Dienstag, 16. Juli 2019

Sprache pflegen

Hinterfragen Sie nicht!

Video Martin Ebel über ein Jargonwort aus den 1968er-Jahren, das nicht totzukriegen ist. Mehr...

Der dritte Zitteranfall Merkels

Es liegt wiederum nicht an der Hitze oder an mangelndem Trinken


Was ist mit der dutschen Kanzlerin los?

Der Vater des Bossa Nova ist tot



SRF


João Gilberto - Chega De Saudade (Álbum Completo 1959 ... - YouTube



03.11.2013 - Hochgeladen von João Gilberto
João Gilberto - Chega De Saudade (LP Álbum Completo 1959) [Full Album] Faixas Lado A # Título ...

Syrer aus einer siebten Klasse prügelt Lehrerin spitalreif

Kiefer der Lehrerin gebrochen


Die Nachricht schockierte vergangene Woche die Schweiz: Ein Schüler der siebten Klasse im Schulhaus Hellmatt in Möriken-Wildegg AG schlug einer Lehrerin mit der Faust ins Gesicht. Die 62-Jährige musste daraufhin mit gebrochenem Kiefer hospitalisiert worden.
Laut der «Weltwoche» spielte sich die Geschichte schlimmer ab, als anfänglich berichtet wurde. So habe der junge Täter nicht nur einmal, sondern mehrmals zugeschlagen. Auch sei es nicht um ein Sackmesser gegangen, das der Schüler in die Schule gebracht habe, sondern um einen Dolch. Die Lehrerin habe den Jugendlichen auch nicht etwa provoziert, dieser habe offenbar ihre Aufforderung, den Inhalt seiner Tasche zu zeigen, als unerträgliche Zumutung empfunden.

Vater und Sohn haben Probleme mit Gewalt

Aus Recherchen der Weltwoche geht hervor, dass es sich beim konfliktiven Schüler um den Syrer M. handelt, der vor etwa fünf oder sechs Jahren mit seinen Eltern in die Schweiz kam. M. sei 14 Jahre alt und nicht 13, wie zunächst vermeldet worden war. «Das ist in dieser Wachstumsphase doch ein Unterschied», schreibt «Weltwoche»-Journalist Alex Baur.
Die kinderreiche Familie lebe von der Sozialhilfe und wohne in einem relativ modernen Haus. Während der Vater noch kein Deutsch gelernt habe, spreche M. gut Deutsch. Auch sei er «durchaus intelligent, selbstbewusst und schlagfertig». Nur eines scheinen Vater und Sohn gemeinsam zu haben: Ihre gewalttätigen Reaktionen, sei es gegenüber Behörden oder – wie in diesem Fall – gegenüber einem Lehrer.

«Fünf bis sechs Mal mit den Fäusten» zugeschlagen

Augenzeugen schildern, was an jenem Tag vor dem Jugendfest der Kreisschule Chestenberg (Möriken-Wildegg, Brunegg und Holderbank) passierte. Nach dem Vorfall mit dem Dolch habe die Lehrerin M. täglich kontrolliert, bevor er das Schulzimmer betreten hat. Berührt habe sie ihn aber nie. Vielmehr musste der Syrer seine Tasche leeren.
M. habe während der Kontrolle am Freitag vor einer Woche nicht nur einmal, sondern «fünf bis sechs Mal mit den Fäusten und mit der Handkante» auf die 62-Jährige eingeschlagen. Als sie um Hilfe schreiend wegrannte, habe M. noch mit den Füssen nach ihr getreten. Erst als ein Lehrer der Frau zu Hilfe eilte, liess M. von ihr ab. Danach sei er getürmt.

M. sprach dauernd vom Koran

Die Polizei konnte den Syrer wenige Stunden später verhaften, er verbrachte zwei Tage in Untersuchungshaft. Sein Vater stellte sich hinter seinen Sohn. Dieser fühle sich an der Schule wegen seiner Herkunft und seiner Religion gemobbt und diskriminiert, sagte der Mann zur Polizei.
Die Insider erzählten der Weltwoche, dass Religion bei M. ein wichtiges Thema sei. Seit einem Jahr spreche er dauernd vom Koran. Auf dem Pausenplatz soll er Mädchen im Namen Allahs aufgefordert haben, sich züchtiger zu kleiden und zu verhalten. Dabei habe er mit seinem Dolch «herumgefuchtelt».

