Sonntag, 13. Februar 2011

Micheline Calmy-Reys unglückliche Hand als Politikerin







30. Januar 11: Die Vorwürfe an die Führungsriege des jungen Staates Kosovo sind happig. Nicht nur der Marty-Bericht zum Organhandel-Skandal, auch die jüngst publik gewordenen Nato-Papiere stellen das Regime in Pristina an den Pranger. Trotzdem sieht Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey keinen Anlass, die bilateralen Beziehungen zum Kosovo infrage zu stellen, wie sie in einem Interview der «Zentralschweiz am Sonntag» darlegte. Im Gegenteil. Die Sozialdemokratin will gar einen Ausbau der Mittel prüfen. (Quelle 20 Min)
Blick 1.2.11




KRITIK AN MCR:




Die Aussenpolitische Kommission des Nationaltrats (APK) liess sich gestern gegen Abend von FDP-Ständerat und Europaratsermittler Dick Marty über den Untersuchungsbericht zum Organhandel im Kosovo infomieren. Laut Informationen von blick.ch hinterliess Marty in der APK wie zuletzt schon im Europarat einen überzeugenden Eindruck. Kein einziges Mitglied habe seine Erkenntnisse und Schlussfolgerungen in Frage gestellt, hiess es.

Die Kommission hat eine Motion verabschiedet, in der der Bundesrat aufgefordert wird, alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um die vom Europarat angestrebte juristische Klärung der Vorwürfe zu ermöglichen. Im Vordergrund steht, dass Eulex, die EU-Rechtsstaatlichkeitskommission für den Kosovo, eine Untersuchung einleitet. Marty erhob in seinem Schock-Bericht schwere Vorwürfe an Kosovos Regierungschef Hashim Thaci und weitere ehemalige Kommandanten der Befreiungsarmee UCK. Sie seien nach dem Kosovo-Krieg Ende der 90er Jahre unter anderem in illegalen Organhandel und die Ermordung von Gefangenen zwecks Organentnahme verwickelt gewesen. Marty bezeichnete Thaci und Konsorten als Köpfe einer mafiosen Vereinigung, die auch im Drogen- und Waffenhandel sowie der Prostitiution und weiteren Verbrechen tätig gewesen beziehungsweise noch immer tätig sei.

Scharfe Kritik an Calmy-Rey


So sehr Marty unterstützt wird, so sehr kritisieren Kommissionsmitglieder, dass sie 2008, als es die Schweiz den Kosovo anerkannte, nicht vom Bundesrat beziehungsweise Aussenministerin Micheline Calmy-Rey über die Vorwürfe gegen Hashim Thaci und weitere Top-Politiker Kosovos informiert wurden.

Denn mittlerweile ist klar, dass westliche Regierungen und Geheimdienste seit mindestens einem halben Dutzend Jahre über die ungeheuerlichen Vorwürfe im Bild waren. «Ich fühle mich hintergangen», sagt etwa FDP-Aussenpolitiker Walter Müller (SG). Der Bericht von Dick Marty sei für ihn «sehr plausibel», sagt Müller. Die Reaktions Thacis, der Marty mit Nazi-Verbrecher Josef Goebbels verglichen habe, spreche für sich: «Sie illustriert den geistigen Hintergrund solcher Leute. Wer sich so äussert, hat wohl kaum eine weisse Weste.»


Erneute KRITIK: Calmy Rey macht was sie will. 



Jedes Jahr aspirieren Hunderte von Nachwuchstalenten in den diplomatischen Dienst, ein halbes Dutzend schafft jeweils die letzte Hürde, die Empfehlung der Zulassungskommission des Aussendepartements (EDA). Doch seit Micheline Calmy-Rey Aussenministerin ist, bedeutet das Ja der Zulassungskommission nicht mehr aller Tage Abend: Calmy-Rey hat nun zum zweiten Mal innert weniger Jahre im Schnellverfahren und kraft ihres Amts den Entscheid der Kommission umgangen.
2006 hat sie sechs Männer des diplomatischen Nachwuchses ausgebootet, um geschlechtliche Parität herzustellen; kurz vor Weihnachten 2010 hat sie drei von der Kommission nicht berücksichtigte Frauen nach persönlichen Gesprächen für den Einführungskurs zugelassen.


«Das sind Quotenfrauen, die Wahl ist ein Handicap»


Calmy-Rey brüskiert damit nicht nur die Zulassungskommission, aus der 2006 vier Mitglieder aus Protest zurückgetreten sind. Sie löst auch bei Parlamentariern der Aussenpolitischen Kommission (APK) Kopfschütteln aus. Unverständnis äussert beispielsweise die Genfer FDP-Nationalrätin Martine Brunschwig Graf. Sie habe Mühe mit solchen willkürlichen, politischen Personalentscheiden.


Den Frauen erweise Calmy-Rey damit keinen Dienst, insbesondere nicht den von ihr zusätzlich ausgewählten: «Die Wahl ist für sie kein Vorteil, sondern in erster Linie ein Handicap. Sie sind Quotenfrauen.»
Natürlich werde das Vorgehen Calmy-Reys in der nächsten APK-Sitzung im März ein Thema sein, und wahrscheinlich auch in der Fragestunde zu Beginn der Frühlingssession. Doch sie wisse schon heute, wie Calmy-Rey auf die Fragen reagieren werde, sagt Brunschwig Graf: «Sie beruft sich auf das Gesetz und darauf, dass der endgültige Entscheid in ihrer Kompetenz liege.»
«Vorher überlegen»
Wenn schon, fügt Bunschwig Graf hinzu, müsste man mit der Frauenförderung weiter unten ansetzen und bei der Rekrutierung den Frauenanteil erhöhen. Doch den Eingriff in den Wettbewerb von höchster Stelle hält sie für problematisch. «Das ist keine Banalität, das ist gefährlich.»
Nicht einverstanden ist auch GLP-Nationalrätin Tiana Moser, ebenfalls Mitglied der Aussenpolitischen Kommission. Frauenförderung sei zwar ein berechtigtes Anliegen, doch Micheline Calmy-Rey müsse sich «vorher überlegen», wie sie die Vertretung der Frauen im diplomatischen Dienst verbessern könne. «Wenn die Spielregeln feststehen, muss man sich daran halten.»


