Samstag, 7. November 2015

Die SP im Spannungsfeld zwischen rosarot und tiefrot


Der Streit zwischen SP-Regierungsrat Mario Fehr und den Jungsozialisten entfacht den alten SP-Konflikt zwischen Sozialliberalen und Linken neu. 

Bildergebnis für juso zürich

Die Spitzenvertreter der Partei beschwichtigen:
(aus Tagi)
Für Daniel Frei, den Chef der Zürcher SP, war  der Moment für eine ­präsidiale Intervention gekommen. Per Mailing wandte er sich an die Partei und schrieb: «Die SP ist dann am stärksten und erfolgreichsten, wenn sie sich als linke Volkspartei versteht. Mit Mitgliedern sowie Exponentinnen und Exponenten von Mitte-links bis ganz links kann sie am meisten Wähler ansprechen (. . .). Auf den aktuellen Konflikt bezogen heisst dies: Mario Fehr und die Juso gehören zur SP. 
Bildergebnis für mario fehr
Frei reagierte damit auf den Streit in der Zürcher SP, der gestern neue Nahrung bekam: In Interviews mit der NZZ und der «Schweizer Illustrierten» kritisierte Mario Fehr, Zürcher SP-Regierungsrat und Sicherheitsdirektor, seine Partei im Allgemeinen und die Jung­sozialisten im Besonderen.
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Einhellig und mit Nachdruck verurteilen die Spitzenvertreter der Partei die Juso-Straf­anzeige. Gleichzeitig beschwichtigen sie.
Hintergrund des Streits ist die von Fehr angeordnete Beschaffung einer Über­wachungssoftware. Die Juso reichten in der Folge eine Strafanzeige gegen Fehr ein. Dieser reagierte, indem er seine SP-Mitgliedschaft sistierte. Fehr bezeichnete die SP in den Interviews als «zu eng» und «zu dogmatisch». Es müsse in der SP «Platz haben für akzentuierte Sozialliberale wie Tim Guldimann, Daniel Jositsch oder mich». Leider gebe es in der SP aber Kräfte, die alle Anders­denkenden hinausdrängen wollten. Er hoffe, so Fehr, dass sich die intoleranten Kräfte, «die andere mit Strafanzeigen eindecken, nicht durchsetzen».
Der Streit bewegt die SP, die soeben noch als glänzende Wahlsiegerin im Rampenlicht gestanden ist. Einhellig und mit Nachdruck verurteilen die Spitzenvertreter der Partei die Juso-Straf­anzeige. Gleichzeitig beschwichtigen sie: Der Konflikt zwischen den pragmatischen, liberalen Kräften und den dezidiert linken gehöre zum Wesen der SP. «Zwischen dem linksten und dem rechtesten SP-Mitglied war schon immer eine grosse Distanz», sagt die neu gewählte Nationalrätin Priska Seiler Graf.
Bei den Wahlen habe die Zürcher SP diese Stärke ausspielen können – sie sei mit pointiert Linken und Sozialliberalen angetreten. 

SP-Exponenten sind davon überzeugt, dass die Partei nur verlieren würde, wenn sie sich auf ein Entweder-oder einlasse und einen richtigen Flügelkampf zulasse: «Radikallinke Kampf­parolen kommen auf dem Land nicht gut an», sagt Parteivizepräsident Moritz Spillmann. Gleichzeitig hätte es eine ­sozialliberal positionierte SP in der Stadt schwer, wo ihr am linken Rand die Alternative Liste Konkurrenz macht.
Dass in einer Partei, die gleichzeitig rosa- und dunkelrot sein will, notwendigerweise Querelen entstehen: Das weiss auch Präsident Frei. Trotzdem (und obschon die Partei-Granden das Konfliktpotenzial wortreich abtempieren) hat er den Fehr/Juso-Streit nun zum Anlass für eine Intervention genommen. Das liegt daran, dass für Frei etwas Grundsätzliches auf dem Spiel steht: «Es ist zentral, dass sich alle in der SP zur Volkspartei bekennen. Alle müssen bereit sein, unter einem Dach zu wirken. Niemand darf für sich beanspruchen, die Wahrheit zu pachten. Wenn einzelne Kräfte in der SP nicht bereit sind zu diesem Bekenntnis, wird es sehr schwierig.» Noch nie, so Frei, habe er auf ein Mailing so viele Reaktionen erhalten wie auf das gestrige. Davon hätten ihn 95 Prozent unterstützt und ihm gedankt.

