognostizierte ich, dies könnte ihm den Kopf kosten. Druckversuche oder Drohungen von Politikern -  der Presse gegenüber - werden zum Bumerang. Auch Stefan Aust (Spiegel) schrieb damals, dieser Druckversuch sei von Wulff ein politisches Selbstmordkommando.
Obschon Wulff frei gesprochen wurde und damit rechtlich rehabilitiert ist,  bleibt er politisch angeschlagen. Wurlff war verstrickt in einem Geflecht von Kumpaneien, Abhängigkeiten und Gefälligkeiten. Als die Vorwürfe aufkamen, hat er es eindeutig versäumt, diesen mit überzeugenden Erklärungen entgegen zu treten.
Die öffentliche Demütigung wirkt heute leider trotz haltloser Vorwürfe über den Freispruch hinaus.
Uebrigens reagierte auch Bettina Wulff unprofessionell, als sie bei einer Verleumdung auf eine Klage verzichtete.
Damals wurde das Gerücht kolportiert, sie hätte Rotlichtmilieukontakte.
Bettina Wulff befürchtete, sie würde mit der Klage das Gerücht anheizen.
Ihr Nichtreagieren führte  dann aber dazu, dass bei google unter Bettina Wulff die Verbindung zur Prostitution fixiert blieb.


1.) Kann Rehabilitation gelingen?

Wer in Krisen glaubwürdig kommuniziert und seine Schuld offen eingesteht und
Demut zeigt, kann den Kopf unbeschadet aus der Schlinge ziehen. Das muss nicht
einmal mit einem Buch geschehen. Ein Interview vor Mikrofon und Kamera kann
genügt. Ich denke da an Michel Friedmann, der durch sein rasches Mea Culpa und
mit einem eindeutigem Schuldgeständnis den Weg zurück in die Medien schaffte.
Der Versuch - sich mit einem Buch sich zu rehabilitieren - gelingt nie, wenn
sich der Gestürzte, der Verlierer oder Abgewählte   rechtfertigt und sich
selbst verteidigt. Wehleidiger Ton vergrault die Leser.  Bei Verlierern ist
das Risiko des Scheiterns recht gross. Wer will schon 20 Euro für jammernde
Selbstgerechtigkeit zahlen? Ich kenne Wulffs Buch noch nicht, das er heute
vorstellt. Er kann  sich jedenfalls nicht mit Wallraff vergleichen,  obschon
er versuchen wird, seine Beobachtungen als Bundespräsident im Schloss Bellevue
zu verraten.
Ich glaube nicht an den Erfolg seines Buches, weil Christian Wulff  199000
Euro jährlich an Ehrensold erhält und dadurch  keine neue Existenz aufbauen
muss. Zudem ist die Publikation des Buches pikant, weil der Freispruch bislang
noch gar nicht rechtskräftig ist. Ein Buch zur Selbsttherapie oder als Replik
auf die Publikation seiner Ex - Frau steht unter einem schlechten Stern,
obschon es in einem bedeutenden Sachbuchverlag herausgebracht wird.
Wulff müsste in seinem Buch wirklich Neues enthüllen. Leser wollen keine
Selbstschutzbehauptungen von Verlierern. Fazit: Das Risiko des Scheiterns ist
aus meiner Sicht gross, zumal das Buch von Bettina Wolf bereits flopte.


2.) Unter welchen Prämissen könnte er sich rehabilitieren?

