Samstag, 27. August 2011

 Doris Leuthard und der verbale Ausrutscher



Wenn Politiker mit unbedachten Worten provozieren, so hat dies nicht immer Folgen.

Doch könnte Leuthards fahrlässige Wortwahl (die ihr angeblich nur herausgerutscht ist)   doch noch schaden.

Ich zitiere TAGI:


Doris Leuthard beleidigte die deutschen Fluglärmgegner als «Taliban» – und krebste dann wieder zurück. Über eine wankelmütige Schweizer Bundesrätin, die international in die Knie gehen musste.

Nicht vom gleichen politischen Format: Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück und die Schweizer Verkehrsministerin Doris Leuthard.

Nicht vom gleichen politischen Format: Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück und die Schweizer Verkehrsministerin Doris Leuthard.
Bild: Keystone



Man muss sich fragen, ob die «Taliban» der Verkehrsministerin nicht dem Land Schaden zugefügt haben: Tagesanzeiger.ch/Newsnetz-Bundeshausreporter Hubert Mooser.


Es kommt nicht alle Tage vor, dass die Worte einer Schweizer Politikerin oder eines Schweizer Politikers im nördlichen Nachbarland Wellen werfen. Diese Woche war es wieder so weit: Bei einer Podiumsdiskussion in Zürich, an der auch CDU-Fraktionschef Volker Kauder teilnahm, liess die Schweizer Verkehrsministerin Doris Leuthard unvermittelt den Spruch fallen, Kauder solle die Taliban in Deutschland, welche den Flughafen Zürich-Kloten torpedierten, in die Schranken weisen.


Natürlich schoss die CVP-Bundesrätin weit übers Ziel hinaus, als sie die Fluglärmgegner in Deutschland mit dem früheren Steinzeit-Regime in Kabul gleichsetzte. Fakt ist: Zürich-Kloten ist ein Schweizer Flughafen. Wir fliegen seit Jahrzehnten über die Köpfe der Süddeutschen hinweg. Und wir sind auch nie auf ihre Einwände gegen den Flugbetrieb eingegangen. Würden wir im ungekehrten Fall nicht gleich reagieren, wie dies heute die Bewohner Süddeutschlands tun?


Späte Rache für Steinbrücks Peitsche?


Leuthard hatte aber auch gar nicht die Absicht, die Fluglärmgegner zu beleidigen, sie wollte in erster Linie bei ihrem Fussvolk in Zürich punkten. Dass sie mit dem Taliban-Vergleich in Deutschland und in der Schweiz für solche Aufregung sorgte, dürfte sie selber überrascht haben. Am meisten deshalb, weil ihr jene rechtsnationalen Kreise applaudierten, die seit den Attacken des früheren deutschen SP-Finanzministers Peer Steinbrück forderten, die Schweiz müsse nun endlich scharf zurückschiessen.
Nur ging es bei Steinbrück um Steuerbetrüger, welchen die Schweiz als Fluchtburg offenstand. Im Fluglärmstreit geht es dagegen um berechtigte Anliegen von Anwohnern gegen Fluglärm.


Leuthard hätte eigentlich wissen müssen, dass, wenn sich eine Bundesrätin so weit zum Fenster hinauslehnt, die ganze Geschichte sofort eine staatspolitische Dimension bekommt. Man muss sich darum heute fragen, ob die «Taliban» der Verkehrsministerin nicht dem Land Schaden zugefügt haben. 


