Freitag, 15. April 2016

Aus PERSOENLICH-BLOG:


BLOG

Pressefreiheit für primitive Zote?


Marcus Knill

Eine Zote ist für den Duden ein derber obszöner Witz, der gegen den guten Geschmack verstösst.
In Deutschland tobt zur Zeit ein Streit auf verschiedenen Ebenen über Jan Böhmermann und sein Schmähgedicht gegen Erdogan. Wer es liest, muss sich die Frage stellen, ob primitiven Zoten auch geschützt werden müssen.
Die Zeilen führten jedenfalls zu einer Auseinandersetzung auf diplomatischer Ebene. Angela Merkel verbrennt sich die Finger, wenn Böhmermann (als Satiriker) angeklagt wird. Aber auch dann, wenn sie die beleidigenden Worte unter dem Segel der Medienfreiheit verteidigt. Jedenfalls eine «No-win Situation» für das politische Berlin.
Das ZDF hat die Passage im Archiv sofort gelöscht. Begründung: Der Text entspricht nicht den gängigen Qualitätsanforderungen. Es gibt nicht wenige Kulturschaffende, die sich anderseits gegen jegliche Beschränkung der Satirefreiheit stark machen. Damit sich das Publikum selbst ein Urteil fällen kann, muss ich leider das Gedicht an dieser Stelle wortwörtlich zitieren. Ich verzichte bewusst auf den Kntext der ganzen Sendung, sondern um die Formulierung des Gedichtes. (Quelle FAZ).

Schmähkritik, von Jan Böhmermann

Sackdoof, feige und verklemmt,
ist Erdogan der Präsident.
Sein Gelöt stinkt schlimm nach
Döner,
selbst ein Schweinefurz riecht schöner.
Er ist der Mann, der Mädchen
schlägt,
und dabei Gummimasken trägt.
Am liebste mag er Ziegen ficken,
(Unterbrechung 1)
Das wäre jetzt quasi eine Sache
die…
Ralf Kabelka: Nee (und schüttelt den Kopf)
Jan Böhmermann:
Kurden treten, Christen hauen,
und dabei Kinderpornos schauen.
Und selbst abends heisst
statt schlafen,
Fellatio mit hundert Schafen.
Ja Erdogan ist voll und ganz,
ein Präsident mit kleinem Schwanz.
(Unterbrechung 2)
Das ist eine Sache...
Ralf Kabelka: Das darf man nicht machen.
Böhmermann: Das darf man nicht machen.
Ralf Kabelka: Nicht Präsident sagen.
Böhmermann:
Jeden Türken hört man flöten,
die dumme Sau hat Schrumpel-
klöten.
Von Ankara bis Istanbul,
weiss jeder, dieser Mann ist schwul.
Pervers, zerlaust und zoophil
Recep Fritzl Priklopil.
Sein Kopf so leer wie seine Eier,
Der Star auf jeder Gangbang-Feier.
Bis der Schwanz beim pinkeln
brennt,
das ist Recep Erdogan, der türkische Präsident.
(Ende Zitat)

Fragen für die Leserinnen und Leser: Müssen solche primitiven Texte  geschützt werden? Darf Satire tatsächlich alles? Gibt es nicht auch Grenzen  des guten Geschmacks? Beantworten Sie diese Fragen jetzt für sich allein. Ihr Urteil? Politiker, Juristen und Experten werden sich nun über diesen Text noch lange den Kopf zerbrechen. Angela Merkel und ihre Berater sind nicht zu beneiden. Sie stecken alle in einem Dilemma.

Hubacher: Die SP hätte die Ausländerfrage nicht ausklammern dürfen

Ob wohl  die SP Parteispitze die mahnenden Worte Hubachers  ernst nimmt?

Bildergebnis für helmut hubacher
Helmut Hubacher ist einer der ganz grossen der Schweizer Polit-Geschichte: Er präsidierte von 1975 bis 1990 die Sozialdemokraten. Auch im hohen Alter beobachtet er die Entwicklungen, liest sieben Zeitungen täglich – und ortet im grossen Interview mit der «Basler Zeitung» Probleme in seiner Partei.


