Dienstag, 27. September 2011

Aussergewöhnlicher September

Es lebe der Altweibersommer!

Ich geniesse jeden dieser milden Spätsommertage.

Die Wetterjammerer

haben derzeit keine Hochkonjunktur.

Ich zitiere:

Thomas Wirnsperger … nennt man bei uns den Herbst. Zumindest dann, wenn die Sonnen ungetrübt vom Himmel strahlt – so wie während der gesamten letzten Woche. Woher der Name genau kommt, weiß ich nicht. Allerdings erhielt ich dazu einmal folgende Erklärung: Im Herbst ziehen die Spinnen mit dem Wind besonders lange Fäden. Diese glänzen dann in der Herbstsonne silbrig wie das Haar von alten Frauen … Na ja, durchaus eine plausible Erklärung. Für mich steht der Herbst auf jeden Fall als Inbegriff für herrliche Wanderungen voller Farbenpracht und mit unendlicher Fernsicht.

Spinnenetz als Zeichen des Altweibersommers
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Spinnennetz mit Tautropfen

Kommentar:

Wir haben soeben drei Tage des milden Altweibersommers im Wallis in unserem Refugium geniessen dürfen.

 

Unterbrechungstaktik dürfte nicht zur Marotte verkommen

Persönlich bin ich nicht der Meinung, dass wir bei Dialogen nicht unterbrechen dürfen. Unterbrechung ist erlaubt bei Langsprechern oder wenn der Partner nicht auf den Punkt kommt. Die Unterbrechungstaktik kann auch zur Irritation des Gegners eingesetzt werden. Schon bei der ersten Sendung Schawinski wies ich auf das zu penetrante Unterbrechen hin und vertrat die Meinung, die Sendung müsse nun langfristig beobachtet werden, um ein verbindlicheres Urteil zu fällen. Der SF Publikumsrat fällte nun dieses Urteil:

 

Ich zitiere 20 Min:


 

SF-Publikumsrat kritisiert Schawinski

Die Talkshow von Roger Schawinski steht in der Kritik. Laut dem Publikumsrat lasse er seine Gäste kaum zu Wort kommen.


Das hohe Talk-Tempo der Sendung «Schawinski» stiess im Publikumsrat des Schweizer Fernsehens auf Kritik. Roger Schawinski lasse seine Gäste kaum aussprechen und behalte stets die Überhand, wodurch zwar viele Themen angeschnitten, aber nicht vertieft werden.




Gewünscht wird, dass sich Schawinski künftig stärker zurückhält und seinen Gästen mehr Raum gewährt. Eine positive Entwicklung in diese Richtung sei bereits nach drei Sendungen erkennbar, so die mehrheitliche Meinung der Ratsmitglieder. Die Spannung und Intensität der Sendung, mit der sich «Schawinski» deutlich von anderen Talk-Sendungen von SRF abhebe, wird aber durchwegs geschätzt und als wertvolle Ergänzung im SRF-Programm beurteilt, so der Rat in einer Medienmitteilung.
Der Publikumsrat ist laut Eigendeklaration ein beratendes Organ, das die Programmentwicklung und die Programmarbeiten von Schweizer Radio und Fernsehen begleitet und durch Feststellungen, Vorschläge und Anregungen unterstützt. Er verfügt aber über keinerlei Weisungsbefugnis.

Freitag, 23. September 2011

Kravalle und Medien


Die Event-Chaoten freuen sich, wenn sie zu Hause am Bildschirm ihre Aktionen nochmals bewundern können. Deshalb gibt es Stimmen, die möchten solche Bilder lieber totschweigen. Die Medien haben jedoch eine Informationspflicht. Was tun?


Roger Blum findet in einem Tagi Interview (Mein Kommentar GELB):

 



Die Krawalle in Zürich sind derzeit ein grosses Thema. Bereits wird die nächste illegale Party angekündigt. Haben Medien die Pflicht, das zu melden oder sollten sie darauf verzichten, um dem Anlass nicht noch mehr Publizität zu verleihen?


Zwei Grundsätze stehen sich gegenüber. Einerseits sollen die Medien berichten, nicht schweigen. Es ist ihre Aufgabe, relevante Informationen weiterzugeben und nicht zurückzuhalten. Sie müssen vor allem begründen können, warum sie über etwas nicht berichten. Es gehört zur Grundaufgabe der Medien, die Krawalle kritisch zu behandeln und zu reflektieren. Andererseits sollen Medien Gewalt nicht fördern oder gar verherrlichen. Wenn ein Medium detailliert bekannt gibt, wann und wo eine solche Veranstaltung stattfindet, dann wirkt das wie ein Plakat. In einem solchen Fall kann man sich vorwerfen lassen, dass man zur Gewalt beitrage.