Als skandalisierte Person kann man vieles tun, damit die Empörungswelle in der
Oeffentlichkeit abebbt.
Der Skandalierte muss RASCH  - ohne wenn und aber- zur allfälligen Schuld
stehen und  Sachverhalte richtig stellen.
Ueli Hoeness hat zwar auch seine Schuld als Steuerhinterzieher eingestanden
und sich selbst angezeigt. Doch hat er mit der Klärung viel zu lange gewartet.
Er hätte nach den ersten Medienberichten sofort reagieren müssen.
Wulffs Problem: Rechtlich gesehen wurde er zwar freigesprochen. Doch in der
Oeffentlichkeit ist sein Image immer noch angeschlagen. Trotz rechtlicher
Rehabilitation kann sich Wulff des schlechtes Images nicht entledigen. Laut
Wahrnehmungspsycholgie schlägt Image stets die Fakten. Wenn schon mit einem
Buch eine Affaire aufgearbeitet werden  und der angebliche Skandal ins
richtige Licht gestellt werden soll, darf  der Betroffene dieses Buch nicht
selbst schreiben. Bei komplexen Sachverhalten wünschen Leser keine Innensicht.
Die neutrale Aussensicht müsste eine unabhängige Person schreiben, die von der
Bevölkerung akzeptiert wird (mit einem gutem Image).
Elisabeth Kopp, die erste Bundesrätin, die abgewählt wurde, weil sie den
Ehemann (der angeblich in eine Finanzaffaire verwickelt war) in einem Telefon
gewarnt hatte - (diesen Anruf jedoch öffentlich  negierte und dadurch als
Lügnerin da stand) ist ebenfalls aufschlussreich. Hätte sie auf ihre
Mitarbeiter gehört und den Bundesrat informiert, wäre die damalige
Justizministerin sicherlich im Amt geblieben. Dieser Fall wurde später von
einem Journalisten in einem Buch beleuchtet. Auch Elisabeth Kopp wurde
übrigens  freigesprochen.
Interessanterweise blieb aber ihr Image  nach der Publikation  weiter
angeschlagen. Viele empfanden das Buch als eine Beschönigung der effektiven
Situation.
Mit dem Buch wurden zudem viele unerfreuliche Details - auch aus dem Eheleben-
erneut aufgewärmt.
Wir dürfen nicht vergessen: Wulff hatte im Grunde genommen die Bedenken des
Volkes nie richtig ernst genommen. Er hätte Verständnis zeigen müssen für die
Kritik gegenüber den fragwürdigen Geschenken. Zu lange liess er verlauten: "Es
gibt kein Problem". Damit hat er den Aerger der Leute auf der Strasse zu wenig
ernst genommen. Etwas vom Wichtigsten liess Wulff vermissen: Die DEMUT! Das
wäre wichtig gewesen. Wulff strahlte bei seinen Auftritten Ueberheblichkeit
aus.
Wulffs Wunsch mit einem Buch alles - aus seiner Sicht - zu beleuchten, kann
ich gut nachvollziehen:
"Dies ist nun meine Sicht".
Was aber mir bei diesem Projekt nicht transparent ist: Welche Interessen oder
welche Interessenten stecken hinter der Publikation dieses neuen Buches?

3.) Wie hoch ist das Risiko, dass es schiefgeht - und warum?

Bei prominenten Personen spielt bei Medienkampagnen die Fallhöhe eine grosse
Rolle. Die Lust am Skandalisieren ist grösser, je prominenter eine Person ist.
Der Schweizer Botschafter Thomas Borer kam mit einem lautem Knall zu Fall,
obschon ihm das Treffen mit der Nackttänzerin nicht nachgewiesen werden
konnte. Thomas Borer hat anschliessend ein Buch geschrieben, ohne weiter zum
Fall Stellung zu nehmen.
Die Skandale um Wulff, Borer und Guttenberg haben etwas gemeinsam:
Alle drei wurden mit ihren Ehefrauen hochgejubelt. Es waren Traumpaare der
Berliner Society. Sie nutzen den Boulevard für den Aufstieg. Sie haben mit der
Regenbogenpresse kooperiert und Bilder geboten.
Die Guttenbergs inszenierten sich in Afghanistan, Shawne Fielding Borer
posierte als Prinzessin auf einem weissen Ross und gab ihr Privatleben preis.
 Die Medien schätzen immer  die Nähe zu Promis. Wenn aber die fehlende
Zurückhaltung später in der Krise vom Journalisten  auch
genutzt wird, ist dann ein Rückzug in die Privatheit nicht mehr möglich. Den Zugang
der Medien zur  Intimsphäre nutzen  Journalisten auch in unangenehmen
Situationen aus.
Borer, Guttenberg und Wulff wurden gleichsam Opfer dieser "Kumpenei" d.h. von
der zu grossen Nähe mit den Medien - verbunden mit der Mediengeilheit der
Promis.
Wer mit dem Fahrstuhl mit BILD und Co. hochfährt, stürzt auch aus grösserer
 Höhe ab.
Das Risiko, dass etwas schief geht, ist dann gross, wenn jemand bei einer
Skandalierung den Kopf in den Sand steckt, abtaucht, sich tot stellt.
Journalisten sind Profis im Recherchieren. Sie holen sich bei einer
Verweigerung die Informationen aus zwielichtigen Quellen und suchen nach
weiteren faulen Eiern.
Deshalb ist es wichtig, dass man sich am Anfang einer Skandalisierung
möglichst rasch, sachlich und ruhig die wichtigsten Fakten klarstellt. Die
 Eskalationsspirale darf sich nicht nach oben, sondern sie muss sich nach
unten drehen. Wer   heikle Situationen nicht antizipiert und bei
Ueberraschungen nicht Ruhe bewahren kann, macht einen gravierenden Fehler.
In Krisensituationen gilt: Alles was ich sage muss wahr sein. Aber ich muss
nicht alles sagen was wahr ist. Wer glaubt, er könne Skandale aussitzen, irrt.

