Montag, 28. Juli 2014

Vorsicht bei der INNOVATIONSRHETORIK







KRITIK gegen alternative Lernformen gewinnt an Boden:

 

Eltern und Lehrer haben Vorbehalte gegenüber alternative Lernformen wie das selbstorganisierte und das altersdurchmischte Lernen. Nicht alle gehen der Innovationsrhetorik auf den Leim.

An Vorwürfen beim selbstorganisierten Lernen mangelt es nicht: 

- Viele Kinder werden überfordert

- Der konstante Lärm behindert das Lernen

- Der Lehrer ist im Hintergrund

- Schwächere Kinder kommen unter die Räder

- Es ist ein Irrtum zu glauben, alles was neu ist, ist auch gut.

- Die Stärken des herkömmlichen Unterrichtes werden kleingeredet

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«Leider gibt es an den Schulen eine Neo-Manie»

«Es ist bedenklich, wenn die Schule der Innovationsrhetorik auf den Leim geht», sagt Roland Reichenbach.
«Es ist bedenklich, wenn die Schule der Innovationsrhetorik auf den Leim geht»
sagt Roland Reichenbach. (Bild: Christian Beutler / NZZ)
Alternative Lernformen sind an öffentlichen Schulen im Trend, sorgen aber immer wieder für Konflikte. Der Zürcher Erziehungswissenschafter Roland Reichenbach hält die aktuelle Entwicklung für bedenklich.
Herr Reichenbach, in mehreren Zürcher Gemeinden protestieren Eltern und Lehrer gegen alternative Lernformen wie das selbstorganisierte und das altersdurchmischte Lernen. Sie behaupten, diese Unterrichtsformen sorgten für Unruhe und Überforderung. Ist diese Kritik berechtigt oder ein Aufschrei von Ewiggestrigen?
Die beiden Themen, selbstorganisiertes Lernen und altersdurchmischte Schulklassen, sind zu unterscheiden, auch wenn sie oft kombiniert werden. Im Hintergrund des selbstorganisierten Lernens steht das Bildungsziel der Selbstregulation. Diese Vokabel hat momentan eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz. Die pädagogische Frage ist aber, ob, wann und in Bezug auf welche Inhalte die Schüler und Schülerinnen fähig sind, mehr oder weniger selbstbestimmt und selbstkontrolliert zu lernen. Die Realität des Lernens mag eine ganz andere sein, als der verführende Begriff suggeriert. Gerade mittelstarke und vor allem leistungsschwache Kinder brauchen mehr Führung, Unterstützung und Kontrolle 
durch die Lehrperson – ihnen könnte ein falsch verstandenes didaktisches Konzept besonders schaden, während die Starken 
in praktisch jeder pädagogischen Welt gute Leistungen zeigen.

Sie sagen «könnte schaden» – gibt es dafür Belege?

