Mittwoch, 12. Juni 2013

Antworten von Regula Stämpfli, die zu denken geben
  (Aus einem Interview aus dem TAGI)

«Gefallen ist nicht mein Ding»: Regula Stämpfli (Bild vom 8. Januar 2013).
«Gefallen ist nicht mein Ding»: Regula Stämpfli (Bild vom 8. Januar 2013).



Es kümmert Sie kein bisschen, wenn Sie anecken?

Nein, gefallen ist nicht mein Ding. Wenn alle «Heil» schreien, heisst das noch lange nicht, dass dieses «Heil» richtig ist. Das habe ich schon früh von meiner Mutter gelernt. Zudem: Ich bin Bernerin, vergessen Sie das nicht. Das ist ein ganz besonderer Menschenschlag. Aber jetzt tun Sie so, als wäre ich die verhassteste Person – doch meine Vortragssäle sind immer ausgebucht.

Kritik ignorieren Sie?

Kritik akzeptiere ich nur von meinen Lieben. Kritik an Frauen ist eh immer problematisch: Sie sind immer Corpus Delicti, nie wirklich «richtig». Feministische Kritik wird zudem, wenn überhaupt wahrgenommen, meist in eine Ecke gedrängt, personalisiert, entpolitisiert. Es geht dann nur noch um die Zerstörung derjenigen, die es wagt, hinzuschauen. Ein Mann kann ganz locker unglaubliche Dinge sagen, ohne dass er als Person fertiggemacht wird. Einem Mann gesteht man eine Position zu, der Frau nur eine Repräsentation. Egal, was ich sage, am Schluss werde ich immer auf mein Frausein zurückgeworfen.

KOMMENTAR:

Kritik müsste man aus meiner Sicht von allen Seiten entgegennehmen. Wenn ich die Kritik nur von "Meinen Lieben" akzeptiere lerne ich nicht alle blinden Flecken kennen.
Regula Stämpfli findet Kritik an Frauen problematisch. Heisst das, dass man Frauen mit anderen Massstäben beurteilen muss als Männer?
Wird eine Frau tatsächlich IMMER NUR auf das Frausein zurückgeworfen?
Es würde sich lohnen, diese Antworten Stämpflis genauer zu bedenken.
Ich gehe davon aus, dass es Regula Stämpfli bei Ihren Aussagen wirklich nicht ums Gefallen geht. Das finde ich gut. Sie steht zu ihren Botschaften. Die Gefahr besteht hingegen), bei vielen Menschen (die kompromisslos für etwas einstehen, dass sie froh sind, wenn sie  anecken wollen oder sogar stolz sind, dass sie anecken So wie ich Regula Stämpfli kenne, ist sie sich dieser Gefahr bewusst.

LINKS:

08 Juni 2013
Als Ersatz für Stämpfli für die Sendung am Montag wird nun Journalist René Zeyer einspringen. Für den Talk-Profi steht aber fest: Mit Regula Stämpfli will er nichts mehr zu tun haben. Er wirft sie deshalb per sofort aus seinem ...
21 März 2012
Ich habe einmal die bekannte Politologin einer Institution bewusst als Referentin empfohlen, weil ich wusste: Wenn Regula Stämpfli spricht, kommt es zwangsläufig zu Reaktionen. Tatsächlich war ein Teil der Anwesenden ...
25 Okt. 2012
Kommentar: Regula Stämpfli hatte Glück. Der Presserat hat die Beschwerde gegen sie zurückgewiesen. Damit ist Stämpfli mit einem blauen Auge davongekommen. Ich vermute: Die Welle an harter Kritik in den Medien wird ...
23 Okt. 2010
Politologin Regula Stämpfli ist ausser sich: Weil ihr Berufskollege Michael Hermann der SVP einen Wahlsieg voraussagt, beschimpft sie ihn als «Plankton», das von der Rechtspartei bezahlt werde. storybild. Greift an: Regula ...

Die Kommentare im Tagi veranschaulichen, dass die Gedanken Stämpflis zum DENKEN angeregt haben (Regula Stämpfli hat einmal mehr  eine Kommentarlawine ausgelöst):
Ich zitiere:

09:35 Uhr
"Kritik an Frauen ist problematisch", also umgekehrt, Kritik an Männern ist unproblematisch? Oder meinte die rührige Frau Stämpfli, Kritik an Menschen ist problematisch?
Vielleicht ist eine Bemerkung zu einer einzelnen Frau, nämlich Frau Stämpfli wenigstens erlaubt?
Selten eine Frau gesehen, die sich so verbissen immer wieder in die Schlagzeilen reden kann.
Antworten


Kurt Normann

07:59 Uhr
Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund, wieso Männer erfolgreicher sind als Frauen, der folgende: Frauen scheitern und reflexartig ist jemand anderer (Männer!) schuld. Mit stampfenden Füssen steht Frau da und erwartet Hilfe vom Staat, von Frauen und erst recht von Männern (Die sind ja auch Schuld, immer irgendwie!).
Auf der anderen Seite:
Mann scheitert.
Er steht auf und macht weiter!
Antworten


Feldmann Irene

14:19 Uhr
aber frau auch und zwar IMMER..........nur wer keine brille trägt, wird auch nicht besser sehen können!!!


