Freitag, 19. Oktober 2012

Fortsetzungsgeschichte im Fall Mörgeli/Universität Zürich

Quelle 20 min

Flurin Condrau, Leiter des Medizinhistorischen Instituts Zürich, hat Anzeige gegen unbekannt erstattet – weil er massiv bedroht wird. Mörgeli übt indes weiter Druck auf seinen Ex-Chef aus.

Aus Blick:

Rekurs gegen Entlassung Christoph Mörgeli kämpft weiter

Das Kapitel «Medizinhistorisches Museum» ist für Christoph Mörgeli noch nicht abgeschlossen. Er rekurriert gegen die Entlassung.

play Mörgeli: geht nicht kampflos.
Angekündigt hat er es bereits, nun ist es definitiv: Christoph Mörgeli wird gegen seine Entlassung durch die Uni Zürich Rekurs einlegen. Dies bestätigte der Anwalt des Zürcher SVP-Nationalrats gegenüber Radio DRS.
Mörgeli wurde von der Uni am 28. September «per sofort freigestellt». Mit dem heutigen Entscheid nutzt er die ihm gewährte 30-tägige Rekursfrist. Den Entscheid der Rekurskommission kann er noch ans Zürcher Verwaltungsgericht weiterziehen. (per)

Kommentar: Fortsetzung folgt
 

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Geniessen wir die warmen Föhntage im Herbst

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Neue Ombudsfrau der Kantonsschule Schaffhausen


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Fragezeichen nach der Entlassung Vogels

Es ist nicht neu, dass ein Fussballclub nicht lange fackelt und einen Trainer Hals über Kopf entlässt, wenn er keinen Erfolg hat. Wann darf ein Club einen Trainer entlassen? Genügen zwei oder vier Niederlagen?

Ich zitiere NZZ-online:

FC Basel

Vom Misserfolg gestreift – und schon entlassen

Heiko Vogel (rechts im Bild) ist im FC Basel Vergangenheit, Murat Yakin der Nutzniesser.
Heiko Vogel (rechts im Bild) ist im FC Basel Vergangenheit, Murat Yakin der Nutzniesser. (Bild: Andreas Meier / Freshfocus)

Der FC Basel stellt den Trainer Heiko Vogel frei und verpflichtet Murat Yakin bis 2014.Grundlegende Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Trainer Vogel und der Basler Vereinsführung führen zur überraschenden Trennung.

Murat Yakin sass etwas verloren da, so wie ein Ehrengast, den man irgendwie vergessen hatte; eigentlich hätte sich alles um ihn drehen müssen, um Yakin, den neuen Trainer. Aber es ging nicht um ihn. Eine halbe Stunde lang schwieg Yakin und hörte teilnahmslos zu, wie sich die Verantwortlichen des FC Basel mit der Vergangenheit beschäftigten, die erst ein paar Stunden alt war und die ihn eigentlich gar nicht betrifft. Yakin ist nur Nutzniesser davon, so wie dies in diesem Geschäft üblich ist. Dann erst sagte er: «Danke, dass ich auch etwas sagen darf.» Es klang, als müsste er um Aufmerksamkeit buhlen. Das ist sich jemand wie Yakin nicht gewohnt.

Kommentar:

Als Heiko Vogel  Montagmittag überraschend entlassen worden war, fanden wir in der Presse keine überzeugende Begründungen. Vogel war nachweisbar ein erfolgreicher Trainer. Er verlor in seiner Amtszeit (1 Jahr) lediglich 7 Spiele. Genügten tatsächlich nur die vier Misserfolge in der Champions League, um so rasch freigestellt zu werden?
Was ist der eigentliche Grund?
Weshalb zieht  ausgerechnet jener Klub den Boden unter den Füssen Vogels weg, der ihm zu seiner Karriere verholfen hatte? 
Warum bekommt Vogel keine  Chance mehr?
Was ist der eigentliche konkrete Entlassungsgrund?
Nach Sportchef Georg Heitz  habe es «grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen zwischen Vereinsführung und Trainer»  gegeben, wie die Mannschaft in die Erfolgsspur zurückgeführt werden soll. Diese Beründung ist mir zu vage
Welches waren die unterschiedlichen Differenzen? ( Heusler  beantwortet erstaunlicherweise diese Frage nicht).
 Die unterschiedliche Ansichten in der Nachwuchspolitik wurden in den Medien nur so nebenbei erwähnt.
Wer ist eigentlich  beim FC Basel für die Kommunikation verantwortlich?
Es fehlt jedenfalls eine offene, transparente, proaktive Information. Zu viele ungeklärten Fragen stehen im Raum.

Immer wieder dieselbe Frage:

Wie weit dürfen Provokationen gehen?

In folgendem Fall provozieren die Basler JUSOs die SVP:

Ich zitiere die Basler Zeitung:

Jungsozialisten beleidigen SVP mit Nazi-Sujet

Auf dem Wahlplakat der Basler Jungsozialisten prangt ein Rechtsradikaler mit SVP-Logo. Die Partei will sich gegen die Verunglimpfung zur Wehr setzen.



Mit dem Sünneli-Logo am linken Oberarm unterstellen die Juso der SVP Neo-Nazi-Nähe.


Die Glatze, die Bomberjacke und der grimmige Blick. Auf dem Wahlplakat der Basler Jungsozialisten prangt ein Rechtsradikaler. Rund 100 Plakate haben die Jungsozialisten gestern in der Stadt verteilt und damit grossen Wirbel ausgelöst. Die SVP Basel-Stadt fühlt sich durch die Kampagne provoziert. Schuld ist ein Detail, das auf den ersten Blick fast zu übersehen wäre. Auf dem linken Oberarm eines Neo-Nazis leuchtet ein Sünneli – das Parteilogo der SVP.
Für SVP-Parteipräsident Sebastian Frehner ist das Wahlplakat skandalös. «Mit dieser Kampagne stellen uns die Juso in die Ecke der Rechtsradikalen und des Nationalsozialismus», sagt er. Und auch die Wähler der SVP würden mit dieser Kampagne angegriffen. «Die SVP ist die wählerstärkste Partei der Schweiz. Mit dem Plakat suggerieren die Jusos, dass SVP-Wähler nationalsozialistisches Gedankengut in sich tragen», sagt Frehner empört. Die SVP Basel-Stadt will sich gegen die Verunglimpfung zur Wehr setzen. «Wir prüfen eine Strafanzeige gegen die Verantworlichen der Kampagne», erklärt Frehner.
Bei den Jungsozialisten nimmt man diese Drohung gelassen. «Die SVP ist nicht rechtsextrem», sagt Juso-Präsidentin Sarah Wyss. «Aber es lässt sich kaum bestreiten, dass die SVP mit ihren Kampagnen auch junge Leute mit einer rechtsradikaler Haltung anspricht.» Dabei mache sie rechtes Gedankengut salonfähig. Wer eher links sei und nicht wählen gehe, ermögliche einen Rechtsruck. «Darauf wollten wir mit dieser etwas provokativen Aktion aufmerksam machen.» Bis jetzt hätten lediglich zwölf Prozent der Basler Stimmbevölkerung ihre Stimme abgegeben, sagt Wyss. «Es ist aber wichtig, dass sich ­jeder an der Wahl beteiligt.»