Ja. Offene Lernformen haben zwar überall einen sehr guten Ruf, aber in empirischen Studien schneiden sie meist höchst 
ambivalent ab. Gerade dass bei schwächeren Schülern die 
Leistung sinkt, wenn man ihnen zu viel zumutet, ist gut belegt. 
So hat der neuseeländische Bildungsforscher John Hattie festgestellt, dass der Lehrer für den Lernerfolg zentral ist – 
wobei der Erfolg am grössten ist, wenn er den Unterricht 
möglichst lenkt und strukturiert. Die Studie hat im 
Bildungsbetrieb viele Leute verärgert. Denn sie sagt 
genau das Gegenteil von dem, was heute propagiert wird.
Wie beurteilen Sie das Konzept des altersdurchmischten Lernens?
Zunächst sollte man akzeptieren, dass sich meist eh schon 
zirka drei Jahrgänge von Kindern in der Regelklasse 
versammeln. Die Befürchtungen der Eltern, die älteren 
Kinder würden weniger profitieren, wenn sie mit jüngeren 
die Klasse teilen, ist aber auch bei den bekannten Versuchen, 
etwa in der Basisstufe, unbegründet. Altersdurchmischung 
ist ein Faktum des sozialen Lebens, die Altershomogenität 
in der Schule ist künstlich und im Grunde neuen Datums. 
Während altersdurchmischte Gruppen akademisch weder 
stärker noch schwächer werden, profitieren sie im Bereich 
des sozialen Lernens.
Inwiefern?
In Untersuchungen hat man festgestellt, dass die Kleinen 
dank dem Kontakt mit Erst- und Zweitklässlern einen 
leichten Wissenszuwachs gegenüber Gleichaltrigen 
aufweisen. Wichtig scheint mir aber, dass ältere Kinder 
von den Kleinen nicht am Lernerfolg gehindert werden. 
Diese Befürchtung hört man oft von Eltern mit Aspirationen 
im Bildungsbereich, aber sie trifft nicht zu.
Was ist mit dem oft ins Feld geführten Lärmpegel?
Das ist ein grosses Problem, aber kein spezifisches des altersdurchmischten Lernens. Im Fall des selbstorganisierten Lernens würde ich dagegen klar von einem spezifischen 
Problem sprechen. Dieses Konzept ist pädagogisch 
zu wenig durchdacht. Denn wenn jeder Schüler 
hauptsächlich für sich selber lernen soll, warum braucht 
es dann überhaupt noch Klassenzimmer?
Der Lehrer spielt im Fall des selbstorganisierten 
Lernens nur noch eine (Neben-)Rolle als «Coach». 
Kommt das gut?
Dahinter steckt die Ansicht, dass alles, was der Mensch 
selber tut, gut ist. Und dass alles, was von aussen kommt, 
schlecht ist. Da schimmert die alte Angst vor der Macht des 
Lehrers durch, die in den siebziger Jahren zu faktischen Berufsverboten für linke Lehrer führte. Heute spricht 
niemand mehr von «Indoktrinierung», aber es ist, als 
ob die Lehrperson didaktisch überflüssig gemacht werden 
soll. Dabei wissen alle, dass sie wichtig ist. Nicht nur jeder, 
der ernsthaft über seine eigene Schulkarriere nachdenkt, 
sondern auch die empirischen Bildungsforscher wissen es – 
oder besser gesagt, sie könnten es wissen, sofern sie bereit 
wären, dieses biedere Element der schulischen Bildung zu akzeptieren.
Wäre in Zeiten, in denen jeder mit seinem Handy 
beschäftigt ist, nicht mehr gemeinsamer Unterricht 
gefragt, unter Anleitung eines Klassenlehrers?
Der meiste Unterricht ist auch heute «lehrerzentriert», 
was für mich übrigens kein Schimpfwort ist. Klassenlehrer 
sind besonders bedeutsam. Was kann es Besseres für ein 
Schulkind geben als eine Lehrperson, die dem Kind drei 
Dinge zeigt: Erstens, dass das, was gelernt werden soll, 
wichtig ist. Zweitens, dass der Schüler diesen Inhalt lernen 
kann. Drittens, dass der Lehrer das Kind dabei unterstützt. 
Das sind die Elementarien. Der Rest sind eher Oberflächenphänomene, über die viel sinnlos gestritten wird.
Wie wichtig sind Unterrichtssysteme überhaupt für den Lernerfolg?
Wenn mit «Unterrichtssystemen» konkrete Varianten des Unterrichtens gemeint sind, dann ist die positive oder 
negative Wirkung auf den Lernerfolg sehr gross. Wenn 
damit das Bildungssystem als Ganzes oder das Schulsystem gemeint ist, dann gilt: Die Wirkung auf konkretes Lernen 
ist gering. Wie gesagt: Einer der stärksten Faktoren für den Lernerfolg ist die Lehrperson. Statt das anzuerkennen, 
erfindet man dauernd neue Unterrichtskonzepte und geht 
damit auf die Kinder los, mitunter getrieben von einem 
llzu grossen Machbarkeitsglauben.