Die Zukunft ist für Opfer und Täter unklar

Wie es mit M. weitergeht, ist noch unklar. Von der Schule wurde er bereits verwiesen. Womöglich werde er nun einem Sondersetting ausserhalb des Schulkreises Chestenberg zugeführt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit wegen Körperverletzung.
Die Lehrerin steht immer noch unter Schock. Sie habe ihren Job immer mit Liebe und Begeisterung ausgeübt, erzählten die Insider zur Weltwoche. Ausgerechnet in der letzten Woche vor ihrer Pensionierung sei das mit M. passiert. Sich so zu verabschieden, falle ihr besonders schwer. Zu ihrer eigenen Abschlussfeier kam sie nicht.

Fragen:
- Weshalb kann in diesem Fall die Sozialhilfe nicht gekürzt werden?
- Ist eine Ausschaffungtatsächlich nicht mehr möglich?

FAZIT: Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass Menschen aus einem anderen Kulturkreis ein sonderbares Frauenbild haben, wenn sie es nicht akzeptieren, dass sie einer Frau gehorchen sollten.

Fragwürdige gewaltfreie Demonstration

Das Wort gewaltfrei wird strapaziert

Wird demonstriert, ohne einer Institution den Zugang zur Arbeit oder zur Wohnung zu blockieren und ohne Privateigentum zu beschädigen nur dann dürfen wir eine Demonstration als gewaltfrei bezeichnen.
Wer jedoch Schäden in Kauf nimmt und in einer Firma oder einer Privatwohnung der Zugang blockiert, kann die Aktion nicht als gewaltfrei bezeichnen. Die Bewegungsfreiheit wird gewaltsam verhindert.
Leider nehmen Organisatoren und Journalsiten Worte zu wenig ernst.
Ich zitiere SRF:
Der Bankenprotest in Zürich und Basel wurde von der Klimaschutzorganisation Collective Climate Justice organisiert , welcher der 22-jährige Nico angehört. Er verteidigt  die Blockade: «Die Aktion war absolut friedlich. Deshalb hat sich Klimastreik Zürich mit den Gefangenen und den Aktionen solidarisiert.»
Ist das friedlich und gewaltfrei, wenn privates Eigentum beschädigt wird und Besitzern der Zugang zum Eigentum verbarrikadiert wird? 


Sonntag, 30. Juni 2019

Prognose

Nur ein kurzes "Aus" für Kanzler Kurz?



Bei der Titelrhetorik vor und nach dem Sturz von Kurz  wurde oft mit  Worten gespielt:


- Kurz vor dem Aus (Unser Tirol 24)
- Kurz vor dem Sturz (neue Presse)
- KurzSchluss in Oesterreich (Blick)
- Sturz der Kurzregierung (Stuttgarter Nachrichten)
- Oesterreich macht Kurzen Prozess (Blick)
- Kurzgeschichte / Kanzler mit kürzester Amtszeit (Tagi)
- Kein Kanzler diente kürzer als Kurz (Kronen Zeitung)

Dass  Kurz für immer vom politischen Parkett vertrieben werden konnte, wäre zu kurz gedacht.  Für den populären Politiker ist es bestimmt nicht endgültig Schluss. Denn das Volk entscheidet letztlich im September, ob dann dem beliebten Kanzler ein strahlendes Comback wartet. Die Chance ist jedenfalls gross.

Weshalb könnte es Kurz in Kürze erneut schaffen?


Es ist zwar ein historisches Ereignis: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde noch nie in Österreich eine gewählte Regierung vom Parlament abgesetzt. Die Absetzung per Misstrauensvotum ist schon deshalb so aussergewöhnlich, weil die Volkspartei von Kanzler Sebastian Kurz vor dem Misstrauensvotum die EU-Wahlen deutlich gewonnen hatte.
Die beiden Verliererparteien  – die sozialdemokratische SPÖ und rechtsnationale FPÖ – haben im Parlament zusammengespannt. Es kam zu einer unheiligen Allianz. Die beiden gegensätzlichen Parteien brachten es sogar fertig: Sie setzten nicht nur Kurz ab, sondern gleich die ganze Regierung.