In der Ausländerfrage etwa habe die heutige Parteiführung Fehler gemacht, so Hubacher: «Christian Levrat hat bei den Wahlen 2015 die Ausländerfrage ausgeklammert mit der Begründung, die SP wolle nicht auf dem Rücken von Flüchtlingen Politik machen. Das war ein Fehler.»

SP-Levrat über Maurer: «Entweder er macht seinen Job  - oder er gibt das Dossier ab.»
Dass der aktuelle SP-Präsident Christian Levrat im letzten Wahlkampf die Ausländerfrage ausklammerte, sei ein «Fehler» gewesen, sagt Hubacher.
 
Denn es sei das Thema, «das die Leute am meisten beschäftigt.» Das habe aber wohl auch damit zu tun, dass die Sozialdemokratie seit der Schwarzenbach-Abstimmung 1970 ein Problem mit der Diskussion habe.
Heute sei die Schweiz damit konfrontiert, dass zwei Millionen Ausländer im Land lebten. «Diese – das möchte ich betonen – hat nicht etwa die SP ins Land geholt, sondern die Wirtschaft», stellt er klar.
Zu einem allfälligen EU-Beitritt vermerkt er, dass dieser ein langfristiger Programmpunkt bleibe: «Als SP-Präsident habe ich jedoch immer gesagt, dass dieses Thema erst eine Chance hat, wenn Herr und Frau Schweizer die Nicht-Mitgliedschaft im Portemonnaie wehtut.»
Auch zu Aktualitäten hat Hubacher eine dezidierte Haltung. Zu den Therwiler Schülern, die einer Lehrerin den Handschlag verweigern, sagt er: «Man tut diesen Jugendlichen keinen Gefallen, wenn man ihre Verweigerung toleriert.»
Er schlägt auch drastische Massnahmen vor: «Entweder wird dieser Familie die Sozialhilfe gekürzt, wenn sie nicht spurt, oder schlimmstenfalls muss sie unser Land verlassen.» Allerdings gebe es nicht tausende solcher Fälle. Deshalb dürfe man auch nicht alle Integrationsbemühungen vom Tisch wischen. (Quelle Blick-online)

KOMMENTAR:
Es ist tatsächlich falsch, Fakten, die unangenehm sind, einfach unter den Teppich zu kehren. Nach dem Motto: Aus den Augen- aus dem Sinn. Oder: Was nicht sein darf, wird verschwiegen.
Ich gehe davon aus, dass  Christian Levrat auch diese unangenehme Analyse von Helmut Hubacher einfach ignorieren wird. Denn: Was nicht sein darf, wird einfach totgeschrieben.


Verzwickter Fall Böhmermann

Wie Erdogan die Bundesregierung austrickste

Präsident Erdogan hat Berlin überrumpelt: Während man noch das Strafverlangen seiner Regierung prüft, hat er auch noch einen Strafantrag gegen Satiriker Böhmermann gestellt. Was bedeutet das? (Quelle: watson)

