Samstag, 4. Dezember 2010

Gottschalks Krisenbewältigung



Krisen kommen meist überraschend. Auch für Thomas Gottschalk in der letzten Sendung "WETTEN-DASS...?".
Unerwartet kam es vor laufender Kamera zu einem Horrorsturz. Bis anhin hatte es in der 29 jährigen Geschichte nie einen schweren Unfall während all seinen Live- Sendungen gegeben. Ich gehe davon aus, dass der Moderator so eine schlimme Szene früher einmal antizipiert hatte. Bei der letzten Sendung lag für Gottschalk ein anderes Problem in der Luft. Die Medien prophezeiten ihm einen weiteren Rückgang der Einschaltquoten. Bereits wurden Namen als Nachfolger Gottschalks genannt.
Doch dieses Problem war mit dem schlimmen Zwischenfall  vom Tisch.

Wenn eine schwierige Situation unverhofft eintritt, muss bei jeder UeberRASCHung antizyklisch gehandelt werden. Das Gegenteil von RASCH ist LANGSAM. Statt schnell und rasch zu handeln, muss bei Ueberraschungen ein gedanklicher STOPP eingeschaltet, muss ENTSCHLEUNIGT werden.  Obschon es dem Moderator die Sprache verschlagen hatte, nutzte er gemäss Krisenhandbuch eine kurze Pause, um zu überlegen, die Situation zu klären und zu entscheiden, die Sendung abzubrechen. Das war nach meinem Dafürhalten richtig.  Thomas Gottschalk hat uns damit veranschaulicht, dass in Krisensituationen eine Denkpause notwendig ist.


Offensichtlich waren auch die TV Macher überrascht und mussten nach dem ersten Schock Fuss fassen.



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Auf Sprungstelzen läuft Samuel auf das entgegenkommende Auto zu, springt mit einem Vorwärtssalto über den Audi A6. Die Landung misslingt. Er schlägt mit voller Wucht auf dem Boden auf, bleibt regunglos liegen. (Ringier Infographics)
Auf Sprungstelzen läuft Samuel auf das entgegenkommende Auto zu, springt mit einem Vorwärtssalto über den Audi A6. Die Landung misslingt. Er schlägt mit voller Wucht auf dem Boden auf, bleibt regunglos liegen. (Ringier Infographics)


Foto TAGI:




Ich zitiere BLICK:


Horror-Unfall bei «Wetten, dass..?»

Samuel Koch wollte über fahrende Autos springen. Doch er fiel zu Boden und blieb verletzt liegen. Thomas Gottschalks Live-Sendung wurde abgebrochen.



Dann die erste Wette: Samuel Koch (23) wollte mit gefederten «Springschuhen» über immer grössere, auf ihn zufahrende Autos springen. Insgesamt sollten es fünf sein. Beim ersten Wagen ging alles gut. Beim zweiten zögerte Samuel, brach den Sprung ab. Das dritte Auto meisterte er. Beim vierten Wagen aber stürzte Samuel und schlug knallhart auf dem Boden auf. Er blieb regungslos liegen.

Vater fuhr das Auto


Michelle Hunziker reagierte sofort. «Wir brauchen einen Arzt!», rief sie. Sara schlug auf der Couch die Hände vors Gesicht. Die Kamera schwenkte sofort vom 23-jährigen Wettkandidaten weg und aufs Publikum: auch dort herrschte grosse Betroffenheit. Samuels Mutter war ebenfalls unter den Zuschauern. Sein Vater fuhr ausgerechnet den Wagen, bei dem Samuel so schlimm stürzte.

Sendung abgebrochen
Nach einigen Minuten wurde entschieden, die Sendung zu unterbrechen, bis Samuels Zustand geklärt ist. Ein sichtlich geschockter Thomas Gottschalk meinte, so etwas sein ihm während seiner langen TV-Karriere noch nie widerfahren.

Nach ungefähr einer halben Stunde erschien der Moderator wieder auf dem Bildschirm. Samuel sei ansprechbar, könne seine Beine bewegen und sei auf dem Weg in die Klinik. Es gehe ihm den Umständen entsprechen gut, aber das ermögliche trotzdem keine Weiterführung der Show. Man habe beschlossen, die Sendung abzubrechen. «Wir fühlen uns verpflichtet, nicht auf heiter zu machen, wenn wir nicht heiter sind», begründete Gottschalk den Schritt.

