Dienstag, 8. Oktober 2013

Zum Rechtstrend in Europa

Weshalb der Rechtstrend in Europa?

Seit geraumer Zeit herrscht in Europa ein deutlicher  *Rechtstrend*.  Sogar  liberale nordische Länder wie Dänemark, Norwegen, Holland machen da mit. Was könnten  die Gründe sein für diese deutliche Entwicklung?
Geht es um einen Wertwandel?
Oder nur um die Suche nach Heimat und einfachen Grundsätzen?
Tatsächlich bringt die globalisierte Wirtschaft viele neue Probleme mit sich. Vielen etablierten Parteien fehlen derzeit hilfreiche Antworten.
Die Gründe des Trends nach rechts sind nach meinem Dafürhalten recht vielfältig und dürfen nicht verdrängt werden.


Betrachten wir die Situation jener  Ländern die  "umgeschlagen sind":

In Oesterreich gab es  über Jahre hinweg kaum eine wirkliche Opposition. Die beiden großen Parteien (SPÖ und ÖVP) waren sich relativ einig waren und haben zum Teil auch koaliert. Die grosse Koalition hatte zur Folge , dass extremer ausgerichteten Parteien nach oben gespült werden. Sie wurden zum Sammelbecken der Opposition die es in allen Ländern gibt. In keinem Land sind alle Bürger mit der Regierung zufrieden. 

In Holland ist der führende Kopf der Sozialdemokratie zurückgetreten.

In Frankreich haben sich Jospin und Chirak gegenüber der Öffentlichkeit   behindert. Fehler der "Etablierten" konnten öffentlichkeits - wirksam ausschlachtet werden.


Zum Sicherheitbedürfnis der Menschen:


Alle Menschen, auch wenn wir es nicht zugeben, haben ein Ur- Bedürfnis nach Sicherheit. Die Sicherheit im allgemeinen eher im traditionell konservatives Politikfeld verankert. Das kann mit ein Grund sein, weshalb rechtsgerichtete Parteien in unsicheren Zeiten einen grösseren Zulauf von Wählern haben.

Zur Wirtschaftsproblematik:

In den letzten Jahren geht es -  mal langsamer und mal schneller - mit der Wirtschaft in  Europa abwärts. Die Bürger schätzen dann einfache Lösungen. Die Zusammenhänge sind zu komplex und machen vielen Angst. Sündenböcke sind willkommen. Weil die Politik angeblich die Situation verschuldet, sind diese fällig.



Die Ausländerproblematik:


Vor allem Muslime werden in den Medien immer weider als Sündenböcke dargestellt. Da viele Menschen verunsichert sind, suchen sie nach schnellen einfachen Lösungen. Eine solche Lösung lautet "Ausländer raus!" Dies schlagen vor allem die extrem rechten Parteien vor und bekommen  mit diesem Slogan Zulauf. Die Personenfreizügigkeit und die Flüchtlingsströme nach Europa tragen mit bei, Angst einflössen. Die Europäer fühlen sich machtlos. Man muss die Flüchtlingsströme aus humanitären Gründen aufnehmen. Die kriminellen Schlepperbanden können nicht habhaft gemacht werden. Die Folgen der wachsenden Ueberbevölkerung sind derzeit enorm. Es hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Finanzen, den Wohnungsmarkt, den Wohlstand usw. Viele Parteien verschweigen diese Problematik 

- Die Leute wünschen  auch mal eine Aenderung:

Nun, in vielen Leuten ist auch ein bisschen Mitleid bei den in der Öffentlichkeit unterdrückten rechten Minderheit zu erkennen. So kommt mitunter eine Mentalität auf, nach dem Stil: "Jetzt erst Recht". Ausserdem wollen die Leute auch keinen Einheitsbrei vorgesetzt bekommen, denn wenn sich alle Regierungschefs auf europäischer Ebene einig sind, weil sie der gleichen politischen Richtung angehören, haben viele Leute Befürchtungen, ihre Interessen könnten nicht genug gewahrt werden. Nur dank  einer Opposition können etwas ändern.

- Rechts wählen ist Mode geworden:

Vor wenigen Jahren war es für viele Menschen einfach nicht vorstellbar, die "bösen Rechten" zu wählen. Sie wurden jahrelang von den etablierten Parteien stigmatisiert. Jetzt finden immer mehr, dass die Rechten gar nicht so schlimm sind. Sie sind   zu einer echten Option geworden.

