Freitag, 16. November 2012

Mörgeli will Rektor der Uni Zürich werden

20 Min:

Mörgelis PR-Auftritt

16. November 2012

30 Minuten Show, ein paar Lacher, eine Bewerbung

von J. Pfister - Christoph Mörgelis Werben um den Job des Uni-Rektors löst bei vielen Kopfschütteln aus. Doch die Aktion des SVP-Politikers ist Kalkül: Aufmerksamkeit und Lob der Basis sind ihm gewiss.



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Christoph Mörgeli will Rektor der Universität Zürich werden. Am 16. November 2012 spricht er vor den Medien über seine Bewerbung und seine Motivation für das Amt.

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht blickt Christoph Mörgeli in die Runde. Obwohl der SVP-Politiker bereits am Donnerstagabend seine Kandidatur für den Posten des Rektors an der Universität Zürich öffentlich machte, ist der Jagdsaal in einem Zürcher Restaurant bis auf den letzten Platz besetzt. Die Frage, die auf der Zunge brennt: Wie kann Mörgeli sich ernsthaft um diesen Posten bewerben, nachdem er von derselben Institution vor knapp zwei Monaten entlassen wurde?



Doch bevor Mörgeli dazu Stellung nimmt, holt er zu einem 30-minütigen Werbespot in eigener Sache aus. In einer Seelenruhe und offensichtlich selbst leicht amüsiert, beginnt er mit dem Vortragen seines detaillierten Lebenslaufs mit wichtigen Informationen wie: «Ich war Mitglied im Studentischen Gesangsverein».
Darauf folgt die Vorstellung eines 13-Punkte-Plans mit seinen Zielen als künftiger Rektor, welcher auch in 42-seitiger, ausführlicher Fassung vorliegt. Darin plädiert Mörgeli unter anderem für eine politische Meinungs- und Redefreiheit - was auch als Seitenhieb in Richtung Bildungsdirektorin Regine Aeppli oder Universitätsrätin Kathy Riklin verstanden werden kann. So fügt er denn auch an. «Mein Anwalt hat verlangt, dass Aeppli und Riklin bei der Bewertung meiner Kandidatur in den Ausstand treten.»

Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal

«Coup ist politisch motiviert»

Trotz dieser Forderungen - für Politberater Mark Balsiger ist klar, dass es Mörgeli nur vordergründig um die Kandidatur für den Job des Uni-Rektors geht. «Dieser Coup ist politisch motiviert.» Denn selbst der SVP-Nationalrat werde kaum davon ausgehen, dass seine Kandidatur erfolgreich sei. «Dafür können er und seine Partei danach ins Feld führen, dass der Entscheid gegen ihn gefallen sei, weil er SVP-Mitglied ist.»
Dass Mörgeli mit seiner Aktion der Partei in die Hände spielen könnte, kann sich auch Kommunikationsberater Marcus Knill vorstellen. «Er erzielte Aufmerksamkeit, konnte seine Botschaften und die der Partei verkaufen und einmal mehr unterstreichen, dass seine Entlassung politisch motiviert war.» Doch selbst wenn es der Partei nützen könnte - für Mörgelis eigenes Image sieht Knill schwarz. «Sein öffentliches Werben und Klagen wirkt wohl bei vielen penetrant.»

«Als Polit-Clown etikettiert»

Ähnlicher Meinung ist Balsiger. Zwar könne es durchaus sein, dass der eine oder andere den Mut von Mörgeli, erneut in die Öffentlichkeit zu gehen, anerkenne. «Er riskiert allerdings auch, dass er als Polit-Clown etikettiert wird und seine Glaubwürdigkeit komplett verspielt.»
Das sieht Mörgeli natürlich anders. Nachdem ihm 20 Minuten Online die Frage stellt, ob die Aktion wirklich sein Ernst sei, antwortet er :«Ich bin überzeugt, dass die Gerechtigkeit hergestellt und meine Bewerbung nicht gegen den Rauswurf meiner Person aufgerechnet wird.»

