Sonntag, 1. Mai 2016

Vorgeschmack zum 1. Mai - nach Zürcher Art

Wird aus dem Tag der Arbeit wieder 

ein Tag der Chaoten?

Die Polizei wird einmal mehr die Balance suchen zwischen  "Repression" und "Gewähren lassen".

Leider hatte all zu oft  der Schutz des Eigentums keine hohe Priorität.

 

Rund 60 Personen aus der linksautonomen Szene haben im Vorfeld des 1. Mai in Zürich-Wiedikon ein Auto in Brand gesteckt und Scheiben eingeschlagen.


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Krawalle in Zürich-Wiedikon: 
Vermummte zogen durch die Zentralstrasse.
 (29. April 2016)

Am Freitagabend kam es in Zürich zu einer spontanen Demonstration. Rund 60 meist vermummte Personen versammelten sich im Kreis 3 und legten sich mit der Polizei an. Dabei kam es zu diversen Sachbeschädigungen. Der Schaden dürfte weit über 200'000 Franken betragen, teilt die Stadtpolizei Zürich heute mit.
Der Einsatz in den Zürcher Kreisen 3 und 4 begann gegen 21.00 Uhr. Die Chaoten zündeten auf ihrem Saubannerzug ein Fahrzeug und mehrere Container an. Zudem schlugen sie mehrere Scheiben ein und verschmierten Fassaden.

Samstag, 30. April 2016

Jonas Projer spricht in eigener Sache

 ARENA gibt Druck nicht nach



aus SRF:

Kommende Woche ist die Abstimmungs-«Arena» über die Initiative für eine neue Verkehrsfinanzierung, die sogenannte «Milchkuh-Initiative», angesetzt. Die SVP kämpft als einzige Partei im Parlament für die Initiative. Dagegen kämpft der Bundesrat, konkret der zuständige Finanzminister Ueli Maurer (SVP). Er kommt dafür in die Abstimmungs-«Arena», wie alle Bundesräte, und hat das schon im Februar mit der Redaktion festgelegt.
Aber eine Woche vor der Sendung stellt Bundesrat Maurer Bedingungen: Die «Arena» dürfe keinen Vertreter der SVP als Befürworter der Initiative einladen, ansonsten würde er nicht teilnehmen.
«Die ‹Arena› soll also die einzige Partei, die für die Initiative ist, nicht einladen und stattdessen einen Vertreter der FDP, obwohl die FDP gegen die Initiative ist», stellt Jonas Projer, Moderator und Redaktionsleiter, in der «Arena» fest. «Das können wir nicht machen. Nicht aus eigener Willkür und nicht auf Druck von einem Bundesrat. Kommende Woche findet die Abstimmungs-‹Arena› zur Milchkuh-Initiative statt – mit oder ohne Bundesrat Maurer.»

Ich zitiere 20 Min:

Projer legt sich mit Ueli Maurer an

«Arena»-Moderator Jonas Projer verzichtete auf die letzte Frage. Dafür trägt er seinen Streit mit Finanzminister Ueli Maurer in aller Öffentlichkeit aus.

storybild Moderator Jonas Projer gibt sich kämpferisch. (Bild: SRF)

Die Abstimmungs-«Arena» zur Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes bot wenig Überraschendes. Diskutiert wurde, wie weit die Präimplantationsdiagnostik gehen darf. Dabei fiel so manch ein medizinischer Fachbegriff. Selbst Gesundheitsminister Alain Berset (SP) beklagte sich über die technische Diskussion.

Der Aufreger folgte ganz zum Schluss: «Arena»-Moderator Jonas Projer verzichtete auf die letzte Frage. Stattdessen schoss er Giftpfeile in Richtung von Finanzminister Ueli Maurer (zum Video). Dieser hätte sein Gast in der nächsten Sendung zur Milchkuh-Initiative sein sollen, um die ablehnende Haltung der Regierung zu vertreten. Laut Projer wurde der Termin schon im Februar fixiert. 