- Die Leitfiguren:

Früher gab es noch  Wehner und  Strauss, die sich verbal deutlich zu positionieren sagten. Die gemässigten Parteien hingegen artikulieren sich kaum noch im Klartext zu.  Gesichtlose Politiker dominieren. Wenn Politiker wie der Haider, LePen oder Fortoyn nicht nur gut reden, sondern auch offen wagen, die Ueberfremdung zu thematisieren, dann  hat dies eine Anziehungskraft.

- Die grossen Parteien sind leider oft ein Einheitsbrei

In fast allen europäischen Ländern ähneln sich die grossen Parteien weitgehend. Sie spekulieren auf die "51% der Mitte". Wer sich von der vagen Mitte und auch von der Opposition nicht angesprochen fühlt, wählt dann eben eine kleine, meist extreme Partei. 

Zur Ueberraschung in Genf:


 

Die Wahlen vom 6. Oktober brachten der MCG im rechten Flügel einen Erdrutschsieg. Das Rezept basiert auf dem Unmut vieler unzufriedenen Bürgern. Die Partei hatte das Ohr bei den Nöten der Genfer. Die Partei bietet einfache Lösungen an. Die Recht ist populär und vertritt soziale Anliegen. Die MCG hat Vieles gemeinsam mit der LEGA im Tessin.

Ich zitiere Tagi-online:
Politologieprofessor Pascal Sciarini: «Das Rezept des MCG, Probleme zu benennen, um danach extrem einfache, kaum umsetzbare Lösungen zu präsentieren, funktioniert.» Weil auch die SVP (plus 2 Parlamentssitze) zulegen dürfte, könnte die Rechte auf 30 Prozent Wähleranteile kommen. Das sei für Genf «absolut spektakulär», so Sciarini. MCG und SVP werden im zweiten Wahlgang der Regierungswahlen wohl mit einer gemeinsamen Liste antreten, aber nur die MCG-Politiker Poggia und Stauffer haben reelle Wahlchancen.
FAZIT:
Wenn die Rechten am Ruder sind, müssen sie - wie alle andern Parteien - erst noch beweisen, dass sie die Probleme wirklich besser lösen können.  Die Dänen hoffen derzeit, dass die rechte Regierung hart durchgreift und Themen wie Familiennachzug, gekürzte Sozialleistungen für Ausländer (werden erst ab dem 7. Jahr in voller Höhe ausbezahlt), kompromisslose Ausweisung von straffälligen Tätern usw. konkret angehen wird.
Ausländern in Dänemark weht seit dem Regierungswechsel ein ziemlich harter Wind um die Ohren. Doch Ausländer, die schon seit Jahren in Dänemark leben, haben sich sehr gut integriert und gehen einer geregelten Arbeit nach.
Es ist erstaunlich, dass gerade dieser Teil der Bevölkerung mit bis zu 80%  rechts gestimmt hat.
Auch die Rechten müssen bei der politischen Arbeit auch nur mit Wasser waschen:
Mit dem Rechtsrutsch wird sich somit wenig ändern.  Die kleinen Parteien können nicht einfach machen, was sie wollen. Sie müssen die unliebsamen Entscheidungen ebenfalls mittragen, falls sie ans Ruder kommen.

Montag, 7. Oktober 2013

Verhandeln - aber wie? (Nach der Wahl)

Wer wendet welche Taktik an?

Sondierung von Union und SPD: Stunde der Taktierer
Jetzt geht's los: In Berlin kommen 21 Politiker von Union und SPD zu Sondierungsgesprächen zusammen, drei Stunden soll das Treffen dauern. Beim Thema Mindestlohn soll es bereits einen Kompromiss geben.
(Quelle Spiegel)

Koalitionsfindung Union und SPD vereinbaren nächstes Gespräch

Koalitionsfindung: Union und SPD vereinbaren nächstes Gespräch
Nach ihrer ersten Sondierungsrunde haben Union und SPD ein weiteres Treffen vereinbart. Laut SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles soll es am 14. Oktober stattfinden. Sie berichtet von einer "aufgeschlossenen Atmosphäre"

Kommentar: Diese Woche folgen die Verhandlungen mit den Grünen und am Freitag nochmals mit der SPD. Was uns interessiert: Wer macht welche Kompromisse? Beide Seiten müssen das Gesicht wahren können. Wir müssen aber einmal mehr damit rechnen, dass die Versprechen vor der Wahl nicht mehr eingehalten werden. 

