Montag, 30. August 2010

Wie positionieren sich die möglichen BR Kandidaten?

Quelle 20 Min:

storybild

Die Smartmap zeigt, wo die Kandidierenden auf einer politischen Karte mit den Achsen links-rechts und liberal-konservativ stehen. Die Positionierung stützt sich auf die Fragebogen für die Eidgenössischen Wahlen 2007, bei Eva Herzog und Karin Keller-Sutter auf die Befragung vor den Regierungsratswahlen 2008 im Kanton Basel-Stadt beziehungsweise St. Gallen. Details zur Berechnung auf www.smartvote.ch.

Sonntag, 29. August 2010

Radiolegende Ueli Beck ist tot

Nach langer Krankheit: Radiolegende Ueli Beck ist tot
Nach langer Krankheit Radiolegende Ueli Beck ist tot

Quelle Blick

Kommentar: Jahrelang hatte ich in der Jugendzeit die Stimme von Ueli Beck in den Ohren. Oft hörte ich ihn bei meinem Studium im "Nachtexpress". Angesprochen auf Versprecher am Mikrofon, erzählte er einmal von einem Versprecher, auf den er immer wieder angesprochen worden war. Während des Nachtexpress kam jeweils Eugen F. Schildknecht von der Unfallverhütung zu Wort. Ueli Beck kündigte den Beitrag an: "Jetzt hören Sie noch einen wichtigen Gedanken zu.... von Eugen F. Schildknecht, Berater der Verhütung." Rhetorik.ch behält den Radiorhetoriker und Schauspieler in würdiger Erinnerung.

storybild

Ueli Beck, Schauspieler und ehemaliger Radio Moderator bei Radio DRS am 23. September 2005 bei sich zuhause in Zürich-Witikon. (Bild: Keystone)

Kommunikationsgau in Stuttgart

Verfahrene Situation zwischen Regierung und Bürgerbewegung. Die Regierung will den neuen unterirdischen Bahnhof durchpauken und den alten Bahnhof abreissen, weil in langen demokratischen Verfahren der neue Durchchgangsbahnhof bewilligt worden war. Die Opposition ist der Meinung, dass der Neubau viel zu teuer geworden sei und sich die Situation in der Zwischenzeit verändert habe. Regierung und Bahn haben erkannt, dass der Kommunikationsgau nur mit Ueberzeugungsarbeit überwunden werden könnte.

Ich zitiere ZEIT:

Stuttgart 21

Bahn und Politik setzen auf Überzeugungsarbeit

Nach der bislang größten Demonstration gegen Stuttgart 21 wollen Bahn und Politik nun mit ihren Kritikern reden. Bahnchef Grube plädiert für einen runden Tisch.

Das Motto der Großdemonstration gegen das Projekt Stuttgart 21 lautete "Sie brechen ab - wir brechen auf"

Das Motto der Großdemonstration gegen das Projekt Stuttgart 21 lautete "Sie brechen ab - wir brechen auf"

Bahnchef Rüdiger Grube hat angesichts der Massenproteste einen runden Tisch mit den Gegnern des Bahnprojektes Stuttgart 21 vorgeschlagen. Bereits im September wolle er sich erstmals mit Kritikern des Milliarden-Vorhabens zum Meinungsaustausch treffen, erklärte Grube am Freitagabend in Stuttgart. "Wir müssen uns jetzt wie erwachsene Leute verhalten." Allerdings werde er für die Zusammenkünfte etwa mit dem Grünen-Fraktionschef Winfried Kretschmann und dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) keine Bedingungen akzeptieren. Palmer hatte zuvor einen "Friedensgipfel" angeregt, aber dafür einen Baustopp bei gleichzeitigem Aussetzen der Proteste verlangt.

Grube geht davon aus, dass die Proteste noch lange anhalten: "Ich glaube, dass wir längere Zeit benötigen, diese Erregung abzumildern. Das geht nicht von heute auf morgen." Die Heftigkeit des Widerstands habe ihn überrascht.

Bei den Gesprächen gehe es darum, eine bessere Verständigungsbasis zu finden, Fakten zu vermitteln und Vertrauen zu gewinnen. Grube räumte ein:

"Stuttgart 21 ist nicht richtig begleitet worden mit Kommunikation."

Zum wachsenden Graben zwischen Gegnern und Befürwortern betonte Grube: "Wir haben eine Vorbildfunktion und müssen ein vernünftiges Signal an die Bevölkerung senden."