Feldmann Irene

06:24 Uhr
männer in IHREM STYLE ernten bewunderung, frauen wie frau stämpfli werden wortwörtlich auseinander genommen und kein haar wird gerade gelassen. was ist den wirklich das problem, werte männer??? fehler werden ausgemistet und gezeigt, jeder satz der nicht eurer einstellung passt, unterstrichen, der laute ton wird zur hysterie ausgemalt. annerkennung-toleranz und respekt gibts das noch??? Antworten


Ike Conix

00:57 Uhr
Frau Stämpfli polarisiert auch bei Frauen. Also muss es nicht zwingend mit ihrem Frausein zu tun haben. Antworten


Heiner Schäublin

11.06.2013, 21:00 Uhr
Krudes von einer Frau, die krudes aus den Anfängen des Radikalfeminismus wiederkäut und damit ihr Geld verdient. Jede selbst schuld, die darauf hereinfällt. Antworten


Benjamin Hitz

11.06.2013, 20:55 Uhr
Den Schachzug muss ich mir merken: Wenn mich jemand kritisiert, sage ich einfach "Kritik an mir als Mann ist eh immer problematisch" und sauge mir dann eine hanebüchene, aber ideologisch total gefestigte, Argumentation dafür aus den Fingern. So lebt sichs doch gleich viel unbeschwerter. Antworten


Hans Steiner

11.06.2013, 20:42 Uhr
Das grosse Missverständnis: wenn jemand aneckt, nicht ernst genommen wird und auch sonst heftig kritisiert wird, liegt es nicht daran, dass dieser jemand eine Frau ist. Es liegt daran, dass dieser jemand nicht ernst genommen werden muss, blödes Zeug quaselt und auch sonst nicht viel zu bieten hat.
Welch Selbstüberschätzung.
Antworten


Rosmarie Sieber

11.06.2013, 20:29 Uhr
Die Reaktionen, weil eine "kantige" Frau etwas von sich gibt, sind doch äusserst interessant. Mich dünkt, dass sich die Herren auf diesem Forum wohl etwas auf den Schwanz getreten fühlen. Wer kann wohl besser über die Probleme einer Frau Auskunft geben als eine intelligente, weitsichtige und vor allem vernetzt denkende FRAU? Mal sehen, wie viele Thumbs down kommen... Antworten


Heinz Fischer

12:07 Uhr
@ villiger (ohne erkennbares Geschlecht): das F-Wort dürfen Sie ruhig ausschreiben, auf die Füsse getreten.


r. villiger

09:22 Uhr
@Sieber: sie haben schon mit Ihrer Formulierung Ihre Glaubwürdigkeit geopfert. Fühlen sich sich jetzt in die F. getreten?


Serge Mürset

11.06.2013, 19:56 Uhr
"Kritik an Frauen ist eh immer problematisch...»."
Extreme Aussage (siehe Corpus Delicti - Tatwaffe). Sind Frauen unfehlbar? Dankenswerterweise falsifiziert Frau Stämpfli ihre Aussagen gleich selbst. Nur Diktatoren und Narzissten verbitten sich Kritik.
"Feministische Kritik wird zudem ... meist in eine Ecke gedrängt..."
Stimmt nicht. Feministische Kritik erhält eigene Kolumnen in Zeitungen...
Antworten


gabi bossert

11.06.2013, 19:51 Uhr
Frau Stämpfli ist natürlich für den breit vertretenden Mann ausgesprochen anstrengend, weil Sie sich nicht im Sinne der Männerdomäne vermarkten lässt. Sie ist eine ausserordentlich Persönlickeitsstarke Frau, Sie hinterfragt und schafft Verbindung zwischen Gesellschaft und der darin bestehenden Möglichkeit, sich vom " Objekt Frau " lösen zu wollen, zu können, ohne ein Verlustopfer werden zu müssen. Antworten


Heinz Müller

11.06.2013, 19:39 Uhr
Was für eine brutal nervige Frau - und so typisch. Einseitige Rosinenpickerei und auch noch stolz darauf sein. Solche Narzissten finde ich widerlich! Übrigens bin ich absolut für die Gleichberechtigung, aber mit Personen die sich einseitig Vorteile heraus nehmen, habe ich echt Probleme. Aber es spricht wohl für unsere Zeit, dass so jemand Erfolg hat... Antworten


rolf huber

11.06.2013, 18:55 Uhr
frau stämpfli mitunter das beste was die ch zu bieten hat...
kapitalismus ist scheusslich patriarchal wie auch ohne jede empathie (siehe kommentare). sogenannter "feminismus" wird durch die devoten, marktgläubigen werbefritzen, wie der punk auch, einvernahmt - nur um profit zu schlagen...
Antworten


Beat Bannier

11.06.2013, 20:42 Uhr
Nicht zu vergessen, die Werbefritzinnen und auch, dass, in der westlichen Welt, 75% der erarbeiteten Löhne, von Frauen ausgegeben/investiert werden.


Roger Riger

11.06.2013, 18:49 Uhr
Regula Stämpfli ist nur noch nervig und nicht tragbar. Sie kann sehr gut austeilen und kritisieren, aber einstecken kann sie überhaupt nicht, wie sie in diesem Interview sogar zugibt. Und es nervt gewaltig, wenn sie in Diskussionen (nicht Monologen) immer den anderen Gesprächspartnern ins Wort fällt und minutenlang immer alle anderen belehrt, dass quasi nur sie Recht hat! Antworten


Roger Riger

08:45 Uhr
@ Oliver Keller: Doch ich habe es verstanden, wenn Regula Stämpfli nicht einmal Kritik anstädig entgegen nehmen kann:
Redet ohne Pause in Talksendungen wie in der Arena,
Fällt den anderen Teilnehmern immer und immer wieder ins Wort,
Hört zT nicht auf die anderen Argumente, sondern spult ihr Programm runter. Das hat auch mit Anstand zu tun und als öffentliche Person muss/kann sie kritisiert werden!



oliver keller

11.06.2013, 22:49 Uhr
Sie habens leider nicht verstanden oder verstehen wollen. Kritik entgegennnehmen ist etwas völlig anderes als Kritik zu akzeptieren. Und es Regula Stampflis gutes Recht, selber zu entscheiden, was sie entgegennimmt und was sie akzeptiert. Weshalb versuchen Sie, für Regula Stämpfli zu schreiben? Lassen Sie sie einfach zu, sie hat Ihnen nichts getan.