Von der Ministerin zur Indianerin



Der Spruch bringt Leuthard jedenfalls im Fluglärmstreit keinen Zentimeter weiter. Die Fronten dürften sich stattdessen noch verhärten. Die deutschen Fluglärmgegner dürften jetzt erst recht darauf drängen, die Anflüge über ihr Territorium von 100'000 auf 80'000 zu begrenzen. Darunter wird der Flugbetrieb in Zürich leiden. Dass sich Leuthard für ihren Spruch dann auch noch öffentlich entschuldigte, entschuldigen musste, macht die Geschichte eigentlich bloss noch schlimmer. Zuerst grosse Sprüche klopfen und dann zurückkrebsen – so verhält sich keine Ministerin, die in einem schwierigen Dossier Selbstbewusstsein und Standfestigkeit signalisieren will.
So verhält sich eine «verängstigte Indianerin», um es in Steinbrücks Sprache auszudrücken. Der frühere Finanzminister musste sich für seine deftigen Sprüche nie entschuldigen. Egal, wie gross die Aufregung in der Schweiz war. Egal, wie deplatziert seine Vergleiche waren. Das kann man auch politisches Format nennen. Dieses politische Format hat Doris Leuthard leider nicht. Das hat sie in den letzen Tagen eindrücklich bewiesen.



Ende Zitat


Kommentar:

 Volkswirtschaftsdirektor Ruedi Jeker hatte bereits im Flughafenstreit den Deutschen vorgeworfen: "Ihr sitzt auf dem gedeckten Tisch, seid aber nicht bereit, wenns ums Aufräumen geht!"


 Hans Wehrle, Zürcher Schulvorsteher bezeichnete einmal öffentlich zehn Prozent der Lehrer als "faule Eier". Er wurde abgewählt. 


Provokateur Delamuraz, der nach dem Annahme der Alpeninitiative von einem Volksverdikt im "Ayatolla- Stil" gesprochen hatte oder Stadtpräsident Ledergerber, der dem VCS bei den Einsprachen beim Hardturmprojekt von "Oekoterror" sprach, kamen  alle glimpflich davon.


Bei Politikern genügt oft nur ein Wort, um die Finger zu verbrennen. Geissler , der nach seinem Schlichtungsvorschlag provokativ fragte: "Wollt ihr den totalen Krieg?", löste eine Welle der Empörung aus und beschädigte seinen guten Ruf.

Wenngleich Provokationen als Taktik etwas auslösen können, rate ich Führungskräften immer ab, auf unbedachte Worte zu verzichten. Die Geister, die man rief, sind in der Regel nachher schwer kontrollierbar.

Frau Leuthard - falls sie den Patzer unbeschadet übersteht - wird wohl künftig nie mehr so unbedacht reden, dass sie nach dem Ausrutscher zurückkrebsen muss.

Freitag, 26. August 2011

Unwetterwarnung für heute Nacht


Stürme und Gewitter angekündigt. Ich bleibe zu Hause



Eine Kaltfront mit Gewittern treibt heute den Hochsommer aus. (8989 / Leserreporter)
Eine Kaltfront mit Gewittern treibt heute den Hochsommer aus. (BLICK Leserreporter)


Kommentar: Die rechtzeitige Warnung ist auf die zahlreichen verpassten Warnungen zurückzuführen. Falls die Stürme und Unwetter gnädiger ausfallen als angekündigt, muss die Behörde nicht mit nachträglichen Vorwürfen rechnen.
Nachtrag : Die Bevölkerung stellte am Samstag fest, dass es zu keinen eigentlichen Unwettern kam. Damit besteht die Gefahr, dass die nächsten Warnung von der Bevölkerung in den Wind geschlagen wird - nach dem Grundsatz: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er die Wahrheit spricht."Das Informationsdilemma: Wird nicht rechtzeitig gewarnt, gibt es nachher harsche Vorwürfe. Ist man aber bei Warnungen zu vorsichtig, wird man langfristig unglaubwürdig. Einmal mehr zeigt sich auch an diesem Beispiel: Wer informiert macht immer ein Gratwanderung. Es gilt die Balance zu finden.




Zum ersten Mal hat der Bund heute eine Warnung vor Naturgefahren herausgegeben. In mehreren Landesteilen muss mit heftigen Stürmen gerechnet werden. Blumentöpfe sollten reingeholt werden. 
Heftige Winde fegen über die Schweiz: Sturm in Luzern. (Archivbild)

Donnerstag, 25. August 2011

Porträt Roger Schawinski im Studio

«Schawinski» - die neue Talk-Sendung des Schweizer Fernsehens

Quelle SF

Jeden Montag um 22.55 Uhr lädt Roger Schawinski  führende Exponenten aus Politik und Wirtschaft zu einem engagierten, kontroversen und  fundierten Gespräch.  Mit «Schawinski» wartet auf das Fernsehpublikum ein energiegeladener Polit-Talk auf Augenhöhe.
Bleibt Schawinski Schawinski ?


