Freitag, 17. Januar 2014

Zu den Seitensprüngen der Politiker

Mächtige Männer und ihr heimliches Liebesleben

An Affairen mit Politikern mangelt es nicht. Die Liste ist recht lang:
Bill Clinton, dem mit seiner Praktikantin Monika Levinsky ein Verhältnis hatte. Für Clinton war beim Verhör Oralverkehr kein Sex. Seine Frau hielt trotz des Seitensprungs zu ihrem Mann und Clinton verstand es - dank enormem Aufwand - vor der Kamera erhärtete Sachverhalte zu beschönigen.

Auch bei Horst Seehofer nahm ihn seine Frau trotz Affaire mit Annette Fröhlich - die sogar noch ein Kind von ihm gebar - wieder auf. Er musste lediglich seiner Frau versprechen, den Kontakt mit der Geliebten abzubrechen. 

Arnold Schwarzenegger führte ebenfalls ein Doppelleben. Es stritt aber den Seitensprung mit der Geliebten Mildred B. ab. Als dann durch einen dummen Zufall  die Sache ans Tageslicht kam, brach Schwarzenegger ein. Als Politiker war er nicht mehr tragbar.

Die Liste von Politikern mit Liebesaffairen könnte beliebig verlängert werden:
Ich denke nicht nur an Hollande, der zuerst Sarkozy beim Wahlkampf dessen Affaire mit Carla Bruni vorwarf, worauf dieser später mit einer fiesen Lästerattacke  den Rivalen Hollande lächerlich machte mit seinem Fremdgeh- Besuchen (Bilder als Motorradfahrer auf der Fahrt zur Schauspielerin Julie Gayet). Andere Vorgänger haben ebenfalls über die Stränge gehauen: Mitterand mit einer halboffiziellen Maitresse. Chirac mit einer  AFP Reporterin.


 

Für die Medien geben Seitensprünge der Politiker stets attraktive Geschichten, die sich  gut vermarkten lassen.

Nicht nur die Regenbogenpresse und die Boulevardmedien sind an Skandalen, Affairen und Sexgeschichten mit Politikern interessiert. Alle Medien wissen genau: Skandale sind für die Verleger spannend und lukrativ. Sie werden gelesen. Sie erfüllen die klassischenVoraussetzungen für die Sensationspresse: Es geht um Personen, ist etwas Ungewöhnliches. Es geht auch um Emotionen und Sex.

Weshalb sind Politiker denn so dumm und handeln so unbedacht?

Politiker sind keine Uebermenschen. Sie unterliegen wie andere  der Last der Lust.

Die Versuchung zu einem Seitensprung ist  bei ihnen enorm gross. Denn: Macht ist für Frauen sexy.  Macht macht  anderseits auch einsam. Der Politiker muss gar nicht wie Cloony aussehen. Die Aura der Macht betört viele schöne Frauen und auch den Politiker selbst. Kommt dazu, dass der politische Alltag unterkühlt ist.
Der Wunsch nach kuscheliger Wärme ist   für die mächtigen Männer recht gross.
Leider verbrennt dann das hormonelle Störfeuer bei vielen Politikern auch den gesunden Menschenverstand. Liebesabenteuer machen bekanntlich  blind.

Ich rate deshalb Politiker immer, im Umgang mit Medien, auf Homestorys zu verzichten. Die Trennung Privates/Beruf macht sich  im Alltag stets bezahlt, vor allem in heiklen Situationen.

Wenn dann aber eine Geschichte doch  ans Tageslicht kommt, gelten die Prinzipien der Krisenkommunikation: Nie lügen! Mit geradem Rücken offen zur publizierten Affaire stehen. Selbstverständlich muss nicht alles gesagt werden, was wahr ist. Aber was gesagt wird, muss immer stimmen. Es gilt stets, Sachverhalte transparent zu machen. Bürgern stösst es sauer auf, wenn ein Politiker abtaucht und seine Seitensprünge vernebelt.

Viel besser ist es jedoch, es nie soweit kommen lassen. Als Mann der Oeffentlichkeit müsste sich jeder Politiker stets seiner Verantwortung  - seiner Rolle -  bewusst bleiben. Nicht in allen Breitengraden denken die Stimmberechtigten so, wie  die italienische Bevölkerung. Dort zeigten recht viele Bürger Verständnis  für ihren Bunga-Bunga Politiker. Es gab Italienerinnen und Italiener, die sogar noch stolz waren auf ihren potenten Staatschef.