Maurer stellt Bedingungen

Bloss: Nach der Darstellung des SRF weigert sich Maurer nun, gegen Parteikollegen ins Feld zu ziehen – obwohl die SVP als einzige grössere Partei die Ja-Parole zur Volksinitiative herausgegeben hat. Stattdessen soll Hans-Ulrich Bigler, FDP-Nationalrat und Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, das Lager der Befürworter vertreten. Biglers Partei ist allerdings gegen die Initiative.
Projer machte klar, sich dem Diktat aus Bundesbern keinesfalls zu beugen. «Das können wir nicht machen. Nicht aus eigener Willkür und nicht auf Druck von einem Bundesrat. Kommende Woche findet die Abstimmungs-Arena zur Milchkuh-Initiative statt – mit oder ohne Bundesrat Maurer», so die Schlussworte des Moderators.
Der offen ausgetragene Streit zwischen dem SRF und dem Finanzminister gibt auf Twitter zu reden. Einige der Tweets spielen auf Maurers inzwischen legendäres «kä luscht» an, mit dem er SRF-Journalisten einen Kommentar verweigerte.

Quelle BLICK-online:

Die TV-Arena steht unter politischem Druck. Letzte Woche hatten SP-Vertreter Moderator Jonas Projer einen Brief zukommen lassen. Die Linken warfen dem SRF-Gefäss vor, Propaganda für die Rechte zu machen. Die Themen entsprächen der SVP-Agenda (BLICK berichtete).
In der Sendung vom Freitagabend ging nun Projer in die Offensive. Er machte einen Druckversuch der anderen Seite publik. In seiner Abmoderation erklärt der Arena-Dompteuer, die nächste Sendung behandle die Milchkuh-Initiative. Die Redaktion habe den zuständigen Finanzminister Ueli Maurer eingeladen. Der SVP-Bundesrat stelle jetzt aber Bedingungen. Er komme nur, wenn er nicht gegen einen Parteifreund antreten müsse. Als Regierungsvertreter macht sich der Magistrat für das Nein-Lager stark.
Nur: Die SVP kämpft als einzige Partei für das Anliegen. Projer will sich nicht erpressen lassen. Zu BLICK sagt der TV-Mann: «Wir sind nur dem Publikum verpflichtet. Ich habe den grössten Respekt vor allen Bundesräten. Aber die Unabhängigkeit der Sendung geben wir nicht auf. Wir lassen uns nicht unter Druck setzen.»

Milchkuh-Initianten sind unter Druck

Auf die Frage, ob er die Talkrunde auch ohne Maurer durchführt, sagt Projer: «Selbstverständlich. Ausgewogen wie jede Sendung. Und so, dass sich der Zuschauer eine Meinung bilden kann.»
Tatsächlich ist es eigenartig und wenig glaubwürdig, dass Maurer nicht in der Polit-Show auftreten will. Noch vor drei Monaten – bei der Abstimmungs-Arena über die Abschaffung der Heiratsstrafe – trat er gegen seine Parteikollegin Verena Herzog auf. Offenbar üben die Milchkuh-Initianten Druck aus. Seit der Nein-Parole der FDP sind sie endgültig in der Defensive. Deshalb hätten sie natürlich ein Interesse, wenn in der Sendung gezeigt wird, dass es in der Freisinnigen Partei weiter Leute gibt, die das Anliegen unterstützen.
Auf der anderen Seite muss man dem SVP-Bundesrat zubilligen, dass er sich immer geweigert hat, sich dem Diktat von SRF zu beugen. Zum Entsetzen und Unverständnis der TV-Verantwortlichen getraute sich Maurer 2013, als frischgewählter Bundespräsident nicht bei der Präsidial-Arena aufzutreten.

