Montag, 9. Dezember 2013

Nachtrag zu Schlagfertigkeit

 Gute Beispiele

Matthias Pöhm erteilt seit vielen Jahren Schlagfertigkeits-Seminare. Dank der Mitarbeit der Teilnehmenden und der Honorierung guter Beispiele konnte, verfügt er über ein Fülle von guten Schlagfertigkeitsmustern:

Oliver Pocher sagte einst über Rainer Calmund:
"Calli schaut in seinem Wintermantel aus, wie ein zugehängtes Kettenkarussell"
Lachen im Publikum.

Hinter dieser Bemerkung steckt ein bewährtes Humormuster: Der deftige Vergleich! Um ein Phänomen deutlich zu machen, wählt man die Übertreibung. Aber nicht in dem Sinn, dass wir sagen: "Ich hab’s dir Tausend Mal gesagt" – das ist noch nicht witzig. Wir brauchen vielmehr einen bildhaften Vergleich, der so weit hergeholt sein muss, dass er absurd wirkt.

"Der hat eine Schuhgröße, der könnte eigentlich ohne Skier bei der Vier-Schanzen-Tournee mitmachen."

Die Übertreibung wird in ein absurdes Bild umgesetzt. Hier die Skier, dort das Kettenkarussell. Dies ist eine Methode, um spontan, aus der Situation heraus, witzige schlagfertige Bemerkungen zu machen. Die  Methode gehört in den Bereich der Witzfertigkeit: Die Schlagfertigkeit à la Oliver Pocher und Harald Schmidt.
Im Nachrichtensender NTV wurde ein Bericht über den Grünen Parteitag gesendet. Der Kommentator sagte über die Gruppe der Fundamentalisten:

"Die Fundis bei den Grünen haben sich inzwischen derart dezimiert, die könnten ihre Mitgliederversammlung getrost in einer Telefonzelle abhalten."

Dieses Humormuster habe ich in meinem Buch "Das NonPlusUltra der Schlagfertigkeit" den "absurden Vergleich" genannt.
Jetzt aber ein interessantes Phänomen. Wenn jemand sagt: "Ich verstehe nur Bahnhof" oder "Der ist dumm, wie Stroh" dann ist das zwar auch ein "absurder Vergleich", aber da lacht keiner mehr, weil das schon derart oft wiederholt wurde, dass es zu einem stehenden Ausdruck geworden ist. Jedoch im Original, als irgendwann in grauer Vorzeit dieser Ausdruck das erste Mal benutzt wurde, war es ein neuer "deftiger Vergleich", der die Leute zum Lachen brachte.

Wenn man eine ursprünglich lustige Bemerkung zu oft hört, nutzt sie sich ab und wird nicht mehr als witzig wahrgenommen. Und dieses Phänomen trifft auch auf Jesus zu. Er hat, wie Oliver Pocher oder Harald Schmidt dieses Humormuster benutzt. Es ist nur durch die Jahrtausende lange Wiederholung nicht mehr als lustig erkennbar – aber damals, in der Originalsituation haben die Leute garantiert heftig lachen müssen.

Du siehst den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge erkennst du nicht.
Ist ein "absurder Vergleich" reinsten Wassers.

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in das Himmelreich.
Ist ein "absurder Vergleich" reinsten Wassers.

Wenn euer Glaube nur so gross ist, wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: "Rück von hier weg, und er wird wegrücken".
Ist ein "absurder Vergleich" reinsten Wassers.
(gemeint ist nicht das Wegrücken, sondern das "Senfkorn")

Bei Jesus wurde garantiert zig Mal mehr gelacht, als bei seinen trüben Nachfolgeorganisationen.

Ist Ihnen die Antwort wieder erst eine Stunde später eingefallen? Lassen Sie sich zu einer schlagfertigen Person wandeln. Seminar-Termine "Schlagfertig und erfolgreicher"




2.) "Faszinierende Geschichten" sind online

Wenn Sie vor Publikum reden, dann ist es nicht wichtig, bei welcher Gelegenheit Sie die Leute faszinieren, es geht nur darum, dass Sie sie faszinieren.
Es gibt faszinierende Geschichten und interessante Fakten, die bei den Zuhörern den Mund offen stehen lassen, weil sie einfach derart interessant sind. Für Sie als Redner geht es jetzt darum, Ihre Präsentation mit solchen Geschichten zu würzen. Denn dann können Sie sicher sein, zumindest bei dieser Passage, kleben Ihnen die Leute an den Lippen.

Ich habe jetzt eine Sammlung solcher faszinierenden Geschichten und interessanten Fakten online gestellt. Lassen Sie sich inspirieren: faszinierenden Geschichten + interessanten Fakten

Lassen auch Sie sich von mir zu einem faszinierenden Redner umtransformieren.
Die nächsten Rhetorik-Seminar Termine anschauen.