ZUSAETZLICHER KOMMENTAR:
Eine Journalistin von 20 Min erkundigte sich heute nach meiner Meinung zum angekündigten Medienauftritt. Ich wies darauf hin, dass Christoph Mörgeli aus meiner Sicht die Wirkung seiner Medienaktion  viel zu wenig bedacht hat. Immer wieder stelle ich das gleiche Problem bei Politikern und Parteien fest: Sie sind bereits zufrieden, wenn man in den Medien Aufmerksamkeit wecken kann. Das ist zwar bei PR- und Marketing Aktionen  eine wichtige Voraussetzung. Man will beachtet werden. Doch dies  allein kann und darf  wohl kaum das Hauptziel einer Aktion sein.  Medienpräsenz allein genügt nicht. Ausschlaggebend ist für mich immer die Wirkung des Medienauftrittes. Nationalrat Mörgeli hat die Folgen, die Wirkung seines Ansinnens - sich als Rektor zu bewerben - viel zu wenig bedacht. Reputationsmässig hat er nun mit dieser Aktion  an  Glaubwürdigkeit verloren. Er steht als Polit- Clown da. Schon vor der Kündigung könnte sich Nationalrat Mörgeli nicht zurückhalten und hatte mit seinem Auftritt im Tele Züri seinen Gegnern einen Steilpass vorgelegt. Er schoss sich schon damals durch die vorschnelle Anschuldigungen gleichsam selbst ab.

NACHTRAG Tagi-online:

Stadt ZürichWinterthurRegionVerkehr

Mörgeli sieht sich als prädestiniert für die Stelle als Uni-Rektor

Christoph Mörgeli will sich nicht nur für die Wahl zum Uni-Rektor aufstellen. Er verlangt, dass Regierungsrätin Regine Aeppli, und die Universtitätsrätin Kathy Riklin (CVP) im gesamten Wahlverfahren in den Ausstand treten. Mehr...

Zum Zeitproblem Fettleibigkeit

Nicht Fett, sondern Zucker müsste besteuert werden

(Aus Tagi-online)
Die Dänen haben eine umstrittene Fettsteuer wieder abgeschafft. Doch nicht die Steuer war falsch, sondern die Substanz.
1/3 Kleine Esser mit grossen Problemen: Zwei stark übergewichtige Gäste in einem Fast-Food-Restaurant in Tiflis, Georgien.
Bild: Keystone



Dass in modernen Gesellschaften die Menschen immer dicker werden, ist eine offensichtliche Tatsache. Das hat nicht nur Folgen für die Volksgesundheit, das kostet auch gewaltig viel. Gute Gründe sprechen dafür, die Menschen mittels Nudging zu verleiten, sich sinnvoller zu ernähren. Mit dem Fett haben die Dänen ganz einfach den falschen Bösewicht erwischt. Fett enthält zwar mehr als doppelt so viele Kalorien wie Eiweiss oder Kohlenhydrate, doch die Ernährungswissenschaftler sind sich inzwischen nicht mehr einig, ob Fett uns auch dick macht. Einigkeit herrscht jedoch, dass Zucker des Teufels ist. Wenn schon, brauchen wir daher eine Zucker- und nicht eine Fettsteuer.

Die USA gehen auf Zucker los


In den USA wird mit einer solchen Zuckersteuer im Kampf gegen die Fettleibigkeit bereits experimentiert. Richmond und El Monte, zwei Städte in Kalifornien, wollen Süssgetränke mit einer Abgabe belegen. Süssgetränke sind Kalorienbomben und werden vor allem von Kindern und Jugendlichen getrunken. Die UNO und die wichtigsten amerikanischen Gesundheitsorganisationen unterstützen die Sodasteuer, die Lebensmittelindustrie bekämpft sie mit grossem finanziellem Aufwand. Dank einer Sodasteuer würden die relativ armen Städte gleich zwei Fliegen auf einen Streich erledigen: Sie würden die Kinder abhalten, Unmengen von Cola und anderen Süssgetränken zu trinken, und sie hätten das Geld, um diesen Kindern beispielsweise neue Schwimmbäder und andere Sportanlagen zu bauen und sie so zu mehr Bewegung zu animieren.