Kommentar: Medien dürfen relevante Informationen nicht verschweigen. Wenn sie jedoch auf Gewaltaktionen mit Ort und Datum hinweisen, so müssen sie sich bewusst sein, dass sie zu Steigbügelhaltern der Akteure werden.


Am Samstag erhielten alle, die die Tagi-App aktiviert hatten, eine Push-Meldung, als die Krawalle ausbrachen. Dadurch bestand die Möglichkeit, dass Junge spontan an den Ausschreitungen teilnahmen. Ist ein solches Risiko gerechtfertigt oder sollte man auf solche Pushs verzichten?


Eine solche Nachricht hat nicht nur einen Wert für potenzielle Krawall-Teilnehmer. Es ist auch eine wichtige Information für all die Leute, welche die Gegend meiden wollen – ähnlich wie Autofahrer, die vor einem Stau am Gotthard gewarnt werden wollen. Deshalb ist der Nachrichtenwert hoch.



Kommentar: Informationen während der Gewalttaten, die relevant sind für die Bevölkerung, gehören zur Informationspflicht. Der Nachrichtenwert ist gross.


Überwiegt der Nachrichtenwert das Risiko, Krawallanten möglicherweise «anzulocken»?


Die Empfänger der Push-Nachrichten sind ein sehr gemischtes Publikum. Neben der relativ kleinen Gruppe, welche von den Krawallen angezogen wird, ist die Gruppe jener, die sich für die Information interessiert, um nicht in die Ausschreitungen zu geraten, ungleich grösser. Deshalb überwiegt der Nachrichtenwert klar.


Solche Ereignisse liefern jeweils viel Bildmaterial. Sollen diese Fotos gezeigt werden?


Hier gilt das Gebot der Zurückhaltung. Bei Horror-Bildern von Schwerverletzten oder gar Toten und solchen, die die Würde des Menschen herabsetzen, ist grösste Zurückhaltung geboten. Wenn aber Autos umgekippt werden oder Container brennen, dann kann das bei den einen Begeisterung, bei den andern aber Entsetzen auslösen. Es ist auf jeden Fall eine allgemeine Information, die zunächst neutral ist. Ein solches Bild zeigt: «So ist es passiert.»


Kommentar: Bei den 1. Mai Unruhen wurden früher die Gewalttaten der Autonomen ausgeklammert - die Einsätze der Polizei mit Filmsequenzen hingegen mit Nahaufnahmen (Gummigeschosse, Tränengaseinsätze, Verhaftungen, verletzte Chaoten) gezeigt hatten. Die Polizei sah sich nach zahlreichen "einseitig gefärbten Bildberichten" genötigt, die Gewalttaten selbst neutral zu dokumentieren - mit fix eingerichtete Kameras, die alles ohne Schnitt oder Zoom aufgenommen hatten. Ich erinnere mich noch als der Informationschef der Stadtpolizei diese neutral gefilmten Sequenzen den Behörden vorgeführt hatte. Da sprach die Behörde nicht mehr von einem unverhältnismässigen Einsatz der Polizei. Es ist wichtig, dass möglichst neutral gezeigt wird, was effektiv abgelaufen ist (Fakten). Ich hatte damals die Polizisten bewundert, weil sie sich ins Gesicht spucken liessen und ohne auszurasten, sich als "Bullenschweine" beschimpfen liessen. Den Betrachtern wurde bewusst, dass es auch verletzte Polizisten gab, die von Pflastersteinen getroffen worden sind.



 
Derzeit kursieren bereits wieder SMS, die zur nächsten illegalen Veranstaltung aufrufen. Sie kommen aus verschiedenen Gruppen oder werden von Einzelpersonen verschickt. Die Urheber sind kaum auszumachen, die Quellen diffus. Soll man deshalb darauf verzichten, die Infos weiterzugeben?


Solange man als Medium einen Grund hat, etwas zu verbreiten, soll man relevante Informationen öffentlich machen. Dabei ist man in derselben Situation wie in kriegerischen Konflikten: Die Parteien sind Interessengruppen, bei denen man nie weiss, ob etwas stimmt. Sie neigen dazu, die eigene Position zu beschönigen und die Gegner schlecht zu machen. Wichtig ist die Distanz zu den Quellen – und dass man sie immer angibt, also einen Hinweis macht, woher die Infos stammen.