Dennoch sind neue Lernformen im Trend, gerade an den Pädagogischen Hochschulen. Wie gross ist der moralische Druck auf die Schulen, diesem Trend zu folgen?
Es gibt meines Erachtens verschiedene pädagogische 
Gottesdienste. Momentan ist typisch, dass das Nicht-Typische besonders hohe Anerkennung bewirkt. Dafür wird der herkömmliche Unterricht mit moralisierenden Argumenten 
eher schlechtgeredet. Das halte ich nicht für begrüssenswert. 
Die Stärken «herkömmlichen» Unterrichts gilt es ebenso anzuerkennen. Es ist bedenklich, wenn die Schule der Innovationsrhetorik auf den Leim geht. Erneuerungen sind, 
wenn überhaupt, nur langsam umzusetzen. Die Trägheit des Systems ist auch ein Garant für Verlässlichkeit und Stabilität, 
nicht einfach bloss Indiz mangelnder Anpassungsbereitschaft. 
Es gibt auch in der Schule eine «Neo-Manie», die 
abzulehnen ist. Es gibt Erneuerungen, die grossartig sind, 
dies aber eher einmal im Jahrhundert als einmal pro Monat – 
etwa die Erkenntnis, dass das Kind Bedürfnisse hat, die 
man ernst nehmen sollte, statt diese zu bekämpfen.
Heute experimentieren die Volksschulen mit 
individualisierten Lernformen, um der zunehmenden Heterogenität im Klassenzimmer zu begegnen. 
Wie müsste die Schule Ihrer Meinung nach mit diesem 
Problem umgehen?
Heterogenität ist ein soziales Faktum, Homogenität 
eine Illusion. Die Unterschiede zwischen den 
Menschen können das Unterrichten – aus 
unterschiedlichen Gründen – extrem erschweren. 
Zu behaupten, dass diese Probleme mit individualisiertem Unterricht alle gelöst werden können, halte ich für blauäugig. 
Die Debatte über die Inklusion lernschwacher Schüler zeugt 
von dieser Manie der politischen Korrektheit. Wer die Schwierigkeiten, Befürchtungen und Hoffnungen von 
Eltern, Lehrpersonen und Schülern nicht ernst nimmt 
und es einfach besser weiss, was für die Schule richtig und 
gut ist, wird in diesem Land meistens früher oder später 
jäh gebremst. Selbstregulation ist also nicht nur eine 
Chimäre.
Gemäss herrschender Lehrmeinung ist heute nicht 
primär reines Wissen gefragt. Im Zentrum stehen Kompetenzen wie Selbständigkeit und soziales Handeln. 
Teilen Sie diese Einschätzung?
Da niemand etwas gegen Kompetenzen haben kann, 
handelt es sich auch hier um einen Gottesdienst, um ewig wiederholte, kaum analysierte oder kritisch reflektierte 
Vokabeln, bildungspolitische und -praktische Mantras. 
 Natürlich sind Kompetenzen wichtig, und natürlich 
müssen sie gefördert werden. Doch sämtliche schulischen Lerninhalte nur noch durch die Kompetenz-Perspektive zu betrachten, ist so unnötig wie ärgerlich. Richtig ist, dass 
es Wissen gibt, das nicht unmittelbar «anwendbar» und handlungswirksam ist. Wer das allerdings für 
problematisch hält, sollte besser nicht im Bereich der Schule wirken.
Roland Reichenbach ist Professor für allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich. Er ist Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung und lebt in Basel.
KOMMENTAR:
Aehnliche Bestrebungen wie in der Schule gibt es auch im Management und an Hochschulen. ES kann nicht alles selbst reguliert werden. An einer namhaften Universität werden die Dozenten angehalten, die Studierenden einen Auftrag zu geben, damit sie selbst den Stoff erarbeiten können. Der Professor steht Fragen zur Verfügung und ist gleichsam Coach.
Das Zauberwort  SELBSTREGULATION wird vergoldet.
Im Management kursiert der Begriff: "Veränderungsmanagement".
Dabei wird ausgeklammert, dass es nicht nur um Veränderung gehen kann. Denn schlechter werden ist auch eine Veränderung.
Wenn etwas verändert wird muss es zwingend zu einer VERBESSERUNG führen.  Und das darf bei den Resultaten der Innovationsrhetorikern beweifelt werden.
Die Bemühungen bei unserer Volksschule in Richtung selbstorganisierte Lernen missachtet die Erkenntnis, dass die Lehrperson bei den Lernprozessen keine Nebenrolle, sondern eine zentrale Rolle spielt. Erziehungswissenschafter Reichenbach bringt es auf den Punkt:
"Klassenlehrer sind besonders bedeutsam. Was kann es Besseres für ein Schulkind geben als eine Lehrperson, die dem Kind drei Dinge zeigt: Erstens, dass das, was gelernt werden soll, wichtig ist. Zweitens, dass der Schüler diesen Inhalt lernen kann. Drittens, dass der Lehrer das Kind dabei unterstützt. Das sind die Elementarien!" 