KOMMENTAR:


Das Problem der Fettleibigkeit müsste grundsätzlich angepackt werden.
Einmal mehr zeigt sich, dass die Familie mit beitragen könnte,  die Kinder nicht an den Fast-Food gewöhnen zu lassen. Kinder brauchen Vorbilder. Leider essen die Jugendlichen heute selten zu Hause. Es wird ihnen Geld in die Hand gedrückt. Wir müssen uns nicht wundern, wenn  dann  die Kinder den nächsten Mc Donald aufsuchen und sich nach wenigen Wochen  an den Fast Food gewöhnen.



Zur umstrittenen Frauenquote



Ich zitiere NZZ- online:

EU-Kommission beschliesst Frauenquote





Justizkommissarin Viviane Reding meldet via Twitter: «Geschafft».
Justizkommissarin Viviane Reding meldet via Twitter: «Geschafft». (Bild: Keystone/Olivier Hoslet)

Nach langen internen Streitigkeiten hat sich die EU-Kommission für die Frauenquote ausgesprochen. Die Brüsseler Behörde hat den Vorschlag für ein europäisches Gesetz verabschiedet, mit dem bis im Jahr 2020 alle Aufsichtsräte grosser Unternehmen zu 40% mit Frauen besetzt werden. 
DIE KOMMENTARE IM NETZ SIND VORWIEGEND NEGATIV:



Anton Schneider
Genau - wir haben wirklich keinen wichtigeren Probleme - und wenn es beim 1., 2., 3. mal nicht klappt, es wird genervt bis einfach entnervt etwas beschlossen wird. Hauptsache das Ego der Politiker - in diesem Beispiel mehr die Frau, deren Mund schneller spricht, als das Hirn... - wird befriedigt.
Das ganze ist beschämed - der Schaden für die Wirtschaft wird imens sein - Beispiel Norwgen...
Es ist Zeit, streichen die Länder der EU den Haushalt. Dieses Kasperle-Theater in Brüssel ist wirklich nur für lokal gescheiterte Politiker.

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Anton Schneider
Es ist grotesk, was diese Normierer von Gurkenkrümmungen alles beschliessen.
Das ist Frauenpower! Nicht die besten sollen die Unternehmen führen, die Geschlechterquote gibt den Rahmen. Bravo! Endlich wirklich ein Schlüsselproblem gelöst - alle genervt bis entnvervt nachgegeben wird.
Brüssel scheint tatsächlich verloren.
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Marcel Amgwerd
Dann ist also das neue Modell: Geschlecht vor Kompetenz!
Was aber noch schlimmer ist, eine Frauenquote sugeriert, dass Frauen sich nicht gegen Männer behaupten und nur mit Qutoten Karriere machen können. Diese Quote ist eine Beleidigung für jede Frau und gleichzeitig eine Diskriminierung gegen die Männer Europas. Woher soll übrigens das Personalangebot für 40% Frauen kommen, wenn gerade mal knapp 30% der Hochschuleabgängerinnen im BWL Bereich weiblich sind?
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Herbert Widmer
Offensichtlich ist es der EU wichtiger, untaugliche Aufsichtsräte zu haben als funktionierende Familien. Absolut lächerlich wirkt überdies die Androhung von Geldbussen beim Nichteihalten. Dieses Bespiel zeigt einmal mehr wessen Geistes Kinde die Administratoren in Brüssel sind.
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LINKS:
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
Dieses willkürliche. Vorgehen (Zwang zur Annäherung an die. Frauenquote. Geschlecht zählt mehr als Qua- lifikation.) führte bei der engagierten Bundes- ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/06/06_13/06_2006.pdf

08 Feb. 2011
An einem Intensivseminar mit Führungspersönlichkeiten wurde eine Teilnehmerin für eine Veranstaltung als Referentin angefragt. Als sie erfuhr, dass sie nur als Quotenfrau vorgesehen war, sagte sie die Teilnahme ab.
26 Dez. 2011
Genauso wie eine, die nur Karriere macht oder beides. Die große Errungenschaft der vergangenen Jahre ist die Wahlfreiheit. Frauenquoten sind daher ein Rückschritt. Es besteht die Gefahr, dass sie ein System heroisieren, ...
19 Apr. 2010
... Unterricht ist öffentlich, obligatorisch und darf nicht durch religiöse und kulturelle Sonderbestimmungen Knaben oder Mädchen diskriminieren. So wie sich das Bundesgericht gegen die Einführung von Frauenquoten wehrt.
 http://knill.blogspot.com/
12 Nov. 2010
Im mehrseitigen «Spiegel»-Interview zeichnet Kristina Schröder nun aber eine eigene politische Linie. So spricht sie sich gegen Frauenquoten in der Wirtschaft aus. Solche brauche es in Zeiten des Fachkräftemangels nicht.
 