«Calmy-Rey macht, was sie will»


Maximilian Reimann, SVP-Ständerat aus dem Kanton Aargau, kann Calmy-Reys Personalpolitik nicht nachvollziehen, wie er zu Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sagt: «Micheline Calmy-Rey stellt Feminismus über alles. Das geht nicht, vor allem nicht in der Aussenpolitik und bei so schwierigen Posten wie denjenigen eines Diplomaten.»
Reimann, der bis vor zwei Jahren Mitglied der Zulassungskommission für den diplomatischen Dienst war, sieht im Vorgehen der Bundesrätin auch einen Nachteil für die Bevorzugten selbst. «Sie werden im Dienst überfordert sein. Zudem müssen sie nach einem Jahr eine Prüfung ablegen, dann werden wir das Resultat sehen.» Weil Calmy-Rey dannzumal nicht mehr im Amt sein werde, zerbreche er sich jetzt nicht den Kopf über die Angelegenheit. «Eine Frage stellen, was nützt das? Calmy-Rey macht, was sie will. Aber ihr Nachfolger muss diese verfehlte Personalpolitik korrigieren und entweder die Zulassungskommission aushebeln, oder deren Entscheide respektieren.»


SP-Nationalrätin Christine Goll steht voll und ganz hinter ihrer Parteikollegin Calmy-Rey: «Solche Provokationen sind notwendig, damit sich etwas bewegt.» Sollte bei der Auswahl des diplomatischen Neumitglieder noch keine Geschlechterquote bestehen, wäre es höchste Zeit für eine solche, sagt Goll.




MCR rechtfertigt die guten Beziehungen mit dem Mubarak Clan:
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Die Schweiz müsse «mit allen Ländern wenn immer möglich gute Beziehungen» pflegen, sagt Micheline Calmy-Rey. (Bild: Keystone)

Samstag, 12. Februar 2011

Thomas Gottschalk stellt heute Abend die Weichen für die Zukunft

„Wetten, dass..?“ Verkündet Thomas Gottschalk heute seinen Abschied?

Ich zitiere BILD:

Thomas Gottschalk
„Wetten, dass...?“-Kandidat Samuel Koch
Bilder des tragischen Unfalls
Ist nach 24 Jahren Schluss? Heute will Thomas Gottschalk verkünden, ob er „Wetten, dass ..?“ aufgibt. Seine Gäste u.a.: Maria Furtwängler, Anna Loos, Naomi Campbell und Take That
Foto: dpa Picture-Alliance
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12.02.2011 - 00:15 UHR

Millionen Menschen wollen heute Abend bei „Wetten, dass ..?“ wissen, wie es nach dem schrecklichen Unfall von Samuel Koch (23) mit der Sendung und Thomas Gottschalk (60) weitergeht.


Vier Menschen wissen es schon: Über seine Zukunftspläne hat Thomas Gottschalk nur seine Ehefrau Thea, ZDF-Unterhaltungschef Manfred Teubner und Programmdirektor Thomas Bellut eingeweiht.
So viel ist jetzt schon klar: Seit dem Unfall von Samuel Koch, der sich in der Dezember-Sendung beim Sturz mit seinen Sprungstelzen lebensgefährlich verletzte, ist bei „Wetten, dass ..?“ nichts mehr so, wie es früher war.
Die übliche Pressekonferenz vor der Show wurde abgesagt. Programmdirektor Bellut schloss bereits aus, dass es in Zukunft riskante Wetten in der Show geben wird.


Erst letzte Woche durfte Samuel die Intensivstation verlassen. Mittwoch war der Student dann stabil genug, um Thomas Gottschalk zum ersten Mal in der Schweizer Reha-Klinik zu empfangen. 


Gottschalk sagte nach dem Besuch bei Samuel: „Samuel ist unglaublich tapfer. Er gibt die Hoffnung nicht auf und hat nur ein Ziel: Ich lauf hier raus! Ob er es erreicht, kann heute niemand sagen.”
Samuel kann seinen Kopf und die rechte Schulter bewegen, der Rest des Körpers ist gelähmt. Die Ärzte wagen keine Prognose.


In der Sendung wird Thomas Gottschalk heute Abend von seinem Besuch bei Samuel berichten. Und er wird die Frage beantworten, wie es für ihn selbst weitergeht

.
• Bleibt er Moderator von Europas größter Unterhaltungsshow, die er seit September 1987 insgesamt 144-mal moderierte?

• Oder kündigt er wegen der Unfall-Tragödie in seiner Show seinen Rücktritt an?


Thomas Gottschalk, dessen Vertrag mit dem ZDF eigentlich bis 2012 läuft, weicht vor der Sendung einer Antwort aus.


Er sagte nur: „Das ist eine Angelegenheit zwischen mir und dem Publikum, das mich über 24 Jahre durch viele Samstagabende begleitet hat. Heute Abend werde ich diesen Menschen sagen, wie ich mich entscheide. Und ich bin sicher, sie werden mich verstehen.”
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Wetten dass
„Wetten, dass..?“
Bilder aus der beliebten TV-Show
Foto: dpa
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Thomas Gottschalk
Thomas Gottschalk
Crazy Outfits
Foto: AP
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Take That, Roxette, Udo Lindenberg: Gottschalks „Wetten, dass..?“-Couch in Halle
Take That, Roxette & Co.
Die Stars auf Gottschalks „Wetten, dass..?“-Couch
Foto: EMI Music, Getty Images, Universal Music
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Thomas Gottschalk küsst Anastacia
Thomas Gottschalk
60 Jahre, viele Küsse
Foto: AP
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30 Jahre„Wetten, dass..?“

