Montag, 20. August 2012

Ringier muss sich entschuldigen

Entschuldigung


Im Zuge der vorübergehenden Verhaftung von Herrn Carl Hirschmann im Jahre 2009 haben wir zahlreiche Artikel in den Publikationen der Blick-Gruppe publiziert, gegen welche Herr Hirschmann gerichtlich vorgegangen ist. In diesen Artikeln wurden teilweise unzutreffende Vorwürfe verbreitet, die sich auf Behauptungen anonymer Informanten stützten oder in der Weitergabe blosser Gerüchte bestanden. Soweit sich diese Vorwürfe als falsch erwiesen, bedauern wir dies und nehmen sie ausdrücklich zurück.

 Die Berichterstattung hat zudem durch ihre Intensität die Persönlichkeitsrechte von Herrn Hirschmann verletzt. Wir entschuldigen uns dafür bei Herrn Hirschmann.

Für die Ringier AG, Ralph Grosse-Bley

Kommentar: Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Verlag für eine journalistische Fehlleistung entschuldigen muss.  Es ist wichtig, dass die Entschuldigung ebenfalls prominent (in diesem Fall auf der Frontseite des Sonntag-Blicks) publiziert werden musste. Ich gehe davon aus, dass Hirschmann - dank seiner besten Anwälten und nicht zuletzt dank seiner Finanzkraft - diese Korrektur ("Gegendarstellung") erwirken konnte.
Thomas Borer wurde in seinem Fall eine enorme Summe bezahlt. Ueber die Höhe der Entschädigung wurde bislang nur spekuliert.


Sonntag, 19. August 2012

Hitze - Hitze - Hitze



Heiss - heisser - noch heisser?


Pedalos tummeln sich auf dem Züri-See.

Motivation und
Aufmerksamkeit (Konzentration)

Lutz Jaencke


Prof. Dr. rer. nat. Lutz Jänke  hat einen Lehrstuhl für Neuropsychologie an der Universität Zürich. Er hielt diese Wochean der Hochschule Rapperswil für die Dozenten ein beachtenswertes - aber auch beeindruckendes Inputreferat über das Thema "Vom HIRN zum LERNEN" gehalten.
Der Referent identifizierte sich mit seinen Botschaften.  Er sprach frei mit konkreten Beispielen und lebte vor, was es heisst, andere zu motivieren indem man  sich in die eigene Botschaft hinein versenkt.
In einem der vier nachfolgenden  Workshops moderierte ich die Theamtik MOTIVATION und AUFMERKSAMKEIT (Es ging hier um die Frage: Was können wir aus dem gehörten Vortrag auf unseren Unterricht übertragen um die Lehrtätigkeit zu optimieren?)
Ich erlaube mir nachfolgend  ein paar  Gedanken und Stichworte aus diesem Workshop der Didaktikweiterbildung unstrukturiert zu beleuchten.

Zur MOTIVATION

Dies ist ein Bild

Was ist Motivation?

Quelle Wikipedia:

Motivation bezeichnet das auf emotionaler und neuronaler Aktivität (Aktivierung) beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten. Motivation steigert die Handlungsbereitschaft und ist somit eine „Triebkraft“ für Verhalten.[1] 


Die wichtigsten Regeln für erfolgreiche Motivation, die in Fachbüchern zu lesen ist:
  • Erkenne den Sinn des zu lernenden Stoffs!
  • Mache dir deine Ziele klar und behalte sie im Auge!
  • Teile dein Hauptziel in mehrere kleine und ebenso konkrete Zwischenziele ein!
  • Führe dir deine Teilerfolge vor Augen, und nimm dir die Zeit dich auch darüber zu freuen!
  • Versuche möglichst viele verschiedene Motive zur Verstärkung der Motivation einzusetzen!
  • Nutze auch extrinsische Anreize zur Motiva­tions­ver­stärkung, z.B. durch Belohnung!
  • Meide Motiva­tions­störungen!



Zur AUFMERKSAMKEIT

Was ist Aufmerksamkeit?