«Ich habe immer gesagt, das wäre für mich das Allerschlimmste: wenn einem meiner Kandidaten etwas passiert», meinte der Moderator weiter.


Die Szene wurde sofort in einem Youtubefilm auf 20 Min gezeigt


(Das Fernsehen handelte vorbildlich. Der Unfall wurde nicht wiederholt - wie es bei Ski- oder Autorennen üblich ist).


Wie geht es mit WETTEN-DASS....? weiter?

Thomas Gottschalks Zukunft hängt weitgehend davon ab, wie es  dem Kandidaten gesundheitlich ergehen wird. Es werden sich viele Experten und Besserwisser zu Wort melden, die das Unglück schon lange vorausgesehen haben. Man wird intern klären, ob man nicht - der Quote wegen - die Risiken bewusst in Kauf genommen hat. Die Sendeverantwortlichen (ZDF) werden für  künftige Sendungen die Vorschriften verschärfen. Solche Wetten gehören jedenfalls der Vergangenheit an. Wetten können auch attraktiv sein - auch ohne ein grosses Gefahrenpotential.


I



Samuel Koch


Kandidat Samuel Koch – bei seiner waghalsigen Wette verletzte er sich
Foto: Andreas Thelen (für BILD)



Ein Millionenpublikum war Zeuge des Unfalls. Am Tag darauf waren die Bilder im Netz:



Thomas Gottschalks Worte am Bildschirm haben mich überzueugt:



21.03 Uhr: Gottschalk tritt zum zweiten Mal vor die Live-Kamera:


„Ich bringe es nicht fertig, die Sendung zu moderieren, ohne zu wissen, dass alles gut ist. Es ist für jeden Entertainer schwierig, seine Gäste nach Hause zu schicken. Hier sind Gäste wie Cher, die aus aller Welt angereist sind. Aber ich kann hier nicht weiter machen. Die Untersuchung wird eine Stunde dauern und ich weigere mich, weiterzumachen, ohne zu wissen, was los ist. Mir tut der Unfall mehr leid als alles andere. Ich fühle mich verantwortlich. Aber ich hatte bei den Proben nichts gemerkt."


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Kommunikationspannen des Bundesrates bestätigt


In zahlreichen Analysen stellten wir in rhetorik.ch seit Monaten fest, dass die Kommunikationsprozessen im Bundesrat  nicht koordiniert waren. Dass Einzelkämpfertum dominierte. Dass der Bundesrat nicht mit einer Stimme sprach und es immer wieder zu Indiskretionen kam. Dies wurde nun im GPK Bericht offiziell bestätigt.


Der Bundesrat habe in der Libyen-Affäre wie ein

wilder Hühnerhaufen agiert.

Doch auch die GPK  wird getadelt.








Ich zitiere Tagi:






Der GPK-Bericht dokumentiere das Bild eines zerstrittenen Regierungsgremiums, dessen Mitglieder unkoordiniert und in Überschreitung ihrer Kompetenzen agierten, meint der «Tages-Anzeiger». Tadel gibt's aber auch für die GPK selber, die hilflos wirke, wo sie Ratschläge für die Zukunft erteile. Die vorgeschlagenen Korrekturen seien kaum mehr als Kosmetik.
Der Kommentator der «Basler Zeitung» stellt fest, dass die GPK «handzahm auftreten» würde - mit «weichgespülten Sätzen, wattierter Kritik, wohlabgewogenen juristischen Ausführungen». Das sei ärgerlich, aber auch verständlich, da die diplomatische Krise mit Libyen noch nicht ausgestanden sei.


