Montag, 2. April 2012



Auch vor 100 Jahren: Untergang der «Titanic»

Historisches Gemälde, das die dramatische Szene des Untergangs festhält.

STEUERSTREIT DEUTSCHLAND-SCHWEIZ:



Heiligt jedes Mittel (auch ein illegales) den Zweck?


Ist es nicht sonderbar, wenn Datendiebstahl geschützt wird und Deutschland Fahnder beauftragen,  Gesetze zu missachten? Unsere Nachbarn drehen  den Spiess um und beschuldigen die Bestohlenen. 
Eine verkehrte Welt!


Haftbefehl gegen deutsche Steuerbeamte

Die Schweiz erlässt einen Haftbefehl gegen drei deutsche Steuerfahnder, wegen Verdachts auf «nachrichtliche Wirtschaftsspionage». Die Aktion sei nicht politisch motiviert, sagt der Bundesanwalt.



Die «Financial Times Deutschland» von heute.



Die Schweiz hat Haftbefehl gegen drei deutsche Finanzbeamte erlassen. Sie sollen 2010 den Ankauf einer Steuersünder-CD an das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) mit ausgehandelt haben. Bundesanwalt Michael Lauber sagte im Schweizer Radio DRS, es bestehe der konkrete Verdacht, dass in Deutschland «klare Aufträge zum Ausspionieren von Informationen der Credit Suisse» gegeben wurden.
Die Bundesanwaltschaft hat die deutschen Behörden in diesem Fall um Rechtshilfe ersucht, wie Jeannette Balmer, Mediensprecherin der Bundesanwaltschaft, gegenüber baz.ch/Newsnet bestätigt. Einzelheiten zum Rechtshilfersuchen oder zum laufenden Verfahren könnten im jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt gegeben werden.


Steuer-CD für 2,5 Millionen Euro


Zuvor hatte bereits das Finanzministerium von Nordrhein-Westfalen einen vorab veröffentlichten Bericht in der Zeitung «Bild am Sonntag» bestätigt. Demnach wird den Steuerfahndern «nachrichtliche Wirtschaftsspionage» vorgeworfen.


 Das Land Nordrhein-Westfalen hatte 2010 die CD mit Daten deutscher Kunden der Credit Suisse  für 2,5 Millionen Euro von einem Informanten gekauft. Die drei beschuldigten Steuerfahnder sollen in den Augen der Schweizer Justiz bei den Verhandlungen beteiligt gewesen sein. Bei einer Einreise in die Schweiz riskieren sie eine Verhaftung.


Der in diesen Fall verwickelte ehemalige CS-Mitarbeiter S.L. wurde im Dezember 2011 mit einer Geldstrafe für den Diebstahl und die Weitergabe von Bankkundendaten bestraft. Laut der damaligen Klageschrift blieben jedoch «verschiedene Rechtshilfeersuchen der Bundesanwaltschaft an die deutschen Behörden (...) unbeantwortet», wie baz.ch/Newsnet berichtete.



Schäubles verständnisvolle Reaktion


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hält die Ausstellung von Haftbefehlen der Schweiz gegen drei Steuerfahnder aus Nordrhein-Westfalen für nachvollziehbar. «Die Schweiz hat ihr Strafrecht und in der Schweiz ist die Verletzung des Bankgeheimnisses mit Strafe bedroht», sagte er nach einem Treffen mit EU-Ressortkollegen in Kopenhagen.



«Nur Pflicht getan»


Der ehemalige deutsche Finanzminister Peer Steinbrück hat sich an einem Sonderpartei der SPD in Nordrhein-Westfalen gegenüber DRS zum Fall geäussert: «Die Schweiz verwechselt Ursache und Wirkung. Was die nordrhein-westfälischen Finanzbeamte machen, ist die Wirkung davon, dass die Schweiz beziehungsweise die Schweizer Bankinstitute vorsätzliche deutsche Steuerbürger zum Steuerbetrug einladen. Das ist der Skandal.»




Auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft von der sozialdemokratischen SPD reagierte empört. «Für mich ist das ein ungeheuerlicher Vorgang», sagte sie zur Zeitung «Bild». «Wir verwahren uns als Land Nordrhein-Westfalen davor, dass unsere Mitarbeiter in ein kriminelles Licht gerückt werden.»
Kraft stellte sich ausdrücklich hinter ihre Beamten: «Die NRW- Steuerfahnder haben nur ihre Pflicht getan, deutsche Steuerbetrüger zu jagen, die ihr Schwarzgeld auf Schweizer Bankkonten geschafft haben.» Nordrhein-Westfalen empfinde das Vorgehen der Schweiz «als schwere Belastung der Situation».



NRW-Ministerpraesidentin Hannelore Kraft bezeichnet das Vorgehen der Schweiz als «ungeheuerlich». (Bild: Imago)Zoom
NRW-Ministerpraesidentin Hannelore Kraft bezeichnet das Vorgehen der Schweiz als «ungeheuerlich». (Bild: Imago)



Kommentar: Wenn sich Peter Steinbrück hinter die Datendiebe stellt und das Hehlerverhalten deckt, ist dies im Grunde genommen ein Skandal. Wenn Hannelore Kraft den Diebstahl als Erfüllung der Pflicht hinstellt, sagt sie damit: Der Staat hat die Fahnder verpflichtet, die Gesetze zu brechen. Die Aussagen von Steinbrück und Kraft sind ungeheuerlich! Ein Musterbeispiel, wie Unrecht zurechtgebogen wird. 


Wirtschaftsspiaonage ist keine Pflichterfüllung. Tatsache ist:
Die Steuerbehörden aus Wuppertal im Bundesland Nordrhein-Westfalen haben nicht nur eine Daten-CD eines kriminellen CS-Mitarbeiters aus der Filiale Bülach angenommen und dafür 2,5 Millionen Euro bezahlt, sondern sie benützten den Lieferanten auch dazu, die zweitgrösste Schweizer Bank regelrecht auszuspionieren. Auf Anregung der deutschen Steuerfahndung betätigte sich der CS-Angestellte als «Maulwurf» und kopierte massenweise geheime interne Unterlagen, die den Deutschen Hinweise auf die Strategie der Bank sowie über den Umfang von unversteuertem Geld lieferten. 


Es lohnt sich Begriffe ernst zu nehmen. Wenn in der deutschen Presse steht:


Schweiz kriminalisiert Steuerfahnder

so müsste es eigentlich heissen:

Die Schweiz kriminalisiert Kriminelle

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Nachtrag NZZ 

Deutsches Bundesverfassungsgericht untersagt die aktive Anschaffung von Steuerdaten

 



LINKS:


15. März 2009 ... Ein schlitzohriger Peer Steinbrück meinte am 14. ... An der Pressekonferenz von Steinbrück sei ernüchternd gewesen zu hören, mit wieviel ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_15/index.html
12. Mai 2009 ... Die folgende Analyse ist in der Zeitschrift Persönlich (www.persoenlich.com), dem online Portal der Schweizer Kommunikationswirtschaft im ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/05_12/index.html
25. Okt. 2008 ... Der Deutsche Finanzminister Peer Steinbrück hat an einem Ministertreffen ... Steinbrück ging weiter und von einer "Schwarzen Liste" geredet.
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/10_25/index.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
12. Mai 2009 ... Steinbrück stiess hernach ins gleiche Horn, ... Peer Steinbrück hat an einem Ministertreffen ... Land hinstellte, ging nun Steinbrück noch ei- ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/05_12/05_09.pdf


10 Mai 2010
Die Machtoptionen der Hannelore Kraft – Erinnerungen an Andrea Ypsilanti werden wach. ... SPD in NRW: Kraft kämpft gegen den Hessen-Fluch ... Kommentar: Kraft hatte sich zu früh als absolute Siegerin gesehen. Nach der ...