SVP fordert Parteiausschluss

Einen hohen Wähleranteil wünscht sich jede Partei. Für Sebastian Frehner muss der Wahlkampf aber Grenzen kennen. «Bisher war es üblich, dass wir in der Sache hart sind, der persönliche Umgang aber freundlich bleibt. Mit diesem Wahlplakat halten sich die Juso nicht an die Regel. Es ist respektlos», sagt er. Von der Mutterpartei, der SP, fordert er deshalb Konsequenzen. Die Juso werbe mit ihrem Plakat schliesslich für die SP-Liste. «Wir verlangen, dass sie die Verantwortlichen aus der Partei ausschliesst. Diese Leute gehören nicht in die Politik.»
Andernfalls werde die SVP die SP nicht mehr als demokratisch legitimierte Partei betrachten und die Zusammenarbeit in Sachgeschäften einstellen. Für SP-Präsident Martin Lüchinger ist die Forderung der SVP nicht nachvollziehbar. «Die Juso ist eine eigenständige Partei. Sie kann ihre Kampagnen so machen, wie sie es für richtig hält. Wir haben darauf keinen Einfluss», sagt er. Frehners Reaktion findet Lüchinger übertrieben. «Ich verstehe die Aufregung nicht ganz. Die SVP war nie zimperlich mit ihren Kampagnen. Hier handelt es sich um eine Mobilisierungskampagne kurz vor den Wahlen.» (Basler Zeitung)

Kommentar: Auch die SVP nutzte immer wieder das Werkzeug der Provokation. Wir haben bislang gesehen: Ein Provokateur ist sauer,  wenn der Provozierte die Provokation ignoriert. Bei den meisten Fällen lohnte sich der Aufschrei der Empörung vor allem für den Provokateur. Dank der Proteste in den Medien werden die beanstandeten Bilder oder Plakate  zusätzlich verbreitet und damit in den Köpfen des Publikums unnötigerweise gefestigt. Diese Multiplikation der fragwürdigen Bildrhetorik ist stets eine willkommene Gratiswerbung für die Provokateure. Das haben wir schon beim Schäfchenplakat der SVP gesehen. Die Proteste waren kontraproduktiv.

LINK:

Kontroverse um Minarett-Plakate eine Million Franken wert ...

www.tagesschau.sf.tv/.../Kontroverse-um-Minarett-Plakate-ein...Teilen
8. Okt. 2009 – ... Werber mit einem Gegenwert von über einer Million Franken, wie die «Tagesschau» berichtet. ... Marcus Knill, Kommunikationsexperte

PR Flop

Romneys Vizes PR Gag  -  ein Bumerang


aus 20 Min:

PR-Desaster


 PR-Desaster

Ryan spült in Suppenküche saubere Kochtöpfe

Romneys Vize wollte ein Herz für Arme zeigen, doch sein inszenierter Besuch in einer Suppenküche geriet zum Bumerang: Die Bilder zeugen nicht von Paul Ryans Mitgefühl, sondern seinem Zynismus.

George W. Bush prägte einst den Begriff des «mitfühlenden Konservatismus». Tiefe Steuern für die Reichen, wenig Regeln für die Wirtschaft, harte Hand in der Aussenpoltik – aber bei all dem die Schwachen der Gesellschaft nicht vergessen. Auch Mitt Romneys Vize-Kandidat Paul Ryan weiss, dass die Republikaner in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht zu kaltherzig rüberkommen dürfen. Ein spontaner Besuch in einer Suppenküche für Arme macht sich da immer gut.
Am vergangenen Samstag ergriff er diese Gelegenheit nach einem Wahlkampf-Auftritt in Ohio. In der Suppenküche von Youngstown angekommen, lobte er die freiwilligen Helfer für ihr Engagement. Dann band er sich mit wilder Entschlossenheit eine Schürze um und begann andächtig, Pfannen zu spülen. Seine Frau und die Kinder halfen artig.

Pfannen waren bereits sauber

Die Bilder sind makellos und vermitteln den Eindruck eines Politikers, der anpackt und sich für keine Arbeit zu schade ist. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass die Essensausgabe längst vorbei und das Geschirr bereits sauber war. Dass Ryan trotzdem ohne zu zögern zu Schürze und Putzschwamm griff, bringt ihm nun den Vorwurf ein, eine zynische Show veranstaltet zu haben.
«Er ist nur wegen der Fotos hergekommen», beklagte sich der Chef der wohltätigen Organisation, Brian J. Antal, später gegenüber der «Washington Post». Da er auf private Spenden angewiesen sei, lehne er solche Aktionen strikte ab, da sie dem Ansehen der Einrichtung schaden könnten.

