Montag, 21. April 2014

Dialogfördernde Sätze


Dialogfördernde Formulierungen - auch in schwierigen Gesprächssituationen

Es gibt Sätze, die in anspruchsvollen Situation den Dialog fördern und dadurch gleichsam "Brückenbauer" sind.





Wenn Sie Denkzeit gewinnen wollen:

- "Erlauben Sie mir noch eine Vorbemerkung:....."
- "Können Sie mir Ihren Gedanken bitte noch konkretisieren, damit ich darauf antworten kann."
- "Zuerst muss ich noch etwas klarstellen:..."

Verständnis zeigen (bei Einwänden):

- "In Ihrer Situation würde ich auch so denken."
- "Ihren Aerger kann ich gut nachvollziehen."
- "Ich verstehe gut, dass Sie vor allem auf den Preis achten."

Differenzieren:

- "Bei jeder Veränderung gibt es Vor- und Nachteile."
- "Das ist ein Aspekt, den Sie ansprechen. Es gibt jedoch noch andere Gesichtspunkte, wenn wir nach einer Lösung suchen:...."
- "Bei dieser Frage gibt es noch weitere Untersuchungen. z.B.:....."

Bei unfairen Angriffen:

- "Sie haben sicherlich Verständnis, wenn ich auf den unsachlichen Teil der Bemerkung nicht eingehe. Wo haben Sie konkret Bedenken?"
- "Dieses pauschale Urteil zeigt mir leider nicht, welche sachlichen Argumente gegen XY sprechen."
- "Das ist eine recht abschätzige Bemerkung. Sie erwarten nicht, dass ich darauf eingehe. Haben Sie auch konkrete Einwände?"

Rückfragen (vor allem bei Killeraussagen):

- "Worauf bezeiht sich diese Behauptung?"
- "Was genau meinen Sie damit?"
- "Habe ich Sie richtige verstanden? Sie sagen...."

Formulierungen, um das eigenen Argument unterzubringen:

- "Darf ich noch einen Gedanken anfügen?"
- "Häufig wird übersehen, dass....."
- "Noch eine kurze Vorbemerkung zu XY: ......"

ICH-Aussagen:

- "Ich kann Ihre Frage nicht einordnen."
- "Ihre Frage erstaunt mich."
- "Ihre Attacke hat mich verletzt."

Auf eigene DACH-Botschaft lenken:

- "Sie sprechen mit Ihrer Frage einen entscheidenen Punkt an:..."
- "Ich kann Ihnen kurz erläutern, welche Aspekte für XY sprechen....."
- "Das mag auf den ersten Blick so aussehen. Schaut man jedoch genauer hin, so...."

Bedingt zustimmen:

- "Im Prinzip sehe ich dies auch so. Bei Punkt Y müssen wir jedoch berücksichtigen, dass...."
- "Gottlob ist dies nur in Einzelfällen so. In der Regel....."
- "Aus dieser Sicht stimme ich Ihnen zu. Es gibt aber noch Folgenden Aspekt....."

Bei Beleidigungen oder Attacken:

- "Ich finde es nicht fair, mein Argument als UNSINN zu bezeichnen.
Was haben Sie konkret einzuwenden?
- "Entschuldigung. Geht es nicht auch eine Phonstärke leiser?"
- "Mit dem Angriff auf meine Person, erkenne ich nicht, was Sie gegen das Argument XY einzusenden haben."