Sonntag, 1. April 2012

100. Todestag von Karl May



Ich zitiere aus Spiegel online:




Karl May

Karl May wurde am 25. Februar 1842 in Hohenstein-Ernstthal geboren und starb am 30. März 1912 in Radebeul bei Dresden.
Sohn eines armen Webers, war bis zum 5. Lebensjahr blind.
Als junger Volksschullehrer wurde er wegen Diebstahls entlassen; er verbrachte im ganzen 7 1/2 Jahre wegen Eigentumsvergehen und Betrügereien aus finanzieller Notlage im Gefängnis.
Erste schriftstellerische Arbeiten sind erzgebirgische Dorfgeschichten und Humoresken für Zeitschriften in Dresden, ferner Kolportageromane, die später gegen seinen Willen unter seinem Namen neu herausgebracht wurden und seinem Ruf sehr schadeten.
Rasch bekannt wurde er durch seine Reiseerzählungen, die hauptsächlich unter den Indianerstämmen Nordamerikas oder im Nahen Orient spielen. Er wählte später die Ich-Form, wodurch der Anschein des Selbsterlebten hervorgerufen wird (Idealgestalt Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi).
Möglicherweise hat May schon früh die Reise nach orientalischen Ländern unternommen, kaum aber nach Nordamerika; später mehrere Weltreisen.
Der Einfluß von Mays Abenteuerbüchern auf die Jugend wird verschieden, heute meist gedämpft positiv beurteilt.
Ende Zitat


Am Freitag jährte sich der Todestag von Karl May bereits zum 100. mal. Über 150 Menschen erwiesen dem Buchautor und Erfinder von Winnetou an seinem Grab die Ehre. 



Am Freitag hat sich der Todestag von Karl May zum 100. mal gejährt.Um das Werk von Sachsens erfolgreichsten Autoren zu ehren, pilgerten trotz Regens rund 150 Menschen zu seinem Grab in Radebeul und legten Blumen und Kränze nieder. Unter anderem Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler und der Intendant der Landesbühnen hielten eine Laudatio für den Erfinder von Winnetou und Old Shatterhand.


Auch das Karl-May-Museum in Radebeul ehrte den Autoren, der unter anderem die Romane „Der Schatz im Silbersee“ und „Durch die Wüste“ schrieb. Dabei wurde der besondere Tag als Anlass genommen, um einen weiteren Museumsabschnitt zu eröffnen.


Kommentar: Ich habe als Kind zahlreiche Karl May Bücher verschlungen. Oft las ich verbotenerweise mit der Taschenlampe im Bett, weil die Eltern sonst gemerkt hätten, dass ich nicht schlafe. Obschon Karl May viele Geschichten im Gefängnis geschrieben hatte, verstand er es, mich mit Worten in eine andere Welt zu versetzen. Ich merkte schon damals als Kind, wie mit Worten im Kopf Bilder entstehen können (Phänomen "Kino im Kopf").

Muster:


Unter der wehmütig herabhängenden Krempe eines Filzhutes, dessen Alter, Farbe und Gestalt selbst dem schärfsten Denker einiges Kopfzerbrechen verursacht haben würden, blickte zwischen einem Walde von verworrenen, schwarzen Barthaaren eine Nase hervor, die von fast erschreckenden Dimensionen war und jeder beliebigen Sonnenuhr als Schattenwerfer hätte dienen können. Infolge dieses gewaltigen Bartwuchses waren außer dem so verschwenderisch ausgestatteten Riechorgane von den übrigen Gesichtsteilen nur die zwei kleinen, klugen Äuglein zu bemerken, welche mit einer außerordentlichen Beweglichkeit begabt zu sein schienen und mit einem Ausdrucke von schalkhafter List auf mir ruhten. Der Mann betrachtete mich ebenso aufmerksam wie ich ihn; später erfuhr ich den Grund, warum er sich so für mich interessierte.


LINK:


11. Juni 2008 ... Wer so schreibt oder so redet, dass man das Gesagte mit den äusseren Sinnen wahrnehmen kann, hat den Vorteil: - Die Worte können wir uns ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/06_11/index.html


Samstag, 31. März 2012





Aprilscherz, beste Aprilscherze 2011, 1. April, erster April

!!!!!WARNUNG!!!!