Calmy-Rey sollte nach Präsidialjahr gehen




Die Freiburger «La Liberté» geht besonders hart mit dem Bundesrat ins Gericht. Die Libyen-Affäre sei vor allem eine Affäre Merz und Calmy-Rey. Merz (und Leuenberger) seien jetzt zurückgetreten, Micheline Calmy-Rey tue gut daran, dies nach ihrem Präsidialjahr ebenfalls zu tun, rät der Kommentator.
Die «Tribune de Genève» bezeichnet Merz als «öffentliche Gefahr». Wenn er noch im Amt stehen würde, wäre seine Demission unausweichlich. Auch für die Genferin Micheline Calmy-Rey hat das Genfer Blatt nur Häme übrig. Sie habe für sich und gegen die anderen gearbeitet. Einzig durch die erfolgreiche Internationalisierung des Konflikts, habe sie sich die Wahl zur Bundespräsidentin 2011 gesichert.
Dass die EDA-Vorsteherin das Bundespräsidium übernehmen wird, «ist auch nicht eben ein Versprechen auf Besserung», hält die «Südostschweiz» fest. Der Bericht enttarne die Standardantwort des Bundesrates nach dem Zustand im Gremium als «Schönfärberei». Der Bericht sei «eine Blamage auf 98 Seiten», titelte «Blick Online».


Wie bei der UBS-Krise




Bei der Libyen-Affäre zeige sich dasselbe Bild, wie bei der UBS-Affäre, stellt das «St. Galler Tagblatt» fest. Der Bundesrat entpuppe sich in stürmischen Zeiten als Gruppe von Einzelkämpfern, die sich gegenseitig misstrauten.
Auch die «Neue Zürcher Zeitung» zieht einen Vergleich zur UBS-Affäre: Das letztlich positive Ergebnis stehe im Widerspruch zum mangelhaften Management und zur miserablen Kommunikation während der Krise. Das Kollegialsystem mit der Teilung der Verantwortlichkeiten stosse im ausserordentlichen Lagen zunehmend an Grenzen.
Der Kommentator in der «az-Gesamtausgabe» gab zu bedenken, dass der Bundesrat die schwierigste Schicksalsgemeinschaft überhaupt sei: «Sieben Alphatiere gleichberechtigt in einem Gremium - das ist der Versuch zur Quadratur des Kreises.» Problematisch werde das Dauerexperiment meist erst, wenn ein Problem internationale Dimensionen annehme. Dies dürfte aber in Zukunft häufiger der Fall sein.


Nachtrag 20 Min:



Bundespräsidentin Doris Leuthard zum GPK-Bericht
Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
(Video: Mathieu Gilliand)

Foto 2. Dez: "Schneefeld" REUTERS




Freitag, 3. Dezember 2010


England - die Fussballnation Nr 1 - wurde von der FIFA abgestraft


Weil die englische Presse die Korrupionsgeschichten aufzuwämen wagte, erhielt England bei der Vergabe der WM Spiele eine Ohrfeige.
Der Racheakt ist so offensichtlich, dass die plumpe Massregelung durch die Fifa-Funktionäre einen riesigen Medienwirbel auslöste. Die Strafaktion wird nach meiner Beurteilung  sicherlich noch Folgen haben. Das Verhalten der FIFA ist alles andere als das vielgepriesene Fairplay im Stadion. Wir haben es mit einem schlimmen FIFA Foul zu tun, der nicht nur bei der englische Bevölkerung sauer aufstösst. Ich behaupte, dass die FIFA diese bedenkliche Racheaktion "auf Ebene Kindergarten" bald bereuen wird. Unter das Trauerspiel wird nämlich nicht so schnell ein Strich gezogen.


Ich zitiere SF:





2 Stimmen erhielt die englische Kandidatur im ersten Wahlgang. 2 von 22. Und eine davon stammte erst noch vom «eigenen» Exekutivmitglied Geoff Thompson: «Ich kann nicht glauben, was passiert ist. Die Stimmen, die uns versprochen wurden, haben sich in Nichts aufgelöst», zeigte sich Thompson fassungslos.
Damit schied der Mitfavorit von der Insel bereits im ersten Wahlgang aus. Sogar die Aussenseiter Holland/Belgien (4) und Spanien/Portugal (7) erhielten deutlich mehr Stimmen als England.
Ein solches Resultat ist rational fast nicht nachzuvollziehen, denn das Dossier der Engländer hatte von den FIFA-Inspektoren sehr gute Noten erhalten und kaum Mängel aufgewiesen. Im Gegensatz etwa zu demjenigen des späteren Wahlsiegers Russland, das ungelöste Probleme bei der Infrastruktur offenbarte.