Donnerstag, 15. November 2012

Steinbrück - der unglaubwürdige Kandidat

Auch bei der Kanzlerwahl gilt: Image schlägt Fakten.
Der Ruf des SP Kandidaten ist auf einem Tiefpunkt.

Ich zitiere Spiegel:

Der falsche Kandidat

SPD-Mann Steinbrück: Er erkennt das Problem nicht - das ist das ProblemZur Großansicht
dapd
SPD-Mann Steinbrück: Er erkennt das Problem nicht - das ist das Problem
Es gibt nur ein Thema, mit dem die SPD die Wahlen 2013 gewinnen könnte: soziale Gerechtigkeit. Leider hat die Partei dafür den falschen Kandidaten, Peer Steinbrück ist nach Ansicht von Jakob Augstein unglaubwürdig. Noch könne sich die Partei einen anderen suchen.
Es gibt Kandidaten, die verlieren die Wahl. Das ist nicht schlimm. Und dann gibt es Kandidaten, die verlieren schon die Kandidatur. Das ist peinlich. In diese Kategorie fällt Peer Steinbrück. So wie der Mann durch das Dickicht seiner Nebeneinkünfte gestolpert ist, hat Steinbrück bislang vor allem bewiesen, dass er zwei linke Beine hat. Besser wäre für einen sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten eine glückliche Hand für linke Politik. Steinbrück scheitert nicht an Neid oder Bigotterie der anderen. Sondern an der eigenen Gier und Ungeschicklichkeit.
Am Freitag war Debatte im Bundestag. Da gab es einen Vorgeschmack auf den kommenden Wahlkampf: Steinbrück spricht über das Betreuungsgeld. Gelächter bei der Union: der Millionen-Kandidat zu Besuch im Kindergarten? Arme SPD. Wie soll das erst werden, wenn der Wahlkampf richtig losgeht? Immer wenn es um die soziale Frage geht und Steinbrück das Wort ergreift, muss ihm nur einer "Bochum" entgegenrufen und hat schon gewonnen. Die Stadtwerke der hoch verschuldeten Stadt hatten dem Kandidaten 25.000 Euro für einen Diskussionsabend gezahlt. War das angemessen, fragte SPIEGEL-Chef Georg Mascolo den Kandidaten am Wochenende. Und Steinbrück sagte: "Unverhältnismäßig!" Ihm habe das "Fingerspitzengefühl" gefehlt. So feinfühlige Fingerspitzen bräuchten die meisten Menschen nicht, um zu spüren, dass bei einem Stundenlohn von rund 10.000 Euro Preis und Leistung in keinem anständigen Verhältnis mehr stehen.
Die Generalsekretäre Patrick Döring (FDP) und Alexander Dobrindt (CSU), die bisher nicht als große Strategen von sich reden gemacht haben, werden sich nicht genug freuen können über ihre schlau erklugte Gescheitheit, mit der sie den SPD-Kandidaten zu Fall bringen wollen, bevor das Rennen überhaupt richtig beginnt. Seit die beiden Anfang Oktober Steinbrück dessen Nebeneinkünfte vorwarfen, versucht die SPD den Stein, den man ihr da auf die Füße geworfen hat, loszuwerden. Aber er rollt immer wieder zurück. Die Genossen zeigen mit dem Finger auf die Ankläger und rufen: "Selber! Selber!" Aber voller Erstaunen müssen die Sozialdemokraten feststellen, dass die Leute von ihnen immer noch etwas anderes erwarten als von Union und Liberalen.