Wird man als Medium durch die breite Berichterstattung irgendwann Teil der Ereignisse?


Dieser Vorwurf wurde dem Tagi in den 80er-Jahren gemacht, als er die Vollversammlungen der Jugendbewegung besuchte und darüber berichtete. Nur weil andere Medien gar nicht darüber berichteten, war indessen der Vorwurf nicht richtig. Er ist dann berechtigt, wenn ein Medium durch die Berichte zu einem PR-Organ wird. In diese Richtung ging im Mai 1968 die Berichterstattung des Radiosenders Europe 1, der in Paris von Privatwohnungen aus über die Proteste berichtete und in dem die Studentenführer regelmässig auftreten und die nächste Demo ankündigen konnten. Aber das wurde auch dadurch begünstigt, dass die öffentlichen Sender nicht direkt aus dem Quartier latin berichten durften. Durch Europe 1 wurde halb Europa auf dem Laufenden gehalten, was in Paris passierte.


Solange man kritisch Distanz hält, gerät man nicht in die Lage, Teil der Ereignisse zu werden.
(Tagesanzeiger.ch/Newsn

Donnerstag, 22. September 2011

Aus der Handelszeitung


Klartext sprechen statt lavieren

Schwammige Antworten, weichgespülte Kritik, aufgeblähte Wortkonstrukte – wenn Sie mal wieder auf jemanden stossen, der verbal im Nebel stochert: Fordern Sie Klartext. Wer Sie wertschätzt, speist Sie nicht mit Leerformeln ab.
Der Politiker auf dem Podium: «Es braucht nun den festen politischen Willen, dieses Thema vertieft zu betrachten.» Der Manager vor den Medien: «Wir haben die geeigneten Massnahmen eingeleitet, doch für die Gesundung unserer Firma werden allenfalls noch schmerzhafte Prozesse notwendig werden.» Der Kollege in der Kantine: «Grundsätzlich gefällt mir dein Entwurf ganz gut. Da hast du dir ja wirklich viel Mühe gegeben, aber irgendwie brauchen wir das anders. Also wie genau, das weiss ich auch nicht so recht, aber versuch es doch nochmals ? irgendwie anders halt?»
Absichtserklärungen und Ausweichmanöver, Verlautbarungen und Verklausulierungen ? warum spricht keiner mehr die unverblümte Wahrheit aus? Weil wir glauben, damit weniger anzuecken. Weil wir schon vorab die möglichen Angriffe abfedern wollen. Und weil wir denken, der andere verträgt das offene Wort nicht. «Wir scheuen uns vor klaren Formulierungen, deuten Kritik nur an», sagt Kommunikationsexperte Marcus Knill.
Eine verbreitete Unsitte seien zum Beispiel die Weichspüler: Jemand will sagen, was er schlecht findet, schwächt seine Aussage aber vorsichtshalber ab mit Sätzen wie: «Ich würde meinen, dass...» Oder: «Wenn ich mir die Bemerkung erlauben dürfte...» Man hoffe, damit dem anderen nicht auf die Füsse zu treten ? und sich weniger unbeliebt zu machen.

Konstruktiv und freundlich

Andere bleiben weich und wolkig, weil sie glauben, das sei Sozialkompetenz. Ein kapitaler Irrtum: «Sozialkompetent sind nur jene Kollegen und Vorgesetzten, die sich klar ausdrücken», sagt Andreas Eigenmann von der gleichnamigen Zürcher Agentur für Unternehmenskommunikation. Und jene, die andere konstruktiv kritisieren, und zwar so, dass diese nachvollziehen können, was gemeint sei.
«Dazu muss man ein paar Regeln verinnerlichen», ergänzt Knill: Freundlich bleiben im Ton. Fakten nennen, ohne sie zu bewerten. Den Sachverhalt auf den Punkt bringen. Ich-Botschaften formulieren: «Ich schätze es nicht, wenn Sie, wie gestern und vorgestern, unvorbereitet in die Sitzung kommen.» Zudem zeitnah kritisieren. Und: Unter vier Augen, nicht vor dem ganzen Team.

Keine Angst vor Feinden

Für Kommunikationsberater, Buchautor und Ex-«Arena»-Moderator Patrick Rohr ist klar: Es braucht Mut, Klartext zu reden. Mut deshalb, weil klare Aussagen ehrliche Aussagen sind.
Völlig fehl am Platz sei die Angst davor, sich mit einem offenen Wort Feinde zu schaffen oder den anderen mit Kritik oder schlechten Nachrichten fertig zu machen. «Wer in seinen Aussagen schwammig ist oder nur Phrasen drischt, verletzt mehr als jener, der von Anfang an eine direkte und klare Sprache wählt.» Gerade bei schwierigen Themen sei es wichtig, schon im ersten Satz auf den Punkt zu kommen ? statt sich der unangenehmen Wahrheit in Windungen zu nähern.

