Sonntag, 1. September 2013

AKTUELL: ANALYSE TV REDE - DUELL

PERSOENLICHE ANALYSE TV REDE DUELL

Von Marcus Knill

Airbagrhetorik punktet vor Klartextrhetorik

Merkel hat nach dem Duell die Nase vorn


Vor dem heutigen Medien-Grossereignis in Deutschland vertrat ein Kommentator die Meinung, Fakten würden im Duell entscheiden, nicht die Personen.
Eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Zürich belegt jedoch, dass bei Ueberzeugungsprozessen in erster Linie Personen entscheiden  und nicht Fakten (siehe rhetorik.ch "Image schlägt Fakten"- Navigation über das Inhaltsverzeichnis).
Beim Duell des Jahres ist es deshalb ebenfalls die Reputation der Politiker, welche das Resultat prägt. Es lag in der Luft, dass es deshalb der Herausforderer schwerer haben wird. Die Person Steinbrück war nämlich bereits vor dem Duell mit einem zu schlechten Image behaftet (verbale Entgleisungen, Wildwestrhetorik, Forderung nach einem höheren Lohn für den Kanzler usw.).
Angela Merkel hingegen profitierte nicht nur von Ihrem letzten Duell gegen Schröder und ihrem Kanzlerbonus. Sie verstand es einmal mehr, Provokationen abzufedern und an sich abprallen zu lassen. Dank Ihrer "kalkulierten Langeweile", dank den bekannten allgemeingültigen Formulierungen konnte sie sich gleichsam mit Worthülsen schützen (mit verbalem Airbag).
Merkel wirkte pragmatisch, solider. Steinbrück gelang es nicht - wie erhofft - die Kanzlerin zu destabilisieren und zu konkreten Antworten zu zwingen.
Beim Peitschenrhetoriker spürte man deutlich, dass er die Balance suchen musste zwischen aggressivem Verhalten und dem bewussten Bemühen, sich im Ton zu mässigen. Dies ist belastend und kostet zu viel Energie, wenn sich jemand  gegen sein eigenes Naturell  verhalten muss. Steinbrück musste sich zurückhalten.
Inhaltlich hatte der Herausforderer der SP sichtlich Mühe, den Pragmatismus Merkels zu begegnen, hatte sie doch als Kanzlerin bereits zahlreiche links-grüne Forderungen umgesetzt, wie Mindestlöhne, Atomausstieg,  Mietpreisbremse.
Dieses flexible  "Fähnlein nach dem Wind hängen" machte es Steinbrück besonders schwer, die Kontrahentin hart anzugreifen.
Der opportunistische Schlingerkurs der Kanzlerin bewährte sich im Duell wie bis anhin. Jedenfalls schaffte es Merkel,  den Kopf stets über Wasser zu halten. Seit Jahren ist diese Machtfrau mit allen Wassern gewaschen.
Es gilt zu berücksichtigen: Beim aktuellen Duell ist die politische Voreinstellung der Zuschauer massgebend. Ausschlaggebend und somit nicht das heutige Verhalten am Bildschirm.  Zudem können wir davon ausgehen, dass die Mehrheit das Duell nicht mitverfolgt und die Blitzumfrage nach dem Duell für mich nicht verbindlich ist. 

Uebrigens werden nachträglich die Beurteilungen und Analysen in den Medien das Abstimmungsverhalten wesentlich mit beeinflussen. Es wird keinen eindeutigen Sieger geben.

Zu den Kernbotschaften der Kandidaten

Argumentativ war damit zu rechnen, dass Angela Merkel betonen wird, dass Deutschland heute so viele Bürger in sozialversicherten Jobs habe, wie nie zuvor und das Land Steuereinnahmen in Rekordhöhe kassiere.
Wie erwartet wiederholte sie ständig, wie gut es Deutschland geht.
Eine typische Formulierung. "Wir werden einen Weg finden, dass alle zufrieden sind." Merkels Anworten sind selten konkret.



Konkrete Beobachtungen und Feststellungen während des Duells:

Angela Merkel und Peer Steinbrück unterscheiden sich beim Lachen. Obschon Merkels Mimik kontrolliert wirkt, geht ihr Lächeln bis in die Augenringmuskulatur (dies ist nur bei echter Freude der Fall), während Steinbrück nur in der unteren Gesichtshälfte - aufgesetzt - lächelt.
Aus der Erkenntnis, dass dann, wenn einem Redner etwas nicht gefällt und Emotionen wie Ablehnung, Angst, Aerger, Ueberraschung oder Freude im Spiel sind, werden diese die Signale im lymbischen System ausgelöst  und sind dadurch Bruchteile einer Sekunde schneller ist als jene über das das Grosshirn, wo das körpersprachlichen Verhalten willentlich gesteuert wird d.h. das wir kontrollieren können. Deshalb ist es für Beobachter immer spannend,  jene kurzen Signale des Stresses zu beachten, die uns vermitteln, dass dem Kandidaten  etwas nicht gefällt. Bei Angela Merkel war dies jeweils der Fall, wenn die die ständigen Unterbrechungen genervt hatten.
Und bei Steinbrück  zeigte sich dies beim  Hochziehen der Oberlippe  - für einen kurzen Moment wenn die Frage überraschend kam. Einige Male rötete sich sein Gesicht merkbar.
Es war auch spannend festzustellen, wann die Blinzelrate der Befragten stark ansteigt. Dies erfolgt bei Anspannung und Unsicherheit  und lässt sich ebenfalls nicht steuern. Beim Duell fielen mir dieses Signal weniger auf. Ich gehe deshalb davon aus, dass beide die vorbereiteten Botschaft problemlos abrufen konnten.
Ein professioneller Coach verzichtet bewusst auf ein Körpersprachtraining.  Er will,  dass sein Coaché echt, natürlich spricht und selbst davon überzeugt ist, was er aussagt. Dann stimmen nämlich alle Signale automatisch mit der innern Stimmung überein. Nach meinen Erkenntnissen ist es immer schlecht, wenn sich Politiker während des Sprechens auf die Körpersprache konzentrieren. Dies lenkt nämlich zwangsläufig von konzentrierten Danken ab.
Steinbrück behauptete, er sein nicht gecoacht worden. Er habe lediglich mit Beratern und Mitarbeitern die Argumente und das Auftreten besprochen.
Sein Ehefrau Gertrud habe ihm den Rat gegeben: "Das einzige, was ich möchte, ist, dass Du dich nicht provozieren lässt. Man verliert, wenn man sich provozieren lässt". Diesen Rat hatte Steinbrück beherzigt. Er liess sich während des Duells nie provozieren.
Es ist bekannt, dass sich Angela Merkel von der Medienberaterin Eva Christiansen coachen liess. Ihre Philosophie: "Die Zuschauer schätzen eigentlich Banalitäten und Allgemeinplätze. Das kommt an!" Merkel setzte diesen Rat gut um.
Angela Merkel setzte sich gegen die Unterbrechungen stets durch. Nur einmal reagiert sie genervt auf die Unterbrechung von Raab. Dies führte zu einer kurzen Irritiation und sie verlor beinahe den Faden.




