Freitag, 29. Juli 2011

Die Kraft eines Bildes


(Quelle 20 Min)

Es ist hinlänglich bekannt, dass ein Bild mehr bewirken kann als 1000 Worte.
Bei der  Hungerkatastrophe in Ostafrika war diese Aufnahme so aussagestark, dass sie eine enorme Spendefreudigkeit ausgelöst hat. Auch im Vietnamkrieg war es ein Bild (flüchtendes Kind), das ein Umdenken in der amerikanischen Bevölkerung ausgelöst hatte.


Es besteht aber  immer auch die Gefahr der Abstumpfung, wenn im Fernsehen ständig leidende Menschen gezeigt werden.  Doch diesem einmaligen Ausdruck in den Augen eines hungernden Kindes können wir uns nicht entziehen. 
Nachtrag:


Aus taia Lehrbuch:


Die Macht des Bildes

„Bilder sind schnelle Schüsse in das Gehirn“ (W. Kroeber-Riel, Bildkommunikation, München 1993, S. 53)
Erstens  vermögen Bilder Informationen schneller zu transportieren. Durch ihren analogen Datenaufbau ist eine parallele Informationsverarbeitung in unserem Gehirn möglich. Ein Bild muss ich also nicht sequenziell (vorne anfangen, hinten aufhören) lesen, wie einen Satz, sondern ich kann es „mit einem Blick“ erfassen.
In 1-2 Sekunden kann ich ein relativ komplexes Bild erfassen, aber nur, je nach Lesegeschwindigkeit, 5-10 Wörter eines einfachen Textes lesen.



Zweitens ist das Bildgedächtnis dem Sprachgedächtnis weit überlegen. An Bilder der Kindheit erinnern wir uns Gewöhnlicherweise weit intensiver, als an gesprochene oder gelesene Worte. Durch leichtere Assoziationsmöglichkeiten ist offensichtlich eine Verankerung und Einbettung in das neuronale Netz besser gewährleistet. Durch Bilder lassen sich damit Botschaften nachhaltiger im Gedächtnis verzurren. Bilder vom Fall der Mauer, den Anschlägen vom 11. September oder den Folterungen im Irak haben sich somit in Millionen Hirnen festgesetzt.


Drittens zeichnet sich vor allem Film- und Fotomaterial gegenüber Texten durch tendenziell größere Glaubwürdigkeit aus. (Vgl. W. Kroeber-Riel, a. a. O. S.36) Durch die scheinbare Direktheit der Widerspiegelung ist das Vertrauen in die eigenen Augen nahezu ungebrochen. „Einmal gesehen, ist besser als 10 Mal gehört“ drückt dieses Gefühl der authentischen Wahrnehmung treffend aus.


Viertens gilt, dass auch das äußere Bild nur als „Impulsgeber“ für die Konstruktion des inneren Bildes fungiert. „Das Auge als Quell visueller Information liefert nicht mehr als 10 bis 20 Prozent der Wahrnehmung. 80 bis 90 Prozent der Wahrnehmung sind Zusatzleistungen des Gehirns“
(„Medien des Wissens - Wissensherstellung auf Papier, auf dem Bildschirm und Online“ Derrick de Kerckhove in: Weltwissen, Wissenswelt. Du Mont Buchverlag 2000, S. 71) Man sieht also nur im Bild, was man schon im Kopf hat. Die Macht des Bildes hat auch etwas mit den Fähigkeiten des Gehirns zu tun. So speichert unser Gehirn ca. 75% visuelle Reize, 13% auditive und die restlichen 12% verteilen sich auf Riechen, Schmecken und Tasten. (kienästhetische Reize)





teaser image

Donnerstag, 28. Juli 2011

Eine erfreuliche Nachricht  heute morgen:




Das Kätzchen «Princess» überlebt eine Stunde in der  Trommel der Waschmaschine den ganzen Vollwaschgang. (Screenshot BBC)

Darf der Massenmörder Breiwik im modernsten liberalen Gefängnis in Norwegen- gleichsam in einer Wohlfühloase - seine Strafe absitzen?






