Freitag, 11. August 2006

Von Walfischen und "vom bücken" __________________________________ Diese Woche coachte ich eine Geschäftsleitung eines grösseren schweizerischen Verbandes im Fernsehstudio Nottwil (GDI = Guido A. Zäch Institut). Der Chef Marketing des Verbandes erwähnte in einem Beitrag, es fehle noch Geld. Man suche deshalb einen namhaften Sponsor. Als der Hausherr Dr. Guido A. Zäch die Gruppe während des Tages einmal begrüsste, hörte er zufälligerweise auch das Anliegen des Marketingschefs. Guido A. Zäch fragte hierauf die Teilnehmer: ____________________________________________ "Welches ist das grösste Tier auf der Erde?" ____________________________________________ Ein Teilnehmer: ____________________________________________ "Der Elefant." ____________________________________________ Zäch: ____________________________________________ "Nein, der Walfisch ist das grösste Tier! Und wisst Ihr, wie er sich ernährt?" ____________________________________________ Teilnehmer: ____________________________________________ "Mit Plankton." ____________________________________________ Zäch: ____________________________________________ "Richtig, so ist auch bei den Finanzen. Viele kleine Spenden ergeben Grosses! Uebrigens", fügte er dann bei, "Viele wissen es nicht, es ist genug Geld vorhanden. Es liegt nämlich auf der Strasse.!" ____________________________________________ Fragende Blicke. Die Teilnehmer stutzen. ____________________________________________ Zäch: ____________________________________________ "Aber man muss sich bücken!" ____________________________________________ ERKENNTNIS: 1. "Kleinvieh macht auch Mist." 2. Um zu Geld zu kommen, müssen wir etwas tun (sich bücken) und darf nicht warten, bis das Geld selbst kommt.

Terrorattacke vereitelt _______________________________________________________________________ Massenmord war das Ziel war des perfiden Plans von jungen Terroristen. Sie wollten Flüssigchemikalien in Flugzeuge schmuggeln und sie dort zu Sprengsätzen mixen. Kaum vorstellbar, wenn die ausgebildeten Massenmörder die Bomben gleichzeitig in 10 Grossflugzeugen hätten zünden können. Dieser Anschlag wäre einmalig gewesen, vor allem, wenn ein Flugzeug auch noch auf eine Grosstadt abgestürzt wäre. Nach ersten Informationen waren junge britische Muslime die wichtigsten Drahtzieher. Ich konnte zufälligerweise vor wenigen Wochen in Berlin an einer internen Veranstaltung für Sicherheitfachleute mit dabei sein. Nach meinem Referat sprach eine der prominentesten Fachpersonen (die Spezialistin für Terrorismus) des Bundesnachrichtendienstes. Sie wies in Berlin darauf hin, dass derzeit junge Terroristen wieder aktiv sind. Uns wurden bedenkliche Hetzreden abgespielt. Internetseiten waren zu sehen, die lediglich eine halbe Stunde für die Anhänger online waren - mit allen detaillierten Rezepten zur Herstellung von Sprengsätzen. Diese Anleitungen konnten die Terroristen für sich herunterladen. Es beeindruckte mich, dass der BND auch genaue Kenntnis hatte von den Ausbildungslagern der Muslime in Australien und Pakistan und dass man weiss, dass sich nicht alte Muslime aus dem nahen Osten als Attentäter in Frage kommen, sonden Jugendliche (vielfach Konvertierte), die in Europa aufgewachen sind und von den Hetzpredigern beeinflusst wurden. In einem Video war zu sehen, wie man bei Versuchen und echten Sprengsätzen zeigt, wie man mit einer Explosion möglichst viele Menschen töten kann. Die jüngste Geschichte verdeutlicht, dass der BND die Problematik in Berlin vor Tagen nicht einseitig oder übertrieben dargestellt hatte . Wir haben jetzt nach dem Terroralarm erkannt, diese Prognosen waren keine Hirngespinste. Es gibt sie, die gefährlichen Massenmörder. Und das schlimmste: Sie sind jung, sind in Europa aufgewachsen und leben unter uns.