Bei heiklen Frage presste Merkel oft die Lippen aufeinander, dies wirkte zu verbissen. In gewohnter Manier setzte sie auch im Duell die Gestik sparsam ein. Sie ballte die Hände zur Faust, wenn sie etwas stark unterstreichen wollte (beispielsweise: Wir wollen... Wir wollen...) um sie sofort wieder zu öffnen.
Der Auftritt wirkte für mich - wie  bei anderen Auftritten -  etwas Antrainiertes, Aufgesetztes. Sie wirkte heute weniger emotionslos als sonst.



Hinsichtlich Kleidung erschienen beide Kandidaten staatsmännisch - klassisch dunkel. Merkel mit auffallender Halskette in ROT-SCHWARZ-GOLD. Signalisierte: "Ich bin die Kanzlerin!"



Steinbrück wusste, dass er seine letzte Chance nutzen musste.  Hinsichtlich Schlagfertigkeit und Rhetorik ist er bekanntlich Merkel überlegen. Er verstand  es auch in Duell, frisch,  konzentriert  zu sprechen. Ich hatte das Gefühl, vieles sei auswendig gelernt. Es ist aber auch bekannt, dass ihn die jahrelange Kritik verletzlicher gemacht hat. Er fühlt sich offensichtlich missverstanden, unfair behandelt. Mich interessierte es deshalb, wie  sich der Herausforderer im Duell verhält, wenn er von Journalisten mit Fragen gelöchert wird. Ich fragte mich: Gelingt es ihm, die Kanzlerin zu schlagen, ohne sie zu verletzen?
Nach seinen Voten stellte ich fest, dass sein Vorhaben, die Kanzlerin im Duell aus der Reserve zu locken, nicht gelang. Dafür gelang es ihm medienrhetorisch zu punkten. Er war angriffiger. Er hatte sich im Zügel in der Hand, war sehr aufmerksam, engagiert und verstand es gut,  Argumente veranschaulichen. (Flickenteppich, Frau Merkel stelle eine schöne Schachtel ins Schaufenster usw.)
Ich ging davon aus, das Steinbrück vor allem beim Thema "soziale Gerechtigkeit" klare Kante zeigt, denn sieben Millionen Deutsche verdienen weniger als 8,50 Euro in der Stunde und viele brauchen 2-3 Jobs um leben zu können.
Es gelang dem Herausforderer. Sein Auftritt war klar und überzeugte. Er machte eine erstaunlich gute Figur. Beim Publikum wird er sicher gepunktet haben.
Vermutlich werden anderseits die falschen Zahlen Merkels bei den Kita Plätzen die Beurteilung der Kanzlerin kaum beeinträchtigen.

Ein Wort zur Moderation:
Das Konzept mit vier Moderatoren gefiel mir.
Raab tat der Runde gut. Er machte als Multitalent auf dem politischen Parkett eine gute Figur Das Verhalten Klöppels mit den verschränkten Armen vor dem Körper störte mich.



Viele fragen sich, was nun dieses Duell letztlich bewirkt.

Eines ist sicher: Der heutige Medienevent aktiviert sicherlich den Gang zur Urne. Die Wahlbeteiligung wird steigen.

Wie hätten die Kandidaten bei solchen Auftritten punkten können?

Einerseits  vor allem dann, wenn es ihm gelingt, Themen zu setzen.
Genaue Messungen haben anderseits ergeben, dass ein Kandidat vor allem dann punkten kann, wenn es  Grundwerte seiner Partei und seiner Persönlichkeit mit der Alltagserfahrung des Publikums  verbinden kann.





Nach meinen Erfahrungen muss dieser Brückenschlag zwischen abstrakten Werten und Alltagserfahrung  bei solchen Auftritten jedoch so erfolgen, dass die Aussagen verständlich formuliert werden  und das Publikum berührt.
Beim heutigen Duell schafften beide Kandidaten diese Verbindung nicht ganz. Ich finde dennoch: Angela Merkel punktete  bei der Koppelung Persönlichkeit und Alltagserfahrung eindeutig mehr, dank ihrer Souveränität, obschon Steinbrück rhetorisch stärker war. Viele Analytiker werden wahrscheinlich zu einem PATT-Urteil kommen. Ich bleibe bei meinem Urteil: Merkel hat gesamthaft  nach meinem Dafürhalten die Nase immer noch vorn.


Erwähnenswerte nachträgliche URTEILE


Ich zitiere BILD-online:

Er war DIE Überraschung des TV-Duells! Stefan Raab (46), als Polit-Talker oder gar arrivierter Nachrichtenmann bisher wirklich nicht Erscheinung getreten, quälte und nervte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihren SPD-Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) mit erfrischend respektlosen Fragen. Er hakte nach und ließ sich nicht mit Floskeln abspeisen.
Raab stellte seine drei Ko-Moderatoren Anne Will (ARD) Maybrit Illner (ZDF) und Peter Klöppel (RTL) mühelos in den Schatten. Ausgerechnet der Entertainer vom Sender ProSieben, dessen Fähigkeiten zur Moderation einer politischen Sendung viele vorher massiv angezweifelt hatten, zeigte sich bestens aufgelegt. Er heizte Merkel und Steinbrück mit seinen Frage-Attacken mächtig ein.