LINKS:


Nachdem in den Medien von verschiedenen Skandalen die Rede war, (siehe die unter www.rhetorik.ch/Aktuell aufgelisteten Beiträge zu Fischer, Daum, Aliesch ...
www.rhetorik.ch/Skandal/Skandal.html
22. Apr. 2002 ... Medien, Skandale,Journalismus, Skandaljournalismus.
www.rhetorik.ch/Medienskandale/Medienskandale.html
Medienrhetorische Aktuell Beitraege auf rhetorik.ch.
www.rhetorik.ch/Aktuell/Skandal.html

Donnerstag, 16. Januar 2014

Apfelbaum BILD-RHETORIK

BILDER SAGEN MEHR ALS WORTE

Wenn nun Kontrahenten mit dem analogen Bild überzeugen wollen: Wie wirken diese Bilder?

Apfelbaum-Wirrwarr

Quelle Tagi-online
SVP und Economiesuisse liefern sich vor der Einwanderungsinitiative ein Duell – mit Apfelbäumen. Das Chaos scheint perfekt.
1/6 Ein SVP-Plakat gegen die sogenannte Masseneinwanderung wirbt für die Annahme der SVP-Volksinitiative «Gegen Masseneinwanderung», aufgenommen am Sonntag, 12. Januar 2014, in Effretikon.
Bild: Steffen Schmidt/Keystone

   

Symbole sind in der politischen Kommunikation wichtig. Indem sie verkürzen und emotionalisieren, vermitteln sie auf einen Blick Positionen und Traditionen. Beispiele sind die lachende Sonne der AKW-Gegner oder SVP-Geissbock Zottel. Aktuell dominiert ein anderes politisches Symbol auf Plakaten und in Zeitungsinseraten: Ein Apfelbaum, an dessen Ästen pralle, rote Früchte hängen. Im Text dazu geht es je nachdem um die «bewährten Bilateralen», um die «SVP-Abschottungsinitiative» oder darum, die «Masseneinwanderung zu stoppen». Zu sehen ist der Baum, wie er seine Wurzeln um die Schweiz schlägt oder wie er von einem Holzfäller umgelegt wird. Manchmal steht er auch einfach da. Um die Weihnachtszeit hatte er Schnee auf den Ästen.
Kurz, es herrscht Verwirrung. Wer wirbt hier eigentlich für was? Und wer hats erfunden? Ein Anruf bei Economiesuisse ergibt Folgendes: Der Wirtschaftsdachverband hat den Apfelbaum im Jahr 2000 zum ersten Mal ins Spiel gebracht. Seither hat Economiesuisse mit dem Symbol immer wieder für die Bilateralen geworben. Ende 2013 holte man das Sujet für die Kampagne gegen die SVP-Masseneinwanderungsinitiative aus der Schublade. Mitte Dezember konterte die SVP mit dem Wurzelplakat. Anfang Jahr doppelte Economiesuisse mit dem Holzfällerinserat nach. Auch, weil die politischen Alliierten an der Wirksamkeit der ursprünglichen Bäumchen-Plakate zweifelten. Diese hätten in einem derart hitzig geführten Abstimmungskampf zu wenig Biss.