Der Kandidat erkennt das Problem nicht - das ist das Problem
Steinbrück hat vom Beginn der Affäre ("Transparenz gibt es nur in Diktaturen") bis heute ("Was ich nicht verstanden habe: Warum dürfen immer nur die anderen Geld verdienen?") bewiesen, dass er gar nicht versteht, was man ihm vorwirft. Das ist nicht gespielt. Und das ist das Problem.
Er hat sich beklagt, es werde anhand seiner Person eine "Neidkomplex-Debatte" geführt. Aber das stimmt nicht. Es geht hier nicht um Neid. Sondern um Glaubwürdigkeit. Warum immer nur die anderen Geld verdienen dürfen? Das kann man ihm erklären: Weil die anderen nicht Kanzler im Namen der Sozialdemokratischen Partei werden wollen.
Man muss sich das vorstellen: Er unterschreibt einen Vertrag, der ihm an einem Nachmittag das halbe Jahresgehalt eines durchschnittlichen Wählers einbringen wird, und fragt nicht, von wem der Auftrag stammt? So hat er das selbst beschrieben. Alles sei über die "Agentur" gelaufen. In welcher Welt lebt so ein Mann? Sicher nicht in der eines SPD-Ortsvereins.

Die Kanzlerin beobachtet die Demontage schweigend
Eher als das muss man sich aber fragen, für wen die SPD Politik machen möchte. Was verspricht sich die Partei davon, einen Kandidaten aufzustellen, der der eigenen Klientel fremd ist? "Die Wirtschaft wählt ja trotzdem CDU", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" am Wochenende einen ungenannten SPD-Politiker.

Angela Merkel kann schweigend das Schauspiel einer Selbstdemontage betrachten. Sie selbst pflegt einen nüchternen Lebensstil, persönliches Gewinnstreben oder einen Hang zum Luxus hat ihr noch nie jemand vorgeworfen. In Deutschland sind 16 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, beinahe 20 Prozent aller Deutschen, jeder Fünfte. Die Statistiker streiten über die Zahlen, die Politiker über die Definitionen. Aber es kann keinen Zweifel daran geben, dass die soziale Ungleichheit die größte Last dieser Gesellschaft ist. Und sie ist das einzige Thema, bei dem die Sozialdemokraten der Union gefährlich werden könnten.
Aber nicht mit diesem Kandidaten. Die SPD sollte sich von Peer Steinbrück trennen, solange sie noch kann.

 Ende Zitat.


Kommentar:  Wenn ein Politiker, der ins Fettnäpfchen getreten ist, nachher sagt, ich hätte vorher überlegen sollen, bevor ich rede, so kommt diese Einsicht zu spät. Wenn Steinbrück nach einem unverhältnismässigem Salair eingestehen muss: "Mir hat das Fingespitzengefühl gefehlt", ist dies gravierender. Ein angehender Bundeskanzler müsste das notwendige Fingerspitzengefühl haben. Fingerspitzengefühl ist eine wichtige Voraussetzung für ein Kanzleramt. Steinbrück müsste deshalb aus meiner Sicht einem  Kandidaten Platz machen, der dieses notwendige Fingerspitzengefühl hat.

Mittwoch, 14. November 2012

Griechenland: Ein Schrecken ohne Ende

Experten und Oekonomen hatten schon bei den ersten Milliarden zur Rettung Griechenlands geraten:
Lasst ab von weiteren Finanzspritzen, die nichtsbringen. Lieber ein rasches Ende mit Schrecken.
Doch Europa schoss nach jedem Flop Griechenland immer wieder Millarden, Milliarden, Milliarden nach.
Jedes Mal verbunden mit der Drohung: Wenn ihr nicht spart gibt es nachher nichts mehr! Die Griechen merkten schnell: Europa lässt uns nicht im Stich, auch wenn wir die Forderungen nicht einhalten.  Die Bevölkerung streikte, legte die Wirtschaft lahm - und es wurde  - wie immer - weiter gewurstelt.