Kurt Röösli

11.06.2013, 18:14 Uhr
Nein es irritiert nicht. Es langweilt. Narzisten merken irgendeinmal nicht mehr, dass sie peinlich sind. Antworten


Otto Frey

11.06.2013, 18:50 Uhr
Danke Herr Rösli, Die Dame sucht doch seit langem skurrile Ideen, von denen sie glaubt Sie helfen ihr sich zu profilieren oder selbst darzustellen. Vielleicht wird es ihr zu denken geben, wie wenige Kommentare Ihr Beitrag auslöst, aber es ist wahrscheinlicher, dass sie uns als intellektuelle Banausen abstempelt. Selber schuld, wer ihr immer wieder Mandate und Honorare gibt.


Marc Schinzel

11.06.2013, 17:47 Uhr
Ein weiterer Punkt, der mich an Regula Stämpflis Ausführungen stört, ist ihre völlig in der Luft hängende These vom Feminismus als Steigbügelhalter des Kapitalismus. Ihre Konstruktion krankt schon daran, dass Stämpfli nicht näher ausführt, was sie unter "Kapitalismus" versteht. Westliche Gesellschaften pflegen die soziale Marktwirtschaft, nicht den Manchester-Kapitalismus des 18. Jahrhunderts. Antworten


Caroline Egger

11.06.2013, 18:31 Uhr
U. Schinzel: wir haben inzwischen zur Genüge erfahren, was Kapitalismus ist und können nicht erwarten, dass Stämpfli uns dieses Thema zum x-ten Mal in allen Nuancen von A-Z erklärt. Wäre auch langweilig! Feminismus liegt im Trend: also warm anziehen, Jungs, v.a. diejenigen, welche die letzten 100 Jahre verschlafen haben und sich komischerweise immer noch in den 1950-er Jahren wähnen. Aufwachen!


Karl Lässer

11.06.2013, 17:33 Uhr
Es gibt natürlich immer noch Subkulturen, in welchen Frauen benachteiligt werden. Es gibt aber auch viele Subkulturen und gesellschaftliche Segmente, in denen es Frauen bestens geht, besser als Männern. Ein Held ist heute: eine junge Frau. Die Genderdiskussion nervt. Die These von der "Pasteurisierung" aller Menschen hingegen gefällt mir ausgezeichnet. Antworten


Feldmann Irene

11.06.2013, 17:28 Uhr
frauen haben generell die tendenz, viel zu viel zu schlucken und die dinge nicht gleich beim namen zu nennen, das ist eine tatsache. fraum stämpfli ist ein beispiel von frau, welche ich mir in 1000 zahlen wünsche. nicht einschüchternd, sondern reel, professionel und sich bewusst!!! für männer vielleicht eine einschüchterung, doch die männer können ja mit ALLEM umgehen..also kein problem!! Antworten


Frank Baum

04:31 Uhr
Feldmann: Sie haben keine Ahnung, was Professionalität ist. Stämpfli auch nicht. Sie ist eine Narzistin.


Mark Müller

11.06.2013, 19:49 Uhr
@Feldmann wer nur grosse Töne spucken kann, selber nicht fähig ist für das Gesagte hin zu stehen, wenn es ein Mann wäre, müsste er sich als Memme und Feigling betiteln lassen und das zurecht. Ihnen scheint das nicht bewusst zu sein und das zum Thema professionel, ich kann keine von Ihnen beschriebenen Qualitäten bei Stämpfli erkennen, nicht ansatzweise im Gegenteil, da ist wohl eher der Wunsch...


Marc Schinzel

11.06.2013, 18:09 Uhr
@Feldmann: Mehr "Thumbs up" würden aber auch nicht unbedingt bedeuten, dass ihre Einschätzung der Realität richtig ist!


Feldmann Irene

11.06.2013, 17:54 Uhr
das thumbs-down, wird die realität nicht ändern.......


Marc Schinzel

11.06.2013, 17:27 Uhr
Mit Regula Stämpflis Satz, "Kritik akzeptiere ich nur von meinen Lieben", kann ich nichts anfangen. Wer heftig austeilt, muss auch heftig einstecken können, auch als Frau und auch von Männern. Indem wir uns selbst unbedarfter Kritik mit offenem Visier stellen, unterscheiden wir uns von Sektenführern, die jeglichen Widerspruch mit dem Argument abblocken, man verstehe ihre Lehre nicht. Antworten


Maria Bischer

10:02 Uhr
Und sie Herr Schinzel würden also jede Art von plumpen oder persönlichkeitsverletzenden Angriff ernst nehmen und dann gleich Ihr Verhalten und Ihre Werte entsprechend anpassen?! Überlegen sie doch mal ein bisschen... Es gibt berechtigte Kritik und dummes Gemecker. Bei Personen, die in der Öffentlichkeit stehen oder sich sonst wie exponiert überwiegt zweiteres wohl deutlich.