     
      

3.) Was, wenn es nach dem Tod noch Bewusstheit gäbe

Wenn in einem Radiogerät eine Stromfrequenz am Lautsprecher gemessen wird, sobald Musik aus dem Lautsprecher erklingt, ist das kein Beweis, dass die Musik im Radiogerät entsteht. Genau dasselbe gilt für das Messen von elektrischer Hirnaktivität, wenn jemand denkt.

In meiner Online-Umfrage kam heraus, dass 62% der Menschen glauben, dass nach dem Tod eine Bewusstheit, ein Erleben weiter existiert. Wenn Sie zu diesen 62% gehören, dann ergibt sich daraus eine logische Überlegung. Nach dem Sterben haben Sie zwar keinen irdischen Körper mehr, aber Ihre Bewusstheit geht weiter. Ihr Hirn ist Teil des Körpers, wenn der nicht mehr da ist und Sie dann aber trotzdem noch ein Bewusstsein haben, dann kann Ihr Bewusstsein nichts mit Ihrem Hirn zu tun haben. Die Hirnforschung, die uns erklärt, dass sowohl das Bewusstsein als auch die Gedanken im sogenannten "Neokortex" im Hirn entstehen, müsste dann einem Irrtum unterliegen. Und wenn die Bewusstheit nicht im Hirn entsteht, dann fällt auch die These zusammen, dass die Gedanken von dort herkommen. Das heisst, Sie denken gar nicht, sondern Gedanken müssen Ihnen von irgendwoher geschickt werden.

Dass Gedanken im Hirn entstehen ist genauso nur ein "Glaube", eine Theorie, wie der Glaube, dass es nach dem Tod weiter ein Bewusstsein gibt. Es gibt keinen Beweis, weder für das Eine, noch für das Andere. Nur, wenn Sie an ein Erleben nach dem Tod glauben, dann ist es unlogisch parallel daran zu glauben, dass das Hirn Erzeuger Ihres Bewusstseins und der Gedanken ist.




4.) Honorare nicht mehr diskutieren

Hier ein Spruch wenn der Kunde sagt: "Das ist zu teuer" Ihr Konter: "Nein Herr Kunde, das ist preiswert! Es ist seinen Preis wert!"

Wenn man diesen Spruch braucht, hat man aber schon vorher in 90% der Fälle etwas falsch gemacht. Sie können ihr Preisgespräch so aufbauen, dass der Einwand "das ist zu teuer" unwahrscheinlich wird.
Seminar Honorarverhandlung am 14. Dezember in München.




5.) Facebook als Exempel unserer fiktiven Identität

Lesen Sie einmal Ihre eigenen Facebook-Einträge durch und die all Ihrer "Freunde" mit dem Analysegedanken: "Wie will ich/er/sie da wieder nur bei den anderen ein paar Gedanken der eigenen "Besonderheit" auslösen?" Versuchen Sie einmal zu erkennen, wie da einer bettelt: "Bitte haltet mich für "Jemand Spezielles", denn ich denke, dass ich das bin, was ich erhoffe, dass andere von mir denken."

Facebook ist ein herrliches Beispiel unserer fiktiven Identität, die in Wahrheit keine reale Grundlage hat. Die Menschen denken: Ich bin das, was ich mir vorstelle, was andere von mir denken. Meine Identität besteht darin, ein Bild für andere abzugeben und dieses fiktive Bild für mich selber zu halten. Das machen wir nicht nur im Facebook, das machen wir permanent im täglichen Leben.
Wir schmieren eine Sahneschicht über einen aufgeblasenen Luftballon und identifizieren uns mit der erhofften Wahrnehmung der Sahneschicht. Wir denken, wir sind das, was wir denken, das andere von uns denken. Diese Fata Morgana, bestehend aus vorgestellten Fremdgedanken halten wir für uns selber.

Wir haben nicht die leiseste Ahnung, wer wir wirklich sind.

Man kann nur jemand sein wollen, wenn man niemand ist.
(Lesen Sie diesen Satz noch einmal)
Alles, was Sie aufzählen, wenn man Sie fragt, wer Sie sind, sind Rollen, die Ihre Existenz nur durch die erhoffte Wahrnehmung anderer annehmen. Alles, was man Ihnen wegnehmen kann, hat nichts mit Ihnen zu tun. Wer sind Sie jenseits Ihrer eingebildeten Fremdgedanken über Sie?
Ihr "Ich" ist ein Hologramm.