 Aus Die ZEIT:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Herausforderer Peer Steinbrück

TV-DuellÜberlebt, aber nicht gewonnen

Auch die Presse sieht keinen klaren Gewinner: Nach Meinung der Kommentatoren hat Steinbrück seine Kämpfernatur gezeigt – genutzt hat es ihm nicht.
 
 Aus TAGI-online:



Merkel - Steinbrück 1:1

Der SPD-Kandidat hat die Kanzlerin im TV-Duell heftig attackiert. Seine Gegnerin schien zeitweise etwas lustlos zu agieren. Doch der Rückstand von Rot-Grün bleibt gross. Mehr..

Aus 20 Min:


Zwei ebenbürtige Kandidaten und leere Worthülsen: Viele Journalisten fanden das deutsche TV-Duell enttäuschend. Schlagzeilen sind dank Merkels Halsschmuck und Moderator Raab dennoch garantiert. 


In diesen Punkten bin ich mit den Analysen meiner Kollegen (Rhetorik Profis) einig bin.

Folgende Beobachtungen unterstreiche ich ebenfalls:


Frau Merkel kommt durch ihre abwartende und ruhige Art sympathischer rüber, reisst jedoch „niemanden vom Stuhl“. Steinbrück verkörpert mit seinem technokratischen Sprechstil kaum einen modernen Visionär.

Steinbrücks direkte Rhetorik  wirkt angriffslustig, falls der andere reagiert. Das war heute nicht der Fall. Merkel blieb die Teflon-Merkel. Vorwürfe prallten an ihr ab.

Merkel wirkt durch ihrer besonnenen Art zu sprechen,  souveräner, verbindlicher, aufgeschlossener. Sie betont die Kernbotschaft, dass es Deutschland gut geht und es mit ihr auch so bleiben wird und wiederholt diese „Weiter-so“-Aussage  konsequent.
Merkels Stärke ist und bleibt ihre souveräne Sachlichkeit. Ständiges unterbrechen nervt sie zwar. Wirkte dann  mürrisch.

Steinbrück ist rhetorisch stärker als Merkle. Seine  gelungenen Bilder und Vergleiche wie „Geisterbahn“ und „in die Handtasche greifen“ sind nachhaltig. Es ist ihm auch gelungen, Frau Merkels Wohlfühldecke zu lüften und somit Themen neu zu besetzen wie z.B. bei der Pkw-Maut oder Griechenland-Konsolidierungs-„Keule“.

Eine zu hohe Dosis von Angriffslustigkeit  kann blitzschnell zum Bumerang werden und den Akteur selbst treffen wird. Deshalb hatte Steinbruck gleichsam eine Beisshemmung und das Duell wurde über Strecken langweilig.

Der Herausforderer überzeugte mit rhetorischen Frageketten: "Wie sieht es mit der Pflege…? Wie sieht es mit der Finanzlage, wie sieht es...?"
Im Abschlussplädoyer wirbt  persönlich nochmals fürs "Gemeinwohl" und „Gerechtigkeit“.
Rhetorisch starkt sind Steinbrücks  Bilder und Vergleiche wie "Geisterbahn", "in die Handtasche greifen", "tödliche Dosis", "Steuereinnahmen sprudeln" und "viele bunte Schachteln im Schaufenster".
Er verwendet leider zu lange Sätze mit zu vielen Einschubsätzen, dies verstösst gegen das Prinzip KUERZE (als Verständlichkeitshelfer). Bandwurmgedanken sind schwer aufzunehmen und der Zuhörer kann gedanklich schlechter folgen.


Angela Merkel setzt viel weniger Bilder und Vergleiche ein. Sie nutzt nur einen Vergleich aus der Botanik.
Ihre Sätze sind kürzer, prägnanter, doch haben die Aussagen weniger Tiefe.
Es sind weitgehend allgemeingültige Floskeln.

Zum Blickverhalten - als Brücke zum DU

Wir fragten uns am Anfang: Wo schaut Steinbrück hin? Steinbrück beginnt zögerlich, fast scheu zu sprechen. Es dauert bis sein Blick sich festigt und er in die Augen der Moderatoren schauen kann. Es fehlt zu Beginn die körpersprachliche Wirkkraft, steht fast starr hinter seinem Pult.  Nur langsam und zögerlich lebt die Gestik.
Beim Thema Steuern ist Stinbrück  sicher – und zeigt mit Zählgesten die Struktur seiner Punkte. Er nutzt die Redezeiten Merkels für Notizen – dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Zuhörens.

Angela Merkel nimmt ihre Fragesteller ernst. Sie blickt offen und direkt die Moderatoren an und signalisiert: Ich höre zu.

“Tut Ihnen Peer Steinbrück leid?” Sie wendet sich mit offener Körpersprache ihrem Kontrahenten zu, lächelt ihn an. An dieser Stelle “menschelt” es, das wirkt sympathisch und lockert das Duell auf. Immer wieder  sucht sie den direkten Blickkontakt zu Steinbrück. Sie unterstreicht damit, dass sie das Dialogische in der Kommunikation mit ihrem Kontrahenten wünscht.

Angela Merkel verleiht den Aussagen durch ein leichtes Kopfnicken Nachdruck. Damit pointiert sie wichtige Punkte, gerade in den Phasen, wenn die Kamera nur ihren Kopfausschnitt zeigt.

Als sie Steinbrück direkt argumentativ angeht, lächelt sie leicht. Hat einen Hauch von Ueberheblichkeit.


Beide Kandidaten machten es die Moderatoren nicht einfach, die vorbereiteten Kernaussagen thematisch zu platzieren – d.h.: Beide Kandidaten versuchten immer wieder bei einer Themenvorgabe auf in ein von ihnen favorisiertes Themenfeld zu lenken.


Merkel spricht verständlich und mit Pausen. Mehrfach versucht das Moderatorenduo, sie durch hartes Nachfragen zu unterbrechen. Sie reagiert in der Regel gelassen und setzt ihre Stimmführung souverän ein, hebt leicht die Stimme und nimmt das Tempo etwas runter. Damit macht sie deutlich, dass sie sich ihr Rederecht nicht nehmen lässt. Sei setzt sich immer durch.
Die Stimmmodulation ist wenig ausgeprägt und ermüdet dadurch die Zuhörer.


