Letzte "Wetten, dass..?"-Sendung
Lanz' peinliches Interview mit Samuel Koch
(Quelle Stern)
Der Auftritt von Samuel Koch sollte der emotionale Höhepunkt der
letzten "Wetten, dass...?"- Ausgabe werden. Doch statt eines
respektvollen Gesprächs wurde das Interview zu einem Debakel.
Der Tiefpunkt von "Wetten, dass..?": Lanz' Interview mit Samuel Koch.
Mit
dem tragischen Unfall von Samuel Koch begann für "Wetten, dass..?" vor
vier Jahren der Anfang vom Ende. Ganz Deutschland erinnert sich bis
heute an den Moment, an dem die größte Samstagabendshow Deutschlands
seine Unschuld verlor. Deshalb sollte der Besuch von Samuel Koch der
emotionale Höhepunkt der letzten "Wetten, dass..?"-Ausgabe
werden. Die Betonung liegt auf sollte. Denn Lanz' Interview mit Koch
war ein Desaster, in vielerlei Hinsicht. Das Gespräch zum Nachlesen (hier können Sie es sich auch in der ZDF Mediathek anschauen):
Til Schweiger schiebt den im Rollstuhl sitzenden Samuel Koch in das "Wetten, dass..?"-Studio.
Markus Lanz:"Komm einmal nach vorne Samuel, damit wir dich sehen können."Schon das ist eine ungeschickte Aufforderung für einen Rollstuhlfahrer.
Lanz legt Koch die Hand auf die Schulter.
Markus Lanz: "Samuel, erst einmal schön, dass du da bist!"
Lanz umarmt Koch umständlich.
Markus Lanz fügt erklärend hinzu: "Wir umarmen uns immer, wenn wir uns sehen. Freue mich sehr, dass du da bist."
Das Publikum feiert Samuel Koch mit Standing Ovations.
Lanz kommentiert in seiner unnachahmlichen Art das Offensichtliche:
"Menschen stehen auf!"
Auch
die Prominenten sind aufgestanden. Samuel Koch ist sichtlich gerührt,
die Rückkehr an den Ort des Unfalls scheint ihm nicht leicht zu fallen.
Währenddessen tätschelt Lanz schon wieder an Kochs Schulter herum. Dann
wird es beinahe totenstill im Studio.
Markus Lanz:
"Vielen Dank. Samuel, deine Rückkehr zu 'Wetten,dass..?'! Und ich habe
mich gefragt, auch deshalb weil ich viel von dir gelesen habe, weil wir
uns mehrfach begegnet sind, weil wir ab und zu auch mal privat
miteinander plaudern..."
Jetzt drückt Lanz mächtig auf die Tränendrüse.
Markus Lanz:
"... weil ich auch ein bisschen weiß, was du durchlitten hast, was du
erlebt hast. Welche unglaublichen Ängste du ausgestanden hast, als es
auf Messers Schneide war. Wie du gequält versucht hast, irgendwie wieder
ins Leben zurückzufinden. Wie geht's dir wieder zurück in dieser
Halle?"
Samuel Koch: "Hui. Also erst einmal: Guten Abend. Wie geht's mir nach diesem lauten Geräusch?" Samuel Koch meint den lauten, ausdauernden Applaus des Publikums.
"Vielen Dank dafür. Nach dieser netten Geste. Sehr schön, aber auch
irgendwie ein bisschen komisch, muss ich ehrlich sagen. Ja."
Markus Lanz: "Hast du lange überlegt, als die Anfrage kam, wir dich gebeten haben, in diese letzte Sendung zu kommen?"
Samuel Koch erklärt in ruhigem Tonfall:
"Ja, das hab ich durchaus. Hin- und herüberlegt. Abgewägt. Ich dachte
auch, gerade die ganzen Leute, die hinter den Kameras und den Kulissen
arbeiten, da hatte ich nie die Gelegenheit, mich vernünftig, anständig
zu verabschieden. Als ich das letzte Mal bei 'Wetten dass..?' war, bin
ich irgendwie frühzeitig gegangen, da hatte ich einen steifen Hals an
dem Abend.
