Mittwoch, 11. Juni 2014

Leserphoto zum gestrigen Blitz - Spektakel

Vorbereitung und Protokoll meines Gespräches zum Interview mit MUENCHNER- MERKUR

 Kann sich Wulff mit seinem Buch rehabilitieren?
 Wulff hat  ein Buch geschrieben - offensichtlich, um sich zu
 rehabilitieren

Es gibt eine Reihe von Politikern und prominenten
Persönlichkeiten, die nach einem Verlust ihres Images versucht haben, den Schaden nachträglich zu minimieren.
Selbst wer vom Gericht frei gesprochen wurde, kann sein angeschlagenes Image selten mit einem Buch aufbessern.

Skandale und Gerüchte haben es in sich. Sie werden meist zu Selbstläufern. Die Internetberichterstattung beschleunigt heute die Skandalisierung enorm. So entsteht oft eine Eigendynamik, die  von den Betroffenen kaum mehr gestoppt werden kann. Das Muster der Skandalierung ist einfach: Ein Politiker gerät ins Schussfeld der Kritik- Die Person reagiert falsch - Der Druck über die Medien wächst.  Der Druck wird dann so gross, dass der Promi den Hut nehmen muss. Skandalgeschichten schafen es rasch in die Medien. Sie lassen  die Auflage und Quote steigern.   Betroffene schieben nach der Publizierung einer Skandalgeschichte meist vorschnell den Medien die Schuld in die Schuhe. Sie fühlen sich als Medienopfer und sprechen nachträglich  von Kampagnenjournalismus. Oft sehen sie nicht ein, dass sie durch ungeschicktes Verhalten die Eskalation mit verschuldet haben. Jo Ackermann beispielsweise war nicht zu überzeugen, dass er mit seinem unbedachten Victory Zeichen ein Eigencoal geschossen hatte.
Zu den Kapitalfehlern von Betroffenen zählen: Anschuldigungen aussitzen, Fehler  bagatellisieren,  lügen oder Fakten abstreiten.
Wäre Christian Wulff von Anfang weg aufrichtig gewesen, wäre die Geschichte vom Hauskredit vom Tisch gewesen. Er hatte mit beigetragen, dass die Empörungswelle eskalierte. Er versuchte mit einem Telefonanruf beim Springer Verlag, Enthüllungen über Privatkredite zu verhindern. Schon damals prognostizierte ich, dies könnte ihm den Kopf kosten. Druckversuche oder Drohungen von Politikern -  der Presse gegenüber - werden zum Bumerang. Auch Stefan Aust (Spiegel) schrieb damals, dieser Druckversuch sei von Wulff ein politisches Selbstmordkommando.
Obschon Wulff frei gesprochen wurde und damit rechtlich rehabilitiert ist,  bleibt er politisch angeschlagen. Wurlff war verstrickt in einem Geflecht von Kumpaneien, Abhängigkeiten und Gefälligkeiten. Als die Vorwürfe aufkamen, hat er es eindeutig versäumt, diesen mit überzeugenden Erklärungen entgegen zu treten.
Die öffentliche Demütigung wirkt heute leider trotz haltloser Vorwürfe über den Freispruch hinaus.
Uebrigens reagierte auch Bettina Wulff unprofessionell, als sie bei einer Verleumdung auf eine Klage verzichtete.
Damals wurde das Gerücht kolportiert, sie hätte Rotlichtmilieukontakte.
Bettina Wulff befürchtete, sie würde mit der Klage das Gerücht anheizen.
Ihr Nichtreagieren führte  dann aber dazu, dass bei google unter Bettina Wulff die Verbindung zur Prostitution fixiert blieb.


1.) Kann Rehabilitation gelingen?

Wer in Krisen glaubwürdig kommuniziert und seine Schuld offen eingesteht und
Demut zeigt, kann den Kopf unbeschadet aus der Schlinge ziehen. Das muss nicht
einmal mit einem Buch geschehen. Ein Interview vor Mikrofon und Kamera kann
genügt. Ich denke da an Michel Friedmann, der durch sein rasches Mea Culpa und
mit einem eindeutigem Schuldgeständnis den Weg zurück in die Medien schaffte.
Der Versuch - sich mit einem Buch sich zu rehabilitieren - gelingt nie, wenn
sich der Gestürzte, der Verlierer oder Abgewählte   rechtfertigt und sich
selbst verteidigt. Wehleidiger Ton vergrault die Leser.  Bei Verlierern ist
das Risiko des Scheiterns recht gross. Wer will schon 20 Euro für jammernde
Selbstgerechtigkeit zahlen? Ich kenne Wulffs Buch noch nicht, das er heute
vorstellt. Er kann  sich jedenfalls nicht mit Wallraff vergleichen,  obschon
er versuchen wird, seine Beobachtungen als Bundespräsident im Schloss Bellevue
zu verraten.
Ich glaube nicht an den Erfolg seines Buches, weil Christian Wulff  199000
Euro jährlich an Ehrensold erhält und dadurch  keine neue Existenz aufbauen
muss. Zudem ist die Publikation des Buches pikant, weil der Freispruch bislang
noch gar nicht rechtskräftig ist. Ein Buch zur Selbsttherapie oder als Replik
auf die Publikation seiner Ex - Frau steht unter einem schlechten Stern,
obschon es in einem bedeutenden Sachbuchverlag herausgebracht wird.
Wulff müsste in seinem Buch wirklich Neues enthüllen. Leser wollen keine
Selbstschutzbehauptungen von Verlierern. Fazit: Das Risiko des Scheiterns ist
aus meiner Sicht gross, zumal das Buch von Bettina Wolf bereits flopte.