Bilder ja, Worte nein

Dass es Ryan womöglich gar nicht um die Menschen ging, die in der Suppenküche essen, zeigte sich am Ende seines Besuchs: Auf dem Weg zum Auto traf er auf einige Obdachlose und unterhielt sich kurz mit ihnen. Seine Wahlkampfhelfer bedeuteten den Fotografen, sie dürften Bilder von der Begegnung machen.
Die Journalisten hingegen mussten laut «Washington Post» im Bus bleiben. Offenbar überwog die Angst, der Wortwechsel könne für Ryan ungünstig verlaufen. Sein Wahlkampfhelfer erklärte später, es habe sich um ein Gespräch «aus dem Stegreif» gehandelt und sei daher nicht für die Presse bestimmt gewesen.

Kommentar: Dieser Flop passt ausgezeichnet zu Romneys verbalen Patzern. Das nennt man solidarisches Verhalten.
Titel: Der hölzerne Rhetoriker und sein unbedachter Bildrhetoriker

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Zur 2. TV Debatte zwischen Obama/Romney in Hempstead (Bundesstaat New York):



Obama hat nicht nur Boden gut gemacht. Er ist eindeutiger Sieger.






Obama und Romney waren in den Staaten während Wochen auf allen Kanälen zu sehen. Täglich gab es Werbefilme, insgesamt 400000 Werbespots. Dies ist gleichsam ein medialer Overkill. Hinter dieser Werbewalze steckten unzählige Spender. 6 Milliarden Dollar kostet der Wahlkampf allein auf nationaler Ebene.

Nach dem schlechten Abscheiden Obamas im 1. Duell und dem erfreulichen Konter von Biden stieg  nun die Spannung vor der zweiten Auseinandersetzung, denn keiner der Kandidaten führte eindeutig.


Obama konnte sich beim zweiten Duell keinen Flop mehr leisten.
Die 2. Debatte wird somit richtungsweisend sein. Vor allem weil  die ThemenWirtschaft und Energie  debattiert  werden, steht nun für Obama viel auf dem Spiel. Er muss auch auf aussenpolitische Fragen gerüstet sein.


Vor dem zweiten Duell suchte ich Antworten auf folgende Fragen:

- Geht Obama im in der zweiten Runde in die Offensive, wie es alle erwarten?

- Deckt er in diesem Duell die Falschaussagen Romneys auf?

- Fragt er ihn, wie er die versprochene Steuererleichterung bezahlen will?

- Ist der Ausgang eindeutig? Falls es nämlich vor den Wahlen zu einer Patt-Situation käme, könnte es - wie im Jahre 2000 - zu einem Chaos kommen. Damals hatte George W. Bush bei den Wählern die Gunst verloren. Der knappe Ausgang führte damals zu einem Hickhack und Beschwerden. Obama darf deshalb auf keinen Fall nur mit einem hauchdünnen Vorsprung über die Ziellinie kriechen. Der Druck für ihn ist enorm.

- Kann Obama das Gelernte aus den drei Tagen Debattentraining umsetzen (Er wurde in Wiliansburg/im Bundesstaat Virginia gecoacht)?

- Wie frei spricht er beim zweiten Duell, mit einem neuen Setting und dem Mikrofon in einer Hand -  wiederum ohne Teleprompter?


(Die Wahlkampfleiterin Obamas, Jen Psaki liess vor dem Duell verlauten, der Präsident sei voll Energie und er werde seine Sache leidenschaftlich vertreten).

Obama müsste eigentlich  bei der heutigen Debatte die Schwachstellen Romneys offen legen, seine unbedachten 47% Aussage, seine Vergangenheit bei der Firma Bain Capital, die Heimlichtuerei bei seinen Steuerdaten.