Es war witzig gemeint, doch Lanz
scheint sich unsicher zu sein, ob er darüber lachen darf. Stattdessen
fasst er ihn erneut an die Schulter.
Samuel Koch: "Und jetzt wollte ich noch einmal vernünftig Abschied nehmen."
Applaus brandet auf, Lanz hakt ein: "Das können wir heute tun, Samuel. Und du hast offensichtlich nicht nur deinen Humor verloren."
Auch hier versemmelt es Lanz mit seinem peinlichen Versprecher. Koch schaut Lanz fragend an.
Markus Lanz:
"Trotzdem würde ich dich gerne fragen, bevor wir gleich zu dem kommen,
was du jetzt machst, wie geht es dir heute? Wie geht es dir
gesundheitlich? Wozu bist du in der Lage? Lass uns teilhaben an deinem
Leben.“
Samuel Koch: "Aha. Das hast Du mich schon mal gefragt, wie's mir geht. Eigentlich ganz okay. Und selber?"
Treffer,
versenkt. Koch erkennt das Lanz'sche Stilmittel, dieselben Fragen immer
wieder zu stellen, und liefert eine schlagfertige Antwort, die für
Lacher im Publikum sorgt.
Lanz, leicht beschämt: "Auch gut. Auch gut."
Markus Lanz wechselt schnell das Thema:"Will dich gar nicht länger quälen..."
Samuel Koch:"Doch"
Markus Lanz: "…aber wir gehen jetzt mal rein in den Grund deines Besuches. Ihr habt einen gemeinsamen Film gemacht."Er meint damit Samuel Koch und Til Schweiger, der die ganze Zeit still neben Koch sitzt.
Samuel Koch: "Den Film hat Til gemacht, ja. Ich war auch dabei kurz."
Markus Lanz: "Ja, du warst auch dabei. Und hast dich dort als Schauspieler betätigt."
Nach
dem Einspieler des neuen Schweiger-Films "Honig im Kopf", in dem Samuel
Koch eine Nebenrolle spielt, geht es nicht weniger unverkrampft weiter. So fragt Lanz Samuel Koch tatsächlich mit Bezug auf seinen Unfall:"Hast du etwas Sinnhaftes daraus gezogen?".
In
diesem Moment müssen dem ZDF-Intendanten die Schweißperlen auf der
Stirn gestanden haben. Wie kann man einem Mann, der für den Rest seines
Lebens nach einem schweren Unfall querschnittsgelähmt sein wird, eine
solche Frage stellen?
Koch antwortet trotzdem souverän:"Ich wage nicht zu behaupten, dass das Sinn hatte. Ich versuche dem Ganzen den Unsinn zu nehmen."
KOMMENTAR: Ein solches Interview kann ein Moderator nur gut führen, wenn es eine Ahnung hat von Wertschätzung, Empathie, Zuhören, Anteilnahme und unter Moderation versteht, das Gegenüber reden zu lassen. Wenn ein Medienprofi nicht gelernt hat, auf Frageketten zu verzichten, fehlt ihm zudem ein wichtiger Baustein der Medienrhetorik. Lanz hätte sich auf dieses wichtige, heikle Gespräch vorbereiten müssen. Markus Lanz hat mich enttäuscht.
Ich gehe mit den Kritikern einig: Das Interview mit Samuel Koch war äusserst peinlich. Erstaunlich, wie Samuel Koch hingegen gut zuhört und den Selbstdarsteller postwendend korrigiert und die peinlichen Fragen geschickt kontert und damit entlarvt.
Geschmackloser gehts nimmer! die Echos der Twitter Nutzer sprechen für sich: "Etwas Sinnhaftes? Ist Lanz irgendwie Psychopath oder hat
er einfach keine Empathie?" Eine Nutzerin bezeichnet Lanz gar als
"taktlosen Vollidioten".
Das gesamte Gespräch mit
Samuel Koch dauerte nicht einmal zehn Minuten - (davon ca. zwei MinutenApplaus). Lanz schafft es mit Leichtigkeit, sich
wie ein Elephant im Porzellanladen aufzuführen, während dem sich Deutschland vor dem Bildschirm fremdschämte. Nach diesem peinlichen Interview fällt der
Abschied von "Wetten, dass...?" nicht mehr schwer.