ZU DEN VERHANDLUNGEN OBAMA-REPUBLIKANER
(Es geht nicht ohne Kompromisse) 


Im erbittert geführten US-Haushaltsstreit gibt es erste Anzeichen für einen Kompromiss. US-Präsident Barack Obama sagte gestern Abend, er würde eine kurzfristige Erhöhung der Schuldengrenze akzeptieren.

Obama knickt ein und macht den Republikanern ein Angebot: Er sei bereit zu Gesprächen über seine umstrittenen Gesundheitsreform. Dies hatten seine politischen Gegner vehement gefordert.

Obama machte jedoch zur Bedingung, dass zuvor der Kongress die Haushaltsblockade löst und die Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar anhebt.

«Sobald das passiert, bin ich bereit, mit den Republikanern über eine ganze Reihe von Themen zu verhandeln», erklärte Obama bei einem Besuch der Bundesstelle für Katastrophenschutz. Bislang haben Obama und seine Demokraten Änderungen an der «Obamacare» genannten Gesundheitsreform abgelehnt.

Die Republikaner machten dies zur jedoch Bedingung für eine Einigung auf einen Haushalt. Parallel dazu brachte der einflussreiche republikanische Senator Rob Portman aus Ohio Vorschläge für Einsparungen und Änderungen des US-Steuerwesens in Umlauf.

Zahlungsunfähigkeit droht

Dieser Plan sollte als Teil eines grösseren Pakets dienen, um die Haushaltsblockade zu lösen und die Schuldenobergrenze anzuheben. Ein Durchbruch ist dennoch nicht unmittelbar in Sicht. Die Fronten zwischen den Parteien sind nach wie vor verhärtet.

Seit einer Woche sind zahlreiche Bundeseinrichtungen geschlossen. Der Kongress konnte sich bis zu Beginn des Haushaltsjahres am 1. Oktober nicht auf einen Übergangsetat einigen.

Zudem muss sich der Kongress bis zum 17. Oktober auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze verständig
en. Ansonsten droht den USA die Zahlungsunfähigkeit. Das sorgt an den Weltmärkten für Nervosität. (SDA/snx)
 

Sonntag, 6. Oktober 2013

Es lag in der Luft, doch viele glaubten an ein Wunder

Dani Albrecht hat richtig entschieden  - leider etwas zu spät

Rücktritt
Dani Albrecht gab nach seinem Horrorsturz den Glauben an eine Rückkehr zur Weltspitze nie auf.
Seine  Verletzungen durften nicht mit dem Unfall Maiers verglichen werden, der das Wunder der Rückkehr schaffte.
Wir haben den Verlauf der Mediengeschichte Albrechts vor allem im Zusammenhang mit der Medienrehtorik der Aerzte genauer mit verfolgt. Neurologen und Hirnspezialisten orientierten damals die Oeffentlichkeit vorbildlich. Sie beschrieben ständig den aktuellen Zustand des verunfallten Spitzensportlers. Wer diese Berichte genauer mit verfolgen konnte, merkte bald, dass Dani Albrecht von Glück reden konnte, wenn er wenigstens wieder lebenstauglich werden  und  später sogar normal Ski fahren kann.
Nach jahrelangem Bemühen, Therapien und Sondertrainings hat nun Dani Albrecht endlich eingesehen, dass eine Rückkehr zur Weltspitze nur im Taum möglich gewesen wäre.