LINKS:



Killerphrasen sind Sätze der Abwehr, der Ablehung oder der Herabsetzung, die keinen konstruktiven Beitrag leisten. Killerphrasen zielen oft auf die Person und ...
www.rhetorik.ch/Killer/Killer.html

Wie soll ich mich in schwierigen Gesprächssituationen verhalten? In einem fünftägigen Lehrerfortbildungskurs nutzte eine Gruppe einen ungewöhnlichen Weg, ...
www.rhetorik.ch/Gespraech/Gespraech.html
Schwierige Gesprächssituationen · Goldene Regeln der Rhetorik · Horrorauftritte · Hohle Phrasen · Humortechniken · Die IIII Formel · Indiskrete Fragen.
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
12. Dez. 2012 ... gende schwierige Situationen grosse Bauch- schmerzen bereiten: .... Janusgesicht. · Schwierige Gesprächssituationen. · Unredliche Methoden.
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
27. Juni 2007 ... indem er seine persönlichen Gespräche mit den Parteikritikern de- tailliert schildert. Die sollen ... tens schwierige Gesprächssituationen kurzfri-.
10. Aug. 2005 ... Im Lehrbuch Team und Kommunikation ist ein Kapitel dem Umgang mit den unterschiedlichsten Teamtypen gewidmet. Ich sammelte damals ...
Schwierige Situationen ... Schwierige Situationen im Interview - Fragetypen · Zum Interview · Harvard Konzept · Argumentionsformen · Moderieren ...
2. Aug. 2003 ... Es erlaubt auch bei schwierigen Verhandlungen noch ein positives ... können Bewegung in verfahrene Gesprächssituationen bringen. Es gibt ...
11. Jan. 2004... nur Provokationen oder Beleidigungen können Gesprächssituationen ... und Kommunikation, Kapitel, "Umgang mit schwierigen Teamtypen".
www.rhetorik.ch/Toxisch/Toxisch.html

Sonntag, 20. April 2014

Schwierige Gesprächssituationen


Ueberzeugen in schwierigen Gesprächssituationen


Nachfolgend die versprochene VORINFORMATION zu unserem Seminar:
 



Es liegt mir daran, anlässlich unserer Arbeit mit Videofeedback folgende Zusatzinformationen zu vermitteln, die Sie jederzeit zu Hause wieder abrufen können.




Mit dieser kurzen Einführung will ich Ihnen bewusst machen, dass Kommunikation etwas GANZHEITLICHES ist. Wir werden uns vor allem mit der Wirkung der Personen beschäftigen und der Frage nachgehen, weshalb wir im Alltag überzeugen oder auch nicht.

Wir verzichten bei unserer Arbeit  auf rezeptorientierte oder theaterorientierte Tipps oder Rezepte. Dafür gehen wir der Frage nach, wie wir auch unter Druck und in schwierigen Situationen dennoch natürlich, glaubwürdig und echt kommunizieren können. Weil wir in unterschiedlichen Rollen überzeugen müssen, können wir nicht einfach alles ungefiltert sagen, was wir denken. Es gilt stets die Balance zu finden zwischen - sich ernst nehmen und sich adressatengerecht verhalten. Es besteht ein Spannungsfeld zwischen NATUERLICHKEIT und KONZESSIONEN gegenüber den Adressaten (Anpassungen). Die Kunst des Ueberzeugens besteht darin, beide Anliegen (Natürlichkeit und Rücksichtnahme) unter einen Hut zu bringen.





Selbstsicherheit ist gut und wichtig. Doch hat übertriebene Selbstdarstellung nichts mehr zu tun mit der geforderten Natürlichkeit. Offen, klar, eindeutig formulieren ist nicht zu Verwechseln mit Taktlosigkeit. Auch wenn Sie Sie selbst bleiben, müssen wir uns immer situativ verhalten. 90 Prozent des Eindrucks wird durch unser Erscheinungsbild und unser Auftreten, unser Verhalten bestimmt.
 


Deshalb sind:

- Die Rolle, die wir innehaben

- unsere Kleider

- unsere Körpersprache

- unsere Stimme

- und das, was wir sagen

keine Nebensächlichkeiten.

Wir müssen in verschiedensten Situationen überzeugen können, ohne Theater zu spielen. Wir müssen künftig unsere Aussagen konkret auf den Punkt zu bringen.

Schwerpunkte unserer Ausbildung sind: Wahrnehmung, Zuhören, Verstehen- Verstanden werden. Verständlichkeitshelfer.