Karten auf den Tisch legen

Rohr nennt als schlechtes Beispiel den Vorgesetzten, der einem Mitarbeiter kündigen muss, dies jedoch im ganzen Gespräch nie direkt anspricht. Der Mitarbeiter realisiert erst danach, dass er soeben den Job verloren hat ? und entwickelt verständlicherweise eine Riesenwut auf seinen Chef. Hätte dieser im ersten Satz gesagt: «Ich muss Ihnen leider kündigen», wären die Karten auf dem Tisch gelegen und der Mitarbeiter hätte die Möglichkeit gehabt, gezielt nachzufragen. So aber habe der Vorgesetzte ein offenes Gespräch verhindert. Und das nur, um sich vor der unangenehmen Situation zu drücken.
Warum wir Klartext reden sollten, hat noch einen anderen Grund: Wer um den heissen Brei herumredet, riskiert Fehlinterpretationen, sagt Marcus Knill. Eine Folge davon sei Zeitverlust, denn Missverständnisse müssen ausgeräumt werden. Das wiederum führe zu Konflikten, und diese vergiften das Arbeitsklima.
Ärger, den man sich sparen kann ? wenn man gleich sagt, was Sache ist.

NACHGEFRAGT


Marcus Knill, Kommunikationsexperte, Uhwiesen ZH


«Die Worthülse wird oft wie eine Notlüge benutzt»

Schwammig bleiben in seinen Aussagen ? ist das die Strategie, die unsere Manager von den Politikern lernen?

Marcus Knill: Wer die Antworten in Talkshows verfolgt, merkt bald: Die Unart, schwammig zu reden, ist tatsächlich eine Strategie. Deshalb gibt die deutsche Kanzlerin Angela Merkel Sätze von sich wie: «Wir haben die entsprechenden Eckpunkte festgelegt.» Welche das sind und was vereinbart wurde, bleibt offen. Würden Politiker konkret antworten, was sie erreichen wollen, könnte man sie daran messen ? und genau das fürchten sie.

Viel reden, wenig sagen ? was steckt hinter diesem Prinzip?

Knill: Vielredner hoffen, ihr Gegenüber merke gar nicht, dass sie ausweichen. Und oft meinen jene, die Phrasen dreschen, man bewundere sie und finde ihr Gerede kompetent. Ich hatte schon Kunden, die tatsächlich von mir erwarteten, ich solle ihnen beibringen, wie man redet, ohne sich festzulegen. Wohlverstanden, es waren keine Diplomaten!

Was tun, wenn ich mich mit schwammigen Antworten nicht zufrieden geben will?

Knill: Sofort nachfragen! Was meinen Sie mit «Dies ist der richtige Schritt in die richtige Richtung»? Welcher Schritt? Wer macht ihn? In welche Richtung geht es?

Und wenn der Chef im Nebel stochert?

Knill: Dito. Wenn der Chef beispielsweise sagt: «Es gibt Aspekte, die Sie zu wenig berücksichtigt haben», dann sollte der Mitarbeitende nachhaken: «Sie sagten Aspekte. Darf ich wissen, welche?» Beim Nachfragen ist der Ton enorm wichtig. Der Chef muss merken, dass es mir nicht ums Beanstanden seiner vagen Bemerkung geht, sondern darum, zu erfahren, was ich konkret verbessern muss.

Drückt es auch Geringschätzung aus, wenn ich jemanden mit Worthülsen abzuspeisen versuche?

Knill: Nicht unbedingt. Möglicherweise will ich ihn nur schonen. Die Worthülse wird oft wie eine Notlüge benutzt. In der Diplomatie ist das eine gängige Methode. In einem guten Team sind es jedoch ganz klar Zeichen von Wertschätzung, wenn man offen miteinander umgeht.

Welche Phrasen sollten wir uns schleunigst abgewöhnen?

Knill: Abschwächende Formulierungen wie: «Ich würde meinen, man könnte...». Zudem Leerformeln wie: «Nicht näher zu erläuternde Umstände haben dazu geführt, dass...». Und Füllwörter: allenfalls, eigentlich, irgendwie, gewissermassen, möglicherweise und relativ.