Ich zitiere Blick:
Albrecht schweift zurück in seine schlimmste Zeit: «Nach der Überführung aus der Innsbrucker Klinik ins Berner Inselspital träumte ich oft, dass ich vom Hals abwärts ein Elefant sei. Dieser Traum war so real, dass ich noch nach dem Erwachen glaubte, ich sei ein Elefant.»
Es gab damals noch andere Realitätsverschiebungen. Eine betraf auch seine Herzdame Kerstin: «Ich erwartete um 16.00 Uhr eine Therapeutin bei mir auf dem Zimmer. Es kam dann tatsächlich eine Frau zur Türe rein. Ich war mir sicher, dass es sich dabei um die Therapeutin handeln würde. Doch diese behauptete, sie sei meine Freundin Kerstin. Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Erst nach ein paar Minuten habe ich erkannt, dass die Frau tatsächlich meine Kerstin ist.»
Vor einem Jahr hat Dani die Tochter seines früheren Sekundarlehrers geheiratet. Kerstin arbeitet jetzt für ihren Gatten bei der Albright GmbH. Albrecht: «Ich habe das grosse Glück, dass ich mir mit meiner Skibekleidungslinie schon vor dem Unfall ein zweites Standbein aufgebaut habe. Ich werde mir jetzt aber eine einjährige Auszeit gönnen und genau überlegen, was ich in Zukunft sonst noch alles tun will.»
Lobende Worte findet Albrecht gestern auch für Trainer-Altmeister Karl Frehsner (74): «Der Kari gehört zu den wichtigsten Wegbegleitern in meiner Ski-Karriere, er hat mich im Sommer 2002 erstmals für ein Schneetraining in Südamerika aufgeboten.» Eine Begegnung, die Albrecht nie mehr vergessen wird. «Kari begrüsste mich in Argentinien mit den Worten: ‹Du Scheiss-Walliser.› Ich schlug zurück: ‹Lieber ein Scheiss-Walliser als ein Österreicher.› Der Konter hat ihm offenbar imponiert. Wir haben uns immer perfekt verstanden.»

Daniel Albrecht tritt zurück


Der Walliser Skirennfahrer gibt auf. Mehr als viereinhalb Jahre nach seinem brutalen Sturz in Kitzbühel erklärt der 30-Jährige in Zürich seinen Rücktritt vom Skirennsport. Mehr...

KOMMENTAR: Die Mehrheit der Leser vertreten die Meinung, der Rücktritt Albrechts sei notwendig geworden.

LINKS:
1. Febr. 2009 ... Als behandelnder Arzt von Daniel Albrecht erklärte er in der NZZ am Sonntag Therapien und Perspektiven des verletzten Skirennfahrers.
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/02_01/
22. Jan. 2009 ... Der Horrorsturz des Schweizer Skifahrers Daniel Albrecht, der im Spital in Innsbruck ins künstliche Komma versetzt wurde, führte zu einem ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/01_22/

Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
18. März 2009 ... Seite 52 persönlich März 2009 | KommuniKation medienrhetoriK. AUCH ÄRZTE MÜSSEN. MEDIENTAUGLICH SEIN horrorsturz: Der ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_18/03_09.pdf
18. März 2009 ... Leidet das Inselspital unter einem Paparazzi-Trauma? Im Gegensatz zum Universitätsspital Innsbruck informierte das Inselspital über den ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_18/index.html
22. Jan. 2009 ... Der Horrorsturz des Schweizer Skifahrers Daniel Albrecht, der im Spital in Innsbruck ins künstliche Komma versetzt wurde, führte zu einem ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/01_22/

20. Jan. 2011 ... Ärzte müssen medientauglich sein · Ärzte vor Mikorfon und Kamera ... In Krisensituationen müssen die Verantwortlichen sagen, weshalb sie ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/11/01_20/
1. Febr. 2009 ... Ärzte müssen auch medientauglich sein ... Es veranschaulicht, dass es auch für Ärzte möglich ist, sich mediengerecht auszudrücken, ohne ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/02_01/
8. Apr. 2009 ... Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Ärzte vor Mikrofon und Kamera · Ärzte müssen medientauglich sein · Aktuell Persönlich Artikel ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/04_08/

Aus dem Kaminzimmer-Forum




von Marcus Knill


Forum
- allgemein





von Rehlein1

Nur wer wesentlich schweigen kann, kann wesentlich reden" (Sören Kierkegaard, 1813-1855)

Schweigen ist aktives Zuhören

Sie wundern sich vielleicht, dass das Schweigen ein wichtiges Element der Rhetorik ist.

Ich kannte eine Person, die verstand es, gekonnt zu schweigen:

Viele schätzten die Person als gute Zuhörerin, weil sie zugleich Signale der Zuhörens vermittlen konnte
Andere sahen in diesem "Verhalten des Schweigens" ein Zeichen der Überlegenheit
Die Wirkung war jedenfalls meist positiv.
Es schien, als hätte die beschriebene Person die Erkenntnis
verinnerlicht. Jedenfalls war sie kaum angreifbar und wirkte für viele immer sehr weise.
Bis zu jenem Zeitpunkt, als sie doch einmal länger redete.
Alle merkten nun, wie dumm und einfältig die Person im Grunde genommen war. Wir sagten nachher: Schade, dass sie geredet hatte!