Marc Winter

11.06.2013, 17:17 Uhr
Grosses Sendungsbewusstsein. Mir scheint, sie übertreibt. Wenn sie sich so lebendig fühlt, wie sie behauptet, ist es klar, dass ihr die grosse Masse der Menschen als unlebendig, ja tot erscheinen muss. Unbewusste Manövriermasse für den bösen Kapitalismus, der uns beherrscht und ewig knechten wird. "Kritik akzeptiere nur von meinen Lieben." Sehr unsympathisch. Antworten


ellin vournelis

11.06.2013, 16:47 Uhr
Ein differenzierentes und hinterfragendes Denken von Frau Stämpfli, wofür sie meine Achtung hat. Insbesondere gefallen hat mir ihre Aussage, dass sich der Kapitalismus mit dem Feminismus verbunden hat resp. ihn instrumentalisiert, um das System weiter am Laufen zu halten. Eine Kritik, welcher ich mich gänzlich anschliesse. Ich hoffe es kommt bald die Zeit des Erwachens... Antworten


André Gerber

11.06.2013, 15:22 Uhr
Die meisten Menschen passen sich stets an, weil es bequemer ist und es den Meisten in der Schweiz immer noch (zu) gut geht. Besser wäre es jedoch, für seine Rechte einzustehen und zu kämpfen, wenn nötig (gewaltlos) auf der Strasse!
Und dass die meisten Frauen den Männern gefallen wollen, ist doch trotz Feminismus immer noch so, weil es wohl im Frau sein drin ist. Dies ist einfach eine Tatsache.
Antworten


Frank Baum

04:35 Uhr
Es geht uns so gut, weil wir uns eben anpassen. Das ist eine Voraussetzung für ein friedliches Miteinander. Wären wir alle Narzisten wie die Stämpfli, dann würden wir uns die Köpfe einschlagen. Die Stämpfli kommt ja auch mit niemandem aus. Ausserdem kämpfen wir an der Urne für unsere Rechte und nicht auf der Strasse. Das unterscheidet uns von Syrien.


Hans Weder

11.06.2013, 19:17 Uhr
@ Gerber: können Sie erklären, warum es uns zu gut geht und wenn ja, was daran verwerflich ist?


Marco Koch

11.06.2013, 17:15 Uhr
Als Frau werden Sie es ja schliesslich wissen!


Kirija Kafaria

11.06.2013, 15:12 Uhr
Sie schreibt z.T. wirklich interessante Sachen. Man muss nicht immer einverstanden sein, aber sie regt zum Denken an. Mit gewissen Aussagen, stellt sie sich allerdings selbst in eine Ecke. Wenn sie schreibt, "Ich bin eine Frau. Das irritiert" oder "Kritik an Frauen ist eh problematisch", dann tut sie ja genau das, was sie ihren Kritikern vorwirft: Sie "wirft sich auf ihr Frausein zurück". Antworten


Frank Baum

04:20 Uhr
"Kritik an Frauen ist eh problematisch" ist das einzige, womit sie recht hat. Das ist das Problem in unserer Gesellschaft. Der radikale Feminismus ist eine heilige Mission, die nicht hinterfragt werden darf. Damit hat sich aber die Emanzipation der Frau auch schon wieder erledigt.


Heinz Fischer

11.06.2013, 18:22 Uhr
"Das merkt man z.B. immer wieder an den "Daumen-runter" zu den Kommentaren auf dieser Site."
Was wieder mal bewiesen wird.



Heinz Fischer

11.06.2013, 16:52 Uhr
Nein, sie wirft sich nicht "auf ihr Frausein zurück". Sie stellt fest, wie es oft ist. Natürlich irritieren intelligente Frauen immer noch viele Männer – und Frauen. Und wer seine eigene Meinung, vor allem eine pointierte, kundtut, eckt an. Vor allem, wenn sie begründet und wahr ist. Das merkt man z.B. immer wieder an den "Daumen-runter" zu den Kommentaren auf dieser Site.

Solche Geschichten wecken Wut und Fremdenhass

Auch ich musste mich fragen, als ich die nachfolgende Geschichte gelesen hatte: Müssen wir so etwas einfach hinnehmen?
Ein  Pensionierter wird grundlos in den See gestossen.
Wenngleich solche Taten selten vorkommen und nicht verallgemeinert werden dürfen:
Jede derartige Tat ist zu viel. Verständlich, wenn sich die Bevölkerung wundert, dass solche Taten kaum geahndet werden und die Täter selten zur Rechenschaft gezogen werden können.

Ich zitiere Tagi online:

Teenager stösst Pensionierten grundlos in den kalten Zürichsee


Ein 17-Jähriger hat gestanden, einen 65-jährigen Mann in Rapperswil-Jona in den See gestossen zu haben. Das Wasser war fünf Grad kalt.
Ohne Grund einen Mann verletzt: Tatort Obersee.
Ohne Grund einen Mann verletzt: Tatort Obersee.
Bild: Keystone

Der Vorfall ist unglaublich: Am 21. März spazierte ein 66-jähriger Rentner in Rapperswil alleine auf dem Seequai in Richtung Restaurant Dieci. Dort kamen ihm vier Jugendliche entgegen. Als sie auf der Höhe des Rentner waren, gab einer der Jugendlichen dem Mann einen Stoss. Der Spaziergänger fiel vom Seequai.
Er konnte sich noch an den Ufersteinen festhalten, wurde aber vollständig nass. Die Seetemperaturen betrugen damals 5 Grad, wie die Temperaturtabelle des kantonalen Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) zeigt. Durch den Sturz erlitt der Mann eine Rissquetschwunde und Schürfungen, die ärztlich behandelt werden mussten. Der Rentner konnte selbständig wieder aufs Seequai klettern. Sein Handy wurde beschädigt.
Die Kantonspolizei St.Gallen veröffentlichte nach dem Vorfall einen Aufruf. Sie suchte Personen, die zum Täter und seinen drei Begleitern Angaben machen konnten. Schon damals war von Jugendlichen mit osteuropäischem Aussehen die Rede.