VISUALISIERTER DICHTESTRESS

Dichtestress

Bis zu 37 Grad heiss wurde es in der Provinz Sichuan in Südwestchina in den letzten Tagen. Die Wasserparks sind überfüllt - die Badenden störte das wenig.

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Viele Chinesen erhoffen sich im Wasserpark von Suining,
südwestchinesische Provinz Sichuan, 
etwas Abkühlung von der drückenden Hitze. (25. Juli 2014)
Bild: AFP

Das Ende der Lesbarkeit


Die Welt entgleitet ihren Deutern

Quelle NZZ
 
Mit Steinen gegen eine aggressive Moderne. Die Ikonen des Fortschritts können so verräterisch sein wie die rohen Gewaltakte der Ikonoklasten.
 
 
 
Mit Steinen gegen eine aggressive Moderne. Die Ikonen des Fortschritts können so verräterisch sein wie die rohen Gewaltakte der Ikonoklasten. (Bild: Thomas Dworzak / MAGNUM)

Kulturpessimisten atmen auf. Selten war die Welt so unübersichtlich wie heute, und an vielen Fronten scheint sie sich zum Schlechteren zu wenden. Das freilich hätte man immer wissen können: Dass das, was wir Fortschritt und Humanität nennen, ein zartes, alles andere als sturmsicheres Gewächs ist, dessen Triebe periodisch verkümmern. Schon Nietzsche glaubte für seine Epoche zu sehen, wie die Wüste wächst. Die Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg, denen wir nach hundert Jahren wieder so intensiv nachdenken, gaben ihm recht – Prophetien der Skepsis und des Niedergangs liegen tatsächlich näher an den Realitäten der Geschichte als ihre hoffnungsfroh ausspähenden Gegenstücke.
Folgt man dem amerikanischen Philosophen Mark Lilla, der an der New Yorker Columbia University lehrt und kluge Bücher zur politischen Theorie publiziert, ist alles noch viel schlimmer. Vor kurzem hat Lilla in der Zeitschrift «The New Republic» einen Essay des Titels «Our Illegible Age» verfasst. Daraus soll hervorgehen, dass unsere Zeit unleserlich geworden ist – und dies aus mehreren Gründen. Zum einen haben die komplex gewordenen Verhältnisse seit «1989» daran Anteil; Stichworte: Sprengung der Blöcke, Wiederkehr des religiösen Fundamentalismus, gescheitertes «nation building», unkontrollierbare Finanzmärkte, Klimakrisen, erhitzter Nationalismus und anderes mehr. Zum Zweiten – und dieser Ansatz ist interessanter – liegt eine Wahrnehmungs- und Deutungsverengung vor, die es verhindert, die Entwicklungen sowie die Krisen- und Problemfelder heutiger Weltentwicklung adäquat – sine ira et studio – zu begreifen.

KOMMENTAR:

Die moralphilosophische Tragweite der beschriebenen Botschaft ist nachvollziehbar. Sie basiert auf  der Aufklärung zur allgemeinen Geltung gerufene Universale von Freiheit und politischer Gleichheit und fusst im  Relativismus, der auch das «Andere» bestehen lässt – zum Beispiel eine verfassungsmässige Theokratie.  Lilla schreibt dazu: Die Autorität des religiösen Rechts wird anerkennt wie begrenzt. Darin finde– gegen den Absolutismus des «libertarian way of life» – ein «Plan B» seinen Ausdruck.

 Freunde der Freiheit wissen , dass unter Bedingungen der Moderne keine Orte der Geschichte so gut gedeihen wie jene, wo Menschen ohne Zwang und geistig-geistliche Bevormundung leben und gestalten dürfen. Wir stellen ferner fest, dass dieselbe Geschichte – bei grossem Wert von intellektuellen Debatten – immer noch häufiger dem Widersinn des Geschehenden als der Logik des Machens und Machenwollens gehorcht.

Sonntag, 27. Juli 2014

Karrierekiller Tattoo

Tattoos sind Privatsache, aber...

Dennoch lohnt es sich, bewusst zu sein, was man sich mit Tattoos einhandelt.
Viele glauben dank des Körperschmucks einzigartig zu sein. Es macht sich bezahlt, an die Folgen des lebenslänglichen Schmuckes zu denken.

Tattoo

(aus 20 Min)

Körperschmuck hat das Zeug zum Karrierekiller

von Sandro Spaeth - Tattoos gelten als hip – und als Privatsache. Dennoch kann der Körperschmuck über den Zuschlag für einen Job entscheiden.

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Während zwei Tagen strömten rund 2000 Besucher an die achte Ausgabe der "Tatto Convention" in Pratteln. Interessiert und zunehmend kritisch beäugt das Publikum die Stände der Aussteller.