SVP-nahes Motiv

Zumindest die Chronologie ist also geklärt, nicht aber das Bedeutungswirrwarr. Der Apfelbaum ist bereits symbolisch aufgeladen – als Baum der Erkenntnis in der Bibel. Economiesuisse setzt ihn allerdings als Fruchtbarkeitssymbol ein: Die Schweiz, ein reiches Land, dank der Bilateralen. Ungünstigerweise ist ein Apfelbaum jedoch ein SVP-nahes Motiv; man verbindet damit Bauern und Heimat. Dessen sei man sich bewusst, heisst es bei Economiesuisse. Man wolle diese Assoziationen aber nicht kampflos der SVP überlassen. Aus diesem Grund kämen die neuen Apfelbäume denn auch im Emmentaler Scherenschnitt-Stil daher.
So weit, so verzwickt. Mit dem Wurzelplakat ist der Betrachter allerdings definitiv überfordert. Beim SVP-Sujet greifen die Wurzeln des Baums nach der Schweiz und beschädigen sie sogar. Der Slogan dazu: «Masslosigkeit schadet». Übersetzt heisst das ja nichts anderes als: Die Schweiz (der Baum) greift die Schweiz an – und Wohlstand ist schlecht. Dass SVP-Bundesrat Ueli Maurer noch im Herbst am Schwing- und Älplerfest verlauten liess, dass ein Baum bei Sturm starke Wurzeln haben müsse, erleichtert die Interpretation nicht. Besagter Holzfäller auf dem neusten Economiesuisse-Inserat macht das semiotische Chaos dann perfekt: Der Mann ist einem Hodler-Gemälde entliehen. Selbst wenn einem das bekannt ist, müsste man auch wissen, dass SVP-Stratege Christoph Blocher Hodler-Sammler ist.
Laut Economiesuisse ist der Holzfäller der Abschluss der Baumkampagne. Man behalte sich allerdings vor, auf etwaige gegnerische Apfelbäume zu antworten. Die SVP verweist derweil auf den Wahltag. Dann müssten die Schweizer über den Apfelkrieg entscheiden, so Nationalrat Adrian Amstutz. Leichter gesagt, als getan. Sieht der Wähler doch den Wald vor lauter Bäumen nicht. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

KOMMENTAR: Plakate und deren Wirkung sind wahrnehmungspsychologisch interessant. Man sieht das Plakat in Vorbeigehen nur wenige Sekunden und die Bilder  wecken bei allen Personen Assoziationen. Ich habe mich bei  einigen Leuten erkundigt, was die Ausschaffungs GEGNER und Ausschaffungs - BEFUERWORTER Plakate aussagen. Dabei hat sich gezeigt, dass immer nur jene Palakate gut geheissen wurden, welche  die eigenen Meinung stützen. Das BILD BAUM wird aus meiner Sicht bei dieser Kampagne zu sehr strapaziert.
Die zu starken Wurzeln, die unser Land schädigen und die visualisierte Gefahr der Abschottung mit dem gefällten Baum (in Anlehnung an Blochers Hodler Bild). Beide Plakate wirken in der Aufmachung ähnlich. Beide Seiten wollen den Gegner mit der eigenen Waffe schlagen. An vielen Orten sind die beiden Plakate nebeneinander zu sehen. Dies signalisiert uns optisch eine Patt-Situation. Auch die Begriffe "Masseneinwanderung" und "Abschotten" sind von beiden Seiten rhetorisch geschickt gewählt. Obschon es Initiativen schwer haben, die Hürde zu einer Annahme zu schaffen - obwohl die SVP gleichsam allein auf weiter Flur gegen die Economiesuisse Werbemacht und den mobliliserten Bundesrat antritt (und alle SVP Gegner auf den Plan ruft) - obschon es bei allen Abstimmungen ein Sockel NEIN  von 10 % gibt - obschon bei allen Kampagnen, gegen Ende der Mobilisierung, der Nein-Anteil wächst, so wäre ich dennoch bei dieser Initiative nicht überrascht, wenn der NEIN Anteil gar nicht mehr so eindeutig ausfällt, wie es die jüngste Umfrage prognostiziert. Ich habe mich umgehört und viele Stimmen gehört, die eigentlich die Ausschaffungsinitiative in dieser Form ablehnen, aber dennoch ein Zeichen setzen möchten und deshalb ein JA in die Urne legen werden. Ich würde mich somit nicht wundern, wenn die Ablehnung viel  knapper ausfällt, als vorausgesagt.
Uebrigens: Vom Apfel hat niemand etwas geschrieben. Eva hatte Adam mit einem Apfel in Versuchung gebracht. Wir könnten uns somit auch die Frage stellen: Wem gelingt es mehr, den Gegner in Versuchung zu bringen und die eigene Meinung zu verleugnen? On verra!