Während in Leserbriefen für den eiskalten Killer eine lebenslange Verwahrung und sogar ausnahmsweise die Todesstrafe gefordert wird, zeigt sich jetzt die Kehrseite des humanen Strafvollzuges in Norwegen. Wenn dort in der Gefangenschaft das Schwergewicht auf die Resozialisierung gelegt wird, so ist es nicht verwunderlich, wenn ein Massenmörder im "Knast" von den neuen hotelähnlichen Bedingungen profitieren kann: Eigenes Bad und Flachbildschirm. Ein wohnlich eingerichtetes Zimmer mit gitterfreiem Fenster und Ausblick in eine gepflegte Landschaft. Alles steht ihm zur Verfügung, Bibliothek, Fitnessgeräte ein Lern- und Musikstudio sowie eine hervorragene ärztliche Versorgung. Der brutale, uneinsichtige Massenmörder kann somit sehr wahrscheinlich in Norwegen von dem liberalen Strafvollzug  profitieren.  Sport und Musik wird nicht zu kurz kommen. Auch Therapien werden nicht fehlen. Dass die Ernährung auch variationsreich und gesund ist, ist in diesem Luxus Gefängnis Selbstverständlichkeit. Wie viel der Steuerzahler für den Aufenthalt des Massenmörders in diesem liberalen Gefängnis pro Tag  aufzukommen hat, wäre interessant  zu erfahren. Doch davon steht nichts in der Presse.  Dies müssten eigentlich die Norweger interessieren.


Aus Berliner Kurier:

Massenmörder Breivik landet in Luxusknast


Der Killer von Norwegen kommt in den Luxusknast: Da gibt es sogar Ferienhäuser, in denen die Häftlingen mit ihren Familien schöne Stunden verbringen können.
Der Killer von Norwegen kommt in den Luxusknast: Da gibt es sogar Ferienhäuser, in denen die Häftlingen mit ihren Familien schöne Stunden verbringen können.
Foto: dpa/Montage
Oslo –  
„Halden Fengsel“ gilt als Luxusknast. Erst im vergangenen Jahr eröffnet, 175 Millionen Euro teuer: Dorthin kommt der Massenmörder Anders Behring Breivik.

(Ende Zitat)



Ich zitiere Tagi online:


In Norwegen gibt es dort einen liberalen Strafvollzug, der dem Gedanken der Resozialisierung verpflichtet ist.


In dieser Hinsicht ist die Haftanstalt Halden, die südlich der Hauptstadt Oslo gelegen ist, ein Vorzeigegefängnis. Halden gilt als die modernste Haftanstalt Europas. Im 160 Millionen teuren Gefängnis lässt es sich angenehm leben. Die Anlage ist als Dorf konzipiert, wo die Insassen in kleinen Blockhütten leben. Die Einzelzellen sind hell und verfügen über ein eigenes Bad und einen Flachbild-Fernseher. Der Blick in die umgebende Landschaft ist nicht durch Gitter beeinträchtigt, weil die Fenster aus sicherem Glas bestehen. Umzäunt ist die Anlage von einer 1,4 Kilometer langen, sechs Meter hohen Mauer.
In Halden können sich die Insassen in Lernstudios aus- und weiterbilden lassen, oder sie gehen in Werkstätten einer Arbeit nach. In der Freizeit bieten sich zum Beispiel Sport und Musik an. Es gibt Übungsräume für Bands und sogar ein eigenes Tonstudio. Sportinteressierte können Fitnessräume oder die Turnhalle mit Kletterwand besuchen oder auf den Fussballplatz. Auf dem 30 Hektaren grossen Gelände gibt es sogar Ferienhäuser, in denen die Häftlinge mit Familienangehörigen Zeit verbringen können. Die Besucherräume sind mit Spielecken und Übernachtungsmöglichkeiten ausgestattet. Schliesslich fehlen auch mit Kunst ausstaffierte Freiräume nicht.



Bessere Lebensqualität als in Pflege- und Altersheimen




Der humane Strafvollzug in der Haftanstalt Halden stösst nicht nur auf Lob, sondern auch auf Kritik. Die Rede ist von einem Luxus-Gefängnis – was von den Verantwortlichen der Haftanstalt bestritten wird. Die Kritik kommt vor allem aus Kreisen der rechtspopulistischen Fortschrittspartei (FrP), der der Attentäter von Oslo ein paar Jahre angehört hatte. Die Lebensqualität im Gefängnis Halden sei besser als in vielen Pflege- und Altersheimen Norwegens, wird weiter von rechter Seite moniert.