Sie stellen ihren Körperschmuck gern zur Schau: der Fussballer die tätowierte Engelsfigur, der Rockstar das Bibelzitat und der Cervelat-Promi die Initialen der grossen Liebe. Doch was ist mit dem Polizisten? Dem Bankberater oder der Verkäuferin? Für sie kann der Körperschmuck zum Karrierebremser werden – egal, ob er Jugendsünde ist oder Ausdruck eines aktuellen Lebensgefühls.
Wer beispielsweise Polizist werden möchte, hat mit Körperbemalung an Hals oder Arm viel schlechtere Chancen. «Tätowierungen, die beim Tragen eines Kurzarmhemdes sichtbar sind, werden nicht toleriert», schreibt die Stadtpolizei Zürich bereits in der Berufsbeschreibung. Restriktionen kennen aber auch Teile des Detailhandels, die Gesundheitsbranche oder die Finanzindustrie. So heisst es bei der Zürcher Kantonalbank: Bleibt das Tattoo fürs Auge unsichtbar, ist es reine Privatsache. «Ein auffälliges Tattoo ist bei Mitarbeitenden mit direktem Kundenkontakt aber sicherlich unpassend», so Sprecher Igor Moser.

«Tattoos haben das Zeug zum Karrierekiller»
Einzelne Firmen sprechen die Tattoos bei Jobs mit direktem Kundenkontakt bereits im Bewerbungsgespräch an. Darunter sind auch die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) «Damit können wir diesen Punkt gleich von Anfang an klären und es entstehen später keine Missverständnisse», sagt Personalchef Jörg Buckmann. Die Grundregel: Sichtbare Tattoos sind tabu.
Sind Tattoos also eine Karrierebremse? Konfrontiert mit dieser Frage geben sich die von 20 Minuten kontaktierten Firmen betont liberal. Der Tenor: Für Karriere und Aufstiegschancen sind die persönliche und fachliche Eignung ausschlaggebend. Pointierter äussert sich hingegen der VBZ-Personalchef: Auch wenn sich die Tattoos längst aus der Seemanns- oder Gefängnisecke entfernt haben, glaubt der Fachmann: «Tattoos haben immer noch das Zeug zur Karrierebremse oder gar zum Karrierekiller», so Buckmann. Das sei aber abhängig von der Hierarchiestufe und vom Tattoo selbst.
Erster Eindruck zählt
Klar ist: Bei Bewerbungsgesprächen zählt noch immer der erste Eindruck. Und um ihn zu korrigieren, gibt es keine zweite Chance. Sollen Bewerber darum ihre Tattoos fürs Bewerbungsgespräch abdecken? Karriereberaterin Anne Forster sagt auf dieser Frage: «Eine Tätowierung ist für viele Menschen Teil ihrer Persönlichkeit. Da muss der Bewerber selber die Frage beantworten, ob er einen Teil seiner Persönlichkeit zeitweise abdecken oder sogar entfernen möchte.»
Kein Problem sind Tattoos meist in Branchen, wo Modernität, Jugendaffinität und Trends grossgeschrieben werden, beispielsweise in der Sport-, Mode und Lifestylebranche. Hier gilt sichtbarer Körperschmuck als ästhetisch, cool und als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.

KOMMENTAR:
Viele lassen sich zu leichtfertig tätowieren. Sie lassen sich Bilder unter Schmerzen unter die Haut spritzen. Später  wollen dann viele die verewigten Bilder wieder entfernen. Dies ist dann aber leider nur mit hohen Kosten und mit weiteren starken Schmerzen verbunden. Für das unbedachte Handeln muss zwei Mal bezahlt und zwei Mal gelitten werden. 
An das  haben die Tätowierten wohl kaum gedacht:

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LINKS:
13 Mai 2014
KOMMENTAR: Wer sich zu einem Tattoo überreden lässt, ist sich leider viel zu wenig bewusst, dass man nach Jahren den Modetrend bereuen kann und die mit Schmerzen erworbenen Bilder auf der Haut nur mit grossem ...
09 Juli 2014
Bis anhin galt für die prominenten Aushängeschilder des Schweizer Fernsehens SRF, dass sie vor der Kamera weder störenden Abzeichen, Werbetext auf den Kleidern noch irritierenden Gesichtsschmuck oder Tattoos ...
02 Okt. 2012
Ebenso sind schon sarkoidähnliche Granulome, das sind entzündliche Gewebeneubildungen, in Form von langen dicken Vernarbungen an der Seite von Tattoos aufgetreten. Es gibt Berichte von Gewebeschäden durch ...
15 Aug. 2010
Wenn es jemand nicht fertig bringt auf eine Tätowierung zu verzichten, müsste er mehrmals überlegen, ob er das irreversible Tattoo überhaupt machen lassen soll. Aber in jedem Fall müsste man vorher genau kontrollieren, ...
31 Jan. 2012
Ideales Outfit für ein Vorstellungsgespräch? Erfolg garantiert? Möglicherweise, aber höchstens. als Verkäufer. in einer Eisenwarenhandlung. London Tattoo Convention . Brick Lane , London , England stock photo. Notiert von ...
19. Juni 2009 ... ... "off the record" zugegeben, dass sie das extreme Tattoo selber wollte. ... Kimberley gestand, sie habe das Tattoo anfänglich doch schön ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/06_19/
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
das Tattoo auf der Schulter der Bundesrats- gattin auf der Frontseite der Boulevardzeitung gross aufgemacht: “Frau Deiss tätowiert!” Untertitel: Bundesratsgattin ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/balance/07_2004.pdf

NACHTRAG:
WER NICHT ANS ENTFERNEN DES TATTOO DENKT HANDELT FAHRLAESSIG
(aus 20 MIN)





Welche Art Tattoos lassen sich die Leute vor allem wegmachen?
Oft sind es die Namen oder Initialen des Ex-Partners. Doch ich behandle auch viele Frauen, die sich am unteren 

Teil des Rückens tätowieren liessen, wie das in den 90er Jahren Trend war. Und dann sind da noch die klassischen 
Jugendsünden: Junge Erwachsene, mit einem Amateur-Tattoo.
Sie arbeiten mit neuster Technik. Was ist an ihrem Laser so speziell?
Der Laser ist spezifisch für die Tattoo-Entfernung entwickelt und kann mit verschiedenen Wellenlängen arbeiten. 

So ist es möglich, die ganze Farbpalette – inklusive Rot-, Grün- und Gelbtöne – zu entfernen. Dadurch ist er 
anderen Lasergeräten mit nur einer Wellenlänge weit überlegen.
Und wie lange dauert es, ein Tattoo zu entfernen?
Das hängt von verschiedenen Faktoren ab wie Farbe, Eindringtiefe der Pigmente in die Haut und wie eng 

die Pigmente gestochen wurden. Man muss das immer im Einzelfall beurteilen.
 Als Anhaltsgrösse werden
 bei vielen Tattoos sechs bis 
zehn Behandlungen benötigt.
Wieso spielt es eine Rolle, wie das Tattoo gestochen wurde?
Wenn es sich um ein Amateur-Tattoo handelt, sind die Farbpigmente nicht so tief und dicht in der Haut. 

Die lassen sich häufig sehr schnell und komplett entfernen. Bei einem professionellen Tattoo kann man 
das nicht so genau sagen. Wir führen daher immer zuerst eine Probe-Laserung durch. Sie ermöglicht uns 
eine genauere Einschätzung. Die Dauer einer einzelnen Laser-Behandlung hängt von der Grösse des Tattoos ab. 
Im Regelfall beansprucht das eigentliche Lasern nur wenige Minuten.
Wie lange dauert die Wartezeit zwischen zwei Behandlungen?
Wir warten meist zwei Monate, da sich die Haut erst erholen muss, denn durch das Laserlicht werden die Pigmente stark verkleinert, so dass ein Teil der Pigmente in der Haut verbleibt, für 

das menschliche Auge aber nicht mehr sichtbar ist. Der andere Teil wird über das Lymphsystem abtransportiert. Das braucht seine Zeit.
Was kostet es, ein Tattoo zu entfernen?
Bei uns beginnen die Behandlungen  

pro Sitzung bei 150 Franken und werden je nach Grösse und 
Art individuell festgelegt.
Können Sie denn auch garantieren, dass die Patienten alle glücklich aus ihrer Praxis gehen?
Als Mediziner kann ich nie Garantien abgeben, das wäre unseriös. Eine 100-prozentige Entfernung 

kann man aufgrund der vorhergehenden Ausführungen leider nicht garantieren. Es ist wichtig, dass 
die Erwartungshaltung realistisch ist, deshalb muss man mit den Patienten vorab auch ein eingehendes 
Beratungsgespräch führen, denn jede Methode hat auch ihre Grenzen. Die Laser sind sehr leistungsstark 
und nebenwirkungsarm, aber es bedeutet natürlich trotzdem einen nicht unerheblichen Aufwand. 
Die Vorstellung, dass man mit einem Laser einfach über ein Tattoo «fährt» und es wie bei einem 
Radiergummi entfernen kann, ist leider nicht realistisch.