2.) Unter welchen Prämissen könnte er sich rehabilitieren?

Als skandalisierte Person kann man vieles tun, damit die Empörungswelle in der
Oeffentlichkeit abebbt.
Der Skandalierte muss RASCH  - ohne wenn und aber- zur allfälligen Schuld
stehen und  Sachverhalte richtig stellen.
Ueli Hoeness hat zwar auch seine Schuld als Steuerhinterzieher eingestanden
und sich selbst angezeigt. Doch hat er mit der Klärung viel zu lange gewartet.
Er hätte nach den ersten Medienberichten sofort reagieren müssen.
Wulffs Problem: Rechtlich gesehen wurde er zwar freigesprochen. Doch in der
Oeffentlichkeit ist sein Image immer noch angeschlagen. Trotz rechtlicher
Rehabilitation kann sich Wulff des schlechtes Images nicht entledigen. Laut
Wahrnehmungspsycholgie schlägt Image stets die Fakten. Wenn schon mit einem
Buch eine Affaire aufgearbeitet werden  und der angebliche Skandal ins
richtige Licht gestellt werden soll, darf  der Betroffene dieses Buch nicht
selbst schreiben. Bei komplexen Sachverhalten wünschen Leser keine Innensicht.
Die neutrale Aussensicht müsste eine unabhängige Person schreiben, die von der
Bevölkerung akzeptiert wird (mit einem gutem Image).
Elisabeth Kopp, die erste Bundesrätin, die abgewählt wurde, weil sie den
Ehemann (der angeblich in eine Finanzaffaire verwickelt war) in einem Telefon
gewarnt hatte - (diesen Anruf jedoch öffentlich  negierte und dadurch als
Lügnerin da stand) ist ebenfalls aufschlussreich. Hätte sie auf ihre
Mitarbeiter gehört und den Bundesrat informiert, wäre die damalige
Justizministerin sicherlich im Amt geblieben. Dieser Fall wurde später von
einem Journalisten in einem Buch beleuchtet. Auch Elisabeth Kopp wurde
übrigens  freigesprochen.
Interessanterweise blieb aber ihr Image  nach der Publikation  weiter
angeschlagen. Viele empfanden das Buch als eine Beschönigung der effektiven
Situation.
Mit dem Buch wurden zudem viele unerfreuliche Details - auch aus dem Eheleben-
erneut aufgewärmt.
Wir dürfen nicht vergessen: Wulff hatte im Grunde genommen die Bedenken des
Volkes nie richtig ernst genommen. Er hätte Verständnis zeigen müssen für die
Kritik gegenüber den fragwürdigen Geschenken. Zu lange liess er verlauten: "Es
gibt kein Problem". Damit hat er den Aerger der Leute auf der Strasse zu wenig
ernst genommen. Etwas vom Wichtigsten liess Wulff vermissen: Die DEMUT! Das
wäre wichtig gewesen. Wulff strahlte bei seinen Auftritten Ueberheblichkeit
aus.
Wulffs Wunsch mit einem Buch alles - aus seiner Sicht - zu beleuchten, kann
ich gut nachvollziehen:
"Dies ist nun meine Sicht".
Was aber mir bei diesem Projekt nicht transparent ist: Welche Interessen oder
welche Interessenten stecken hinter der Publikation dieses neuen Buches?

3.) Wie hoch ist das Risiko, dass es schiefgeht - und warum?

Bei prominenten Personen spielt bei Medienkampagnen die Fallhöhe eine grosse
Rolle. Die Lust am Skandalisieren ist grösser, je prominenter eine Person ist.
Der Schweizer Botschafter Thomas Borer kam mit einem lautem Knall zu Fall,
obschon ihm das Treffen mit der Nackttänzerin nicht nachgewiesen werden
konnte. Thomas Borer hat anschliessend ein Buch geschrieben, ohne weiter zum
Fall Stellung zu nehmen.
Die Skandale um Wulff, Borer und Guttenberg haben etwas gemeinsam:
Alle drei wurden mit ihren Ehefrauen hochgejubelt. Es waren Traumpaare der
Berliner Society. Sie nutzen den Boulevard für den Aufstieg. Sie haben mit der
Regenbogenpresse kooperiert und Bilder geboten.
Die Guttenbergs inszenierten sich in Afghanistan, Shawne Fielding Borer
posierte als Prinzessin auf einem weissen Ross und gab ihr Privatleben preis.
 Die Medien schätzen immer  die Nähe zu Promis. Wenn aber die fehlende
Zurückhaltung später in der Krise vom Journalisten  auch
genutzt wird, ist dann ein Rückzug in die Privatheit nicht mehr möglich. Den Zugang
der Medien zur  Intimsphäre nutzen  Journalisten auch in unangenehmen
Situationen aus.
Borer, Guttenberg und Wulff wurden gleichsam Opfer dieser "Kumpenei" d.h. von
der zu grossen Nähe mit den Medien - verbunden mit der Mediengeilheit der
Promis.
Wer mit dem Fahrstuhl mit BILD und Co. hochfährt, stürzt auch aus grösserer
 Höhe ab.
Das Risiko, dass etwas schief geht, ist dann gross, wenn jemand bei einer
Skandalierung den Kopf in den Sand steckt, abtaucht, sich tot stellt.
Journalisten sind Profis im Recherchieren. Sie holen sich bei einer
Verweigerung die Informationen aus zwielichtigen Quellen und suchen nach
weiteren faulen Eiern.
Deshalb ist es wichtig, dass man sich am Anfang einer Skandalisierung
möglichst rasch, sachlich und ruhig die wichtigsten Fakten klarstellt. Die
 Eskalationsspirale darf sich nicht nach oben, sondern sie muss sich nach
unten drehen. Wer   heikle Situationen nicht antizipiert und bei
Ueberraschungen nicht Ruhe bewahren kann, macht einen gravierenden Fehler.
In Krisensituationen gilt: Alles was ich sage muss wahr sein. Aber ich muss
nicht alles sagen was wahr ist. Wer glaubt, er könne Skandale aussitzen, irrt.

