Dienstag, 17. September 2013

Krisenkommunikation

Zur Medienkommunikation in Krisen



LESENSWERTE LINKS ZU DEN 
BEVORSTEHENDEN KRISENKOMMUNIKATIONSUEBUNGEN

(basieren auf www.rhetorik.ch "Krisen")


Krisen (alle Beiträge)




Marcus Knill - Pseudo-News zum Zugunglück | persoenlich.com

www.persoenlich.com/news/.../pseudo-news-zum-zugunglück-234218
11.01.2013 - Am Donnerstagmorgen, 10. Januar säumte kurz vor 8.00 Uhr beim Busbahnhof in Schaffhausen eine ungewöhnlich grosse Menschenmenge ...

18. März 2009 ... Im Gegensatz zum Universitätsspital Innsbruck informierte das Inselspital über den Genesungszustand das Skiweltmeisters Daniel Albrecht ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_18/index.html

25 Juni 2013
Bekannte Kommunikationsexperten vermittelten am Communication Forum 2013 vom 21. Juni im GDI den anwesenden Kommunikationsverantwortlichen hilfreiche Erfahrungen und Strategien aus ihrer praktischen Tätigkeit.
Krisen, Kommunikation, Krisenkommunikation, Krisenvorbereitung. ... Umgang mit Medien · Aktuell: Erfolgreiche Notfall und Krisenkommunikation · Aktuell: Mit ...
www.rhetorik.ch/Krisenbeispiele/Krisenbeispiele.html
12. Juni 2008 ... Schlauchbootunfall testet Krisenkommunikation ... Er sei traurig und erschüttert, sagte Schmid vor den Medien und zitierte aus dem Kirchenlied ...
5. Jan. 2012 ... Hildebrand an einer Pressekonferenz (5. ... dem Verhalten Wulff/Hildebrand während der Krise Wer sich für Krisenkommunikation interessiert, ...
23. Juni 2005 ... Zur Krisenkommunikation bei der SBB Panne ... Weibel begann die Medienkonferenz mit seiner eigenen Erfahrungen: Er sass zur Zeit der ...
5. Juli 2002 ... Es gibt bei der Krisenkommunikation wenige Grundprinzipien, die einzuhalten ... Fehler: Ungeklärte Fakten wurden an eine Medienkonferenz ...
05 Okt 11: Krisenkommunikation und Medien · 26 Sep 11: Internet gegen Fernsehen und Zeitung · 26 Sep 11: Google Plus auf Aufholjagd · 18 Jul 11: BLM ...
14. Okt. 2005 ... Links: Medien als Angstmacher? Krisenkommunikation und Medien · Fortsetzung : Vogelgrippe und die Medien ...
05 Okt 11: Krisenkommunikation und Medien · 01 Okt 11: Nein sagen koennen- dank der TTT-Formel · 30 Sep 11: Plakat Dschungel strapaziert Wahrnehmung ...
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ERKENNTNISSE AUS DER PRAXIS



Vorbemerkung:


Medientrainings (Kommunikation in Krisensituationen auf obersten Führungsebene zahlen sich aus.
Die STIMME die EMOTIONEN müssen mit den Dachbotschaften überein stimmen (Schon beim ersten Eindruck).


Jede Uebung bestätigt, dass Krisensituationen regelmässig 1:1 antizipiert und simuliert werden müssen.
Ich verweise auf die Uebungen der Swissair mit Beatrice Tschanz. Sie hat nachher immer wieder betont, dass die Swissair nach dem Absturz eines Grossflugzeuges nie so gut kommuniziert hätte,  wenn die oberste Führung der SWISSAIR  die Erkenntnisse - nach dem Training mit zwei simulierten Uebungen - nicht umgesetzt hätte. Auch beim Anschlag in ZUG hat mir der Polizeikommandant gesagt, dass ihm die  erarbeitete Checkliste die Medienarbeit enorm erleichtet habe.
Profi Journnalsit machte  nach der  Medienkonferenz anlässlich der letzten Uebung auf einige hilfreiche Aspekte der Medienkonferenz aufmerksam.