Das Wichtigste vorweg:
Das Zauberwort: EINSTELLUNG

Bei der Einstellung geht es um die innere Haltung. Stimmt die innere Haltung mit dem überein, was wir denken, so stimmt die Stimme ebenfalls mit dieser Stimmung überein und der Körper sendet automatisch die Signale, die unserer Einstellung sendet.

Wir können nur überzeugen, wenn unsere EINSTELLUNG mit dem - was wir sagen - übereinstimmt!
Ich kann andere nur überzeugen, wenn ich selbst von meiner Aussage überzeugt bin.
Er ist erstaunlich, wie viel verziehen wird, wenn man die eigene Ueberzeugung - das Feux sacré - spürt. Mein Wunsch für den Alltag: Dran- bleiben und sich weiterhin Spiegel als Lernhelfer zu Nutze machen. Es gibt Hofnarren, denen ich vertrauen kann. Bestimmen Sie Ihre Hofnärrin oder Ihren Hofnarren. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, gilt es nun: TUN - TUN - TUN (lernen Sie weiterhin praxis- und prozessorientiert )

EINIGE HILFREICHE LINKS ZUR VERTIEFUNG DER THEMATIK:

Mit Spiegeln die kommunikative Kompetenz verbessern

Jean-Paul Sartre hat diese Thematik im Theaterstück 'Bei verschlossenen Türen' aufgegriffen: Ein Raum ohne Spiegel. Der eine sieht sich nur im Andern - in ... www.rhetorik.ch/Spiegel/Spiegel.html - Cached - Similar
  1. Erfolg dank Überzeugen

    24. März 2007 ... Der ganz Unrecht hat, ist leichter zu überzeugen als einer, der zur Hälfte Recht hat. -- Ralph Waldo Emerson Der Glaube kann uns niemals von ... www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Erfolg.html - Cached - Similar
  2. Mit Argumenten überzeugen

    Kommunikation, Gespraech, Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Argumente.html - Cached - Similar
  3. Überzeugend antworten

    Kommunikation, Gespraech, Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Ueberzeugen/Ueberzeugen.html - Cached - Similar
  1. Natuerliche Kommunikation

    Kommunikation, Training, Natuerlichkeit Auftritt, Reden, Weiterbildung. www.rhetorik.ch/Natuerlich/Natuerlich.html - Cached - Similar
  2. [PDF]

    IST NATÜRLICHES KOMMUNIZIEREN LERNBAR?

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML 22. Juni 2005 ... Willkommen im Simulator: Natürlich kommunizieren? Eigentlich eine Selbstverständlichkeit ... ernst ist – alles andere als natürlich ist. Die ... www.rhetorik.ch/Aktuell/05/06_22/06_2005_black.pdf - Similar


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  1. Die Balance finden

    balance artikel. Ausführlicher Artikel · Kurzgefasster Artikel · Rhetorik.ch, 1998-2007 © K-K , Weblinks sind erwünscht. Bei Weiterverwendung ist Autoren- ... www.rhetorik.ch/Balance/Balance.html - Cached - Similar
  2. Die Balance finden

    Wir müssen die situationsgerechten Balance finden im Spannungsfeld: Ich- Bezogenheit und Integrationsfähigkeit.d.h. Beides darf nicht vernachlässigt werden. ... www.rhetorik.ch/Balance/Lang.html -Cached - Similar




    Schwierige Gesprächsituationen

    Es lohnt sich, schwierige Situationen zu simulieren und sich in einem fachgerechten Coaching mit den gewünschten Situationen vor der Kamera ... www.rhetorik.ch/Gespraech/Gespraech.html - Cached - Similar



    LOCKERHEIT IST DAS A und O



    Oeffnung schafft Vertrauen





    Bei allen Kommunikationsprozessen lohnt es sich, vor Gesprächen, Auftritten immer zu kontrollieren, ob der Körper, die Muskeln, die Hände  locker sind.