Finden Sie heraus, wer Sie wirklich sind. Beschreibung Seminar
"Sie wollen keinen Erfolg, Sie wollen glücklich sein"


    

6.) Sieger: "Der regelmäβige Angriff"

Der Angriff aus dem letzten Pöhm-Letter:
Frau zu ihrem Partner: „Wir müssen reden!“


Die Siegerantwort von Harald Göttle:
Sag mir Bescheid wenn Du fertig bist, dann komme ich wieder.


Die weiteren von mir ausgewählten Antworten finden Sie hier.

Der neueste Angriff, auf den Sie uns eine Erwiderung schicken dürfen, lautet:
Frau zu ihrem Partner: „Liebst du mich?


Schicken Sie Ihre Antwort an: meine Antwort zum Angriff

Der Gewinner erhält ein Pöhm-Produkt nach freier Wahl (Maximalwert 33 €)




7.) Sieger: "Die schlagfertige Geschichte"

Wir prämieren hier an dieser Stelle immer die besten, der uns geschilderten schlagfertigen Geschichten.

Ausschaffungsinitiative darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden

Obschon die SVP   auf weiter Flur allein für die Auschaffungsinitiative kämpft und aus allen Rohren vom Bundesrat und allen anderen Parteien gegen diese Initiative geschossen wird, könnte sie doch angenommen werden.

Ständerat Minders Einsatz für die Initiative muss ernst genommen werden. Als parteiloser Politiker und Vater der Abzocker Initiative könnte er für die Gegner recht gefährlich werden. Wenn er sich für etwas einsetzt, so macht er dies mit grössten Engagement.


An vorderster Front: Minder kämpft für SVP-Initiative

Ich zitiere BLICK am Sonntag:

Minder kämpft für SVP-Initiative«Zuwanderung ist schlimmer als Abzockerei»

Der parteilose Ständerat Thomas Minder wird für die SVP jetzt zur Schlüsselfigur. Er setzt sich im Abstimmungskampf an vorderster Front für die Masseneinwanderungs-Initiative ein.

play Thomas Minder gestern am Rheinfall – ein Katzensprung von seiner Firma Trybol entfernt.
Im Abstimmungskampf um die Masseneinwanderungs-Initiative, über die wir am 9. Februar abstimmen, stand die SVP bis jetzt alleine da. Kein bürgerlicher Bundespolitiker einer anderen Partei unterstützt die SVP. Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände bekämpfen das Ansinnen vehement, Schulter an Schulter.
Doch nun bekommt die SVP unerwartet Schützenhilfe – ausgerechnet von jenem Mann, der das Volk im März fast im Alleingang von seiner Abzocker-Initiative überzeugen konnte: Der Schaffhauser Ständerat Thomas Minder (52) steigt für die SVP in die Hosen. «Ja, ich werde mich voll für ein Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative einsetzen und an diversen Veranstaltungen auftreten», sagt Minder gegenüber SonntagsBlick – und ergänzt: «Diese Volksinitiative ist noch wichtiger als meine Abzocker-Initiative.» Denn die Zuwanderung sei für die Schweiz schlimmer als die Abzockerei.
Der Schaffhauser dürfte für die SVP ein Glücksfall sein. Er ist als Unternehmer und Parteiloser in Migrationsfragen glaubwürdiger als die SVP-Hardliner im Initiativkomitee. Minders erster Auftritt folgt bereits in etwas mehr als ­einer Woche. «Er wird zusammen mit anderen Unternehmern in der Vorweihnachtswoche auftreten und sich für unsere Initiative starkmachen», bestätigt SVP-General­sekretär Martin Baltisser (44). Minder werde zudem in den darauffolgenden Wochen an weiteren Anlässen und Podien im Abstimmungskampf teilnehmen.
Thomas Minder ist ein heftiger Kritiker der Personenfreizügigkeit. Unternehmern wirft er bei der Rekrutierung von Arbeitnehmern Verantwortungslosigkeit vor: «Firmen sind nur an Umsatz- und Gewinnmaximierung interessiert. Es inte­ressiert sie nicht, wie hoch die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist. Sie wollen einfach den besten Angestellten zum tiefsten Preis.» Deshalb würden Firmen natürlich von der Personenfreizügigkeit profitieren – auch er selbst. «Man muss aber längerfristig denken und das Wohl des ganzen Landes und nicht nur der Wirtschaft im Auge behalten», sagt er.
Zum Wohl dieses Landes gehört für den Trybol-Firmenchef auch der Schutz der Landschaft: «Die Schweiz platzt schon heute aus allen Nähten. Die Landschaft wird immer mehr verschandelt. Jede Sekunde wird ein Quadratmeter zubetoniert.» Und: «Acht Millionen Einwohner – davon 23,3 Prozent Ausländer – sind für die kleine Schweiz mehr als genug.»
Minder ist der Überzeugung, dass die Schweiz gar nicht auf so viele Ausländer angewiesen ist, wie die Wirtschaftsverbände behaupten. In der Schweiz gebe es genügend gut ausgebildete Fachkräfte, die arbeitslos seien. Dies würden aktuelle Zahlen aus Schaffhausen belegen: «Von den 1194 Arbeitslosen sind 651 Fachkräfte. Diese Zahlen sagen alles. Die Firmen würden Fachkräfte in der Schweiz finden, wenn sie nur wollten. Aber sie bevorzugen billigere Fachkräfte aus dem Ausland.»
Nach dem Sieg mit seiner Abzocker-Initiative will sich Minder jetzt und in Zukunft ganz dem Kampf gegen die Zuwanderung verschreiben. «Die Zuwanderung und deren Auswirkungen werden für mich über die Abstimmung hi­naus die zentralen Themen sein.» Falls es im Februar ein Nein gibt, bleibe das Thema auf der Agenda – früher oder später würden die Bürger der massiven Zuwanderung ­einen Riegel schieben.