- Was mich vor allem beim zweiten Duell interessieren wird: Wie wirken die Akteuren bei der zweiten Debatte hinsichtlich Glaubwürdigkeit, der rhetorische Auftrittskompetenz und Ueberzeugungskraft?


 Uebrigens soll sich  Mitt Romney  in seinem Haus in Belmont (einem Vorort von Boston) ebenfalls sehr gut vorbereitet haben.

Ich frage mich bei ihm, ob er auf die  Drohnenangriffe - bei denen zahlreichen Zivilisten getötet wurden - auch zu sprechen kommt?

Oder: Wird Romney beim heutigen Duell alle Versprechen konkret auflisten, die Obama nicht einhalten konnte?

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Aus meiner Sicht wäre beim zweiten Schlagabtausch  für Obama Folgendes wichtig:

- Er muss EINDEUTIG besser abschneiden als sein Gegner

- Er ist gezwungen, das Heil in der Offensive zu suchen.

- Er darf sich nicht mehr so passiv verhalten, wie im ersten Streitgespräch.  Die Strategie, auf Attacken zu verzichten, sich versöhnlich und nett zu verhalten zahlte sich nicht taus. Das offensive Verhalten könnte anderseits auch gefährlich werden, falls er übertreibt.

-  Als amtierender Präsident ist Obama in einem  Dilemma. Er muss angriffig sein und dennoch   staatsmännisch wirken.


- Er müsste vor allem seine dialogische Stärke nutzen bei der Beantwortung der Fragen aus dem Publikum.

- Obwohl Obama den Favoritenstatus nicht mehr zurückerobern kann (beide Kandidaten haben bislang bei der Bevölkerung viel an Vertrauen eingebüsst, würde Obama  zusätzlich punkten, wenn er überzeugend darlegen könnte, dass die Wähler Romney mehr misstrauen müssten, als ihm selbst.

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Harte Attacken in zweiter Debatte: Obama schlägt zurück – und punktet
Zur Auftrittskompetenz der beiden - während des Duells:


Bei Kurzanalysen lohnt es sich einen Auftritt nach der AAA Formel zu überprüfen.

Das erste A = Anfang (Start, Auftakt). Das zweite A = Aussage (Kernbotschaft) und das dritte A = Abschluss.

Zum Anfang (Start):

Der Anfang wirkte wie antrainiert, zu stark eingeübt. Das Lachen, die Begrüssungszeremonie, das sich gegenseitig Berühren, das Winken. Alles synchron.

Im Unterschied zum Start beim ersten Duell - als Romney mit einem schlagfertigen Konter sofort gepunktet hatte - greift nun im zweiten Duell Obama  Romney sofort an:
Er habe keinen 5 Punkte Plan. Er haber nur einen 1 Punkte Plan: Die Reichen zahlen weniger Steuern.

Zur Aussage (Kernbotschaft) der Kontrahenten:

Romneys Botschaft lautet immer wieder: Ich werde den Mittelstand stärken!
Obamas Botschaft: Ich will Schlupflöcher schliessen und werde die Arbeitsplätze in den Staaten schaffen, nicht im Ausland. Wir müssen unbedingt alternativen Energien nutzen!


Beim Abschluss  versucht sich  Romney - der eher kühl wirkt -  bewusst  als Christ, Prediger und Familienfreund darzustellen. Er unterstreicht sehr gezielt seine menschliche Seite.

Im Schlussstatement  gelingt es Obama erstaunlich gut, glaubwürdig die Bevölkerunganzusprechen. Er kann im Schlussspurt ihre Herzen für sich zu gewinnen.



Generell wirkt   Obama natürlicher und sicherer als Romney. Er versteht es, mit natürlicher Gestik und Mimik vor allem mit seinem Blick eine kommunikative Brücke auf zu bauen. Er muss es gespürt haben, dass er besser ankommt. Dies beflügelt ihn.  Romneys Haltung wirkt für mich steifer als beim ersten Auftritt. Das zeigt sich auch beim Drehen des Kopfes und bei der Gestik.