Ich zitiere Werner Stangl:

Wenn man von Aufmerksamkeit spricht, meint man im allgemeinen die selektive (gerichtete oder fokussierte) Aufmerksamkeit. Diese bezeichnet die selektive oder fokussierte Aufmerksamkeit auf relevante Reize bei gleichzeitiger Unterdrückung von Störreizen und entspricht dem Begriff der Konzentrationsfähigkeit. Darunter wird die Tatsache verstanden, dass Menschen Informationen gezielt auswählen, ihre geistige Anstrengung unter einer Zielsetzung bündeln und nicht Dazugehöriges außer Acht lassen. Diese Form der Aufmerksamkeit bezeichnet die Fähigkeit, stetig und zielgerichtet einer Aufgabe nachzugehen und konkurrierende Handlungstendenzen (z.B. Tagträumen, eine neue Tätigkeiten aufnehmen) zu unterlassen.
In anderer Formulierung ist selektive oder fokussierte Aufmerksamkeit die Fähigkeit, rasch und richtig auf relevante Reize zu reagieren und sich nicht von irrelevanten Aspekten einer Aufgabe oder von Störreizen ablenken zu lassen, die rasche Selektionsprozesse auf der Reiz- und/oder auf der Reaktionsseite erfordern. Relevant sind hier auch Arbeitsgedächtnisprozesse zur Abspeicherung der Stimulusbedingungen und die Fähigkeit des Probanden, Reaktionen auf Störreize aktiv zu unterdrücken. Testpsychologisch werden oft Durchstreichtests (z.B. Test d2 Aufmerksamkeits-Belastungs-Test) und Wahl-Reaktions-Aufgaben zur Untersuchung dieses Aspekts der selektiven Aufmerksamkeit verwendet.
Man kann einerseits die Aufmerksamkeit von innen heraus durch zentrale Kommandos verschieben, andererseits reagiert das Aufmerksamkeitssystem auch von selber, wenn beispielsweise in der Peripherie des visuellen Gesichtsfeldes ein Reiz auftaucht, dann zieht er automatisch die Aufmerksamkeit auf sich. Gleichzeitig gehen im gesamten Gesichtsfeld, besonders im kollateralen, die Reizschwellen für die Wahrnehmung von konkurrierenden Reizen in die Höhe. Auf diese Weise lässt sich die Aufmerksamkeit hin- und herschieben. Selektive Aufmerksamkeit umfasst demnach die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit aktiv auf eine Reizquelle zu richten und dabei relevante Aspekte zu erfassen und irrelevante Aspekte zu unterdrücken (z.B. bei einer langen Buchstabenreihe alle "d", "b" und "q" zu markieren, wie es in einem bekannten Konzentrationstest auch verlangt wird, s.u.).

Konzentration ist somit gerichtete Aufmerksamkeit im Sinne der selektiven Aufmerksamkeit und meint eine kurzzeitige, mehrere Minuten dauernde, aktive Hinwendung und Einschränkung der Aufmerksamkeit, wobei selektiv relevante Merkmale einer gegebenen Aufgabe erfasst werden, irrelevante dagegen unterdrückt werden müssen.
Selektive Aufmerksamkeit besteht in der Fähigkeit, einen spezifischen Realitätsausschnitt zu isolieren, um ihn einer differenzierteren Analyse zu unterziehen. Dabei ist es erforderlich, den Fokus auch unter ablenkenden Bedingungen aufrechtzuerhalten und die Interferenz durch parallel ablaufende, automatische Verarbeitungsprozesse zu unterdrücken.

In anderer Formulierung ist selektive oder fokussierte Aufmerksamkeit die Fähigkeit, rasch und richtig auf relevante Reize zu reagieren und sich nicht von irrelevanten Aspekten einer Aufgabe oder von Störreizen ablenken zu lassen, die rasche Selektionsprozesse auf der Reiz- und/oder auf der Reaktionsseite erfordern. Relevant sind hier auch Arbeitsgedächtnisprozesse zur Abspeicherung der Stimulusbedingungen und die Fähigkeit des Probanden, Reaktionen auf Störreize aktiv zu unterdrücken.