Medienkampagnen gegen die FIFA schadeten
 
Es ist kaum von der Hand zu weisen, dass die kritische Berichterstattung über die FIFA in den britischen Medien der Kandidatur enorm geschadet hat. Die frühe Ausbootung Englands sehe aus wie eine Strafaktion, meint auch Guido Tognoni, ehemaliger FIFA-Marketingdirektor in der Sendung «10vor10». «Das ist eine unverdiente Ohrfeige. Das ist auch schlecht für die FIFA, die immer von Fairplay spricht.»
Im Oktober hatte die Sunday Times mit einer verdeckten Recherche zwei Exekutivmitglieder diskreditiert und die FIFA gezwungen, beide für die Wahl von Donnerstag in Zürich zu suspendieren. Am Montag wärmte die BBC - gegen den Wunsch des englischen Fussballverbands - in einer Dokumentation eine weiter zurückliegende Bestechungsaffäre dreier Exekutivmitglieder wieder auf.


«Wenn nicht jetzt, wann dann?»
 
Im Lager der Engländer war man dennoch überrascht. «Wir haben nur Positives gespürt, als wir die Mitglieder trafen», meinte David Beckham, der zuletzt kräftig die Werbetrommel gerührt hatte. Grosse Enttäuschung machte sich auch bei den kurzfristig angereisten Prinz William und Premierminister David Cameron breit. Am deutlichsten äusserte sich Ex-Profi Alan Shearer: «Man muss sich fragen:


Wenn wir es dieses Mal nicht geschafft haben, wann dann?»
Bild David Beckham (Mitte): Enttäuschung bei der WM-Vergabe in Zürich.
David Beckham (Mitte): Enttäuschung bei der WM-Vergabe in Zürich. Reuters
 


Blatter der schlaue Fuchs konnte bei allen Wirren und Korrupionsgeschichten seinen Kopf immer aus der Schlinge ziehen. Er verstand es auch bei der jüngsten fragwürdigen Zuteilung, die Hände in Unschuld zu waschen uns seine Position zu festigen (auch die Wiederwahl):


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  1. [PDF]

    Sepp Blatters Fussballrhetorik

    File Format: PDF/Adobe Acrobat - View as HTML
    1. Dez. 2010 ... Sepp Blatters Fussballrhetorik. Medienrhetorik. Trotz aller Angriffe in verbaler Bestform: Fifa-Boss Sepp Blatter. ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/10/12_01/12_10.pdf
  2. Fussballrhetorik

    5. Mai 2002 ... Mai 2002 erfuhr man vom FIFA Präsidenten Sepp Blatter sein Erfolgsrezept. ... Die angewandte Fussballrhetorik demonstrierte Blatter auch ...
    www.rhetorik.ch/Fussballrhetorik/Fussballrhetorik.html - Cached
  3. Fussballrhetorik auf dem Prüfstand - Rhetorik.ch

    5. Mai 2002 ... Es wird wieder enger für Blatter. Wird sich die Fussballrhetorik Blatters ... Blatter Nachtrag 19. Mai Sepp Blatter schlägt zurück und ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/Aktuell_Mai_05_2002.html - Cached - Similar
  4. Fussballrhetorik Beispiel: Personelich Interview

    10. Okt. 2002 ... Typische Fussballrhetorik beispiele . Soundbitefähige Aussagen ..... Der Sepp Blatter wurde, trotz lauter und heftiger Kritik von innen und ...
    www.rhetorik.ch/Fussballrhetorik/Persoenlich.html - Cached - Similar
  5. rhetorik.ch aktuell: Sepp Blatters Fussballrhetorik

    1. Dez. 2010 ... Sepp Blatters Fussballrhetorik. Rhetorik.ch Artikel zum Thema: Fussballrhetorik · Persoenlich · Blatters Weltkrieg · Blatter Kontert ...
    www.rhetorik.ch/Aktuell/10/12_01/index.html - Cached




ERSTE NACHWEHEN:


Ich zitiere 20 Min:





Nachtrag 20 min vom 6. 12.:





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Olaf Kunz - Augen zu und durch: Neun von zehn Schweizern sind davon überzeugt, dass beim Zuschlag für die WM 2018 und 2022 Etliches nicht mit rechten Dingen zu und her ging.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Das Bundesverfassungsgericht sanktioniert  Unrecht


Im Grunde genommen müsste ein Gericht RECHT sprechen. Doch das deutsche Bundesverfassungsgericht akzeptiert gestohlenen Daten. Erstaunlich, dass die Schweiz gegen so eine fragwürdige Rechtsprechung nicht protestiert.