Morgen könnten Sie in den April geschickt werden.




Jedes Jahr wird der 1. April genutzt, um seine Mitmenschen mal etwas an der Nasen herum zu führen und ihnen den einen oder anderen kleinen Streich zu spielen. Die immer wieder Lachsalven auslösenden Worte „April, April“ sind da an jeder Straßenecke, in jedem Klassenzimmer und jedem Büro Dutzende von Malen zu hören und erfreuen sich so, großer Beliebtheit.

Da werden schon mal die Lehrlinge der diversen Handwerksbetriebe losgeschickt, um utopische Werkzeuge wie Bratwurstmaß oder Kilowattmeter holen zu sollen. Sehr beliebt in der KFZ-Branche sind auch Blinkerflüssigkeit und Hubraumbeleuchtung oder die Tüte Zündkerzen vom Drogeriemarkt.







Nachtrag am Abend- aus TAGI:


Wenn Aquarienfreunde auf einen Aprilscherz hereinfallen



Der Zoo Zürich räume seine Aquarien und verschenke Fische, hiess es in der Sonntagspresse. Ein Aprilscherz, wie sich herausstellte.

Professor Claude Nicollier am Wirtschaftsforum in Schaffhausen


Zwischen Himmel und Erde - ...


In einem beeindruckenden Referat entführte der Schweizer Astronaut am 29. März das Publikum des Wirtschaftsforums der UBS mit einmaligen Bildern gleichsam ins All.
Nicolliers Ausführungen "Planet ERDE- quo vadis?" bezog sich auf die Welt 2012 - und darüber hinaus.
Ich filterte für mich einige seiner Gedanken heraus, die auch uns auf dem Erfolgsweg behilflich sein können.
Die vielen Beispiele, Geschichten und Erlebnisse verdeutlichten, dass das Erfolgsrezept eigentlich in allen Sparten auf nur wenige Punkt reduziert werden kann:


...
...
...
...
...
...



Ziele müssen genau definiert werden.




In jeder Situation gilt es, klare Prioritäten zu setzen.




Teamarbeit und Disziplin sind wichtige Erfolgsfaktoren, obwohl für viele Ausbildner vor Jahren die Disziplin eher abgelehnt wurde, weil sie zu sehr nach Drill klang.




Vielfalt macht stark  (Ein starkes Team besteht bekanntlich aus völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten, obschon ich in vielen Teams immer wieder sehe, dass die Teams möglichst gleichgeschaltete Typenl bevorzugen)




Unvorhergesehenes gilt es vorherzusehen  (Antizipieren von angeblich unmöglichen Vorkommnissen)




"Trainieren, trainieren und noch mehr trainieren" unterstrich der erfolgreiche Schweizer Astronaut.




Claude Nicollier betonte, dass er schon als Pilot das Risiko- Management, die Entschlussfassung und die Flexibilität in der Zusammenarbeit gelernt habe.


LINKS:


Nach dem unbegreiflichen Erfolg in Kitzbühl titelte eine Zeitung in Anlehnung an ... Diesen unglaublichen Erfolg kommentierte Bernhard Russi mit den Worten: ...
www.rhetorik.ch/Erfolgsregeln/Erfolgsregeln.html


25. Mai 2000 ... Durch Antworten und Antizipieren von Situation ein Gespräch führen.
www.rhetorik.ch/Antizipieren/Antizipieren.html

20. Jan. 2006 ... Wer sich mit Krisenkommunikation beschäftigt, weiss, wie enorm wichtig das Antizipieren von denkbar schlimmsten Situationen ist. Wir haben ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/06/01_20.html
15. Mai 2006 ... Nun haben die Ausschreitungen nach dem Fussballmatch zwischen Basel und Zürich gezeigt, dass die Verantwortlichen vor allem nur an die ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/06/05_15.html


Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
31. SicherheitsForum 2 / 2006 um Olivenöl und Gesichtscreme küm- mern als um die WM.» Ich möchte nicht in der Haut Becken- bauers stecken, wenn es – was ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/06/01_20/panik.pdf