Zum Zeitaspekt:








Bei einem Unfall mit Toten oder Schwerverletzten darf  nicht zu lange zugewartet werden.
Heute sind die Medien noch schneller geworden und wollen rasch informieren. Der mediale Druck wird immer grösser. Als  Erstes muss nach kurzer Zeit wenigstens das gesagt werden, was man bislang weiss. Man sollte auf die nächste Medienverlautbarung verweisen.


Journalisten sind keine Spezialisten. Es lohnt sich deshalb, einen klar verständlichen Text abzugeben.


Wer sagt was?


VOR jedem Medienkontakt muss abgesprochen werden, WER WAS sagt.






Zu den kritischen Fragen der Journalisten:


Es lohnt sich, alle kritischen Fragen zu antizipieren.


Wenn der Krisenstab ruhig, bedacht kommuniziert, wirkt sich dies auf das Verhalten der Journalisten aus.


Zur Krisenkommunikation:


Die verständlichen, kurzen und KONKRETEN  Antworten gilt es zu VERANSCHAULICHEN,  auch unter Druck.  Wir müssen  in einer Stresssituation ebenfalls  überzeugen.

Folgende  ERKENNTNISSE AUS DER PRAXIS haben sich bewährt:

Die Information muss geführt werden
______________________________

Es ist sofort sicherzustellen, wer informiert.
Die Namen von Toten oder Verletzten dürfen nicht bekannt gegeben werden, bevor die Angehörigen informiert sind.

Die Koordination zwischen Polizei- Care Team und dem Info Kernteam der Institution muss geregelt werden. 
WER SAGT WAS, WANN, WIE?

Alle Mitarbeiter müssen wissen, dass sich  niemand nach aussen über den Vorfall spricht. Alle verweisen auf auf die Infostelle, die rund um die Uhr Auskunft geben muss. (Gerüchtemühle!)

Nach dieser klar geregelten Kommunikation gilt das "Einstimmen-Prinzip" (Rund um die Uhr - Ablösungen organisiert).

Aktiv informieren heisst:

_______________________

- Keine Vermutungen (Mutmassungen)
- Keine Interpretationen
- Keine  Hypothesen
- Keine Schuldzuweisungen
- Keine subjektiven Beurteilungen
- Keine Prognosen
IMMER NUR: 
ERHAERTETE FAKTEN BESCHREIBEN - FAKTEN-FAKTEN
- Auf nächste Medienkonferenz hinweisen
- Unter Umständen: Jeden Tag ein Communiqué     


**********************    
Zu den CCC Formeln:

1. Im Umgang mit Medien:



Hier hilft uns uns folgende CCC-Formel:

 
Charisma – Chance – Check.


Zum Charisma:


Charisma hat viele Facetten.
Dem neuen Papst wird Charisma attestiert.
Jacky Kennedy hat es gehabt,
aber auch Trickbetrüger, Scharlatane
hatten es. Charisma kann ein Segen
sein. Wird es missbraucht, ist es ein
Fluch. Charismatische Visionen haben
Leute weiter, aber auch ins Verderben
gebracht. Wenn wir bei einem Politiker
oder bei einer Führungspersönlichkeit
von Charisma reden, so denken wir
heute vor allem an seine Ausstrahlung.
In der Angewandten
Rhetorik sehen wir, dass
jenen Personen Charisma
zugeschrieben
wird, die glaubwürdig
reden, die sich akzeptieren
und ihre Stärken
und Schwächen kennen.
Tatsächlich hat das Charisma
einer Persönlichkeit
etwas mit dem inneren
Gleichgewicht zu
tun. Bei Kommunikationsprozessen
wird
dies meist bei Menschen ersichtlich,
deren Körpersprache, Stimme und Aussage
übereinstimmen. Manche Menschen
scheinen das «gewisse Etwas» zu
haben – andere nicht. Was aber macht
es genau aus, dass man bei einer Person
von Charisma spricht? Charismatischen
Menschen gelingt es, andere
in ihren Bann zu ziehen. Kaum
treten sie auf, ziehen sie Blicke auf sich
und werden von allen beachtet. Ein
Mensch, dem Charisma zugeschrieben
wird, kann beeinflussen, etwas bewirken
und hat meist rhetorisch Erfolg. Es
gilt stets zu bedenken: Eine charismatische
Persönlichkeit kann auch verführen
und ihre Überzeugungskraft missbrauchen.