Donnerstag, 10. August 2006

BLICK geisselt in der heutigen Ausgabe (10.8.06) Mc Mahon, weil sie als Dopingsünderin trotz Sperrung illegal an Volksläufen teilgenommen hat. ______________________________________________________ Mc Mahon enttäusche mich schon früher, weil sie vor den Medien stets nur das zugegeben hatte, was man ihr beweisen konnte. Sie deckte zudem immer alle Hintermänner bei der Dopinggeschichte. Was mich heute beschäftigt, ist nicht nur die Uneinsichtigkeit dieser Spitzenathletin. Sie trat in den Medien völlig unvorbereitet auf. Sie scheint nicht zu wissen, was ANTIZIPIEREN und WORDING heisst, wenn man vor einem Mikrofon oder einer Kamera Red und Antwort stehen muss. Im Zusammenhang mit dem Dopingskandal beim Radsport trat Brigitte Mc Mahon (freiwillig!) im Zischtigclub auf. Sie wusste somit ganz genau, dass kritische Fragen gestellt werden könnten. Als dann diese Fragen gestellt wurden, fehlen ihr aber konkrete, glaubwürdige, überzeugende Antworten. Auf die Frage, weshalb sie Doping genommen habe, griff Mc Mahon in die Kiste der billigsten Ausreden und behauptete, sie hätte Epo nehmen müssen, um ihre Blutwerte zu korrigieren. Auf die Frage , wer ihr das Doping verschafft habe, hätte die "Spritzensportlerin" sich schon längt eine Antwort bereithalten müssen. Doch auch da fehlte das Wording. Völlig hilfos wirkte Mc Mahon beim Vorwurf, sie habe trotz Sperrung bei Volksläufen Preisgeld kassiert. Mit dieser Frage war ebenfalls zu rechnen. Doch Mc Mahon shnappte nur nach Luft und fand, dieses Thema gehöre nicht in diese Runde. Schade, Britte Mc Mahon! Auch dieser Medienauftritt war ein Flop. Chance vertan! _____________________________________________________________ FAZIT: BEI OEFFENTLICHEN AUFTRITTEN UNVERBEREITET REDEN IST NICHT NUR SCHLIMM, WIE UNBEDACHTES REDEN. ES IST AUCH FAHRLAESSIG. WORDING HEISST, SICH GLAUBWUERDIGE ANTWORTEN ZURECHTLEGEN.

Dienstag, 8. August 2006

Wenn zwei sich streiten freut es die Quote Nina Hagen und Dieter Bohlen streiten sich. Nina findet die Bemerkungen Bohlens bei "Deutschland sucht den Superstar "menschenverachtend". Bohlen findet hingegen, die Rockröhre wolle einfach auffallen - um jeden Preis. Wir finden: Wenn sich jemand in den Medien beschimpft und wenn sich Personen vor Mikrofon und Kamera in die Wolle geraten, so fördert dies vor allem die Einschaltquote. Wer dieses Spiel mitspielt qualifiziert sich selbst.

Donnerstag, 27. Juli 2006

Glück und Erfolg sind keine gegebenen Grössen. Kann ich den Weg zum Erfolg selbst pflastern? ___________________________________________________________ Die Suche nach Glück , Erfolg und Zufriedenheit beschäftigt nicht nur Glücksforscher. Wer möchte nicht glücklich sein? Die Sehnsucht nach Glück und Erfolg nutzen Scharlatane. Mit billigen Rezepten gaukeln sie vor, Zufriedenheit, Glück und Erfolg könnten dank einer bestimmten Technik oder einer bestimmten Methode billig erworben werden. Psychologen, Hirn- und Sozialforscher sind der Meinung es gebe Voraussetzungen und taugliche Wege zum Glück , doch lehnen diese Fachleute billige Rezepte ab. Gewisse Verhaltensweisen und Einstellungen können den Weg zum Erfolg oder zum Glück ebnen. Wir teilen die Meinung des Glücksforschers MICHALY CSIKSZENTHIHALY (Uni Chicago), der Wege beschreibt, die hilfreich sind, das innere Gleichgewicht zu finden. Wir haben aus seinen Feststellungen Aspekte der Kommunikation und Rhetorik beleuchtet, die helfen, den steinigen Weg zum Erfolg zu pflastern. 1. Wir benötigen die Fähigkeit, uns auf etwas 100%ig konzentrieren zu können. Der Glücksforscher spricht von FLOW (sich in eine Sache versenken können). Diese Fähigkeit kann auch mit guten Rhetoriktrainings erworben werden. _________________________________________________________________________________ 2. RUHE ist hilfreich. Auch bei der Rhetorik und allen Kommunikationsprozessen kommt den Ueberlegungspausen zentrale Bedeutung zu. Wir schrieben immer wieder von Vordenkphasen, Startpausen, der Bedachtsamkeit oder der Fähigkeit Gedanken oder Gesagtes zu reflektieren. LINKS (rhetorik.ch) SCHWEIGEN, BEDACHTSAM REDEN, ZUHOEREN, BALANCE __________________________________________________________________________________ 3. Sich sinnvoll zu beschäftigen kann wie das „PAUSE MACHEN “ gelernt werden. Sinnvolle Aktivität hilft uns weiter. Aktivität macht in der Regel mehr Spass als Nichtstun. Wir können viel zum Glück beitragen, mit einem Tun, das uns herausfordert, das von uns Anstrengung verlangt. ___________________________________________________________________________________ 4. Sich „BEHERRSCHEN KOENNEN“. Obschon wir aus unserer Seele keine Mördergrube machen wollen und Probleme oder Konflikte offen auszusprechen lernen müssen, verbauen wir uns den Weg zum Erfolg, wenn wir unsere Emotionen nicht kontrollieren können. Es ist eine leidige Zeiterscheinung, dass die These „Wir kommunizieren ehrlich, offen und ungeschminkt“ falsch verstanden wird. Offenheit ist für viele ein Freipass, unbeherrscht oder taktlos zu reagieren. Wer ungefiltert spricht, wer nicht gelernt hat, sich zu beherrschen, verbaut sich den Weg zum Erfolg. __________________________________________________________________________________ 5. SICH BESCHRAENKEN KOENNEN. Auch das „Verzichten “ muss - wie das Lesen und Schreiben - erlernt werden. Leider dominiert bei der Kindererziehung die These, Wünsche der Kinder sollten stets befriedigt werden. Es ist ein Irrglaube, dass jene Menschen glücklicher sind, die sich nie einschränken mussten. Menschen, die gelernt haben, sich gut zu fühlen - mit dem was sie haben- , besitzen eine wichtige Voraussetzung, zufriedener zu werden. LINK (rhetorik.ch): ERZIEHUNG UND KOMMUNIKATION ___________________________________________________________________________________ 6. BEWEGUNG, körperliche Fitness sind wichtige Voraussetzungen um glücklich zu sein. Auch bei Kommunikationsprozessen spielen Bewegung, angemessener Sport und Tanz nicht nur für die Sauerstoffzufuhr eine grosse Rolle. LINK (rhetorik.ch): ATMEN __________________________________________________________________________________ 7. PERSPEKTIVEWECHSEL. Es lohnt sich, Probleme und Sachverhalte von verschiedenen Seiten zu betrachten. LINK (rhetorik.ch) KREATIVITAETSTECHNIKEN _________________________________________________________________________________ 8. RISIKO (etwas wagen). _________________________________________________________________________________ 9. GESELLIGKEIT, Freunde und Gedankenauszutausch fördern das Glücksgefühl. LINKS (rhetorik.ch): REDEN IST GESUNDHEITSFOERDERND. TEAM UND KOMMUNIKATION _________________________________________________________________________________ 10. Liebe in einer festen PARTNERSCHAFT ist eine gute „Investition“, um glücklich zu sein. Doch müssen wir Zeit und Energie investieren. %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% LITERATUR: Stefan Klein, die Glücksfomel,Reinbek: Rowohlt, Flow, das Geheimnis des Glücks, Klett Der Weg zum Glück, Dalai Lama, Herder _________________________________________________________________________________ LINKS (rhetorik.ch): - ERFOLG - ERFOGLSINTELLIGENZ