Es ist auf den ersten Blick verwirrend. Deshalb noch einmal der Reihe nach:
  Erdogan verlangt Genugtuung. 
  • Erstens: Die türkische Regierung hat förmlich verlangt, den ZDF-Moderator Jan Böhmermann wegen des von ihm selbst als – verbotene – Schmähkritik bezeichneten Gedichts über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan strafrechtlich zu verfolgen.
  • Zweitens: Nun hat am Montag auch noch Erdogan persönlich einen sogenannten Strafantrag gestellt.
Strafverlangen, Strafantrag – gibt es da einen Unterschied? Ja, tatsächlich, den gibt es. Es ist ein wichtiger Unterschied. Sowohl was die Ermittlungen anbelangt als auch die möglichen Folgen in einem Strafurteil für Jan Böhmermann. Hier sind die wesentlichen sechs Fragen – und Antworten:
Ganz grundsätzlich, welche Straftatbestände kommen überhaupt in Betracht?
  • Diskutiert wurde bislang vor allem Paragraf 103 Strafgesetzbuch (StGB). Dieser stellt die «Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten» unter Strafe. Dass Erdogan sich nicht in Deutschland aufhielt, als Böhmermann ihn beleidigte, das spielt keine Rolle – diese Einschränkung des Straftatbestandes gilt nur für einfache Regierungsmitglieder. Prinzipiell sind auch die Paragrafen 185 bis 187 StGB anwendbar, die Beleidigungen und andere ehrverletzende Äusserungen allgemein unter Strafe stellen; diese werden aber, wenn Paragraf 103 StGB greift, von jenem verdrängt.
Warum gibt es nun zwei Aufforderungen zur Strafverfolgung aus der Türkei?
Jan Böhmermann ist Erdogans Buhmann. Und umgekehrt.
  • Paragraf 103 setzt dagegen ein sogenanntes Strafverlangen der türkischen Regierung voraus; das ist zwar ähnlich wie ein Strafantrag – allerdings: Bei einem Strafverlangen muss zusätzlich noch die Bundesregierung die zuständige Staatsanwaltschaft förmlich zur Strafverfolgung ermächtigen, dem Strafverlangen also quasi zustimmen.
  • Mit einem Strafantrag, auch wenn er aus dem Ausland kommt, hat die Bundesregierung dagegen nichts zu tun. Insofern war Erdogans Strafantrag taktisch geschickt – damit hat er die Bundesregierung gewissermassen umgangen
  • Das liegt daran, dass der Paragraf 103 und der Paragraf 185 unterschiedliche formale Voraussetzungen haben. Eine Beleidigung nach Paragraf 185 wird nur verfolgt, wenn der Betroffene einen sogenannten Strafantrag stellt, also förmlich um Aufnahme von Ermittlungen bittet; genau das hat Erdogan offenbar – siehe oben – persönlich getan.
Warum hat die Staatsanwaltschaft Mainz schon ermittelt, bevor die türkische Seite das verlangt hatte?
  • Auch vor der der förmlichen Ermächtigung durch die Bundesregierung soll die Staatsanwaltschaft nach einer Sondervorschrift Beweise sichern und vor allem die Umstände aufklären, die sowohl für die Entscheidung des ausländischen Staates, ein Strafverlangen zu stellen, als auch für die Entscheidung der Bundesregierung über jenes Strafverlangen von Bedeutung sein können.
  • Ermittlungen nach Paragraf 185 dagegen sind in der Regel erst aufgrund eines Strafantrages möglich. Der liegt nun vor.
Inwiefern könnte Böhmermann nun angeklagt und eventuell sogar verurteilt werden?
  • Die Ermittlungen nach Paragraf 185 sollten jetzt laufen. Eine Anklage wäre darüber hinaus sogar wegen «übler Nachrede» oder «Verleumdung» möglich – denn in dem Gedicht geht es ja mehrfach um angebliche Sexualpraktiken des türkischen Präsidenten – und das sind dann eigentlich Tatsachenbehauptungen, die nach den Paragrafen 186 oder 187 strafbar sind.
  • Mehr noch: Nachdem eigentlich offensichtlich ist, dass diese Behauptungen unwahr sind, kommt sogar der schärfere Paragraf 187 in Betracht: Er bestraft ehrverletzende Falschbehauptungen, die «wider besseren Wissens» aufgestellt werden, besonders hart.
  • Erteilt die Bundesregierung die Ermächtigung zur Strafverfolgung wegen Paragraf 103 StGB, dürfte vor allem diese Vorschrift Anwendung finden. Denn immerhin stellt der Paragraf 103 auch eine «verleumderische Beleidigung» unter Strafe – und hierfür ist die Strafdrohung nochmals höher.
Droht Böhmermann eine Freiheitsstrafe?
  • Alle hier erwähnten Vorschriften sehen auch eine blosse Geldstrafe vor – mit einer Ausnahme: der verleumderischen Beleidigung von Staatsorganen nach Paragraf 103. Hier ist zwingend eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten (und bis zu fünf Jahren) vorgeschrieben.
  • Diese dürfte im Fall des Falles bei Böhmermann zwar zur Bewährung ausgesetzt werden. Andererseits: Wenn man zum Ergebnis kommt, dass sein Gedicht nicht von der Meinungs- oder Kunstfreiheit gedeckt war, dürfte sich die Strafe kaum am untersten Rand bewegen – dazu waren die ehrverletzenden Äusserungen zu zahlreich und massiv.
Die Bundesregierung kann zwar ein Strafverfahren gegen Böhmermann nicht verhindern, sie hat es aber faktisch in der Hand, ob dem Moderator im Falle einer Verurteilung nur eine Geldstrafe drohen würde – dann nämlich, wenn sie das Strafverlangen der türkischen Regierung, also eine Strafverfolgung wegen Paragraf 103 StGB, ablehnt.


