Mittwoch, 3. Juni 2015

Solche Probleme möchte ich haben

Genderfragen können mitunter groteske Züge annehmen

Wir haben bereits darüber berichtet, dass die Ampelmännchen zu Ampelfrauchen mutieren sollten
oder dass die Fussgängerstreifen bei Berichten als Zebrasteifen bezeichnet werden sollten.
Nicht weil Zebras die Strasse überqueren. Nein, weil die Fussgängerinnen  mit der Bezeichnung Fussgängerstreifen nicht erwähnt werden.

Bildergebnis für Fensterln  

Nun gibt es ein weiteres groteskes Gender Problem: So ist aus der Uni Passau zu erfahren, dass der Lehramtstudent Niko Schilling auf dem Campus an einem Sportfest einen "Fensterlkönig" küren wollte. Die Gleichstellungsstelle der Universität brachte es jedoch fertig: Der Wettbewerb musste abgesagt werden. Das Spiel mit der Leiter verstosse eindeutig gegen die Gleichstellung von Mann und Frau. Zuerst glaubten die Kommilitonen an einen Scherz. Es kam  zu einem Politikum. Die bayrische Staatsregierung setze sich sogar  für den sportlichen Spass mit der Leiter ein. Erst als die Organisatoren bereit waren, auch Frauen auf die Leiter steigen zu lassen, wurde der Event bewilligt. Damit konnte das "Fensterlkönig"-Turnier (sorry "Fensterlköniginnen" -Turnier) gerettet werden.
Solche Probleme möchte ich haben.
Bildergebnis für Fensterln

NEU

Wenn die amerikanischen Strafbehörden jemand im Fokus haben, wird es ungemütlich.
Bald könnte eine neue Bombe platzen:

Jetzt ist es offiziell: Die US-Strafverfolgungsbehörden bestätigen gegenüber der «New York Times»:

 Sepp Blatter steht im Fokus 

der Korruptions-Ermittlungen.

Der Druck für Sepp Blatter wurde zu gross.
Bildergebnis für sepp blatter
Noch vor wenigen Tagen sah sich Blatter als Medienopfer. 

Dienstag, 2. Juni 2015

Unerwarteter Eklat

Vier Tage nach der Wahl tritt Sepp Blatter als FIFA Chef überraschend zurück
News-Ticker: Blatter tritt zurück! News-Ticker Blatter tritt zurück! Jetzt ist es amtlich: Fifa-Präsident Sepp Blatter tritt zurück! Der 79-jährige Walliser gab den Entscheid heute an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz in Zürich bekannt (BLICK)

Dass etwas in der Luft liegt, konnte bei der Ankündigung der Medienkonferenz heute vermutet werden. Doch an einen Rücktritt Blatters dachte kaum jemand. Nun wirkte die Ankündigung wie eine Bombe.

Seit 98 regiert Blatter wie ein Sonnenkönig.

Immer wieder gab es Vorwürfe , Vermutungen über Korruptionen.

Die FIFA wurde zu einer immensen Geldmaschine.

Für Sepp Blatter war die FIFA  eine Familie, die keine aussenstehende Rechtssprechung notwendig hat.

Korruptionsvorwürfe: Fifa-Boss Blatter tritt zurück Video
Kritik und Skandale perlten am cleveren Walliser stets ab.

Er zog in der Mitte des Netzes an allen Fäden.

Nun muss der Druck wohl zu gross geworden sein. Die internationale Kritik und wahrscheinlich hatte auch ein bevorstehender Leidensdruck  Blatter zum überraschenden Rücktritt bewogen haben können.

Der Entscheid wird in den ersten Reaktionen als richtig beurteilt.
Vielleicht war es einmal mehr ein cleverer Schachzug, denn er kann die Geschäfte weiterführen.

Der Rücktritt ist jedoch für mich  ein indirektes Schuldeingeständnis.
NACHTRAG:

Was bedeutet Klatsch für die Gesellschaft?

Zum Phänomen Klatsch und Tratsch


Der Erfolg der Regenbogenpresse kommt nicht von ungefähr.