    Die Lockerheit des Körpers beeinflusst  die Lockerheit im Denken.



    Dank dieser Lockerheit fliesst die Kommunikation.



    Die Spannung im Stresszustand erkennen wir sofort im Gebiss-Hals bereich. Wer sich muskulär verspannt, blockiert auch das Denken.


    Offene Haltung beim Sprechen




    FAZIT: Beginnen Sie nie mit einer Scheinlockerheit. Nehmen Sie sich die Zeit, den Start  zu zelebrieren, bis sie echt locker sind! Selbstverständlich benötigen Sie immer auch eine gewisse Grundspannung. Es gibt bewährte Methoden oder Techniken, diese Lockerheit innert weniger Sekunden zu gewinnen.





    Zur Haltung:

    Geerdet STEHEN - zur Aussage STEHEN
    WURzeln





    Beim Kommunikationscoaching spielt die Haltung eine wichtige Rolle.



    Es zeigt sich, wer geerdet da STEHT -  mit Bodenhaftung - der wird  auch besser verSTANDen.

    Die Stimme klingt auf der senkrechten Wirbelsäule sonorer. Sie ist ausbalancierter.



    Wer groundet (Begriff in den Staaten), wer geerdet da steht, signalisiert, dass er zu seiner Aussage STEHT.  Wer seinen STANDpunkt eindeutig vertritt, wird zwangsläufig auch besser verSTANDen.
    (In unserem fachgerechten Coaching erkennen Sie, wie  die Energie- dank richtigem Verhalten - konkret  zum fliessen gebracht werden kann.


    Fazit: Wer verankert ist, kann auch bei heiklen Kommunikationsprozessen verbale Stürme überstehen.
    IM SEMINAR ERARBEITEN WIR DIE WICHTIGSTEN BAUSTEINE, UM SCHWIERIGE SITUATIONEN ZU MEISTERN 
    Nachtrag zur Vertiefung:
    Falls wir mit Kampfdialektik konfrontiert - was sollen wir tun?

    Es gibt Möglichkeiten,  bei einem unfairen Angriff  das Gesicht zu wahren.
    Beispielsweise mit der 4 I Taktik:


    Zur IIII Formel


    Bei einem harten Schlagabtausch lohnt es sich, die vier I Formel im Kopf zu haben. Dies setzt aber ein längeres Training voraus. Ist in einem Mediensimulator unter fachkundiger Leitung möglich.

    I wie IGNORIEREN
    (Aehnlich wie beim Isolieren, können Sie persönliche Angriffe einfach ignorieren und den rhetorischen Foul-Spieler ruhig, evt. humorvoll ans Regelwerk des Fair Play erinnern. Lenken Sie auf die Sachebene)

    I wie IRONISIEREN
     Unfainess können Sie mit einem ironisierenden Konter neutralisieren. Wenn jemand Sie plötzlich laut angreift, fragen Sie ruhig: Warum reden Sie so laut? Gegner: Total Schwachsinn, was Sie da erzählen! Konter: In welchen Punkten haben Sie Bedenken? Nutzen Sie die Rückfragetechnik)
    I wie IDENTIFIZIEREN

    (Unfaire Methoden gilt es möglichst rasch zu erkennen und zu benennen. Deshalb ist das Wahrnehmen der fragwürdiger Taktiken so wichtig. Setzt aber Präsenz und aktives Zuhören und Kenntnis der Taktiken voraus. Dadurch kann ich meine Souveränität bewahren. Ein Beispiel: Sie haben wirklich keine Ahnung! Identifizierender Konter: Ich würde gerne sachlich mit Ihnen reden!)

    I wie ISOLIEREN

    (wenn Sie angegriffen werden, lohnt es sich, bewusst vom Kriegsschauplatz zu lösen, zu dissozieren d.h. Distanz zu gewinnen. Es ist möglich, sich in der eigenen Vorstellung ein "virtuelles Schutzschild", einen "persönlichen Airbag" aufzubauen. Ich verweise auf das Buch von Barbara Berckhan "Judo mit Worten" 2006). Krasse Unfairness dürften wir  sogar mit einem Gesprächsabbruch kontern. Damit wird der Beleidiger sofort isoliert).