Zur Chance: 


Medienauftritte sind
immer eine Chance. Dank der Medien
kann ich meine Botschaft einem Millionenpublikum
präsentieren. So ein Auftritt
ist viel wert. Werber zahlen für
einen 30-Sekunden-Werbespot Tausende
von Franken. Wenn ich die
Chance eines Auftrittes habe, muss ich
sie zu nutzen wissen.

 Zum Check: 


So, wie wir vor einem Auftritt alles klären
und überprüfen, so gilt es auch nach jedem
öffentlichen Einsatz dessen Resultat
auszuwerten (Debriefing). Es gibt
unterschiedliche Feedbackverfahren.
Aus meiner Erfahrung lohnt es sich,
einen Bekannten als Hofnarren zu bestimmen,
der offen und ungeschminkt
den Spiegel hinhält und direkt unter
vier Augen sagt, was ihm gefallen oder
was ihn gestört hat. Diese CCC-Gedankenstütze
hat mit der eigenen Persönlichkeit
zu tun.


2. Zur CCC Formel in Krisensituationen 

Urs Peter Naef (Migros) veranschaulichte mit zahlreichen Beispielen, was er meint, mit dem Satz: "Wir sollten schneller kommunizieren als Journalisten recherchieren".

Er veranschaulichte bildhaft, dass sich man Krisen gut meistern kann mit folgenden bewährten Werkzeugen:

- FAKTEN , FAKTEN, FAKTEN kommunizieren (Nur sagen, was man sicher weiss)

- keine Mutmassungen, keine Interpretationen

- Wenn es "brennt" muss man rund um die Uhr erreichbar sein!

Unternehmen und Kommunikationsverantwortliche sollten Verständnis haben für das "leere Blatt". Journalisten haben immer ein leeres Blatt zu füllen. Wenn wir Informationen verweigern, füllen sie das Blatt mit Fremdinformationen, d.h. aus Quellen, die Sachverhalte nicht genau kennen.

Wichtig sind nach Naef zudem: Wir benötigen in Krisensituationen eine dicke Haut und Selbstkritik.
Es gilt stets RUHE zu bewahren.
Eine Prise Humor kann auch hilfreich sein.

 
Naefs 3 C Modell hat mich  überzeugt:

C = Care            Opfer stets zuerst bedenken

C = Command         Ursachen erforschen

C = Communication   Kommunizieren (aktiv)



Ferner gilt immer zu beachten: Medien verkaufen in Krisen EMOTIONEN

Bei einem Grossbrand der MIGROS titelte die Presse beispielsweise:

"Millionen Osterhasen starben Flammentod!"


**********

  1. Lehrerinnen und Lehrer bekommen eine Notfall-App für ...

    www.aargauerzeitung.ch/.../lehrerinnen-und-lehrer-...
    09.08.2013
    Der Schulverlag Plus und das Aargauer Bildungdepartement lancieren eine Notfall-App für ...

  2. Für das iPhone: Die 20 besten Notfall-Apps - Frankfurter Rundschau

    www.fr-online.de › Frankfurter RundschauDigital
    30.12.2011 - Unfall gebaut? Kreditkarte weg? Hund verletzt? Wer ein iPhone besitzt, den bringen diese Notsituationen nicht so schnell aus der Ruhe.

  3. 20 Minuten - Diese App gehört auf jedes Smartphone - News

    www.20min.ch/digital/news/story/16092910
    29.06.2013 - Ob Autounfall oder Herzinfarkt: Im Notfall zählt jede Minute. Hier kommt die von einem Lausanner Arzt entwickelte Gratis-App fürs iPhone und ...






Mit Patrick Senn hatte ich jahrelang zusammengearbeitet, hat heute er eine eigene Firma und publizierte folgenden hilfreichen Beitrag:



Die Kommunikation in der Krise meistern

Niemand hatte das geahnt, niemand hat es voraussehen können.

Ihr Telefon kommt nicht mehr zur Ruhe. Alle wollen Auskunft. 
Medienschaffende. Investoren. Kunden.



Dabei sind die Fakten noch gar nicht gesichert. Und Ihr Rechtsanwalt rät, nur ja nichts zu sagen.