Das norwegische Justizministerium stellt sich auf den Standpunkt, dass Gefängnisse nicht ungemütlich zu sein brauchen. Die Strafe sei, dass man nicht rauskomme.




Drinnen gehe es darum, sich auf ein besseres Leben nach der Haftentlassung vorzubereiten. Das Leben im Gefängnis soll möglichst nahe am normalen Alltag sein. «Wir möchten die Insassen, die in schlechter Verfassung kommen, aufbauen», heisst es auf der Webseite der Haftanstalt Halden, «ihnen Selbstvertrauen geben durch Ausbildung und Arbeit, so dass sie dieses Gefängnis als bessere Menschen verlassen.»












 Das im Frühling 2010 eröffnete Gefängnis nimmt Schwer- und Schwerstkriminelle auf und bietet Platz für 252 Insassen. Gemäss Medienberichten wird Anders Breivik, der am Freitag fast 80 Menschen tötete, möglicherweise im Gefängnis Halden untergebracht – sofern er nicht für immer in einer psychiatrischen Anstalt eingeschlossen wird.
Angeklagt werden soll der 32-jährige Attentäter wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und nicht wegen Mordes. Bei einem Schuldspruch drohen ihm 30 Jahre Gefängnis in Norwegen, nicht nur die Maximalstrafe von 21 Jahren für Mord. In den nächsten Wochen wird ein Psychiater die Zurechnungsfähigkeit Breiviks untersuchen.

(Ende Zitat)

Kommentar: Es ist begreiflich, dass nun viele Norweger an ihrem liberalen Strafsystem zweifeln.  Siehe: «Spiegel online»  Breivik dürfe man nicht in einem hotelähnlichen Gefängnis seine Strafe verbüssen lassen, sondern müsste härter bestraft werden, findet der Otto Normalverbraucher.


Aus TAGI:
1/10 Zwei Insassen der norwegischen Vorzeige-Haftanstalt Halden in einem Gemeinschaftsraum mit Fernsehen.
www.haldenfengsel.no

Mittwoch, 27. Juli 2011

Charisma - das gewisse Etwas



Immer wieder versuchten Wissenschafter das Geheimnis der charismatischen Persönlichkeit zu entschlüsseln. Dass es nicht einfach ist, Charisma zu definieren, können wir im Internet lesen. Denn Charisma hat sehr viele Facetten.




In der Umgangssprache  bezeichnen wir eine Person als charismatisch, die eine besondere Ausstrahlung hat, die Mitmenschen  inspirieren, beeinflussen, motivieren und  begeistern kann. Die charismatische Person hat eine sympathische Strahlkraft.
Betritt sie den Raum. Schon zieht diese Person die Blicke auf sich und bekommt von allen Seiten Aufmerksamkeit.




weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/wissen/mensch/767xctk-das-geheimnis-des-charisma#.A1000146


Ich werde immer wieder gefragt, ob man Charisma lernen könne oder ob dies angeboren sei










Meine Antwort lautet jeweils: Jein








Wir können davon ausgehen, dass 1/3 angeboren resp. vererbt wurde. Ich denke da an die Persönlichkeitsmerkmale wie beispielsweise an die Schüchternheit  oder Extrovertiertheit. Dies ist gleichsam vorbestimmt. Ich kann aber auch aktiv an der eigenen Persönlichkeit arbeiten und das Charisma beeinflussen.





Weil wir davon ausgehen können, dass eine Persönlichkeit mit Charisma ein stabiles Selbstwertgefühl hat und sich im inneren Gleichgewicht befindet,  können wir  im Laufe des Lebens  viel selbst dazu beitragen, um persönlich zu reifen und können uns befähigen, andere positiv zu beeinflussen. Diese Stabilität erlangen wir jedoch nur, wenn wir authentisch sind.