 4.) Wäre es nicht besser gewesen, es einfach gut sein zu lassen - nach dem
Freispruch?

Tatsächlich kann auch das Schweigen können (im richtigen Augenblick) sinnvoll
sein. Nach den Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Praxis hätte ich Wulff
bgeraten, ein selbsttherapeutisches Buch zu schreiben.
Ich kann mir gut vorstellen, dass im Wulff-Buch die Vorwürfe und
Unterstellungen erneut geschildert und damit wiederholt werden.
Bei allen Kommunikationsprozessen gilt es zu bedenken,  die Menschen klammern
das NICHT aus d.h. nochmals erwähnte  unbelegte Mängel, unterstellte Skandale
oder Gerüchte werden durch die Wiederholung  im Langzeitgedächtnis der Leser
unnötigerweise zementiert.
Erstaunlicherweise gelang es OB Volkmar Kunze, trotz Fehlverhalten (Er floh
bei er Ueberschwemmungskatastrophe ins Ausland) durch Aussitzen - ohne Buch -
ohne Rechtfertigung - sich zu halten. In diesem Fall lohnte sich sein
Schweigen.

5.) Welche Rolle spielt eigentlich für Wulffs Buch das nicht so hochkarätige
Buch seiner (Ex-) Frau?

Der Misserfolg des Buches von Bettina Wulff könnte sich auf den Erfolg das
neue Buch des Mannes negativ auswirken.
Wenn nun Christian Wulff  auch noch mit SEINEM Buch kommt, wirkt dies so, als
müsste er seine Ex-Frau konkurrenzieren.
Bettina Wulff hat bekanntlich den Mann verlassen, als er nicht mehr im Amt war
 (die kam gar nicht gut an!). Bei Borers kam es durch Reaktionen der Ex.Frau zu einem
öffentliches Wäschewaschen. Ein Rosenkrieg wäre
wäre zwar für den Verkauf des Wulff Buches förderlich gewesen aber es ist immer imageschädigend für die Verfasser. Wulff traue ich nicht zu, dass er auf dieses Niveau hinabsteigt.
6.) Gibt es eigentlich irgendeinen Politiker, der mit einem Buch seinen Ruf
wieder herstellen konnte?

Opfer Biographien, die Erfolg haben, sind eher die Ausnahme.
Gerhard Schröder stellte 2006 - ein Jahr nach der Wahlniederlage und
Elephantenrundenauftritt in einer grossen Medienkampagne sein "Erinnerungen"
mithilfe "Bild", "Spiegel" und Fernsehen vor. Er kanzelte die Koalition mit
seiner eigenen Partei ab - und er hatte damit Erfolg bei den Lesern. Er
belegte im Ranking eine Spitzenposition. In zwei Monaten sind fünf Auflagen
erschienen.
Die Opfer Biographie sind Ausnahmen. Bei Schröder hatte sie Erfolg.
Doch mit dem Feldzug gegen die Medien (Peter Hartz, Rainer Brüderle) schafft
man den Durchbruch nicht. Auch die Memoiren von Ex- Präsident George W. Bush
hielten sich nur acht Wochen.
Wilhelm Furtwängler, der als NS-Karrierist gegolten hatte, obschon es niemand
beweisen konnte, gelang mit dem Buch ein Befreiungsschlag. Mit einem
Theaterstück einem Film und einem Buch konnte er sich weitgehend
rehabilitieren.
Oskar Lafontaine glaubte auch, sich mit einem Buch rehabilitieren zu können.
 Es war eine Abrechnung mit Schröder und Joschka Fischer - vor allem mit Rudolf
Scharping. Aber mit seinem Buch schoss er  ein Eigentor. Für die Leser war es
; zu wehleidig.
7.) Und falls ja - wodurch genau ist das gelungen.

Wir sehen: Ein Durchbruch ist nur möglich, wenn  die Leser etwas Neues
erfahren kann und das Buch angriffig ist. Nicht nur die Medien wünschen
Emotionen. Leser wünschen auch spannende Geschichten und wünschen eine Prise
 Unterhaltung.
 Selbstbemitleidungen liest niemand.

Konnte sich Wulff mit dem neuen Buch rehabilitieren?