KOMMENTAR:
Merkel ist in einer vezwickten Situation. Die Geschichte wird spannend. Gilt bei der Satire künftig nicht mehr die Narrenfreiheit? On verra.

Was sagen die Schweizer Satiriker zum Fall Böhmermann?
(Aus Tagi-online): 
Nun haben sich auch Schweizer Komiker zum Thema geäussert. Nur wenige stellen sich hinter ihren deutschen Berufskollegen. So sagt etwa Kabarettist und Satiriker Andreas Thiel zum «Blick»: «Satire darf nicht alles, und schon gar nicht Unwahrheiten verbreiten. Ehrverletzungen unter dem Deckmantel der Satire sind und bleiben einklagbar.»
Auch Schauspieler und Komödiant Marco Rima findet das «Schmähgedicht» daneben: «Ich mag Jan Böhmermann grundsätzlich sehr gern. Aber mit seinem Gedicht ging er zu weit. Das Gedicht ist auch nicht lustig, sondern plump.»
«Narzisstische Persönlichkeitsstörung»
Komiker und Moderator Fabian Unteregger hingegen zieht bei der Kritik gegen Erdogan mit: «Dass ein Staatschef eine Strafanzeige einreicht, ist schon bemerkenswert. Hier fragt man sich natürlich schon, ob Erdogan an seinen eigenen Grenzen nicht Wichtigeres zu tun hat, statt die Grenzen der Satire zu definieren. Die Art und Weise seiner Reaktion kann ferner ein Hinweis sein auf eine mögliche narzisstische Persönlichkeitsstörung», sagte er zum «Blick».
Viktor Giacobbo reagiert mit Satire auf die türkisch-deutsche Staatsaffäre: «Ich begrüsse es sehr, dass es zu einer Anklage kommt, weil dann muss gerichtlich untersucht werden, ob Erdogan tatsächlich Ziegen missbraucht. Das ist ja Teil der Anschuldigung», sagt der Satiriker zu «10 vor 10» 



Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

 

Donnerstag, 14. April 2016

Deine Mitarbeiter sind das USP Deines Unternehmens!

Gedankensplitter zum 8. Marketingtag 2016 in Schaffhausen.

Es ist unbestritten, dass die Mitarbeiter das wichtigste Gut eines Unternehmens ist.
Die Mitarbeiter sind das USP (Unique Selling Proposition). Dieser Gedanke stand im Zentrum der Referate und Workshops.


Bildergebnis für usp marketing
Obschon mich dieses Jahr die Workshops- Moderatoren weniger überzeugt haben wie letztes Jahr, gab es wertvolle Reflexionen und nachhaltige Gedankenanstösse,
die mit nach Hause genommen werden konnten.

Hier ein paar Aussagen, die sich lohnen, konkret umzusetzen:


--> Macht mit Ihrem Unternehmen das, was das Web nicht kann!

--> Mache die LEIDENSCHAFT zu Deinem Beruf!