Das zweite Duell ist  lebendiger und hat trotz aller Vorschriften einige überraschende Passagen.


Ich zitiere die Sequenz um 0415 Uhr :

«An den Tagen nach dem Anschlag waren Sie bei Wahlveranstaltungen.» Ein Tiefschlag von Romney – und ein Fehler: «Am Tag nach dem Anschlag stand ich im Garten vor dem Weissen Haus und nannte das einen Terroranschlag.»

Romney beharrt: «Sie brauchten 14 Tage, um das einen Terroranschlag zu nennen.» Und jetzt geschieht etwas fast Unerhörtes: Moderatorin Crowley korrigiert den Kandidaten! «Der Präsident sprach tatsächlich von einem Terroranschlag.» Es gibt Applaus. Und Obama sagt fast erleichtert: «Können Sie das etwas lauter wiederholen, Candy?»
Ende Zitat

Beide Akteure müssen Stresssituation meistern. Vor allem, wenn die führungsstarke Moderatorin die Kandidaten in die Schranken weist.


Es gibt übrigens auch an diesem Duell auf beiden Seiten Halbwahrheiten und Lügen.





Zur Kleidersprache:


Im ersten Duell waren beide bereits staatsmännisch gekleidet. Perfekter Massanzug, weisses Hemd. Obama mit blauer und Romney mit roter Kravatte. Beim Fussball wurde festgestellt, dass die Mannschaften in rot eher gewinnen. Es ginge zu weit zu sagen, Obama habe sich bei der letzten Auseinandersetzung vom ROT Romeys einschüchtern lassen.
Jedenfalls ist  es interessant, dass bei diesem Duell Obama nun die ROTE (dunkelrote) Kravatte trägt und Romney BLAU wählte, wiederum mit Streifen. Der Duellant mit der roten Kravatte siegt erstaunlicherweise in diesem Duell.

Im Time Magazin war vor dem Duell zu lesen, dass es eine geheime Vereinbarung zwischen den Kontrahenten gegeben haben soll. Nicht nur, wie man sich zu verhalten habe. Es soll darin sogar die Bewegungen geregelt worden  sein. Wenn eine Frage gestellt wird, dürfen die Fragesteller nicht mehr nachgehaken. Bei der Kameraführung ist es nicht gestattet  den Kandidaten, der zuhört in den Fokus zu nehmen.
Dadurch wird Unvorhergesehenes seltener, steriler.

Als ich das gelesen hatte, rechnete ich damit, dass die zweite Debatte  langweilig werde. Erstaunlicherweise ist dies nun nicht der Fall. Im Duell kommt es zu zahlreichen spannenden Szenen. Zeitweise herrscht eine bissige Stimmung. Die Akteure unterbrechen sich sogar. Es kommt unerwarteter Weise - trotz zahlreicher Auflagen - zum Schlagabtausch.
Romney und Obama zeigen in dieser Debatte Debatte ab und zu Stressignale.  


US-Fernseh-Debatte: Präsident Obama und Mitt Romney haben konträre Auffassungen darüber, welche Rolle der Staat in der Wirtschaft spielen soll.

Scharfer Kontrast in der Wirtschaftspolitik

Präsident Obama und Mitt Romney haben konträre Auffassungen darüber, welche Rolle der Staat in der Wirtschaft spielen soll. Obama will, dass Washington mehr tut, um die Wirtschaft anzuschieben, während Romney möglichst viel Geld in den Taschen der Bürger lassen will. Mehr...

Aus NZZ




Allgemeine Beobachtungen:

Romney hat wieder ein Problem mit seinen Sprüchen, wie beispielsweise bei jener Sequenz, bei der er sagt:
Der Präsident habe dafür die Umweltorganisationen übernehmen lassen. «In North Dakota kriminalisierten sie die dortigen Erdölfirmen. Aus welchem Grund? Weil 25 Vögel starben.»