    Kommentar:

    Das Erkennen und Benennen der angewendeten unfairen Taktik  der Kampfdialektik kann die unangenehme Situationen entschärfen. Der sogenannte "Rumpelstilzchen-EFFEKT" wirkt auch bei Kampfdialektikern Wunder. So wie im Märchen die Namensnennung des Zwerges gleichsam eine magische Wirkung hatte, so kann auch dank der Nennung der unfairen Taktik, gleichsam  der Bann gebrochen werden.


    Fazit:

    Nur wer gut zuhören kann, präsent ist, eine  gute Wahrnehmung hat und die Techniken  der Kampfdialektik kennt, ist fähig, unfaire Techniken zu erkennen, zu benennen und zu  stoppen. Das Lenken beim "Botschaftenmanagement unter Druck" muss dies praktisch erwerben (learning by doing). So wie Piloten heikle Situationen nicht mit Bücherlesen erwerben.  Beispielsweise konkret im Simulator - hier können wir uns  mit den Techniken der  Kampfdialektikern - konkret - auseinandersetzen. Lenkungstechniken sind übrigens im Mediensimulator rasch erlernbar.

    LINKS zu dieser Thematik: (in rhetorik.ch - Navigation über das Inhaltsverzeichnis oder das Suchfenster)
    - Nervensägen
    - Janusgesicht
    - Schwierige Gesprächssituationen
    - Unredliche Methoden
    - Unfaire Dialektik
    - Unfaire Angriffe
    - Beleidigungen parieren
    - Durchsetzungstechniken
    - Exekutionsrhetorik
    - Umgang mit Wut
    - Dissozieren
    - Streiten- aber wie?
    - Toxische Kommunikation
    - Gesprächsunkultur
    - Provokationen- was tun?
    - Manipulationstechniken
    - Rhetorisches Judo
    - Torpedorhetorik
    - Gerüchtekommunikation
      

Samstag, 19. April 2014

Frohe Ostern



Nehmen Sie sich Zeit für  einen
Osterspaziergang.
Erinnern Sie sich noch an dieses Gedicht?

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dorther sendet er, fliehend, nur
Ohnmächtige Schauer körnigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weisses,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlts im Revier,
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurück zu sehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
Dring ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbes Banden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus Strassen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluss, in Breit' und Länge,
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und, bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet gross und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.


(Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749-1832;
Osterspaziergang, Faust, die Tragödie erster Teil)

Wer hat sich Ostern so vorgestellt?



Nicht einmal der Osterhase!






Politiker müssten das Sicherheitbedürfnis der Bevölkerung ernst nehmen

Das Sicherheitsbedürfnis hat erste Priorität

Wenn Bundesrätin Widmer-Schlumpf die Bedenken der Tessiner nicht ernst nimmt, macht sie einen gravierenden Fehler, der sich später rächen könnte.

 Ich zitiere Blick-online:

Lässt Widmer-Schlumpf die Südschweiz hängen?Einbrecher plündern das Tessin

Im Tessin häufen sich die Einbrüche. Der Gemeindepräsident von Mendrisio bittet deshalb Bundesrätin Widmer-Schlumpf um Hilfe. Doch diese bleibt vorerst aus.

Der Eklat des Bundesrates könnte Folgen haben - aber für das Fernsehen

Gespannt erwarte ich das Urteil des Ombudsmannes

Es ist gut denkbar, dass nun der Ausrutscher Maurers mit seiner vielbeachteten Journalistenschelte Folgen hat.

Ich lese heute in einem sda Beitrag:

«Rundschau«-Beitrag ist Fall für den Ombudsmann

Heftige Reaktionen auf Gripen-Beitrag: Ungewöhnlich viele Beanstandungen sind nach dem Ausraster von Ueli Maurer bei der SRG-Ombudsstelle eingegangen.