Charisma ist immer authentisch



Wer Charisma vortäuscht, wird rasch entlarvt. "Charisma",  nur aufgesetzt, ist kein Charisma







Eine Person mit Charisma hat stets eine BEWIRKKRAFT











Wenn wir Dalai Lama, Kennedy oder Obama als  charismatisch bezeichnen,  gehen wir davon aus, dass diese Person  andere inspirieren, in Bann ziehen, beeinflussen, verändern kann. Jedenfalls BEWIRKEN Personen mit Charisma immer etwas.









Als Kommunikationsberater habe ich festgestellt, dass charismatische Menschen:





- sich authentisch ausdrücken können




- bei ihnen  Körpersprache (Blick, Haltung, Aeusseres) mit Stimme und Aussage  übereinstimmen




- selbst davon überzeugt sind, was sie sagen




- eine gute Wahrnehmungsfähigkeit haben






- sich ihrer Defizite und Stärken bewusst sind, und dadurch gleichsam in einem inneren Gleichgewicht kommunizieren  (sie akzeptieren sich)
d.h. sie kennen ihre Mängel und beheben sie laufend





- haben ein stabiles Selbstwertgefühl und sind dadurch selbstsicher





- sind fähig, beim Gegenüber Gefühle zu wecken




- können sich gut auszudrücken




- sind begeisterungsfähig



- ihre emotionale Kompetenz und  Sachkompetenz sind im Lot




Was können Sie tun, um charismatischen Fähigkeiten zu steigern?


- Beherrschen Sie die Kunst der Rhetorik!



- Verwenden Sie eine  einfache, verständliche Sprache  (reden Sie adressatenorientiert)



- Klammern Sie bei Kommunikationsprozessen die Emotionen nicht aus. Sie müssen über die emotionale wie auch über die Sachkompetenz  verfügen




- Wichtig ist das innere Gleichgewicht (Ein charismatischer Typ verliert die Nerven nie, er lässt sich auch nicht von anderen charismatischen Menschen irritieren)

- Sie müssen lernen, bei den Mitmenschen die Sinne anzusprechen



LINK:
Aktuell Artikel · Artikel Inhaltsverzeichnis, Suche in Rhetorik.ch: www.rhetorik .ch aktuell: (11. Jun, 2008). Sinnvoll Kommunizieren ...
www.rhetorik.ch




- Lernen Sie  möglichst in Bildern zu  reden (so, dass Ihre Aussage gleichsam mit den Ohren gesehen wird)





- Interessieren Sie sich echt für die Mitmenschen (Sie dürfen nicht nur so tun, als ob...)







- Achten Sie auch auf Ihre äussere Erscheinung

- Pflegen und nutzen Sie ihre Netzwerke


- Engagieren Sie sich für Ihre Werte


- Ihre EINSTELLUNG ist und bleibt letztlich entscheidend. Wenn Ihre Freundlichkeit und ihre Leidenschaft echt ist, so stellt sich Ihre Stimme und  Körpersprache automatisch mit Ihrer inneren Einstellung überein. Dann überzeugen Sie  auch dann, falls Sie rhetorische Fehler machen



LINK


08 Apr. 2011
08 Apr. 2011
Bei der Einstellung geht es um die innere Haltung. Stimmt die innere Haltung mit dem überein, was wir denken, so stimmt die Stimme ebenfalls mit dieser Stimmung überein und der Körper sendet automatisch die Signale, ...



Diese Auflistung soll Ihnen bewusst machen, dass ein fachgerechte Persönlichkeitsschulung viel dazu beitragen kann,  Ihre Stärken und Schwächen zu kennen und Sie dadurch selbstsicher machen, weil sie sich akzeptieren lernen, so wie Sie sind

In einem fachgerechten Coaching werden Sie die Balance zwischen Extremen erkennen und dadurch zwangsläufig Ihre charismatischen Fähigkeiten steigern 


Im Internet finden Sie viele Test, die Ihnen angeblich verraten, ob Sie Charisma haben



Diese Tests zielen vor allem darauf ab, Ihnen bewusst zu machen, wie Sie von der Umwelt wahrgenommen werden, wie Sie wirken.