Auf der anderen Seite: Ein saloppes «No Comment» könnte von der Öffentlichkeit ebenso als Versagen, als Schwäche, als Schuldeingeständnis gewertet werden.
Und wenn die Journalisten dann noch Fragen unter der Gürtellinie 
stellen?


Krisensituationen sind unangenehm.  Fehleinschätzungen und Fehlentscheide können erst recht Öl ins Feuer giessen. Und im schlimmsten Falle sogar die eigene Position gefährden.

Halten Sie sich den Rücken frei, um sich auf das Wesentliche 
konzentrieren zu können.





  WEITERE BEISPIELE AUS DIE PRAXIS:



LINKS:











  1. Krisenkommunikation und Medien

    3. Mai 2003 ... Krisen, Kommunikation, Krisenkommunikation, Krisenvorbereitung, Krisenfall Medien.
    www.rhetorik.ch/Krisenkommunikation/Krisenkommunikation.html - Cached - Similar
  2. Krisenkommunikation: Beispiele aus dem Jahr 2001

    Krisen, Kommunikation, Krisenkommunikation, Krisenvorbereitung.
    www.rhetorik.ch/Krisenbeispiele/Krisenbeispiele.html - Cached - Similar
  3. rhetorik.ch aktuell: Krisenkommunikation ohne Vermutungen

    19. Dez. 2010 ... Krisenkommunikation ohne Vermutungen. Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Aktuell Krisen · 5. Dez, 2010 · 22. Jan, 2009 · 1. Feb, 2009 ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/10/12_19/index.html - Cached
  4. rhetorik.ch aktuell: Mangelhafte Krisenkommunikation des Bundesrates

    23. Juni 2010 ... Mangelhafte Krisenkommunikation des Bundesrates. Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Aktuell Schweiz · Aktuell Bundesrat ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/10/06_23/index.html - Cached
  5. rhetorik.ch aktuell: Krisenkommunikation in Japan

    Aktuell Artikel · Artikel Inhaltsverzeichnis, Suche in Rhetorik.ch: www.rhetorik.ch aktuell: (15. Mar, 2011). Krisenkommunikation in Japan ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/11/03_15/index.html - Cached
  6. [PDF]

    Einladung - Rhetorik Homepage: Home

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - Quick View
    Krisenkommunikation und Medien. • Erkenntnisse aus der Praxis. • Das Handy läutet... • Grundsätze und Prinzipien (anhand konkreter Beispiele) ...
    www.rhetorik.ch/Krisenkommunikation/Gesamtprogramm_Krisenmgmt.pdf - Similar
  7. rhetorik.ch aktuell: Erfolgreiche Notfall und Krisenkommunikation

    3. Sept. 2008 ... Erfolgreiche Notfall und Krisenkommunikation. Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Krisenkommunikation · Krisenkommunikation Beispiele · Aktuell ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/08/09_03/index.html - Cached
  8. rhetorik.ch aktuell: Schlauchbootunfall testet Krisenkommunikation


    12. Juni 2008 ... Vor einem Jahr - nach dem Jungsfraudrama - versagte die Armeeführung in der Krisenkommunikation. Heute kam es erneut zu einem Unfall in der ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/08/06_12/index.html - Cached - Similar


    09 Jan. 2012
    In folgender Nachlese fasse ich die wichtigsten Erkenntnisse der Krisenkommunikation zusammen, die uns Wulff und Hildebrand in ihrer Krise veranschaulicht haben: 1. Glaubwürdigkeit ist etwas vom Wichtigsten.
    09 Apr. 2012
    In rhetorik.ch habe ich bei allen Analysen ebenfalls festgestellt, dass es meist die Ueberraschungseffekte sind, die zu den grotesken Verhaltensweisen führen. Das hatte Iwan Rickenbacher beid er Eröffnung treffend formuliert ...
    http://knill.blogspot.com/
    log
    24 Mai 2013
    Ich durfte jemand beraten, der durch einen hinterhältigen Medienbericht die Erkenntnisse der Krisenkommunikation praktisch anwenden konnte. Er hatte mit folgenden Tools Erfolg: - Ruhe bewahren - sich an Fakten halten
    06 Dez. 2010
    Paraplegie-Arzt: «Rechne mit Querschnitts-Lähmung» traute ich meinen Augen nicht. Im Beitrag von gestern lobte ich die deutschen Aerzte, weil sie - wie es gemacht werden muss - immer nur den IST Zustand (Fakten, ...
    27 Apr. 2013
    Medientraining, Medien-Kommunikation in Krisen, strategische Krisenkommunikation, Vorbereitung auf persönliche Image-Filme oder Videokonferenzen. PRÄSENTATIONS-PROFILING Ueberzeugend Präsentieren vor ...
    http://knill.blogspot.com/