FAZIT: Analysieren heisst in erster Linie BEOBACHTEN, BESCHREIBEN, WAHRNEHMEN und  erst dann INTERPRETIEREN und WERTEN.
Ein guter Analytiker muss sich in die Rolle des Publikums versetzen können.
Es geht immer darum: Wie wirkt eine Rednerin oder ein Redner? Wird er verstanden? Ueberzeugt er?









 

Duell Darstellung aus Bild am Sonntag

Zum Duell von heute Abend

Samstag, 31. August 2013

Das DUELL


Zum bevorstehenden TV Duell des Jahres

Am Sonntagabend den 1. September - zur Tatortzeit - übertragen ARD, ZDF, RTL und ProSieben das Kreuzverhör mit den beiden Kanzlerkandidaten Angela Merkel-Peer Steinbrück. 2009 - beim letzten Duell schalteten 14,2 Millionen Zuschauer ein. Man rechnet dieses Jahr mit noch mehr.
Vier Moderatoren werden die Fragen stellen. Wer fragt führt. Vier Profis werden fragen und das Gespräch lenken: Maybrit Illner (ZDF), Stefan Raab (Pro7), Anne Will (ARD) und Peter Kloeppel (RTL).


 

Gemäss Beobachtungen rechne ich bei Kloeppel mit ruhigen, unaufgeregten Fragen, bei denen seine fundierten Kenntnisse der Wahlprogramm für beide gefährlich werden könnten.


Will wird mit ihrer Körperbeherrschung (sie wird Lady Pokerface genannt) streng, hart und fair fragen. Merkel muss sich vor ihr fürchten.


Raab anderseits ist sonst als "Rampensau" unberechenbar. Vermutlich bemüht er sich aber bei diesem Einsatz, ernst genommen zu werden Er wird sich sich weniger von seiner chaotischen Seite zeigen. Sein Trumpf: Er ist neu, in dieser Runde ein unbeschriebenes Blatt. Doch bringt er Farbe ins jüngste TV Duell, denn er ist schlau und kennt als Profi sein Metier.
Möglicherweise hält es sich nicht an die Abmachungen der Kollegen. Ich rechne jedenfalls mit überraschenden Fragen.




Illner ist bekannt durch ihre mutigen, verbindlichen Fragen. Sie spricht mit allen Politikern auf Augenhöhe.
Mit Kloeppel moderieren sie oft zusammen. Da sie ohne Spickzettel auskommt, wird sie auf den Kollegen kaum Rücksicht nehmen.
Laut Maybrit Illner haben die vier Moderatoren die Themen unkompliziert aufgeteilt. Wer macht das Entrée, wer den Schluss? Auch die Aufteilung der Pärchen zu den Themenfeldern  sind bereits abgesprochen.

Aufgabe aller Moderatoren ist es, den beiden Kandidaten Antworten zu entlocken, die vorbereitet wurden oder von den Beratern eingetrichtert worden sind.


Zum Antwortverhalten der Kandidaten:




Angela Merkel wird  vom Kanzlerbonus profitieren. Sie punktet wahrscheinlich einmal mehr mit ihrer Airbagrhetorik. Sie lässt sich nicht konkret festlegen. Die Antworten klingen gut. Sie versteht es, schön zu sprechen ohne etwas zu sagen. Man darf damit rechnen, dass einmal mehr der Satz von der Kanzlerin zu hören sein wird: "Deutschland ist besser aus der Krise gekommen, als es hineingegangen ist." Oder dass Steinbrück meint: "Es muss in diesem Land wieder gerechter zugehen."
 Merkel ist eine Machtfrau, die sich nicht gerne festlegen lässt und bislang  mit der Politik der kleinen Schritte und ihren allgemeingültigen Sprüchen Erfolg hatte.
Als Preussin hat sie ein erstaunlich grosses Durchstehvermögen.



Peer Steinbrück hat so tiefe Umfragewerte, dass er nur gewinnen kann.
Er wird Merkels Politik peitschen. Die Schweizer lernten seine scharfen Attacken hautnah kennen. Er muss aber aufpassen, dass er während des Duelles nicht persönlich wird.
Es ist immer wieder in Fettnäpfchen getreten. Man wird merken, dass es ihm schwer fällt, sich im Ton zu mässigen. Steinbrück ist nicht der einzige Kandidat, der vor der Wahl hart kritisiert worden ist. Steinbrück könnte aber dank seiner rhetorischen Kompetenz punkten.

Der Grund, weshalb das Duell von vier Sendern gleichzeitig übertragen wird, liegt darin, weil die Kanzlerin nur EIN Duell wollte.

Dies führt zwangsläufig zu einer Fokussierung des Interesses auf diesen EINmaligen Auftritt.

Was mich interessiert:


Wer überzeugt mehr?

Wer wirkt wie? 

Verstehen es die Journalisten die Politikerrhetorik zu hinterfragen und bei Ausweichmanövern oder vagen Aussagen nachzuhaken?

Journalisten ist die Technik des Antwortens auf nicht gestellte Fragen oder die Technik des Nichtantwortens bestens bekannt
Gelingt es, die Kandidaten zu destabilisieren, ohne sie zu verletzen?
Journalisten sind auf der Lauer nach einem Satz, der von allen Medien aufgenommen wird. Entweder, weil dieser Satz schlagfertig ist oder die Nation noch lange nervt. Wir erinnern uns an die spontane Liebeserklärung Schröders an seine Frau, Wie in eine Seifenoper wurde damals das Publikum gerührt.


Wie immer wollten Kandidaten  das letzte Wort haben. Deshalb wurde das letzte Statement ausgelost. Angela Merkel hat bei dieser Wahl gewonnen. Dafür darf Steinbrück die erste Frage beantworten.


Ich werde das Duell am Sonntagabend genau beobachten und sofort analysieren.



Bis zum Duell versuchte Merkel den Kontrahenten völlig zu ignorieren. Am Sonntag muss sie nun mit ihm auf Augenhöhe diskutieren. Steinbrück wird versuchen, einen wirkungsvollen Treffer zu landen. Ob
ihm das gelingt?