NACHTRAG aus NEWS-AT (die Kritik ist ebenfalls vernichtend:
"Du hast nicht nur deinen Humor verloren"
Markus Lanz weiß offenbar nicht, wie er mit Samuel Kochs Aussage
umgehen soll. "Du hast offensichtlich nicht nur deinen Humor verloren",
erklärt der Moderator. Einen peinlicheren, unpassenderen Versprecher
hätte er sich wohl kaum leisten können.
Samuel Koch schaut Lanz danach ratlos an, lässt aber weiterhin dessen
Fragen über sich ergehen. Als Lanz zum wiederholten Male wissen möchte,
wie es ihm geht, schlägt er jedoch zurück. "Das hast du mich schon mal
gefragt, wie's mir geht. Eigentlich ganz okay. Und selber?".
Somm der die BAZ in die schwarzen Zahlen gebracht hat, geht nicht zur NZZ
Somm bestätigt Angebot der NZZ
– sagt aber ab
(TAGI-EILMELDUNG)
Der
Chefredaktor der «Basler Zeitung», Markus Somm, hat zu den Gerüchten um
einen möglichen Wechsel zur «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) Stellung
bezogen.
Markus Somm.
Markus Somm bestätigt in einer Mitteilung, dass er für den Posten des
NZZ-Chefredaktors angefragt worden sei – sich aber dagegen entschieden
habe. Somm will demnach seine Tätigkeit als Chefredaktor und Verleger der «Basler Zeitung» weiterführen. Nach
der Absetzung von NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann, hatte die
Personalie Somm für Aufregung gesorgt, auch über die Medienbranche
hinaus. (mw/sda)
KOMMENTAR: Seit Markus Somm als Nachfolger für den angesetzten Markus Spillmann gehandelt wurde, lagen die Nerven bei der NZZ blank. Viele Mitarbeiter fürchteten, das ehemalige Sprachrohr der FDP nähere sich der SVP an.
Nun ist das erste Gerücht um die Nachfolge geklärt. Es geht bei der Besetzung der Chefredaktion vor allem um die politische Ausrichtung der "Alten Tante". Deshalb warten alle gespannt auf den Namen des Nachfolgers.
Das jüngste Urteil der Beschwerdeinstanz zeigt, dass diese Instanz nicht auf einem Auge blind ist:
Sachgerechtigkeitsgebot
(Aus 20 Min)
SVP-Beschwerde gegen SRF gutgeheissen
Irreführung der Zuhörer: Ein Bericht auf dem Radiosender SRF 1 hat
fälschlicherweise den Wegzug eines Konzerns mit der
SVP-Zuwanderungsinitiative in Verbindung gebracht.
Auch der Ombudsmann der SRG betrachtet den Beitrag als «unsachlich».
Das Schweizer Radio SRF hat mit einem Beitrag über den
Wegzug des Erdölkonzerns Weatherford aus der Schweiz das
Sachgerechtigkeitsgebot verletzt. Zu diesem Schluss kommt die
Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) in einem
Entscheid vom Freitag. Bildstrecken«SRF 3 ist Mainstream mit Ecken und Kanten»Der Beitrag war am 4. April dieses Jahres in der Sendung
«HeuteMorgen» auf Radio SRF 1 ausgestrahlt worden. Darin wurde der
Wegzug des Konzerns mehrmals mit der Annahme der
SVP-Zuwanderungsinitiative rund zwei Monate zuvor in Verbindung
gebracht. Kein Beweis für Sitzverlegung wegen Initiative Damit
seien die Zuhörerinnen und Zuhörer irregeführt worden, teilte die UBI
am Freitag mit. Sie hiess eine Beschwerde der SVP deutlich mit acht
Stimmen zu einer Stimme gut. Es finde sich kein Beleg dafür, dass das Ja
vom 9. Februar tatsächlich eine wesentliche Rolle für die Sitzverlegung
von Weatherford von Zug nach Irland gespielt habe. Vor
der UBI hatte bereits der Ombudsmann der SRG den Beitrag als
«unsachlich» kritisiert. Die SRG muss die UBI nun innerhalb von 30 Tagen
darüber informieren, welche Massnahmen zur Behebung des Mangels
getroffen wurden und wie ähnliche Verletzungen in Zukunft vermieden
werden sollen.
