Sonntag, 27. August 2006

Wie Udo Jürgens als Medienprofi die Presse kritisiert ____________________________________________________ Er suchte das direkte Gespäch mit den Journalisten! Persönlich sprach er am 22. August bei der Redaktion des Sonntagsblicks vor. Wir haben stets festgestellt: Direkte Gespräche bringen viel mehr als rechtliche Schritte, Drohungen oder Leserbriefe. Udo Jürgens beschrieb vor den Redaktoren, wie er von der Boulvard- Journaille "oft arg durchgewalkt worden" ist. Insgesamt aber den Medien dankbar sei. Jürgens: "Insgesamt bin ich den Medien dankbar, denn wir leben ganz voneinander!" Diese Aussage verdeutlicht die Professionalität des Musikers. Er war von der Redaktion als Blattkritiker eingeladen, doch machte er deutlich: Wir beide brauchen einander. Offen, frisch und frei trug Jürgens seine Kritik vor. Weil er die Fakten sachlich beschrieb und mit seinem ehrlichen Lob nicht geizte, hörten ihm die Journalisten auch zu und nahmen die Kritik sicherlich ernst. Wir sehen einmal mehr: Kritisieren ist einfach, richtig kritisieren hingegen ist eine Kunst, die erlernt werden muss.

Samstag, 26. August 2006

ZUR KOMMUNIKATIONSKULTUR (STREITKULTUR?) IM BUNDESRAT __________________________________________________________________ Leuthard kritisiert Bundesrat _____________________________________________________________________ Doris Leuthard hat (gemäss Tagesanzeiger-online vom 26.8.06) in ihrem ersten Interview seit Amtsanstritt als Bundesrat einen früheren Beschluss der Landesregierung kritisiert. Das geplante Wachstum der Ausgaben für Bildung, Forschung und Innovation genüge nicht, liess sie verlauten. Wir fragen uns: Ist es geschickt, wenn eine neue Bundesrätin nach wenigen Tagen die Kollegen öffentlich kritisiert? Auch Calmy-Rey im Schussfeld der Kritik _________________________________________________________________________ Nachdem Bundesrätin Micheline Calmy-Rey in ihrer Bundesratsrede gegen den Gesamtbundesrat Stellung genommen hatte, geriet sie erneut ins Schussfeld der Kritik. Am 3. August 2006 war in Swiss Info zu lesen: Neutralitäts-Debatte erhitzt die Gemüter. _______________________________________________________________________ Im Juli hatte Aussenministerin Calmy-Rey die israelische Intervention in Libanon als übertrieben bezeichnet. Calmy Rey fordert eine einflussreichere Aussenpolitik * Die Schweiz müsse ihren Einfluss auf die Welt steigern Micheline Calmy-Rey übte zudem harsche Kritik an Israel Die Idee einer Schweizer Kandidatur für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat und der Vorschlag, Schweizer Soldaten nach Libanon zu entsenden, führte zu einer harten Debatte über die Neutralität der Schweiz. Kommentatoren bezichtigten die sozialdemokratische Aussenministerin Micheline Calmy-Rey des "Aktivismus". "Mischt Euch nicht in fremde Händel!" Dies ist der Rat, den der heilige Niklaus von Flüe (1417-1487) den Eidgenossen 1481 gegeben habe, war von rechter Seite zu hören. Die aktuelle Vision der Neutralität von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey will jedoch von dieser Version nichts wissen.. Die Anhängerin einer "aktiven Aussenpolitik" hat in wenigen Wochen die israelische Intervention in Libanon kritisiert, die Möglichkeit einer Entsendung von Schweizer Soldaten ins Krisengebiet erwähnt und die Idee einer Kandidatur der Schweiz für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat lanciert. Diese Beispiele sind nur einige in einer langen Serie von Vorschlägen, die nicht gut ankamen. Seit ihrer Wahl in den Bundesrat 2002 hat die Genfer Sozialdemokratin, die dem Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vorsteht, ihre diplomatischen Initiativen vervielfacht: Die Genfer Initiative für den israelisch-palästinensischen Konflikt, der Menschenrechts-Rat, der rote Kristall oder die Unabhängigkeit des Kosovo. Die Schweizer Aussenpolitik, zeichnete sich während Jahrzehnten durch eine extreme Reserviertheit aus. Wie wurde unter Calmy-Rey den letzten Jahren ambitionierter. Die Aussenministerin hat ihre Intentionen nie versteckt. "Die öffentliche Diplomatie bedeutet, die übliche Diskretion, die um die Diskussion oder die Verhandlung von Abkommen oder internationalen Verträgen zwischen Regierungen herrscht, durch eine offene Kommunikation unserer Position zu ersetzen, als Mittel des Drucks in den Verhandlungen", hatte sie bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach 100 Tagen im Amt erklärt. Die Stiländerung der Aussenministerin entspricht gewiss nicht dem Führungsstil des Gesamtbundesrates. Die Aussenministerin scheint Alleingänge zu lieben. Zur Streitkultur des Bundesrates ________________________________________________________________________ Es könnten noch weiter Beispiele aufgeführt werden, die belegen, dass der heutige Bundesrat keine einheitliche Kommmunikationskultur hat. Meinungsverschiedenheiten wurden zu oft in der Oeffentlichkeit ausgetragen (Blocher - Couchepin oder Leuenberger - Blocher). Die Landesregierung scheint die Regeln des internen Streitens nicht zu kennen. Wir finden es übrigens auch nicht klug, wenn eine Ex- Bundesrätin gegen die heutige Exekutive öffentlich auftritt, so wie es Ruth Dreifuss derzeit im Abstimmungskampf demonstriert. Selbstverständlich dürfte sie dies als normale Bürgerin tun. Aber als EX- Bundesrat gegen den neuen Bundesrat die Klingen zu kreuzen ist gewiss ungeschickt. Fazit: Es fehlt an Spielregeln, die eine interne Streitkultur zulässt, aber keine Auseinandersetzung in der Oeffentlichkeit zulässt. Es fehlt bei der Landesregierung gleichsam eine Teamkommunikationskultur, die auch nach dem Rücktritt eines Bundesrates spielen sollte. Falls sich künftig ein Mitglied des Bundesrates wiederum nicht an die internen Spielregeln halten sollte, könnte den "Sündern" die gelbe und im Wiederholungsfall sogar die rote Karte gezückt werden.