Wenn die Leute wüssten, dass 70% von dem, das sie sagen, wieder gegen sie verwendet werden kann; so würden sie viel weniger reden."

Samstag, 5. Oktober 2013

BALD IST ES SOWEIT- ENDLICH!

Berlusconi steht vor dem Aus


Silvio Berlusconi stemmt sich mit seiner ganzen Kraft dagegen, seinen Sitz als Senator abzugeben. Doch es spricht alles gegen ihn. Der Immunitätsausschuss des Senats empfahl den Ausschluss des Ex-Premiers.  (Quelle TAGI)
 

Brennpunkt Familienpolitik

Welches Familien-Modell soll unterstützt werden?

In vielen Ländern wurde das traditionelle Familienmodell gleichsam bestraft, indem nur jene Ehepaare finanziell entlastet wurden, die ihre Kinder fremd betreuen liessen. Das Betreuungsgeld jener Familien, die selbst zu den Kindern schauen, werden auch Deutschland zum Zankapfel zwischen rechts und links.

AUCH IN DER SCHWEIZ (Ich zitiere NZZ)?

SVP-Familieninitiative

Kampfzone Familie



Wer selber zu seinen Kindern schaut, soll nach dem Willen der SVP einen Steuerabzug geltend machen können.
Wer selber zu seinen Kindern schaut, soll nach dem Willen der SVP einen Steuerabzug geltend machen können. (Bild: Adrian Baer / NZZ)

Wer seine Kinder selber betreut, soll dafür steuerlich entlastet werden. Der Steuerabzug hat gleich hoch zu sein wie jener, der Eltern gewährt wird, die ihre Kinder in eine Fremdbetreuung geben. Die SVP-Initiative findet über die Partei hinaus Anhänger.

Nicht nur die Marketingspezialisten der grossen Schweizer Detailhandelshäuser fokussieren auf Kinder und Familien. Der Staat und seine Verwaltung tun es auch und mit ihnen die Parteien. «Familienpolitik» nennt sich das, und was lange nur linke und christliche Parteien interessierte, wurde in den letzten Jahren gewissermassen Allgemeingut. Die Nuancen bleiben: Während die Linke eher auf Gleichstellungsfragen Wert legt, sind es für die CVP generell die Kinder, die es zu umsorgen gilt. Die FDP wiederum gewichtet die Stellung der Frau in Arbeit und Beruf, während die «offizielle» Familienpolitik konservative Reflexe in der SVP provoziert.

Gegen «Diskriminierung»

Mit ihrer Mitte 2011 eingereichten Volksinitiative «Steuerabzüge auch für Eltern, die ihre Kinder selber betreuen» will die SVP die traditionell organisierten Familien stärken – also Familien, in denen ein Elternteil (meist die Mutter), die Kinder zu Hause betreut. Die Initiative ist eine Reaktion auf Neuerungen in der Familienbesteuerung, die 2009 vom Parlament beschlossen wurden und Anfang 2011 in Kraft getreten sind. Stein des Anstosses ist, dass die Betreuungsausgaben neu bei der direkten Bundessteuer berücksichtigt werden: Bis zur Vollendung des 14. Altersjahres können die nachgewiesenen Kosten für die Fremdbetreuung – maximal 10 100 Franken jährlich – von der Steuerrechnung abgezogen werden.
Dies ist der SVP ein Dorn im Auge. Die Partei taxiert die Reform der Familienbesteuerung als einseitige steuerliche Bevorzugung von Eltern, die ihre Kinder in Krippen, Horte oder zu Mittagstischen schicken; als Diskriminierung jener Väter und Mütter, die ihre Kinder zu Hause betreuen. Traditionell lebenden Familien soll darum ein mindestens gleich hoher Steuerabzug gewährt werden. Der Staat habe nicht ein bestimmtes Familienmodell zu begünstigen, argumentiert die SVP. Einverdiener-Paare verzichteten auf ein zweites Einkommen und finanzierten mit ihren Steuern auch noch die Krippenkosten der anderen. Die SVP spricht von einer «Verstaatlichung von Familien und Kindern» und wertet (ohne indes die obligatorische Schule zu erwähnen) die Fremdbetreuung als ebensolche.