GESICHTER GESICHTET

LESER WURDEN FUENDIG:

Gesichter verstecken sich überall, wie die Einsendungen der 20-Minuten-Leser zeigen:



Pareidolie nennt sich das Phänomen, wenn man in Objekten oder Mustern Gesichter zu erkennen glaubt. Und dieses scheint, zumindest unter den 20-Minuten-Lesern, weit verbreitet zu sein: Über 75 Bilder wurden eingeschickt von alltäglichen Gegenständen, die einem mal freundlich, mal skeptisch oder geschockt anstarren.

KOMMENTAR:
Wer in Alltagsgegenständen oder beispielsweise in Wolkenbildern Figuren erkennen kann, fördert das kreative Denken. Es lohnt sich, auch Probleme von verschiedensten Seiten zu betrachten. Unterschiedliche Sichtweisen erweitert unseren geistigen Horizont und macht uns flexibler im Denken.  

Samstag, 26. Juli 2014

Die EU will nicht verhandeln?

Falls die EU tatsächlich jede Verhandlung ablehnt, könnte dies gravierende Folgen haben

Die EU spielt mit dem Feuer. Denn es ist durchaus möglich, dass auch bei einer zweiten Abstimmung sich nicht die Personenfreizügigkeit aufzwingen lässt. Die EU müsste mit dem Bruch der Vereinbarungen auch viele Nachteile auf sich nehmen. Nicht nur sie Schweiz müsste unter dem Bruch der gegenseitigen Abkommen leiden. Der Bundesrat beschwichtigt.
Ich zitiere 20 Min:

Das Abkommen zur Personenfreizügigkeit wird nicht neu verhandelt. Unter Schweizer Politikern löst dieser Umstand unterschiedliche Reaktionen aus.

storybildDas Abkommen zur Personenfreizügigkeit wird nicht neu verhandelt. (Bild: Keystone/Steffen 
Die EU will das Abkommen zur Personenfreizügigkeit definitiv nicht neu verhandeln. Die Reaktionen auf den erwarteten Entscheid fallen unterschiedlich aus. Dass alle bilateralen Verträge dahinfallen, gilt aber als unwahrscheinlich.
Zwar habe der Bundesrat signalisiert, dass er ein Dahinfallen der Verträge nicht ausschliessen könne. «Dennoch halte ich diesen Schritt für unwahrscheinlich», sagte Christa Tobler, Professorin für Europarecht der Universität Basel, im Interview mit den Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Bund» vom Freitag. Denn dazu wäre ein einstimmiger Beschluss im Ministerrat und die Zustimmung des Parlaments nötig.
«Nicht im Interesse der europäischen Wirtschaft»
«Eher steuern wir auf einen vertragswidrigen Zustand zu», sagte Tobler. Für die Schweiz könnte das zu rechtlichen und praktischen Schwierigkeiten führen, weil EU-Bürger klagen könnten.
Auch Christoph Blocher, Präsident des «Komitees gegen den schleichenden EU-Beitritt», spricht von einem «unwahrscheinlichen Fall, dass die anderen Verträge auch fallen». «Das ist nicht im Interesse der europäischen Wirtschaft», sagte er in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Freitag.
«Wenig Lust»
Die Verträge hätten für die EU-Wirtschaft die grössere Bedeutung als für die Schweiz, sagte Blocher und wiederholte den Vorwurf an die Adresse der EU, die gemäss dem Freizügigkeitsabkommen vertraglich dazu verpflichtet sei, mit der Schweiz zu verhandeln.
Anders schätzt Europarechtlerin Tobler die Position der Schweiz ein. Aus Diplomatenkreisen sei zu vernehmen, dass die Schweiz seit der Abstimmung vom 9. Februar für die EU noch weniger wichtig geworden sei. «Die EU verspürt wenig Lust, sich mit der Schweiz zu beschäftigen. Alles andere ist eine Illusion.»