Letztes Jahr beleuchtete ich das Phänomen im Treffpunkt auf Radio SRF 1. Damals war ich im Studio Zürich vor Ort:

Ich zitiere den damaligen Beitrag. Aus Knill-Blog:

_____________

Schon gehört? Klatsch ist gesund!

SRF schrieb damals:

«Es ist schlimm, wenn alle über einen reden», schreibt Oscar Wilde, «aber es ist noch schlimmer, wenn keiner über einen redet.» Auf den ersten Blick hat Klatsch etwas Anrüchiges. Doch Wissenschaftler haben herausgefunden: Klatsch ist gesund!
Zwei Frauen tratschen.
Bildlegende: Eine holländische Studie beweist, dass Klatsch sogar gesund ist. Colourbox
Es ist doch so: Wenn sich Klatsch und Tratsch ankündigen, hören wir gerne hin, und wir klatschen selber auch gerne.
Eine holländische Studie hat jetzt bewiesen: Klatsch ist wichtig für uns Menschen. Denn Klatsch über andere liefert uns Informationen, damit wir uns selber besser einschätzen können. Der «Treffpunkt» erklärt, warum das so ist. Dies dürfen Sie gerne weiter erzählen!
Klatsch bei Radio SRF 1: So tönt es bei uns

Moderation: Mike La Marr, Redaktion: Fredy Gasser






KLATSCH das Thema  im Treffpunkt Radio SRF 1

KLATSCH ist nicht gleich KLATSCH
(Meine gedankliche  Vorbereitung für das Radiogespräch im Studio Zürich)

Generell zeigt sich:
KLATSCH ist unterhaltend
-  ist spannend
- weckt Freude (Schadenfreude)
- ist möglicherweise ein Bedürfnis der Menschen
- ist die effizienteste Form Geschichten zu verbreiten (analog Gerüchte)

Alle kennen das Phänomen der beschleunigten Verbreitung.
Wird gesagt "Bitte nicht weiter erzählen!"- dann steht fest: Die Aussage verbreitet sich in beschleunigter Form.

KLATSCH - als "Flurfunk" bekannt - ist damit auch eine gefährliche Form gesellschaftlicher Unterhaltung.
Man spricht über Menschen, die nicht anwesend sind - hinter vorgehaltener Hand (hinterrücks).

Deshalb wird KLATSCH auch  als"Afterrede" bezeichnet.

Er wird mit dem treffenden Verb Verb "HECHELN" verbunden.
So wie die Fasern mit Hecheln getrennt werden, wird eine Person beim KLATSCH "durchgehechelt"
(zerzaust).



KLATSCH wird wohl nie aussterben.
Menschen können Dampf ablassen. Somit ist KLATSCH eine gefährliche Notwendigkeit.

KLATSCH ist uralt. Historisch gesehen besteht KLATSCH, seit es Sprache gibt.
Es gibt Abbildungen von Waschweibern, die tratschen und sich über andere lustig machen.


KLATSCH  dient der sozialen Kontrolle.
KLATSCH ruft auf, sich an die Regeln zu halten.
Er stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Er entlastet, weil man Dampf ablassen kann.
Vielleicht kann er sogar mit beitragen, dass jemand verbessert,
weil er nicht will, dass man über ihn klatscht.

Insoweit ist KLATSCH positiv:

Er kann zur sozialen Stabilität beitragen.
Wer bei Klatschrunde dabei ist, erfährt wichtige interne Informationen
(Entlassungen, bevorstehende Beförderungen usw).
Ich kenne eine Institution, die hat im 5. Stock einen Raucherbalkon.
Mir wurde gesagt, wer  dort nicht dabei sei, habe ein Informationsdefizit.
Auf dem Balkon stehen somit auch Nichtraucher in der Klatschrunde.

KLATSCH bringt Farbe in den grauen Alltag.
Für viele ist es wie das Salz in der Nahrung.

KLATSCH ist - wie angedeutet - auch gefährlich und hat viele
negative Seiten:

KLATSCH weckt ungute Gefühle.
Wer klatscht - aber auch wer zuhört - hat meist ein schlechtes Gewissen.
Man weiss genau, dass nicht indirekt sondern unter vier Augen Ungereimtheiten ausgetragen werden sollten.