Der Fraktionschef der Landtags-Grünen, Winfried Kretschmann, sagte: "Die Gesprächsbereitschaft von Grube kommt spät, aber nicht zu spät." Allerdings müssten auch Vertreter des Aktionsbündnisses gegen das Bahnhofsprojekt mit am Tisch sitzen.

Projektsprecher der Bahn Wolfgang Drexler sagte, auch für eine Bürgerbeteiligung sei es zu spät:

"Seit 17 Jahren reden wir über Stuttgart 21, vor 2001 gab es die Grundsatzbeschlüsse. Eine Bürgerbeteiligung hätte bis dahin jeder beantragen können, auch die Grünen. Haben sie aber nicht. Jetzt geht das rechtlich nicht mehr."

"Dialog ist besser als eine Konfrontation" hieß es in dem am Freitag veröffentlichten Brief. "Nun ist es an der Zeit, ideologische Sackbahnhöfe zu verlassen und zu einer Kultur der Vernunft und des Dialogs zurückzukehren". Eine Eskalation müsse vermieden werden.

Auch die FDP-Landesvorsitzende Birgit Homburger forderte eine verstärkte Offensive der schwarz-gelben Landesregierung unter Mappus, um der Bewegung gegen Stuttgart 21 Paroli zu bieten. In einem Interview sagte Homburger, dazu gehöre "Argumentieren. Sich auseinandersetzen mit den Argumenten und zu dem stehen, was man beschlossen hat."

Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) warb in einem offenen Brief an seine Mitbürger für das Projekt. Es trage zur Zukunftsfähigkeit der Stadt, der Region und des Landes bei, betonte er. "Stuttgart 21 dient unseren Kindern und Enkelkindern." Den Demonstranten schrieb er ins Stammbuch, er habe kein Verständnis für Scharfmacher, die zur Radikalisierung beitrügen.

50.000 Gegner waren nach Angaben der Veranstalter zu ihrer bisher größten Demonstration gegen das Milliarden-Projekt auf die Straße gegangen. Die Polizei sprach von 30.000 Menschen. Bei einer Kundgebung und einer anschließenden Menschenkette um den Landtag erneuerten diese ihre Forderung nach einem Baustopp und einem Moratorium.

Bei dem 4,1 Milliarden Euro teuren Vorhaben soll der Kopfbahnhof in eine unterirdische Durchgangsstation umgewandelt und an die künftige Schnellbahntrasse nach Ulm angeschlossen werden. Kritiker halten es für zu teuer und bezweifeln auch den verkehrspolitischen Nutzen. Am vergangenen Mittwoch hatten Bagger mit dem Abriss des Nordflügels des Bahnhofs begonnen. Seither hat der Protest an Schärfe zugenommen.

Nach Ansicht des Architekten Tobias Wallisser muss über den Umbau des Hauptbahnhofs und die Neugestaltung der gewonnenen Freiflächen neu nachgedacht werden. "Wer für wirklichen Fortschritt ist, für die wirklich nachhaltige Entwicklung der Stadt, der muss als erstes innehalten", sagte er. Der Architektenwettbewerb habe vor 13 Jahren stattgefunden. "Inzwischen sind wir aber 13 Jahre weiter", betonte der Professor der Kunstakademie Stuttgart.

Kommentar: Von aussen betrachtet hat man kein Verständnis für die Proteste, nachdem die Verfahren und Begutachten angeblich rechtmässig korrekt abgelaufen sind. Den Demonstranten wird vorgeworfen, sie hätten früher Einspruch erheben sollen. Wenn man jedoch die Verfahren in Deutschland genauer betrachtet, versteht man die Bürger, die bei Bewilligungen wenig bis nichts zu sagen haben. Auf einem Plakat möchte man Verhältnnisse wie in der Schweiz (mit angemessener Mitssprache wie Initiative, Referendum).

Wer sich mit den Sachverhalten in Stuttgart genauer befasst, stellt nachträglich fest:

Seit der Bewilligung hat sich Einiges verändert. So sind die Kosten ein Mehrfaches von dem gestiegen, was unsprünglich vorgesehen war. Experten und Geologen warnen. Sie haben festgestellt, dass der unterirdische Bahnhof in einem äusserst ungünstigen Boden gebaut würde (Es habe Löcher und Häuser könnten einstürzen usw.)

Doch die Planer, die Regierung und die DB wollen das Projekt gegen alle Widerstände durchboxen.