KOMMENTAR:

Ein Moderator ist das Sache verpflichtet und darf sich von keiner Seite unter Druck bringen lassen.
So wie ich die Sendungen unter Jonas Projer mitverfolgen konnte, stellte ich fest, dass sich der neue "Dompteur" weder von rechts oder links unter Druck setzen lässt.  Die jüngste Verlautbarung könnte als Signal an die SP gewertet werden, um zu veranschaulichen, dass die ARENA nicht parteiisch einlädt.
Ich habe schon früher gesehen, dass unterschiedlichste Interessegruppen immer wieder versucht haben auf die Auswahl der Redner Einfluss zu nehmen. Jonas Projer ist gut beraten sich an der Sache zu orientieren. Ich persönlich vertrete die Meinung, dass auch die Akteure das Recht haben, auf eine Teilnahme zu verzichten. Dann hat aber das Fernsehen die Möglichkeit einen Ersatz zu verpflichten.
 

Freitag, 29. April 2016

POLIT- POSSE



Jeder Politiker möchte sicherlich eines nicht:

Unglaubwürdig kommunizieren. Und nun dies:



Was hat sich die Nationratspräsidentin wohl gedacht, als  nach zwei Tage nach  dem einmaligen Flucht von Simonetta Sommaruga und weiteren SP Kollegen während dem kritischen Votum Köppels, die Aussage verbreitete, die Bundesrätin hätte auf WC gehen müssen und habe deshalb den Saal verlassen. Ich habe niemand getroffen, der dieser Ausrede Glauben schenkte. Für mich ist unverständlich, dass der unglaubwürdige Versuch, einen offiziellen Patzer in ein besseres Licht zu rücken. Diese Ausrede wurde von der Boulevardpresse gross aufgemacht. Die Geschichte schadet der Bundesrätin und der Nationalratspräsidentin. Aber auch dem Kommunikationsklima in Bern.

Wer die Kommentare im Netz überfliegt, erkennt sofort: Der grosse Profiteur ist Köppel.


LINK BLICK:

Höchste Schweizerin macht

Sommaruga-Köppel-Eklat zur Pinkel-Posse

Was hat sich Markwalder

bloss dabei gedacht?


«Sie musste aufs WC», erklärte Christa Markwalder Simonetta Sommarugas Abgang. Ein Hilfeversuch der nach hinten losgeht. Nun schweigt die Nationalratspräsidentin.




Ein Hilfeversuch, der mächtig nach hinten losgeht: FDP-Nationalrätin Christa Markwalder erklärte das Verschwinden von Justizministerin Simonetta Sommaruga gegenüber «Tele Züri» nicht mit dem aggressiven Votum von SVP-Nationalrat Roger Köppel – sondern mit Harndrang. «Simonetta Sommaruga sass schon stundenlang im ­Nationalratssaal. Sie musste aufs WC.»

Nur: Quellen aus Sommarugas Justizdepartement (EJPD) bestätigen, dass Sommaruga sehr wohl wegen Köppels Rede den Saal verliess. Und dann, weil sie draussen war, noch schnell die Toilette aufsuchte. Offiziell nimmt das EJPD zum Vorfall weiterhin keine Stellung.

Und auch die höchste Schweizerin schweigt. Mehrfache BLICK-Anfragen beantwortete die Bernerin nicht.

Gestern um Mitternacht meldete sie sich zum letzten Mal zu Wort. Per Twitter fragte sie «Grundsatzfrage: Darf man in der Schweiz Anstand und Respekt erwarten – sowohl im Parlament wie auch auf Social Media? Meine Antwort ist JA.»

Bezieht sich Markwalder mit dieser kryptischen Wortmeldung auf das Votum von Köppel, bei dem er Sommaruga der «frivolen Leichtfertigkeit» und des «Verfassungsbruchs» bezichtigte? Oder auf den Spott über ihre WC-Aussage? Auch diese Frage beantwortet Markwalder nicht.

Dafür wird sie auf Social Media hart kritisiert. «Grundsatzfrage: Sollten Nationalratspräsidenten in der Schweiz die Wahrheit sagen? Ganz klar ja!», entgegnete jemand. Und ein anderer schrieb: «Sehe ich genauso. Es ist kein Anstand, wenn man als Bundesrat hinausläuft, während ein gewählter Volksvertreter spricht.»