KLATSCH kann der eigenen Karriere schaden und Beziehungen zerstören.
Er schädigt den Ruf, das Ansehen.
Selbst wer nur zuhört, lasst sich durch gestreute, versteckte Vorurteile beeinflussen.
Angenommen ein Mitarbeiter erzählt, der Chef sei auch zu Hause ein unmöglicher Kontrollfreak,
könnte bewirken, dass man beim Chef bei jeder normalen Kontrollen den Kontrollfreak sieht.
 Selbst derjenige, der beim Klatschen die Lacher auf seiner Seite hat, schädigt sich selbst.
Ich stellte in meinem Beruf  fest, dass jemand über ein Teammitglied  gelästert hat. Er sei hinterhältig und habe einen schlechten Charakter.
Nachher aber im Plenum war der Lästerer mit dem Angeschwärzen überfreundlich und zeigte sich mit ihm sehr verbunden.
Für mich wurde der Lästerer durch dieses Verhalten unglaubwürdig. Ich sprach in später unter vier Augen an über meine Beobachtung und sagte ihm:
"Ich bin recht irritiert. Du hast  vorhin über XY geschnödet und ihn als unmöglichen, hinterhältigen Typen beschrieben. Dann wars Du aber vor ihm so überfreundlich, wie mit dem besten Freund. Du bist ebenfalls freundlich zu mir. Wie soll ich nun wissen,  ob Du nicht auch so negativ über mich sprichst, wenn ich abwesend bin?"
Diese konkrete Frage wirkte  sich langfristig positiv aus.



LINKS:

Klatschkommunikation - Rhetorik.ch

www.rhetorik.ch/Klatsch/Klatsch.html
06.09.2002 - Jede Firma, jede Organisation kennt ebenfalls eine interne Klatschkommunikation. Klatsch gedeiht auch gut im Zeitalter des Internets.
Gerüchte
8. Febr. 2003 ... Kein anderes Medium löst mit ähnlich geringem Aufwand so viel Wirkung aus, wie ein Gerücht. Ob man will oder nicht, Gerüchte sind und ...
www.rhetorik.ch/Geruecht/Geruecht.html
22. Nov. 2007 ... Kein anderes Mittel löst mit ähnlich geringem Aufwand so viel Wirkung aus wie ein Gerücht. Gerüchte sind eine effiziente Form der ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/07/11_22/index.html

17 Nov. 2014
KLATSCH ist unterhaltend - ist spannend - weckt Freude (Schadenfreude) - ist möglicherweise ein Bedürfnis der Menschen - ist die effizienteste Form Geschichten zu verbreiten (analog Gerüchte) Alle kennen das Phänomen ...
___________

Aktuell musste ich  nochmals für das Radio (SRF 1) für  den "Doppelpunkt" vom 2. Juni zu der Thematik "KLATSCH" Stellung nehmen.
Der Radiojournalist Rouven Born plante eine Radio-Hintergrundsendung d.h. eine  Reportage
über Klatschhefte („Yellow Press“) wie „Frau im Spiegel“, „Bild der Frau“, „Das goldene Blatt“ etc. und besuchte mich in Uhwiesen.
Bildergebnis für klatsch und tratsch
In der Reportage will er der Frage nachgehen, warum sich solche Zeitschriften in der Schweiz oft zahlreicher verkaufen, als beispielsweise journalistische hochstehende Nachrichtenhefte (wie „Der Spiegel“ etc.). 

Der Grund: Klatschhefte entspannen, können unterhalten, benötigen keinen geistigen Aufwand.
Die banalen Geschichten lenken vom Alltagsstress ab.
 

In der Sendung soll auch ein Chefredaktor einer Klatsch-Zeitschrift zu Wort , sowie Kritiker und Leser.

Der Journalist wünscht von mir, dass ich das Phänomen dieser Klatschzeitschrift aus der Sicht eines Kommunikationsberaters beleuchte. Er stellte mir  folgende Fragen:

- Wer liest diese Hefte?