KOMMENTAR:

Es ist durchaus denkbar, dass nun versucht wird, das unliebsame Verdikt der Schweizerr Bevölkerung vom 9. Februar mit einer zweiten Abstimmung korrigieren zu können.
Der Schuss könnte aber hinten heraus gehen, falls die Schweizer das Gefühl haben, gezwungen zu werden, fremdes Recht automatisch zu übernehmen. Der Souverän würde erneut emotional reagieren. Die Anhänger einer unabhängigen Schweiz sind nach meinem Dafürhalten immer noch mehrheitsfähig, selbst wenn die Schweiz gewisse Nachteile in Kauf nehmen müsste. Die EU wird deshalb ihre harte Haltung sicherlich revidieren, sobald ihr bewusst wird, dass die Schweiz auch andere Abkommen kündigen könnte, von denen die EU bislang profitieren  konnte (Verkehrsabkommen usw.)  
VerHANDlungen haben mit HANDELN zu tun. Sie haben nichts mit Gesprächsverweigerung zu tun. Die EU ist sich wohl nicht bewusst, welchen Stellenwert den Schweizern ihre Souveränität hat.
Der Bunderat hat gemerkt, dass die Verhandlungsverweigerung beim Volk nicht gut ankommt.
Er präzisierte in einer Medienkonferenz das Abblocken der EU und sagt, die EU werde bei der Personenfreizügigkeit nicht verhandeln, bei allen anderen Abkommen könne schon verhandelt werden. Die EU sei hingegen zu einer DISKUSSION bereit.
Bundespräsident und Aussenminister Didier Burkhalter sagte gegenüber dem Schweizer Radio SRF, die EU wolle zwar nicht über die Prinzipien des Abkommens über die Personenfreizügigkeit verhandeln. «Sie will aber nicht nicht diskutieren und sie will auch in anderen Dossiers verhandeln.» Es gehe darum, ein Gleichgewicht zu finden.

Wir sehen: Die EU kann nicht völlig vertragsbrüchig werden. Denn in den Verträgen steht, dass nach dem Abkommen bei Differenzen bereinigt werden können.
Wir sehen: Politik heisst auch "Wortklauberei betreiben".
Es lohnt sich die unterschiedlichen Begriffe zu klären.
 Zum Begriff DISKUTIEREN:

Diskutieren - aber wie - Rhetorik.ch

www.rhetorik.ch/Diskussion/Diskussion.html
Diskutieren heisst auch erörtern. Das Wort kommt vom lateinischen discutere, das auch die Bedeutungen zerschlagen, auseinandersetzen, zerlegen hat. Rudolf ...

 
 Und zum Begriff VERHANDELN:
Jedes Kind übt sich ständig im Verhandeln. "Muss ich tatsächlich um zehn Uhr schon ins Bett?", fragt Anna beispielsweise die Eltern. Nach längerem Hin und ...
www.rhetorik.ch/Verhandeln/Verhandeln.html
2. Aug. 2003 ... Vielerorts hapert es jedoch an der notwendigen Verhandlungskompetenz, obschon überall verhandelt wird. Bereits Kinder verhandeln und ...
www.rhetorik.ch/Harvardkonzept/Harvardkonzept.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
10. Apr. 2011 ... Verhandeln ist ein fester bestandteil des Lebens, im Grossen wie im kleinen. beispielsweise das Verhandeln mit der kollegin über die.
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/04_10/artikel.pdf
23. Juni 2013 ... Bekannte Kommunikationsexperten vermittelten am Communication Forum 2013 vom 21. Juni im GDI den anwesenden ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/06_23/
10. Apr. 2011 ... Der Artikel in ZV- INFO April 11 basiert auf einem Referat an der Veranstaltung in Brunnen [PDF]mit dem Titel "Verhandeln-aber wie?".
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/04_10/index.html
    

Freitag, 25. Juli 2014

Interview Urs Schäppi



Swisscom-Chef Urs Schaeppi im Interview: Die Swisscom ...

www.nzz.ch/.../die-swisscom-im-kampf-mit-neuen-wettbewerbern-1.182...
16.04.2014 - Dem verschärften Wettbewerb setzt er im NZZ-Videointerview das Swisscom-Tarifmodell «Natel ... Link zum Video-Interview mit Urs Schaeppi ...

Wirtschaft im Fokus mit Swisscom-Chef Urs Schaeppi. Die Swisscom im Kampf mit neuen Wettbewerbern. 06:34
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AUFGABE: Beurteilen Sie das Interview nach folgenden Kritriern:
Ueberzeugungskraft,
Antworttechniken,
Verständlichkeit.
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