KOMMENTAR: Die Ombudstelle veranschaulicht mit diesem Urteil, dass sachgerechtes Informieren keine Hohlformel sein darf.
Früher guckten 20 Millionen ins "Lagerfeuer" der Unterhaltung - heute gibt es ein neues Fernsehverhalten Kinder durften früher länger aufbleiben und am Montag war "Wetten, dass.."das Tagesgespräch. Letztes Jahr konnte "Wetten, dass...?" nur noch 5 Millionen vor den Bildschirm locken. Das Fernsehverhalten hat sich gewaltig verändert. Jeder kann Sendungen zeitversetzt anschauen. Die Glotze ist nicht mehr das Lagerfeuer der Familie. Es gibt übrigens kaum noch echt Familien, die am Samstag gemeinsam den Abend verbringen. Auch die Formate Unterhaltung haben sich im Laufe der 33 Jahre "Wetten, dass..?" enorm verändert. Es musste der Stecker gezogen werden. Weshalb "Wetten, dass...?" Hörer vergraulte, verschuldete sicherlich auchdas hohle Geplapper gewisser Promis. In der letzten Sendung war es Witt, die es nötig hätte, sich ständig ins Zentrum zu rücken. Dieses penetrante "Sich - Aufdrängen und Dreinreden" nervte. Ich zitiere Tagi online, der diese Qusselrhetorik wie folgt kommentierte: Umso tragischer war das Gefasel über die alten Zeiten. Als man sich an
Michael Jackson erinnerte, sagte Katharina Witt: «Er war ein riesiger
Musiker.» Dafür gab es Applaus aus dem Publikum. Witt weiter: «Er hat an
einer Plastikblume gerochen. Er war wahrscheinlich sehr einsam.» Darauf
Moderator Markus Lanz: «Ein armer Mensch, eigentlich.»
Linke Chaoten brandschatzen und können alles kurz und klein schlagen
Ein regelrechter Saubannerzug bahnte sich Freitag Abend
durch die Strassen Zürichs. Die Krawallanten zerstörten
Schaufensterscheiben, zündeten Autos und Container an und lieferten sich
eine Schlacht mit der Polizei. Sieben Beamte wurden dabei verletzt, sie
mussten in Spitalpflege. Die Ausrüstung einer Polizistin fing Feuer. Nach Aussagen der Polizei hat die aggressive Gewaltwelle eine neue Dimension erhalten: - Polizisten wurden mit Raketen beschossen - Mit Laserpointer wurden die Augen von Beamten verletzt. - In ein Polizeifahrzeug wurde eine brennende Fackel geworfen. Rund
200 Links-Autonome waren an der unbewilligten Demo beteiligt. Viele
waren mit Stangen, Schlagstöcken und Wurfgegenstand bewaffnet, teilte
die Stadtpolizei Zürich mit. Einige der Aktivisten trugen
Kopfschütze, Gasmasken und Schutzanzüge. PolizeichefRichard Wolff (Alternative Liste) tauchte nach der Kravallnacht ab. Er wolle sich zuerst ein Bild machen von den Geschehnissen, sagte er. Warum er diese Gewaltwelle zuliess, beantwortete er jedoch nicht. Was die Geschädigten ärgert: Von Hunderten von Tätern wurden nur 4 verhaftet! Sonntagsblick kommentiert: "Ein Wolf ohne Biss." (Nach seiner Eigenwerbung vor der Wahl schreib er noch: "...mit Biss")
Die
unbewilligte Demo lief unter dem Motto «Reclaim the Street» («Holt euch
die Strasse zurück»). Aktivisten hatten per SMS zu einem «Spaziergang
gegen eine Stadt der Kontrolle und Profite» aufgerufen. Mit
Steinen und Feuerwerkskörpern beschossen die Chaoten die Polizisten.