Im Unterschied zu anderen SVP-Volksinitiativen findet die Familieninitiative Anhänger über die Parteigrenzen hinaus. Das Parlament lehnte sie zwar ab, viele CVP-Parlamentarier und einige der FDP votierten jedoch für das Ansinnen. Die CVP setzte sich für einen direkten Gegenentwurf ein, kam damit aber nicht durch. Wie der Bundesrat empfiehlt auch das Parlament die Initiative ohne Gegenvorschlag Volk und Ständen zur Ablehnung.
Das Hauptargument des Bundesrats ist steuerrechtlicher Art. Die Kosten der Lebenshaltung einer steuerpflichtigen Person und ihrer Familie stellten steuerrechtlich eine Einkommensverwendung dar, schreibt der Bundesrat in der Botschaft. «Sie sind daher grundsätzlich steuerlich nicht abziehbar», heisst es weiter. Eltern, die ihre Kinder selber betreuen, verzichten zwar auf einen zweiten Verdienst – sie werden dadurch aber nicht zusätzlich mit einer Steuer belegt. Die logische Folge: Was nicht besteuert wird, kann auch nicht steuerlich entlastet werden.
Während die SVP von der steuerlichen Benachteiligung des traditionellen Familienmodells ausgeht, argumentieren die Initiativgegner gerade umgekehrt: Gleiches Einkommen vorausgesetzt, seien Zweiverdiener-Paare aufgrund der zwingend notwendig werdenden Fremdbetreuung der Kinder steuerlich schlechtergestellt. Ohne Steuerabzug würde der in der Verfassung verankerten Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, die bei Zweiverdiener-Paaren vermindert sei, widersprochen. Kurz: Der 2009 beschlossene Steuerabzug schaffe erst die Gleichbehandlung vor dem Steuervogt.

KOMMENTAR:

Weil es nicht so leicht ist eine Lösung zu finden, die beide Seiten befriedigt, werden in dieser Abstimmung die Emotionen recht hoch kochen. Ich bin überzeugt, dass die SVP Initiative mehr Anhänger finden wird, als es Bundesrat, Parlament und Parteien wahr haben wollen. Der Abzug für Fremdbetreuung (würde dem Bund 60 Millionen Franken einbringen). Die Aufwendungen für die Fremdbetreuung  werden wohl kaum mehr rückgängig gemacht. Der Pauschalabzug für die Ehepaar mit Selbstbetreuung kostet aber auch zusätzlich. Ebenfalls einige Millionen. Die Kantone warnen schon heute vor Steuerausfällen.
Es geht bei der Auseinandersetzung auch um das angeblich ideale Familienbild. Es wird  mit harten Bandagen gekämpft. Die Gegner der Selbstbetreuung reden bereits von Herdprämie und die SVP spricht von Staatskindern (analog China und Russland).
Einen Abzug für die Eigenbetreuung der Kinder kennen heute nur die «katholischen» Kantone Zug, Luzern und Wallis. Es ist kein Zufall, dass in der CVP viele mit der SVP-Familieninitiative sympathisieren, haben die Christlichdemokraten in den erwähnten Kantonen doch massgeblich am Steuerabzug für die Eigenbetreuung mitgewirkt. Während Fraktion und Parteileitung zu einem Ja tendieren und die Delegierten die Parole am 26. Oktober fassen, nehmen die CVP-Frauen im gegnerischen Komitee Einsitz.
Im Kanton Zug können für jedes Kind unter 15 Jahren 6000 Franken für die Eigenbetreuung abgezogen werden, im Kanton Luzern sind es pauschal 2000 Franken pro Kind, derweil es im Kanton Wallis 3000 Franken sind. Die genaue Ausgestaltung der Steuerabzüge und die Möglichkeiten der Ansprüche unterscheiden sich von Kanton zu Kanton.
FAZIT: Liberal denkende Bürger sollten bei dieser Zeitfrage nicht in ein "Entweder-oder" Denken verfallen. Beide Familienmodelle  (Fremd- und Selbstbetreuung) müssten analog unterstützt werden.  Es gilt einmal mehr das "Sowohl-als auch" Prinzip. Ich vermute, dass dieser Abstimmungskampf ein überraschendes Abstimmungsresultat zeitigen wird. Möglicherweise werden sich aber auch ideologische Gräben weiter öffnen. 