Bildergebnis für Leidenschaft-

-> In Dir muss brennen, was in anderen entzündet  werden kann.
(d.h. Du kannst andere nicht überzeugen und begeistern, wenn Du selbst nicht  begeistert und überzeugt bist von dem, was Du sagst)

Bildergebnis für Viele brennende Teelichter-

-> Ueberlade das Fuder nicht!
(Wir wollen oft zu viel)



Bildergebnis für Ueberladenes Fahrzeug
FAZIT: Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was ich in meinem Unternehmen vermitteln kann, das alle andern nicht können. 




Mittwoch, 13. April 2016

"Kosequent sein" - ein hilfreiches Werkzeug für Lehrerinnen und Lehrer

Es geht nicht ohne das Durchsetzen von Spielregeln

Bildergebnis für disziplin im Schulzimmer  

(Ich zitiere aus dem SPIEGEL)

Eine Lehrerin schreibt:

Mein Nettsein sah so aus, dass ich mich in den ersten Stunden im Referendariat gar nicht durchsetzen konnte. Ich schaute zu, wie die Schüler permanent miteinander redeten. Ich kam damals gar nicht auf die Idee, dass ich Schüler auseinander setzen könnte.

Weil ich nichts gegen die störenden Unterhaltungen unternahm, fingen andere Schüler auch an zu quatschen. Denn die Klasse sah ja, dass ich das Quatschen im Unterricht nicht sanktionierte. Ich tat auch nichts dagegen, wenn sie ihr Essen rausholten oder sonst wie störten. Wenn sie aufstanden, um etwas in den Papierkorb zu schmeißen, sagte ich vielleicht: "Das hättest du auch am Ende der Stunde machen können."
Es wurde immer chaotischer in meinem Unterricht.
Und zwar nicht, weil ich das gut fand. Zum einen lag es daran, dass ich nicht meckern wollte, zum anderen aber auch, dass ich gar nicht wusste, was ich gegen Störungen machen sollte. 

Ich sagte Sachen wie:

"Seid doch bitte mal kurz ruhig, ich will euch die Aufgabe erklären."

"Kannst du bitte kurz aufhören zu quatschen? Die anderen können gar nicht hören, was ich hier vorne erkläre."

"Okay, dann geh schnell auf die Toilette, aber nächstes Mal bitte in der Pause."
Nach außen hin blieb ich ruhig, obwohl ich innerlich kochte. Jede Stunde wurde ich wütender. Warum stören die permanent den Unterricht? Ich bin doch nett. Warum machen die trotzdem nicht, was ich will? Dann fingen die Schüler an, so Sachen zu sagen wie "Sie müssen strenger sein!" oder "Sie sind viel zu nett". Ich verstand die Welt nicht mehr. Wollten die Schüler etwa, dass ich sie anmeckere und ihnen Strafarbeiten aufgebe?

Es wurde immer schlimmer. Irgendwann konnte ich nicht mehr und schrie die Klasse an. Ich schrie und drohte und fühlte mich dabei total schlecht. Werde ich jetzt so eine Lehrerin, die immer schreien muss?

"Warte noch drei Wochen, dann zeigt sie ihr wahres Gesicht."
 
War das mein wahres Gesicht? Die meckernde, rumschreiende Lehrerin? Damals habe ich nicht verstanden, dass die Schüler wollten, dass ich mich durchsetze und der Chef im Unterricht bin. 


"Sie müssen strenger sein" heißt nichts anderes, als konsequent zu sein. Wenn einer quatscht, dann unterbinde das! Wenn du etwas androhst, dann musst du das auch durchsetzen! 