Am 14. Februar 1981 wurde „Wetten, dass ..?“ zum ersten Mal ausgestrahlt. BILD druckt die Bilanz zum 30. Geburtstag der Show.
30 Jahre„Wetten, dass..?“ Am 14. Februar 1981 wurde „Wetten, dass ..?“ zum ersten Mal ausgestrahlt. BILD druckt die Bilanz zum 30. Geburtstag der Show.30 Jahre„Wetten, dass..?“ • Insgesamt 884 Wetten wurden gespielt.
• 1030 Wettkandidaten traten auf.
• Iris Berben führt die Liste der Wettpaten an. Sie wettete 9-mal, gefolgt von Otto Waalkes (8-mal) und Boris Becker (7-mal)
• 757 Künstler traten auf. Den Rekord hält Peter Maffay (16-mal), gefolgt von Udo Jürgens (14-mal) und Herbert Grönemeyer (11-mal).
30 Jahre„Wetten, dass..?“ • Mit 23,42 Mio. Zuschauern hatte die Sendung am 9. Februar 1985 die höchste Quote.
• 192-mal wurde die Sendung ausgestrahlt. Thomas Gottschalk moderierte 144-mal, Frank Elstner 39-mal, Wolfgang Lippert 9-mal.
• Gottschalk überzog die Sendezeit 1996 einmal um 73 Minuten – Rekord!
• Elstner machte 1984 zwölf Minuten früher Schluss.
30 Jahre„Wetten, dass..?“ • Nach jeder Sendung kommen bis zu 1500 Wettvorschläge.
• Das Konzept der von Frank Elstner erfundenen Show wurde in 23 Länder verkauft – u. a. nach Australien und China.
• Unvergessen der Skandal: 50 Buntstifte wollte Bernd Fritz im September 1988 am Geschmack erkennen. Er schummelte, guckte unter der Brille hindurch – und gab es noch in der Sendung zu.


Gottschalk lässt die Katze aus dem Sack: Er hört nach 30 Jahren auf!






Thomas Gottschalk hört auf. Er werde zum Ende der «Wetten, dass...?»-Staffel im Sommer abtreten, sagte der 60-jährige Moderator in seiner heutigen Sendung im deutschen Halle. Er könne nach dem Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch im Dezember «nicht einfach weitermachen wie bisher», so Gottschalk. Auf der Sendung liege nun ein Schatten.
Trotzdem habe die Sendung ein solches Ende nicht verdient. Deswegen werde er sich «nicht sofort aus dem Staub machen», sondern sich erst zum Ende der jetzigen Staffel nach der Sommersendung auf Mallorca zurückzuziehen.
Gottschalk hatte sich gleich zu Anfang der Sendung aufs Sofa gesetzt und den Unfall Kochs angesprochen. «Ich hatte mich entschlossen, von diesem Sofa aus immer Spass zu verbreiten», so Gottschalk. «Doch beim letzten Mal ist mir das nicht gelungen.»



teaser image





Kommentar:

Aus meiner Sicht war der Rücktritt ein kluger Entscheid. Damit ist für mich Gottschalk glaubwürdig. Der Abgang zur richtigen Zeit - in Würde - ist 1000 Mal besser als ein verspäteter Abgang. Jetzt geht Gottschalk als einer der gössten Unterhalter in die Mediengeschichte ein. 


Swissness ist wieder Trumpf




Nach der Finanzkrise ist der Trend offensichtlich:
Alle besinnen sich auf die Werte der Schweiz. Die EU Euphorie, der Drang nach Oeffnung liess nach und macht derzeit einem neuen Wertkonservatismus Platz. Alle Parteien versuchen von dieser Welle profitieren zu wollen. Mit Ausnahme der SP. Sie unterstützt die Oeffnung und die ausländische Wohnbevölkerung in der Schweiz. Ob sich dieses Kontra-Verhalten an den Wahlen auszahlen wird?


Ich zitierte 20 min:


In ihren Wahlslogans überbieten sich die bürgerlichen Parteien mit Liebeserklärungen an die Schweiz. Aber die Rückbesinnung auf Schweizer Werte ist älter als die politischen Kampagnen.

storybild Die Schweizer Werte im Fokus bürgerlicher Parteien. (Bild: Keystone)

Werber haben die neue Swissness längst entdeckt. Mit seinem Ethno-Look landete Michel Jordi 1989 einen Coup. Die mit Edelweiss, Kühen und Wappen verzierte Produkte gingen damals weg wie warme Weggli. Inzwischen haben Heidi und der Bernhardiner Barry die Warenauslagen kolonisiert, und die Jugendlichen jubeln handörgelnden Rappern zu.
Swissness sells


«Swissness ist ein wichtiges Marketinginstrument für viele unserer Mitglieder», sagte Caroline de Buman vom Wirtschaftdachverband Economiesuisse gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Über alle Branchen hinweg sei die damit verbundene Qualität, die Präzision und das Know-how ein grosser Pluspunkt.


Eine einzelne Ursache für den Trend gibt es nicht. Roland Huber, Geschäftsführer des Markt- und Sozialforschungsinstituts Demoscope, sieht einen Ursprung der neuen Swissness in der Öko-Bewegung der 1980er Jahre. Plötzlich war gutes, gesundes Essen aus der Region gefragt.
Den Marketing-Abteilungen blieb dies nicht verborgen. Unter dem Label Naturaplan verkaufte Coop bald Bio-Produkte aus der Schweiz. Für die Migros musste Heidi herhalten. «Heidi ist eine Kombination aus Öko, Swissness und Gesundheit», sagte Huber. Selbst die deutschen Detailhandels-Riesen Aldi und Lidl schmücken sich heute mit «Suisse Garantie».

Auf die Befindlichkeit der Schweizerinnen und Schweizer drückt aber nicht nur die Sorge um die Umwelt. Die Studie «Psychologisches Klima der Schweiz» von Demoscope zeigt bis 2001 eine progressive, nach aussen offene Bevölkerung. Ab 2001, dem Jahr der Anschläge von New York, richtet sich der Blick wieder nach innen. 2009 dreht der Wind dann definitiv: Die Schweiz wird wieder konservativer.



Die Selbstzweifel waren verschwunden. «Nach der gut überstandenen Finanzkrise hat man gemerkt, dass man offensichtlich doch vieles richtig macht», sagte Huber. Seither beobachten die Meinungsforscher den Steigflug von Werten wie Bescheidenheit, Verwurzelung und Realismus. Aber auch Ängste spielen laut Huber eine Rolle. «Früher hatten junge Leute vor nichts Angst. Heute ist es erschreckend, wie viele Jugendliche von Ängsten geplagt werden.»