LINK:


Internet
(10)
 
 
 

4. Apr. 2007 ... Es lohnt sich, diese Weichspüler gezielt zu eliminieren. Erstaunlich: Viele Redner benutzen "Flicklaute". Damit werden Denkpausen akustisch ...
www.rhetorik.ch
«Weichspüler» entdecken würden: Schen- ken Sie diesen Abschwächungen irgendwie ein bisschen mehr Aufmerksamkeit. Mögli- cherweise könnte ihnen ...
www.rhetorik.ch

Mittwoch, 21. September 2011

Als Coach sehe mich seit Jahren immer 
wieder in der Funktion als Hofnarr. 
Nun hat ein Kollege von mir dieses Prinzip in einem lesenswerten  Buch mit dem Titel "Das Hofnarr-Prinzip" publiziert.




Der Autor - Hans Pfister (Projekt Support und Training) - hatte mir anlässlich eines  Ausbildungsmoduls, das wir gemeinsam bestritten haben (Kommunikationslehrgang für Kundendienstberatern) von seinem Vorhaben erzählt. Ich war begeistert. Bis jetzt wurde bislang dieses hilfreiche Prinzip nie in so einfacher Form dargelegt.
Nun ist das Buch im Handel erhältlich.
Es ist im BoD-Verlag erschienen:
ISBN: 978-3-842-34760-1














Was ich am Buch schätze: 
Es verdeutlicht anhand einfacher
konkreter Beispiele,
wie das Prinzip funktioniert. Vor allem
mit einer ausführlichen fiktiven Geschichte.
Das Erfolgsgeheimnis des
Hofnarr-Prinzipes besteht darin,
dass Menschen sich gegenseitig 
unterstützen.
Im Grunde genommen ist es ein Prinzip,
das uns zur Selbsthilfe führt
(Hilfe zur Selbsthilfe), indem eine
aussenstehende Person,
die nicht zu nahe steht,
die richtigen Fragen stellt.
Das Prinzip bewährt sich überall:
Im Beruf und Alltag.
Vor allem, wenn es darum geht, 
die Kernkompetenzen zu fördern.




Ich habe seit Jahren Führungskräften empfohlen,
die kommunikative Kompetenz zu optimieren, indem
sie mit einem aussenstehenden Hofnarren
arbeiten.
Das hatte sich stets bewährt.
Der Hofnarr kann teure Beratungen und
Seminare ersetzen.


der hofnarr







Anwälte und PR Berater sind leider nicht die idealsten Berater, wenn es um heikle Medienauftritte geht. Sie erinnern sich noch an Jo-Ackermann, der am 21. Januar 2004 die Finger zum Victory-Zeichen gespreizt hat, als er den Gerichtsaal betrat. Es folgte ein Proteststurm, der dem Topbanker beinahe den Kopf kostete.

  Ackermann entschuldigte sich 15 Tage nach dem Faux-pas mit der Begründung:

Seine Anwälte hätten ihm dies empfohlen. Sie hätten gesagt, so zeige er sich locker. Er habe nur diesen Rat befolgt.



"Big Joe" ist nicht der einzige, der mit einer falschen Beratung ein PR-Desaster ausgelöst hat. Ich erinnere an Temporärstellenvermittler Adecco, der nach seiner anwaltlich diktierten Kommunikation in einer Börsenwoche fünf Milliarden Franken vernichtet.


Um in der Oeffentlichkeit zu überzeugen, benötigen sie einen ausgebildeten Hofnarren.


Erkenntnis: Die meisten Unternehmenschefs haben keine Ahnung, wie die Medien ticken. Sie kennen die Sicht der Kunden, Mitarbeiter, der Anleger nicht mehr.

Wenn jemand nur noch im 50. Stockwerk seines Palastes lebt, verliert jemand schnell  die Sicht der Bevölkerung

Die Bewohner auf den Teppichetagen - mit goldenen Fallschirms - brauchen Berater, die ihnen zeigen, dass nicht alles, was sie tun, vom Publikum als richtig erachtet wird.


Ein Berater, darf den Auftraggebern nicht nur Honig ums Maul streichen. Wer nur Good News verkündet, verliert den Status als Hofnarr. Er ist nur noch Hofsänger.


Bei unserem Coaching wird ein Realitäts-Check praktiziert, wie er schon im Mittelalter praktiziert worden ist. Mit dem SPIEGEL!

Ihnen wird bewusst gemacht, wie sie von Aussen wahrgenommen werden.