Freitag, 4. Oktober 2013

Lesenswert aus business-netz.com (Portal für Führungskräfte)



10 Regeln für eine überzeugende Argumentation



Innerhalb eines Gespräches verfolgt jeder eigene Gesprächsziele. Um Ihre Ziele zu untermauern, benötigen Sie überzeugende Argumente. Dabei kommt es nicht ausschließlich auf den Inhalt an, sondern auch auf die Präsentation Ihrer Argumente.
überzeugende Argumentation
Im Idealfall führt Ihre Argumentation dazu, dass Sie gemeinsam mit dem Gesprächspartner
  • Sachverhalte analysieren,
  • Meinungen, Bewertungen und unterschiedliche Sichtweisen herausarbeiten,
  • eine Lösung finden, die für alle akzeptabel und zufriedenstellend ist.

Regel 1: Eigene Argumente vorbereiten

Machen Sie es sich zur Angewohnheit, sich vor jedem (wichtigen) Gespräch inhaltlich vorzubereiten. Neben dem Sichten von Fakten und Informationen, heißt es vor allem Argumente herauszuarbeiten, die Ihr Anliegen unterstützen.

Listen Sie dafür alles auf, was Ihnen einfällt auch Detailfragen oder nebensächlichere Argumente. Sie wissen nicht, mit welchem Sie Ihren Gesprächspartner gewinnen können.
Fragen Sie sich auch, welche möglichen Einwände, Gedanken oder Meinungen Ihr Gesprächspartner haben könnte. Falls Ihnen hierbei nicht genügend einfällt, erkundigen Sie sich bei einem oder zwei Kollegen, welche Einwände diese vorbringen würden. Überlegen Sie sich, wie Sie mit diesen Einwänden umgehen möchten.

Tipps zum Download
Um auf Einwänden Ihrer Kunden richtig reagieren, zu können lesen Sie unsere 7 Tipps für Ihre Einwandbehandlung.

Regel 2: Alternativen zu den eigenen Zielen überlegen

Sicher wollen Sie Ihr Ziel erreichen. Nur bei einem Gespräch geht es auch immer um Kompromissbereitschaft. Sich stur auf das eigene Ziel zu konzentrieren, verbaut Chancen sich zu einigen und eine gemeinsame Vereinbarung zu erreichen.

Überlegen Sie also unbedingt:
  • Mit welchen Teilzielen bzw. Alternativzielen Sie einverstanden sind.
  • In welchen Bereichen Sie kompromissbereit sind und was Sie dabei bereit wären aufzugeben. Welchen Ausgleich Sie dafür erhalten möchten.
  • In welchen Bereichen Sie auf Ihrem Standpunkt beharren wollen und wie Sie diesen mit welchen Argumenten untermauern können.

Regel 3: Argumente logisch aufbauen

Wählen Sie einen Gesprächseinstieg, der gleich zu Beginn die Ziele und Absichten offen anspricht. Dies stärkt Ihre Position, denn Ihr Gesprächspartner registriert Ihre Präsenz. Damit diese gute Ausgangsposition nicht verloren geht, bauen Sie Ihre Argumente logisch aufeinander auf. So kann Ihr Gesprächspartner mühelos verfolgen, wie das eine Argument ins andere greift. Dadurch erhalten Ihre Argumente mehr Gewicht.

Regel 4: Nicht alles auf einmal vortragen

Trotz logischem Aufbau sollten Sie nicht alle guten Argumente auf einmal präsentieren. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner die Gelegenheit, seine Gedanken zu Ihrem Argument zu äußern. Greifen Sie seine Gedanken auf, indem Sie es mit Ihrem nächstfolgenden Argument verknüpfen.


Regel 5: Prinzip der Steigerung beachten

Hüten Sie sich davor, Ihr bestes Argument gleich zu Beginn einzusetzen. Dies erwartet Ihr Gegenüber nicht. Im Gegenteil, er geht davon aus, dass Sie ihm einige Argumente vorbringen, von denen am Schluss das Wichtigste stehen wird.
Dieses Prinzip der Steigerung erhöht auch die Spannung. Ihr Gesprächspartner wird garantiert nicht das Interesse verlieren.