Zu Polo Hofers Informationspolitik _______________________________ "Offensichtlich fühlen sich viele Leute berufen, sich zu Polos persönlichem Sprachrohr zu machen", sagte Polo Hofer und ergänzte: "Es gibt nach wie vor nur eine Informationsquelle, nämlich wir" (Alice Bärtschi und Polo Hofer). Nach dem plötzlichen Spitalaufenthalt ist jedoch diese Informationsquelle seit Tagen versiegt. Verständlicherweise beschafften sich die Medien die Informationen selbst, wenn bei interessanten Vorkommnissen geschwiegen wird. So gab Matthias Mast (ein langjähriger Jassfreund von Polo Hofer) bekannt, dass Polo wegen einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung im Inselspital gepflegt werde. Blick berichtete hierauf am 26. August. Wir zitieren: Das einzige Lebenszeichen von Polo Hofer war eines der unangenehmsten Art: ein Anruf an seinen langjährigen Freund Matthias Mast, in dem er ihm kurzerhand die Freundschaft aufkündigte. Was können wir aus dieser Geschichte lernen? _________________________________________________________ Es ist gewiss richtig, die Information aktiv zu führen, zu koordinieren (selbst in der Hand zu behalten). Wer jedoch glaubt, er könne sich völlig abschotten und als prominente Person die Medien längere Zeit im Ungewissen lassen, muss sich nicht wundern, wenn sich dann Medien die Informationen selbst beschaffen (auch an unerwünschten Orten). Wer sich völlig abschottet, muss damit rechnen, dass dann Informationen unkontrolliert verbreitet werden. Polo Hofers Verzicht auf Informationen wurde zum Eigengoal. Das "Nichtinformieren" schürte zwangsläufig die Gerüchteküche und es kam zu Irritationen. Liegt jetzt Polo Hofer immer noch im Koma? Oder, ist er guter Dinge und amüsiert er sich möglicherweise im Spitalbett? Hat die Krankeit mit seinem Lebenswandel zu tun (Alkohol , Haschkonsum usw.)? Jedenfalls weiss heute niemand, wie es um den prominenten Rocker tatscählich bestellt ist. Will jemand die Informationen in den Händen behalten, muss er auch erklären und begründen können , weshalb er zur Zeit nichts sagen kann. Er muss unter Umständen auch darauf hinweisen, wann die Oeffentlichkeit konkretere Hinweise erwarten kann. Diese Aussagen sind bereits hilfreiche Informationen und haben nichts - aber auch gar nichts - mit der Preisgabe des privaten Bereiches zu tun.