„Leser wollen keine Selbstschutzbehauptungen von Verlierern“


Marcus Knillglaubt nicht, dass Christian Wulff sein Buch helfen wird.
© OVB
Marcus Knill glaubt nicht, dass Christian Wulff sein Buch helfen wird.

Christian Wulff, Bundespräsident a. D., hat ein Buch geschrieben – um sich zu rehabilitieren. Kann ihm das gelingen?

Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik, glaubt nicht daran.

-Warum kann Wulffs Buch kein Erfolg werden?

Ich kenne sein Buch nicht, aber ich weiß: Der Versuch, sich mit einem Buch zu rehabilitieren, gelingt nie, wenn sich der Verlierer nur rechtfertigt und verteidigt. Leser wollen keine Selbstschutzbehauptungen von Verlierern. Wulff müsste wirklich Neues enthüllen – niemand will 20 Euro für jammernde Selbstgerechtigkeit zahlen. Ein Buch zur Selbsttherapie oder als Replik auf die Publikation seiner Noch-Frau steht unter einem schlechten Stern, obwohl es in einem bedeutenden Sachbuchverlag herausgebracht wird. Zudem ist das Buch pikant, weil Wulffs Freispruch noch nicht rechtskräftig ist.

-Was hätte Wulff besser machen sollen?

Wer in Krisen glaubwürdig kommuniziert, seine Schuld offen eingesteht und vor allem Demut zeigt, kann den Kopf unbeschadet aus der Schlinge ziehen. Dafür muss er auch kein Buch schreiben.
-Wulffs Kommunikation vor seinem Rücktritt war ja nicht besonders glaubwürdig.
Deswegen ist auch sein Image in der Öffentlichkeit angeschlagen, obwohl er rechtlich rehabilitiert ist. Die Wahrnehmungspsycholgie lehrt uns: Image schlägt stets die Fakten. Wenn also schon mit einem Buch eine Affäre aufgearbeitet und der angebliche Skandal ins richtige Licht gestellt werden sollen, darf der Betroffene dieses Buch keinesfalls selbst schreiben.

-Wer soll es dann schreiben?

Eine unabhängige Person, die von der Bevölkerung akzeptiert wird und ein gutes Image hat. Nur eine solche Person kann die nötige Außensicht auf diese komplexen Sachverhalte liefern. Wulffs Wunsch, mit einem Buch alles aus seiner persönlichen Sicht zu beleuchten, mag nachvollziehbar sein, transparent ist dieses Projekt aber nicht. Es stellt sich die Frage: Welche Interessen oder Interessenten stecken hinter dieser Publikation?

-Wäre es von Christian Wulff klüger gewesen, es nach seinem Freispruch einfach gut sein zu lassen?

Das Schweigen kann im richtigen Augenblick sehr sinnvoll sein. Nach den Erfahrungen aus der Praxis hätte ich Wulff dringend davon abgeraten, ein selbsttherapeutisches Buch zu schreiben – ich kann mir gut vorstellen, dass er die Vorwürfe und Unterstellungen von damals erneut thematisiert. Das Problem dabei ist: Nochmals erwähnte Skandale oder Gerüchte werden durch die Wiederholung im Langzeitgedächtnis der Leser unnötigerweise zementiert.

-Gibt es auch nur einen Politiker, der mit einem Buch seinen Ruf retten konnte?

Opfer-Biographien, die Erfolg haben, sind Ausnahmen. Gerhard Schröder gelang eine solche im Jahr 2006: Ein Jahr nach der Wahlniederlage kanzelte er die Koalition mit seiner eigenen Partei ab – und hatte damit Erfolg bei den Lesern. Er belegte im Ranking eine Spitzenposition, innerhalb von zwei Monaten erschienen fünf Auflagen. Viele andere hingegen – etwa Peter Hartz oder Rainer Brüderle – schafften mit ihrem Feldzug gegen die Medien einen solchen Durchbruch nicht.
Interview: Barbara Nazarewska

(Quelle: Oberbayerisches Volksblatt und Münchner Merkur)

Dienstag, 10. Juni 2014

Wulff stellt heute sein Buch vor


Wulff schlägt zurück

Der ehemalige deutsche Bundespräsident stellt heute 

sein Buch vor. 

Wird es eine Abrechnung mit den Medien, die seinen

 Sturz betrieben haben?

1 | 15
Christian Wulff konnte am 27. Februar 2014 aufatmen. 
Nach 105 Tagen durfte der frühere deutsche Bundespräsident 
die Anklagebank als unbescholtener Bürger verlassen. 
Das Landgericht Hannover sprach Wulff vom Vorwurf der
Korruption frei.
 Laut dem Gericht fehlten Beweise. Bild: Keystone (15 Bilder)
Quelle Tagi

Wulff-Buch: Die Abrechnung

Merkur Online-vor 1 Stunde
Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik, hat eine Antwort: „Wulff war verstrickt in ein Geflecht von Kumpaneien, Abhängigkeiten und Gefälligkeiten.“ Und das ist ...
Die Abrechnung
Oberbayerisches Volksblatt-vor 7 Stunden

Ausführlicher Hintergrund (310 weitere Artikel)
Aus Merkur-online.de:
Wulff müsste neue Fakten liefern statt nur einige neue Details. Er fragt nicht, was ihn so angreifbar gemacht hat. Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik, hat eine Antwort: „Wulff war verstrickt in ein Geflecht von Kumpaneien, Abhängigkeiten und Gefälligkeiten.“ Und das ist etwas ganz anderes als ein Komplott.
Von Barbara Nazarewska und Robert Arsenschek
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PRESSESPIEGEL