Täter noch immer in Haft

Der Zeugenaufruf wirkte: Die Polizei erhielt einen anonymen Hinweis. Der Tippgeber nannte den Namen des Beschuldigten. Die Polizei konnte den Täter ermitteln und verhaften. Es handelt sich um einen 17-jähriger Bosnier aus der Region. Er ist geständig.
Der Teenager sagte, dass er zusammen mit drei Kollegen vom Bahnhof her in Richtung Seequai spaziert sei. Er habe sich dann von der Gruppe gelöst und den Rentner in den See gestossen. Seine Begleiter stammen ebenfalls aus dem Balkan, sie hatten die Tat mitbekommen. Einen Grund für die Tat konnte der Jugendliche nicht sagen. Er sage in der Einvernahme, dass er stark angetrunken gewesen sei.
Der 17-Jährige muss sich wegen Körperverletzung vor der Jugendanwaltschaft verantworten. Er befindet sich weiterhin in Sicherheitshaft. Dies deutet darauf hin, dass gegen den Mann noch ermittelt wird und dass er vermutlich noch weitere Taten begannen hat. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)


Dienstag, 11. Juni 2013

Professor Walther Hofer, Alt- Nationalrat und Historiker gestorben

(Vielen noch bekannt im Zusammenhang mit dem sog. "Hofer-Club ". Er setzte sich gegen die angebliche Linkstendenz der elektronischen Medien ein.)



Die Macht der Beeinflussung unserer Medien wurde und wird immer wieder diskutiert


Der streitbare Berner Historiker und frühere SVP-Nationalrat Walther Hofer der am 1. Juni im 93. Altersjahr verstorben ist, profilierte sich neben seiner Forschungstätigkeit auch als Politiker. Er sass für die BGB (die spätere SVP) im Nationalrat und war Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats. In der Schweizerischen Radio- und Fernsehvereinigung («Hofer-Klub») setzte er sich gegen die – seiner Meinung nach – journalistischen Linkstendenzen in den elektronischen Medien ein. Während des kalten Krieges wurde eine Unterwanderung der Medien mit linksextremen Journalisten befürchtet. Jede Kritik an der Landesverteidigung wurde als subversiv gebrandmarkt. Franz Hohler büsste sein Lied vom Deserteur mit der Streichung seines Sendegefässes.

Ich beschäftigte ich mich schon während des Studiums mit bewussten und unbewussten Manipulationsmöglichkeiten in den Medien. Ich wurde vor Jahren Informationschef des Verbandes der Schweizerischen Volkhochschulen und lernte das ideologische Seilziehen um das Setzen von Themen und der Auswahl von Referenten kennen.
Jede Institution, die versucht, parteipolitisch ausgewogen, neutral und ausgewogen zu wirken, muss sich stets bewusst sein: Die Macher handeln immer subjektiv. Der Mensch kann sich höchstens bemühen, Progamme ausgewogen zu gestalten. Wer für die Themen und Auswahl verantwortlich ist, hat immer eine Machtposition. Wer etwas machen kann, verfügt über eine gewisse Macht.
Wenn eine Programmkommission beispielsweise die Atomkraft befürwortet, kann sie nach Aussen neutral und ausgewogen wirken, indem Sie an einer Diskussion drei Befürworter und drei Gegner aufbietet und die Moderation einem unabhängigen, neutralen Profimoderator übergibt. Dennoch ist es möglich, die Zuhörer zu manipulieren. Mit einem einfachen Trick: Es werden drei rhetorisch begabte und überzeugende Befürworter eingeladen und drei Gegner, die unverständlich, kompliziert, zu lange und zu fanatisch reden.

Auch beim Radio und Fernsehen ist es nie möglich,  alle Sendungen in sich ausgewogen und neutral zu konzipieren. Die Programmdirektoren, die ich erlebt hatte, bemühten sich immer wieder den Spagat zu schaffen zwischen  langfristiger Ausgewogenheit und pointierter Meinung. Weil die Macher nicht aus Ihrer Haut schlüpfen können und ihre thematischen Vorlieben haben, ist es ein tauglicher Weg, wenn die Journalisten nach pluralistischen Kriterien angestellt werden. Ein Redaktionsteam sollte Mitarbeiter aus möglichst verschiedenen ideologischen Lagern haben.

Weil dies nicht möglich ist, müssen sich die Medienschaffenden an die Konzessionsbestimmungen an den Programmauftrag halten. Die Programmschaffenden haben heute den hohen qualitativen und ethischen Anforderungen zu genügen. Der Programmauftrag muss sich durch Glaubwürdigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Relevanz und  journalistische  Professionalität auszeichnen. Die Radio- und Fernsehjournalisten RFZ können heute nicht mehr als linkslastig bezeichnet werden. Das interne Qualitätsmanagement verhindert derzeit einseitigen tendenziösen Journalismus an öffentlich rechtlichen Medien.
Dennoch wird  auch heute immer wieder Kritik laut, das Radio oder Fernsehen sei einseitig. Doch die Kritik kommt  von verschiedensten Seiten. Dies spricht nach meinem Dafürhalten für  Unabhängigkeit und Pluralität.