FAZIT:

Zum Argumentationsverhalten der Akteure:

Angela Merkel agierte bei allen Problemen bislang eher defensiv. Sie argumentierte meist flexibel, passte Ihre Position den jeweiligen Gegebenheiten an: Deutschland darf keine Schulden-Union werden! Wir müssen damit rechnen, dass ihr ambivalentes, vorsichtiges Verhalten auch bei Ihren Aussagen am Duell dominiert.  Merkel wird auch im Duell eher zurückhaltend argumentieren.
Sie spielt mit der Karte "Erfahrung". Ich habe einmal gelesen: Angela Merkel lässt es menscheln.
Ich bin bei Ihr auf der Suche nach ihren typischen Floskeln nach Mutti-Art:
"Wir müssen mal schauen"
"Wir müssen das verbessern" (obwohl ja eigentlich alles gut sein soll..."seit ich Kanzlerin bin")



Peer Steinbrück hingegen muss den Spagat schaffen, aggressiv zu sein ohne die Kontrahentin zu verletzen. Offensiv zu argumentieren ohne verbal in einen neuen Fettnapf zu treten. Sein erstes Votum ist für mich aufschlussreich.
Steinbrücks Stärke: Die rhetorische Gewandtheit, Schlagfertigkeit. Er wird wahrscheinlich der Kanzlerin erneut vorwerfen, sie lulle die Bevölkerung ein, statt Probleme anzugehen. Sie verbreite eine trügerische Wohlfühlstimmung. Steinbrücks Anspruch ist es, die Ruder in die Hand zu nehmen, sich nicht weg zu ducken und den Kurs sofort zu bestimmen. Steinbrück wird sich bemühen, schlagfertig zu sein.

Zu den Themenblöcken:

AKTUELLES: Hier wird Syrien eine Rolle spielen

ARBEIT und SOZIALES

GELD und FINANZEN

SICHERHEIT


LINKS:

Ich musste vor Jahren Fotos von Angela Merkel analysieren:


Ausstellung im Museum für Gestaltung in Zürich: Kopf an Kopf - Politikerporträts, 31.10.2008 - 22.02.2009 "Kopf an Kopf - Politikerporträts" zeigt auf, welcher ...
www.rhetorik.ch/Politikerportraits/Politikerportraits.html

Beiträge über Steinbrück:

15. März 2009 ... Quelle: Schweizer Fernsehen vom 14. März. Ein schlitzohriger Peer Steinbrück meinte am 14. März, er wisse gar nicht von einer Liste, auf der ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/03_15/
27. Febr. 2013 ... Die Wahlen wurden auch in Deutschland kommentiert. Peer Steinbrück hat sich mit Bemerkungen wieder in die Schlagzeilen gebracht: ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/02_27/index.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
21. Aug. 2013 ... daten Peer Steinbrück, war nicht fähig, den deutschen Spitzenpolitiker davon abzuhalten, in zahlreiche Fettnäpfe zu treten. Wir erinnern uns an ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/13/08_21/sn.pdf
25. Okt. 2008 ... Der Deutsche Finanzminister Peer Steinbrück hat an einem Ministertreffen von 17 Mitgliedstaaten der OECD die Schweizer Steuerpraxis ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/08/10_25/
28. Sept. 2012 ... Die SPD hat sich für Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat entschieden. Ob die Karte Steinbrück für die SP stechen wird, ist aber noch nicht klar, ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/12/09_28/
28. Mai 2009 ... Nach sechs Stunden harter Verhandlungen verkündete Finanzminister Peer Steinbrück am Samstagmorgen, es sei "eine Lösung gefunden ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/05_28/
28. Mai 2012 ... Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück appellierte an die von SPD und Grünen regierten Bundesländer, das geplante ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/12/05_28/

Freitag, 30. August 2013

Aus MZ Bürgerreporter Zeitz




OB Dr. Volkmar Kunzes Fehlverhalten im Spiegel der internationalen Presse
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OB Dr. Volkmar Kunzes Fehlverhalten im Spiegel der internationalen Presse


Wolfgang Hädrich
von Wolfgang Hädrich aus Zeitz | vor 1 Tag | 81 mal gelesen
Eine Reihe von Fragen, die Dr. Volkmar Kunze noch immer nicht beantwortet hat, könnte der Auslöser für weitere Kampagnen gegen ihn werden. Das Schweizer Wirtschaftsmagazin der Kommunikation "persönlich" wird sich in seiner August/September-Nummer mit Vorgängen in Zeitz beschäftigen. Das Fazit des Beitrages "Mea culpa hilft nicht immer" von Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik, ... 

LINK:

28.08.2013

Mittwoch, 28. August 2013

Ueberzeugen dank....

Aus der Praxis für die Praxis:

Ueberzeugen auch in schwierigen Situationen, dank....

Zauberworte, die uns helfen, die Kommunikation im Alltag zu vereinfachen:

Wir können von Musikern lernen. Sie müssen UEBEN, SICH VOLL UND GANZ KONZENTRIEREN und auch vor einem grossen Publikum überzeugen.

Die Erfolgsformel der Klaviervirtuosin Sona Shaboyan








Wir hatten Gelegenheit, in der Tonhalle Zürich die gosse Klavier Virtuosin aus Armenien zu hören. Sie verzauberte das Publikum mit einem herrlichen reichhaltigen Repertoire - vor allem mit armenischer Klaviermusik.






Musik ist Kommunikation mit Hörbilder. In der verbalen Kommunikation wurde die Bildrhetorik neu entdeckt. Sona Shaboyan malte eigentlich auch Bilder - aber  Ton-Bilder. Der Abend machte uns bewusst, dass es bei den meisten Kommunikationsprozessen  darum geht,   stimmige Bilder in den Köpfen der Zuhörer zu erzeugen.

Der Abend in der Tonhalle bestätigte uns  noch ein anderes zentrales Erfolgsrezept, das auch bei allen Kommunikationsprozessen von zentraler Bedeutung ist:







Die Erfolgsformel der 100prozentigen Präsenz.



Die hoch begabte, preisgekrönte Pianistin sagte den Schlüsselsatz:




"Gute Musik entsteht nur, wenn der Künstler ganz bei sich ist."