NACHTRAG 20 Min:

«Die Apfelbaum-Plakate haben eine ganz andere Tonalität als frühere Sujets», sagt Kampagnenspezialist Mark Balsiger. Die milderen Töne passen zu einem generellen Stilwandel: Seit der Niederlage bei den nationalen Wahlen 2011 verzichtet die SVP weitgehend auf provokative Kampagnen und Attacken auf andere bürgerliche Parteien – und ist so auch wieder zum Erfolg zurückgekehrt.
Fraktionschef Adrian Amstutz schliesst nicht aus, dass seine Partei irgendwann wieder pointierter auftritt. Doch im Fall der Zuwanderung sei das gar nicht nötig: «Es braucht keinen Schrei von uns – den machen die Leute selber.» Die Bevölkerung spüre jeden Tag die Auswirkungen der Massenzuwanderung am eigenen Leib. Die Kampagne sei deshalb darauf ausgerichtet, die Leute an ihre täglichen Erfahrungen zu erinnern und sie an die Urne zu bringen.
 

Mittwoch, 15. Januar 2014

Doris Leuthard: Das mit den erhöhten Billettpreisen in Stosszeiten haben Sie wohl nicht ernst gemeint?

Es scheint kein Aprilscherz zu sein:


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Wer zu Spitzenzeiten Zug fährt, muss vielleicht schon bald tiefer in die Tasche greifen. 
  
 UNGLAUBLICH, FALLS ES ERNST GEMEINT WAERE!

Im Bahnverkehr sind weitere Preiserhöhungen absehbar. In der «SonntagsZeitung» kündigte Verkehrsministerin Doris Leuthard Preiserhöhungen für 2017 an. Zusätzlich will Leuthard flexiblere Billettpreise ermöglichen, um die vollen Züge während den Spitzenzeiten zu entlasten. Damit wird klar: Berufspendler müssen auch bei einem Ja zum Bahnausbaupaket Fabi in Zukunft mehr bezahlen, wenn sie in den Stosszeiten unterwegs sind. Die Idee: Wer die Bahnkapazitäten morgens und im Feierabendverkehr belastet, soll für die gleiche Strecke mehr zahlen, als wer tagsüber oder spätabends unterwegs ist.

Kommentar: Wer ein Billett löst, zahlt den Transport für eine bestimmte Strecke. Falls es Doris Leuthard wirklich ernst wäre mit den Sonderpreisen zu Stosszeiten, würde dies zwangsläufig zu einem Preischaos führen. Wer nämlich unverhofft  später heimreisen muss und ungewollt zur Stosszeit im Zug sitzt, würde trotz bezahltem Billett bestraft, weil man den Aufpreis im Zug nicht mehr nachzahlen kann. Die Umsetzung der Preisunterschiede ist der Bevölkerung  nicht nachvollziehbar Das mit dem flexiblen Billett ist  ein Schuss ins Ofenrohr. Meine Prognose: Damit hat die Verkehrsministerin die SBB Kunden vor den Kopf gestossen und hat vor der Abstimmung dem Bahnausbauprojekt unnötigerweise geschadet. Die uneinheitlichen Taxen werden die Pendler wieder auf die Strasse bringen.   Frau Bundesrätin, wenn Sie uns die Stosszeiten konkret definieren, könnten wir Ihnen alle Billettvarianten beschreiben, die möglich sind für Normalreisende, alle Varianten die beim Lösen der Billette Kopfzerbrechen bereiten  könnten. Erklären Sie uns bitte , wie Sie das geplante Preischaos konkret zu entwirren gedenken. Ueberall wird die Devise empfohlen: VEREINFACHEN IST DIE HALBE MIETE! Was Sie nun vorschlagen, ist das Gegenteil dessen: Das geplante Billettpreiswirrwarr ist ist nicht nur eine halbe, sondern wirklich eine GANZE  BIERIDEE.

Dienstag, 14. Januar 2014

Grenzen der Satire?

VIEL LAERM UM NICHTS?
ODER BERECHTIGTER LAERM UM EINE RASSISTISCHE KULTURTECHNIK?

Im Sketch mimte Birgit Steinegger Talkmasterin Oprah Winfrey, malte sich dafür schwarz an. Das brachte dem SRF massiv Kritk ein. Selbst der Direktor war damit nicht zufrieden.

storybild 

 Für den Sketch über die amerikanische Talkmasterin Oprah Winfrey und «Täschligate» erntete das SRF heftige Kritik.
Der Sketch über die amerikanische Talkmasterin Oprah Winfrey, der im Schweizer Fernsehen am 29. Dezember im Rahmen des «Endspott»-Jahresrückblicks ausgestrahlt wurde, löste bei Kulturschaffenden Empörung aus. Auch Fernsehdirektor Ruedi Matter ist mit dem Sketch nicht ganz zufrieden, wie er am Dienstag einräumte.
Im Sketch nahmen die Fernsehmacher die «Täschligate»-Affäre um Oprah Winfrey aufs Korn. Die millionenschwere Talkmasterin hatte sich nach einem Besuch in einer Zürcher Luxusboutique beklagt, dass sie diskriminiert worden sei.