KOMMENTAR:
Ich gab vor dem Zusatzstudium auch Unterricht auf der Sekundarschulstufe. Auch mich beschäftigte die Frage:
Wie kann man störungsfrei lehren und lernen? Mit folgendem Vorgehen hatte ich am meisten Erfolg:
Ich sagte der Klasse am Anfang. Bei mir gibt es noch keine Hausordnung. Falls notwendig, werde ich erst bei Bedarf eine Regel einführen, die dann aber auch eingehalten werden muss. Tatsächlich zeigte sich nach einigen Tagen, dass oft viele störenden Quergespräche gab, wenn jemand etwas erklärte. Nun wurde erstmals eine Regel aufgestellt.
Ich schrieb diese Regel oben auf ein leeres Merkblatt an der Wand:
1. Regel: "Wenn eine Person spricht, hören die anderen zu."
Es brauchte dann eine geraume Zeit, bis sich diese Spielregel durchgesetzt hatte und diese neue Lernkultur verankert werden konnte.
Doch nach wenigen Wochen hatten sich alle  ans Zuhören gewöhnt.
Analog wurden später schrittweise weitere Regeln etabliert, wie
beispielsweise.
Die Regel: "Pünktlichkeit ist eine Selbstverständlichkeit."
Dank des konsequenten Durchsetzens weniger Vereinbarungen konnte viel stressfreier und angenehmer gearbeitet werden.

 

Dienstag, 12. April 2016

Selbstsicherheit macht sich bezahlt

Karriere

Aus 20 min

Extrovertierte Personen verdienen deutlich mehr

Wer erhält am meisten Gehalt? Englische Forscher wissen darauf eine Antwort: Extrovertierte, kontaktfreudige Menschen.




1|13
Extrovertierte Personen wie Richard Branson, 
Gründer der Virgin Atlantic Airways, bringen es
oft weiter als schüchterne Personen.
 



Konkret zeigte die Studie, dass extrovertierte Erwachsene eine 25 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, mehr als 40'000 Pfund zu verdienen, für die britischen Inseln ein stattliches Gehalt. Im Bericht schreiben die Autoren ausserdem: Kinder aus vermögenden Familien sind eher extrovertiert als solche aus armen. Sie zeigen oft ein höheres Mass an Vorstellungskraft und Neugier. Mögliche Erklärung: Bessere und frühere Förderung in Schule und Elternhaus.

WERBUNG
Klare Zusammenhänge

Für die Studie wurden die Daten von insgesamt 150'000 Teilnehmern eines Persönlichkeitstests des britischen Fernsehsenders BBC verwendet. Auch in dem Test war bereits ein klarer Zusammenhang zwischen Persönlichkeit, sozialen Fähigkeiten und dem Einkommen einer Person feststellbar.
Für die Autoren der Studie ist aufgrund ihrer Ergebnisse klar, dass Schüler im Bereich der Social Skills stärker gefördert werden müssen. Ausserdem sollen die obligatorischen Schulen sowie weiterführende Bildungseinrichtungen wie Unis den Schülern helfen, sich besser auf Interviews und Gesprächssituationen vorzubereiten. Diese Forderung unterstützt in einem Artikel mit der britischen Zeitung «The Independent» auch der Vorsitzende der Sutton-Stiftung Peter Lampl.

Jeder ist irgendwie schüchtern

Dass schüchterne, introvertierte Personen in unserer Gesellschaft unterschätzt werden, bestätigt auch der deutsche Psychologieprofessor Jens Asendorf in der «Wirtschaftswoche». Es sei deshalb wichtig, dass die Schüchternen diesen Charakterzug nicht als Schwäche sähen, sondern ihn akzeptierten und auch als Stärke empfänden. Denn nichts sei unechter, als eine Rolle zu spielen, der man nicht entsprechen könne – gerade bei Führungsstellen.
Dabei ist jeder irgendwie schüchtern. In einer Umfrage in Kanada haben 61 Prozent der Befragten angegeben, sie seien «mindestens ein bisschen schüchtern». Schüchternheit ist die Angst, so sagt der Angstforscher Borwin Bandelow in einem Interview, von anderen Menschen kritisiert oder negativ beurteilt zu werden. In der Folge dieser Angst meiden schüchterne Personen Situationen, in denen sie anderen begegnen.
(kwo)

KOMMENTAR:

In meiner Tätigkeit als Berater habe ich erfahren, dass beides wichtig ist: Die Bescheidenheit, die Zurückhaltung und das extravertierte Verhalten.
Wir müssen fähig sein, uns situativ richtig zu verhalten.
Wer sich kennt - mit all seinen Stärken und Defiziten  - ist auf dem richtigen Weg zur Selbstsicherheit.
In unseren massgechneiderten Modulen werden Sie befähigt, sich verständlich, überzeugend und glaubwürdig auszudrücken. Setzen Sie sich mit K+K in Verbindung.
Wir konnten bislang vielen Studienabgängern (Juristen, Theologen, Lehrbeauftragten) in massgeschneiderten Modulen das vermitteln, was leider im Studium vernachlässigt wurde:
Die Förderung der Auftrittskompetenz.
Wir arbeiten prozessorientiert mit fachgerechtem Videofeedback (learning by doing)
 


Montag, 11. April 2016

In 20 Minuten nachvollziehbar kommentiert:

«Die Handschlag-Debatte ist eine Stellvertreter-Debatte»



Es fange damit an, dass Schüler Lehrerinnen nicht die Hand geben, dann komme der Musik- und Kunstunterricht und separate Gebetsräume. Manea: «Dieser Fundamentalismus wird nicht dadurch verschwinden, dass wir ihn ignorieren oder kleinreden.» Sie fordert, dass man Schulen und Lehrer darauf vorbereiten soll, wie man Muster erkennen könne und sich wehren könne. Die Schulen sollten unterstützt werden, damit sie Verhaltensrichtlinien formulieren könnten, die für alle gelten.
In die gleiche Kerbe schlägt der Kommentar von Chefredaktor Patrik Müller in der «Schweiz am Sonntag». Die Handschlag-Debatte sei eine Stellvertreter-Debatte. Es gehe um die Frage, wie weit sich Angehörige fremder Kulturen und Religionen der unsrigen anpassen sollen und wieviel beidseitige Toleranz richtig sei. Europas Kultur sei zu der geworden, was sie sei, weil sie über die Widersprüche zwischen Religion und Vernunft nachgedacht habe. 

«Einen Handschlag zu verweigern, gilt als respektlos»

Ein Erfolg sei, dass die Schulen nicht mehr konfessionell sondern neutral seien. Leider seien aber manche Schulen nicht wertneutral sondern wertfrei geworden. Der Fall Therwil sei dafür ein Beispiel. «Der Dispens ist keine Lösung, sondern eine Ausflucht.» Für Müller ist darum eines entscheidend: «Dass wir wissen, was wir zu verlieren haben.»
Einen Handschlag zu verweigern, werde in der Schweiz als äusserst respektlos empfunden, schreibt auch NZZ-am-Sonntag-Inlandchef Francesco Benini in seinem Kommentar. Dass die Jugendlichen ihrer Lehrerin zudem nicht die Hand geben würden, weil sie eine Frau sei, bedeute, dass sie ihre Autorität nicht respektieren würden. «Das kann die staatliche Schule nicht dulden», so Benini.

«Das schwächt die Schule als Institution» 

Auch andere Religionsgemeinschaften würden immer wieder Ausnahmen für die Kinder ihrer Angehörigen einfordern. Es gehe darum um die Frage, wie viele Ausnahmen man religiösen Gemeinschaften in der Schule einräumen solle. Für Benini ist klar: «Möglichst wenige.» Dass Schüler einer Lehrerin den Handschlag verweigerten, schwäche denn auch die Schule als Institution. «Die Schulleitung in Therwil muss darum eine neue Lösung präsentieren.»

(ann)
LINK:

Ungefähr 36'800 Ergebnisse (0.37 Sekunden) 

Suchergebnisse

Nachrichtenbild für "therwil" von BLICK.CH

Die Handschlagverweigerer von Therwil werden von Blanchos ...

BLICK.CH-vor 20 Stunden
Die Handschlag-Verweigerer aus Therwil BL sorgen weltweit für Schlagzeilen. Die syrischen Brüder A.,14, und N.,15, verstehen die Aufregung ...