KOMMENTAR: Während der letzten Tage warnten wichtige Persönlichkeiten der EU vor einer Annahme der Initiative und drohten: Wenn die Ausschaffungsinitiative angenommen würde, wären die bilateralen Abkommen gefährdet, lautete die Botschaft. Ob diese Dachbotschaft die Stimmberechtigten zu einem Nein bewegen kann, ist  aus meiner Sicht noch nicht gesagt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Thomas Minder die Bevölkerung dazu bewegen könnte, trotz dieser Drohungen ein Ja in die Urne zu legen. Der Unmut ist nämlich heute derart gross, weil die Regierung den Volkswillen immer wieder ignoriert oder verwässert. Die Bevölkerung könnte aus TROTZ erneut ein Zeichen setzen. Ich würde jedenfalls Minders Einsatz für die Initiative nicht auf die leichte Schulter nehmen.

NACHTRAG TAGI-ONLINE:

Neue Zuwanderungszahlen sorgen für Nervosität

Kurz vor dem Abstimmungstermin zur Masseneinwanderungsinitiative werden die Zuwanderungszahlen für 2013 bekanntgegeben. Das könnte der SVP-Initiative nochmals Auftrieb geben. Mehr...
Was die Gegner der Initiative nicht unter den Tisch wischen dürfen, sonst erlebt die Schweiz wie bei der Abzockerinitiative eine grosse Ueberraschung:
- die Fakten mit den wachsenden Einwanderungszahlen (über 10%)
Die Probleme, welche die Masseneinwanderung verschärft:
- Wohnungsmarkt
-  Verkehr
-  Steuern (Sozialleistungen) 
- Verbetonierung der Landschaft
-  Wohlstand
- Arbeitsmarkt (Arbeitslosigkeit)
-  Löhne     
Aus 20 Min:

Sonntag, 8. Dezember 2013

Zum 2. ADVENT:

Ein schönes Wochenende und einen ruhigen zweiten Advent wünscht Ihnen K+K:

Beschwerde abgewiesen


UBI weist Christoph Mörgelis Beschwerden gegen "Rundschau" ab

Die Provokation von Moderator Sandro Brotz sei fürs Publikum ersichtlich gewesen.

Mit 8 zu 0 Stimmen hat sich die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) gegen Christoph Mörgeli gestellt, wie "Tages-Anzeiger" am Freitagnachmittag schreibt. Mörgeli hatte gegen die Rundschau des Schweizer Fernsehens Beschwerden erhoben, welche die UBI nun abgelehnt hat.
Die Rundschau hatte Mörgeli in ihrer Sendung vom 27. März vorgeworfen, über ein Dutzend fragwürdige Doktorarbeiten durchgewinkt zu haben, hauptsächlich für das Abschreiben von alten Texten. Auf dem heissen Stuhl konnte der Mörgeli anschliessend Stellung nehmen, er fühlte sich jedoch durch die Sendung ungerecht behandelt. Er monierte sachlich-inhaltliche Fehler und beanstandete die Sendung beim SRG-Ombudsmann Achille Casanova. Dieser fand, der Bericht sei tatsächlich einseitig. Wichtige Aspekte seien ausgeklammert oder nicht vertieft worden. Und die Frage nach dem Rücktritt als Nationalrat sei eine verfehlte Provokation gewesen, weil die Rundschau dadurch Mörgelis politische und wissenschaftliche Arbeit in problematischer Weise vermischt habe (persoenlich.com berichtete).
Casanova unterstützte die Beanstandung der Sendung aber nicht, da Mörgeli im Interview ausreichend Gelegenheit gehabt habe, die Vorwürfe zu widerlegen. Das Sachgerechtigkeitsgebot sei nicht verletzt worden. Mörgeli war mit Casanovas Beurteilung nicht einverstanden und zog den Fall an die UBI weiter.
Dort ist er nun aber ebenfalls abgeblitzt. Die UBI argumentiert, der Beitrag sei zwar in einem Nebenpunkt der Streichung von Dissertationen aus dem Forschungsverzeichnis der Uni Zürich nicht präzis gewesen. Und mit der Frage nach Mörgelis Rücktritt habe Moderator Brotz provoziert. Diese Provokation sei aber fürs Publikum ersichtlich gewesen und von Mörgeli auch provokativ quittiert worden. Zentral erschien der UBI, dass Mörgeli im Live-Interview genügend Gelegenheit gehabt habe, um zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Leider habe er diese Gelegenheit zu wenig genutzt. Das Publikum habe sich aber durchaus eine eigene Meinung bilden können. (tagesanzeiger.ch)