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    24 Mai 2013
    Ich durfte jemand beraten, der durch einen hinterhältigen Medienbericht die Erkenntnisse der Krisenkommunikation praktisch anwenden konnte. Er hatte mit folgenden Tools Erfolg: - Ruhe bewahren - sich an Fakten halten
    06 Dez. 2010
    Paraplegie-Arzt: «Rechne mit Querschnitts-Lähmung» traute ich meinen Augen nicht. Im Beitrag von gestern lobte ich die deutschen Aerzte, weil sie - wie es gemacht werden muss - immer nur den IST Zustand (Fakten, ...
    27 Apr. 2013
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Montag, 16. September 2013

Fragwürdige Reaktion

Retourkutschen sind kontraproduktiv

Das Ausgrabung alter Geschichten   weckt beim Leser das Gefühl, dass sich das Fernsehen an Maurers Medienkritik rächen will.
Das bestätigen die Leserkommentare.
Ich zitiere BLICK:


Streit zwischen SRF und Ueli Maurer eskaliert«Schafseckel! Brich dir ‘s Gnick!»

TV-Legende Stefan Tabacznik berichtet über weiteren Ausraster gegen einen Kameramann. Bundespräsident Ueli Maurer widerspricht «vehement».

Die «Aff»-äre zieht weitere Kreise: Letzte Woche beleidigte Bundespräsident Ueli Maurer (62) vor der Gripen-Debatte im Bundeshaus einen Kameramann der Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens, bezeichnete ihn als «Aff» – und löste damit grossen Unmut aus (BLICK berichtete).
Nun zeigt sich: Der Affront gegenüber dem SRF-Mitarbeiter war offenbar nicht die erste verbale Entgleisung des Verteidigungsministers. Bei BLICK meldet sich jetzt der frühere «Tagesschau»-Mann Stefan Tabacznik (65) zu Wort. Und richtet schwere Vorwürfe an die Adresse von Maurer.
«Ich wurde vor drei Jahren ebenfalls Zeuge, wie er einen Medienvertreter verunglimpfte», so Tabacznik. Passiert sei es bei Maurers Swisscoy-Truppenbesuch im Kosovo im Oktober 2010. Tabacznik und sein Kameramann hätten einen Beitrag für die «Tagesschau» machen und den VBS-Chef beim Besuch der Soldaten filmen wollen.
Der pen­sionierte TV-Mann: «Es war Abend und der Kameramann musste das Licht einschalten, was Maurer offenbar ziemlich blendete.» Als er dann während des Filmens ein paar Schritte rückwärtslief, habe Maurer zum Kameramann gesagt: «Schaf­seckel! Brich dir ’s Gnick.» Tabacznik: «Dagegen ist der ‹Aff› ja total harmlos!» Auch Kameramann Julien ­Cassez (38) erinnert sich entsetzt an damals: «Von ­einem Bundesrat würde man so was nie erwarten.»
Tabacznik konfrontierte Maurer damals mit dieser Aussage. «Er fand dann ein paar Ausflüchte, sagte, er sei müde», so Tabacznik rückblickend. «Doch das waren wir nach dem langen Tag ebenfalls.» Eine Entschuldigung habe es weder von Maurer noch von dessen Sprecher gegeben.
Was sagt das VBS heute zu den Vorwürfen? Kommunikationschef Peter Minder dementiert gegenüber BLICK Ueli Maurers angebliche Aussage. «Bundespräsident Ueli Maurer ist ein impulsiver Mensch. Aber er bestreitet vehement, dass er die erwähnte Aussage je gemacht hat», so Minder. «Das Kameralicht blendete ihn und er äusserte sich dahin gehend, dass er müde sei und sich noch das Genick breche, wenn er so geblendet würde.» Zudem sei Maurer im Oktober 2010 von seinem damaligen Sprecher begleitet worden. «Dieser hat heute bestätigt, dass er keine Aussage, wie sie Herr Tabacznik ins Feld führt, gehört hat!»
Das VBS zeigt sich «höchst irritiert» über die «Aussagen eines in die aktuelle Angelegenheit nicht Involvierten». Noch heftiger: «Herr Tabacznik» wolle «offensichtlich die Situation für eine persönliche Abrechnung ausnützen», wirft ­Minder der TV-Legende vor. Das erfolge isoliert von SRF und entspreche nicht der aktuellen Situation «in der sowohl SRF als auch das VBS um eine Deeskalation nach dem Vorfall im Nationalratssaal vom vergangenen Mittwoch bemüht sind».