Die Geschichte erinnert an Eltern, die dem verschuldeten Jungen sagen: Wenn Du  für Dein Handy nicht arbeitest, nehmen wir Dir das Handy weg. Wenn der Jugendliche erkennt,  dass die Eltern trotz weiterer Verschuldung nicht konsequent sind, müssen wir uns nicht wundert, wenn der Sohn sich gar nie bemüht, seine Schulden abzubauen. Er weiss ganz genau: Meine Eltern werden immer wieder zahlen. Für meine Verschuldung muss ich gar nichts tun.

Jetzt lesen wir beim Griechenland-Drama vom letzten Stohhalm. Wir können damit rechnen, dass es nicht der letzte Strohhalm sein wird. Griechenland kann getrost mit weiteren Halmen rechnen. Denn Europa hat die Bedingugen nie durchgesetzt.  So wird auch künftig Europa immer wieder zahlen und zahlen und zahlen.

Der letzte Strohhalm für Griechenland?



 Konservative Ökonomen schlagen eine offene Währungsunion als Rettung für Griechenland vor. Andere halten ein geordnetes Insolvenzverfahren und einen Schuldenerlass für unabwendbar.

Kommentar: Die Griechen dürfen sich darauf verlassen, dass Sie trotz Nichteinhalten von Spielregeln mit Geld rechnen können. Auch dann, wenn sie nicht sparen wollen. Somit wird es  zum Schrecken ohne Ende kommen!

Diese Geschichte fördert die Stimmung gegen Asylzentren

Wenn 20 Min die Details  schildert, von den Tätern aus Tunesien im nahegelegenen Aylzentrum (die ein Tier auf der Weide brutal geschlachtet hatten), so ist dies  Wasser auf die Mühlen der fremdenfeindlichen Bevölkerungsschichten. Deshalb waren vor Jahren viele Medienschaffenden bereit, solche Taten bewusst zu unterschlagen und totzuschweigen. Solche Räueltaten in den Medien auszuklammern, verstösst nach meinem Dafürhalten gegen die Informationspflicht. Wir haben jüngst gesehen: Kann  später nachgewiesen werden, dass bei solchen Verbrechen in den Medien die Nationalität  bewusst ausklammert worden ist, förderte diese Vertuschungspolitik die Fremdenfeindlichkeit in der Bevölkerung zusätzlich.


Aus meiner Sicht  informierte somit 20 Min korrekt:

Asylbewerber schlachten Schafbock Kurti

 Der Urdorfer Bauer Thomas Grob ist noch immer geschockt: Sein junger Schafbock Kurti wurde von Asylbewerbern qualvoll getötet.

storybildDie verbliebenen 5 Schafe von Landwirt Thomas Grob sind noch völlig verschüchtert.

Eine Bekannte kam schliesslich vorbei und erzählte Grob, sie habe beim Morgenspaziergang im Wald ein aufgehängtes Schaffell, Knochen und Eingeweide entdeckt. Die alarmierte Polizei bestätigte den schrecklichen Verdacht: Es handelte sich um Kurtis Überreste. Laut der Kapo war Kurti mit ungeschliffenen Messern «sehr unsachgemäss» getötet worden. «Offenbar musste das Tier noch minutenlang leiden», so Sprecher Werner Schaub.
Die Täter waren schnell gefasst.

 In der Asylunterkunft nahe des Hofes stellte die Polizei bei zwei tunesischen Bewerbern (25 und 34 Jahre) ca. 20 Kilogramm frisches Schaffleisch sicher. Die geständigen Männer wurden verhaftet.

Besonders tragisch für Thomas Grob: Kurti hätte der neue Zuchtbock werden sollen. Auch sonst hing die Familie sehr am Tier. «Er ist im Frühling fast zeitgleich mit unserem Töchterchen zur Welt gekommen», sagt der Bauer.
Als der Urdorfer Landwirt Thomas Grob (32) am Samstagmorgen nach seinen Schafen schaute, merkte er sofort, dass etwas nicht stimmte. «Adelaide, eines unserer beiden Kleinen, plärrte und lief aufgeregt umher.» Während die vier ausgewachsenen Tiere sich in einem Graben verschanzt hatten, fehlte Adelaides Bruder Kurti. «Im Unterstand entdeckte ich dann die Blutlache», so der Bauer bestürzt.
Kommentar: Der Sachverhalt wurde korrekt beschrieben. Die Medien haben eine Kontrollfunktion und dürfen solche Fakten nicht verschweigen.
Die Publikation solcher Vorkommnisse von Asylbewerbern könnten bewirken, dass  hinsichtlich Sicherheit der Bewohner  - in unmittelbarer Nähe solcher Zentren - etwas getan wird. Fakten dürfen Medien nie unter den Tisch wischen, selbst dann, wenn man lieber nicht sagen möchte, weil es Tunesier waren. 