Leider hat jede Münze zwei Seiten



Dank Charisma kann eine Person andere beeinflussen, kann helfen, raten und Mitmenschen motivieren.
Doch besteht mit dieser Gabe stets die Gefahr, dass eine Person diese Fähigkeit missbrauchen kann. Es gibt einige charismatische Menschen, die schon andere ins Verderben geführt haben. Deshalb ist es für mich eine wichtige Voraussetzung, dass ein Mensch mit Charisma auf einer positiven ethischen Grundlage basiert und seine Ausstrahlungskraft nie missbraucht.



FAZIT: Obschon seit Jahren versucht wird, das Phänomen  Charisma zu entschlüsseln, ist es auch heute noch nicht gelungen, dieses Phänomen vollständig zu durchleuchten.

  

Montag, 25. Juli 2011

Zitat zur Situation der Terroranschläge eines fanatischen Extremisten:

Folgendes Zitat (aus NZZ online) von Lars-Erik Cederman -er ist Professor am Institut für Internationale Konfliktforschung an der ETH Zürich - können wir doppelt unterstreichen, denn Gewaltrhetorik erhöht  die Wahrscheinlichkeit terroristischer Taten bei allen Gruppierungen. Sei es von links oder rechts, von Fundamentalisten oder heiligen  Kriegern.

Ich bin sicher, dass bei solchen Anschlägen immer versucht wird, auf politischer Ebene das eigene Süppchen zu kommen.




"Terrorismus sollte bekämpft werden - unabhängig von seinen ideologischen Wurzeln. Die Wurzeln müssen früh beachtet werden, um die relevanten Bedrohungen so früh wie möglich zu erkennen."

Der irre Schlächter sieht sich als Tempelritter


Der Attentäter auf Youtube: Irres Tempelritter-Video aufgetaucht



Der kaltblütige Massenmörder in Norwegen ist völlig uneinsichtig.
Einmal mehr sehen wir, wohin Extremismus, Fanatismus und Fundamentalismus führen kann.
Im Gegensatz zu anderen Terroristen, brachte sich der Schlächter nicht um. Bewusst?
Damit kann er jetzt in den Medien  die Folgen  seines minutiös vorbereiteten Anschlages und den nachfolgenden Hinrichtungen genüsslich  mit verfolgen.
 
Der Täter, der sich immer noch unschuldig fühlt und sogar stolz ist auf seine Tötungen, glaubt als Retter und Kreuzritter für eine gute Sache gehandelt  zu haben. Er hätte so handeln müssen, habe ich gelesen. Damit ist der Schlächter  bereit, seine abstrusen Wahnvorstellungen bei jeder Gelegenheit - vor allem an den Gerichtsverhandlungen - detailliert auszubreiten. Dies müsste uns zu denken geben. Die Medien und Gerichte hätten damit eine Verantwortung bei der Wiedergabe der abstrusen Gedanken des persönlichkeitsgestörten Täters.  Zurückhaltung ist gefordert. Es besteht nämlich die Gefahr,  dass der Massenmörder Jugendliche - vor allem   labile Kindern - negativ beeinflusst.
Er wäre nicht der erste Massenmörder, der eine Fangemeinde bekommt.


Experten warnen: Der Täter darf keine Anerkennung erhalten und man dürfte ihm keinen Medienspiegel zeigen.


Ich zitiere 20 min:


Was für ein Mensch ist Anders Behring B.?


Christian Lüdke: Ein Mensch, der über eine hohe kriminelle Energie verfügt und jeglichen Respekt vor dem Leben verloren hat. Er leidet womöglich an einer Wahnerkrankung. Diese Menschen fühlen sich oft innerlich ohnmächtig und durch die Ausübung einer Gewalttat wandelt sich diese Ohnmacht in eine Allmacht um. Der Täter versteht sich als Herr über Leben und Tod, als der Auserwählte, der grosse Held der Menscheit.




Die Tat ist also kein Amoklauf?


Nein, bei einem Amoklauf geht es den Tätern darum, ihren Selbstmord zu inszenieren. Entweder erschiessen sie sich selbst oder provozieren die Polizei dazu. Der Attentäter von Oslo hingegen ist der starken Überzeugung, dass es richtig ist, was er tut. Mit extremer Hinterhältigkeit hat er die Tat geplant, indem er zunächst Bomben gezündet hat, um die Polizei auf Oslo zu konzentrieren. Danach konnte er auf der Insel die weitaus schwerwiegendere Tat zu begehen. Jetzt hat er das Gefühl, etwas Grosses getan zu haben.