Eine Patrouille wurde besonders massiv angegriffen. Als sich die Beamten
im Polizeiauto in Sicherheit brachten, rissen die Aktivisten die Türen
auf und warfen eine brennende Fackel in den Wagen.
Restaurantgäste flüchteten in den Keller
Die
Demonstranten plünderten auch mehrere Geschäfte auf ihrem Saubannerzug
und zündeten Bäume an. Mehrere Schaufensterscheiben gingen zu Bruch. Bei
einem vollbesetzten Restaurant schlugen die Randalierer alle Scheiben
ein. Die Gäste flüchteten in das Untergeschoss. Die
Polizei konnte den Hauptzug um Mitternacht mit Gummischrot,
Wasserwerfern und Tränengas auflösen. Im Gebiet Europaallee und
Lagerstrasse kam es zu weiteren Scharmützeln. Ein Grossaufgebot von
Stadtpolizei und Kantonspolizei war noch bis um 02.30 Uhr im Einsatz.
Vier Personen wurden festgenommen.
Hunderttausende Franken Schaden
Betroffen
war auch der öffentliche Verkehr. Laut einer Mitteilung der
Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) waren Tram- und Busbetrieb im Raum
Militär-/Langstrasse zeitweise blockiert. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Hunderttausend Franken. (kmv/mad/sda)
1|35
Bild: Newspictures
KOMMENTAR Mich beschäftigten die folgenden Gedanken von Leserinnen und Lesern, wie: - Müssen die Chaoten für die Schäden auch in diesem Fall nicht aufkommen? - Wer entschädigt die Opfer? - Es kann doch nicht sein, dass der Normalbürger für kleinste Uebertretungen belangt wird und es bei Parksündern kein Pardon gibt - Chaoten hingegen, die Hunderttausende von Franken Schaden anrichten und Polizisten verletzen - jedoch dank Vermummung - straffrei ausgehen.
FAZIT: Nach meinem Dafürhalten müsste die Polizei ermächtigt, aber auch beauftragt werden, Gewalt - ob von RECHTS oder LINKS im Keime zu ersticken. Ich gehe davon aus, dass die Politiker in Zürich nach dieser Gewaltorgie über die Bücher gehen muss, um Mittel und Wege zu suchen, damit weitere derartige Gewaltorgien nicht mehr stattfinden können. Das Vermummungsverbot gilt es, unbedingt durchzusetzen. DieAufforderung zur Gewalt könnte in den entsprechenden Foren vorzeitig erkannt werden , wie ein Dokument zeigt. Die Forderung von Menschen, die nie gelernt haben zu verzichten ist bekannt:
«Wir nehmen uns, was uns gehört. Wir sind die Stadt!»
Auch Carlos holte ich das, was er wollte und zwar subito. Dank Gewalt hatte in der Familie, in der Schule und während der Verwahrung Erfolg. Wie sollen Jugendliche sich in der Gesellschaft einordnen, wennsie so erzogen worden sind, dass alle Bedürfnisse sofort erfüllt werden müssen. "Ich will - aber subito!" "Rücksicht nehmen", "auf gewisse Bedürfnisse verzichten können", sind leider bei vielen Erziehungsstätten und "Familien" (die es in klassischer Form selten gibt) keine Programmpunkte mehr. Den Werteverlust und die Orientierungslosigkeit dürften wir im Grunde genommen in Zukunft nicht mehr - wie bisher- tatenlos zur Kenntnis nehmen. Wir müssen leider nach der Gewaltorgie damit rechnen, dass die Schuld einmal mehr wieder der Polizei, der Gesellschaft oder dem kapitalistischen System zugeschoben wird und damit die vermummten Chaoten rehabilitiert werden. Opfer waren meist Leute aus dem kleinen Gewerbe. Diese verstehen die Weltnicht mehr. Ihre Kernfragen: Wo war die Polizei? Weshalb rückt sie bei Falschparkierern sofort aus, wenn jedoch Geschäftsleute um Hilfe rufen, nicht? Das Weihnachtsgeschäft zahlreicher Geschäfte ist jedenfalls im Eimer. Die Chaoten hatten tatsächlich Zürich "belebt"(so wie sie es angekündigt hatten). Ein Zürcher mailte mir: Die linken Chaoten sind noch stolz auf Ihre "Kristallnacht". Die meisten werden wohl nun die Bilder ihrer Taten in den Medien mit grosser Genugtuung geniessen. Tragisch: Die meisten Akteure werden wieder schadlos davon kommen und können sich schon heute auf die nächste Huldigung der Gewalt freuen. Der 1. Mai lässt grüssen.