Angst und Stolz identifiziert auch Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern als prägende Einflüsse. Unter dem Eindruck der Terroranschläge von New York, der Banken- und Steuerdebatte und nicht zuletzt der protektionistischen Tendenzen innerhalb der EU habe sich die Schweiz zunehmend abgeschottet.


Begonnen hatte alles mit einem in den 1980er Jahren vom Bundesrat eingeleiteten Öffnungskurs. Im Zuge der Marktöffnung wurde die Marke Schweiz aktiv bewirtschaftet. Mit Erfolg: Schweizer Produkte genossen im Ausland einen ausgezeichneten Ruf. Die Schweiz blickte stolz auf ihre Unternehmen. Longchamps Untersuchungen zeigen, dass sich dieser Stolz auf die Leistungen der Schweiz in der Finanzkrise noch verstärkt hat.


Neue Politisierung


«Die soziokulturelle Grundlage war vorhanden, die Politisierung der Swissness ist aber erst 2010 entstanden», sagte er. Nach der Ausschaffungs-Initiative hätten die FDP und CVP zur Kenntnis nehmen müssen, dass viele ihrer Wähler in diesen Fragen SVP-Positionen vertreten. Den neuen Kurs der bürgerlichen Parteien bezeichnet Longchamp als «national-liberal».
Daraus haben die Politberater inzwischen «Aus Liebe zur Schweiz», «Meine Schweiz, meine Familie, unser Erfolg» oder «Schweizer wählen SVP» gedrechselt. Die SP verweigert sich als einzige Bundesratspartei dem Swissnes-Hype. Parteipräsident Christian Levrat sieht darin nichts als «plumpes Polit-Marketing».
Die Wählerinnen und Wähler gingen davon aus, dass alle Parteien nur das Beste für die Schweiz wollten, sagte er. «Sie erwarten konkrete Lösungen für konkrete Probleme und nicht Liebeserklärungen an die Schweiz». Auch im Wahlkampf vergisst die SP darum die gut 1,7 Millionen Ausländerinnen und Ausländer nicht. «Die ausländische Wohnbevölkerung ist Teil des Schweizer Erfolgs», sagte der SP-Chef.


Kommentar: Seit je besteht ein Spannungsfeld zwischen Föderalisten und Zentralisten. So auch in der Politik zwischen den Bewahrern und den Anpassern (Progressiven, Veränderern).
Persönlich vertrat ich bei solchen Fragen stets die Meinung, dass wir immer die Balance finden müssen zwischen zwei Polen (Gegensätzen). Dies gilt auch bei der Frage nach einer Oeffnung der Schweiz. Es gibt  nicht nur ein "Entweder - Oder". Die Kunst der Politisierens besteht darin, dass wir das Bewahren, was sich bewährt hat und flexibel bleiben bei Veränderungen. Veränderung ist kein Selbstzweck. Eine Veränderung müsste stets zu einer VERBESSERUNG führen. Dann müssen wir bedenken, dass extreme Bewegungen immer zu einer Gegenbewegung führen. Das sehen wir in der Erziehung, bei der Emanzipation der Frauen, beim Umweltschutz und so auch bei der Globalisierung.


Ende Zitat.

Kommentar:

Unglaublich - aber wahr:


Schwerer Missbrauchsfall mit über 100 behinderten Opfern

Berner Behörden ermitteln seit Monaten – Täter ist geständig

Ein 54-jähriger Sozialtherapeut aus dem Kanton Bern hat in den vergangenen drei Jahrzehnten in neun Heimen über 100 zumeist behinderte Opfer sexuell misshandelt. Laut der Berner Polizei ist sich der Mann seiner Verfehlungen bewusst.

 Ich zitiere die NZZ:
Im März des letzten Jahres erzählten zwei männliche Bewohner eines Behindertenheims im Kanton Aargau ihren Eltern von sexuellen Kontakten mit einem Betreuer. Die dadurch via Heimleitung und Polizei ausgelösten mehrmonatigen Ermittlungen förderten einen Missbrauchsfall zutage, der sowohl in Bezug auf die Zahl der Opfer als auch auf seine Schwere beispiellos ist: 114 Opfer haben die Berner Strafverfolgungsbehörden bisher identifizieren können, die von einem 54-jährigen, im Berner Oberland wohnhaften Sozialtherapeuten in den vergangenen 29 Jahren in mehreren Heimen in der Schweiz und Deutschland sexuell missbraucht worden sind.

Jüngstes Opfer war ein Baby

In acht weiteren Fällen ist es beim Versuch geblieben. Die meisten Opfer sind geistig und körperlich behindert, zum Teil so schwer, dass sie sich nicht verbal ausdrücken können. Der mutmassliche Täter bezeichnet sich nach Angaben der Kantonspolizei Bern als pädophil. Bei den Opfern handelt es sich vor allem um junge Männer, aber auch um Frauen und Kleinkinder: Das jüngste Opfer war zur Tatzeit ein Jahr alt. Der Beschuldigte sei geständig und sei sich seiner Verfehlungen bewusst, sagte Gabriele Berger, Chefin Spezialfahndung der Berner Kantonspolizei, vor den Medien. Wörtlich habe er gesagt, er sei «froh, dass es endlich bekannt geworden ist, weil das etwas ist, das mich schon das ganze Leben belastet». Die Opfer täten ihm leid, er habe der Versuchung aber oft eben nicht widerstehen können.
Es sei zwar nicht auszuschliessen, dass im Verlauf der Ermittlungen weitere Fälle zum Vorschein kämen, doch sei davon auszugehen, dass der grösste Teil der Opfer bekannt sei. Der Angeschuldigte, der von der Berner Kantonspolizei seit Juli des letzten Jahres in dieser Sache 50-mal befragt wurde und sich in Haft befindet, habe sich kooperativ gezeigt. Jedoch sind die meisten Fälle, die sich während einer Zeitspanne von 29 Jahren zugetragen haben sollen, bereits verjährt. Einige der Missbräuche erfolgten bereits vor der ersten Anstellung des mutmasslichen Täters im Jahre 1982. In insgesamt 33 Fällen ist eine strafrechtliche Verfolgung möglich.
Ende Zitat