KOMMENTAR: Ich habe mit diesem Entscheid gerechnet. Denn Christoph Mörgeli hätte die Gelegenheit nutzen können (in einer Sendung , die nicht geschnitten wird), seine Sicht konkret darzulegen. In diesem Sendegefäss sind Provokationen erlaubt. Ich teile somit die Auffassung der UBI und finde: Die Provokation war ersichtlich. Mörgeli akzeptiert zwar den Entscheid nicht. Er geht noch vors Bundesgericht. Die Geschichte ist somit noch nicht abgeschlossen. Was Christoph Mörgeli  nach meinem Dafürhalten während der letzten Woche besser gemacht hat als früher: Er hatte GESCHWIEGEN und ist damit in den Medien recht gut gefahren. Im Fokus waren vor allem die Kommunikationsfehler seiner Gegenspieler. REDEN IST SILBER aber SCHWEIGEN kann tatsächlich GOLD sein.

LINKS:
30. Juli 2004 ... Im Umgang mit Medien gibt es nur eines: Sich situationsgerecht zu verhalten. Reden ist nicht immer Gold. Schweigen auch nicht immer Silber.
www.rhetorik.ch/Schweigen/ProKontra.html
2. Jan. 2012 ... "Es gibt eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden. Nun ist es Zeit zum Schweigen". Aus "20 Min": Gegenüber anderen Journalisten ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/12/01_02/
12. Nov. 2010 ... Nicht nur der Berater Kachelmanns nutzte in wichtigen Phasen den rhetorischen Baustein Schweigen. Rechtsanwalte wissen, dass sich das ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/10/11_12/
18. Nov. 2007 ... Hype ist das englische Wort für Medienrummel. Bei jedem Ereignis stürzen sich meist alle Medien auf das gleiche Thema. Es kommt dann ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/11_18/index.html
4. Juli 2009 ... Für Mark Sanford's Situation war Jacksons Tod ein Glücksfall. Der Gouverneur von Süd Carolina war inmitten einer unangenehmen Affaire, als ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/07_04/

Ich kannte eine Person, die verstand es, gekonnt zu schweigen: Viele schätzten die Person als gute Zuhörerin, weil sie zugleich Signale der Zuhörens vermittlen  ...
www.rhetorik.ch/Schweigen/Schweigen.html

Ein Zeitproblem: Der Volkswille wird in der Schweiz nicht umgesetzt

Der Unmut wächst

Es ist bedauerlich, dass immer mehr Bürger resignieren und sich sagen:
Die da oben machen doch nur, war sie wollen. Dieser Vorwurf ist nicht unbegründet:


1. Das Volk hat der Verwahrungsinitiative deutlich zugestimmt. Nun hat ein Bundesgerichtsentscheid die Durchsetzung blockiert.

2. Das Volk hat die Alpeninitiative mit grosser Mehrheit gutgeheissen. Aber das Parlament und  die Regierung setzte die geforderten Ziele nicht um!


3. Das Volk hat die Zweiwohnungsinitiative eindeutig gutgeheissen. Doch wird die Durchsetzung mit Sonderbestimmungen durchlöchert oder zu Nichte gemacht.

4. Das Volk hat die Ausschaffung krimineller Ausländer deutlich angenommen. Nachdem die Regierung die Initiative zum eindeutig abgelehnten Gegenvorschlag umfunktionieren wollte und die SVP mit einer Durchsetzungsinitiative den Volkswillen nachhelfen wollte, will man die Durchsetzungsinitiative als nicht durchführbar zurückweisen.

5. Das Volk hat die Abzockerinitiative deutlich angenommen. Heute ärgert sich  der Initiant Ständerat Minder, weil auch bei diesem Volksentscheid der Volkswille nicht ernst genommen wird.