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Bundesrat Ueli Maurer kanzelte den Beitrag über die Gripen als einseitig, tendenziös und als schwache journalistische Leistung ab. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

Der Beitrag der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens SRF zum Kampfjet Gripen vom Mittwoch hat bei den Kampfjet-Befürwortern heftige Reaktionen ausgelöst. Bei der SRG-Ombudsstelle trafen bereits kurz darauf acht Beanstandungen ein. Das seien ungewöhnlich viele am Tag eins nach einer Sendung, sagte Ombudsmann Achille Casanova der «Neuen Luzerner Zeitung».
Die Fernsehzuschauer geisselten darin den «Rundschau«-Beitrag als reine Anti-Gripen-Propaganda. Besonders schlecht sei der Vergleich mit der Luftwaffe von anderen europäischen Ländern angekommen bei jenen, die den Bericht beanstanden. Casanovas schriftliche Bestätigung lag am Freitag auch der Nachrichtenagentur sda vor.

Fokus auf Österreich
Das Politmagazin des Deutschschweizer Fernsehens hatte die Schweizer Flotte mit jener von Österreich, Tschechien und Ungarn verglichen, weil alle drei Länder eine mit der Schweiz vergleichbare Grösse haben. Österreichs Flotte besteht aus 15 Eurofightern, jene von Tschechien und Ungarn aus je 14 geleasten Gripen. Der Schwerpunkt des Berichts lag auf Österreich.
Zu Wort kamen in dem Beitrag ein Testpilot der Schweizer Luftwaffe, der Chef der österreichischen Luftwaffe und ein deutscher Rüstungsexperte. Letzterer kritisierte die Gripen-Beschaffung als zu teuer und unnötig.
Maurer schäumte
Anschliessend strahlte die «Rundschau» ein Interview mit Verteidigungsminister Ueli Maurer aus, worin dieser den Beitrag als einseitig, tendenziös und schwache journalistische Leistung abkanzelte.
«Ich finde das relativ tendenziös für ein Fernsehen, das von öffentlichen Geldern lebt», sagte Maurer. Die Sendung habe nur Länder herangezogen zum Vergleich, die über weniger Kampfjets verfügten, nicht jedoch Länder wie Belgien oder die Niederlande, die weit mehr Flugzeuge besässen.
Die «Rundschau» erklärte zu diesem Vorwurf, man habe den Fokus auf Österreich gelegt, weil es ein Nachbarland sei, es ebenfalls nicht der westlichen Militärallianz NATO angehöre und auch Sicherheitsexperten die Schweiz und Österreich miteinander vergleichen würden.

Dies einen Monat vor der Abstimmung!

Das Stimmvolk entscheidet in einem Monat, am 18. Mai, indirekt über den Kauf von 22 Gripen-Kampfjets des schwedischen Herstellers Saab. Zur Abstimmung vorgelegt wird mit dem Gripen-Fonds-Gesetz die Finanzierung des Kaufs.

KOMMENTAR: Obschon der Ombudsmann der SRG keine Entscheidungs-  oder Weisungsbefugnis hat, könnte eine anerkannte Beschwerde Folgen haben. Auch ich bin Ombudsmann (Kantonsschule Schaffhausen) und habe festgestellt, dass externe neutrale Beurteilungen ernst genommen werden.
Was ich vermutet hatte trifft nun ein: Maurer kann dank des Ausrasters seine Beanstandung mehrfach in den Medien publizieren. Auch ich habe mir die Rundschau mehrmals angeschaut und es trifft tatsächlich zu, dass der Vorspann einseitig und tendenziös war. Es ist durchaus denkbar, dass der Medienwirbel den Gripenbefürwortern Auftrieb geben könnte.
vor allem dann, wenn den Beschwerdeführern entsprochen würde.  Das Fernsehen muss nun nachweisen, dass es innerhalb mehrere Beiträge zusammen sachgerecht informiert hatte. Wenn nicht, könnten die Beschwerdeführer einen Erfolg buchen. Bis jetzt hatten Beschwerden stets einen schweren Stand, wenn sie von einer einzelne Sendung verlangt hatten, dass sie in sich sachgerecht aufgearbeitet ist.
Das Interview war aus meiner Sicht hart und fair. Völlig in Ordnung. Maurer erhielt eine Plattform auf der er seine Botschaften  platzieren konnte und im Politmagazin dürfen harte Fragen gestellt werden und der Moderator ist gleichsam verpflichtet, die Aussagen von Exponenten zu hinterfragen. 
NACHTRAG im Blick:


Im Visier: Roger de Weck.
(Philippe Rossier)

Der Ausraster von Ueli Maurer im Interview mit «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz – es wurde vergangenen Mittwoch ausgestrahlt – war beileibe nicht derart spontan, wie das am Bildschirm erschien.
BLICK weiss: SVP-Bundesrat Maurer explodierte schon lange vor dem Sende­termin. In dem Augenblick nämlich, als er den vorgängigen «Rundschau»-Beitrag über den Gripen erstmals zu Gesicht bekam – das war am Dienstagnachmittag im Bundeshaus.
Anders als gewöhnlich durfte der Bundesrat den kritischen TV-Beitrag im «Salon du Président» auf einem Laptop vor­visionieren. Anschliessend sollte ein Interview mit Sandro Brotz aufgezeichnet werden, in dem Maurer auf den Beitrag reagieren sollte. Doch so weit kam es zunächst nicht. Der Grund: Der Bundesrat war verärgert. Wurde laut.
Was er gesehen hatte, brachte den Verteidigungsminister in Rage. Er wählte deutliche Worte. Es kam zum  verbalen Schlagabtausch zwischen dem Magistraten und dem «Rundschau»-Team. Es hat wenig gefehlt und Maurer hätte das Interview platzen lassen. Mit knapper Not konnte das verhindert werden, und Sandro  Brotz stieg eher zahm in das Interview mit Maurer ein – fast so, als wollte er diesen nicht reizen.
Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik, meint nach ­einer Videoanalyse: «Brotz war von der heftigen Reaktion offensichtlich irritiert.» Und: Ueli Maurer habe bereits als SVP-Parteichef Konfrontationen nicht gescheut.

Blick fasste meine Meinung zum Ausraster Maurers wie folgt zusammen:

Für Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik, ist klar: "Wer sich als  Politiker oder Wirtschaftsführer provozieren lässt, hat im Normalfall  verloren."

"Ich sage meinen Kunden immer, es ist ein Kapitalfehler, Journalisten als Gesprächspartner zu beschimpfen." 

"Auch wenn Sandro Brotz ist ein absoluter Profi ist, der weiss, wie man Leute in die Enge treibt, waren seine Fragen weniger das Problem." Vielmehr war wohl aus Sicht von Knill der tendenziöse Vorspann der Grund für Maurers Ausraster.

"Die  Gripen-Kampagne  harzt zudem und da war Maurer besonders dünnhäutig."
 

"Allerdings ist es gut möglich, dass sich Maurer von der Reaktion von Brotz anstacheln liess, um noch einen draufzugeben." Brotz sei offensichtlich von der heftigen Reaktion irritiert. Und: "Schliesslich ist Maurer schon als Parteichef aufgefallen, dass er Klartext spricht und  Konfrontationen nicht scheut."

"Für Maurer hat sich das Ganze möglicherweise ausgezahlt: Er ernte Zustimmung bei der SVP-Basis und von Leuten, welche den Medien kritisch gegenüber stehen."
 
Zudem habe er seine Botschaft, dass die Schweiz in Sachen Flugzeugbeschaffung nicht mit Österreich zu vergleichen sei, dank des Medienwirbels mehrfach wiederholen können.

Freitag, 18. April 2014

KARFREITAG

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