Eigenartigerweise sagen alle, sie lesen keine Klatschheftchen. Weshalb dann die halbe Milliarde Hefte pro Jahr, die verkauft werden? Es sind nicht nur Frauen. Die Regenbogenpresse wird somit nicht nur beim Coiffeur konsumiert.
So wie wir alle anfällig sind für Klatsch und Tratsch, neigen alle Personen mit einer Priese Neugierde, zu den Lesern vor allem zu den Kolporteuren von Klatschgeschichten.
 
 
- Warum werden diese Hefte gelesen (teilweise im Wissen, dass wahrscheinlich nicht alles stimmt, was dort steht)?


Die attraktiven Titel machen neugierig.Klatsch ist wie eine Droge. Weckt Freude (Schadenfreude), kann sogar den sozialen Kontakt fördern, wenn die Klatschgeschichte nicht das eigenen Team betrifft (Kann sich positiv auf die soziale Stabilität auswirken). Klatsch kann Arbeitsgruppen zusammenschweissen.
 Klatsch bringt meist Farbe in den Alltag. Es ist ähnlich, wie beim Salz bei der Nahrung.
Wer klatscht, kann mitunter Dampf ablassen und sich entlasten.


- Woher kommt das Bedürfnis, Stories über prominente Menschen zu lesen, sie auch leiden und freuen zu sehen?

Man kann sich trösten, dass auch Promis Probleme haben.
So wie Kinder, die gerne Märchen hören, können sich Erwachsene bei den Stories in einer Scheinwelt bewegen.


- Was bedeutet der Klatsch für die Gesellschaft?

Klatsch kann sogar unser Verhalten kontrollieren.
Promis in guten Klatschgeschichten könnten den Lesern vielleicht auch als Vorbild dienen.
Bei schlechten Meldungen hingegen, fühlen wir uns besser als jene Promis, die an den Pranger gestellt werden.
Klatsch könnte aber auch die Leser ermahnen, selbst nicht ähnliche Fehler zu begehen. Wir könnte bei einem  bei analogem Verhalten auch öffentlich an den Pranger gestellt werden . Klatsch nimmt - so gesehen - gleichsam eine soziale Kontrolle ein.

- Wie gehen Prominente damit um?

Leider werden Prominente im Umgang mit der Klatschpresse rasch vom Virus "Mediengeilheit" befallen. Sie können  bei der Privatsphäre nicht mehr NEIN sagen. "Wer den kleinen Finger gibt,..."
Wer seine Privatsphäre preisgibt, muss sich nicht wundern, wenn  dann die Photographen auch in Krisensituationen im Schlafzimmer stehen.
Ich kenne viele Promis (beispielsweise: Franz Fischlin, Thomas Gottschalk usw.) die ziehen einen klaren Trennungsstrich zwischen Job und Privatheit. Sie sind damit sehr gut gefahren.
Weil Promis glauben, ihr Marktwert steige mit dem konterfei auf der Titelseite eines Klatschblattes gehen viele fahrlässig mit der Publikation von privaten Geschichten um.
 

Sendungsporträt

Der «Doppelpunkt» bearbeitet gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich und kulturell relevante Themen aus dem In- und Ausland, die ein breites Publikum interessieren.
Der «Doppelpunkt» vertieft Themen aus dem Tagesprogramm.
Mischpult Radio SRF 1
Jeden Dienstag um 20:03 Uhr auf Radio SRF 1


MP3 der ausgestrahlten Sendung folgt später.

Ausgestrahlte Sendungen

 

Montag, 1. Juni 2015

DOPPELPUNKTSENDUNG über Klatschheftchen


Demnächst im Radio

  • Kioskauslage voller Regenpogenpresse.
    Radio SRF 1 Morgen, 20:03

    Regenbogenpresse: «Viele Frauen wollen einfach betrogen werden»

    Allein in Deutschland buhlen 80 Regenbogentitel um die Gunst der Leserschaft. Die Hefte werden auch hierzulande gerne gelesen. Der neuste Klatsch und Tratsch aus der Welt der Schönen und Reichen interessiert. Der Wahrheitsgehalt ist gering. Trotzdem verkaufen sich die Titel millionenfach.