KRIEG ODER BEWAFFNETER KONFLIKT? Wir stellen fest. Obschon seit Tagen im nahen Osten Krieg herrscht, sprechen Politiker von Auseinandersetzung oder von einem bewaffnenten Konflikt. Der Krieg ist aus der Sprache von Juristen scheint weitgehend verschwunden. Völkerrechtler reden inzwischen meist von «bewaffneten Konflikten». Vergangenheit sind auch jene Formalien, mit denen militärische Auseinandersetzungen dereinst begonnen wurden.

Nach den Worten des Dresdner Völkerrechtsprofessors Ulrich Fastenrath gab es seit dem Zweiten Weltkrieg keine einzige Kriegserklärung mehr, die nach früherem Verständnis am Anfang eines Krieges stehen musste.

«Von einem bewaffneten Konflikt spricht man dann, wenn sich zwei Staaten mit militärischen Mitteln bekämpfen», sagt Fastenrath.

Gilt nun das «Kriegsrecht» oder wie man heute sagt, «humanitäres Völkerrecht»? Das sind vor allem verschiedene Haager und Genfer Abkommen, die den Schutz der Zivilbevölkerung und das Verbot bestimmter Waffen regeln.

Allerdings dürfen die Kriegsparteien bei ihren Angriffen auch zivile Opfer in Kauf nehmen - das Völkerrecht verbietet solche «Kollateralschäden» nicht generell. Zwar lautet der oberste Grundsatz, dass nur militärische Ziele angegriffen werden dürfen. «Wenn ein Staat jedoch seine Kasernen mitten in die Innenstadt baut, dann muss er auch mit Zivilopfern rechnen», meint Fastenrath.

Ein Krieg wird heute durch Einstellung der Kämpfe beendet, der Friedensvertrag ist nach Fastenraths Worten aus der Mode gekommen. Verstösse gegen das Kriegsvölkerrecht sind bisher meist ohne Folgen geblieben.

Fastenrath sprach auf eine entsprechende Frage hin im Zusammenhang mit dem aktuellen bewaffneten Konflikt zwischen Israel und Libanon von einem Krieg. «Das ist klar als Krieg zu bezeichnen im Libanon.» Nicht im Gaza-Streifen, da der kein eigener Staat sei. «Wenn Bomben abgeworfen werden, ist das klar eine militärische Auseinandersetzung, die unter den alten Begriff Kriegsrecht fällt.» Auch Terrorakte könnten ein Mittel der Kriegsführung sein, allerdings seien sie meist keine zwischenstaatliche Auseinandersetzung, sondern eine zwischen Gruppierungen. «Aber wenn Israel gegen das Territorium eines anderen Staates vorgeht, fällt das unter das Kriegsrecht nach alter Art und die entsprechenden Regelungen sind anwendbar.»

Pazifisten prägten vor Jahren den Slogan: Stell dir vor- es gibt Krieg- und keiner geht hin. Heute könnte man sagen: Stell dir vor - es herrscht Krieg - und keiner benennt ihn.