Meine Frau Hildegard ergänzte:






"Gute Kommunikation entsteht nur, wenn der Redner ganz bei sich und der Sache ist!"



Heute geht es um folgende Zauberworte, die  Kommunikationsprozesse vereinfachen:

 

Die EINSTELLUNG



Bei der Einstellung geht es um die innere Haltung. Stimmt die innere Haltung mit dem überein, was wir denken, so stimmt die Stimme ebenfalls mit dieser Stimmung überein und der Körper sendet automatisch die Signale, die unserer Einstellung sendet.

Wir können nur überzeugen, wenn unsere EINSTELLUNG mit dem - was wir sagen - übereinstimmt!
Ich kann andere nur überzeugen, wenn ich selbst von meiner Aussage überzeugt bin.
Er ist erstaunlich, wie viel verziehen wird, wenn man die eigene Ueberzeugung - das Feux sacré - spürt. Mein Wunsch für den Alltag: Dran- bleiben und sich weiterhin Spiegel als Lernhelfer zu Nutze machen. Es gibt Hofnarren, denen ich vertrauen kann. Bestimmen Sie Ihre Hofnärrin oder Ihren Hofnarren. Um die Nachhaltigkeit zu sichern, gilt es nun: TUN - TUN - TUN (lernen Sie weiterhin praxis- und prozessorientiert )


Die VORBEREITUNG

ist die halbe Miete

START ZELEBRIEREN



Bei allen Kommunikationsprozessen lohnt es sich, vor Gesprächen, Auftritten immer zu kontrollieren, ob der Körper, die Muskeln, die Hände  locker sind.


Die Lockerheit des Körpers beeinflusst  die Lockerheit im Denken.


Dank dieser Lockerheit fliesst die Kommunikation.


Die Spannung im Stresszustand erkennen wir sofort im Gebiss-Hals bereich. Wer sich muskulär verspannt, blockiert auch das Denken.


Offene Haltung beim Sprechen





FAZIT: Beginnen Sie nie mit einer Scheinlockerheit. Nehmen wir uns  die Zeit, den Start  zu zelebrieren, bis wir muskulär locker sind! Selbstverständlich benötigen Sie immer auch eine gewisse Grundspannung. Es gibt bewährte Methoden oder Techniken, diese Lockerheit innert weniger Sekunden zu gewinnen.


Zur Haltung:
Geerdet STEHEN - zur Aussage STEHEN
WURzeln







Beim Kommunikationscoaching spielt die Haltung eine wichtige Rolle.


Es zeigt sich, wer geerdet da STEHT -  mit Bodenhaftung - der wird  auch besser verSTANDen.
Die Stimme klingt auf der senkrechten Wirbelsäule sonorer. Sie ist ausbalancierter.


Wer goundet (Begriff in den Staaten), wer geerdet da steht, signalisiert, dass er zu seiner Aussage STEHT.  Wer seinen STANDpunkt eindeutig vertritt, wird zwangsläufig auch besser verSTANDen.
(In unserem fachgerechten Coaching erkennen Sie, wie  die Energie- dank richtigem Verhalten - konkret  zum fliessen gebracht werden kann.

Fazit: Wer verankert ist, kann auch bei heiklen Kommunikationsprozessen verbale Stürme überstehen. 


17 Juni 2012
Nehmen Sie sich die Zeit, den Start zu zelebrieren, bis sie echt locker sind! Selbstverständlich benötigen Sie .... Die Bausteine (Start zelebrieren, die Erkenntnisse hinsichtlich Blickkontakt usw.) sind vielfach nicht bekannt.
10 Okt. 2010
Bausteine der Rhetorik (Start zelebrieren, antizipieren, klären, Antworten auf den Punkt bringen). - SINNVOLL kommunizieren (Sinne ansprechen). - Stärken und Defizite. - Argumentieren im Studio. - Mein LERNBILD für die ...
25 Nov. 2009
Die Bausteine (Start zelebrieren, die Erkenntnisse über den Blickkontakt usw.) waren für die meisten ungewohnt. Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg im Alltag! Wenn Sie mir nach einigen Wochen ein Echo zukommen lassen ...
23 Nov. 2012
Nehmen Sie sich die Zeit, den Start zu zelebrieren, bis sie echt locker sind! Selbstverständlich benötigen Sie immer auch eine gewisse Grundspannung. Es gibt bewährte Methoden oder Techniken, diese Lockerheit innert ...


FREUDE - KONZENTRATION - PRAESENZ

17. Febr. 2005 ... Die Münchner Violinistin Anne-Sophie Mutter und der Berliner Musikproduzent Martin Sauer sind mit dem Grammy geehrt worden. Bei der 47.
www.rhetorik.ch/Aktuell/05/02_17.html


VERSTAENDLICHKEIT

BALANCE ICH-DU

Die Zahl EINS:



Eine Kernbotschaft

So machen Sie die Kommunikation einzigartig: Sie nehmen nur eine Kernbotschaft Sie verknüpfen diese Botschaft mit nur
  • Einem Bild
  • Einer Analogie
  • Einer Geschichte
  • Einer Erzählung
  • Einem Beispiel
Reden Sie einfach und adressatengerecht, so dass Sie alle verstehen. Im Unterricht oder einer Diskussion stellen nur eine Frage. Wenn Sie vor mehreren Leuten reden, sprechen Sie immer nur mit einer Person länger als nur 5 Sekunden. Wenn Sie sich verändern und verbessern, arbeiten Sie jeweils nur an einem Lernpunkt oder Lernbild.

Sich auf einen Punkt, eine Sache konzentrieren können, bringt Erfolg. Dieses Fokussieren hat etwas mit Achtsamkeit zu tun und ist beim Zuhören wichtig.

Wenn Sie die Zahl Eins in der Kommunikation beherzigen, wird das Kommunizieren viel einfacher und Sie werden sehen: Ihr Ausdruck wird künftig einen Eindruck hinterlassen.


"Man kann gewiss nicht alles simpel sagen, aber man kann es einfach sagen. Und tut man das nicht, so ist das ein Zeichen, dass die Denkarbeit noch nicht beendet ist. Es gibt nur sehr, sehr wenige Dinge in der Welt, die sich der glasklaren Darstellung entziehen."