    Regenbogenpresse: «Viele Frauen wollen einfach betrogen werden»

    • Morgen, 20:03 Uhr, Radio SRF 1
    • Erste Ausstrahlung:
      • Morgen, 20:03 Uhr, Radio SRF 1
    Allein in Deutschland buhlen 80 Regenbogentitel um die Gunst der Leserschaft. Die Hefte werden auch hierzulande gerne gelesen. Der neuste Klatsch und Tratsch aus der Welt der Schönen und Reichen interessiert. Der Wahrheitsgehalt ist gering. Trotzdem verkaufen sich die Titel millionenfach.
    Kioskauslage voller Regenpogenpresse.
    Bildlegende: Regenbogenpresse: Wenn sich Schlagzeilen in Luft auflösen. SRF
     
    Kürzlich titelte «Das goldene Blatt» auf der Frontseite in grossen Lettern: «Charles und Camilla: Ehe-Aus vorm 10. Hochzeitstag!». Charles und Camilla werden sich trennen, kann man lesen. Im Artikel wird aber rasch klar - alles nur halb so schlimm. Beide sind noch zusammen. «Das goldene Blatt» hat das Paar in den vergangenen 10 Jahren bereits über 20 Mal auf der Titelseite getrennt.
    Lügengeschichten sind beliebt
    Trotzdem, die Regenbogenpresse ist ein lukratives Geschäft. Eine halbe Milliarde solcher Hefte werden pro Jahr gedruckt. Rund 80 solche Titel existieren derzeit auf dem deutschen Markt. Viele davon werden in ganz Europa verkauft - auch in der Schweiz.
    Der Röntgenblick zweier Studenten
    Ein Phänomen, dem zwei Berliner Studenten auf den Grund gehen wollten. Mats Schönauer und Moritz Tschermak. Sie kauften die Hefte am Kiosk und mussten staunen: «Es ist unglaublich, was alles in diesen Heften steht. Da werden Geschichten einfach aus dem Nichts heraus zusammengedichtet. Und das schon seit Jahrzehnten!».
    Aus einer Laus macht die Regenbogenpresse Elefanten
    Beispiel gefällig? Die Zeitschrift «Frau aktuell» titelte über die deutsche Moderatorin Barabara Schöneberger: «Bittere Diagnose! Warum kann ihr keiner helfen?» Im Text löst sich die emotionsgeladene Schlagzeile jedoch schnell auf. Barbara Schöneberger ist lediglich kurzsichtig und trägt privat eine Brille. Garniert wurde der Artikel mit der Aussage eines Augenarztes: «Ihre Augen haben eine Fehlstellung, darum ist sie kurzsichtig.» Eine Null-Geschichte. Trotzdem wird das Heft verkauft.
    Leserschaft lässt sich gerne belügen
    Mats Schönauer hat sich deshalb auch mit der Leserschaft auseinandergesetzt. Bei einer Umfrage sagten die mehrheitlich weiblichen Leser, dass man wisse, dass die Geschichten nicht immer stimmen. Man würde die Hefte aber trotzdem kaufen. «Das zeigt doch, dass viele Leserinnen ganz einfach betrogen werden wollen. Sie wissen, dass die Geschichten erfunden sind, aber dennoch funktioniert das System seit Jahren.»
    Nur wenige Promis gehen gegen die Titel vor
    Klagen von Königshäusern oder Prominenten gibt es selten. Lediglich eine kleine Gruppe von Stars geht regelmässig gegen die Hefte vor. Zum Beispiel der deutsche Fernsehmoderator Günther Jauch. «Darum werden die Geschichten um ihn herum auch ziemlich abgeschwächt geschrieben, aus Angst, dass wieder eine Klage kommt». Auch die deutsche Schlagersängerin Helene Fischer fodert regelmässig eine Gegendarstellung.
    Die beiden Studenten haben sämtliche Vergehen der Regenbogenpresse in einem eigenen Blog zusammengefasst. Rund 2000 Klicks pro Tag verzeichnet ihre Internetseite.
    Ob das den Schreiberlingen der Regenbogenpresse gefallen wird?
    Autor/in: Rouven Born, Redaktion: Rouven Born