Zur ersten Sendung:

«Schawinski» vom 22.08.2011


Porträt des Privatbankiers Konrad Hummler

Konrad Hummler, Privatbankier und Präsident der NZZ


Roger Schawinski im Gespräch mit Konrad Hummler, dem wichtigsten Privatbankier der Schweiz

In der ersten Sendung diskutiert Roger Schawinski mit Konrad Hummler, dem geschäftsführenden Teilhaber der Privatbank Wegelin & Co. und Verwaltungsratspräsidenten der NZZ.



Moderation


Roger Schawinki 1974 beim «Kassensturz»
Roger Schawinski 1974 beim «Kassensturz»
Roger Schawinski, geboren 1945 in Zürich, studierte an der Universität St. Gallen (HSG) Wirtschaftswissenschaften und promovierte in Nationalökonomie. 1974 war er Mitbegründer und Moderator des Konsumentenmagazins «Kassensturz», einer der erfolgreichsten Informationssendungen des Schweizer Fernsehens. 1979 gründete er das erste Schweizer Privatradio «Radio 24», das 1983 konzessioniert wurde; 1994 folgte mit «TeleZüri» der erste private Lokalfernsehsender der Schweiz. Mit der Sendung «Talk täglich» etablierte sich Roger Schawinski als hartnäckiger, auch polarisierender Talker.


1998 schliesslich gründete er mit «Tele24» den ersten landesweiten Privatfernsehsender der Schweiz und wurde im gleichen Jahr mit dem prestigeträchtigen Gottlieb-Duttweiler-Preis als Radio- und Fernsehpionier geehrt. Ende 2003 bis Ende 2006 führte Roger Schawinski mit grossem Erfolg als Geschäftsführer den deutschen Privatsender Sat 1. Ende 2006 kehrte er nach Zürich zurück, wo er gleich sein nächstes Projekt in Angriff nahm: die Gründung von «Radio 1», das am 17. März 2008 erstmals auf Sendung ging. Roger Schawinski ist daneben als Kolumnist tätig und Autor mehrerer Bücher mehrheitlich zu Medienthemen. Für den wöchentlichen Talk «Schawinski» kehrt der vielseitige Medienunternehmer nach 34 Jahren nun zurück zum Schweizer Fernsehen. 




Inhalt

Sendungsporträt


Porträt Roger Schawinski

«Meine Gäste sollen sich wohlfühlen - aber nicht zu sehr.»

Roger Schawinski diskutiert jede Woche mit hochkarätigen und aktuell bedeutsamen Exponenten aus Politik und Wirtschaft. Auf das Fernsehpublikum warten engagierte, brisante und temporeiche Gespräche zum Zeitgeschehen. Dabei geht es nicht nur um Fakten, sondern auch um Menschen. Was für ein Mensch ist die interviewte Politikerin, der geladene Wirtschaftsführer? Was treibt sie an? Bei «Schawinski» wird kontrovers, aber auf Augenhöhe diskutiert. Mit dem brisanten Talk ergänzt SF 1 ab dem 22. August sein Programm am Montagabend um eine kurzweilige, journalistisch intensiv geführte Sendung.



Roger Schawinski

Moderator und Journalist:

«Ich habe eine unglaubliche Lust, wieder eine TV-Talksendung zu machen. Dass dies auf der grossen Bühne von SRF der Fall ist, empfand ich selbst sowohl überraschend als auch reizvoll. So viele Jahre nach dem Start des ‘Kassensturz‘ ist dies doch eine wunderbare Fernsehgeschichte».