(Spiegel)

Buchpräsentation des Exbundespräsidenten: Wulff kritisiert Medien und Justiz scharf

Buchpräsentation des Exbundespräsidenten Wulff kritisiert Medien und Justiz scharf

Christian Wulff geht in die Offensive: Justiz und Medien hätten ihn vor zweieinhalb Jahren zum Rücktritt als Bundespräsident gezwungen. Bei der Präsentation seines Buchs sagte er selbstbewusst: "Ich wäre auch heute der Richtige im Amt." mehr... Forum ]
Ein Mann, der sich in öffentlichen Ämtern derart häufig von reichen Freunden einladen lässt, der die ganze Wahrheit über den Hauskredit eines Unternehmers nur scheibchenweise preisgibt und dann einem Chefredakteur droht, höhlt mit diesem Verhalten die moralische Autorität aus, die des ausschließlich repräsentative Amt des Bundespräsidenten so dringend benötigt. Er kann nicht mehr mit der notwendigen Glaubwürdigkeit über Werte wie Ehrlichkeit und Unabhängigkeit sprechen.
Ein Zufall, aber ausgerechnet am Dienstag, als Wulff sein Buch präsentierte, hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe die besondere Rolle des Präsidenten nochmals betont: "Autorität und Würde seines Amtes" kämen "gerade auch dadurch zum Ausdruck, dass es auf vor allem geistig-moralische Wirkung angelegt ist", urteilten die Richter. Das bedeutet aber eben auch: Der Bundespräsident muss Maßstab sein für das, was für Amtsträger in einer Demokratie richtig und was falsch ist, auch jenseits der Buchstaben des Gesetzes. Sein Handeln sollte eindeutig am Interesse der Allgemeinheit orientiert sein - und an nichts anderem.
Das gilt im Fall Wulff. Und das wird auch für seine Nachfolger gelten.
Aus DIE ZEIT:

  • Bundespräsident Christian Wulff Ganz oben ganz unten

    Ex-BundespräsidentWulff bereut seinen Rücktritt

    Christian Wulff ist überzeugt: Er wäre immer noch der Richtige im Amt des Bundespräsidenten. Sein Rücktritt sei falsch gewesen, sagte er bei der Vorstellung seines Buchs.  61 Kommentare


    BILD:







    Christian Wulff rechnet ab„Der Rücktritt war falsch – ich wäre heute noch der Richtige“

    In Berlin stellte er am Dienstag sein neues Buch vor








      Wulffs neues Buch: „Ganz oben, ganz unten“
    Christian Wulff präsentiert in Berlin sein neues Buch
    Foto: dpa
    Hammer-Aussage von Christian Wulff (54)!
    Der Ex-Bundespräsident sagt in Berlin vor der prall gefüllten Bundespressekonferenz: „Der Rücktritt war falsch – ich wäre heute noch der Richtige im Amt“.
    Es ist die Vorstellung seines Buches „Ganz oben Ganz unten“, seiner persönlichen Bilanz der „Affäre Wulff“.
    Um 16:08 beginnt Wulff mit seiner Rede – und rechnet ab mit Medien und Justiz:
    BILD-Reporter bei der Buch-Vorstellung von Wulff

    BILD-Reporter zum Wulff-Buch „In den Presse-Archiven steht mehr als im Buch“

Suggestion - Autosuggestion - Fremdsuggestion

Zu den Begriffen (Aus Lexikon der Psychologie):

Suggestion

Suggestion, ich-fremder Einfluß, der bei positiver emotioneller Wechselbeziehung angenommen und autosuggestiv verarbeitet wird; Gegensatz zu rationalem Überzeugen. Suggestive Elemente spielen in fast jeder therapeutischen Situation eine Rolle, z.B. wenn (unsystematisch) das Vertrauen eines Patienten in seine Ärzte oder der Glaube an technische Geräte oder Pharmaka im Heilungsprozeß (u.a. bei “Verschreibungen") eingesetzt werden (Suggestivtherapie, Hypnose, Autosuggestion, Suggestibilität).