Jacqueline Badran gibt zu bedenken: «Man muss sich bewusst sein, dass Linke auf Überwachungsfragen hochsensibel reagieren: Wir waren die Fichenopfer.  «Darum wäre es gut gewesen, Mario Fehr wäre mit etwas mehr Fingerspitzengefühl vorgegangen und hätte sich mit den Juso zusammengesetzt und sein Vorgehen erklärt.»

KOMMENTAR: Wenn sich in einer Partei der Spaltpilz bemerkbar ist, ist dies immer schädlich. Nicht nur in der SP - auch in vielen anderen Parteien kommt es gelegentlich zu Unstimmigkeiten und Grabenkämpfen. Ich erinnere an die CVP, die mit dem C (christliches Gedankengut) Probleme hatten.
Bei der SVP führten interne Auseinandersetzungen sogar zu einer Spaltung (Gründung der BDP). Bei der FDP ist es die Europafrage, die immer wieder zu Spannungen führt.
Gefährlich wird es vor allem, wenn interne Auseinandersetzungen über die Medien ausgetragen werden.
Bewährt hat sich das Prinzip: Intern streiten. Nach aussen mit einer Stimme sprechen. Wenn der Knatsch dennoch öffentlich ausgetragen wird, versuchen die Exponenten die Situation vielfach zu retten mit den Floskeln wie:
"Wir sind ein transparente Partei und wollen nichts verbergen".
"In unserer Partei haben verschiedene Meinungen Platz".

NEWS (NACHTRAG):


Staatstrojaner-Affäre: Hat Mario Fehr das Bundesgerichtsurteil ignoriert?

 

MEINE PROGNOSE:
Wenn es tatsächlich erwiesen ist, dass der Zürcher Justizdirektor nicht wahrheitsgetreu informiert hat, ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Die Beschaffung soll trotz eindeutigem Bundesgerichtsentscheid erfolgt sein. Und die  Behauptung, dass Bundespräsidentin Sommaruga die Trojanergeschichte gutgeheissen habe (die Magistratin streitet dies angeblich ab!) wäre dies eine Falschaussage.
Mich interessiert nun das Verhalten des angeschossenen Justizdirektors. Wenn nachgewiesen werden kann, dass Mario Fehr das Bundesgericht  ignoriert hat und die Aussage über das Einverständnis der Bundesrätin tatsächlich nicht stimmt, würde der Regierungsrat sicherlich in einen Medienstrudel geraten.  
LINKS:
Bild für das Nachrichtenergebnis
Mario Fehr erwartet von den Juso zwar keine Entschuldigung, er will jedoch, dass ihre ...
Linke Flügelkämpfe: Mario Fehrs Forderung nach Disziplinierung der Juso fordert die SP heraus
Neue Zürcher Zeitung‎ - 


Der Justizdirektor nimmt das Szepter in die Hand

Bei einer sich anbahnenden Krise muss rasch gehandelt werden.
Davon ausgehend, dass die Aussagen von Mario Fehr der Wahrheit entsprechen, hat er das einzig richtige  gemacht und sich sofort  zu Wort gemeldet:
Ich zitiere aus Tagi:
Der Sicherheitsdirektor selbst sagte gleichentags im Regionaljournal Zürich-Schaffhausen, er hätte «kein Problem damit», wenn die Sache vom Bundesgericht entschieden würde: Wenn irgendjemand finde, er habe illegal gehandelt, dann könne er ja den Entscheid des Kantonsrats vor dem Bundesgericht anfechten. «Einfach machen», sagte Fehr im Radio.
Erst ein Entscheid aus Lausanne im Sinn der Juso würde den Weg für ein Strafverfahren gegen den Sicherheitsdirektor öffnen und eine juristische Klärung ermöglichen. Aber noch ist offen, ob die SP-Jungpartei tatsächlich vor Bundesgericht die Aufhebung der Immunität ihres Genossen erstreiten will.