Ende Zitat

 


KOMMENTAR ZUR ERSTEN SENDUNG:


Zur Premiere Schawinski:

Schawinski bleibt Schawinski




 Zahlreiche Analytiker werden sich vor der neuen Sendung Sendung gefragt haben:


Wie interviewt der erfahrene Talker beim Schweizer Fernsehen? Hakt er mit seinen Fragen gleich hart nach, wie früher bei Tele24/Tele Züri?


Roger Schawinski war für mich immer  - auch bei Radio1 - auf vier Ebenen sehr stark:



1. Er ist  Generalist,  bereitet sich meist inhaltlich gut vor und hat ein gutes Allgemeinwissen.


2. Er ist ein Schnelldenker, unterbricht oft und hat die Tendenz, jedes Gespräch zu beschleunigen.


3. Er ist sehr direkt, spricht Klartext, redet nicht um den Brei herum d.h.  Er will  Sachverhalte auf den Punkt bringen.
Wer ausweicht, quasselt und Aussagen einschäumt, hat bei ihm einen schweren Stand.


4. Er provoziert das Gegenüber, indem er bewusst Gegenthesen einnimmt. Er testet damit den Gast, ob seine Argumente wasserdicht sind.



Der Auftakt mit Privatbanker Konrad Hummler  wurde von Experten und von den Medien (Journalisten) mit grossem Interesse verfolgt. Für mich war es eine typische Schawinski-Show. Der Interviewer zog die üblichen typischen Register. Schawinski blieb Schawinski.



Die Wahl des Gesprächspartner wählte Schawi sicherlich für die erste Sendung gezielt aus, d.h. bei der Pilotsendung wollte er bewusst  keinen Promi. Dafür aber als Gast einen Banker mit Einfluss,  der sehr  gut in die aktuelle politische Themenlandschaft passt.



Was zur ersten Sendung gesagt werden darf:


Hummler konnte sich während des Interviews nicht zurücklehnen. Doch liess er sich von provozierenden Fragen und Gegenthesen offensichtlich  nicht irritieren.
Ich hatte das Gefühl, dass Roger Schawinski  etwas von seinem Vorbild Frank Plasberg von "Hart, aber fair" zeigen wollte. Der Talker wirkte für mich jedenfalls trotz der Nervosität recht souverän. Immer  "hart in der Sache" aber doch etwas dialogischer mit dem Gegenüber (gemäss dem Harvard Prinzip). Möglich, dass es auch an Hummler lag, der bei der Wahrheitsfindung mitmachte und fähig war, das was er denkt, konkret auf den Punkt zu bringen. Leider wurde er  zu oft unterbrochen.


Dem knallharten Schawinski können eigentlich nur  Gesprächsverweigerer, Flüchter,  Besserwisser irritieren oder Frauen mit einer Charmeoffensive. Hummler hatte wahrscheinlich für Schawinski ein ideales Profil, weil er sich nicht rhetorisch durchzumogeln versuchte.


Hummler punktete - aus meiner Sicht - dank seiner Ruhe und seines Humors. Immer wieder gelang es dem Interviewten, die spürbare Hektik und Nervosität des Fragers zu dämpfen. Das wirkte wohltuend.



Die grosse Beachtung der ersten Sendung hat viel mit dem Selbstwertgefühl des  erfahrenen  Profi -Interviewers zu tun. Schawinski glaubt immer an sich! Wenn er talkt, benimmt er sich wie ein Fisch im Wasser. Mitunter wird ihm zwar vorgeworfen, er halte sich für den Grössten. Doch in diesem Geschäft darf ein Talker ein starkes Selbstbewusst sein haben.