(Aus Wikipedia)
Autosuggestion 

(griechisch-lateinisch: Selbstbeeinflussung) ist der Prozess, durch den eine Person ihr Unbewusstes trainiert, an etwas zu glauben. Dies wird erreicht durch Selbsthypnose oder wiederholte Selbst-Affirmationen, und kann als eine selbstinduzierte Beeinflussung der Psyche angesehen werden. Die Wirksamkeit der autosuggestiven Gedankenformeln kann durch mentale Visualisierungen des angestrebten Ziels erhöht werden. Der Erfolg der Autosuggestion wird umso wahrscheinlicher, je konsistenter und länger (bzw. öfter) sie angewendet wird.
Bei der Autosuggestion wird derselbe formelhaft umrissene Gedanke über längere Zeit in Form mentaler Übungen wiederholt, bis er zum festen Bestandteil des unbewussten Denkprozesses geworden ist. Dies geschieht oft in Kombination mit Entspannungstechniken. Je nach weltanschaulichem Hintergrund wird erwartet, dass sich dieser Gedanke in Überzeugungen oder Tatsachen verwandelt. Dieser Prozess kann sowohl absichtlich wie auch unabsichtlich erfolgen, obwohl Autosuggestion üblicherweise die bewusste Anwendung bedeutet. Typische Wege, den eigenen Geist durch Autosuggestion zu beeinflussen, sind: sich die Auswirkungen einer Überzeugung bildlich vorzustellen, sie verbal zu bekräftigen oder sie mental durch permanente Wiederholung zu vergegenwärtigen (innerer Sprechgesang).
Die Lehre der Autosuggestion wurde von dem französischen Apotheker Émile Coué im 19. Jahrhundert begründet. Er bemerkte, dass die Wirkung der Medikamente, die er seinen Kunden gab, davon beeinflusst wurde, mit welchen Worten er sie ihnen überreichte. Aus dieser Beobachtung entwickelte er den Gedanken, dass jeder Mensch sein Wohlbefinden steigern könne, indem er sich selbst Suggestionsformeln vorsagt.
Zu den Anwendungsgebieten der Autosuggestion zählen unter anderem das autogene Training, das mentale Training und das positive Denken. Autosuggestionen sind auch Bestandteil esoterischer und okkulter Verfahren.

(Quelle secret-wiki)

Fremdsuggestion

Fremdsuggestive Gedanken sind Gedanken, Worte und Sätze, die man über die Sinneskanäle aufgenommen und durch wiederholte Autosuggestion zu seinen eigenen Glaubenssätzen gemacht hat. Es sind diejenigen Sätze, die man fremdbestimmt und nicht durch eigene Erfahrungen und Tun zu seinen Glaubenssätzen gemacht hat.
Fremdsuggestionen wirken wie Filter und Limits und werden meist durch das Elternhaus und die Schule gesetzt. Es sind Sätze wie "Für Geld muss man hart arbeiten" oder "Mädchen sind schlecht in Mathematik, Jungs schlecht in Sprache".

Das noch kindliche Bewusstsein nimmt diese Sätze kritiklos auf. In der Schule erlernt der Mensch ein komplettes Glaubenssystem. Er übernimmt die Suggestionen seiner kulturellen und gesellschaftlichen Umgebung, all die "du sollst" und "du musst", all die Normen und Werte seiner Gesellschaft.
Das menschliche Bewusstsein wird darauf konditioniert, diese Vorgaben zu glauben und als "wahr" zu erkennen. Es übernimmt also die fremdsuggestiven Sätze als seine Wahrheit. Durch die wiederholte Autosuggestion werden die Sätze im Unterbewusstsein fest verankert. Sie werden immer mehr zum eigenen Glaubenssatz, ja zu einem ganzen Glaubenssystem.
So wird diese Fremdsuggestion zur Autosuggestion, dem inneren Selbstgespräch, dem ständig plappernden "kleinen Mann im Ohr". Es sind also die vorherrschenden fremden Gedanken im Bewusstsein, die schließlich ins Unterbewusstsein abtauchen.
Fremdsuggestive Gedanken, Worte und Bilder entstehen z.B. durch:

  • das Elternhaus (limitierende Sätze wie "das kannst du nicht", "ein Mädchen macht das nicht")
  • die Schule (Notensystem, "du bist einfach schlecht in Mathematik", "du bist ein schlechter Schüler")
  • die Kirche und Religion (Schuldgefühle, der strafende Gott)
  • den Staat und die Politik ("wähle liberal und dein Leben ist frei", "unsere freiheitliche Grundordnung")
  • die Massenmedien, Bilder (Schönheitsideale, "nur schlanke Frauen sind schön", "nur BIO ist gesund")
  • Konsum (Werbung, sublime Botschaften, "kauf mich und es geht dir gut")
  • kulturelle und gesellschaftliche Werte ("unsere westliche Kultur und Gesellschaft ist die beste weltweit")

Schutz vor Fremdsuggestion

Du kannst nicht verhindern, dass fremdsuggerierte Gedanken täglich auf dich einstürmen. Aber du kannst verhindern, dass sie in deinem Bewusstsein Wurzeln schlagen und sie dann für immer in deinem Unterbewusstsein verbleiben.
Du allein kannst bestimmen, was mit diesen Emotionen, Vorstellungen und Gedanken passiert. Mit Hilfe deines Geistes kannst du jederzeit bestimmen, welche Gedanken für dich sinnvoll sind. Du kannst entscheiden welche Gedanken es wert sind, bei dir zu bleiben und welche du am Besten gleich in den Abfalleimer wirfst. Du bist der Wächter an der Tür deines Unterbewusstseins und du allein bestimmst, wer durch deine Tür darf.

Geschichte

Als Begründer der modernen Autosuggestion gilt der französische Apotheker Émile Coué. Coué fand heraus dass sich die Formeln, die man sich selbst vorsagt, stark im Unterbewusstsein verankern.
Coué entwickelte folgende Affirmation, die man sich täglich nach dem Erwachen und vor dem Schlafen etwa 20 mal halblaut (damit der Satz über den Gehörsinn im Unbewussten verankert wird) vorsprechen sollte.