Kommentar:

In Strukturen wie bei Kirche, Gefängniswärtern oder Heimen - überall dort, wo es Abhängigkeiten gibt, kann es leichter zu Uebergriffen kommen. Jedes Mal wenn solche Uebergriffe entdeckt werden, kommt der Berufsstand Betreuer auf die Anklagebank. Man fragt sich hernach: Wie ist so etwas überhaupt möglich? Das ist immer möglich, wenn der Betreuer  als Täter, der  im Verborgenen die Uebergriffe macht, sonst ein williger Kollege ist und sich nach Aussen nie etwas zu Schulde kommen lässt. Wenn er sich sogar zusätzlich einsetzt und sich für Sondereinsätze, den ungeliebten Nachtdienst meldet und im Heim eine liebenswürdige Art hat. Wo Vertrauensverhältnisse bestehen, können diese überall ausgenützt werden. Die Behinderten sind den Betreuern im Grunde genommen ausgeliefert. Kommt dazu, dass man Behinderten Aussagen nicht auf Anhieb Glauben schenkt. Man bezweifelt ihre Aussage als Phantasie. Es braucht bei ihnen zuerst ein Glaubwürdigkeitsgutachten und muss lernen, ihre Zeichen, ihr Verhalten oder ihre Sprache zu verstehen. Es gibt bislang kein Konzept, das einen hundertprozentigen Schutz vor Uebergriffen garantieren kann.

Was können wir dennoch tun?


Für Heime gibt es viele konkrete Massnahmen, damit solche gravierende Vorkommnisse - wie si im Kanton Bern vorgekommen sind, nicht mehr vorkommen.

1. Die Institutionen und Teams müssen wachsamer sein


2. Türen müssen stets offen bleiben

3. Bei subtilen Handlungen (mit körperlicher Nähe) sollten zwei Betreuer gemeinsam arbeiten

4. Es muss ein Berufsregister geführt werden

5. Bei fragwürdigen Vorkommnissen bedarf es einer Meldepflicht

6. In der Ausbildung muss die Problematik fundierter behandelt werden

Freitag, 11. Februar 2011

Kommunikation in schwierigen Situationen (Lehrer-Schüler)


Vorinformationen zum Seminar



Bei allen Krisensituationen ist es die Ueberraschung, die uns dazu verleitet, zu schnell und zu unbedacht zu reagieren.
Es geht um das Kommunikationsmanagement nach überraschenden Vorkommnissen zwischen Lehrkräften und Schülern. An unserem Seminar soll bewusst gemacht werden:


Ohne Flexibilität können Krisen nicht gemeistert werden.



  




  1. Flexibilität bei Kommunikationsprozessen:

    3. Juli 2008 ... Der Bewerber - welcher diese Frage zu Hause auf Anraten des Coach antizipiert hatte - antwortet: "Ich bin flexibel. ...
    www.rhetorik.ch/Flexibilitaet/Flexibilitaet.html - Cached - Similar


Das Wichtigste ist bei allen heiklen Situationen ist die Vorbereitung.
Es ist erstaunlich, was wir vorher schon antizipieren können.




Results 1 - 10 of about 112 from www.rhetorik.ch for vorbereitung. (0.10 seconds) 
  1. Vorbereitung unter Zeitdruck

    24. Juli 2009 ... Es gab nur wenig Zeit zur Vorbereitung. Unglücklicherweise drehte sich dann aber grössten Teil des Auftritts um seine Vergangenheit und die ...
    www.rhetorik.ch/Vorbereitung/Vorbereitung.html - Cached



Was bei allen heiklen Kommunikationssituationen wichtig ist, veranschaulicht uns bereits das Wortbild KRISE . Es sind Aspekte, die bei allen schwieirigen Kommunikationssituationen gelten:





(Bild: G. Altmann)


K  Klare, kurze, konkrete Aussagen 



R   "Richtig": Fakten korrekt weitergeben (Alles was Du sagst, muss wahr sein, aber du musst nicht immer alles sagen, was wahr ist). Sachverhalte beschreiben! Keine Interpretation!



I  Information: Was ist die wichtigste Botschaft?



S  Schnell - aber nicht zu schnell - reagieren (Zeitfenster schaffen, Situation klären, denken erst dann reden und handeln)



E  Einfache Sprache. Emotionen angemessen mit einbeziehen.



Drei Schwerpunkte werden wir am Seminar bewusst machen:



1.   Nur eine Persönlichkeit, die echt und natürlich spricht, überzeugt.



rhetorik.ch aktuell: Image schlägt Fakten

18. Okt. 2009 ... Sowohl die Person als auch die Präsentation beeinflussen den Inhalt wesentlich. Fakten werden durch die Person oder die Darstellung gefärbt. ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/10_18/index.html - Cached


2.   Bei Überraschungen antizyklisch handeln (Klären, stoppen, Denkzeit gewinnen, dann erst reden/ Taxifahrer fahren sie langsam, es eilt!)




Antizyklisches Verhalten

Antizyklisches Denken und Handeln lohnt sich bei vielen Kommunikationsprozessen im Alltag. Wenn es um Leben und Tod geht, beispielsweise im Operationssaal, ...
www.rhetorik.ch/Antizyklisch/Anti.html - Cached - Similar

3.   Situationsgerechtes Verhalten erwerben wir vor allem durch Training.




Model Release 358 Junge Mädchen Schwimmen unter Wasser
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 Schwimmen lernen wir bekanntlich auch nur im Wasser. Das verständliche Reden unter Druck und in einer ungewohnten Situation unter Stress können wir im Simulator briefen, bis uns die Ueberraschung nicht mehr irritiert. So wie es Piloten auch tun: Sie trainieren  ständig im Simulator, obschon sie fliegen können. Notsituation meistern sie, indem sie  Abläufe ritualisieren und automatisieren.



Auch in er Alltagskommunikation gibt es Werkzeuge und Checklisten, die uns vor unliebsamen Ueberraschungen bewahren.


Wir werden am Weiterbildungstag das Instrumentarium kennen lernen, das sich im Alltag bei heiklen Situationen bewährt hat.