Wenn zwei Wahlverlierer einen Wahlgewinner stürzen, ist oft Rache und Wut im Spiel. Die Rechtsnationalen (FPÖ) und die Sozialdemokraten (SPÖ) erwirkten aus unterschiedlichen Gründen der Eklat: Die Linke hatte Kurz nie verziehen, dass er die FPÖ in die Regierung gehieft und die Rechtsnationalen andererseits waren wütend, dass Kurz sie aus der Regierung geworfen hatte.
Die  Parlamentsdebatte war zeitweise so gehässig, dass der giftige Ton viele  Österreicher irritierte oder gar abstiess. Wer aber den Kanzler während der Schmutzkampagne beobachten konnte, stellte fest: Kurz ertrug Häme und Spott der Opposition mit stoischer Ruhe. Mit beherrschter Mine und wachem Blick. Sein gefasster Abgang mit dem faltenfreien dunkelblauen Anzug  war staatsmännisch. Kurz war sich bewusst, dass er immer noch der mit Abstand beliebteste Politiker Österreichs ist. Seine Chancen sind durchaus intakt, nach den vorgezogenen Neuwahlen im September wieder ins Kanzleramt einziehen zu können.
 Bis nach den Wahlen im September eine neue Regierung steht, wird eine Übergangsregierung die Amtsgeschäfte führen.
Ich habe Sebastian Kurz vor der Wahlt zum Kanzler eingehend analysiert und immer wieder festgestellt:
Er ist medienrhetorisch sehr stark.
Der Politstar, der mit nur 31 Jahren
zum jüngsten Bundeskanzler aufgestiegen
ist, verdankt seinen Erfolg vor
allem seinen kommunikativen Stärken. Er verwendet oft positiv assoziierte
Worte, die keinen Widerspruch hervorrufen,
wie: «Mündige Bürger entscheiden frei», «Hausärzte sind für alle ein
wichtiges Thema». Und er erzeugt gedankliche Bilder. Bilder, die nicht polarisieren. Er setzt Charme ein. Dies reduziertauch in der Alltagskommunikation jede
aggressive Stimmung. Kurz diskutiert meist spielerisch, kokett, charmant. Er
kennt die Kraft des guten Benehmens in einer Zeit des saloppen Umgangstones.
Auf kritische Argumente reagiert er
meist geschickt mit Zustimmung, Anerkennung, Umdeutung oder Relativierung.
Zum Beispiel: «Sie sprechen ein wichtiges Problem an. Lassen Sie mich
dazu noch einen Satz sagen.» Dann erzählt
er eine Geschichte, die seinen Erfolg unterstreicht.

Fazit: Sebastian Kurz hat ein intuitives
Gespür entwickelt, und er erkennt
dadurch rasch, welches Verhalten einen positiven Gesprächsverlauf
fördert. Kurz versteht es, die Massen mit seiner Ausstrahlung zu bewegen.
Wir müssen deshalb weiter mit dem Politstar rechnen, denn seine Freundlichkeit ist nicht aufgesetzt.
Kurz überzeugt, weil er  von dem was er sagt, selbst überzeugt ist.


 

Dienstag, 25. Juni 2019

Medienkommunikation



Das hat es in der Medienkommunikation noch nie gegeben


Zur Frage aller Fragen: Wie geht es Michael Schuhmacher?

Jedermann kennt den Effekt  aus dem Alltag: Man will ein Dreckkörnchen aus einem Kleid entfernen: Der Fleck wird durch das Putzen grösser, und ruiniert das Kleid. Man will in einer Gruppe das Lachen unterdrücken, am Ende lachen alle lauthals. Man will einen Pickel im Gesicht weg haben, der Pickel entzündet sich und eitert. Uebertragen auf den Umgang mit Medien gibt es einen ähnlichen Effekt. Je mehr man eine Information unterbinden will, desto dominanter wird die Geschichte. Durch die Geheimhaltung der Geschichte, wird sie für die Medien noch spannender und es wird versucht, mit allen Mitteln - auch mit  illegalen - weitere Details einzuholen.

Wir sprechen in diesem Fall vom Streisand Effekt  
Barbara Streisand hatte durch das Einklagen von Kenneth Adelman, Bilder von ihrem Haus zu veröffentlichen, diese erst recht verbreitet. Millionen haben die Aufnahmen nachher gesehen.

Ich ging lange davon aus, dass dieser Effekt -  auch nach dem tragischen Ski-Unfall von Michael Schuhmacher vor fünf Jahren - ebenfalls zum Tragen kommen werde.

Millionen von Menschen bewegte über Jahre  die Frage: Wie geht es Schumi?