 6. Die Minarettinitiative wird wohl in Strassbourg an EGMH/EMRK scheitern dereinst

7.  Die Rothenturm-Initiative (Schutz der Moorlandschaften) wird bis heute immer wieder torpediert, z.B. beim Höherstau des Grimselstausees.


8.  Bei der Unverjährbarkeitsinitiative gab es ein jahrelanges Hin- und Her, ob der Geltungsbereich ("Pubertät") nun bis zu Opfern von 12 oder 14 oder 16 Jahren greifen soll.


Kommentar:
Es ist nachvollziehbar, wenn der Unmut im Stimmvolk ständig wächst. Es stellt sich somit die Frage: Wie kann die Regierung gezwungen werden, den Volkswillen ernst zu nehmen und die eindeutigen Resultate durchzusetzen? Nicht nur das politische Personal ist derzeit gefordert. Falls auch die Parteien untätig bleiben, wird sich dies spätestens bei den nächsten Wahlen rächen.


 Aus 20 Min:





Samstag, 7. Dezember 2013

Auch das "Verzichten können" und das "Durchstehvermögen" müssten Kinder lernen!

So wurden Kinder zu Narzisten und Egomanen

 

Nach Michael Winterhoff, Jugendspsychiater, tun die Eltern mit Ihrer aufopfernden Liebe ihren Kindern keinen Gefallen. Bereits mit seinem letzten Buch "Warum werden Kinder zu Tyrannen" löste er eine heftige Erziehungsdebatte aus. Laut Winterhoff hat sich seither die Situation in den Augen des Autors und Arztes sogar weiter verschärft.
Die Kinder dominieren in zunehmendem Masse in der Gesellschaft. Sie werden nicht mehr zurechtgewiesen. Die Eltern sehen im Kind einen Teil der eigenen Persönlichkeit und können somit die Spannungen in der Beziehung nicht ertragen. Sie lesen ihren Kindern jeden Wunsch von den Augen ab und versuchen ihnen möglichst alle Wünsche zu erfüllen.


Wenn sich jedoch alles um ein Kind dreht,  wird seine Entwicklung gebremst. Die emotionale und soziale Psyche wird nicht mehr ausgebildet. Die Kinder werden lebensuntüchtig und beziehungsunfähig. Soziale Bindungen sind aber notwendige Voraussetzung, damit Menschen miteinander klarkommen.
Wenn Eltern Kindern nicht mehr lernen, auf Wünsche verzichten zu können, kommt es zu einem Entwicklungsdefizit. Es fehlt die Frustrationstoleranz und das Unrechtsbewusstsein wird nicht entwickelt. Die Empathie fehlt.  Kindern die auf nichts mehr verzichen können, sehen sich dauernd als Opfer. Alles muss sich um das Erfüllen Ihrer Bedürfnisse kümmern.
Die sogenannte Schulreife zeigte sich früher bei den Erstklässern, wenn sie vier Stunden lang auf einem Stuhl sitzen konnten und gelernt haben, Anforderungen zu akzeptieren und zuzuhören. Wer aber lustorientiert - im Moment lebt - meidet jegliche Anstrengung.
Wie kann ein Schulstoff erworben werden, wenn man nie gelernt hat, still zu sitzen und etwas zu tun, worauf man derzeit keine Lust hat? 



 

Das  Entwicklungsdefizit verunmöglicht dem Kind, die Intelligenz auszuschöpfen.
Die derzeitige imbefriedigende Situation müsste ernst genommen werden. Nach Winterhoff gab es 1995 pro Klasse zwei auffällige Schüler. Heute ist es umgekehrt. Es sind zwei die unauffällig sind. Das ist für ihn besorgniserregend.

Was hat sich in den letzten Jahren verändert?

Winterhoff erwähnt die gesellschaftlichen Veränderungen und den technischen Fortschritt. Der Computer veränderte sehr viel. Auch die Erwachsenen sind derzeit meist überfordert. Viele wissen  nicht mehr was sie eigentlich im Leben wollen.
Weil wir nicht mehr in der Lage sind, Freude und Zufriedenheit zu verspüren, wird stellvertretend die Freude  der Kinder zur eigenen Zufriedenheit gemacht. Erziehende denken und  fühlen durch das Kind.

Eltern wollen ihren Kindern vermeintlich Gutes tun, indem sie sich ständig um deren Bedürfnisse kümmern.
Lehrer, Eltern, Lehrer und Grosseltern wollen unbedingt von den Kindern geliebt werden. Dies führt zu einer Machtumkehr: Der Erwachsene ist bedürftig und braucht das Kind, um dessen Bedürfnis zu stillen.

