Er hatte ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit.
Messerstecher Carlos* (19) konnte tun und lassen, was er wollte. Schluss
mit Betreuung, fertig Sondersetting. Das war Ende September. Nicht
einmal einen Monat später ist eingetroffen, was alle verhindern wollten:
Carlos sitzt wieder hinter Schloss und Riegel – diesmal weil er im
Zürcher Chreis Cheib Ärger machte.
Die
Staatsanwaltschaft eröffnete ein Verfahren gegen Carlos. Der Vorwurf:
Drohung und Hinderung einer Amtshandlung.
Die Stadtpolizei wurde am
Dienstag nach einer Anzeige aktiv. Offenbar war sie per Telefon
alarmiert worden. Wo genau sich Carlos mit dieser Person gestritten
hatte und wie er ihr gedroht haben soll, dazu will die
Oberstaatsanwaltschaft nichts sagen.
«Die Hintergründe der Vorwürfe sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen», sagt Bouvard.
Eine endlose Geschichte
Als
die Polizisten Carlos festnehmen wollten, gab dieser laut
BLICK-Informationen Fersengeld. Nach wenigen Metern holten ihn die
Beamten aber ein. Carlos und die Justiz – eine endlose Geschichte.
Der 18-jährige Carlos hat bei einer Messerattacke eine Person
schwer verletzt. Vorbestraft ist er wegen Raub, Gewaltdelikten, Drohung,
Waffenbesitz und Drogenkonsum. Jugendanwalt Hansueli Gürber (hinten im
Bild) liess ihm die Sonderbehandlung zukommen, die pro Monat 29'000
Franken kostete.
Im
August 2013 stellt das Schweizer Fernsehen den verurteilten
Messerstecher (damals 17) in einem Dok-Film vor. Später kommt aus: Die
Betreuung des therapieresistenten Jugendstraftäters, ein sogenanntes
Sondersetting, kostet pro Monat 29 000 Franken. Inklusive
4½-Zimmer-Wohnung, Thai-Boxen und Privatlehrer.
Die
Oberjugendanwaltschaft bricht dieses Sondersetting ab und weist Carlos
in ein Massnahmenzentrum für junge Straftäter ein. Monate später
entscheidet das Bundesgericht für Carlos. Er kommt in Sondersetting
Nummer zwei.
Die Kosten: 19 000 Franken. Bringen tut es
nichts. Das Setting wird beendet, da es «keine erzieherische Wirkung»
mehr hat. Carlos kommt Ende September frei und wohnt seither mit seinem
Vater in einer Notwohnung der Stadt Zürich.
Kommentar: Es gibt leider Fälle, da sind Zeitgenossen unbelehrbar.
Viele Leser stört es, dass in der Schweiz jegliche masslose Therapien sang - und klanglos bezahlt werden -
die Opfer hingegen sich selbst überlassen bleiben.
Die Auswüchse der Sozial-Industrie müssten unbedingt einmal kritisch beleuchtet werden.
Bei Carlos ist eingetroffen, was Normalbürger mit gesundem Menschenverstand längst erkannt hatten.
Wie ist es möglich, dass ein renitenter Gewalttäter allen ständig auf der Nase herumtanzen kann?
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