 4.) Wäre es nicht besser gewesen, es einfach gut sein zu lassen - nach dem
Freispruch?

Tatsächlich kann auch das Schweigen können (im richtigen Augenblick) sinnvoll
sein. Nach den Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Praxis hätte ich Wulff
bgeraten, ein selbsttherapeutisches Buch zu schreiben.
Ich kann mir gut vorstellen, dass im Wulff-Buch die Vorwürfe und
Unterstellungen erneut geschildert und damit wiederholt werden.
Bei allen Kommunikationsprozessen gilt es zu bedenken,  die Menschen klammern
das NICHT aus d.h. nochmals erwähnte  unbelegte Mängel, unterstellte Skandale
oder Gerüchte werden durch die Wiederholung  im Langzeitgedächtnis der Leser
unnötigerweise zementiert.
Erstaunlicherweise gelang es OB Volkmar Kunze, trotz Fehlverhalten (Er floh
bei er Ueberschwemmungskatastrophe ins Ausland) durch Aussitzen - ohne Buch -
ohne Rechtfertigung - sich zu halten. In diesem Fall lohnte sich sein
Schweigen.

5.) Welche Rolle spielt eigentlich für Wulffs Buch das nicht so hochkarätige
Buch seiner (Ex-) Frau?

Der Misserfolg des Buches von Bettina Wulff könnte sich auf den Erfolg das
neue Buch des Mannes negativ auswirken.
Wenn nun Christian Wulff  auch noch mit SEINEM Buch kommt, wirkt dies so, als
müsste er seine Ex-Frau konkurrenzieren.
Bettina Wulff hat bekanntlich den Mann verlassen, als er nicht mehr im Amt war
 (die kam gar nicht gut an!). Bei Borers kam es durch Reaktionen der Ex.Frau zu einem
öffentliches Wäschewaschen. Ein Rosenkrieg wäre
wäre zwar für den Verkauf des Wulff Buches förderlich gewesen aber es ist immer imageschädigend für die Verfasser. Wulff traue ich nicht zu, dass er auf dieses Niveau hinabsteigt.
6.) Gibt es eigentlich irgendeinen Politiker, der mit einem Buch seinen Ruf
wieder herstellen konnte?

Opfer Biographien, die Erfolg haben, sind eher die Ausnahme.
Gerhard Schröder stellte 2006 - ein Jahr nach der Wahlniederlage und
Elephantenrundenauftritt in einer grossen Medienkampagne sein "Erinnerungen"
mithilfe "Bild", "Spiegel" und Fernsehen vor. Er kanzelte die Koalition mit
seiner eigenen Partei ab - und er hatte damit Erfolg bei den Lesern. Er
belegte im Ranking eine Spitzenposition. In zwei Monaten sind fünf Auflagen
erschienen.
Die Opfer Biographie sind Ausnahmen. Bei Schröder hatte sie Erfolg.
Doch mit dem Feldzug gegen die Medien (Peter Hartz, Rainer Brüderle) schafft
man den Durchbruch nicht. Auch die Memoiren von Ex- Präsident George W. Bush
hielten sich nur acht Wochen.
Wilhelm Furtwängler, der als NS-Karrierist gegolten hatte, obschon es niemand
beweisen konnte, gelang mit dem Buch ein Befreiungsschlag. Mit einem
Theaterstück einem Film und einem Buch konnte er sich weitgehend
rehabilitieren.
Oskar Lafontaine glaubte auch, sich mit einem Buch rehabilitieren zu können.
 Es war eine Abrechnung mit Schröder und Joschka Fischer - vor allem mit Rudolf
Scharping. Aber mit seinem Buch schoss er  ein Eigentor. Für die Leser war es
; zu wehleidig.
7.) Und falls ja - wodurch genau ist das gelungen.

Wir sehen: Ein Durchbruch ist nur möglich, wenn  die Leser etwas Neues
erfahren kann und das Buch angriffig ist. Nicht nur die Medien wünschen
Emotionen. Leser wünschen auch spannende Geschichten und wünschen eine Prise
 Unterhaltung.
 Selbstbemitleidungen liest niemand.