LINK:


Jean-Paul Sartre hat diese Thematik im Theaterstück 'Bei verschlossenen Türen' aufgegriffen: Ein Raum ohne Spiegel. Der eine sieht sich nur im Andern - in ...
www.rhetorik.ch



Coach Dich selbst, sonst coacht Dich keiner


Eine Seminarteilnehmerin zeigte mir jüngst das Buch mit dem Titel "Coach Dich selbst, sonst coacht Dich keiner!". Daraus entwickelte sich eine aufschlussreiche Diskussion darüber, welches Coaching  Sinn macht.




Spitzensportler und Topmanger haben seit Jahren einen Coach. Tatsächlich entwickelte sich bei vielen Führungskräften einen Coachingwahn und es ist heute schwierig, sich im Dschungel der Coaching- Angebote  zurecht zu finden. Die Branche wird immer undurchsichtiger. Es fehlen vielfach Wegweiser, die uns vor billigen Einflüsterern und Paradiesvögel  bewahren. Es gibt zwar einige Leitplanken, die uns auf der Suche nach professionellen Beratern weiterhelfen:

- Billige Versprechen mit nicht messbaren Grössen sind immer verdächtig, wie beispielsweise "Mehr Geld im Job". Scharlatane und Schaumschläger vermeiden eindeutige Ziele. Die "Beratung" ist nicht nachhaltig. Die angepriesenen Rezepte sind auch nicht alltagstauglich.

- Ein professioneller Berater zeigt Ihnen, wie sie sich SELBST coachen können

- Er befähigt Sie, Ihre Ziele SELBST zu entwerfen


- Er zeigt Ihnen, wie Sie Unanehmlichkeiten SELBST beseitigen können


- Sie lernen, Grenzen SELBST zu ziehen


Somit spricht der Buchtitel etwas Zentrales der professionellen Beratung an:

Professionelles Coaching heisst "Hilfe zur Selbsthilfe!"
Es setzt messbare, konkrete Ziele, die nachher überprüft werden können und dadurch ist professionelle Beratung immer nachhaltig.


LINK:




KOMMUNIKATION MANAGEMENT 2. Wer möchte nicht seine. SELBST- Kompetenz för- dern? Wer wünscht sich nicht mehr SELBST-Sicherheit? Lange Zeit ...
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4. Nov. 2008 ... Wer möchte nicht seine Selbst-Kompetenz fördern? Wer wünscht sich nicht mehr Selbst-Sicherheit? Lange Zeit dominierte eine fragwürdige ...
www.rhetorik.ch
Andere motivieren - sich selbst motivieren; aber wie? Manche ... "Andere motivieren können" ist die eine Seite, "sich selbst motivieren" die andere. Beides ist ...
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Werden Mängel selbst erkannt, kommt es viel schneller zu den erwünschten Verbesserungen. Dank der persönlichen Einsicht braucht es zudem weniger ...
www.rhetorik.ch

Montag, 19. September 2011

Zur Behördenausbildung   dieser Woche:


Sie müssen schlechte Nachrichten übermitteln und möchten, dass diese auch akzeptiert werden.

von Marcus Knill

Ich schlage Ihnen für das Schlecht-Nachrichten Gespräch folgenden Handlauf vor:

- Handeln Sie möglichst rasch!

Das Gespräch nicht auf die lange Bank schieben, in der Hoffnung, die Unzulänglichkeit bessere von selbst.

- Führen Sie das Gespräch unter vier Augen!

Wer jemanden vor Anderen kritisiert, macht einen Kapitalfehler. Durch die Beanstandung verliert der Betroffene das Gesicht. Statt Einsicht kommt es zu einer Rechtfertigungs- und Verteidigungshaltung.

- Fallen Sie nicht mit der Tür ins Haus!

Ein belangloses kurzes Small-talk- Gespräch lohnt sich. Diese Anwärmphase ist gleichsam Schmieröl auf der Beziehungsebene. Doch darf es nicht gespielt sein. Es muss ehrlich und echt sein.

- Direkt auf den Punkt kommen. Konkret - kurz - beschreibend: Nur Fakten!

Vermutungen, Interpretationen schwammige Andeutungen vergiften das Gespräch.

Keine Weichspüler, keine Rechtfertigungen, keine "aber", "allerdings" usw.

- Den Sachverhalt beim Namen nennen!

Ohne Umschweife, nicht um den heissen Brei laufen.

- Das Gegenüber Stellung nehmen lassen zur schlechten Nachricht (Beanstandung, Kritik)!