Romney muss aufpassen mit solchen Sprüchen. 25 Vögel sind womöglich ihm egal. Aber im Volk verstärkt so eine Aussage die Kälte, die er
immer wieder  ausstrahlt.




TV-Duell Twitter-Sturm gegen Romney


Beim zweiten TV-Duell hat sich der Republikaner mit einer Bemerkung
über Frauen in die Nesseln gesetzt. Auf Twitter hagelt's Spott.

Zur hölzernen Rhetorik Romneys:

Der Herausforderer ist für seine unbedachten Spontanäusserungen bekannt. Die Geschichte mit der Mappe voller Frauen setzt  sich Romney einmal mehr in die Nesseln. Im Grunde wollte er zeigen, dass er sich für Frauen stark macht.
Aber er äusserte sich ungeschickt.


Genereller Eindruck Obamas:

Obama ist entspannter
präsenter gewesen
Offensiv und dennoch staatsmännisch,
souverän,
schlagfertig,

überlegen.
Harte Kritik prallt an ihm ab.

Obama greift insgesamt sieben Mal Romney frontal an, zum Teil auch auch mit Zwischenrufen:
"Was Gouverneur Romney sagt, ist einfach nicht wahr!!

Romney ist zwar auch recht angriffig. Er holt dadurch Punkte.
Man merkt, dass er den Spagat schaffen muss zwischen den Konservativen in seiner Partei und der Mittelschicht, die er ansprechen muss. Dies scheint ihn zu bremsen.

Romnys Problem ist und bleibt seine Glaubwürdigkeit.
Nach dem Bengasi Patzer sah er mitgenommen aus (Schweiss, geschwollene Adern)

Fazit: Obama hat das zweite Duell geprägt und aus meiner Sicht eindeutig gewonnen.Man könnte vielleicht von einem technischen K.O. sprechen. Es wird möglicherweise auch Experten geben, die das Duell als Patt situation sehen.  Der Wahlausgang bleibt so oder so spannend und offen. Der dritte Schlagabtausch muss die Situation klären. Und nachher entscheidet am Schluss erst die endgültige Wahl. Das Rennen ist noch nicht gelaufen.


*********************



Nachtrag:

Aus die ZEIT:

Moderatorin heimliche Siegerin des Obama-Romney-Duells

Candy Crowley war die erste Frau seit 1992, die eine Debatte der Präsidentschaftskandidaten leitete – und hart durchgriff. Konservative Kommentatoren reagierten sauer.
CNN-Moderatorin Candy Crowley
CNN-Moderatorin Candy Crowley
Die politischen Lager streiten noch, ob Barack Obama oder Mitt Romney die zweite TV-Debatte des US-Präsidentenwahlkampfs gewonnen hat. Klar ist aber: Die Moderatorin Candy Crowley war der heimliche Star des Abends. Die politische Chefkorrespondentin des Nachrichtensenders CNN moderierte die Debatte ebenso detailsicher wie resolut und wies beide Teilnehmer mehrmals in die Schranken.

Kommentar: Candy Crowley war super. Sie weiss was MODERIEREN heisst: Führen mit langer und kurzer Leine! BRAVO! Falls die Moderatorin jedoch verantwortlich gemacht werden könnte für die Fragen, die dilletantisch vorgetragen resp. abgelesen worden sind, müsste ich mein Lob relativieren.