3. Juli 2008 ... Der Bewerber - welcher diese Frage zu Hause auf Anraten des Coach antizipiert hatte - antwortet: "Ich bin flexibel. Ich kann mich dem ...
www.rhetorik.ch/Flexibilitaet/Flexibilitaet.html


Freitag, 30. März 2012

Demokratie braucht guten Journalismus






Aus einer Veranstaltung  über die "Entwicklung des Journalismus" vermittle ich ein paar  Gedankensplitter. Ich besuchte das Lilienberger Gespräch vom 26. März mit Dr. Oswald SIGG, Vice Bundeskanzler und Bundeshaussprecher 2005-2009.



Oswald Sigg an seiner letzten Bundesratsmedienkonferenz am 25. März 2009 in Bern.



Der Bundesrat wäre eigentlich verpflichtet,  Entscheide kollegial zu vertreten. Seit der Wahl Blochers wurde im Bundesrat nach Sigg viel weniger diskutiert,  weil Bundesrat Blocher sich nicht von den andern beeinflussen lassen wollte.






Die Entscheide sollten immer von allen getragen werden und Abstimmungsresultate dürften nicht nach aussen dringen. Beim Atomausstieg konnte es jedoch Micheline Calmy-Rey nicht verhehlen, dass die Frauen den Ausstieg erwirkt hatten. Vielleicht aus Freude darüber, dass es die Frauen geschafft haben, gelangte diese Information des Entscheides (4:3) an die Oeffentlichkeit.








Zu der Rolle der Medien:








Die Medien sind ein zentraler Bestandteil der Demokratie. Sie liefern die Grundlagen für die öffentliche Diskussion.  Seit  dreissig Jahren hat sich die Presse von den politischen Parteien abgenabelt.
Print und elektronische Medien liefern vor allem Geschichten und Produkte. Die Bundespolitik spielt zunehmend eine geringere Rolle. Die Informationen haben sich vervielfacht. Früher hatten die Departemente ein halbes Dutzend Mitarbeiter, die sich mit Kommunikation und Medien befassten. Heute sind es jedoch 800 - 1000 Kommunikationsmitarbeiter. Ein enorm grosser Apparat von Kommunikationsspezialisten!


Immer mehr spielt heute die Personalisierung eine Rolle. Man kann sagen: Die Politik wird personalisiert. Auch der Einfluss des Gelder ist spürbar. Wenn aber alle sich nur noch gut verkaufen wollen, leidet die Qualität.






Wie kann die Qualität der Medien verbessert werden?






Oswald Sigg empfiehlt  alles zu tun, damit die Unabhängigkeit der Medien gesichert werden kann.
Unternehmen müssten ihre Journalisten angemessener bezahlen. Gibt es doch zu denken, dass ein Journalist,d er zum Bund wechselt plötzlich doppelt so viel bekommt.





Sigg vertrat ferner die Meinung, dass die Gratiszeitungen das Qualitätsniveau gesenkt haben.
Nach seinem Dafürhalten dürften die Online- Angebote nicht mehr gratis zur  Verfügung gestellt werden.



Diese Meinung teile ich nicht:


1. Internetangebote werden künftig durch Werbung auch selbst tragend. Wer im Netz Hürden aufbaut, hat den Sinn und Zweck des NETZES nicht verstanden.


2. Siggs Bedenken, die neuen digitalen Medien würden das Qualitätsniveau senken und den Qualitätsmedien Wasser abgraben, kann ich nicht nachvollziehen.

Immer wenn die Menschheit neue Medien nutzte, wurde der Teufel an die Wand gemalt. Selbst das Schreiben wurde abgelehnt, weil dies dem Gedächtnisleistung schade. Alle neuen Medien Buchdruck, Zeitungen, Film, Fernsehen, Radio, Videos, Internet wurden verteufelt und stets wurde befürchtet die neuen Medien würden die alten schädigen oder sogar ausrotten. Das war aber nie der Fall.  Es kam zu einem vernünftigen Nebeneinander. Selbstverständlich gab es sinnvolle Verschiebungen. Auch künftig wird es seichte Massenprodukte und Qualitätsprodukte geben. Bei allen Produkten ob Zeitung, Zeitschrift, Radio, Blogs usw. wird es nach wie vor auch Qualitätsprodukte geben. Ich bin sogar überzeugt, dass das Publikum als Ergänzung zur seichten Massenware und dem Kurzfutterangebot, grosses Interesse hat, an vertiefenden Hintergrundberichten und Artikeln.