Sonntag, 20. August 2006

Geschickt gekontert _________________________________________________ Vergangene Woche löste Tagesschausprecherin EVA HERMAN eine Riesendiskussion aus. Sie vertrat die Meinung, dass Kind und Karriere nicht zusammenpassen. Sie fand, berufstätige Mütter seien ständig überfordert und ihre Kinder würden nicht selten unter seelischen Schäden leiden. Hierauf wurde Eva Hermann in verschiedensten Medien sehr heftig angegriffen. Im Bild am Sonntag ( 20. August) wurde nun die Buchautorin des Buches "Das Eva- Prinzip" mit einer harten Frage - die kommen musste - konfrontiert: Als Tagesschasprecherin sei sie ja selbst auch eine Karrierefrau und halte mit ihrem neuen Buch andere Frauen vom Job ab (Bei der Frage ging es um die Glaubwürdigkeit der Autorin). __________________________________________________________________ Eva Herman konterte: __________________________________________________________________ Ich tat das, was ich für richtig fand. Das habe ich getan, ehrlich und aufrichtig. Jeder soll tun dürfen, was er will. Ich versuche in meinem Buch lediglich zu zeigen, wie schnell man sich im Namen der Emanzipation von seinen eigentlichen Bedürfnissen und Sehnsüchten entfernen kann. Ich staune über jene selbstgerechten Damen, die mit zusammengebissenen Zähnen behaupten, ihr Lebensweg sei der einzig richtige. Dies obwohl die Bilanz traurig ist. Die Emanzipation hat für viele Frauen einen hohen Preis. Ich selber habe erfahren, wei man mit der Entscheidung für die Karriere abhängig wird von der Wahnehmung anderer. ___________________________________________________________________ Kommentar: Eva Hermans verstand es mit ihrer Antwort, die Glaubwürdigkeit der provokativen These zu stärken, indem sie betont: Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Dadurch, dass Herman jeder Frau das Recht zugesteht, ihren eigenen Weg einzuschlagen, den sie für richtig hält, steht sie nicht als Sektiererin - gegen die Emanzipation der Frau - da. Sie kehrt den Spiess geschickt um und greift nun jene Kritikerinnen und militanten "Emanzen" an, die alle Hausfrauen abgewertet hatten und ausschliesslich den Karriereweg - als den einzig seligmachenden Weg - gepredigt hatten. Was Eva Hermann in ihrer Argumentation zuwenig vertieft hatte, ist die These , dass der Staat von den NUR- Hausfrauen im Grunde genommen enorm viel profitiert. Der Staat zahlt tatsächlich nicht nur die Betreuung der Kinder grosse Summen, sondern er muss zudem für weitere unangenehmen Folgekosten aufkommen (weil die konstante Bezugspersonen in der Betreuungsphase fehlt). Der Konter der abtretenden Tagesschausprecherin überzeugt nicht nur deshalb, weil eine Frau diese Meinung vertritt. Eva Herman unermauert ihre These mit eigenen Erlebnissen. Eine Frage bleibt im Raum: Wie bei Günter Grass bleibt ebenfalls ein ungutes Gefühl zurück. Erfolgte die Provokation absichtlich, im Hinblick auf die Vernissage des neuen Buches am 14. September? Auch bei Eva Hermann der Medienwirbel posititive Auswirkungen auf die Verkaufszahlen haben. Die Verlage lassen grüssen.