Fazit:

Das Format am runden Tisch überzeugte. Schawinskis W im Schriftzug entspricht übrigens dem Powerknopf der Fernbedienung. Wenn nun künftig das Publikum zur späten Stunde am Bildschirm verweilen soll, ist Power unbedingt notwendig. Aber nicht in dieser Art und Weise des Fragens. Bei der zu hohen Kadenz der Fragekaskade, besteht vor allem die Gefahr eines Ueberangebotes von Themen. In diesem Fall kam es zu einer Ueberfülle von Fachbereichen wie: Finanzkrise, Börsenkurs, Schulden, Aktien, Anlagetipps usw. Die Vertiefung einer Kernfrage (starker Franken) ist bei dieser Themenschwemme ausgeschlossen. Weniger ist bekanntlich immer mehr.
Ich habe diese Sendung im Ausland mitverfolgt und dort meine Notizen gemacht. Alle Medienexperten werden nachträglich die erste Sendung be- oder verurteilen. Ich vertrete auch bei diesem neuen Medienevent die Meinung, die ich nach dem ersten Auftritt von Christine Maier im 10 vor 10 schon einmal publiziert hatte: Journalisten hätten im Grunde genommen das gleiche Recht wie Politiker. Bevor wir Ihnen endgültige Noten verteilen, müssten wir sie zuerst  einmal   in Ruhe 100 Tage lang den Job machen lassen. Dann hingegen ist die Schonzeit vorbei.
 

Montag, 22. August 2011

Zur zweiten Auflage des   Buches von Paolo Knill:



Lösungskunst von Herbert Eberhart und Paolo Knill

Beratung, Therapie, Coaching kommen nicht ohne Sprache aus. Was ausschließlich sprachlich vermittelt wird, hat jedoch die Tendenz, Prozesshaftes, Sinnlich-Vitales und Komplexes zu reduzieren, zu verallgemeinern und festzuschreiben. Dies trifft auf künstlerisches Tun nicht zu – auch wenn es mit einfachsten Mitteln ausgeübt wird.
Das Autorenduo Herbert Eberhart und Paolo Knill hat über Jahrzehnte in Praxis und Ausbildung Erfahrungen mit dem Ineinandergreifen von Sprache und künstlerischem Tun gesammelt. Entstanden ist ein Arbeitsansatz auf systemtheoretischer Grundlage, der künstlerisches Tun als Dezentrierung vom Belastenden und Defizitären verbindet mit einer ressourcenorientierten Sprache und Haltung. Damit wird der Erkenntnis Rechnung getragen, dass produktive Neuausrichtung ein Zurücktreten und Loslassen voraussetzt.
Detaillierte Praxisbeispiele zeigen die Vielfalt konkreter Vorgehensweisen in verschiedenen Settings. Damit verbunden ist eine theoretische Aufarbeitung des Einsatzes von Sprache, Kunst und Spiel sowie die Darstellung der erkenntnistheoretischen und methodologischen Wurzeln. Es werden die Grenzen der Anwendbarkeit diskutiert wie auch die Frage der Vermittlung der notwendigen professionellen Kompetenzen.
»Damit ist das Buch gleichermaßen für Lehrende wie Lernende und für Theoretiker wie für Praktiker eine wertvolle Quelle zur weiteren Entwicklung und deren Reflexion« (Jürgen Kriz).
1.Auflage 2009 / 2. ergänzte Auflage 2010, 272 Seiten, SFr 46.70, € 27.90

Sonntag, 21. August 2011

Dominoeffekt: Auto abfackeln


In Deutschland  grassiert ein unheimliches "Hobby":  Das "Auto abfackeln".
Nun scheint die Seuche auch auf die  Schweiz über zu greifen. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Die Taten können nicht nur auf Wut, Frustriertheit oder Unzufriedenheit zurückgeführt werden.
Es scheint auch keine politische Motivation zu geben. Viele Vandalenakte werden heute aus Langeweile, Orientierungslosigkeit und Luxusverwahrlosung begangen.


Ich zitiere Blick:



Ein Feuerteufel hält Biel in Atem: In der vergangenen Nacht sind auf den Strassen Biels gegen 20 Fahrzeuge in Flammen aufgegangen.




Uebrigens: Schon zum vierten Mal!