Ich zitiere:


Karlsruhe (AFP) Eine Steuersünder-CD darf Ausgangspunkt für Ermittlungen sein. Das Bundesverfassungsgericht wies die Beschwerde eines Ehepaares ab, das nach den Daten einer vom Bundesnachrichtendienst (BND) beschafften CD aus Liechtenstein 40 000 Euro Steuern hinterzogen haben soll. 





Dieser Entscheid wird gravierende Folgen haben. Deutschland darf nun gestohlenen Daten kaufen, ohne dass der deutsche Staat  als Hehler eingeklagt  werden kann. Es ist schon erstaunlich, dass der Staat bei anderen Sachverhalten den Verrat von Geheimakten sofort ahndet und Geheimnisverrat bislang streng bestraft wurde.
Wenn sich  nun Deutschland dank gestohlener Daten bereichern kann, so ist dies sonderbar.



Wikipedia:
Unter der Hehlerei versteht man im Allgemeinen den Handel mit Sachen, die gestohlen oder unterschlagen wurden und sich nicht im Besitz der handelnden befinden.
Die Hehlerei ist die bedeutendste Anschlussstraftat an eine zuvor begangene rechtswidrige, gegen fremdes Vermögen gerichtete Straftat, insbesondere an einen Diebstahl. Das Wesen der Hehlerei besteht in der Aufrechterhaltung einer widerrechtlichen Besitzlage an der durch die Vortat erlangten Sache. Die Hehlerei wird bestraft, weil die Bereitschaft von Hehlern, sich Diebesgut zu verschaffen, es abzusetzen oder abzusetzen helfen, für andere einen Anreiz schafft, Vermögensstraftaten zu begehen. Die Hehlerei ist daher ein sog. Vermögensgefährdungsdelikt. Hehlerei ist nur an einer Sache, nicht etwa an Forderungen oder Daten, möglich



Deutschland bekam ein rechtliches Druckmittel um mit unrechtmässigen Mitteln geheime Informationen zu erlangen.
Darf jedes Mittel  den Zweck heiligen - auch Hehlerei?




Interessant:

Bei den illegalen Enthüllungen bei WikiLeaks gibt es nicht nur einen Aufschrei der Entrüstung. Diese widerrechtlichen Publikationen werden nicht hingenommen. Hier wollen die Staaten gegen die Unrechtmässigkeit vorgehen.  Sonderbar - nicht wahr? Dürfen wir beim Recht mit zwei Ellen messen?

Amazon verbannt WikiLeaks von Servern

WikiLeaks-Gründer Assange: Enthüllungsportal mit Server-Problemen
Zur Großansicht
REUTERS
WikiLeaks-Gründer Assange: Enthüllungsportal mit Server-Problemen
WikiLeaks verliert seine US-Heimat im Internet. Dienstleister Amazon untersagte dem Enthüllungsportal die Nutzung seiner Server - offenbar hatte Washington auf diesen Schritt gedrängt. Die WikiLeaks-Webseite ist nun über einen schwedischen Anbieter zu erreichen. wikiLeaks
  

Herrliche Schneebilder schon Ende November


In einem Fotowettbewerb im Tagi haben die Leser schon jetzt prächtigste Schneebilder geschossen:


 


In ganz Europa herrscht Eiseskälte!


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Eiseskälte

Fragwürdige Haltung eines Polizeivorstandes


Bei allen Demonstrationen steht die Polizei vor dem Dilemma: Eingreifen oder gewähren lassen. Greift die Polizei rasch und konsequent ein -  um das Gut der Bürger zu schützen - heisst es postwendend: Die Polizei sei an der Eskalation schuld. Wartet sie hingegen zu lange, gehen die Bürger auf die Barrikaden, weil man ihr Eigentum nicht geschützt hat. Erstaunlich: In Zürich vertritt der neue Polizeivorsteher eine sonderbare These:





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 Polizeivorsteher Daniel Leupi ist die Gesundheit der Demonstranten wichtiger als die Sachschäden der Ladenbesitzer und der Bürger.



Ich zitiere aus dem Interview in 20 Min:

Daniel Leupi, Sie waren am Polizeieinsatz vom Sonntag zwar nicht operativ beteiligt, tragen aber die politische Verantwortung. Warum haben Sie bis jetzt geschwiegen?