Vor einem Jahr hatte Lausanne in einem aufsehenerregenden Urteil das neue Zürcher Polizeigesetz in einem Punkt kassiert und dabei festgehalten, es sei «zumindest fraglich», inwieweit das Strafgesetz «auf die Überwachung mittels Computerprogrammen anwendbar ist». Die Zeitung schliesst daraus, ­Sicherheitsdirektor Mario Fehr hätte «wissen können und müssen», dass die von ihm bewilligte Anschaffung von Spionagesoftware für die Zürcher Polizei «mehr als fragwürdig» sei.
«Fragliche» Rechtsgrundlage
Fehr sagte dazu zum «Tages-Anzeiger», das Bundesgericht habe in dem ­Urteil nicht mehr festgehalten, als dass die Rechtsgrundlage eben «fraglich» sei. Fehr bleibt dabei: Staatsanwaltschaft, Obergericht, die Geschäftsleitung des Kantonsrats und zahlreiche Juristen seien der Ansicht, dass die Anschaffung und der Einsatz von sogenannten Staatstrojanern – sofern richterlich bewilligt – im geltenden Rechtsrahmen möglich und legal sei. Als Sicherheitsdirektor trage er Verantwortung für die Sicherheit im Kanton. Dazu gehöre, den Strafverfolgungsbehörden die notwendigen Mittel in die Hand zu geben. «Ich war mir schon damals bewusst, dass ich dafür kritisiert werde. Auch heute würde ich so entscheiden», sagte Mario Fehr am Sonntag.
Die «Schweiz am Sonntag» kritisiert Fehr noch in einem zweiten Punkt. In einem Interview mit der NZZ hatte sich der Regierungsrat auf Justizministerin Simonetta Sommaruga (SP) berufen. Sie habe vor dem Parlament «klar festgehalten, dass solche Mittel bereits eingesetzt werden, und zwar legal».
Tatsächlich ist im Zusammenhang der Debatte aber unklar, ob die Justiz­ministerin Staatstrojaner gemeint hatte oder herkömmliche Überwachungs­methoden für die Telefonnetze. Ihr Sprecher hält fest, die Bundespräsidentin habe die gesetzliche Grundlage von Staatstrojanern «stets als umstritten ­bezeichnet».
Sommaruga äusserte sich im Rahmen der Parlamentsdebatte um das neue Post- und Fernmelde-Überwachungs­gesetz (Büpf) tatsächlich mehrfach konkret zur bisherigen Praxis. Sie ging dabei niemals über die Aussage hinaus, man könne sich darüber «streiten», ob «schon heute eine gesetzliche Grundlage dafür besteht».
«Zwei Juristen, drei Meinungen»
Zu den Vorwürfen der «Schweiz am Sonntag» sagte Fehr, diese seien alles andere als neu. Die Zulässigkeit der Software unter dem bestehenden Gesetz sei unter Juristen eben hoch umstritten: «Zwei Juristen, mindestens drei Meinungen.» Er wünsche sich in Zukunft eine politische statt eine juristische Debatte über die Grenzen des Überwachungsstaats.
FAZIT: Es wird sich nun zeigen, ob dies Fehrs Befreiungsschlag gewesen ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass er mit seiner offensiven Haltung die Ausbreitung eines Medienhypes verhindern konnte. Hinsichtlich Krisenkommunikation hat Mario Fehr jedenfalls richtig gehandelt.
NACHLESE:
Blick:
15 Umstrittener Staatstrojaner Mario Fehr muss nicht vors Bundesgericht

Umstrittener Staatstrojaner: Mario Fehr nicht mehr in der Schusslinie der Juso

Neue Zürcher Zeitung - ‎vor 40 Minuten‎
Die Zürcher Jungsozialisten geben im Streit mit Regierungsrat Mario Fehr auf. Sie akzeptieren, dass Fehrs Immunität nicht aufgehoben wird. Vom Tisch ist die Angelegenheit deswegen aber noch nicht. 12.11.2015, 11:01 Uhr. Zwist mit der Jungpartei: Der ...