Aus Bild:



2. TV-Duell in den USA Obama bläst zum Angriff

Mitt Romney patzt in Libyen-Frage +++ Debatten-Experte zu BILD.de: „Das war eine wirklich gute Nacht für den Präsidenten“

1
Was für eine Redeschlacht! Mehr als 90 Minuten kämpften Barack Obama (51) und Mitt Romney (65) um jedes Wort.
Beim zweiten (und vorletzten) TV-Duell stellten sich der US-Präsident und sein Herausforderer den Fragen unentschlossener Wähler und denen von CNN-Moderatorin Candy Crowley (63).
  • Obama

    2. TV-Duell Obama gegen Romney

    Gewinner? Er lächelt zumindest so. Nach der Debatte sehen wir einen erleichterten Barack Obama
    Foto: AFP
    1 von 17
Und: So viel Konfrontation war noch nie!
Im Vergleich zum ersten TV-Duell am 3. Oktober zeigte sich in der Universität von Hempstead (US-Staat New York) ein deutlich aggressiverer US-Präsident. Immer wieder fiel er seinem Herausforderer ins Wort. „Stimmt nicht, Gouverneur Romney”, mahnte Obama beim Thema Energiepolitik. Romney habe die Autoindustrie in den Bankrott treiben wollen, er aber habe sie gerettet, so Obama. Einen 5-Punkte-Plan? Nein, den habe Romney auch nicht, behauptet der Demokrat. „Er hat einen Ein-Punkte-Plan: Die Reichen bezahlen weniger Steuern.“
Beim Thema Libyen leistet sich Romney dann auch noch einen Patzer und Obama macht staatsmännisch klar: „Ich bin der Präsident.“
Das Fazit: „Das war eine wirklich gute Nacht für den Präsidenten, sagt David Steinberg von der University of Miami. „Obama wirkte sehr optimistisch, sehr kompetent und zeigte sich als starke Führungspersönlichkeit. Auf viele Fragen hatte er einfach die detaillierteren Antworten.“


20 min:



     


Aus Spiegel:



WER LIEFERTE DEN SCHLIMMSTEN FAUXPAS?
Romneys Bengasi-Flop. Zweiter Platz: Beim Versuch, mit weiblichen Wählern zu punkten, erzählte Romney eine Anekdote aus seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts. Als er Bewerbungen für sein Kabinett gesichtet habe, seien das "alles Männer" gewesen. Darauf habe er gesagt: "Können wir nicht ein paar Frauen finden, die auch qualifiziert sind?" Seine Helfer hätten ihm daraufhin "Ordner voller Frauen gebracht". Der Ausdruck "binders full of women" verbreitete sich sofort ebenso rasend wie spöttisch durchs Internet und ließ Twitter geradezu explodieren. Obama nutzte die Frage nach den Frauen seinerseits geschickt, um die restriktive Frauen- und Abtreibungspolitik der Republikaner herauszustellen - ein Thema, das in der letzten Debatte zu kurz gekommen war.
WAS WAR DER BESTE MOMENT?
Da fällt die Wahl schwer. Es ging schon rasant los, als Crowley den Präsidenten fragte, ob es wirklich in der Macht der Regierung liege, die Spritpreise zu senken. Obama nutzte die Steilvorlage, um seine Energiepolitik zu preisen, das klang erst langweilig, doch dann wurde es auf einmal munter. Romney unterbrach Obama trotzig, es entspann sich ein heftiges Hin und Her, beide beharkten sich, standen von ihren Hockern auf, gingen geradezu drohend aufeinander zu. Romney bellte: "Beantworten Sie die Frage!" Und: "Ich bin noch nicht fertig." Es war der erste dramatische Moment dieses Abends und setzte somit den restlichen Ton.
Weitere Top-Momente: Obamas Zwischenruf, als Romney später schon wieder dazwischen redete ("Candy, ich bin dran gewöhnt, unterbrochen zu werden"). Und, an den mutmaßlichen Outsourcer und China-Profiteur Romney: "Gouverneur, Sie sind die letzte Person, die hart gegen China durchgreifen würde." Romney versuchte sich zu revanchieren, indem er Obama vorhielt, seine Rente sei doch ebenfalls teilweise im Ausland investiert. Darauf Obama: "Gouverneur, ich gucke nicht so oft in meine Rente. Sie ist nicht so groß wie Ihre."