    KOMMENTAR: Lesen Sie morgen darüber mehr. Hier im Knill-Blog

Applaus im Nationalrat für Christa Markwalder

Fall erledigt

Ich zitiere die Basler Zeitung:


Ein guter Tag für Christa Markwalder

 
 
     
     
Weder die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates noch das Büro des Nationalrates sanktionieren FDP-Nationalrätin Christa Markwalder.
  Am 6. Mai war bekannt geworden, dass Markwalder eine Interpellation eingereicht hatte, die teilweise in Kasachstan verfasst worden ist.
 
 
   

Schutz der Immunität wird hochgehalten

Zwischen 1980 und 2011 behandelte das Parlament 44 Aufhebungsgesuche, 1989 hoben National- und Ständerat die Immunität der damaligen Bundesrätin Elisabeth Kopp auf. Ein Jahr später wurde sie vom Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung und Begünstigung freigesprochen. Nicht auf Immunität berufen konnten sich Jean Ziegler (SP, GE) und Ulrich Schlüer (SVP, ZH). Das Parlament kam zum Schluss, die betroffenen Parlamentarier hätten nicht im Rahmen ihrer amtlichen Stellung gehandelt, weshalb sie sich dem Strafverfahren stellen mussten. 

KOMMENTAR: Damit muss FDP Präsident Müller einsehen, dass er vorschnell die FDP Politikerin fallen gelassen hatte.
Es lohnt sich immer, zuerst überlegen - dann sprechen.
NACHTRAG:

Die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats (APK) hat ohne Gegenstimme Christa Markwalder das Vertrauen ausgesprochen. Gegen die Berner FDP-Politikerin wird damit keine Strafanzeige erhoben.
Auf die Frage hin, ob sich deshalb für Nationalrätin Christa Markwalder (FDP) alles zum Guten gewendet hat, meint SRF-Bundeshausredaktor Hanspeter Trütsch, dass Markwalder zuerst einmal tief durchatmen könne. Allzu schnell sollte das «Dossier Markwalder» allerdings nicht in der Schublade verschwinden. Das grundsätzliche Problem, so Trütsch, sei nämlich nicht gelöst worden. Ungeachtet dessen, dass Markwalder heute einen Persilschein erhalten habe.
Die grossen Fragen müssten seiner Meinung nach noch gelöst werden: Wie geht man mit Kommissionsprotokollen um? Was ist vertraulich und was ist nicht vertraulich? Hier bestehe Klärungsbedarf. Laut Trütsch habe sich die Kommission mit ihrer Erklärung «durchgemogelt». Es gelte festzuhalten: Im Prinzip gibt es in einer Kommission und in einer offenen Gesellschaft keine 100-prozentige Vertraulichkeit. Somit bleibe das Zentralproblem erhalten. Hanspeter Trütsch erkennt im Fall Markwalder aber auch positive Aspekte: Dank der erfolgten Aufarbeitung sei ihr Fall auch heilsam gewesen.
Auf einen Punkt macht der Bundeshausredaktor aufmerksam: Markwalder habe das Kommissiongeheimnis nicht materiell, sondern formell verletzt. Über diese Unterschiede würden sich nicht nur Juristen streiten, so Trütsch. Auch In der Kommission sollen verschiedene Interpretationen geherrscht haben.

Aufhebung der Immunität?

Zwar liegen bei der Bundesanwaltschaft noch immer Strafanzeigen gegen Markwalder vor, die ihre parlamentarische Immunität aufheben wollen. Trütsch schätzt die Chancen allerdings als gering ein, dass das Parlament die Immunität aufheben wird. Denn im Lichte des Kommissionsentscheides von heute, werde das wohl nicht geschehen und Marktwalder dürfte ab heute wieder ruhiger schlafen.
 

Entenwelt