Gedanken zur Fremdbetreuung von Kindern

Wenn beide Partner in einer Ehe arbeiten,
geht es nicht ohne Fremdbetreuung der Kinder.


Ideal ist es, wenn ein Elternteil sind den Kindern widmen könnte oder wenn Grosseltern die Kinder als bekannte Bezugspersonen einspringen können. Ich habe Kollegen, die haben auch gute Erfahrung gemacht mit einer konstanten Betreuungsperson. Ein ständiger Wechsel wirkt sich negativ aus.

Die Krippenplätze können bekanntlich ins Geld gehen. Deshalb sind heute wieder Nannys  gefragt. Ab zwei Kinder soll es sich lohnen.



Gestern habe ich in Zürich an einer Tramstation ein junges Kinderbetreuertrio mit 6 Kleinkindern beobachten können und dabei meine Gedanken gemacht.
Alles war perfekt eingespielt. Die Kinder wurden wie Puppen auf eine Bank gesetzt. Alles sassen  regungslos das - wie geparkt.
Dann wurde jedem ein Stück Zwieback verabreicht.
Das Ritual beim Besteigen der ankommenden 11er Strassenbahn war beachtenswert. 
Ein jugendlicher Betreuer blockierte sofort die Türe.
Dann wurden die Kinder einzeln auf der Treppe ins Innere der Strassenbahn gehievt.
Oben auf der Plattform mussten die Kinder diszipliniert warten.
Wohl  ein ritualisierter Ablauf. Sie  verharrten dort wie kleine Zwerge. 

Das Ganze spielte sich lautlos ab - ohne Hektik.
Bis dann auch noch der Kinderwagen verladen war, dauerte es erstaunlich lang.
Niemand sprach ein Wort. An der Haltestelle kommunizierte vorher nur das Betreuerteam  unter sich. Die Kinder wirkten für mich wie ein "Betreuungsgut" - ein Sache.
Wären dies meine Kinder gewesen, hätte ich hinsichtlich Sicherheit ein gutes Gefühl haben müssen.
Doch wurde mir bewusst: Bei allen Massenbetreuungsmodellen kann  bei einer Fremdbetreuung  die leibliche Mutter nie ersetzt werden. Eine Mutter spricht mit dem Kind - auch wenn es die verbale Sprache nicht beherrscht. Später beantwortet sie die ständigen Fragen des Kleinkindes und animiert es   zum Verweilen und Beobachten. Es ist erwiesen: Die kommunikative Kompetenz wird in den ersten Jahren wesentlich geprägt. Diese wertvollen Jahre - die wir verpassen - können später nicht mehr nachgeholt werden.
Ich hatte das Glück, dass meine Frau ihren Job mit der Geschäftsstelle der Volkshochschule weitgehend zu Hause ausüben konnte und unsere Kinder fast keine Fremdbetreuung benötigten. Wenn wir verreisen mussten, konnten wir mit unseren Grosseltern rechnen. Ein Glücksfall?
Ich habe heute volles Verständnis, wenn sich  ein Ehepartner dafür entscheidet, ihr Kind während der prägendsten Lebensphase selbst  zu betreuen und auf eine Karriere zu verzichten. Reden lernen wir bekanntlich nur mit Reden.
Bildergebnis für Grossraum kinderwagen
Wenn ich Betreuerinnen in der Stadt betrachte - mit ihren Grossraumkinderwagen - und sehe, wie die Kleinkinder stundenlang durch die Stadt gefahren werden, frage ich mich: Ist dies im Sinne der Eltern? Wenn wir sehen können, dass die Frauen während ihres Hütedienstes vor allem nur unter sich plaudern (Sie sprechen mit den Kindern kein Wort). 