Videos

  • TV-Skandale: «That's the major league asshole»
  • TV-Skandale: «Sind si eigetli vom Aff bisse?»
  • TV-Skandale: Anthony Weiner zeigt Mittelfinger
    KOMMENTAR: Auch ich vertrat die Meinung, dass ein Magistrat die Nerven nie verlieren dürfte und gelernt haben müsste, mit Provokationen umzugehen. Doch zeigte ich auch Verständnis für den Aerger, den aufsässige Journalisten schüren können.
    Dieses Nachtreten gegen Ueli Maurer geht  nun aber zu weit. Es wirkt so, als würden sich die Journalisten rächen und SIE könnten mit Kritik nicht umgehen.
    Unlängst wagte es nämlich der Bundespräsident  -in einer Rede- auf einen wunden Punkt hinzuweisen.
    Die Leserkommentare bestätigen jedenfalls, dass das Ausgraben alter Geschichten nicht gut ankommt.
    Ich zitiere : 

    Beliebteste Kommentare

    • Urs  Stotz
      Ich habe schon selber erlebt, wie arrogant und rücksichtslos diese SRF-Leute sich aufführen. Sie nehmen keine Rücksicht auf das Umfeld und die laufende Veranstaltung. Richtig wenn man sich gegen dieses unflätige Verhalten wehrt.
    • Emil  Thommen , Zug
      Wenn das Wirklichkeit ist, dann ist das Schnee von gestern,
      es gibt andere Sachen zu berichten wo wichtiger sind, nicht
      vergebens hat Uli Maurer gesagt mir stinkts.

    Alle Kommentare (75)

    • Paul  Bosshart , via Facebook
      Ganz schlechter Stil des Herrn Tabacnic,er braucht wohl etwas Aufmerksamkeit....
      • heute, 10:09 Uhr
      • 0
      • 0
    • Marc  Grouven
      So ist halt der Stil der SVP....und dazu gibt es nichts mehr zu sagen, selber austeilen aber ja nicht einstecken...!

      • heute, 10:08 Uhr
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    • Mark J.  Wyser
      Ich bin Redaktor bei einer Fachzeitschrift. Überall wo SRF-Leute zugegen sind, benehmen sie sich als würden sie viele Stufen über allen anderen stehen, nur weil SRF auf ihrem Mikro steht. Sie halten sich für was besonderes und denken, sie könnten sich alles erlauben.
      • heute, 10:00 Uhr
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    usw.
    Die meisten Echos sind Maurer-freundlich.
    Das Nachtreten war somit kontraproduktiv! 

HERBSTZEITLOSE

Sie kündigen wiederum den Herbst an
- jedes Jahr
- im Grunde genommen zeitlos

Sonntag, 15. September 2013

Musik zum Sonntag

Diese Klänge erleichterten den Einstieg in den heutigen Tag:

js bach cantata bwv 93 wer nur den lieben gott lasst ... - YouTube

www.youtube.com/watch?v=fbPAJDFhQDs
24.06.2011 - Hochgeladen von Bachstiftung
Fourth movement (soprano and alto aria) from cantata BWV 93 "Wer nur den lieben Gott lässt walten ...

Müssen wir dies einfach so hinnehmen?


Die Oeffentlichkeit muss  vor gefährliche Wiederholungstätern geschützt zu werden.