Kommentar: Weil im linksalternativen Stadtteil von Berlin die Beamten nicht mehr Herr der Unkultur der Zerstörung werden, nutzen nun die bürgerlichen Parteien diesen Mangel für ihrenWahlkampf aus (brennende Autos auf Wahlplakaten).
Klaus Wowereit (SPD) wird Untätigkeit vorgeworfen.
Wenn es ihm nicht gelingt, das "Abfackeln - vor allem von teuren Autos - als Sport zu stoppen, werden jene Parteien profitieren, welche die Sicherheit der Bürger auf die Fahne geschrieben haben. Als vor Wochen ein Brandstifter verurteilt wurde und nur mit einer Bewährungsstrafe davon kam, wurde der Oeffentlichkeit bewusst, dass etwas nicht stimmen kann. Für die Bevölkerung ist jede Gewalt - ob gegen Menschen oder gegen Sachen - asozial. Wer mehr Geld für die Polizei, schnellerer Verfahren und härte Strafen fordert hat heute Rückenwind.
Niemand will Banlieu- Verhältnisse? 





 Au 20 Min: Leserfotos aus Biel

Freitag, 19. August 2011

Zur Vertiefung der Erkenntisse für alle Teilnehmer:


UEBERZEUGEN DURCH.....

Sie ueberzeugen, wenn Sie

* sich natürlich, situationsgerecht verhalten (kein Theater spielen)
* überlegen vor dem Sprechen (denken, dann sprechen!)
* Gefühle nicht ausklammern
* nicht an die Mimik und Gestik denken
* sich verständlich ausdrücken
* eine EINFACHE SPRACHE wählen
* EINEN KERNGEDANKEN (EIN ARGUMENT, EINE ANTWORT) mit einem BILD, einer ERZAEHLUNG, einer GESCHICHTE koppeln 

Sie werden abgelehnt, wenn Sie

* sich künstlich und affektiert verhalten
* während des Sprechens an sich denken
* die Emotionen kontrollieren
* Theater spielen
* eine Spachebene wählen, die nicht zur Situation passt
* zu lange reden oder zu kompliziert, zu abstrakt und zu vage formulieren
* zu perfekt sind



Sie überzeugen vor allem durch Ihre Person. Erst in zweiter Linie interessiert sich das Publikum oder Ihr Gegenüber für den Inhalt. Dies klingt zwar hart, trifft aber zu.
Ein Redner, der sich nicht "verkaufen" kann, besser: Der nicht zu sich steht (Schwächen und Stärken), der nicht "im Lot ist", der überzeugt nicht, selbst dann, wenn er die besten Argumente auf seiner Seite hat.
Oder umgekehrt: Jemand, der beim Publikum ankommt, kann sich sogar erlauben, einmal etwas schwächere Argumente vorzubringen. Weil man die Person sympathisch findet, fällt es schwerer, sich der Argumentation zu verschliessen.



Nachlese :
Mit guten Gefühle werden Sie an das gemeinsame TUN  zurück denken. Es wird Ihnen nach dem Coaching bewusst geworden sein, dass man nur durch das TUN - durch eigenen Erleben - effizient lernt. Es trifft zu:



Ich kann andere nur überzeugen, wenn ich selbst von meiner Aussage überzeugt bin.

Er ist erstaunlich, wie viel verziehen wird, wenn man die eigene Ueberzeugung - das Feux sacré - spürt. Mein Wunsch für den Alltag: Dran- bleiben und sich weiterhin Spiegel als Lernhelfer zu Nutze machen. Es gibt Hofnarren, denen ich vertrauen kann. Bestimmen Sie Ihre Hofnärrin oder Ihren Hofnarren. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, gilt es nun: TUN - TUN - TUN (lernen Sie weiterhin praxis- und prozessorientiert )



LINKS:

Mit Spiegeln die kommunikative Kompetenz verbessern

Jean-Paul Sartre hat diese Thematik im Theaterstück 'Bei verschlossenen Türen' aufgegriffen: Ein Raum ohne Spiegel. Der eine sieht sich nur im Andern - in ... www.rhetorik.ch/Spiegel/Spiegel.html - Cached - Similar

  1. Erfolg dank Überzeugen

    24. März 2007 ... Der ganz Unrecht hat, ist leichter zu überzeugen als einer, der zur Hälfte Recht hat. -- Ralph Waldo Emerson Der Glaube kann uns niemals von ... www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Erfolg.html - Cached - Similar
  2. Mit Argumenten überzeugen

    Kommunikation, Gespraech, Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Argumente.html - Cached - Similar
  3. Überzeugend antworten

    Kommunikation, Gespraech, Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Ueberzeugen.html - Cached - Similar


  1. Natuerliche Kommunikation

    Kommunikation, Training, Natuerlichkeit Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Natuerlich/Natuerlich.html - Cached - Similar
  2. [PDF]

    IST NATÜRLICHES KOMMUNIZIEREN LERNBAR?