Daniel Leupi: Weil ich mir zuerst ein genaues Bild davon machen musste, was am Sonntag gelaufen ist. Ich bin kein Freund von Schnellschüssen.
Der Einsatz wird von Bürgerlichen als zu lasch kritisiert, von den Linken als richtig und vom Polizeisprecher gar als vorbildlich beurteilt. Ihr Urteil?


Grundsätzlich hat die Polizei richtig und verhältnismässig reagiert. Wären wir härter vorgegangen, hätte es geheissen, die Polizei sei brutal.



Warum wurde die Demo nicht früher gestoppt?


Die Demo verlief lange ruhig und die Gesundheit der grösstenteils friedlichen Teilnehmer ist höher zu gewichten als allfällige Sachschäden.



Das ist ein schwacher Trost für jene, die zerschlagene Fenster zu beklagen haben.


Das kann ich gut nachvollziehen, aber ein gewisses Risiko gehört zu einer freien Gesellschaft. Leider gibt es Leute, die jede Gelegenheit für Randale nutzen. Die Polizei kann diese Gruppen zwar lenken, aber nicht alles verhindern.



Kommentar: Niemand kann garantieren, dass man alles verhindern kann. Das ist sicherlich allen klar. Ein Polizist bringt es  in einem Feedback auf den Punkt:

Es ist schlimm jedesmal nur zuzuschauen, wie diese Krawallbrüder fremdes Eigentum zerstören. Die Polizeiführung verbietet uns aber, einzugreifen. Alle haben Angst die Verantwortung zu übernehmen, wenn es von den Medien heisst, die Polizei sei zu hart vorgegangen. Dabei erwartet das Volk doch von uns, dass wir ihr Eigentum schützen. Aber eben, wir dürfen nicht. Thomas V,

Es wird langsam mühsam: Nach all den jahrelangen Erfahrungen der Polizeivorstände: "Eingreifen - nicht eingreifen" ( 1. Mai Demos) müssten eigentlich neue Politiker nicht wieder bei Adam und Eva anfangen. Bei allen kriminellen Handlungen gilt das Prinzip der Verhältnismässigkeit. Dies ist selbstverständlich.  Die Gesundheit des Kriminellen ist höher zu gewichten als der Schutz des Privateigentums - Diese Devise darf nicht oberste Priorität haben. Mit diesem Credo liefert Leupi der SVP  einen Steilpass, um gegen ihn politisch weitere Tore zu schiessen.


Nachtrag BLICK:



Brisanter Vorwurf von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli: Wie er gegenüber «TeleZüri» erklärte, soll der grüne Zürcher Polizeivorstand Daniel Leupi während der unbewilligten Demonstration gegen die Ausschaffungsinitiative am Sonntagabend gesagt haben, dass er lieber auf der Seite der Demonstranten stehen würde.
Mehrere Polizisten im Einsatz haben gemäss Mörgeli die Aussage von Leupi gehört. Das sei «untragbar», findet Mörgeli – der auch den Polizeieinsatz für völlig unzureichend hält. Im «Tages-Anzeiger» von heute hatte sich Leupi nicht zu seinem Aufenthaltsort während den schweren Ausschreitungen äussern wollen.

Leupi widerspricht: Er habe keinerlei Verständnis für Krawallmacher. Er habe lediglich Sympathien gezeigt für Menschen, die keine Freude am Abstimmungsergebnis gehabt hätten – dies sei ja eine klare Mehrheit der Bevölkerung der Stadt Zürich.



Kommentar: Hier handelt sich um   Aussage gegen Aussage. Die erste Aussage Leupis hingegen, dass ihm der der Schutz der Gesundheit der Demonstranten wichtiger ist  als der Schutz des Privateigentums - diese Aussage  ist unbestritten. Leupi muss sich deshalb nicht wundern, wenn ihm die Oeffentlichkeit nicht abnimmt, er hätte nicht gesagt, dass er eher auf der Seite der Demonstranten gestanden habe. 




Leupi soll während der unbewilligten Demonstration gesagt haben, dass er lieber auf der Seite der Demonstranten stehen würde. Dies soll Leupi während des Umzugs gegenüber Polizisten geäussert haben, sagte Mörgeli auf TeleZüri.  