Tiere müssen sich ebenfalls im Alltag mit schwierigen Situationen auseinander können.



In meinem virtuellen Buch  für Führungskräfte können Sie folgende Beiträge zur Vertiefung gelegentlich nachlesen:







Navigaton über das Inhaltverzeichnis






www.rhetorik.ch



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- Antworttechnik



Überzeugend antworten

Kommunikation, Gespraech, Auftritt, Reden, Weiterbildung.
www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Ueberzeugen.html - Cached - Similar



- Antizyklisches Verhalten

Antizyklisches Verhalten

Dieses antizyklische Verhalten scheint ein Zeitverlust zu sein. Doch wird der angebliche Zeitverlust letztlich zum Zeitgewinn. Das gegenteilige Verhalten ...
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- Beleidigungen parieren



Reagieren auf Beleidigungen

In der Regel reagiert jeder Mensch auf beleidigende Äusserungen mit einem Gegenangriff. Er rächt sich gleichsam. Dadurch verhärtet sich die ...
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- Beeinflussung, Manipulationen



  1. Beeinflussung-Manipulation-Propaganda

    5. Apr. 2000 ... Wer sich mit Manipulation auseinandersetzt, sollte sich auch mit den Beeinflussungstechniken vertraut machen.
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  2. Die Kraft der Einbildung

    Beeinflussung-Manipulation-Propaganda · Bild und Bildung. Einbildung (gr. phantasia) ist nicht nur eine Vorstellung im allgemeinen Sinne, sie kann jedoch ...
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- Doppeldeutigkeiten



Doppeldeutigkeiten

15. Juni 2003 ... Es lohnt sich deshalb, sich mit Doppeldeutigkeiten, Zweideutigkeiten oder Ambiguitäten in der Kommunikation eingehender auseinanderzusetzen. ...
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- Exekutionsrhetorik



Exekutionsrhetorik

27. Sept. 2003 ... Wortwahl aus der unteren Schublade in der Rhetorik.
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- Gegenfragen



- Rhetoische Torpedos



Rhetorische Torpedos

7. Febr. 2004 ... Jemand versucht, Ihnen zwischen Tür und Angel ein Gespräch aufzuzwingen. Jemand möchte Ihre Aussage bewusst und systematisch entwerten. ...
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- Hören



- Interview Fragetypen



- Kampfrhetorik



- Kontra Antworten



- Rhetorisches Judo



- Schlagfertigkeitstechniken



- Stress und Entspannung



- Streiten- aber wie?



- Toxische Kommunikation



- Unfaire Dialektik



- Unredliche Methoden




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 Lehrer müssten sich auch mit die Jugendsprache auseinandersetzen:



  1. knill blog: 18.11.2009

    18. Nov. 2009 ... Solche voreilige Schlüsse waren falsch, haben doch Erwachsene seit je Mühe mit der Jugendsprache. Es ist normal, dass sich Jugendliche von ...
    knill.blogspot.com/2009_11_18_archive.html - Cached
  2. knill blog

    28. Juni 2009 ... Jugendsprache (Quelle: HTML-Version der Datei http://www.zebis.ch/inhalte/unterricht/deutsch/rotkaeppchen_jugendsprache.doc. ...
    knill.blogspot.com/2009/.../verstehen-missverstehen-ausgangslage.html - Cached

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Eine raffinierte Rede: Schlitzohrige Hinhaltetaktik Mubaraks

Zuerst wird versprochen, die Anliegen des Volkes ernst zu nehmen und zu erfüllen. Dann die mit Spannung erwartete Rede Mubaraks, der jedoch als Kernbotschaft den Nichtrücktritt bekannt gibt. 

Zitat Tagi: Nach einem Tag voller erwartungsvoller Gerüchte kippte gestern Nacht die Stimmung auf dem Tahrir-Platz nach Mubaraks Rede in Wut um. Für Nahost-Experte Erich Gysling ist der Nicht-Rücktritt des Präsidenten keine Überraschung.
Mit Spannung erwartete Rede: Ägyptens Präsident Hosni Mubarak am Freitagabend im staatlichen Fernsehen. (Screenshot CNN)
Mit Spannung erwartete Rede: Ägyptens Präsident Hosni Mubarak am Freitagabend im staatlichen Fernsehen. (Screenshot CNN)


Die Staatschefs der meisten Länder bezeichnen den Rücktritt des ägyptischen Staatschefs Hosni Mubarak als unumgänglich. 



Alle möchten jedoch, dass Aegypten den Weg zur Demokratie findet.



ZUR REDE:

 

Westerwelle ist enttäuscht von der Rede Mubaraks, es fehle der Schritt nach vorn  und sagt:

«Wer die Menschen auf den Strassen jetzt sieht, der wird mit uns in der Forderung übereinstimmen, dass jetzt keine Gewalt angewendet werden darf. Wir setzen auf einen friedlichen Wandel.»

Mubarak sagte in seiner Rede: "Ich bin einer von euch. Ich will, was ihr wollt". Nach Gysling ist dies eine surreale Bemerkung. Denn:
Mubarak hat seine Machtbasis so gut im Griff, dass er weder zurücktreten noch abhauen muss. 

Als Hosni Mubarak Stunden, nachdem eine Rede von ihm im staatlichen Fernsehen angekündigt worden war,  vor die TV-Kameras trat, um sich an die «Söhne und Töchter Ägyptens» zu wenden, folgte kein Wort von einem Rücktritt . Mubarak sagte explizit, er bleibe bis September im Amt, um einen geordneten Übergang der Macht an einen gewählten Nachfolger zu gewährleisten. In der Zwischenzeit werde er Befugnisse an Vizepräsident Omar Suleiman übertragen.

Mit dieser Rede stiftete der Präsident  Verwirrung, statt das lodernde Feuer zu löschen. Unklar ist für Politologen, welche Rolle das Militär spielt. Das Militär verkündete zuerst, dass es das Heft in die Hand genommen habe und  positiv auf die ‹legitimen Forderungen› der Menschen reagieren werde. Nach der Rede ist unklarer, in welche Richtung das Land geführt wird. Die Skepsis dominiert.