«Blackfacing» sei eine rassistische Kulturtechnik

Parodistin Birgit Steinegger trat im Sketch mit schwarz angemaltem Gesicht, Kraushaar-Perücke und dicken Lippen als Frau Nogumi auf, die das Personal einer Boutique ins Schwitzen bringt.
Mehrere Kulturschaffende schrieben daraufhin einen Protestbrief ans SRF und drohten mit einer Anzeige wegen Verletzung der Anti-Rassismus-Strafnorm. Sie verurteilen vor allem das «Blackfacing», also das Schwarz-Anmalen von weissen Künstlern, in der sie eine grundsätzlich rassistisch geprägte Kulturtechnik sehen.

«Freiheit der Satire verteidigen»

Wie SRF-Direktor Ruedi Matter am Dienstag an der SRF-Jahresmedienkonferenz sagte, ist er selber nicht ganz glücklich mit dem Sketch. «Grundsätzlich muss die Freiheit der Satire verteidigt werden», sagte er. Generell sehe er beim SRF kein Problem mit der Satire und allfälligen Diskriminierungen einzelner Gruppen.
Dieses aktuelle Beispiel sei aber «sicher nicht das Lustigste und auch nicht das Beste, das wir im vergangenen Jahr gezeigt haben».

Anzeige bleibt Thema



Für Raphael Urweider, Präsident der Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS) und Mitautor des Protestbriefs, ist eine Anzeige gegen das SRF immer noch Thema, wie er auf Anfrage der SDA sagte.
Die Kulturschaffenden würden auch gerne mit den TV-Machern über Satire diskutieren. «Ich selber habe gerne Humor, sehr gerne auch unkorrekten. Aber bitte etwas reflektierter.»
(sda)

KOMMENTAR:

In zahlreichen Beiträgen haben wir diese Thematik vertiefend kommentiert: Darf die Satire alles? Nach der Kritik am "Blackfacing" stellen wir einmal mehr fest: Die Anti-Rassismus-Strafnorm war ursprünglich nicht so eng gedacht, wie sie heute zum Teil ausgelegt wird. Die Gegner des Gesetzes befürchteten damals: Künftig wird - auf Grund dieses Gesetzes die Meinungsfreiheit enorm eingeschränkt. Jeder, der am Biertisch einen unkorrekten Spruch macht, könnte künftig eingeklagt werden. In Fall Birgit Steinegger stelle ich mich explizit auf den Standpunkt: Das Blackfacing bedeutet nicht in jedem Fall eine Verletzung der Anti-Rassismus- Bestimmungen. Auch bei dieser Frage ist gesunder Menschenverstand gefragt.
Wenn am Fasching - oder auf der Bühne  ein Kabarettist - einen Schwarzen mimt, sollte Blackfacing erlaubt sein. Wer das Gesetz zu engmaschig auslegt, leitet nur Wasser auf die Mühle jener Kreise, die prognostizierten, künftig sei es möglich, jede Person einzuklagen, die von einem Moorenkopf redet oder das geflügelte Wort: "Er ist der Neger im Umzug" ausspricht.
Deshalb: Hände weg von einer zu engmaschigen Auslegung des Gesetzes. Bei der Satire müsste nach wie vor gelten: Die Meinungsfreiheit hat Vortritt! 

Zum Umgang mit der Datenschwemme

Datenexplosion und  das grosse Rauschen
 

Die Informationsschwemme kann nicht  nur zum grossen Rauschen führen. Sie beeinträchtigt auch langfristig unsere Wahrnehmungsfähigkeit  und fordert uns heraus:
Wir müssen lernen, die Spreu vom Weizen zu unterscheiden.
Der Ueberfluss an Daten und Informationen ist eines der grössten Zeitprobleme. Begriffe, wie Informationslawine, Informationsflut empfinden viele als Informationsexplosion und wecken Aengste oder das Gefühl, etwas verpasst zu haben.