Warum hat er sich ausgerechnet ein Jugendlager ausgesucht?

 
Er wollte das Land dort treffen, wo es am verletzlichsten ist und der Gesellschaft möglichst grosse Schmerzen zufügen. Kinder und Jugendliche stehen für die Zukunft Norwegens. Mit dem Töten dieser Kinder wollte er auch die Zukunft Norwegens zerstören.


Glauben Sie an einen bestimmten Auslöser, der ihn zu dieser Tat brachte?


Es war kaum ein einmaliges Schlüsselerlebnis sondern eine Kombination aus mehreren Ursachen. Diese sind sicher auch in seiner eigenen Familie zu finden und in seinen späteren sozialen Kontakten - auch zu der rechtsextremen Szene. Wahrscheinlich wurde er nicht als diese Person wahrgenommen, die er eigentlich sein wollte. So entwickelte er eine kriminelle Energie im Stile von: Wenn mich die Leute schon nicht lieben, dann sollen sie mich wenigstens hassen.


Der Täter ist besonders brutal vorgegangen und hat über lange Zeit auf seine Opfer geschossen und sie regelrecht hingerichtet. Weshalb hat er kein Mitleid empfunden?


Im Tatrausch hatte er keine Gefühle mehr. Je grösser die Angst in den Augen seiner Opfer war, je lauter sie um Erbarmen geschrien haben, desto grösser wurde sein Machtgefühl.


Inzwischen hat er ein Geständnis abgelegt. Wird er jemals begreifen, welch schreckliche Tat er verübt hat?


Er bleibt sicher noch länger in seinem Rauschzustand. Wichtig ist nun, dass er von der Gesellschaft völlig abgeschottet wird.


Er darf nicht mitkriegen, was über ihn geschrieben wird und wie sehr seine Tat das Land Norwegen erschüttert hat. Denn genau das war sein Ziel - anerkannt zu werden.


Hätte man die Tat voraussehen müssen?

 
Nein, das war nicht möglich. Er war zwar ein Aussenseiter, der in den letzten Jahren den Kontakt zur Gesellschaft verloren hat und ein rechtsextremen Gedankengut entwickelte. Doch damit wird jemand noch lange nicht zu einem kaltblütigen Mörder. Auch optisch wirkt er nicht wie ein brutales Monster, sondern eher wie der jungendhafte sympatische Kumpeltyp. So konnte er sich auch das Vertrauen der Jugendlichen im Camp erschleichen.



Wie gross ist die Gefahr von Nachahmungstätern?

 
Das Attentat regt sicher die Gewaltfantasien von ähnlich Denkenden an. Ein Blick auf Facebook zeigt, dass es nicht nur Menschen gibt, die das Attentat verabscheuen sondern auch einige, die mit dem Täter sympathisieren. Der Schritt von der Fantasie in die Realität ist dann aber doch ein grosser.



Kommentar: Dass meine Bedenken berechtigt sind, zeigt der Umstand, dass der irre Schlächter in Uniform bei der Vernehmung auftreten will. Das zeigt, dass der eiskalte Killer sich auf der Bühne darstellen will und  als Retter des unabhängigen Norwegens jede Plattform nutzen möchte.
Die ersten Auftritte fanden unter Ausschluss der Oeffentlichkeit statt und man liesse den Massenmörder nicht in Uniform auftreten.


Aus Blick-online:


Massen-Mörder von Norwegen: So zufrieden grinst Killer Breivik nach der Anhörung
Massen-­ Mörder von Norwegen So zufrieden grinst Killer Breivik nach der Anhörung

(Veranschaulicht die Uneinsichtigkeit des Killers)





Ich zitiere 20 Min:




Bieten die Medien dem mutmasslichen Attentäter eine zu grosse Plattform?




  Für den Präsidenten des Schweizer Presserats, Dominique von Burg, ist es verständlich und normal, dass die Medien dem mutmasslichen Täter eine Plattform bieten. «Schliesslich will man wissen, was einen solchen Typen antreibt», sagte er.