Samstag, 19. August 2006

Unverständlich! __________________________________________________________________ Hans Wyss, Chef des Bundesamtes für Veterenärwesens (BEVET) hatte bereits vor Monaten Aerger im Zusammenhang mit der Hickhackpolitik des Bundesrates beim Entscheid "Kampfhundeverbot ". Er musste sich auch schon bei der Thematik "Vogelgrippe" vorwerfen lassen, die Informationspolitik sei national und international zu wenig koordiniert. Nun muss er sich auch noch von Tierschutzkreisen vorwerfen lassen, man habe im Verfassungsentwurf die Streichung des Verbotes von Qualtransporten auf Schweizer Strassen heimlich gestrichen und damit könnten die der Schweiz beispielsweise Rinder bis zu 29 Stunden - nonstop - zusammengepfercht transportiert werden. Das Transitverbot habe er in der Verordnung klammheimlich gestrichen. In einem Interview im Beobachter vom 18. August 06 akzeptierte jetzt Wyss diesen Vorwurf und gibt immerhin offen zu, man hätte auf diesen Punkt aufmerksam machen müssen. Wyss konnte in diesem Interview beispielsweise die Frage nicht beantworten, was künftig geschehe, wenn ein Lastwagen an der Grenze gemäss Fahrtenschreiber mit Tieren bereits acht Stunden gefahren ist aber in der Schweiz höchstens sechs Stunden am Stück transportiert werden dürfte. (Müssten die Tiere an der Genze ausgeladen, untergebracht und getränkt werden?) Solche Fragen erheischen nach Hans Wyss einer rechtlichen Beurteilung. ________________________________________________________________ KOMMENTAR: _________________________________________________________________ Einmal mehr wird bewusst, dass die Schweiz in verschiedensten Belangen Schritt um Schritt genötigt wird, sich notgedrungen dem europäischen Recht anzupassen und die eigenen Schutzbestimmungen aufgeben muss. Wir haben bereits erlebt - dass gegen den Willen des Volkes - die 40 Tönner durch die Schweiz geschleust werden dürfen und es scheint, dass der Volkswille "Alpeninitiative" dadurch unterlaufen wird. Die Schwertransporte auf der Strasse konnten nicht reduziert werden. Im Gegenteil: Sie nehmen ständig zu . Die grauenhaften Tiertransporte (In Europa werden Schweine, Rinder, Schafe und Hühner stundenlang zum Teil unter widrigsten Bedingungen -"Hitze" - "Raumfrage" - "Wasserversorgung" quer durch Europa gekarrt) werden hingenommen. Niemand protestiert. Diese Transporte sind erstaunlicherweise - nach europäischem Recht - zulässig und der Schweiz sind angeblich auch bei diesem Problem die Hände gebunden. Es scheint, dass das Bundesamt für Veterenärwesen kapitulieren muss. Die tierfreundlicheren Bestimmungen würden mit der Streichung des Transitverbotes fallen gelassen. Die Schweiz müsste sich - einmal mehr - dem europäischen Recht unfreiwillig fügen. Damit würden die eigenen Tierschutzbestimmungen zur Farce. Hans Wyss hätte es in der Hand - zusammen mit der neuen Chefin Doris Leuthard - den Widerspruch bei den Tierschutzbestimmungen zu klären. Einerseits kämpft er angeblich für ein Verbot, anderseits möchte er auch das Verbot streichen. Hoffentlich gelingt es Wyss dieses Dilemma zu klären . Als Kommunikationsprofi weiss Wyss bestimmt, dass Widersprüchlichkeiten sofort ausgeräumt werden müssten. Die Bevölkerung hat ein Anrecht auf eindeutige Antworten! Der Vorschlag eines Leserbriefschreibers, den Bundesrat und die Verantwortlichen dieses jüngsten Entscheides ( das Transitverbot zu streichen), sollte man auch einmal in einem Wagen mit leidenden Tieren 29 Stunden lang - nonstop - transportieren lassen; dieser Vorschlag wäre gar nicht so abwegig. Man muss kein militanter Tierschützer sein, um einzusehen: Auch Tiere haben eine Anrecht, ohne Qualen transportiert zu werden. ________________________________________________________________ PS: Es lohnt sich bei www.rheotrik.ch im Suchfenster die Stichworte Vogelgrippe und Pitbull einzugeben. Sie finden dann unsere Beiträge und Analysen zu dieser Thematik.