"Was sagen Sie dazu?"
Sich Zeit nehmen, Zeit lassen, die Enttäuschung erleben lassen, das Gegenüber soll sich ausdrücken können. Aerger aushalten. Das Gegenüber abreagieren lassen. Zuhören - aktiv Zuhören. Klärend fragen, Aussagen paraphrasieren - wenig sagen!

- Diskutieren? Reaktion besprechen!

Situation beruhigen!

- Das Gegenüber soll selbst Lösungsvorschläge machen!

Konkret, konstruktiv.

- Lösung ,Vorschlag als Vereinbarung verankern!
- Termin vereinbaren. Damit später die Verbesserung überprüft werden kann.


Das WICHTIGSTE sind folgende Grundhaltungen:


1. Die Empathie


Die Wertschätzung des Gegenübers (Sie müssen Menschen mögen)


2. Die Kongruenz



Ihre Einstellung beeinflusst Ihre Stimme und Körpersprache. Wenn es in Ihrem Innern stimmt, stimmt das WIE und das WAS beim Kommunikationsprozess automatisch überein.



3. Die Akzeptanz


Akzeptieren Sie das Gegenüber, so wie es ist und Sie werden auch akzepiert.


4. Das Zutrauen


ZuTRAUEN hat mit TRAUEN und VerTRAUEN zu tun.


5. Interesse (gesunde Neugier) dem Gegenüber


Schlechte Nachrichten übermitteln-aber wie?






Genaue Zahlen sind in der Schweiz nicht bekannt. In Deutschland geht man davon aus, dass täglich Tausende unangenehmer Botschaften im Berufsalltag vermittelt werden.
Ueberwiegend  geschieht dies durch Vorgesetzte. Dabei ist die kritisierte Person dieser Herausforderung hilflos ausgeliefert. Vor allem, wenn es um eine bedeutsame "Schlechte Nachricht" ist.
Bei jedem "Schlecht-Nachrichten-Gespräch" - aber auch beim Kritikgespräch - müssen drei Bedingungen erfüllt sein:
1. Es gibt einen konkreten bestätigten Sachverhalt (Kritik,  Leistungs- oder Verhaltensbeurteilung) die angesprochen werden muss.
2. Die betreffende Person weiss noch nichts davon oder ahnt diffus, dass etwas Unangenehmes auf sie zukommt.

3. Die schlechte Nachricht ist wichtig (Der Kritikpunkt muss dringend angesprochen werden).
  


  Schlechte Nachrichten:  Vielen Führungskräften fällt es schwer mit Kritik und Meinungen anderer umzugehen
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Schlechte Nachrichten:


  Vielen Führungskräften fällt es schwer mit Kritik und Meinungen anderer umzugehen


Quelle: Manager Magazin



Krawalle und Sachbeschädigungen aus Lust an der Gewalt


Die Polizei in Zürich will Sachbeschädigungen nicht mehr sang- und klanglos hinnehmen.
Wer nach Zürich fährt und seine Zerstörungswut sinnlos auslebt, wird verhaftet. "Event Chaoten" will man nicht mehr tolerieren, die ohne Botschaft - nur aus Langeweile - die Polizei in Trab halten.


Ich zitiere 20 Min:


Hunderte Polizisten haben in der Nacht insgesamt 91 Radaubrüder verhaftet. Zwei Drittel davon stammen nicht aus Zürich. Der Grossteil davon sind «Event-Chaoten», wie sie der Polizei-Kommandant bezeichnet.



Erneut kommt es in Zürich zu Ausschreitungen. Rund um den HB setzt die Polizei in der Nacht auf den 18. September 2011 Wasserwerfer und Tränengas ein.

Die Polizei hat während den Ausschreitungen insgesamt 91 Personen verhaftet. «Wir behalten 48 davon wegen Landfriedensbruch bis mindestens Montag in Untersuchungshaft», sagt der Zürcher Polizeikommandant Phillipp Hotzenköcherle an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz am Sonntagnachmittag. Den Randalen sei erneut ein breiter SMS-Aufruf vorausgegangen. Wer dahinter stecke, wisse man noch nicht.
Die verhafteten Chaoten - darunter sechs Frauen - gehörten weder zur Party- noch zur Fussballszene noch zum Schwarzen Block, sondern seien «Krawall-Touristen». Zwei Drittel stammten aus dem Kanton, ein Drittel aus der Stadt Zürich. Die meisten der Verhafteten sind sehr jung: 61 sind zwischen zwischen 18 und 25 Jahre alt, 25 davon sind 15- bis 17-jährig. Bei den Ausschreitungen seien eine Frau und eine Polizistin verletzt worden. Der Sachschaden betrage zwischen 100 000 bis 200 000 Franken. Der Polizeieinsatz habe den Steuerzahler rund 250 000 Franken gekostet.
Die zahlreichen Einsätze seien für die Polizisten eine grosse Belastung: «Einige Beamte standen bis zu 24 Stunden am Stück im Einsatz», so Hotzenköcherle.