Was wäre wichtig?

Erwachsene müssten in sich ruhen. Das überträgt sich aufs Kind. Doch dies ist heute selten der Fall. Die meisten Erwachsenen sind dauergestresst.
Ferner dürfen wir Selbständigkeit und Selbstbestimmung nicht verwechseln. Wir arbeiten zwar selbständig, sind aber immer wieder fremdbestimmt (durch die Familie  und den  Beruf)
Wenn ein Kind nicht lernt, dass es auch fremdbestimmt ist, dass es sich auf eine Situation oder ein Gegenüber einstellen und anpassen muss, wird es im Leben mit anderen Menschen nicht klarkommen. In Oesterreich soll es in Kindergärten allen Ernstes Kindern möglich sein, dass sie jederzeit individuell das Trinken und Essen beziehen können. Dies im Glauben, dies fördere die Individualität, weil jeder Mensch zu einem anderen Zeitpunkt Hunger oder Durst habe. Eigentlich ist diese Einstellung völlig absurd.

Autorität und Hierarchie wurden ausgeblendet

Die Negierung jeglicher Autorität oder Hierarchie basiert auf der irrigen Vorstellung, dass man einem Kind auf Augenhöhe nur alles genug lang erklären muss, damit es arbeitet. Entwicklungspsychologisch kann das nicht funktionieren, weil man so dem Kind Erwachseneneigenschaften abverlangt.

Die Auswirkungen dieser Haltung sind verheerend. Es gibt bereits viele Firmen, die finden für ihre Ausbildung kaum noch Jugendliche, weil diese zu hause und in der Schule nie gelernt haben, auf die Zähne zu beissen. Der Umgang mit Autorität oder Kritik wirft sie sofort aus der Bahn.
Wenn wir nicht sofort  Gegensteuer geben, muss die Gesellschaft später die Zeche bezahlen.

Was tun?

1. Die Symbiosebeziehung lösen.




2. Kinder zur Ruhe kommen lassen. Ein paar Stunden allein arbeiten lassen -  ohne Ablenkung - ohne Handy.

 

3. Das Kind muss lernen, dass es einen Unterschied gibt zwischen Menschen und Gegenständen.

6. Kinder müssen lernen, längere Zeit sich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren.




Der Mensch reagiert nämlich nicht auf Knopfdruck.

Quelle: M. Winterhoff: SOS Kinderseele, Bertelsmann, München 2013

Zur Einstimmung schon heute eine Weihnachtsgeschichte


Aus „Als ich ein kleiner Junge war“: 