33|48
Auch in der Europaallee wurden etliche kleinere Gewerbe Opfer von den randalierenden Demonstranten.
Wenn ein Student nicht am Studieren ist, ist er kein Studierender mehr.
Gedanken zum Partizip Präsens in der Sprache
Dass es hinsichtlich Bevorzugung der Männer in der Sprache eine Korrektur brauchte, ist unbestritten. Nachdem es zu Auswüchsen kam, wie Die Menschin Die Gästin Der Zebrastreifen statt der Fussgängerstreifen Die LehrerInnen hatten Journalisten und Sprachwissenschaftler längst taugliche Lösungen gefunden, damit die Sprache nicht durch Sprachpolizistinnen noch weiter verstümmelt wird. Dennoch wird heute an der HSG nochmals ein überholtes, fragwürdiges Ansinnen aufgewärmt:
Teure Umbenennung
HSG streitet über die Gender-Frage
Das Studentenparlament der Uni St. Gallen (HSG) muss heute eine
emotional aufgeladene Debatte führen: Soll es sich in
Studierendenparlament umbennen?
?Studierende?:
Student (l.) und Studentin (r.). Das Studentenparlament der HSG soll
geschlechtsneutral benannt werden.
Nun gibt es aber die
Studentenschaft der HSG seit 1921 – und die soll nun umbenannt werden,
wenn es nach einem Antrag geht, der heute Abend im Studentenparlament
behandelt wird. Der Punkt 9.1 auf der Traktandenliste
birgt Zündstoff: Die «Studentenschaft» der HSG soll in
«Studierendenschaft» umbenannt werden, das Studentenparlament in
Studierendenparlament. Die Traktandenliste wurde auf Facebook gepostet –
und sorgte für eine heftige Diskussion unter den Studierenden, wie die
«Aargauer Zeitung» berichtet. Fünfstelliger Betrag
Die
Namensänderung – falls sie angenommen wird – würde finanzielle
Konsequenzen nach sich ziehen. Auf allen offiziellen Dokumenten,
Werbeartikeln, Kommunikationsmedien und ähnlichem müsste der Name
geändert werden. Dies nehme man billigend in Kauf, so die
Antragssteller. Doch gerade die Kosten, laut der Zeitung
auf einen fünfstelligen Frankenbetrag veranschlagt, sorgten auf der
Facebook-Seite der Studentenschaft für Unmut. «Verschleuderung der
Gelder» und «wichtigere Geschlechterprobleme» hiess es aus den Reihen
der Gegner. Selbst Studentinnen sprechen sich gegenüber
der «Aargauer Zeitung» gegen die Namensänderung aus: Die Marke
«Studentenschaft» sei an der Universität omnipräsent und werde nie als
reine Männerinstitution wahrgenommen. Heute Abend um 22.15 Uhr soll die
Sitzung enden, in der der HSG-Geschlechterkampf entschieden wird.
(num)
KOMMENTAR: Die Studenten an der HSG müssten eigentlich wissen, wie der Partizip Präsens eingesetzt wird.
Ich zitiereThomas Meyer : Im Deutschen
wird das Partizip Präsens
zusehends falsch eingesetzt wird:
Statt "Studenten" heisst es "Studierende", "Mitarbeiter" werden zu "Mitarbeitenden" und
"Lehrlinge" werden zu "Lernende".