 









Donnerstag, 29. März 2012

Gottschalk und Schmidt haben den würdigen Ausstieg  verpasst


Wie  Thomas  Gottschalk, so hat auch Harald Schmidt den rechtzeitigen Abgang vom Showgeschäft verpasst.
Medienpräsenz macht wahrscheinlich süchtig und damit auch blind. Der Name allein genügt nicht, wenn man nicht aufhören will. Zum Erfolg gehört auch ein taugliches Konzept.  Offenbar haben die TV-Macher  Gottschalk und Schmid geglaubt, ihre Namen  sei bei einer neuen Sendung Konzept genug. Sie glaubten: Der Erfolg wird sich von selbst ergeben.  Gottschalk demontierte sich jedoch nach dem Ausstieg aus "Wetten-dass?" bei "Gottschalk live" immer mehr und Schmid muss nun überraschend gehen.


Ich zitiere Blick:


Fertig lustig Sat.1 schmeisst Harald Schmidt raus

Am 3. Mai darf Harald Schmidt das letzte Mal auf Sendung . Sat.1 dreht seiner Late Night Show wegen mieser Einschaltquoten den Saft ab.

Harald Schmidt hatte nicht genug Zuschauer.
(Reuters)
Acht Monate hatte er «Probezeit». Jetzt ist für Harald Schmidt (54) Schluss mit lustig. Seine «Harald Schmidt Show» wird eingestellt, wie der Sender Sat.1 mitteilt.
Die Late Night Show fliegt wegen schlechter Quoten aus dem Programm. Am 3. Mai darf Dirty Harry zum letzten Mal auf Sendung gehen. «Die Sendungen waren gut, die Quoten waren es insgesamt noch nicht. Eine tägliche Late Night Show braucht entsprechende Rahmenbedingungen und vor allem Zeit. Wenn man darüber keine Einigung erzielen kann, hört man besser auf», so Produzent Fred Kogel.
Harald Schmidt äussert sich laut der Mitteilung des Senders kurz und knapp zum Aus, sagt nur: «Schade».
Sat.1-Geschäftsführer Joachim Kosack bedauert, dass man die «Fangemeinde nicht ausreichend erweitern» konnte.




Kommentar: Spitzensportler Didier Cuche machte es richtig. Auf dem Höhepunkt trat er zurück. Schade, dass es die beiden berühmten Entertainer verpasst haben, den Zeitpunkt für einen würdigen Rücktritt zu finden.


Nachtrag aus TAGI. die Meinung Schawinskis:


Herr Schawinski, Harald Schmidt hat mit seiner Sendung bei Sat 1 nie die erhofften Zuschauerzahlen erreicht. Was lief schief?
Schon bei der ARD lief seine Sendung unter den Erwartungen, auch zusammen mit Pocher, bei Sat1 war alles noch viel verheerender. Schmidt hat vor zehn Jahren mit seiner Sendung Kultstatus erreicht und dann unter einem Vorwand in letzter Minute den Vertrag gekündigt. Der Vorwand war bekanntlich ich - obwohl er mich nicht kannte. Später hat er einmal zu mir gesagt, dass ich eine Gelegenheit darstellte, abzuhauen, weil er ausgepowert war. Wie Harald Schmidt die Sender später ausgenommen hat, war deshalb schlicht parasitär und unverfroren.
Hatte er zuletzt auch beim Publikum die Sympathien verspielt?
Seine Sendungen waren zwar besser als die Quoten besagten, aber wenn das Publikum mal weg ist, ist es extrem schwierig, es wiederzugewinnen. Harald Schmidt ist ein grosses, einmaliges Talent, er ist mutig, hat unglaubliche Fähigkeiten im Ausdruck und in der Formulierung. Was man darob leicht vergisst: Es brauchte fast vier Jahre, bis er Kult wurde bei Sat 1 und die Quote stimmte. Man kann nicht ein Jahr Pause machen, zu einem anderen Sender gehen und nahtlos ansetzen wollen. Fernsehen – und eine Late-Night-Show im Speziellen – braucht vor allem Kontinuität. Schauen Sie sich Jay Leno oder Johnny Carson an, die sind oder waren 30 Jahre lang im Dienst. Apropos Leno: Als er bei NBC von 23 auf 22 Uhr den Sendeplatz wechselte, verlor er mit der gleichen Sendung massiv an Publikum.
Das müssten eigentlich auch die Sendeverantwortlichen wissen.
Ich traute meinen Augen nicht, als Sat 1 Schmidt zurückholte. Zumal er den Sender ja als Unterschichtenfernsehen bezeichnet hatte. Da braucht es schon eine gehörige Portion Unverfrorenheit, zurückzukehren und nochmals im grossen Stil abzukassieren. Aber bei Sat 1 wollte man offenbar einfach einen grossen Namen. Das war ein Fehler, früher punktete man dort mit Eigenproduktionen, in den letzten Jahren versuchte man es mit grossen, teuren Namen. Doch Kerner, Pocher, Schmidt scheiterten allesamt. Late Night ist schwer, da muss man alles geben, auch gegenüber dem Sender. Schmidt zelebrierte aber schon bei der ARD seine Unlust, er sagte ja: «Ich arbeite auf die Untergrenze von einer Million Zuschauer hin.» Heute wäre er überglücklich, wenn er auf die Hälfte käme. Schmidt ist der übelste Zyniker, den ich jemals getroffen habe. Ich erinnere mich an einen Satz, den er zu mir sagte: «Weisst Du Roger, der schönste Moment war, als ich alle meine Leute entlassen konnte.» Dann ist er also sehr bald wieder sehr froh.
Gottschalks Quote ist auch im Keller. Haben die alten Talker ausgedient? Steht ein Generationenwechsel bevor?
Gottschalk und Schmidt haben beide eine geniale Seite, aber sie überschätzen sich und gehen deshalb Risiken ein, die man nicht eingehen darf – schon gar nicht in Deutschland, wo das Erfolgsrezept Durchschnittlichkeit heisst, was ja Angela Merkel oder Günther Jauch so schön vorexerzieren. Was andere Moderatoren angeht: Paradoxerweise gibts ausgerechnet beim Rentnersender ZDF Konkurrenz; die «heute-show» mit Oliver Welke, die ist sehr politisch, sehr rüde, aber perfekt gemacht – und die Quote steigt.
Sie kennen Harald Schmidt persönlich. Wie nimmt er die Absetzung seiner Show auf?
Ich glaube, der hat das einkalkuliert. Und sich wahrscheinlich gewundert, wie lange man noch zuschaut. Interessanterweise hat er ja noch öffentlich Gottschalk abgeschrieben wegen dessen schlechten Quoten. Jetzt hats ihn noch vor ihm getroffen. Das wird weh tun. Denn da ist durchaus Ehrgeiz vorhanden, wer besser ist. Und vor allem: Wer mehr Geld macht. Die sind ziemlich geldgeil.Wobei sowieso Jauch in allen Disziplinen die Nase vorne hat.
Was passiert mit Schmidt jetzt?
Als Schmidt 2003 aufhörte, meinte man, Goethe und Schiller seien gleichzeitig gestorben, sogar eine Demo in München gab es. Ich habe beinahe auch daran teilgenommen, obwohl ich ja der Schuldige an seinem Abgang sein sollte. Heute werden die Nachrufe weniger euphorisch ausfallen. Er sagte ja, er mache Late Night bis an sein Lebensende. Dumm gelaufen. Ich wüsste nicht, wo der noch hin kann – oder wer ihm noch eine Sendung gibt.