Aufmerksamkeit Konzentration

(Illustration aus Stangels Arbeitsblättern)

Wertvolle Hörfrüchte aus der Tagung (aufgrund des Referates):

- Der Mensch ist im Grunde genommen der grösste Motivationsverstärker
- Erfolg motiviert
- Nur wer selbst motiviert ist, kann motivieren
- WIEDERHOLUNG ist die "Mutter des Lernens"
- Emotionen beeinflussen  Lernprozesse
- Wenn der Lernstoff uns selbst betrifft und er uns interessiert,  sind wir eher motiviert
- Vernetztes Lernen ist zentral wichtig! Es gilt Informationen zu verknüpfen:
WER, WANN, WO, MIT WEM, WAS MACHT
Verknüpftes Lernen ist zwar  mühsamer, lohnt sich aber langfristig
- Multitasking und das Switchen zwischen  Netzwerken behindert die Konzentration und das Lernen
- Wir müssen laufend entscheiden, was WICHTIG ist
-  Reduktion ist eine Kunst
- Weniger ist mehr
- Sich KONZENTRIEREN ist übrigens  lern- und trainierbar
- Es gilt aber auch, UNWICHTIGES zu vergessen


 LINKS:


ZUR MOTIVATION  und AUFMERKSAMKEIT:



20. Juni 2005 ... Praesent sein. ... Dabei jedes Mal 100 prozentig präsent zu sein. Medientraining ist ein Muss Piloten können fliegen - dennoch verbessern sie ...
www.rhetorik.ch/Praesent/Praesent.html
Deshalb bleiben Sie stets präsent und natürlich. Wenn Sie immer 100%ig präsent sind - das Zuhören, Denken und Sprechen hat stets Priorität - müssen Sie sich ...
www.rhetorik.ch/Auftreten/Fernsehen.html
5. Mai 2012... Festigung der erworbenen Erkenntnisse. Denn das wichtigste vor einem Auftritt bleibt Bin ich locker? Bin ich Präsent? Habe ich Lust für den ...
www.rhetorik.ch/EEE/EEE.html


Andere motivieren - sich selbst motivieren; aber wie? Manche Bewerber werden nicht eingestellt, weil sie nicht anders eingestellt sind. [PDF] ...
www.rhetorik.ch/Motivation/Motivation.html
Dateiformat: PDF/Adobe Acrobat
SVB-BIBLIOGRAFIE. Andere motivieren, sich selbst motivieren – aber wie? Manche Bewerber werden nicht eingestellt, weil sie nicht anders einge- stellt sind.
www.rhetorik.ch/Motivation/svb_motivation.pdf
... wir teilen die Meinung, dass dieser Erfolg auf andere Kräfte zurückzuführen ist. ... nicht nur: "Eiserner Wille" , "Glaube an den Erfolg" oder "Selbstmotivation".
www.rhetorik.ch/Erfolgsregeln/Erfolgsregeln.html
Verbesserung durch Motivation
Wollen wir den Veränderungsprozess beschleunigen, muss die betroffene Person motiviert sein, das eigene Verhalten selbst zu verbessern. Ob Beratung ...
www.rhetorik.ch/Verbesserung/Motivation.html
Werden Mängel selbst erkannt, kommt es viel schneller zu den erwünschten ... Einsicht braucht es zudem weniger Überzeugungs oder Motivationsarbeit. ... Die Selbstkritikfähigkeit musste nicht wie bei anderen Institutionen mühsam erarbeitet ...
www.rhetorik.ch/Verbesserung/Selbstkritik.html


Andere motivieren - sich selbst motivieren; aber wie? Manche Bewerber werden nicht eingestellt, weil sie nicht anders eingestellt sind. [PDF] ...
www.rhetorik.ch/Motivation/Motivation.html








M. Knill, Brevier 'Führen - aber wie? ... Leistungsmotivation; Soziale Faktoren; Einstellung zur Sache; Erreichbarkeit des Ziels; Bewältigungsanreiz; Neuartigkeit ...
www.rhetorik.ch/Fuhrenaberwie/Motivation.html




















Samstag, 18. August 2012




Tortour war  eine Tortur

Tortour

Blick, NZZ und AZ Medien am Start

‎
persoenlich.com - vor 2 Tagen
Auf tortour.ch heisst es, dass der Veloausflug rund zwei Tage dauere. ... Darunter sind Tortour-Wiederholungstäter wie Peter Röthlisberger ...




Ich zitiere 20 Min:

Tortur bedeutet Folter und Qualen

Barbarisch geht es am Non-Stop-Radrennen Tortour zu und her, bei dem die Athleten bei tropischen Temperaturen in die Pedale treten, bis die gleissende Sonne untergeht – und noch weiterstrampeln, wenn sie am Morgen wieder am Horizont erscheint.
Zwischen Donnerstag und Freitagnacht sind die Teilnehmer in Neuhausen am Rheinfall gestartet, um 1000 Kilometer und 13000 Höhenmeter ohne Pause zu absolvieren. Auch diese Radfahrer dürften anschliessend wissen, weshalb Tortur im Duden mit «Folter; Qual» übersetzt wird.
Nicht nur Sportmuffeln dürfte sich angesichts dieser Fakten die Frage stellen, wer sich das freiwillig antut. Die Antwort darauf bleiben uns die Athleten bis zur Zieleinfahrt schuldig. Danach dürfen sie aber zu Recht von sich behaupten, durch die Hölle gegangen zu sein. 