Steinbrück ersetzt den Pressesprecher -
ohne sich bewusst zu sein, dass er das Hauptproblem ist

Spiegel schreibt:


SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: "Harte und schwierige Entscheidung" Zur Großansicht
DPA

Peer Steinbrück hat einen neuen Sprecher, so soll es endlich klappen mit seiner Kandidatur. In der SPD hofft man auf frischen Schwung. Doch das Problem liegt nicht nur in der Pressestelle, sondern auch bei Steinbrück selbst.


Steinbrück sieht sich aufgestellt für "die letzten hundert Jahre" und versucht denVersprecher schmunzelnd zurechtzubiegen: "Wie bitte? Habe ich schon hundert Jahre gesagt?

Was der Kanzlerkandidat meint, sind natürlich die letzten hundert Tage bis zur Bundestagswahl, aber schon die dürften für ihn nicht ganz einfach werden. Sicher, Steinbrück hat jetzt endlich sein Schattenkabinett zusammen. Und die Bundesregierung ist an einigen Fronten in der Defensive. Aber dass in der SPD deshalb noch lange nicht alles gut ist, zeigt sich an diesem Montagmorgen, als durchsickert, dass Steinbrück am Wochenende Michael Donnermeyer gefeuert hat. Der war zwar "nur" sein Sprecher. Aber im Land kommt an, dass in der SPD-Zentrale Köpfe rollen. Mitten im Wahlkampf. Kurz vor dem Urnengang. Es ist ein ziemlich verheerendes Signal.

Kommentar: Steinbrück geht nicht auf die Entlassung seines Sprechers ein, obschon er Donnermeyer für einige Patzer verantwortlich machte (Aeusserung Kanzlergehalt, widersprüchliche Aussagen auf die Frage, ob Stefan Raab das TV- Duell moderieren soll. Steinbrück kann aber seinen Sprecher nicht für alles verantwortlich machen, war es selbst falsch gemacht hat.


Nach meinem Dafürhalten musste er handeln, weil die SPD unzufrieden war mit Steinbrücks Kampagne. Es trifft zu, dass sich in den letzten Wochen wenig bewegte. Es machte nach Aussen den Eindruck, der Kanzler habe sich bereits aufgegeben. Steinbrück hätte früher handeln müssen! Jetzt ist es zu spät.

Montag, 10. Juni 2013

Aus der Praxis für die Praxis


Ueberzeugen in Beruf und Alltag

 

Es liegt mir daran, an der heutigen Präsentation folgende Bausteine der Alltagsrhetorik zu vermitteln , die Sie jederzeit zu Hause wieder abrufen und vertiefen werden.


WICHTIG: Notieren Sie sich während meiner Ausführungen EINE ERKENNTNIS, die Sie später im Alltag beachten, vertiefen und umsetzen werden.   Nur so werden die heutigen Anregungne für Sie nachhaltig bleiben.



Denn: Wir wissen im Grunde genommen bereits Vieles, das ich Ihnen heute bewusst mache. Doch im Alltag halten wir uns nicht daran.


Mit der heutigen  Einführung will ich Ihnen bewusst machen, dass Kommunikation etwas GANZHEITLICHES ist. Wir werden uns vor allem mit der WIRKUNG Ihrer Person beschäftigen und der Frage nachgehen, weshalb Sie im Alltag überzeugen oder auch nicht.
Die Demonstration mit der versteckten Kamera macht Ihnen bewusst, dass Sie immer kommunizieren und vom Publikum bereits beurteilt (verurteilt?) werden, bevor Sie sprechen.

LINK:
Wir verzichten bei unseren individuellen Coachings auf rezeptorientierte oder theaterorientierte Tipps oder Rezepte. Dafür gehen wir der Frage nach, wie wir auch unter Druck oder in schwierigen Situationen dennoch natürlich, glaubwürdig und echt kommunizieren können. Weil wir in unterschiedlichen Rollen überzeugen müssen, können wir nicht einfach alles ungefiltert sagen, was wir denken. Es gilt stets die BALANCE zu finden zwischen - sich ernst nehmen und sich adressatengerecht verhalten. Es besteht ein Spannungsfeld zwischen NATUERLICHKEIT und KONZESSIONEN gegenüber den Adressaten (Anpassungen). Die Kunst des Ueberzeugens besteht darin, beide Anliegen (Natürlichkeit und Rücksichtnahme) unter einen Hut zu bringen.

LINKS:

  1. Die Balance finden

    balance artikel. Ausführlicher Artikel · Kurzgefasster Artikel · Rhetorik.ch, 1998-2007 © K-K , Weblinks sind erwünscht. Bei Weiterverwendung ist Autoren- ... www.rhetorik.ch/Balance/Balance.html - Cached - Similar
  2. Die Balance finden

    Wir müssen die situationsgerechten Balance finden im Spannungsfeld: Ich- Bezogenheit und Integrationsfähigkeit.d.h. Beides darf nicht vernachlässigt werden. ... www.rhetorik.ch/Balance/Lang.html -Cached - Similar



Selbstsicherheit ist gut und wichtig. Doch hat übertriebene Selbstdarstellung nichts mehr zu tun mit der geforderten Natürlichkeit. Offen, klar, eindeutig formulieren ist nicht zu Verwechseln mit Tatklosigkeit. Auch wenn Sie Sie selbst bleiben, müssen wir uns immer situativ verhalten. 90 Prozent des Eindrucks wird durch unser Erscheinungsbild und unser Auftreten, unser Verhalten bestimmt.
 