Wer sich  im Umgang mit dieser Informationsschwemme nicht zurechtfindet, bleibt langfristig auf der Strecke. Er fällt schlechtere Entscheide und hat damit auch weniger Erfolg im Alltag. Ein Zurück zum Dampfradio ist nicht mehr möglich.
Wir müssen uns deshalb alle mit der neuen Problematik der Datenexplosion auseinandersetzen.
Es ist durchaus möglich, mit einem Minimum von Informationen auch das moderne Leben zu bestreiten. Aber wie?

Dr. Stephan Sigrist
Gründer und Leiter W.I.R.E.
Assoziierter Wissenschaftler

Am traditionellen Dreikönigstreffen (vom Medieninstitut organisiert) hielt Dr. Stephan Sigrist, Gründer des W.I.R.E. "Web for Interdiscipinary Research & Expertise" und Mitarbeiter des Buches DAS GROSSE RAUSCHEN, ein brillantes Referat, in dem er darlegte, dass unsere Datengesellschaft mehr Menschen mit Verstand benötigt.
Ich habe selten eine so spannende, lehrreiche Präsentation gehört.



 

Nach seinen lebendig und hervorragend visualisierten Ausführungen wurde dem Publikum bewusst;
Mehr Daten bedeuten zwar mehr Wissen und mehr Transparenz. Doch bringt die zusätzliche Menge an Daten nicht automatisch mehr Klarheit, sondern das Gegenteil. Mehr Halbwissen und Intransparenz. Das zwingt uns in der Zukunft, endlich wieder mehr zu denken.



Die explosionsartigen Zunahme der Datenmengen führt auch dazu:


Wir werden immer mehr kontrolliert.


Firmen und Politiker können das Verhalten und die Stimmung der Kunden oder der Bevölkerung präziser analysieren und die gewünschten Zielgruppen gezielter ansprechen.
Hinsichtlich Automatisierung haben wir uns schon daran gewöhnt: Immer mehr alltägliche Dinge werden von der Technik übernommen. Unser Leben wird laufend optimiert und  viele Tätigkeiten werden uns erfreulicherweise abgenommen.


 Die technischen Möglichkeiten können zudem unsere Entscheidungskompetenz fördern.

Es gibt aber auch Schattenseiten:
Das Rauschen der unzähligen Daten kann dazu führen , dass wir gleichsam im Datennebel tappen, statt dass uns die Datenmenge zu Ordnung und Objektivität  verhelfen.

Die unverarbeiteten Daten wachsen seit geraumer Zeit viel schneller, als das gewonnene Wissen.

Das Risiko, im Chaos des Datenmülls die Uebersicht zu verlieren, wird immer grösser.

Zudem darf bezweifelt werden, dass die mathematischen Modelle  die Potenziale haben, die komplexen Zusammenhänge unserer Gesellschaft oder jene des menschlichen Gehirns abbilden können.



Wir werden dadurch überfordert.



Weil es immer einfacher wird, Argumente und Thesen mit Zahlen und Statistiken zu untermauern, kann jeder irgendwo im Datenmeer  eine Bestätigung finden, die seine Argumentation stützt.



Die Fülle an gemessenen Daten können  somit Beurteilungen erschweren.
Fakten können mit Fakten widerlegt werden.


Zur Datenfülle im Journalismus

Trotz bester Algorithmen und Sprachrobotern zum Trotz bleibt der menschliche Verstand unersetzlich.

Ich gehe mit Roger de Weck, Generaldirektor beim Schweizer Radio und Fernsehen einig, wenn er sagt: Im Zeitalter der Informationsschwemme besteht die Kunst, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich bewusst abzuschotten, damit aus der Datenflut nur noch die relevanten Informationen zu einem gelangen.

Es geht um die KUNST DER AUSWAHL.


Im Internet können wir die wunderbarsten Lesefrüchte finden. Doch müssen wir sie auswählen.
Leider besteht bei der Auswahl oft die Gefahr, das wir nur jenes herausfiltern, was unsere Meinung bestätigt.