In einer Krise müsste eine Rede

- beruhigen

- Lösungen aufzeigen

- mit konkreten Schritten

Das war nicht der Fall.



Die Verunsicherung wuchs. Es fehlt der Tatbeweis, dass der Diktator das Volk ernst nimmt.

Worte, Worte, alles nur Worte!



Die Luftblase musste platzen! Mubark ist weg vom Fenster!


Mubarak-Rücktritt

Fanal für die Freiheit

Video: SPIEGEL ONLINE
Die Menschenmassen in Ägypten haben Geschichte geschrieben, den verhassten Despoten Mubarak verjagt. Mit dem 11. Februar 2011 sind auf einen Schlag Gewissheiten über den Nahen Osten erschüttert. Wenn der "Pharao" gestürzt werden kann, kann auch jeder andere Autokrat fallen. Eine Analyse von Yassin Musharbash mehr... [ Video | Forum ]

Der Rückblick des Zürcher Regierungsrates  als medialer Auftritt. Ein kostspieliges Experiment das unbedingt verbessert werden müsste.


Ich zitiere  TAGI:



Der Regierungsrat hat die Medienkonferenz zum Legislaturbericht live übertragen. Interessiert hat das praktisch niemanden. Lohnt sich da der Aufwand von 70'000 Franken jährlich?
Kamera, ab: Der Zürcher Regierungsrat zieht Bilanz, und das live.
Kamera, ab: Der Zürcher Regierungsrat zieht Bilanz, und das live.
Bild: Tom Kawara

Eine Stunde lang dauerte die Show. Die sieben Regierungsräte stellten im Konferenzzentrum Walcheturm den Legislaturbericht 2007–2011 vor – eine 55 Seiten starke Rechenschaftserklärung darüber, was die kantonale Exekutive in den letzten vier Jahren getan hat. Im Saal sassen ganze zehn Journalisten. War der Rest in den Redaktionen geblieben, weil die Pressekonferenz auch live im Internet übertragen wurde? Erübrigte sich die Berichterstattung, weil die Bürgerinnen und Bürger ohnehin per Livestream dabei waren?
Das Interesse war bescheiden: Ganze 313 Zugriffe verzeichnete der gestrige Livestream, wie beim Kanton zu erfahren ist. «Natürlich müssen wir schauen, dass wir die Zugriffszahlen noch steigern können», meint Regierungssprecherin Susanne Sorg.
Dass kaum jemand den Livestream anklickte, liegt nach Meinung von Sorg weniger am Format als am Thema. «Ein Legislaturbericht ist auch für den Regierungsrat Pflichtstoff und birgt nichts Neues.»


Alles also nur Wahltheater in eigener Sache, aufgeführt zwei Monate vor den Regierungsratswahlen?


Diesen Vorwurf lässt Sorg nicht gelten: «Es ist Zufall, dass wir genau jetzt so weit waren, dass wir die Medienkonferenz übertragen konnten.» Der Politikberater Mark Balsiger sieht es ähnlich: «Dem Regierungsrat ging es gestern nicht um Show oder Spielerei, sondern darum, Transparenz zu schaffen.»
Dass die Regierungsratsmitglieder mit einer Ausnahme nicht als übermässig talentiert aufgefallen sind, ist beruhigend, meint Balsiger. «Politiker in der Schweiz sollen politisieren und sich nicht primär als Schauspieler verstehen.» Gescheitert sei der Versuch, weil eine Legislaturbilanz «per se staubtrocken» sei und sich deshalb nicht für eine Live-Medienkonferenz eigne.



Für die gestrige Übertragung hat der Kanton einer externen Firma 3000 Franken überwiesen – jeder Zuschauer belastete den Staatshaushalt also mit 10 Franken. . (Tagesanzeiger.ch/Newsnetz)
Ende Zitat




An Stelle eines Kommentars von mir, lohnt es sich nach diesem Auftritt die poiniterte Filmkritik von Thomas Widmer zu lesen.
Sie ist humorvoll, gut geschrieben und  macht bewusst, dass ein Regierungsrat immerhin  die einfachsten Grundregeln der  Medienrhetorik kennen sollte, wie eine Botschaft adressatengerecht vermittelt wird. Schauspieler muss er nicht sein. Wenn gewisse Regierungsräte die skizzierten Defizite hinsichtlich professionellerem Auftreten vor Mikrofon und Kamera nicht nachholen,  könnte man  auf  derartige Auftritte verzichten.
Hier die lesenswerte Analyse:


Legislatur 2007 bis  2011 – der Film

Von Thomas Widmer.
Gestern blickte der Regierungsrat zurück auf vier Jahre Arbeit, man klopfte sich auf die Schultern. Die Medienkonferenz war im Internet live zu sehen – eine Filmkritik drängt sich auf.
Die siebenköpfige Kantonalzürcher Exekutive; am Pult die beiden grossen Entertainer Hans Hollenstein (links) und Markus Notter.
Die siebenköpfige Kantonalzürcher Exekutive; am Pult die beiden grossen Entertainer Hans Hollenstein (links) und Markus Notter.
Bild: Tom Kawara

Der Zürcher Regierungsrat stellte gestern den Legislaturbericht 2007 bis 2011 vor. Die Medienkonferenz im Konferenzzentrum Walcheturm in Zürich wurde – eine Premiere – im Internet direkt übertragen. Der Anlass war . . . ein Film.
Freilich ein Film ohne Reibung, Streit, Skandal, Action. Im Legislaturbericht lässt die Regierung vier Jahre harter Arbeit Revue passieren. 