 

KOMMENTAR:

Für mich hat die  Story die Ebene einer Kindergartengeschichte.

Bei dieser Politposse müssten sofort alle wieder auf die Sachebene zurück kehren.

Für mich unverständlich, dass die glaubwürdige Kommunikation nicht ernster genommen wird.

LINKS:


Nationalrats-Präsidentin Markwalder erklärt Sommarugas Flucht Die Blase war schuld, nicht Köppel!
Politik· Video
Überraschende Wende im Eklat um SVP-Nationalrat Roger Köppel und Justizministerin Simonetta Sommaruga. Wollte die Bundesrätin den Saal nicht verlassen, sondern musste sie ganz einfach?


Donnerstag, 28. April 2016

Kunst in der Natur

Auch die Natur ist ein Kunstwerk 
(wie ein Gemälde)


Natur trifft Kunst: Der Schlossgarten «Jardins des Iris» in Vullierens VD ist ein Bijou.
Natur trifft Kunst: Der Schlossgarten «Jardins des Iris» 
in Vullierens VD ist ein Bijou.
ZvG

Mittwoch, 27. April 2016

Eklat im Nationalrat


Sommaruga verlässt Saal 

nach Attacke von Köppel

Als SVP-Nationalrat Roger Köppel Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Nationalrat verbal attackiert, verlässt diese den Saal – und mit ihr die gesamte SP-Fraktion. (Quelle 20 Min)



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SVP-Nationalrat Roger Köppel attackierte Bundesrätin Simonetta Sommaruga während der Sondersession im Nationalrat scharf.


In der Sondersession des Nationalrates ist es am Dienstag zum Eklat gekommen. Als der «Weltwoche»-Chefredaktor und neugewählte Nationalrat Roger Köppel zur Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien spricht und dabei Bundesrätin Sommaruga massiv angreift, verlässt diese den Saal. Köppel sagte, Sommaruga setze sich «mit einer frivolen Leichtfertigkeit» über Verfassungsbestimmungen hinweg.

Die Rede von Köppel im Video:
Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
Auf Twitter schlägt der Vorfall hohe Wellen:


KOMMENTAR: In der Politik darf in der Sache hart gefochten werden. Köppel durfte aufzeigen und beanstanden, dass Bundesrätin Sommaruga jüngst eindeutig ausgesagt hatte, dass die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit mit Kroatien nicht verfassungskonform sei und deshalb nicht gutgeheissen werden kann. 
Diesen Widerspruch aufzuzeigen war legal.
Was jedoch nicht geht: Eine Politikerin darf nicht persönlich angegriffen werden.
In den Kommentaren erntete deshalb Köppel für die persönlichen Angriffe harte Kritik. Er bezeichnete die Magistratin nachträglich als hochnäsig. Köppel muss mit einer Rüge rechnen.

 Bundesrätin Sommaruga kommt anderseits für "das Davonlaufen" viele Negativpunkte. Dies sei keine Lösung. Die Flucht zeige, dass die Bundesrätin überfordert gewesen sei. Wer davon läuft, verliere im Grunde genommen das Gesicht.
Ich persönlich finde, dass man sich nicht immer alles gefallen lassen muss. Einmal mehr zeigt dieser Eklat. Provokateure punkten, wenn sich das Gegenüber provozieren lässt.
Als Kommunikationsberater vertrete ich  die Meinung, dass wir das Gegenüber anhören müssen, auch dann, wenn uns diese Gedanken nicht genehm ist. Davonlaufen, Flucht wird meist  als Zeichen der Hilflosigkeit gewertet. 
Nachtrag aus BLICK-online:



«Sommaruga verträgt die Wahrheit nicht!»


NACHTRAG (20 Min)

Streitkultur

 Print

«Köppel tut dem langweiligen Betrieb gut»

Mit Roger Köppel hat ein rauerer Ton in Bundesbern Einzug gehalten. Wie viel Provokation ist erlaubt?