Mittwoch, 16. August 2006

Zick-zackverhalten rächte sich. ____________________________________________________________ Doris Leuthard müsste jetzt den Kurs bestimmen. ______________________________________________________________ Nach dem grauenhaften Vorfall im Kanton Zürich (bei dem ein Kind von zwei Kampfhunden zerfleischt worden war) hatte das Bundesamt für Veterenärwesen die Auffassung vertreten, man müsste beim Hundeverbot die rechtliche Frage mit berücksichtigen, bevor ein Verbot von Rassen auf eidgenössischer Ebene über den Leist geschlagen wird. Vieles sei nämlich kantonal geregelt. Wyss stand damals für viele als Zögerer da, als jemand, der nicht bereit ist, zu handeln. Hernach wurde der Direktor des Bundesamtes für Veterenärwesens von Bundesrat Deiss zum Handeln "gezwungen". Wir verglichen die Geschichte mit dem Kindervers "Joggeli wott go Birli schüttle" und wir hatten geschrieben, Wyss sei erst aktiv geworden, nachdem der Chef zum Rechten gesorgt habe. Bundesrat Deiss stand damals unter dem Druck der Öffentlichkeit (Blickkampagne mit Unterschriftensammlung). Leider wussten wir damals noch nicht, dass Bundesrat Deiss seinem Direktor gleichsam in den Rücken gefallen war und den ersten Hauruck - Entscheid unbedacht gefällt hatte. Es dauerte nicht lange und es folgte der jüngte Zack-kurs. D.h. Bundesrat Deiss krebste zurück. Er hatte angeblich die rechtliche Fragen zu wenig gründlich abgeklärt. ____________________________________________________________________________ Nun rächte sich diese Lavieren. Erneut ist das Gesicht eines Kindes von einem Pitbull entstellt worden. Zickzackkurse sind in der Politik nie vertrauensbildend. Das Lavieren einer Landesregierung nimmt die Glaubwürdigkeit, die - vor allem in Krisensituationen - etwas vom Wichtigsten ist. Die Öffentlichkeit konnte damals das Hin und Her auf Bundesebene nicht nachvollziehen. Am 10. März wird dieser Zickzackkurs in der Presse beschrieben. Wir zitierten die Presse: Bundesrat Deiss nimmt einen Grossteil der von ihm vorgeschlagenen Massnahmen gegen gefährliche Hunde wieder zurück. Aus dem damaligen Pressespiegel: * Ins Verbot verbissen (Tagesanzeiger) * Muss noch ein Kind sterben? (Südostschweiz) * Peinliches Politstück (Berner Zeitung) * Der Bundesrat handelt zynisch (Blick) * Deiss verzichtet auf Pitbullverbot (St. Galler Tagblatt) * Schnelle Schüsse treffen nicht (NZZ online) * Doppeltes Spiel im Bundesrat (NZZ am Sonntag) Nach der tödlichen Pitbull-Attacke auf einen Kindergärtler im Kanton Zürich präsentierte Diss damals eine Liste mit 13 Hunderassen, deren Haltung nur noch unter strengen Bedingungen erlaubt sein soll. Diese Massnahmen liess er jedoch fallen. Wir kommentierten damals dieses Zickzackverhalten: Nachdem sich bei der Vogelgrippethematik nach den ersten Kommunikationspannen allmählich die Erkenntnis durchsetzt hatte, dass alle Entscheide auch europäisch bedacht und koordiniert werden müssen - Katzen einsperren oder nicht? - Hausgeflügel impfen? Ja oder nein? - Tamiflu verabreichen oder nicht?) so hätte Bundesrat Deiss erkennen müssen, dass sich "Windfahnen-Rhetorik" nie auszahlt. Hans Wyss (Direktor BVET) war damals der Leidtragende. Er musste unter seinem Departementschef das Hüst und das Hot auszuführen . Wyss hatte das Lavieren der vorgesetzten Stelle auszubaden. ------------------------------------------------------------------------- Nachdem der Bundesrat zurückgekrebst war, kam es nun schon wieder zu einem schlimmen Fall, der mit dem vorgesehenen Verbot hätte vermieden werden können. _________________________________________________________________________ DER NEUE FALL: Kleinkind von Pitbull attackiert. Ein anderthalbjähriger Knabe wurde in Genf schwer verletzt Der Knabe wurde in einem Park in Genf von einem Pitbull mehrmals in Gesicht gebissen worden. Wie die Behörden am Freitag mitteilten, wurde das Kind mit unbestimmten Verletzungen ins Spital eingeliefert. __________________________________________________________________________ Es liegt nun an Doris Leuthard, der Nachfolgerin von BR Deiss, den Kurs des Bundesrates zu korrigieren und dafür zu sorgen, dass endlich gefährliche Hunderassen verboten werden.