Steinbrücks Weissgeld- Strategie: Alles andere als WEISS!

Das Image der SP Kanzlerkandidaten ist angeschlagen, vor allem, nachdem sich gezeigt hat, dass er Wasser predigt und selbst Wein trinkt.

Ich zitiere nzz- online:

Steinbrücks Schweizer Honorar


Ringier zahlte Geld für Steinbrücks Vortrag – er selbst spricht von einer Spende.
Ringier zahlte Geld für Steinbrücks Vortrag – er selbst spricht von einer Spende. (Bild: Keystone / AP / Markus Schreiber)

Der Medienkonzern Ringier zahlte für ein Referat von Peer Steinbrück 1500 Euro. Doch der deutsche Kanzlerkandidat deklarierte das Geld nicht als Nebenverdienst. Es sei eine Spende gewesen, sagt er.

Im kollektiven Gedächtnis der Schweizer hat sich Peer Steinbrück schon vor Jahren eingegraben: Im Frühling 2009 sagte der damalige Finanzminister, es brauche im Kampf gegen das Schweizer Bankgeheimnis nicht nur das sprichwörtliche Zuckerbrot, sondern auch die Peitsche. Und der SPD-Mann verglich das Land mit Indianern, gegen die man bald die Kavallerie ausreiten lasse. Die harsche Metaphorik haben ihm viele Schweizer bis heute nicht verziehen.
Mittlerweile ist der 65-jährige Norddeutsche nicht mehr Finanzminister, sondern Mitglied des Bundestags und seit 1. Oktober 2012 offizieller Kanzlerkandidat der SPD. Spätestens seit diesem Datum kämpft er nicht mehr gegen das Schweizer Bankgeheimnis, sondern gegen die Vorwürfe von Medien und Öffentlichkeit, er habe seine Nebenverdienste als Parlamentarier nicht vorschriftsgemäss deklariert und damit gegen das geltende Recht verstossen.