Die Kraft des BILDES

Bilder überzeugen mehr als Worte. Nur Worte, die Bilder auslösen wirken nachhaltig. Diese Erkenntnis wird bei Argumentation-, Überzeugungs- und vor allem ...
www.rhetorik.ch/Einbildung/Einbildung.html

Die KOSMISCHE (ganzheitliche) 

Wahrnehmung eines Dirigenten:


  1. knill blog

    3. Juni 2009 ... Helmuth Rilling arbeitet immer noch leidenschaftlich, .... 2007 trat Helmuth Rilling u. a. erneut in der New Yorker Carnegie Hall auf und ...
    knill.blogspot.com/.../kosmisches-wahrnehmen-gedanken-nach.html - Cached
  2. knill blog: 03.06.2009

    3. Juni 2009 ... Helmuth Rilling arbeitet immer noch leidenschaftlich, perfekt und voller Lebenskraft . ... Helmuth Rilling gelang es, mich mit den Solisten, ...
    knill.blogspot.com/2009_06_03_archive.html - Cached

13 Apr. 2012
Dies ist der Gründungsmythos eines weltberühmten Chores und des Mannes, der ihn bis heute leitet: Helmuth Rilling und die Gächinger Kantorei. Irgendwann blieb keine Zeit mehr für die automobile Gurkerei auf die Alb, ...
03 Feb. 2011
2007 trat Helmuth Rilling u. a. erneut in der New Yorker Carnegie Hall auf und . ... Helmuth Rilling arbeitet immer noch leidenschaftlich, perfekt und voller Lebenskraft . ... Helmuth Rilling gelang es, mich mit den Solisten, .
26 Okt. 2012
Helmuth Rilling, 1933 in Stuttgart geboren, ist Dirigent, Lehrer und Botschafter Bachs in der ganzen Welt. 1954 gründete Helmuth Rilling die Gächinger Kantorei, 1965 kam das Bach-Collegium Stuttgart als instrumentaler .
http://knill.blogspot.com/

Das heisst: Wir wirken ganzheitlich. Alles zusammen gibt ein Gesamtbild: Stimme, Inhalt, Körpersprache, Kleidung usw.  Ich wiederhole: Ausschlaggebend ist und bleibt unsere Einstellung. 

Wertvoller Nachtrag zum Selbststudium zur Vertiefung - falls Interesse (Text wird nicht gelöscht)

Motivation und
Aufmerksamkeit (Konzentration)


Lutz Jaencke


Prof. Dr. rer. nat. Lutz Jänke  hat einen Lehrstuhl für Neuropsychologie an der Universität Zürich. Er hielt an der Hochschule Rapperswil für die Dozenten ein beachtenswertes - aber auch beeindruckendes Inputreferat über das Thema "Vom HIRN zum LERNEN" gehalten.
Der Referent identifizierte sich mit seinen Botschaften.  Er sprach frei mit konkreten Beispielen und lebte vor, was es heisst, andere zu motivieren indem man  sich in die eigene Botschaft hinein versenkt.
In einem der vier nachfolgenden  Workshops moderierte ich die Thematik MOTIVATION und AUFMERKSAMKEIT (Es ging hier um die Frage: Was können wir aus dem gehörten Vortrag auf unseren Unterricht übertragen um die Lehrtätigkeit zu optimieren?)
Ich erlaube mir nachfolgend  ein paar  Gedanken und Stichworte aus diesem Workshop der Didaktikweiterbildung unstrukturiert zu beleuchten.

Zur MOTIVATION

Dies ist ein Bild

Was ist Motivation?

Quelle Wikipedia:

Motivation bezeichnet das auf emotionaler und neuronaler Aktivität (Aktivierung) beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Motivation steigert die Handlungsbereitschaft und ist somit eine „Triebkraft“ für Verhalten.[1] 


Die wichtigsten Regeln für erfolgreiche Motivation, die in Fachbüchern zu lesen ist:

  • Erkenne den Sinn des zu lernenden Stoffs!
  • Mache dir deine Ziele klar und behalte sie im Auge!
  • Teile dein Hauptziel in mehrere kleine und ebenso konkrete Zwischenziele ein!
  • Führe dir deine Teilerfolge vor Augen, und nimm dir die Zeit dich auch darüber zu freuen!
  • Versuche möglichst viele verschiedene Motive zur Verstärkung der Motivation einzusetzen!
  • Nutze auch extrinsische Anreize zur Motiva­tions­ver­stärkung, z.B. durch Belohnung!
  • Meide Motiva­tions­störungen!



Zur AUFMERKSAMKEIT

Was ist Aufmerksamkeit?





Ich zitiere Werner Stangl:

Wenn man von Aufmerksamkeit spricht, meint man im allgemeinen die selektive (gerichtete oder fokussierte) Aufmerksamkeit. Diese bezeichnet die selektive oder fokussierte Aufmerksamkeit auf relevante Reize bei gleichzeitiger Unterdrückung von Störreizen und entspricht dem Begriff der Konzentrationsfähigkeit. Darunter wird die Tatsache verstanden, dass Menschen Informationen gezielt auswählen, ihre geistige Anstrengung unter einer Zielsetzung bündeln und nicht Dazugehöriges außer Acht lassen. Diese Form der Aufmerksamkeit bezeichnet die Fähigkeit, stetig und zielgerichtet einer Aufgabe nachzugehen und konkurrierende Handlungstendenzen (z.B. Tagträumen, eine neue Tätigkeiten aufnehmen) zu unterlassen.
In anderer Formulierung ist selektive oder fokussierte Aufmerksamkeit die Fähigkeit, rasch und richtig auf relevante Reize zu reagieren und sich nicht von irrelevanten Aspekten einer Aufgabe oder von Störreizen ablenken zu lassen, die rasche Selektionsprozesse auf der Reiz- und/oder auf der Reaktionsseite erfordern. Relevant sind hier auch Arbeitsgedächtnisprozesse zur Abspeicherung der Stimulusbedingungen und die Fähigkeit des Probanden, Reaktionen auf Störreize aktiv zu unterdrücken. Testpsychologisch werden oft Durchstreichtests (z.B. Test d2 Aufmerksamkeits-Belastungs-Test) und Wahl-Reaktions-Aufgaben zur Untersuchung dieses Aspekts der selektiven Aufmerksamkeit verwendet.
Man kann einerseits die Aufmerksamkeit von innen heraus durch zentrale Kommandos verschieben, andererseits reagiert das Aufmerksamkeitssystem auch von selber, wenn beispielsweise in der Peripherie des visuellen Gesichtsfeldes ein Reiz auftaucht, dann zieht er automatisch die Aufmerksamkeit auf sich. Gleichzeitig gehen im gesamten Gesichtsfeld, besonders im kollateralen, die Reizschwellen für die Wahrnehmung von konkurrierenden Reizen in die Höhe. Auf diese Weise lässt sich die Aufmerksamkeit hin- und herschieben. Selektive Aufmerksamkeit umfasst demnach die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit aktiv auf eine Reizquelle zu richten und dabei relevante Aspekte zu erfassen und irrelevante Aspekte zu unterdrücken (z.B. bei einer langen Buchstabenreihe alle "d", "b" und "q" zu markieren, wie es in einem bekannten Konzentrationstest auch verlangt wird, s.u.).