DIE STRECKE.





Für Grossansicht auf Bild klicken (Kartenmaterial BING)
Detailangaben Strecken und GPS-Tracks siehe weiter unten.





Eingriff in die Werbefreiheit oder Gesundheitsförderung?




Gruselfotos statt Logos: Australien verbannt die Markenaufdrucke von den Zigarettenpackungen.

Quelle TAGi online:

1/4 Schockfoto statt Markenlogo: Bald kommen die Zigarettenpackungen in Australien in diesem und ähnlichen Looks daher.
Bild: Keystone

   

Ist vehement gegen ein Werbeverbot bei legal käuflichen Produkten: Frank Bodin, Chef der Werbeagentur Euro RSCG Schweiz. (Bild: Keystone )

Ab Dezember gibt es in Australien nur noch einheitliche Zigarettenpackungen ohne Markenaufdruck: Sie zeigen Schockfotos von Gesundheitsschäden, die durch das Rauchen entstehen. Dazu warnen riesige Schriftzüge vor den Folgen des Rauchens. Ganz klein und unauffällig steht der Name der Zigarettenmarke – ihr Logo prangt nirgends mehr. Ab Dezember ist dies in Australien Realität: Markenaufdrucke auf Zigarettenpackungen sind nicht mehr erlaubt. Damit haben Tabakfirmen keine Werbemöglichkeit mehr in Down Under.
Die Marktführer Philip Morris und British American Tobacco klagten vergebens gegen das Gesetz. Sie sind der Ansicht, dass der Wert ihrer Markenzeichen durch die Vorschriften zerstört werde. Wie wirken sich solche Regeln auf Marken aus? Der Schweizer Werber Frank Bodin, Chef der Werbeagentur Euro RSCG Schweiz, im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Was bedeutet es für den Konsumenten, wenn alle Zigarettenpackungen im Regal gleich aussehen?

Dann kauft er einfach nur noch Tabak. Wenn sich die Packungen nicht mehr voneinander unterscheiden, wird der Preis des Produkts ausschlaggebend. So neigen die Konsumenten dazu, nur noch das billigste zu kaufen. Ist die Marke nicht mehr erkennbar, geht ein Stück Identifikation verloren. Die Treue zur Marke ist sehr gross, der Konsument identifiziert sich mit ihr und sie bietet Orientierung. Es geht sowohl um materielle als auch emotionale Eigenschaften des Produkts, hier schwingt ein bestimmter Lifestyle mit. Das gilt auch für andere Produkte.

Was bedeutet das komplette Werbeverbot für die Zigarettenhersteller?
Es ist eine Kastration der Unternehmen. Sie können die Qualität und den emotionalen Mehrwert ihrer Marken nicht mehr kommunizieren. Immerhin bleiben ihnen die Raucher treu, die von ihnen bereits die bevorzugte Zigarettenmarke kaufen. Das Verbot schadet vor allem kleineren Firmen oder solchen mit neuen Marken. Weil sie nicht so etabliert sind wie die Grossen, können sie kaum in den Markt eintreten. Es wird eine grobe Wettbewerbsverzerrung geben.

Falls das Logoverbot auf Schweizer Zigarettenpackungen kommen sollte: Welche anderen Werbemöglichkeiten gibt es?

Es kommt darauf an, was mit dem Verbot noch alles käme. In der Schweiz gibt es momentan diverse Werbeverbote für Zigaretten und Alkohol. Trotzdem ist es möglich, die Zigarettenmarken an den Mann respektive an die Frau zu bringen, etwa an Events oder in Clubs.

Kann ein Werbeverbot Jugendliche vom Rauchen abhalten, die sich noch nicht auskennen bei den Zigarettenmarken?
Nur bedingt. Junge rauchen oft, um dazuugehören. In diesem Fall spielt der Gruppendruck noch eine grössere Rolle als die Zigarettenmarke.