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SVP-Nationalrat Roger Köppel attackierte Bundesrätin 
Simonetta Sommaruga während der Sondersession im Nationalrat scharf.
SVP-Nationalrat Roger Köppel unterstellte Justizministerin Simonetta Sommaruga in der Debatte über die Erweiterung der Personenfreizügigkeit, sich mit einer «frivolen Leichtfertigkeit» über die Verfassung hinwegzusetzen. Zudem warf er ihr vor, «Asylanten aus Gambia, Somalia oder Eritrea» ins Land zu holen. Sommaruga platzte der Kragen – sie verliess aus Protest den Saal.
Beobachter sind uneins, ob eine Bundesrätin so auf einen verbalen Angriff reagieren darf. Verständnis äussert Politikberater Mark Balsiger: «Bundesrätin Sommaruga ist auch nur ein Mensch. Ihr darf es auch einmal den Nuggi raushauen.» Es gibt kein Bundesratsmitglied, das in den letzten Jahren so viele Angriffe über sich ergehen lassen musste wie sie.»

«Wer davonläuft, verliert das Gesicht»

Laut Balsiger trägt Köppel seinen angriffig-polemischen Stil der «Weltwoche»-Editorials mit lausbübischer Freude in die Ratsdebatte. Mit solchen Provokationen generiere er Schlagzeilen, mit engagierter Mitarbeit in den Kommissionen nicht. «Entsprechend sind Tabubrüche auch in Zukunft zu erwarten.»
Dagegen findet Kommunikationsberater Marcus Knill Sommarugas Flucht falsch: «In einer Demokratie gehört es sich, dass man sich zuhört, auch wenn man anderer Meinung ist.» Wer davonlaufe, verliere das Gesicht, zudem könnte es als Zeichen der Hilflosigkeit interpretiert werden. Knill findet, dass Köppels direkte Kommunikation dem Politbetrieb in Bern gut tue: «Oft waren die Debatten langweilig, man hat sich geschont und um den heissen Brei geredet.» Er sei ein Verfechter einer Streitkultur, in der mit Rede und Gegenrede um Positionen gerungen werde.
Politologe Louis Perron sagt, Sommaruga habe eher «zu dünnhäutig» reagiert. Eine Magistratin müsse in einer Parlamentsdebatte einstecken können, selbst wenn die Rede Köppels von «schlechtem Stil» gezeugt habe. «In anderen Ländern geht es ganz anders zu und her. In Grossbritannien gehört das Ausbuhen der Gegenseite einfach dazu.»

In Europa fliegen die Fetzen

Ein Beispiel aus der Debatte des britischen Unterhauses machte erst kürzlich auf Youtube die Runde. Labour-Mann Dennis Skinner nannte den britischen Premier David Cameron in der Debatte um die Panama-Papers«Dodgy Dave» («zwielichtiger Dave»). Das war selbst für Grossbritannien zu viel – Skinner musste den Saal verlassen. Cameron blieb gelassen.
Tumultartige Szenen spielten sich 2010 im deutschen Bundestag ab, als die heutige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Sigmar Gabriel (SPD) aneinanderrasselten.


«Deutschschweizer Parlamentarier sind keine grossen Redner»


Laut Perron ist die Kultur in der Schweiz eine andere: «Wir Schweizer sind besonders harmoniebedürftig. Den neuen Stil und Ton, den die SVP in die Debatte bringt, sei aber nicht schlimm. «Ich glaube nicht, dass früher alles besser war. Man müsse nur an die Debatte um das Frauenstimmrecht zurückdenken. «Die frauenfeindlichen Zitate von damals sind heute undenkbar.» Zudem würden die Gegner auch Strategien entwickeln, um Angriffe abzufangen.
Auch Balsiger sagt, in Grossbritannien begünstige das klare Oppositions- und Regierungssystem eine scharfe Rhetorik. Diese passe nicht zur Konsens-Kultur in unserem Land. Deutschschweizer Parlamentarier seien rhetorisch weniger beschlagen als englische Abgeordnete: «Bei uns wird die freie Rede nicht gepflegt. «Es hat sich die Unsitte eingebürgert, selbst kurze Voten vom Blatt abzulesen.»