Meyer meint, dass das Partizip Präsens eine momentane, abschliessende
Tätigkeit ausdrückt wie im Beispiel: "Der Kommissar stellte den Flüchtenden"
Eine Gebärende ist keine Gebärerin. Sie würde sonst pausenlos gebären.
Ein Studierender ist einer, der einen Prospekt vor sich hat und diesen -
einfach so vor sich hin - studiert. Dazu muss man aber nicht an einer Universität
eingeschrieben sein. Genau so ist es bei einem Mitarbeitenden. Er wirkt jetzt gerade
an einer Arbeit mit, ohne dass er Angestellter sein muss.
Die Problematik ist auch in Wikipedia
zu finden:
Studenten oder Studierende?
Es gab bereits in den 90er Jahren Versuche an Universitäten,
den Begriff "Studenten" durch angeblich geschlechtsneutralere
Formulierungen zu ersetzen, obwohl der Begriff aufgrund des generischen
Maskulinums auch weibliche Studenten umfasst, weil Genus und Sexus nicht
übereinstimmen müssen. Durch die feministische Linguistik
wurde jedoch eine "gerechtere" Sprache gefordert, weshalb eine auch im
Genus nicht ausschliesslich männliche Form gefunden werden sollte. Da
"Studentinnen und Studenten" zu umständlich war, und die Schreibweise
"StudentInnen" mit Binnen-I im Widerspruch zur Orthographie steht,
setzte sich schliesslich bei Versuch der Verwendung einer neutraleren
Form die Partizipialform "Studierende" durch. "Studierende" ist seit dem
Inkrafttreten des Universitäts-Organisationsgesetzes 1993 (UOG 1993)
der gesetzliche Terminus in Österreich.
Kritiker bringen vor, dass die Partizipialform bürokratisch und
wenig anschaulich sei und dass das lateinische Partizip Präsens
Aktiv studens im Maskulinum, Femininum und Neutrum gleich lautet und sich
deshalb als geschlechtsneutrale Form geeignet hätte. Von Max Goldt
stammt folgendes Zitat: "Wie lächerlich der Begriff Studierende ist,
wird deutlich, wenn man ihn mit einem Partizip Präsens verbindet. Man
kann nicht sagen: In der Kneipe sitzen biertrinkende Studierende. Oder
nach einem Massaker an einer Universität: Die Bevölkerung
beweint die sterbenden Studierenden. Niemand kann gleichzeitig sterben
und studieren." (aus: "Wenn man einen weissen Anzug an hat", Kapitel "Was
man nicht sagt").
Andererseits haben auch andere Partizipialformen ihren Eingang in den
täglichen Sprachgebrauch gefunden, ohne jedoch oben genannte
Befremdung hervorzurufen. So finden sich im Alltag Formulierungen
wie "wartende Reisende" oder "arbeitende Vorstandsvorsitzende". Es
liesse sich dem Vorwurf von Max Goldt also entgegnen, dass die von ihm
kritisierte mangelnde "Anschaulichkeit" bzw. Bürokratie lediglich
eine Gewöhnungsfrage sei.
In Deutschland ist die Bezeichnung "Studierende" vor allem im offiziellem
Sprachgebrauch gebräuchlich, scheint sich aber umgangssprachlich
bisher nicht durchzusetzen. Kritiker bezeichnen diesen Sprachgebrauch
als durch "Politische Korrektheit" motiviert.
Es gibt keinen Grund für die Sprachveränderung, denn mit Studenten
sind auch die Frauen mit eingeschlossen. Student bezeichnet eine Funktion,
kein Geschlecht.
Im Italienischen, wenn acht ragazze und ein ragazzo zusammen sind,
spricht man auch problemlos von neun ragazzi. Dort wird diese Ordnung und
Einfachheit nicht beanstandet. Es gibt schon zu denken, wenn man einer
klaren sprachlichen Regelung unbedachterweise Sexismus unterstellt.
Der Tagesanzeiger übernahm leider auch einige sprachlich falschen
Formen.
27. Sept. 2013 ... Der Schriftsteller Bernhard Lassahn geht in einer Kritik an geschlechter-korrekter
Anrede im Focus 38, 2013 noch weiter als üblich: er ...