Bislang gelang es  Kommunikationschefin Sabine Kehm (ehemalige Journalistin bei der "Welt"), alle Versuche, Informationen zu erhaschen, stets erfolgreich abzuwehren. Es gibt keine Bilder,  keine Video, oder Aufnahmen von Drohnen oder Helis des Verunfallten. Auch die verschiedenen Versuche, auf illegale Weise zu Bildern oder detaillierten Angaben über den gesundheitlichen Zustand Schumis zu  kommen, schlugen fehlt. Es gab nur wenige, die den Patienten besuchen konnten. So beispielsweise Erzbischof Georg Gänswein, Präfekt des papstlichen Hauses im Vatikan unter Papst Fransziskus und Privatsekretär des emeritierten deutschen Papstes Benedikt, hat die Rennfahrer-Legende einmal  in seinem Haus in Gland bei Genf (Schweiz) besuchen dürfen. In "Bunte" berichtet er  über die bewegende Begegnung im Sommer 2016. Ob er tatsächlich Details vom Aussehen Schumis verraten hat, sind umstritten.  Jedenfalls ist ihm heute der Zutritt verwehrt.

Warum brachte es der Familienclan fertig, dass Michael Schuhmacher so lange ungestört sein Privatleben geheim halten konnte? Bekanntlich schürt  das Abblocken jeglicher Information die Gerüchteküche. Paparazzis werden aktiv.

Deshalb raten Medienberater,   in heiklen Situationen die Information bewusst zu führen und die Medien transparent und selektiv zu bedienen. Kommunikationsfachleute konnten bei Schumi davon ausgehen, dass sich die strikte Abschottung langfristig rächen werde.

In diesem Fall ging jedoch die Rechnung der Medienberater  nicht auf.

Der Schuhmacher Klan punktete mit der strikten Informationssperre.

Weshalb dieser ungewöhnliche Erfolg?

- Die Familie Schuhmacher hatte genügend Geld, Schumi rund um die Uhr zu bewachen und zu beschützen. Das kostet Summen und erfordert viel Personal.

- Jeder Journalist wusste : Wenn er ein Bild des Promis unerlaubterweise publizieren würde, ist mit einer Millionenklage zu rechnen. Diese Kosten können grösser sein, als der Gewinn mit der illegalen Photo in  einer exklusiven Auflage. Dies schreckt ab. Es ist gut vorstellbar, dass allfällige Angebote von Bildern des Patienten von Verlagen stets abgeleht worden sind, so wie eine heisse Kartoffel.  Nach einigen Fällen - ich erinnere an den Fall Ringier/Borer - kam es zu einem Vergleichen mit enormen Kosten. Solche Fälle wirken nachhaltig.

- Die Bezugspersonen, vor allem die Aerzte und Therapeuten. Alle hielten sich bislang  strikte an das interne Stillhaltabkommen.

Die Antowort auf die  meistgestellte Frage um den siebenfachen Weltmeister und 91-fachen GP-Sieger kennen heute nur wenige  und diese sind alle  vertraglich verpflichtet, nichts an die Öffentlichkeit zu tragen.
Dennoch wurde zwischen den Zeilen gelesen.  Hypothesen und Vermutungen  machten die Runde.

 


Ich zitiere BLICK:

Nie dementiert wurde bislang die Tatsache, dass Schumi bei jedem GP vor dem Fernseher sitzt und keine Regung zeigt. Dazu soll er unregelmässig undefinierbare Laute von sich geben.
Nun, es ist in der Politik, beim Film und TV sowie in der Musik noch kein Fall aufge­treten, bei dem die Öffentlichkeit über einen erkrankten Superstar nichts erfährt.
Doch bei Schumi, der im GP-Zirkus 17 schwere Unfälle unter anderem mit einem Beinbruch (Silverstone 1999) überlebte, ist alles anders.

FAZIT: Der Erfolg der Medienkommunikation im Fall Michael Schuhmacher wird wohl eine grosse Ausnahme bleiben. Jedenfalls kenne ich keine analoge Geschichte in dieser Dimension. Doch ist das Ende der
Abschottungsphilosophie des Schuhmacher Clans  nicht abgeschlossen. Es ist damit zu rechnen, dass früher oder später doch noch  mehr an die Oeffentlichkeit gelangt. Kaum jemand glaubt nämlich an eine  Genesung des berühmten Formel 1 Piloten, der zahlreiche Unfälle überlebt hat. Ein Erfolg im Genesungsprozess wäre bestimmt sofort publiziert worden. Es ist wohl richtig, heute den Patienten  in Ruhe zu lassen, wenngleich sich alle Fans  in der Phantasie unschöne Bilder  ihres Helden ausmalen, über die niemand etwas erfahren darf.