NACHTRAG TAGI-ONLINE:

Hinauslaufen ist eine Niederlage

Bundesräte müssen auch harte Kritik aushalten können. Dass Simonetta Sommaruga den Nationalratssaal verliess, schwächt sie und die Politik ihrer Partei. Mehr...

Dem Service Public fehlt der Service

Einer gegen alle

Weshalb könnte Peter Salvisberg 
trotz der grossen Gegnerschaft doch Erfolg haben?

Antwort: Der Service wird laufend abgebaut - 
das ärgert die Kunden. Peter Salvisberg argumentiert mit FAKTEN.

«Pro Service public»

20 Min:

«Der Service-Abbau 

nervt viele Leute extrem»

Peter Salvisberg, Kopf der Service-public-Initiative, will Post, Swisscom und SBB das Profitdenken austreiben. Er wehrt sich gegen den Vorwurf, die Initiative sei kontraproduktiv.



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«Wir alle sind Besitzer von Post, SBB und Swisscom, 
wollen mitreden und uns nicht über den Tisch ziehen lassen», 
sagt Peter Salvisberg. Er ist Geschäftsleitungsmitglied des 
Konsumenteninfo-Verlags, der die Initiative mit Zeitschriften
 wie «K-Tipp» und «Saldo» lanciert hat.

Herr Salvisberg, Sie versprechen mit Ihrer Initiative einen besseren Service public – doch im Parlament wurde sie einhellig abgelehnt. Warum?
 
Wir sind beim Service public näher am Volk als die sogenannten Volksvertreter. Die Leute merken, dass der Pöstler nicht mehr in den zweiten Stock kommt, dass Bahnhöfe nicht mehr besetzt sind. Kurz: Sie erleben einen schleichenden Dienstleistungsabbau. Das nervt extrem viele Leute. Doch wir alle sind Besitzer dieser Firmen, wollen mitreden und uns nicht über den Tisch ziehen lassen.

Umfrage
Sind Sie zufrieden mit dem Service public?
12 %
15 %
22 %
50 %
1 %
Insgesamt 2092 Teilnehmer




Im Abstimmungskampf wettern Sie gegen SBB, Post und Swisscom. Ist das nicht zu einfach?
 
Nehmen wir die Bahn als Beispiel: Die Billettpreise haben sich seit 1990 zum Teil mehr als verdoppelt. Gleichzeitig erodiert der Service: Tickets kann man nicht mehr im Zug lösen, die Pünktlichkeit könnte besser und die Züge weniger pannenanfällig sein. Bahnhöfe verkommen zu Shoppingcentern mit Gleisanschluss. Bei der Post schlossen in 15 Jahren rund 1800 Poststellen – das ist jede zweite!




Sie wollen das Rad der Zeit zurückdrehen und verlangen, dass die bundesnahen Betriebe nicht mehr nach Gewinn streben dürfen. Was soll das bringen?
 
Auch Coop und Migros sind genossenschaftlich organisiert – und ein Erfolgsmodell. Uns geht es um das Geschäftsgebaren. Die Post erzielte in den letzten fünf Jahren insgesamt 4,9 Milliarden Franken Gewinn. Wenn ich zügle und mir die Post nachschicken lasse, kostet mich das am Schalter 42 Franken. Im Jahr 2000 waren es noch zehn Franken. Heute steht statt dem Service der Profit im Zentrum. Wenn selbst das Benutzen der Bahnhofstoilette kostet, sodass die Leute wild urinieren, wurde das Rad überdreht.


Gemäss den Gegnern ist die Initiative eine Mogelpackung. Sie schwächt den Service public, indem sie die unternehmerische Freiheit schwächt und Innovation im Keim erstickt. 
 