Leupi hatte zuvor in einem TA-Interview keine Aussagen darüber gemacht, wo er sich während der Demonstration aufgehalten hatte.


Kein Verständnis


Auch am Rande der gestrigen Gemeinderatssitzung wollte Leupi dazu nicht Stellung nehmen. Er sagte nur, er habe Verständnis für Leute, die über das Ja zur SVP-Ausschaffungsinitiative enttäuscht gewesen seien, wie eine Mehrheit der Zürcher Bevölkerung.
Er habe aber kein Verständnis für Leute, die Gewalt anwenden würden. Wenn Mörgeli ihm Sympathien für solche Gewalttäter unterstellen wolle, sei dies schlicht lächerlich. Der SVP-Nationalrat wolle ihn in die linksextreme Ecke stellen und eine Polemik entfachen, auf die er sich nicht einlasse.


«Bis spätabends gearbeitet»


Gemäss Aussage der beiden Gemeinderäte Niklaus Scherr (AL) und Balthasar Glättli (Grüne) hat Leupi am Sonntag bis spätabends in seinem Büro gearbeitet. Anschliessend sei er auf dem Nachhauseweg in der Löwenstrasse auf den Demonstrationsumzug getroffen.
Leupi habe nicht an der Demo teilgenommen. Mitmarschiert am Umzug «gegen Rassismus und reaktionäre Hetze» ist Niklaus Scherr, wie er gestern im Gemeinderat in einer persönlichen Erklärung erzählte. Dabei ging er auch auf die Sachbeschädigungen ein. Diese seien von der «Hammerfraktion» im Umzug begangen und so blitzschnell ausgeführt worden, dass auch ein Grossaufgebot der Polizei chancenlos gewesen wäre.

SVP reicht Interpellation ein


Die SVP-Fraktion bezeichnete die Taktik der Polizei in einer Erklärung als verheerend und das Vorgehen als naiv und blauäugig. Eine illegale Ansammlung von Personen für eine nicht bewilligte Kundgebung sei von Anfang an und notfalls mit Gewalt aufzulösen. Die Polizei müsse auch das im Jahr 2004 erlassene Vermummungsverbot durchsetzen.
Die SVP werde den Verdacht nicht los, dass in der Stadt Zürich für linke Chaoten ein rechtsfreier Raum geschaffen wurde. Die Partei hat deshalb gestern eine Interpellation mit zwölf Fragen eingereicht. Sie will vom Stadtrat unter anderem wissen, warum sich der unbewilligte Demonstrationszug in Bewegung setzen konnte und warum nur eine Person verhaftet wurde.



NACHLESE:
Leupi musste eingestehen, dass er vor Polizisten Verständnis gezeigt hatte für die Demonstranten.

 Dass dies bei Polizeikorps nicht gut ankam, ist nachvollziehbar. Es ist frustrierend, wenn Polizisten, die unter Druck stehen nicht eingreifen dürfen, wenn vor ihnen offensichtlich Sachbeschädigungen ausgeübt werden. Polizeichef Leupi muss über die Bücher gehen mit seiner Aussage, dass ihm die Gesundheit der Demonstranten wichtiger sei als der Schutz des Privateigentums. Am 1. Mai kommt für ihn die Nagelprobe.
Ich bin sicher, dass die Bevölkerung kein Verständnis hat für die bisherige Haltung des Polizeichefs. Ein Polizeichef müsste gelernt haben, seine persönliche Position nicht öffentlich preiszugeben.


Anstatt einzugestehen, dass es unklug war, die Sympathie für die Demonstranten vor einzelnen Polizeibeamten mitzuteilen, schob Leupi nachträglich den Polizisten die Schuld in die Schuhe, weil sie seine Bemerkung weitererzählt hatten. Leupi: "Diese Polizisten haben sich illoyal verhalten und schaden letztlich ihren Kollegen." Loyalität ist bekanntlich keine Einbahnstrasse. Auch ein Polizeivorstand müsste sich dem Korps gegenüber loyal verhalten und dürfte ihnen nicht mit unbedachten Aeusserungen in den Rücken fallen.


 Nachlese 5. Dezember:




Wieder sorgt Daniel Leupi wegen einer Aussage für Aufregung:
Nach seiner Idee könnte die Stadt Zürich ein eigenes Bordell betreiben. Das sollte kein "Tabu" sein.