Bildergebnis für Grossraumkinderwagen
Einmal mehr geht es  bei der Betreuungsfrage von Kindern nicht um eine ENTWEDER-ODER sondern um eine SOWOHL-ALS AUCH Haltung.
Auf der einen Seite gibt es die individuelle Einzelbetreuung mit dem Vorteil, dass ein Kind individuell gefördert werden kann. Wobei hier die soziale Kompetenz des Kindes eher zu kurz kommt.
Auf der anderen Seite gibt es  die  Fremdbetreuung ganzer Gruppen von Kleinkindern, bei der sich Kinder zwar eingliedern lernen, aber durch die "Massenbetreuung" hinsichtlich individueller Entwicklung zu kurz kommen.
Rezeptorientierte Modelle sind in der Regel fragwürdig. Wie bei anderen Bereichen - vor allem wenn es um Erziehung und Menschen geht - dürfen wir den gesunde Menschenverstand nie ausklammern. Patentrezepte gilt es stets zu hinterfragen.

Freitag, 6. November 2015

Bilder und Flüchtlinge

Fluechtlinge willkommen | (c) 123rf 
Fluechtlinge willkommen | (c) 123rf

Medienexperte Marcus Knill: Wieso Medien solidarisch über #Flüchtlinge berichten

 Seit Tagen sind Flüchtlingen in den Medien ein Thema. Und es fällt auf: Zuerst haben die Medien sehr kritisch, ja schon fast ablehnend über die Flüchtlinge berichtet. Doch auf einmal schreiben und erzählen die Medien viel wohlwollender und solidarischer über Flüchtlinge. Was hat sich verändert? Und was hat die positive Berichterstattung bei der Bevölkerung ausgelöst? Matthias Hauser hat den Medienexperte Marcus Knill interviewt.

Medienexperte Marcus Knill: Wieso Medien solidarisch über ...

www.lifechannel.ch/.../Medienexperte-Marcus-Knill-Wieso-Medien-solid...
10.09.2015 - 10.09.2015 - Seit Tagen sind Flüchtlingen in den Medien ein Thema. Und es fällt auf: Zuerst haben die Medien sehr kritisch, ja schon fast ...

Donnerstag, 5. November 2015

Bewusste Klima-Lüge

Exxons grosse Klima-Lüge

Erstaunlich, wie lange Institutionen und Firmen Schäden beschönigen und problemlos bestreiten können. 

(Quelle SRF)
Seit Jahrzehnten wusste die grösste private Erdölgesellschaft der Welt, dass der CO2-Ausstoss fossiler Brennstoffe den Klimawandel befördert. Sie verschwieg das nicht nur, sondern bestritt es gegenüber der Öffentlichkeit. Jetzt flog das Doppelspiel auf – der Erdölriese steht am Pranger.
Eine Person betankt ihr Auto, im Hintergrund das Exxon Symbol.  
Bildlegende: Systematisch gelogen, im Dienste des Profits: Die Enthüllungen sind wenig schmeichelhaft. 
Manchmal muss man gar nicht weit suchen, um fündig zu werden. Aber das muss einem zuerst mal in den Sinn kommen. Auch die Journalistin Susanne Rust und ihr Reporterteam des Energie- und Umweltprojekts «Energy and Environmental Reporting Project» an der Columbia University hätten fast am falschen Ort für eine Geschichte über den Klimawandel recherchiert. Dass das Firmenarchiv des Erdölgiganten Exxon Mobil eine ergiebige Quelle sein könnte, wurde zuerst verworfen.