KOMMENTAR:
Die Schockwerbung hat bis jetzt wenig gebracht. Es bringt mehr, die Leute aktiv für ein gesundes Leben zu motivieren. Eine grundsätzliche Raucherdebatte kann mehr bewirken als Verbote.

LINKS:

7. Sept. 2009 ... Eine von der Hamburger Kommunikationsagentur "das comitee" konzipierte Kampagne hat den Slogan "Aids ist ein Massenmörder" und ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/09_07/index.html
19. Juli 2009 ... Dass das Provozieren und Schockieren Aufmerksamkeit weckt, ist unbestritten. Das allein genügt noch nicht. Gute Werbung ist ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/09/07_19/index.html
12. Juni 2002 ... Zudem fügte er bei, dass mit so einer Schockwerbung die ganze ... Die Antitabakbewegung will hingegen auf ihre Schockwerbung nicht ...
www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Jun_12_2002.html

Freitag, 17. August 2012

Steuerstreit Deutschland-Schweiz-
Zu den illegalen Daten CD Beschaffungen:

HEHLEN ist STEHLEN

Wenn Deutschland gestohlene Daten kauft, machen sich die Beschaffer der Hehlerei schuldig. Denn:

Unter Hehlerei versteht man eindeutig den Handel mit Sachen, die gestohlen oder unterschlagen wurden und sich nicht im Eigentum der Handelnden befinden.

Es ist erstaunlich und unverständlich, dass deutsche Politiker Hehlerei gutheissen können. Immerhin ermahnte wenigstens Aussenminister Westerwelle öffentlich, Deutschland müsse von kriminellen Handlungen die Finger lassen.



Guido Westerwelle bezeichnete in einem Interview in der BILANZ die Daten-CD-Käufe als "unappetitlich und fragwürdig".
"Diese Geschäftspraktiken müssen beendet werden. Mein Appell an die Bundesländer ist, diesen Handel mit DIEBESGUT überflüssig zu machen, indem das Steuerabkommen schnellmöglich ratifiziert wird."



Westerwelle kann sich nicht vorstellen, dass sich die Bundesländer auf Dauer lieber Dieben ihr Diebesgut vergolden möchten, als vernünftige Wege einzuschlagen.


Kommentar:
Es dauerte zu lange bis ein Politiker den Mut hatte, die kriminellen Handlungen der Bundesländer beim Namen zu nennen.

Nachtrag aus TAGI-online:

Lange hat der Bundesrat geschwiegen zu den gegenseitigen Anschuldigungen, die im Rahmen des Steuerstreits zwischen der Schweiz und Deutschland geäussert wurden. Erstmals verurteilt jetzt ein Regierungsmitglied die Aussage von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der den Schweizer Banken «organisierte Kriminalität» vorwarf, in aller Deutlichkeit.

Verteidigungsminister Ueli Maurer sagt im Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» (zur Artikelvorschau): «Es ist ungehörig von einem Staat, dermassen über die Schweiz oder die Schweizer Banken herzuziehen.» Es sei gut, dass die SVP fordere, die Schweiz dürfe keinen neuen Vertrag mit Deutschland mehr abschliessen. Ein mögliches Scheitern des Steuerabkommens im deutschen Parlament kommentiert Maurer im Interview so: «Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein» – die Deutschen wären die Verlierer.

«Der Gipfel der Bigotterie»

Auch im Finanzministerium wurden die SPD-Attacken offenbar empört zur Kenntnis genommen. Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf dürfte laut dem Bericht des «Sonntag» demnächst in einem grossen deutschen Medium zu einem Konter ansetzen. UBS-Präsident Axel Weber hat im deutschen «Handelsblatt» die Vorwürfe des kriminellen Verhaltens bereits zurückgewiesen, und jetzt spricht auch Ex-UBS-Chef Oswald Grübel Klartext. In seiner «Sonntag»-Kolumne schreibt er: «Jeder Ausländer, auch Schweizer, kann in Deutschland ein Konto eröffnen, ohne dass er gefragt wird, ob die Gelder versteuert sind.» Das sei «der Gipfel der Bigotterie».
Die deutsche Zeitschrift «Focus» verbreitete gestern neue Verunsicherung (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete): Die Schweiz biete Deutschland nun Kompromisse im Steuerstreit an. Das Finanzdepartement in Bern dementierte dies allerdings gegenüber dem «Sonntag».