Dreierkonferenz unterm Christbaum


Nur einmal in jedem Jahr hätte ich sehnlich gewünscht, Geschwister zu besitzen: am Heiligabend! Am ersten Feiertag hätten sie ja gut und gerne wieder fortfliegen können, meinetwegen erst nach dem Gänsebraten mit den rohen Klößen, dem Rotkraut und dem Selleriesalat. Ich hätte sogar auf meine eigene Portion verzichtet und stattdessen Gänseklein gegessen, wenn ich nur am 24. Dezember abends nicht allein gewesen wäre! Die Hälfte der Geschenke hätten sie haben können und es waren wahrhaftig herrliche Geschenke! Und warum wollte ich gerade an diesem Abend, am schönsten Abend eines Kinderjahres, nicht allein und nicht das einzige Kind sein? Ich hatte Angst. Ich fürchtete mich vor der Bescherung! Ich hatte Furcht davor und durfte sie nicht zeigen.
Es ist kein Wunder, dass ihr das nicht gleich versteht. Ich habe mir lange überlegt, ob ich darüber sprechen solle oder nicht. Ich will darüber sprechen!
Also muss ich es euch erklären. Meine Eltern waren, aus Liebe zu mir, aufeinander eifersüchtig. ( … ) Wochenlang, halbe Nächte hindurch, hatte mein Vater im Keller gesessen und zum Beispiel einen wundervollen Pferdestall gebaut. Er hatte geschnitzt und genagelt, geleimt und gemalt, Schriften gepinselt, winziges Zaumzeug zugeschnitten und genäht, die Pferdemähnen mit Bändern durchflochten, die Raufen mit Heu gefüllt, und immer noch war ihm, beim Blaken der Petroleumlampe, etwas eingefallen, noch ein Scharnier, noch ein Beschlag, noch ein Haken, noch ein Stallbesen, noch eine Haferkiste, bis er endlich zufrieden schmunzelte und wusste: »Das macht mir keiner nach!« ( … )
Es waren Geschenke, bei deren Anblick sogar Prinzen die Hände überm Kopf zusammengeschlagen hätten, aber Prinzen hätte mein Vater sie nicht geschenkt. Wochenlang, halbe Tage hindurch, hatte meine Mutter die Stadt durchstreift und die Geschäfte durchwühlt. Sie kaufte jedes Jahr Geschenke, bis sich deren Versteck, die Kommode, krumm bog. Sie kaufte Rollschuhe, Ankersteinbaukästen, Buntstifte, Farbtuben, Malbücher, Hanteln und Keulen für den Turnverein, einen Faustball für den Hof, Schlittschuhe, musikalische Wunderkreisel, Wanderstiefel, einen Norwegerschlitten, ein Kästchen mit Präzisionszirkeln auf blauem Samt, einen Kaufmannsladen, einen Zauberkasten, Kaleidoskope, Zinnsoldaten, eine kleine Druckerei mit Setzbuchstaben und, von Paul Schurig und den Empfehlungen des Sächsischen Lehrervereins angeleitet, viele, viele gute Kinderbücher. ( … )
Es war ein Konkurrenzkampf aus Liebe zu mir und es war ein verbissener Kampf. Es war ein Drama mit drei Personen und der letzte Akt fand, alljährlich, am Heiligabend statt. Die Hauptrolle spielte ein kleiner Junge. Von seinem Talent aus dem Stegreif hing es ab, ob das Stück eine Komödie oder ein. Trauerspiel wurde. Noch heute klopft mir, wenn ich daran denke, das Herz bis in den Hals. ( … )
Ich stand also am Küchenfenster und blickte in die Fenster gegenüber. Hier und dort zündete man schon die Kerzen an. Der Schnee auf der Straße glänzte im Laternenlicht. Weihnachtslieder erklangen. Im Ofen prasselte das Feuer, aber ich fror. Es duftete nach Rosinenstollen, Vanillezucker und Zitronat. Doch mir war elend zumute. ( … ) Und dann hörte ich meine Mutter rufen: .Jetzt kannst du kommen! Ich ergriff die hübsch eingewickelten Geschenke für die beiden und trat in den Flur. Die Zimmertür stand offen. Der Christbaum strahlte. Vater und Mutter hatten sich links und rechts vom Tisch postiert, jeder neben seine Gaben, als sei das Zimmer samt dem Fest halbiert. „Oh“, sagte ich, „wie schön!“, und meinte beide Hälften. Ich hielt mich noch in der Nähe der Tür, sodass mein Versuch, glücklich zu lächeln, unmissverständlich beiden galt.
Der Papa, mit der erloschenen Zigarre im Munde, beschmunzelte den firnisblanken Pferdestall. Die Mama blickte triumphierend auf das Gabengebirge zu ihrer Rechten. Wir lächelten
zu dritt und überlächelten unsre dreifache Unruhe. Doch ich konnte nicht an der Tür stehen bleiben!
Ach, wenn ich allein gewesen wäre, allein mit den Geschenken und dem himmlischen Gefühl, doppelt und aus zweifacher Liebe beschenkt zu werden! Wie selig wär ich gewesen und was für ein glückliches Kind! Doch ich musste meine Rolle spielen, damit das Weihnachtsstück gut ausgehe. Ich war ein Diplomat, erwachsener als meine Eltern, und hatte dafür Sorge
zu tragen, dass unsre feierliche Dreierkonferenz unterm Christbaum ohne Missklang verlief. ( … )
Ich stand am Tisch und freute mich im Pendelverkehr. Ich freute mich rechts, zur Freude meiner Mutter. Ich freute mich an der linken Tischhälfte über den Pferdestall im Allgemeinen. Dann freute ich mich wieder rechts, diesmal über den Rodelschlitten, und dann wieder links, besonders über das Lederzeug. Und noch einmal rechts, und noch einmal links, und nirgends zu lange, und nirgends zu flüchtig. Ich freute mich ehrlich und musste meine Freude zerlegen und zerlügen. Ich gab beiden je einen Kuss auf die Backe. ( … )
Nebenan; bei Grüttners, sangen sie „0 du fröhliche, 0 du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!“
Mein Vater holte ein Portemonnaie aus der Tasche, das er im Keller zugeschnitten und genäht hatte, hielt es meiner Mutter hin und sagte: „Das hätt ich ja beinahe vergessen!“ Sie zeigte auf ihre Tischhälfte, wo für ihn Socken, warme lange Unterhosen und ein Schlips lagen. Manchmal fiel ihnen, erst wenn wir bei Würstchen und Kartoffelsalat saßen, ein, dass sie vergessen hatten, einander ihre Geschenke zu geben. Und meine Mutter meinte: „Das hat ja Zeit bis nach dem Essen.“


Welcher Drestner Schriftsteller könnte diese Geschichte geschrieben haben?