Konzentration ist somit gerichtete Aufmerksamkeit im Sinne der selektiven Aufmerksamkeit und meint eine kurzzeitige, mehrere Minuten dauernde, aktive Hinwendung und Einschränkung der Aufmerksamkeit, wobei selektiv relevante Merkmale einer gegebenen Aufgabe erfasst werden, irrelevante dagegen unterdrückt werden müssen.
Selektive Aufmerksamkeit besteht in der Fähigkeit, einen spezifischen Realitätsausschnitt zu isolieren, um ihn einer differenzierteren Analyse zu unterziehen. Dabei ist es erforderlich, den Fokus auch unter ablenkenden Bedingungen aufrechtzuerhalten und die Interferenz durch parallel ablaufende, automatische Verarbeitungsprozesse zu unterdrücken.

In anderer Formulierung ist selektive oder fokussierte Aufmerksamkeit die Fähigkeit, rasch und richtig auf relevante Reize zu reagieren und sich nicht von irrelevanten Aspekten einer Aufgabe oder von Störreizen ablenken zu lassen, die rasche Selektionsprozesse auf der Reiz- und/oder auf der Reaktionsseite erfordern. Relevant sind hier auch Arbeitsgedächtnisprozesse zur Abspeicherung der Stimulusbedingungen und die Fähigkeit des Probanden, Reaktionen auf Störreize aktiv zu unterdrücken.









Aufmerksamkeit Konzentration

(Illustration aus Stangels Arbeitsblättern)

Wertvolle Hörfrüchte(aufgrund des Referates):


- Der Mensch ist im Grunde genommen der grösste Motivationsverstärker
- Erfolg motiviert
- Nur wer selbst motiviert ist, kann motivieren
- WIEDERHOLUNG ist die "Mutter des Lernens"
- Emotionen beeinflussen  Lernprozesse
- Wenn der Lernstoff uns selbst betrifft und er uns interessiert,  sind wir eher motiviert
- Vernetztes Lernen ist zentral wichtig! Es gilt Informationen zu verknüpfen:
WER, WANN, WO, MIT WEM, WAS MACHT
Verknüpftes Lernen ist zwar  mühsamer, lohnt sich aber langfristig
- Multitasking und das Switchen zwischen  Netzwerken behindert die Konzentration und das Lernen
- Wir müssen laufend entscheiden, was WICHTIG ist
-  Reduktion ist eine Kunst
- Weniger ist mehr
- Sich KONZENTRIEREN ist übrigens  lern- und trainierbar
- Es gilt aber auch, UNWICHTIGES zu vergessen

 LINKS:


ZUR MOTIVATION  und AUFMERKSAMKEIT:



20. Juni 2005 ... Praesent sein. ... Dabei jedes Mal 100 prozentig präsent zu sein. Medientraining ist ein Muss Piloten können fliegen - dennoch verbessern sie ...
Deshalb bleiben Sie stets präsent und natürlich. Wenn Sie immer 100%ig präsent sind - das Zuhören, Denken und Sprechen hat stets Priorität - müssen Sie sich ...
5. Mai 2012... Festigung der erworbenen Erkenntnisse. Denn das wichtigste vor einem Auftritt bleibt Bin ich locker? Bin ich Präsent? Habe ich Lust für den ...
www.rhetorik.ch/EEE/EEE.html


Andere motivieren - sich selbst motivieren; aber wie? Manche Bewerber werden nicht eingestellt, weil sie nicht anders eingestellt sind. [PDF] ...
www.rhetorik.ch/Motivation/Motivation.html
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SVB-BIBLIOGRAFIE. Andere motivieren, sich selbst motivieren – aber wie? Manche Bewerber werden nicht eingestellt, weil sie nicht anders einge- stellt sind.
... wir teilen die Meinung, dass dieser Erfolg auf andere Kräfte zurückzuführen ist. ... nicht nur: "Eiserner Wille" , "Glaube an den Erfolg" oder "Selbstmotivation".
Verbesserung durch Motivation
Wollen wir den Veränderungsprozess beschleunigen, muss die betroffene Person motiviert sein, das eigene Verhalten selbst zu verbessern. Ob Beratung ...
Werden Mängel selbst erkannt, kommt es viel schneller zu den erwünschten ... Einsicht braucht es zudem weniger Überzeugungs oder Motivationsarbeit. ... Die Selbstkritikfähigkeit musste nicht wie bei anderen Institutionen mühsam erarbeitet ...


Andere motivieren - sich selbst motivieren; aber wie? Manche Bewerber werden nicht eingestellt, weil sie nicht anders eingestellt sind. [PDF] ...
www.rhetorik.ch/Motivation/Motivation.html







M. Knill, Brevier 'Führen - aber wie? ... Leistungsmotivation; Soziale Faktoren; Einstellung zur Sache; Erreichbarkeit des Ziels; Bewältigungsanreiz; Neuartigkeit ...
www.rhetorik.ch/Fuhrenaberwie/Motivation.html