Eine Woche zuvor artete eine «fette Party» mit 1000 Teilnehmern am Bellevue in wüste Strassenschlachten aus.
Vandalen schlagen Fensterscheiben am Bahnhofquai ein
Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
Im Grossformat auf dem Videoportal
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Ich zitiere BLICK:

Reine Krawall-Touristen
Bei den Randalierern handle es sich um reine Krawall-Touristen, sagte Polizeivorstand Daniel Leupi (Grüne). Diese hätten nichts anderes als Zerstörung und Gewalt gesucht. Zwei Drittel stammten aus dem Kanton, ein Drittel aus der Stadt Zürich.

Bei den Ausschreitungen sind laut Stapo eine Frau und eine Polizistin verletzt worden. Der Sachschaden beträgt zwischen 100´000 und 200´000 Franken. (dra/sda)



AUS TAGI:


Apell an Eltern


Nun seien vor allem auch die Erziehungsberechtigten gefordert, sagte Leupi. Bei den Randalierern handle es sich jedenfalls um reine «Krawalltouristen». Diesen sei es nicht um mehr Party-Freiräume gegangen, sondern nur um Zerstörung und Gewalt.


Der Stadtrat sei durchaus bereit, bestehende Anliegen zu diskutieren. Dies setze aber einen Dialogpartner voraus. Diesen sehe man zurzeit aber nicht. «Die Chaoten von gestern Abend können es jedenfalls nicht sein», sagte Leupi.



Kommentar: Nur durch konsequentes Einschreiten können die "EVENT-CHAOTEN" gestoppt werden. Würden sinnlose Ausschreitungen zur Gewohnheit, bekäme die Gewaltspirale eine Eigendynamik und könnte nur noch mit enormen Kosten  gestoppt werden. Der Aufwand würde für die Behörden immer grösser. Das Konzept der Stadt und der Polizei ist somit in diesem Fall  sinnvoll. 


Leupi hatte recht: Das Grundproblem kann die Polizei nicht lösen. Das Problem liegt weitgehend in der Oerientierungslosigkeit vieler Jugendlicher. Jahrelang hat die Oeffentlichkeit (Behörden, Politiker, Eltern, Lehrkräfte) die Beliebigkeit gefördert. Stabile Bezugspersonen wurden abgebaut. Das Klassenlehrersystem über Bord geworfen und die Auflösung der Familienstrukturen zugelassen, sogar gefördert. Heute ernten wir den Verzicht auf bewährte Wertmasstäbe und  die notwendige Präsenz bei  Erziehungsprozessen.


Nachtrag:



Heute entscheidet die Zürcher Staatsanwaltschaft, was mit den 48 verhafteten Krawallmachern geschieht. Politiker von links bis rechts fordern drakonische Strafen. 


Kommentar:

Spass bis zum Ueberdruss - Beim Drogenkonsum wird ein Auge zugedrückt - Kultur und Ausgang sind liberalisiert. Es wird fast alles toleriert, was nicht ausdrücklich verboten ist.  Bei den jüngsten Kravallen gibt es keine Rädelsführer, keine Drahtzieher, keine intellektuellen neomarxistischen Vordenker mehr. Es fehlen die politischen Botschaften. Der harte Kern der Event-Chaoten besteht vorwiegend aus gelangweilten Jugendlichen. Sie sind männlich - mit hoher Gewaltbereitschaft und grosser Lust auf Randale und Kampf. Weil an den eigenen Wohnorten wenig los ist, fährt man nach Zürich. Es gibt viele Mitläufer - mit heimlicher Freude am Gratis-Spektakel. Das staatliche Gewaltmonopol wird nicht akzeptiert.

Eltern und Lehrkräfte müssten eigentlich die Sinnleere und Orientierungslosigkeit dieser Kravallkinder zu denken geben. 
Die Spirale der Gewalt kann mit Polizeikräften nicht allein eingedämmt werden. Jugendliche können auch im Luxus verwahrlosen. Schule und Elternhaus müssen über die Bücher gehen und Wege suchen - zurück zur  Präsenz. Konstante Bezugspersonen sind gefragt.