Parallelen zur Tabakindustrie

Es gibt Parallelen zum Verhalten der Tabakindustrie. Eine Diskrepanz zwischen dem internen Wissen und der externe Kommunikation, der Einsatz von Wissenschaftlern beim Schaffen von Unsicherheit. Allerdings sind sich nicht alle Juristen sicher, ob das allein reicht, um mit Big Oil einen ähnlich milliardenschweren Vergleich zu erzielen, wie in den 1990ern mit Big Tobacco. Die Beweiskette zwischen Ursache und Schaden ist zum Beispiel weniger stringent.
Susanne Rust glaubt zudem nicht, dass Exxon Mobil in erster Linie die Umwelt schädigen wollte. «Es ist Exxon Mobil darum gegangen, Gesetze zu verhindern, die schlecht gewesen wären für das eigene Geschäft», sagt die Journalistin. Allerdings fragt auch sie sich, was gewesen wäre, wenn die Erdölfirmen von Anfang an transparenter gewesen und eine andere Strategie im Umgang mit dem Klimawandel gewählt hätten.

FAZIT: Lügen haben kurze Beine. Eine Firma muss nicht immer alles sagen, was Sache ist. Aber das was nach AUSSEN kommuniziert wird muss wahr sein.

Dienstag, 3. November 2015

BLICK kürte das beste Leser - Herbstbild

Sie ist tatsächlich  schön - diese Aufnahme:







  Goldener Herbst: Warum die Bäume diesmal so lange bunt bleiben
Goldener Herbst: In diesem Jahr bleiben die Blätter länger bunt und leuchtend
Foto: Getty Images

Montag, 2. November 2015

KRISEN antizipieren

Was macht gute Krisenkommunikation aus?

Bildergebnis für blühende Bergwiese

Gefährliche Situationen kommen meist unverhofft

Bildergebnis für gefährliches Gewitter in den Bergen


Rhetorik.ch Artikel zum Thema:

Was macht gute Krisenkommunikation aus?
  • Es wird rasch informiert. Es soll aber nicht voreilig gehandelt werden.
  • Es werden Fakten beschrieben. Keine Hypothesen, Vermutungen, Schuldzuweisungen
  • Bei Toten und Verletzten: Beileid und Anteilnahme. Menschen kommen vor materiellen Schäden.
  • Hinweis aus die erfolgten Massnahmen. Erklären, weshalb die Namen nicht genannt werden können
  • Sagen, was künftig getan wird: Untersuchungen, Abklären, Hinweis auf nächste Information
  • Offen und kontinuierlich informieren. Was gesagt wird muss wahr sein. Aber man muss nicht alles sagen, was wahr ist.

K Klare, kurze, konkrete Aussagen
R Richtige Fakten weitergeben
I Information: Was ist die wichtigste Botschaft?
S Schnell aber nicht zu schnell reagieren
E Einfache Sprache. Emotionen angemessen miteinbeziehen.


  Zur Kommunikation der SBB im Zusammenhang mit dem Unfall:

Pressesprecher Reto Schärli (SBB) liess sich auf keine Spekulationen ein. Internet und Social Media sind unschlagbar in der Geschwindigkeit. Es gibt sofort Bilder, Zeugenberichte und Kommentare von Betroffenen. Der Nachteil liegt darin: die online Botschaften vermitteln sehr schnell Vermutungen und Spekulationen. Mitunter werden Gerüchte übernommen, Kommentare ungefiltert copiert und weiter verbreitet. Unfallursachen werden sehr schnell als Fakten verbreitet. Wir haben bei Zugzusammenstoss in Neuhausen gesehen: Die Weichenthese, die Länge des Zuges, die veraltete Sicherheitsanlage, der 30 Minutentakt. Diese Thesen wurden im Internet im Laufe des Unglückstage, gleichsam als gesichert verbreitet. Nicht immer in Frageform. Selbst wenn sich eine Mutmassung nachher als richtig erweisen würde, so haben wir am Donnerstag gesehen, dass es für zuverlässige Aussagen, fachgerechte Abklärungen und Untersuchungen bedarf. Dies benötigt Zeit. Am Unglückstag war am späten Abend immer noch nicht bekannt, welches die Ursache des Unglückes war. Doch im Netz kursierten bereits fixe Thesen. Zur Aussage der Sprecherin Anja Schudel im "Tele Top": Sie sprach ruhig, sicher, klar, einfach und verständlich. Sie hatte eine konkrete Kernaussage und überzeugte. Die Printmedien haben auch bei diesem Unfall gezeigt: Sie sind zwar nicht so schnell wie die Online Medien. Dafür können sie (die SN vom 11.1.13 bestätigt dies es) fundierter informieren. In Krisensituationen sind somit die Printmedien für die Oeffentlichkeit wichtig. Sie können das Kurzfutter der Internetnews vertiefen und die Fülle der Kurz- Informationen für die Leser einordnen.
SN Beitrag
Rhetorik.ch