Bei Journalismus sind im Zeitalter Informationsschwemme  wichtig geworden:



1. Bei der heutigen Datenflut wird die Einordnung der Informationen anspruchsvoller.



2. Wir müssen uns bemühen, zu erfahren, wie die Informationen zustande gekommen sind



3. Das Ueberprüfen und das Prüfen der Quellen sind wichtig geworden



Für Kommunikationsfachleute ist es tröstlich:

Auch in Zukunft kann nichts das Gespräch


ersetzen.

LINKS:


Die zitierten Klagen machen deutlich: Trotz der anschwellenden Informationslawine und der wachsenden Papierberge entstehen gleichzeitig ...
www.rhetorik.ch/Information/Informationsmanagement.html
Nachdem bis zum heutigen Tage die Information lawinenartig zu einer Informationsflut angewachsen ist, ist der Umgang mit der Informationsfülle zu einem ...
www.rhetorik.ch/Information/Information.html
9. März 2002 ... Er machte bewusst, dass im Zeitalter der Medien, die Menschen der Informationsfülle und "Geschwätzigkeit" gar nicht so hilflos ausgeliefert ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Mar_09_2002.html
Nicht nur bei der erwähnten Informationsfülle (Zeiterscheinung), auch während Sitzungen, Besprechungen und Telefongesprächen müssen wesentliche ...
www.rhetorik.ch/Qualitaet/Qualitaet.html
23. Jan. 2003 ... Dies ist gleichsam eine Gegenwelt zur Alltagshektik, zu den Staus im Verkehr, der versiegelten Natur, der Informationsfülle. und dem Zeitdruck.
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jan_23_2003.html
1. Apr. 2002 ... Bei der Informationsdichte (Dosierung/Informationsfülle); Wesentliches wird nicht hervorgehoben. Die Powerpoint Präsentationen enthalten ...
www.rhetorik.ch/Meetings/Meetings.html
3. März 2002 ... Wir leben im Zeitalter der Informationsfülle. Wir ertrinken gleichsam in einer Informationsflut. Wir wissen: Von den unzähligen Informationen ...
www.rhetorik.ch/Zeitmanagement/Zeitmanagement.html

Alpha Artikel vom Juli 2005: Mut zum Vereinfachen.
www.rhetorik.ch/Vereinfachen/Vereinfachen.html

28. Sept. 2001 ... Konzentration und Denken hat bei allen Kommunikationsprozessen ... zu befreien, damit die Konzentration auf das Wesentliche möglich ist.
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Sep_28_2001.html

Wenn die Leute nicht sagen, was sie wirklich stimmen....

Immer wieder liegen die Prognostiker falsch:

Auch bei der Masseneinwanderungsinitiative könnten die Prognosen falsch sein. On verra!
Spannend- nicht wahr?

Anti-Minarett-Initiative: Zwei Wochen vor der Abstimmung ermittelte die SRG-Umfrage, dass sich 53 Prozent der Schweizer gegen ein Bauverbot von Minaretten stellte. Im November 2009 stimmten 57,5 Prozent dafür.


SP-Steuerinitiative: Zwei Wochen vor der Abstimmung im November 2010 lehnten lediglich 39 Prozent der von der SRG Befragten die Abschaffung von Steuerprivilegien für Superreiche ab. An der Urne waren es 58,5 Prozent.


Autobahn-Vignette: 53 Prozent gaben einen Monat vor der Abstimmung im November 2013 gegenüber der SRG an, für eine Preiserhöhung der Vignette zu stimmen. Am Stichtag wurde die Initiative mit 60,5 Prozent abgelehnt.

Kommentar: Nicht nur der Bundesrat und die Wirtschaftsverbände- auch die Prognostiker zittern. 
Auch Claude Longchamp hat Angst vor dem Minarett-Effekt
storybildClaude Longchamp

Montag, 13. Januar 2014

Streitthemen

STREITEN-ABER WIE?