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Bei allen Kommunikationsprozessen geht es ums BEEINFLUSSEN, UEBERZEUGEN. Im Studium "Angewandte Psychologie" habe ich mich mit verschiedenen Beeinflussungstechniken eingehend befassen müssen.
. Autogenes Training
. Hypnose
und mit der Bedeutung des Bildes bei allen Beeinflussungsprozessen.
LINKS:   



Wie werden Mitmenschen, Zuhörer und wir selber beeinflusst, überzeugt oder manipuliert? Ob wir es wahr haben wollen oder nicht: Es gibt keine Immunität ...
www.rhetorik.ch/Beeinflussen/Beeinflussen.html

6. Juli 2007 ... Ueberzeugen. ... Aktuell Artikel · Artikel Inhaltsverzeichnis, Suche in Rhetorik.ch: 7 Regeln zum besseren Überzeugen. I Sorgfältig Planen.
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Regeln.html

23. Jan. 2002 ... Sie beeinflussen unsere Einstellung. Nicht nur die Rhetorik sondern auch das Autogene Training, die Werbung, die Suggestopädie oder die ...
www.rhetorik.ch/Bildwirkung/Bildwirkung.html


Ich habe im Studium erlebt, wie ein Patient mit Hypnose behandelt wurde. Er wurde vorgängig mit suggestiven Bildern in den gewünschten Zustand gebracht.
www.rhetorik.ch/Einbildung/Einbildung.html





Ohne Bilder keine Leistungsverbesserungen. Nicht nur die Werbung, die Suggestopädie, das autogene Training, die Hypnose beeinflussen unser Verhalten mit ...
www.rhetorik.ch/Bild/Bild.html

Alice Schwarzer - Fortsetzungsgeschichte



Steuerfahnder ermitteln weiter gegen "Emma"-Herausgeberin

Jörg Kachelmann bietet sich derweil als Gerichtsberichterstatter an.
(Persönlich.com)

Gegen die deutsche Frauenrechtlerin Alice Schwarzer läuft auch nach ihrer Selbstanzeige und Steuernachzahlung ein steuerliches Ermittlungsverfahren. Das teilte der Anwalt der 71-jährigen Publizistin, Christian Schertz, am Freitag mit.
Er reagierte damit auf Berichte der Nachrichtenmagazine "Focus" und "Spiegel". Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft hätten im Mai unter anderem Schwarzers Haus im Bergischen Land bei Köln durchsucht, berichteten die Magazine. Schertz bestätigte die Durchsuchungen am 20. Mai.
Zugleich heisst es in seiner Mitteilung: "Die heute in den Medien angestellten Mutmassungen über die Höhe einer möglichen zusätzlichen Steuerschuld sind falsch". Konkreter wurde der Anwalt nicht. Die Staatsanwaltschaft in Köln äusserte sich in der Sache nicht. "Das Thema Steuerhinterziehung kommentieren wir grundsätzlich nicht."

Nachzahlungen von 200'000 Euro

Die Herausgeberin und Chefredaktorin der feministischen Zeitschrift "Emma" hatte Anfang Februar eingeräumt, seit den 1980er-Jahren ein Schweizer Konto geführt, es aber erst 2013 beim Finanzamt angegeben zu haben. Sie habe 200'000 Euro für die vergangenen zehn Jahre nachgezahlt, plus Säumniszinsen.

Laut "Focus" und "Spiegel" gibt es nun den Verdacht, dass sie dem Fiskus zusätzlich Steuern aus selbstständiger Arbeit vorenthalten haben könne. Angeblich geht es um einen sechsstelligen Betrag.
Schertz erklärte: "Im Zusammenhang mit der eingereichten Nacherklärung wurde - wie gesetzlich vorgesehen - ein steuerliches Ermittlungsverfahren eingeleitet, was derzeit entgegen der ersten Annahme noch andauert." Details nannte er nicht.

Strafanzeige gegen Unbekannt

Er habe im Namen seiner Mandantin Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Kölner Staatsanwaltschaft gestellt, "da erneut offenbar Informationen in kürzester Zeit aus den Behörden direkt an die Medien durchgestochen worden sind." Er habe Schwarzer geraten, sich nicht zur Sache zu äussern. Sie werde weiter mit den Behörden zusammenarbeiten.

Eine Selbstanzeige ist nur unter bestimmten Voraussetzungen wirksam. Der Düsseldorfer Steueranwalt Arne Lissewski sagte auf dpa-Anfrage, sollte Schwarzer eine zusätzliche Einkunftsquelle vollständig verschwiegen haben, würde das bedeuten, dass ihre Selbstanzeige unwirksam würde.
Als Schwarzers Selbstanzeige vor vier Monaten bekanntgeworden war, hatte die Autorin eine "Verletzung des Steuergeheimnisses" und die Verletzung ihrer Privatsphäre kritisiert. Man wolle gezielt ihren Ruf schädigen - auch nach ihrer Kampagne gegen die Prostitution.

Kachelmann will berichten

Auf Twitter äusserte Jörg Kachelmann am Freitag mit sarkastischem Unterton sein Interesse, von einem allfälligen Prozess gegen Schwarzer zu berichten: "Ich habe 2010 gelernt, dass sich jeder Idiot Gerichtsberichterstatter nennen darf. Also auch ich. Für wen darf ich zum #Schwarzer-Prozess?"