Zur «Weiterbildung» bei Ringier

Jetzt zeigt sich: Der Kanzlerkandidat hat vermutlich auch in der Schweiz einen Nebenverdienst erzielt, den er nicht offengelegt hat. Vor zwei Jahren hielt er beim Medienkonzern Ringier in Zürich nämlich eine Rede. «Peer Steinbrück war am 9. Dezember 2010 Referent in der Ringier-Denkwerkstatt, einer internen Weiterbildungs-Veranstaltung», bestätigte Ringier-Sprecher Edi Estermann am Freitag. Und: «Er hat dafür das in solchen Fällen übliche Honorar von 1500 Euro erhalten.»
Das deutsche Abgeordnetengesetz und die Geschäftsordnung des deutschen Bundestags schreiben vor, dass alle Parlamentarier Nebeneinkünfte von mehr als 1000 Euro im Monat offenlegen müssen. Peer Steinbrück hat die Zahlung von Ringier allerdings nie deklariert: Sie fehlt sowohl auf der entsprechenden Website des Deutschen Bundestags als auch im Bericht, den der Kanzlerkandidat selbst wegen der Vorwürfe bei einem privaten Wirtschaftsprüfungsunternehmen in Auftrag gegeben hatte und den er vor zwei Wochen präsentierte.
Das Ergebnis des Berichts: Steinbrück habe als Bundestagsabgeordneter zwischen Herbst 2009 und Sommer 2012 für 89 Vorträge Geld erhalten, alles in allem rund 1,3 Millionen Euro. 87 Reden seien rechtmässig offengelegt worden, 2 nicht. Es handelt sich um zwei Referate im Oktober 2011. Steinbrück sagte damals dazu: «Ich habe es einfach verschwitzt.» Unmittelbar davor hatte er verlauten lassen, dass er alle seine Nebenverdienste «auf Euro und Cent» offenlege.
Gegen den Vorwurf, er habe einen dritten Nebenverdienst nicht vorschriftsgemäss offengelegt, nämlich den für seinen Vortrag bei Ringier, wehrt sich der Kanzlerkandidat mit Entschiedenheit. «Peer Steinbrück erhielt für die Veranstaltung bei Ringier kein Geld», sagte sein Sprecher Michael Donnermeyer am Freitag. «Deshalb musste er den Anlass auch nicht deklarieren.» Und: «Ringier hat für Steinbrücks Rede Geld gespendet.» Wie hoch diese Spende war und an wen sie bezahlt wurde, sagte Donnermeyer aber nicht. «Diese Zahlungen wurden immer vom Veranstalter gemacht.»
Fest steht: Die Beziehung zwischen dem Schweizer Medienkonzern Ringier und dem deutschen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück ist bemerkenswert. So war es das deutsche Magazin «Cicero», das Ringier gehört, das exklusiv und schon am 21. September 2012 Steinbrücks Kanzlerkandidatur meldete. Die Nachricht wurde in nationalen und internationalen Medien x-fach zitiert – bis zehn Tage später die offizielle Bestätigung von Steinbrücks Kandidatur durch die SPD folgte. In der gleichen Ausgabe wie die Exklusiv-Meldung veröffentlichte «Cicero» auch einen Kommentar, in dem das Magazin Steinbrück als «folgerichtigen Kanzlerkandidaten» rühmte. In der Legende zu seinem Foto hiess es: «Wer, wenn nicht er – der Peer!»

Die Rolle von Frank A. Meyer

Eine enge Beziehung zu Peer Steinbrück hat namentlich «Ringier»-Publizist Frank A. Meyer. Auch er ist des Lobes voll über den Kanzlerkandidaten. «Peer Steinbrück ist eine der brillantesten politischen Persönlichkeiten Deutschlands», sagte er am 8. Oktober 2010 in der Ringier-Zeitschrift «Schweizer Illustrierte» und erzählte, dass dieser «auch bei mir zu Hause schon Gast» gewesen sei. Meyer wohnt in Berlin und hatte Steinbrück in der Vergangenheit mehrmals interviewt.
Womöglich war es auch Meyer, der Steinbrück am 9. Dezember 2010 als Redner in die «Ringier»-Zentrale nach Zürich holte. Am Abend des gleichen Tages jedenfalls moderierte Meyer ein Gespräch mit dem damaligen Bundestagsabgeordneten im Zürcher Volkshaus. Anlass war die Präsentation von Steinbrücks Buch «Unterm Strich»; die Veranstaltung war selbst in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens ein Thema. Für diesen Anlass erhielt Steinbrück allerdings «nachweislich» kein Geld, wie ein Organisator des Anlasses heute sagt.

Kommentar: Wenn nachgewiesen werden kann, dass Steinbrück gelogen hat, dann hätte dies gravierende Folgen. Als Kanzlerkandidat wäre dies keine Bagatelle mehr. In Krisen gilt bekanntlich das Prinzip: "Alles was Du sagst muss wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, musst Du sagen!" Besser als Falschaussagen wäre in diesem Fall das Schweigen gewesen. Diese Taktik hatte Kohl angewendet mit den zahlreichen Spenden, die seine Partei hätte offen legen müssen. Bei ihm hatte sich das konsequente Schweigen gelohnt. Möglicherweise wäre Steinbrück auch besser gefahren, wenn er seine Nebenverdienste nicht offen gelegt hätte, obschon man ihm bei dieser Taktik hätte vorwerfen können, er habe wahrscheinlich etwas zu verstecken.  Vor der Veröffentlichung der Honorare vertrat Steinbrück noch die Meinung, er gebe die Zahlen erst bekannt, wenn alle anderen die Nebenverdienste ebenfalls offen legen. Nachher hielt er sich jedoch nicht mehr an diese Bedingung.  Solches  Eiertanzverhalten stört immer!