Wir sagen nicht, dass die Unternehmen keine Gewinne mehr erzielen dürfen – die Initiative bezieht sich nur auf die Grundversorgung. Das Parlament müsste festlegen, was diese umfasst. Und die Überschüsse blieben neu im Unternehmen, statt in die Bundeskasse zu fliessen. Es gäbe sogar mehr Investitionen und Innovationen.


Laut dem Bundesrat reisst die Initiative ein Loch in die Bundeskasse. Sparrunden könnten zu einem Abbau beim Service public führen.
 
Das ist pure Angstmacherei. Heute weiss man nicht einmal, welcher Anteil der Gewinne aus dem Bereich der Grundversorgung kommen. Die bundesnahen Betriebe sind Black Boxes, die wir ausleuchten wollen.


Die Initiative verlangt, dass die Cheflöhne der Bundesbetriebe jene der Bundesverwaltung nicht übersteigen. Ist SBB-Chef Andreas Meyer, der eine gute Million Franken verdient hat, in Ihren Augen ein Abzocker?

 
Ja, das sehe ich so. Die Vorgänger der jetzigen Chefs der Bundesbetriebe haben den Job zum halben Lohn gemacht – und beileibe nicht schlechter. Ein Bundesratslohn von 475'000 Franken ist angemessen. Wären die Kaderleute von Post, SBB und Swisscom seit 2010 so entschädigt worden, hätten 44 Millionen Franken in einen besseren Service investiert werden können.


Es wird aber befürchtet, dass die Unternehmen ohne marktgerechte Löhne nicht mehr die besten Leute bekommen. 
 
SBB, Post und Swisscom haben zusammen 110'000 Angestellte. Da werden sich doch wohl Leute finden lassen, die den Job mit Stolz, Talent und Können zu einem Bundesratslohn machen möchten. Es ist im Übrigen auch in der Privatwirtschaft nicht so, dass die Untergebenen mehr verdienen als der Chef. Herr Meyer verdient aber gut doppelt so viel wie Frau Leuthard.


KOMMENTAR: In diesem Interview kann Peter Salvisberg konkret begründen, dass der SERVICE für die Kunden laufend abgebaut wird. Diese Argumente (Grün unterlegt!) leuchten ein.
Diese Fakten dürfen von den Gegnern nicht unterschätzt werden. Ich behaupte, dass Peter Salvisberg dank dieser Fakten überraschend viele JA- Stimmen generieren wird - trotz der übermächtigen Gegnerschaft!

EInmaliges Duell: Schawinski-Blocher

Ein Duell, bei dem die Fetzen fliegen

Wer sich für Medienrhetorik interessiert, muss sich diese verbale Auseinandersetzung Schawi-Blocher
unbedingt anschauen. Es lohnt sich.
Die zahlreichen Kommentare im Netz machen uns bewusst: 
Es gibt wahrscheinlich keinen eigentlichen Sieger.
Das Duell gibt jedenfalls für Berater als Beobachtungsaufgabe etwas her.

Es könnte an einem Seminar eine beliebige Sequenz von fünf Minuten gezeigt werden. Hernach  folgt die Auswertung der
Beobachter, die ihre Erkenntnisse preis geben.
Die Beobachter könnten beispielsweise folgenden Fragen nachgehen:

- Dialog hat mit Austausch von Meinungen zu tun, vor allem mit Zuhören. Wo gibt es in diesem Duell diese Elemente des Dialoges?

- Wie gehen die beiden Kontrahenten mit Unterbrechungen um? Schildern Sie ein Beispiel.

- Wer überzeugt Sie mehr? Schawinski oder Blocher? 
Oder: Ueberzeugt Sie keiner von Beiden?

- Gibt es eine raffinierte Abwehrtaktik, die Ihnen aufgefallen ist? 

LINK:

Bild für das Nachrichtenergebnis
Christoph Blocher bei Schawinski - Schawinski vom 25. April 2016
Schweizer Radio und Fernsehen - vor 7 Stunden
Christoph Blochers provokanter Nazi-Vergleich sorgt seit Tagen für Schlagzeilen. Was hat ...
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