Regel 6: Den Gesprächspartner einbeziehen

Achten Sie darauf, dass Sie beide die gleiche Sprache sprechen. Sie laufen sonst Gefahr fachliche Begriffe einzusetzen, die zwar Ihre Kompetenz unterstreichen, mit denen Ihr Gesprächspartner aber eventuell nichts anfangen kann. Falls es unumgänglich ist Fachvokabular einzusetzen, erläutern Sie es kurz.
Fordern Sie Ihn durch Fragen auf seine eigenen Ideen, Gedanken und Ansichten einzubringen. Hören Sie aktiv zu. Lassen Sie dabei Pausen zu, ohne in diese zeitliche Lücke ein weiteres Argument einbringen zu wollen. Dafür gibt es bessere Gelegenheiten.

Regel 7: Die Bedürfnisse des Gesprächspartners berücksichtigen

Gewinnen Sie einen Verbündeten, indem Sie die Wünsche des Gesprächspartners mit in Ihr Ziel einbeziehen. Suchen Sie nach gemeinsamen Schnittmengen. Rufen Sie sich Ihre Teilziele in Erinnerung. Bieten Sie erste Kompromisse an. Damit signalisieren Sie Ihrem Gesprächspartner Interesse an seinen Zielen und es entsteht eine offenere Gesprächshaltung, die viel in Bewegung bringen kann.

Regel 8: Auf die Argumente des Gesprächspartners eingehen

Nicht nur aus taktischen Gründen sollten Sie auf die Argumentation Ihres Gesprächspartners eingehen, sondern weil sich dadurch vielleicht (neue) Erkenntnisse ergeben, die für Ihre eigene Zielerreichung nützlich sein könnten. Um sicher zu sein, dass Sie die Argumente Ihres Gegenübers richtig verstanden haben,
  • fassen Sie diese am besten in eigenen Worten zusammen
  • oder fragen gleich nach, um Unklarheiten zu beseitigen.

Regel 9: Eigene Argumentation neu ausrichten

In einigen Gesprächen wird das Argument Ihres Gesprächspartners tatsächlich neue Erkenntnisse präsentieren, die Ihre bisherige Argumentationsstrategie hinfällig macht. Richten Sie dann Ihre Argumentation neu aus. Falls Sie keine Argumente mehr in der Reserve haben, die auf diese neue Erkenntnislage ausgerichtet sind, bitten Sie einfach um Bedenkzeit und verlegen Sie das Gespräch.
Dies ist ein legitimer Zug, den Ihr Gesprächspartner akzeptieren wird. Falls nicht, ist er im Grunde nicht an einer gemeinsamen Lösung interessiert

Regel 10: Das Ziel erreichen

Verlieren Sie vor lauter guten Argumenten Ihr Ziel nicht aus den Augen. Achten Sie deshalb unbedingt auf Signale Ihres Gesprächspartners, die Ihnen zeigen wann für ihn ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wurde. Schätzen Sie ab, wie nah dieses Ergebnis an Ihrem eigentlichen Ziel ist. Fragen Sie sich auch, ob es sinnvoll ist, weitere Argumente vorzutragen oder ob Sie mit dem gerade erzielten Ergebnis zufrieden sind.


  Einige dieses10 Punkte Programmes von Brigitte Müller unterstreichen wir auch auf rhetorik.ch.
Zur VORBEREITUNG:

Der Vorbereitung (Analyse der Realität des Partners) bewahrt uns vor Fehlschlägen. Bei jenen, die bei Verhandlungen um die eigene Person kreisen - selbst, ...
www.rhetorik.ch/Verhandeln/Verhandeln.html
NICHT ALLES AUF EINMAL (WENIGER IST MEHR):

Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
etwas – auf das, was Du im Augenblick tust. Weniger ist mehr. Reduzieren Sie nach der Lektüre dieses. Beitrags die verschiedenen Erkenntnisse ebenfalls auf  ...
www.rhetorik.ch/Vereinfachen/vereinfachen.pdf

ADRESSATENGERECHT VERHANDELN:

Ungefähr 6.510 Ergebnisse (0,29 Sekunden) 

Suchergebnisse

  1. [PDF]

    Natürlich, zuhörerorientiert, inhaltzentriert reden

    www.knill.com/ebooks/knill_reden.pdf‎
    «Angewandte Rhetorik» für alle, die kommunizieren müssen. Ein Lehr-, Lern- und Lesebuch. Marcus Knill. Verlag des Schweizerischen Vereins für Handarbeit ...