Deshalb sind:
- Die Rolle, die wir innehaben
- unsere Kleider
- unsere Körpersprache
- unsere Stimme
- und das, was wir sagen
keine Nebensächlichkeiten.
Wir müssen in verschiedensten Situationen überzeugen können, ohne Theater zu spielen.

 Wir müssen künftig unsere Aussagen konkret auf den Punkt  bringen können.

Schwerpunkte unserer Ausbildung sind: Wahrnehmung, Zuhören, Verstehen- Verstanden werden. Verständlichkeitshelfer.

Das Wichtigste vorweg:
Das Zauberwort: EINSTELLUNG

Bei der Einstellung geht es um die innere Haltung. Stimmt die innere Haltung mit dem überein, was wir denken, so stimmt die Stimme ebenfalls mit dieser Stimmung überein und der Körper sendet automatisch die Signale, die unserer Einstellung sendet.


Wir können nur überzeugen, wenn unsere EINSTELLUNG mit dem - was wir sagen - übereinstimmt!
Ich kann andere nur überzeugen, wenn ich selbst von meiner Aussage überzeugt bin.
Er ist erstaunlich, wie viel verziehen wird, wenn man die eigene Ueberzeugung - das Feux sacré - spürt. Mein Wunsch für den Alltag: Dran- bleiben und sich weiterhin Spiegel als Lernhelfer zu Nutze machen. Es gibt Hofnarren, denen ich vertrauen kann. Bestimmen Sie Ihre Hofnärrin oder Ihren Hofnarren. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, gilt es nun: TUN - TUN - TUN (lernen Sie weiterhin praxis- und prozessorientiert )



LINKS:

Mit Spiegeln die kommunikative Kompetenz verbessern

Jean-Paul Sartre hat diese Thematik im Theaterstück 'Bei verschlossenen Türen' aufgegriffen: Ein Raum ohne Spiegel. Der eine sieht sich nur im Andern - in ... www.rhetorik.ch/Spiegel/Spiegel.html - Cached - Similar

  1. Erfolg dank Überzeugen

    24. März 2007 ... Der ganz Unrecht hat, ist leichter zu überzeugen als einer, der zur Hälfte Recht hat. -- Ralph Waldo Emerson Der Glaube kann uns niemals von ... www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Erfolg.html - Cached - Similar
  2. Mit Argumenten überzeugen

    Kommunikation, Gespraech, Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Argumente.html - Cached - Similar
  3. Überzeugend antworten

    Kommunikation, Gespraech, Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Ueberzeugen.html - Cached - Similar



Die VORBEREITUNG


- Der START ist die halbe Miete


head start_bildweb


START ZELEBRIEREN



Bei allen Kommunikationsprozessen lohnt es sich, vor Gesprächen, Auftritten immer zu kontrollieren, ob der Körper, die Muskeln, die Hände  locker sind.



Die Lockerheit des Körpers beeinflusst  die Lockerheit im Denken.



Dank dieser Lockerheit fliesst die Kommunikation.



Die Spannung im Stresszustand erkennen wir sofort im Gebiss-Hals bereich. Wer sich muskulär verspannt, blockiert auch das Denken.


Offene Haltung beim Sprechen





FAZIT: Beginnen Sie nie mit einer Scheinlockerheit. Nehmen Sie sich die Zeit, den Start  zu zelebrieren, bis sie echt locker sind! Selbstverständlich benötigen Sie immer auch eine gewisse Grundspannung. Es gibt bewährte Methoden oder Techniken, diese Lockerheit innert weniger Sekunden zu gewinnen.


Zur Haltung:

Geerdet STEHEN - zur Aussage STEHEN
WURzeln







Beim Kommunikationscoaching spielt die Haltung eine wichtige Rolle.



Es zeigt sich, wer geerdet da STEHT -  mit Bodenhaftung - der wird  auch besser verSTANDen.

Die Stimme klingt auf der senkrechten Wirbelsäule sonorer. Sie ist ausbalancierter.



Wer goundet (Begriff in den Staaten), wer geerdet da steht, signalisiert, dass er zu seiner Aussage STEHT.  Wer seinen STANDpunkt eindeutig vertritt, wird zwangsläufig auch besser verSTANDen.
(In unserem fachgerechten Coaching erkennen Sie, wie  die Energie- dank richtigem Verhalten - konkret  zum fliessen gebracht werden kann.


Fazit: Wer verankert ist, kann auch bei heiklen Kommunikationsprozessen verbale Stürme überstehen. 











  1. PRAESENT SEIN!

    AUSSAGEN AUF DEN PUNKT BRINGEN

    DIE KRAFT DES BILDES



    rhetorik.ch aktuell: Sinnvoll Kommunizieren


    Die Kraft der Einbildung

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Herr Professorin - ein sprachlicher Unsinn

Ein Professor für Germanistik (Karl Heinz Göttert) bringt es auf den Punkt - Kommentar überflüssig.

Ich zitiere aus DIE WELT:

Herr Professorin, was denken Sie sich dabei?

An der Uni Leipzig werden männliche Dozenten jetzt als "Herr Professorin" bezeichnet. Problematisch ist daran nicht die falsche Grammatik, sondern das Sprach-Opfer im Namen des Feminismus.