In einem später veröffentlichten Video seiner Serie "Kachelmann-Wetter" kam er darauf zurück: "Die Entscheidung ist gefällt. Wenn es die Möglichkeit gibt, wieder einmal journalistisch tätig zu sein ausserhalb des Wetters, dann weiss ich für wen, falls es zu einem Prozess gegen Frau Schwarzer kommt." Von weiteren Anfragen bittet er abzusehen. (sda/lmy)

Montag, 9. Juni 2014

Hat die Bildungsdirektorin die Kompetenzen überschritten?

Fragwürdiges Verhalten der Bildungsdirektorin im Fall Mörgeli

Aeppli befahl Mörgelis Entlassung

Die Zürcher Bildungsdirektorin habe ihre Kompetenzen überschritten. Zu diesem Schluss kommt der noch unveröffentlichte Bericht der Aufsichtskommission zum Fall Mörgeli.



Tritt zu den Wahlen 2015 nicht mehr an: Regine Aeppli. (13. Mai 2014) (Bild: Reto Oeschger)
Tritt zu den Wahlen 2015 nicht mehr an: Regine Aeppli. (13. Mai 2014) (Bild: Reto Oeschger)











(Quelle Tagi)
Das Fazit der Aufsichtskommission (ABG) zur Rolle der Universität Zürich im Fall Mörgeli fällt vernichtend aus. Nicht nur der damalige Rektor Andreas Fischer habe «schwere Fehler» gemacht, auch der Dekan der medizinischen Fakultät Klaus W. Grätz habe seine Führungsveranwortung «nicht, respektive ungenügend» wahrgenommen.
Die Zürcher Bildungsdirektorin Aeppli wiederum habe nach Erkenntnis des Untersuchungsgremiums Fischer in einer Überschreitung ihrer Kompetenzen die Entlassung von Christoph Mörgeli als Kurator des medizinhistorischen Museums angeordnet; sekundiert von ihrem Chefbeamten Sebastian Brändli.
Aeppli weist diesen Vorwurf gegenüber der ABG «in aller Form» zurück. Doch die Parlamentarier glauben ihr offenbar nicht. «Die ABG kann nicht erkennen, dass die drei Genannten in dieser Sache eine Falschaussage gemacht haben», heisst es wörtlich im Bericht, aus dem die «Sonntagszeitung» zitiert.
Glaubwürdigkeit der Führung «belastet»
Der Leiter des Rechtsdienstes sagte gegenüber dem Gremium aus, dass Rektor Fischer ihm an jenem Montag von einem «Befehl» zur Entlassung Mörgelis berichtet habe. Auch das Wort «fristlos» sei gefallen. Er und Fischer hätten von einer Kündigung jedoch abgeraten und auf die Einhaltung des «normalen» personalrechtlichen Fahrplans gepocht.
Kritik muss auch die Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Riklin als Mitglied des Universitätsrats einstecken. Die Glaubwürdigkeit der strategischen Führung der Hochschule sei «belastet» durch das Vorgehen von Riklin, die «in ihrer Eigenschaft als Nationalrätin bei zahlreichen Gelegenheiten in den Medien das Verhalten von Prof. Mörgeli kritisierte». Dadurch habe die Politikerin den Eindruck erweckt, der Universitätsrat sei in der Angelegenheit «nicht unbefangen». Ihr Verhalten sei «unangemessen» gewesen. (ldc)

Kommentar: Ich finde es gut, dass die unschöne Geschichte von neutraler Seite offen durchleuchtet wird. Nur dank  Transparenz kann das angeschlagene Vertrauen wieder hergestellt werden,
NACHTRAG: Am Pfingstmontag weist Aeppli die Kritik zurück.
Sie habe auch Fehler gemacht, aber sie habe nicht zur Kündigung aufgefordert. (Sie habe lediglich dem Rektor gesagt, es müsste etwas geschehen)
Wer nun recht hat? Es besteht Aussage gegen Aussage.

LINKS:
20. Febr. 2005 ... Februar im Schweizer Fernsehen DRS 1 kreuzen sich die Zürcher Erziehungsdirektorin Regine Aeppli und der Rektor der Pädagogischen ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/05/02_20.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
26. Sept. 2010 ... 10 Oktober 2010. Die Zürcher Erziehungsdirektorin, Regierungsrätin Regine Aeppli, stand bereits vor fünf Jahren im Zentrum dieser Kolumne.
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/09_26/09_10.pdf
29. Mai 2007 ... April die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli zu dieser aktuellen Krise. Seit Tagen kam es in den Medien zu zahlreichen Schlagzeilen.
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/05_29/index.html
28. Okt. 2013 ... Auch eine Regierungsratskandidatur im Falle eines Rücktritts von SP-Frau Regine Aeppli schliesst Fehr nicht aus. "Bis jetzt gibt es keine ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/10_28
NACHTRAG: Ob uns Christoph Mörgeli sympathisch ist oder nicht: Die Entlassung war  nicht in Ordnung und hatte eine politische Note.
Die Untersuchung hat es erfreulicherweise doch noch an den Tag gebracht und gezeigt, dass Mörgelis Rivalen und Vorgesetzte versagt hatten.
Leider kann die leide Angelegenheit  nicht mehr korrigiert werden. Ob nun der missliebige SVP Politiker immerhin nocht eine Entschädigung beanspruchen darf?
Ohne Untersuchung wäre jedenfalls dieses fiese  Entlassungsspiel nicht ans Tageslicht gerückt geworden.
Der Krug geht doch zum Brunnen bis  er bricht. Dies ist wenigstens erfreulich.