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML 22. Juni 2005 ... Willkommen im Simulator: Natürlich kommunizieren? Eigentlich eine Selbstverständlichkeit ... ernst ist – alles andere als natürlich ist. Die ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/06_22/06_2005_black.pdf - Similar

Results 1 - 10 of about 165 from www.rhetorik.ch for Balance. (0.18 seconds)
  1. Die Balance finden

    balance artikel. Ausführlicher Artikel · Kurzgefasster Artikel · Rhetorik.ch, 1998-2007 © K-K , Weblinks sind erwünscht. Bei Weiterverwendung ist Autoren- ... www.rhetorik.ch/Balance/Balance.html - Cached - Similar
  2. Die Balance finden

    Wir müssen die situationsgerechten Balance finden im Spannungsfeld: Ich- Bezogenheit und Integrationsfähigkeit.d.h. Beides darf nicht vernachlässigt werden. ... www.rhetorik.ch/Balance/Lang.html -Cached - Similar
    Viel ERFOLG im Alltag! Nach ca.
    8 Wochen interessiert mich
    die Nachchhaltigkeit
    des individuellen Coachings. 

Die Konjunktivrhetorik der Bundesräte



Das vage unverbindlich Reden in der Möglichkeitsform kennen wir vor allem bei Bundesräten, insbesondere bei Micheline Calmy-Rey.



Ich zitiere die Basler Zeitung:


Rücktrittsgerüchte sind die treusten Begleiter der Bundesräte – aktuell etwa von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey. Diese spielt aber, wie ihre Vorgänger, das Spiel der Medien nicht mit.
Gute Miene zum spekulativen Spiel: Micheline Calmy-Rey zu Besuch in Siders. (17. August 2011)
Gute Miene zum spekulativen Spiel: Micheline Calmy-Rey zu Besuch in Siders. (17. August 2011)
Bild: Keystone


 
Sie könnte, sie dürfte, sie müsste – der Konjunktiv ist schon seit Wochen und Monaten ein Genosse, der SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey eng begleitet. Die Aussenministerin «dürfte ihren Rücktritt per 31. Dezember ankündigen», spekuliert bereits im Juni eine Zeitung. Dieses Vorgehen «würde zu einem veritablen Abschiedsgeschenk an ihre Partei», so das Blatt – die Sozialdemokraten könnten damit bis zu den eidgenössischen Wahlen vom Oktober von erhöhter medialer Aufmerksamkeit profitieren.
Im Juli erklärt SP-Präsident Christian Levrat, er sehe für die Magistratin zwei Optionen: Rücktritt jetzt oder Weitermachen bis 2013/2014. Viele Medien stellen darauf, ermuntert von der vagen Aussage des Parteivorsitzenden, weitere kühne Prognosen an. Kioskplakate vermelden «Spekulationen um Calmy-Reys Rücktritt». Als «nächstmöglicher Termin», behauptet ein Medium, «rückt der 17. August in den Fokus». Worauf ein anderes widerspricht: «Alle Indizien deuten auf dieses Szenario: Calmy-Rey entscheidet erst nach dem 23. Oktober.»


Eine Ausnahme bestätigt die Regel


Nervosität greift um sich in den Redaktionen: «Die Gerüchte um einen Rücktritt schwellen nicht ab», lautet der alarmistische Tenor, man porträtiert bereits fleissig potenzielle Nachfolger. Die sogenannten Kremologen, die zu Zeiten des Kalten Krieges aufgrund vagster Beobachtungen auf Befindlichkeiten und Absichten der sowjetischen Staatsmacht zu schliessen versuchten, sie scheinen heute anstelle des Kreml in Moskau das Bundeshaus in Bern im Visier zu haben.