LINKS:
22. Jan. 2009 ... Auch Ärzte müssen für derartige überraschende Auftritte trainiert werden. Die Voten von drei Ärzten der Universitäts-Klinik für Allgemeine und ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/01_22/

Bevor die Krise da ist, sind die Medien da

Umgang mit überraschenden Fragen in Krisensituationen

15. Juli 2007 ... 15 von ihnen machten sich auf eine Tour zur Jungfrau auf, wobei einer auf ... neue Version des Rekruten-Dramas geschildert hatte - er erklärte, ...
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18 Okt. 2013
Mehr zum Werkzeug "im Umgang mit Ueberraschungen" kann im ... www.rhetorik.ch/Aktuell/11/06_25/index.html. Columbo Technik. Kommissar Columbo aus der TV Serie wurde bekannt für seine Phrase " Übrigens, ich hätte ...
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18. März 2009 ... AUCH ÄRZTE MÜSSEN. MEDIENTAUGLICH SEIN horrorsturz: Der Horrorsturz des Schweizer Skirennfahrers Daniel Albrecht auf der ...
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www.rhetorik.ch/Aktuell/11/01_20/
27 Juni 2012
Bildergebnis für gefährliches Gewitter in den BergenWenn es brennt, muss ich mich den Medien stellen. Ein Politiker muss vor einer Krise gelernt haben, bei Ueberraschungen den Kopf nicht zu verlieren. (Umgang mit Ueberraschungen) 20 Min nach der Medienkonferenz: ...
04 Juni 2009
2. Voraussetzungen zur Schlagfertigkeit (Einstellung, antizipieren, Vorbereiten- aber wie?) 3. Fallbeispiel. 4. Sie brauchen immer einen Pfeil im Köcher (Standards). 5. Umgang mit Ueberraschungen (Innehalten- denken). 6.
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05 Okt 11: Krisenkommunikation und Medien · 17 Sep 11: UBS Kommunikationsverhalten im Zockerskandal · 14 Aug 11: Schlechte Noten für den Bundesrat.
7. Juli 2005 ... Zur Informationspolitik beim Anschlag in Madrid · Krisenkommunikation und Medien - Terroranschlag vom 11. September 2001 ...
K+K hilft Ihnen weiter, wie Sie sich die Kompetenz im Umgang mit Medien erwerben wollen. Krisenkommunikation kann vorbereitet werden.
12. Jan. 2013 ... Aktuell Krisenkommunikation · SBB Unfall in Neuhausen · Glacier ... Internet und Social Media sind unschlagbar in der Geschwindigkeit. Es gibt ...
05 Okt 11: Krisenkommunikation und Medien · 26 Sep 11: Internet gegen Fernsehen und Zeitung · 26 Sep 11: Google Plus auf Aufholjagd · 18 Jul 11: BLM  ...
23. Juni 2010 ... Mangelhafte Krisenkommunikation des Bundesrates ... Wohl kaum, denn verschiedene Medien berichten, dass ein solcher Einsatz schon in ...
19. Dez. 2010 ... Krisenkommunikation ohne Vermutungen ... Die Medien machten aus den Mutmassung der Mediensprecherin eine Tatsache. Susanne ...
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
27. Sept. 2005 ... Kommunikation im Krisenfall. M. Knill, Kommunikationsberater, Uhwiesen. • Krisenkommunikation und Medien. • Erkenntnisse aus der Praxis.