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Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (hier in einer Kita) kann sich Gott auch als Sache vorstellen: das Gott. An der Uni Leipzig heißen männliche Lehrkörper jetzt „Herr Professorin“

Foto: dpa Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (hier in einer Kita) kann sich Gott auch als Sache vorstellen: das Gott. An der Uni Leipzig heißen männliche Lehrkörper jetzt "Herr Professorin"

Was hat es doch die englische Sprache gut mit ihrem herrlichen Artikel, den es nur in einer einzigen Form gibt – als the. Also nichts mit unseren anstrengenden der, die, das, wovon zuletzt unsere Familienministerin so verwirrt war, dass sie Kindern die Gestalt Gottes mit neutralem Artikel vermitteln wollte.
Was vielleicht nicht so schlimm gewesen wäre, wenn der neutrale Artikel wirklich neutral wäre und nicht, wie man in der Grundschule auch sagt, sächlich – also das heißt. Das Gott klingt aber weder neutral noch sächlich, sondern so furchtbar, dass neben gläubigen Christen auch eingefleischte Atheisten protestierten und am Niveau ihrer Volksvertreterin zweifeln ließen.
Und nun Herr Professorin.
Doch singen wir zunächst noch einmal das Lob der englischen Sprache, die im Allgemeinen (wegen der Anglizismen) eher verteufelt wird. Sie hat ja nicht nur diesen wunderbar friedensstiftenden einfachen Artikel, sie hat auch Substantive ohne eindeutiges Geschlecht. Wer in England (oder in vielen anderen englischsprachigen Ländern dieser Welt, klar) seiner Frau sagt, er habe sich mit seiner Nachbarin getroffen, kann dies perfekt in einem neighbour verbergen, bei dem der Ehepartner an einen Nachbarn denken soll.

Die Franzosen und "die" Mond

Sehr praktisch, auch wenn man nun umgekehrt Klage führen könnte, dass der Bestseller von Bernhard Schlink, "Der Vorleser", nur umständlich ins Englische zu übersetzen ist, jedenfalls bei einem reader das Geschlecht offen bleibt. Aber die Vorteile der Deutschsprecher halten sich in Grenzen, wenn man an die armen Deutschlerner denkt, die sich nicht nur die Substantive, sondern auch noch diese Artikel merken müssen.
Wobei die Engländer mit ihrem Einwegartikel nicht einmal den größten Nachteil haben. Was machen erst die Spanier, die eine männliche Brücke kennten (le puente) und im Deutschen nur weibliche überqueren können? Oder die Franzosen mit einem weiblichen Mond (la lune), dessen Geschlechtsumwandlung im Deutschen sie nicht nur gequält zur Kenntnis nehmen, sondern auch an unseren romantischen Fähigkeiten zweifeln lassen.
Und nun Herr Professorin.
Man kann die Aufregung in Deutschland über die falsche Grammatik verstehen, aber die falsche Grammatik ist natürlich nicht das wirkliche Problem. An falsche Grammatik kann man sich leider gewöhnen – falls man sie denn überhaupt bemerkt. Wer vom letzten Tag diesen Jahres spricht, verletzt grammatische Spielregeln meist ganz ungerügt, obwohl dieser kein Adjektiv ist, sondern ein Demonstrativpronomen, das im Genitiv korrekt dieses heißt. Was diesen Jahres recht ist, müsste also Herr Professorin billig sein.
Ist es aber nicht. Denn da ist etwas anderes in uns berührt als die Frage der grammatischen Korrektheit. Die Empörung sitzt einfach tiefer, nicht im Verstand, sondern mehr in der Seele, jedenfalls in dem Organ, das es mit Emotionen zu tun hat. Und nun muss ich es sehr vorsichtig ausdrücken, weil es sehr missverständlich sein könnte. Es geht natürlich um den Feminismus. Ist der gut oder schlecht? Quatsch! Aber es gibt Felder, auf denen der Feminismus gut oder schlecht war. Und nun lasse ich jedenfalls meinen Emotionen freien Lauf und sage: Auf dem Feld der Sprache war er manchmal komisch.

Aber wehe, wenn es zwickt

Die meisten werden sich noch gut daran erinnern, wie die ersten Beamtinnen und Beamten auftauchten. Gut so. Dann kamen die Bürgerinnen und Bürger, die die heutigen Politikerreden noch länger machen als ohnehin schon. Befriedigend so. Und dann hörten wir von einem Vorschlag, den gewohnten Werbespruch von der Frage an den Arzt oder Apotheker umzuformulieren in die nach der Ärztin oder dem Arzt oder der Apothekerin oder dem Apotheker.
Das reicht. Die deutsche Sprache ist eine schöne Sprache, auch mit ihren Artikeln und Substantiven, die das Geschlecht verraten. Wir (ich spreche jetzt für die meisten, hoffentlich auch für Feministinnen und Feministen) sind bereit, dem Feminismus zu geben, was des Feminismus ist. Aber nicht die deutsche Sprache, wie wir sie mögen. Und wir mögen sie möglichst korrekt, möglichst so, wie die meisten anderen sie auch schön finden. Mit einem Herrn Professor und einer Frau Professorin, die wir – Chapeau! – den Feministinnen verdanken.
Am Anfang soll übrigens ein bloßer Scherz gestanden haben. Woran man wieder einmal sehen kann, dass man gut über Dinge scherzen kann, die niemandem weh tun. Aber wehe, wenn da etwas zwickt oder zwackt.
Karl-Heinz Göttert ist Professor für Germanistik an der Universität Köln