Die Therapeuten von Gewalttätern versuchen uns nach den tragischen Vorkommnissen  weis zu machen, dass wir halt dieses kleine Risiko bei gefährlichen Wiederholungstätern hinnehmen müssten. Mit der Begründung:
Nur in ganz seltenen Fällen komme es  zu erneuten Tötungen. Falls wir nicht bereit wären, dieses Risiko  auf uns nehmen, käme uns das Ganze letztlich viel teurer zu stehen. Denn die meisten Täter müssten später doch frei gelassen werden und diese würden uns somit - ohne Therapie - noch mehr Schaden anrichten
Wir stellen die Frage: Müssen überhaupt gefährliche Wiederholungstäter frei gelassen werden?
Jeder Mord der durch fahrlässige Freigänge und vorzeitige Entlassungen ausgeübt wird, ist ein Mord zu viel.
Ich zitiere Tagi:



Sozialtherapeutin Adeline M. tot aufgefunden
Sozialtherapeutin Adeline M. tot aufgefunden
Adeline M. und der verurteilte Vergewaltiger Fabrice A. wurden gestern als vermisst gemeldet. Heute wurde die Leiche der Sozialtherapeutin gefunden. Die Suche nach dem Flüchtigen läuft.

Artikel zum Thema

Nach dem Tod der 34-jährigen Adeline M. in Genf ziehen Parlamentarier die Kantone zur Verantwortung: «Es gibt immer eine zweite, dritte oder vierte Chancen für Straftäter. Damit muss Schluss sein», sagt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli gegenüber der «SonntagsZeitung». Sie fordert in einem Vorstoss, dass Sexual- und Gewaltverbrecher im Wiederholungsfall automatisch verwahrt werden müssen.
Politiker aus verschiedenen Parteien pflichten Rickli bei. Und selbst bei Sicherheitsdirektoren findet die Idee Unterstützung. Der Tessiner Regierungsrat Norman Gobbi verlangt, dass die Risikobeurteilung von Straftätern kantonal vereinheitlicht wird.
Die Waadtländer Sicherheitsdirektorin Jacqueline de Quattro (FDP) fordert einen strengeren und schweizweit einheitlichen Strafvollzug. «Unser Justizsystem kümmert sich zu sehr um die Täter. Sie erhalten viel Aufmerksamkeit und Pflege», sagt de Quattro der «NZZ am Sonntag». Dies gelte besonders für die Westschweiz. «Ich weigere mich, dies zu akzeptieren.»
«Polizisten haben Wichtigeres zu tun»
Es gehe nicht, dass jeder Kanton eigene Regeln für den Strafvollzug habe. Auch inhaltlich hat die Regierungsrätin klare Vorstellungen: «Ein verurteilter Gewaltstraftäter darf nicht Jahre vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis Ausflüge machen. Auch nicht mit Polizeieskorte, Polizisten haben Wichtigeres zu tun.»
Nur Häftlinge, die eindeutig Fortschritte gemacht hätten und die von mehreren, unabhängigen Experten einstimmig als nicht mehr gefährlich eingestuft würden, dürften gegen Ende der Strafzeit an die Freiheit gewöhnt werden. De Quattro will ihre Forderungen in die Konferenz der kantonalen Polizei- und Justizdirektoren einbringen.
Sie erhält Unterstützung auf nationaler Ebene. Der Genfer FDP-Nationalrat Hugues Hiltpold fordert vom Bundesrat einen Bericht über die Vorteile eines einheitlichen Strafvollzugs. CVP-Präsident Christophe Darbellay findet, «die Kantone müssen sich besser koordinieren, etwa mehr Daten austauschen.»
«Es herrscht nur noch Wut»
Anita Chaaban wiederum, die 2004 mit der Verwahrungsinitiative einen Erfolg feierte, kündigt im Interview mit der «SonntagsZeitung» Pläne für eine neue Initiative an: Es brauche ein zentrales Täterregister, in dem die Fälle auch nach fünfzehn, zwanzig Jahren nicht gelöscht werden.
Darin sollen die Gutachten, die Namen der Gutachter, die Urteilsbegründungen und die Namen der Richter stehen. Chaaban ist ob des neuen Falles konsterniert: «Es herrscht nur noch Wut.»

Kommentar: Wir lange dauert er, dass der Volkswille umgesetzt wird? Der Souverän hat allmählich das Gefühl, er werde nicht ernst genommen oder durch "fremde Richter" ausgehebelt.