Das Gegenargument, wonach die Medien keine Werbeträger für die Theorien von Terroristen sein dürfen, lässt von Burg nicht gelten. «Wenn man nicht davon spricht, riskiert man, dass das nächste Attentat noch grösser sein wird, damit endlich davon gesprochen wird.»

Wenn das Ziel des Täters von Oslo und Utøya gewesen sei, seine Propaganda kund zu tun, dann habe er sein Ziel erreicht, gab von Burg zu. «Gleichzeitig ist es normal, dass die Öffentlichkeit informiert wird, weil sie informiert sein will.»

Es sei viel gefährlicher, Fakten und Motive unter Verschluss zu halten. Diese zu verschweigen, öffne Tor und Türe für Gerüchte. Diese seien immer schlimmer als die Realität.




FAZIT:

Jeglicher Extremismus, jeder Fanatismus, jedes fundamentalistische Gedankengut ist gefährlich. Vor allem dann, wenn mit Gewalt eine Gesellschaft gerettet, angeblich verbessert oder verändert werden will. Dies gilt für alle terroristische Vorgehensweisen, ob von rechts, links, vom Islam oder von anderen fundamentalistischen Gruppierungen.

Dürfen Fotos von Getöteten veröffentlicht werden?



aus Presseverein.ch


Bilder von Getöteten veröffentlichen?

Die Tötung von Osama bin Laden wirft die Frage auf, wie mit den dazu entstandenen Bildern umzugehen ist.
Time Cover mit Osama bin Laden (Screenshot Google Bildsuche)

Marcus Knill unterstützt Barack Obamas Entscheid, kein Foto des getöteten bin Laden zu publizieren.
Aus Fachkreisen wurde ich nach meiner publizierten Analyse im Tages-Anzeiger darauf aufmerksam gemacht, dass bei einem grosskalibrigen Schuss durch den Kopf eine visuelle Identifikation ohnehin nichts bringe. Das Gesicht sei meist völlig entstellt.
Soll die Fotografie des toten Bin Laden publiziert werden? (persoenlich.com, Marcus Knill)
Weitere Antworten auf die Frage hat Christian Lüscher bei Schweizer Chefredaktoren gesammelt. Sandro Brotz, Stv. beim “Sonntag”, hält Zensur für den falschen Weg, Gräuelbilder aber auch nicht zumutbar.
Wir müssen uns aber nichts vormachen und eine theoretische Debatte führen: Das Bild wird – wenn es von den US-Behörden erstmals freigegeben wird – innert Sekunden um die Welt gehen.
Die Kommentare unter dem Beitrag sprechen sich alle gegen eine Veröffentlichung aus.
“Wir müssen keine theoretische Debatte führen. Das Bild wird um die Welt gehen” (persoenlich.com)
“Südostschweiz”-Chef David Sieber hat eine Meinung, die sich mit vielen Antworten der anderen Chefredaktoren deckt:
Unter den Aspekten “Zeitdokument” und “Beweis” würden wir das Bild sicher bringen. Es kommt allerdings drauf an, wie grauslig es ist. Der Ekelfaktor entscheidet über Bildgrösse und Farbe oder s/w. Damit wir uns nicht missverstehen: je ekliger, desto zurückhaltender werden wir sein. Kodex hin oder her. Es gibt Bilder, die man zeigen muss. Ich erinnere an das erschossene Ehepaar Ceausescu oder an die Dokumentation von Gräueltaten bis hin zum Holocaust. Das ist alles sehr schwere Kost und doch muss man sich dem stellen.
In seinem Blogeintrag gibt er zu, dass auch die eigene Zeitung im hektischen Tagesgeschäft die presserechtlichen Leitlinien verlassen hat – und äussert sich kritisch über einen Fall in der Glarner Ausgabe der “Südostschweiz”.
Vom schwierigen Umgang mit Bildern (suedostschweiz.ch, David Sieber)
Bild: “Time” Cover mit Osama bin Laden (Screenshot Google Bildsuche)
Erfasst von Ronnie Grob am 8. Mai 2011