Es gibt bewährte Regeln, wie wir streiten lernen können. Falls Sie diese Regeln verinnerlichen wollen, empfehle ich Ihnen ein die Absolvierung eines kurzen Moduls bei K+K. Eine individuelle Trainingselement lohnt sich. Interessenten können sich melden: k-k@bluewin.ch
Das LESEN folgender Erkenntnisse genügt leider nicht:

LINKS:

29. Juni 2002 ... Bestimmte Formulierungen provozieren, verwirren, verspannen, verhindern Verständigung und verursachen sinnlosen Streit. Es gibt aber auch ...
www.rhetorik.ch/Streiten/Streiten.html
Wir streiten konstruktiv. Unter vier Augen, mündlich, fragend, direkt, ... Streiten- aber wie? Kritisieren- aber wie? Informieren- aber wie? Gerüchtekommunikation  ...
www.rhetorik.ch/.../Kommunikationsklima.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
12. Dez. 2012 ... reagierte in den ersten Tagen aber zurückhal- tend, um ... Aber auch die Demokraten haben einen ... streit gehen, berichtete das Internet-Portal.
www.rhetorik.ch/Aktuell/12/12_15/12_12.pdf

Hitparade der Streitthemen aus dem Mama Blog des Tagi:
  1. Ordnung und Sauberkeit
    Er läuft schon wieder mit dreckigen Schuhen durch die Wohnung. Sie lässt ihre Kleider dauernd in der Wohnung herumliegen. Was nervt mehr? Und überhaupt: Weshalb sieht immer nur der oder die Eine, wann der Abfallsack voll ist – und bringt ihn raus, um ihn in den Müllcontainer zu werfen? Der wöchentliche Grossputz allerdings ist der häufigste Grund für Zoff.
  2. Schlechte Angewohnheiten
    Sie schmatzt beim Essen, er leckt beim Frühstück das Messer ab. Im anfänglichen Liebeshoch sieht man vielleicht noch darüber hinweg oder findet solche Macken sogar noch liebenswürdig. Nach einiger Zeit aber nerven sich Paare über schlechte Angewohnheiten des anderen nur noch.
  3. Eltern und Schwiegereltern
    Je länger ein Paar zusammen ist, desto mehr Stress gibt es wegen Eltern und Schwiegereltern. Am meisten ärgert Paare, wenn sie das Gefühl haben, dass bei Eltern und Schwiegereltern immer alles nach deren Vorstellungen gehen soll.
  4. Geld
    Ein Flachbildfernseher, teure Strandferien – oder vielleicht doch ein neues Auto? Bei Diskussionen über grössere Anschaffungen kriegt sich knapp ein Viertel der Paare in die Haare. Nur etwa jedes zweite Paar verfügt übrigens über ein gemeinsames Konto. Vielleicht, um solche Diskussionen bei kleineren Dingen gar nicht erst aufkommen zu lassen.
  5. Hausarbeit
    Familien- und Hausarbeit ist nach wie vor Frauensache: Knapp 80 Prozent der Frauen sagen, dass die Hauptlast der Familienarbeit bei ihnen liege. Die meisten (66 Prozent) finden, dass ihr Partner diese Leistungen nicht ausreichend anerkenne. Dabei würde ihnen meist schon ein ehrlich gemeintes «Danke» reichen.
  6. Autofahren
    «Achtung, da kommt einer von links!» – «Sag mal Schatz, willst du nicht mal schalten?» Egal, was Sie der Fahrerin oder dem Fahrer neben Ihnen sagen: Sie bewegen sich auf rutschiger Unterlage. Und auch hier gilt: Je länger das Paar zusammen ist, desto genervter reagiert das Gegenüber auf Kommentare beim Autofahren.
  7. Kindererziehung
    Mehr als 44 Prozent der Eltern geben an, in der Kindererziehung oft uneins zu sein. Sie haben zuweilen eine komplett andere Haltung. Nutzniesser dieser unterschiedlichen Auffassungen: die Kinder. Sie können die Eltern schön gegeneinander ausspielen.
  8. Beruf und Freizeit
    Sie hat sich auf ein Wochenende mit der Familie gefreut. Er natürlich auch, doch am Wochenende will er trotzdem kurz ins Büro gehen, und geschäftliche E-Mails checken muss er ebenfalls. Die Frage, wie viel Berufliches im Privatleben nötig ist, wird von vielen Paaren heiss diskutiert.
  9. Freiräume
    Wie viel soll man als Paar oder Familie gemeinsam unternehmen? Und wie viel Eigenständigkeit ist erlaubt? Ein Viertel der Paare ist sich deswegen uneins und streitet regelmässig über die Frage, wie viel jeder alleine unternehmen darf und soll.