Samstag, 14. September 2013

EINfältige Medien?

Ueli Maurer meint: «Den Medien fehlt die Vielfalt»

Bundespräsident Ueli Maurer sieht den freiheitlichen und demokratischen Staat in Gefahr, weil bei den Medien ein selbst auferlegtes Meinungskartell herrsche. Für seine Rede erhielt er beim Verband Schweizer Medien nur gedämpften Applaus.
Bundespräsident Ueli Maurer   bei seiner Ansprache im  Saal Versailles des Grand Hotel Victoria Jungfrau.
Bundespräsident Ueli Maurer bei seiner Ansprache im Saal Versailles des Grand Hotel Victoria Jungfrau.
Bild: Markus Hubacher

Kronleuchter glitzerten im festlichen Saal Versailles des Grand Hotel Victoria-Jungfrau. Bundespräsident Ueli Maurer hielt – so begann er seine Ansprache vor den Schweizer Verlegern – als Erstes Ausschau nach dem Notausgang. Er habe sich über die Einladung des Verbands Schweizer Medien gefreut und sofort begonnen, Zeitungsartikel zu sammeln, die unseriös, oberflächlich und teilweise falsch gewesen seien. Und er hätte so viele gefunden, dass er damit aufgehört habe.
«Ich bin in Sorge über die Medienlandschaft», sagte Maurer. Die Medienprodukte seien langweilig und geprägt durch eine selbst verfügte Gleichschaltung. «Sie nehmen nicht die Themen des Volkes auf; die Medien nehmen die Themen der Medien auf. Verwaltung und Politik wird nicht mitgeteilt, was das Volk denkt und will, sondern, was die Medien denken und wollen.»
Ueli Maurers Beispiele für gleichgeschaltete Meinungen: Der Klimawandel ist dem Menschen anzulasten. Atomenergie ist böse. Einwanderung ist eine Bereicherung. Internationale Lösungen sind immer besser als nationale. Die Schweiz ist immer im Unrecht.

Eine rote Linie

Die Medien zeichneten sich selber eine rote Linie, wo es Tabuzonen gebe. Maurers Fazit: «Die Medien leisten heute nicht mehr, was für einen funktionierenden freiheitlichen und demokratischen Staat nötig wäre.» Der Applaus der Verleger und Verlegerinnen auf die Rede war eher gedämpft. Hatte sich doch ihr Präsident Hanspeter Lebrument in seiner Ansprache überzeugt gezeigt, dass sich die Qualität der Medien, auch durch die Schaffung der guten Journalistenausbildung auf verschiedenen Ebenen, eindeutig verbessert hat. Den Verlegern sei es gelungen, die Medienvielfalt aufrechtzuerhalten. Die privaten Medien brauchten keine neuen regulatorischen Massnahmen. Die Angriffe auf die privaten Medien ortete er von anderer Seite. Medienwissenschafter würden sie schlechtreden, was sich auch auf Leser und Inserenten auswirke.


(Berner Oberländer)

KOMMENTAR:

Mit der Kritik Maurers, die Medien wären gleichgeschaltet und würden vor allem die Themen der Medien, die sie selbst traktandieren, aufnehmen, damit  hat er eine Schwachstelle zahlreicher Medien beleuchtet. In der Praxis würden oft Themen von einem anderen Medium unbesehen übernommen und es komme dadurch  offensichtlichen zu Dominoeffekten. Gottlob gibt es doch noch eigenständige Produkte und der Trend, die Medienvielfalt aufrecht zu erhalten, ist aus meiner Sicht heute spürbar.

Neue HP meines Bruders Paolo



Paolo J. Knill

Dr. phil., Dr. h.c.

Professor Emeritus Lesley University, Cambridge MA
Rektor European Graduate School, Wallis, Switzerland
Portal für intermediale Kunsttherapie
Prof. Knill ist Mitbegründer des Expressive Therapy Programms an der Lesley University und er entwickelte die intermodale Vorgehensweise in den Expressive Arts. Sein Hintergrund in den Künsten und den Wissenschaften sind grundlegend für seinen Werdegang als Therapeut, Supervisor and Berater. Er unterrichtet an der European Graduate School, publiziert und tritt international auf.

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