Sie gönnt sich ein gegenseitiges Schulterklopfen. Legislaturbericht, das ist flache Wohlfühlhandlung ohne Drama.
Es erscheinen denn auch nur rund zehn Presseleute im Walcheturm. «Die Journalisten, die heute gekommen sind, verdienen einen Treuebonus», witzelt Justizdirektor Markus Notter.
Das Filmsetting und die Komparsen könnten einen Kameramann von Ambition in den Wahnsinn treiben. Bundesräte haben ihre Weibel in den langen Mänteln, herbeigebeamt aus dem 19. Jahrhundert. Die Zürcher Regierungsräte haben bloss korrektmoderne Kommunikationsleute und Kaffeeholer. Die Stehtische nach globalem Kongressstandard geben optisch auch nichts her.
Einziger Suspense-Faktor: ein Polizistenpaar an der Tür. Ihre Pistolen sind Spannungsrequisiten. Und ihre Uniformen bringen ein Prickeln in die Story: Die Macht ist im Saal, visualisieren sie.
Leider, zeigt sich nun, sind nicht alle Politiker auch Performer. Jeder Hauptdarsteller darf Highlights der eigenen Sphäre nennen. Finanzdirektorin Ursula Gut stürzt sofort in die Technikalitäten. Sie redet von der BVK – wie viele Internetzuschauer verstehen das auf Anhieb? Sie liest vom Blatt, intoniert alles gleich, Hörvergnügen erzeugt das nicht. Farbig ist aber ihr rotes Kostüm. Und sie liefert eine von total zwei Pointen. Sie sagt statt Steuerdumping «Steuerdoping».


Kein Publikumsfessler


Bildungsdirektorin Regine Aeppli könnte in einer TV-Soap à la «Lüthi & Blanc» die Schulleiterin geben: streng, aber aufgeschlossen. Sie trägt Schuhe mit halbhohen Absätzen, urban chic und doch seriös. Ihre Dialogzeilen zur Volksschule packen jedoch nicht.


Das gilt auch für Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker, den gedrungenen Body mit dem NoBullshit-Gesicht. Er spricht klar und gerade. Aber ein Publikumsfessler ist er ebenso wenig wie Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger, der immerhin durch seine hagere Sportlerphysis in Kombination mit der Harry-Potter-Brille das Auge lockt. 


Vom Auftritt des Baudirektors Markus Kägi wiederum, eines breiten Patriarchen, bleibt bloss der starke, den Dreh störende Husten in Erinnerung.


Mit solchen Akteuren ist nur schwer gutes Politkino zu machen. Das Skript ist gar Antifilm. Die Sätze im 55-Seiten-Bericht sind trockener als die Sahelzone. Wenn es um die drei Leitlinien, 17 Ziele, 80 Massnahmen zur Erreichung der Ziele geht, klingt das so: «Ein Höhepunkt in Sachen verstärkter Zusammenarbeit mit anderen Kantonen und Interessenwahrung wurde 2009 mit der Gründung der Metropolitankonferenz erreicht.»
Und damit zu den zwei Protagonisten, die den Film vor dem Desaster retten. Der eine ist Altstar Markus Notter. In dem durch das Amt gebeugten Körper wohnt ein Komiker, der mit dem abgegangenen Bundesrat Moritz Leuenberger, ebenfalls SP, einen Teil des GestikRepertoires teilt: das gleiche krampfartige Händereiben, das gleiche Spielen von Zerstreutheit und dann Zupacken und die Pointe landen: «Mein Zuständigkeitsgebiet kann ich in drei Worten zusammenfassen: Gefängnis – Kirche – Theater.» Aber auch Regierungspräsident Hans Hollenstein zieht in den Bann. Er punktet gekonnt als Schweizer Archetyp: gemütlich, hoher Papa-Moll-Faktor. Und er beherrscht die Gnade der bildlichen Rede. Mit der Leichtathletik-EM 2014 habe Zürich, frohlockt er, «e prächtigi Forälle a Land zoge».
Der kleine Eklat zum Schluss
So weit die wenigen Highlights des Films. Obwohl nur eine Stunde lang, hat er Durchhänger, die Journalisten gähnen. Am Schluss gibt es einen Knaller, den die Regie in Gestalt von Regierungssprecherin Susanne Sorg wohl nicht vorhersah. In der Fragerunde sagt genau ein Journalist etwas. Es ist – endlich ein Kracher! – keine Frage, sondern Kritik. Alfred Borter, Doyen des Zürcher Lokaljournalismus («Limmattaler Zeitung»), bemängelt, dass sich der Regierungsrat filmisch inszeniere und die Journalisten zu Nebendarstellern mache. «Ich finde das ein Theater», sagt Borter. (Tages-Anzeiger)


LINKS:


rhetorik.ch aktuell: Regierungsfotos


3. Jan. 2011 ... Quelle: Top Online vom 2. Januar, 2011. Ich wurde von TELE TOP gebeten, etwas zu den Portraits der Regierungen ZH,TG, SH und SG zu sagen. ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/01_03a/index.html - Im Cache



rhetorik.ch aktuell: Zur Rhetorik einer Bildungsdirektorin"

20. Febr. 2005 ... Die Bildungsdirektorin bemühte sich, ein paar Gedanken herauszuschälen, die nicht nur von der Presse erkannt worden sind: ...
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  1. [PDF]

    PDF version (zum Ausdrucken) - Hat sich die Bildungsdirektorin ...

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    26. Sept. 2010 ... mit einfacheren Sätzen überzeugte. Hier eine Antwort der Zürcher. Bildungs direktorin: Regine Aeppli: «Die Schule … Ich hab am ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/10/09_26/09_10.pdf
  2. rhetorik.ch aktuell: Zur Rhetorik einer Bildungsdirektorin"

    20. Febr. 2005 ... Es interessierte uns, wie die Bildungsdirektorin in einem Referat ... Der Grund war, dass Regine Aeppli das Referat wortwörtlich ablas. ...
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  3. rhetorik.ch aktuell: Kleinreden statt Probleme ernst nehmen

    29. Mai 2007 ... April die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli zu dieser aktuellen Krise. Seit Tagen kam es in den Medien zu zahlreichen Schlagzeilen. ...
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  4. [PDF]

    KLEINREDEN STATT PROBLEME ERNST NEHMEN

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    sein. Patrik Wülser befragte in der Samstags- rundschau (DRS 1) vom 7. April die Zürcher. Bildungsdirektorin Regine Aeppli zu dieser aktuellen Krise. ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/07/05_29/05_07.pdf
  5. rhetorik.ch aktuell: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

    17. Dez. 2006 ... Die Bildungsdirektorin Regine Aeppli zieht sich zurück und steht hilflos in der politischen Landschaft, so wie sie bei den öffentlichen ...
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