Die Bundespräsidentin, deren Demission so heftig herbeigeschrieben wird, ist derweil fleissig bemüht, die Spekulanten an der Börse der Politik zu besänftigen. Die Frage eines Rücktritts stelle sich nicht, antwortete sie kürzlich barsch einer Fernsehreporterin, die es gewagt hatte, sie auf die Gerüchte anzusprechen. Einem anderen Medium diktierte Calmy-Rey: «Meine Zukunft ist es jetzt, meine Arbeit als Bundespräsidentin zu machen, und nicht, über die Zeit danach zu reden.» Der Konjunktiv des jederzeit möglichen Rücktritts – er ist seit jeher der treueste Begleiter der Bundesrätinnen und Bundesräte.


Die Ausnahme, welche diese Regel bestätigt, ist Fritz Honegger. Kaum war er am 7. Dezember 1977 in den Bundesrat gewählt, machte der freisinnige Zürcher eine überraschende Ankündigung: Er gedenke, exakt fünf Jahre in der Regierung zu bleiben. Honegger hielt sein Versprechen – und trat Ende 1982 zurück.



Spekulationen mit Methode


Bundesrat Pascal Couchepin hingegen war elf Jahre im Amt, als er im Mai 2009 gefragt wurde, ob er beim nächsten Urnengang im September noch Sozialminister sein werde. «Vielleicht», antwortete der Walliser, «ist es meine letzte Abstimmung, vielleicht die zweitletzte, vielleicht aber auch die letzte vor der zweitletzten.» Im Oktober 2009 gab Couchepin seinen Sessel frei. «Vorwärts in den Rücktritt», titelte 1995 das Nachrichtenmagazin «Facts»: Es zitierte einen Freisinnigen, der raunte, FDP-Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz habe sich «während der Sommerferien Gedanken über seinen Rücktritt gemacht».
Auch der Stuhl von SVP-Magistrat Adolf Ogi wackle, behauptete das Magazin: «Freunde des Verkehrsministers diagnostizieren seit Monaten Ermüdungserscheinungen. Deshalb wäre nicht nur ein spontaner Abgang denkbar. Seit Kurzem denken freisinnige Kreise laut über eine Abwahl nach.» Es sollte dann noch drei Jahre dauern, bis Delamuraz im März 1998 aus der Landesregierung ausschied. Ogi seinerseits blieb gar noch ein halbes Jahrzehnt im Amt: Erst am 18. Oktober 2000 kündigte er seinen Abschied von der Politik an. Sind Spekulationen über Bundesrats-Rücktritte oft unseriös, so haben sie doch Methode. «Tritt Moritz Leuenberger zurück?», argwöhnte der «Blick» 2008 aufgrund von «Indizien». Der SP-Verkehrsminister demissionierte am 31. Oktober vergangenen Jahres.
Spekuliert wird oft notgedrungen. Denn «eine der dümmsten Journalistenfragen», sagte BDP-Bundesrat Samuel Schmid 2008 nach seiner Demission, «ist jene nach dem Rücktrittszeitpunkt. Sie wissen genau, dass Ihnen nie die Wahrheit gesagt wird.»


Was ist die Wahrheit im Fall Calmy-Rey? Sie könnte ihren Rücktritt noch diesen Monat verkünden. Sie dürfte es. Vielleicht weiss es nur die Betroffene selbst. Vielleicht auch nicht. Wer weiss das schon? (Basler Zeitung)


LINK_


4. Apr. 2007 ... Es lohnt sich, diese Weichspüler gezielt zu eliminieren. Erstaunlich: Viele Redner benutzen "Flicklaute". Damit werden Denkpausen akustisch ...
www.rhetorik.ch

«Weichspüler» entdecken würden: Schen- ken Sie diesen Abschwächungen irgendwie ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Mögli- cherweise könnte ihnen dieser Tipp ...
www.rhetorik.ch