Wenn sich zwei Positionen dermassen verhärtet haben wie es in Stuttgart der Fall ist, sehe ich als Kommunikationsberater schwarz. Es ist bereits zu viel Geschirr zerschlagen worden.

Samstag, 28. August 2010

Der Medienminister und die Unterhaltungschefin SF

Nach Blick:

Leuenberger attackiert TV-Amgarten

Er mochte ihre Sendungen nie. Jetzt schiesst Bundesrat Moritz Leuenberger ein letztes Mal auf Gabriela Amgarten.

Erstens Der Medienminister in seinem Berner Büro. (Philipp Zinniker)
Erstens Der Medienminister in seinem Berner Büro. (Philipp Zinniker)
Frontalangriff von Medienminister Moritz Leuenberger (63) auf SF-Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten (48). Das Schweizer Fernsehen zeige zu viele Beiträge über ländliche Regionen, zu wenige über die Städte. Aber das sei doch klar, «sie heisst ja auch Am Garten.»

Gute Quoten trotz Kritik

Sie rechtfertige das Programm damit, dass «die Zuschauer am Feierabend lieber intakte Landschaften und sympathische Landsleute als Stau sehen möchten».

TV-Fans schütteln den Kopf. Gerade mit ländlichen Formaten wie «SF bi de Lüt», «Über Stock und Stein» und «Landfrauenküche» sorgte Gabriela Amgarten für gute Quoten.

Ein letztes Nachtreten

Die harsche Kritik, ein letztes Nachtreten des SP-Bundesrats gegen die Unterhaltungschefin. Leuenberger tritt Ende Oktober ab, Amgarten Ende Jahr. Den Scherz auf Kosten von Amgarten veröffentlichte das Uvek auf seiner Homepage. Leuenberger wollte am Städtetag 2010 gestern im Zürcher Kongresshaus mit dem «Am Garten»-Spruch für Lacher sorgen. Doch eine Sommergrippe legte ihn flach. Und ist Amgarten jetzt auch verschnupft wegen der Kritik? Sie selbst wollte nicht Stellung nehmen. SF-Sprecher David Affentranger richtete aus: «Sie hat es mit Humor zur Kenntnis genommen.»

Kommentar: Vor dem Rücktritt als Bundesrat der abtretenen Unterhaltungschefin noch einen Tritt zu versetzen, ist nicht nur ungeschickt. Diese Kritik ist nicht nur unnötig und unklug. Dieses Verhalten Leuenbergers am Ende einer Karriere bleibt am Kritiker haften. Mit dieser unberechtigten Kritik hat sich der Medienminister einen Bärendienst erwiesen. Aus meiner Sicht ist dies ein Bumerang für den Kritiker. Er hat vor allem sich selbst geschadet. Schade!!!!

Die Kopfjägerei kann beginnen

Nachdem die Medien den Reigen der Bundesratskandidaten präsentieren konnte (ausser der SVP, die sich bewusst zurückhält. Brunner will den angeblichen "Kopfsalat" nicht mit weiteren Kandidaten unnötig erweitern), beginnen bereits die Versuche die einzelne Kandidaten zu demontieren. Vermutlich stecken hinter dieser Kopfjägerei Interessegruppen im Hintergrund.

Ich zitiere aus TAGI:

Kann Sommaruga überhaupt regieren?

Ihre Exekutiverfahrung sammelte Simonetta Sommaruga in der Berner Vorortsgemeinde Köniz. Eine Spurensuche bei Weggefährten und Widersachern.

Ihre Könizer uWeggefährten, aber auch Widersacher, sähen sie gerne als Bundesrätin: Simonetta Sommaruga.

Bild: Keystone

Freitag, 27. August 2010

Rückzug der Initiative war viel Lärm um nichts! (Quelle: Blick am Abend)

Jacqueline Fehr - eine weitere valable Bundesratskandidatin der SP

Aus NZZ:

Treibende Kraft im Parlament

Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr kandidiert für SP-Bundesratssitz

SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr will Bundesrätin werden. Sie kann zwar keine Führungserfahrung vorweisen, ist aber eine ausgezeichnete Netzwerkerin und zählt zu den treibenden Kräften in Bundesbern.

Kommentar:

Die 47-jährige Zürcherin wurde seit Jahren als aussichtsreiche Anwärterin erwähnt.

Was können wir über Jacqueline Fehr sagen?

Sie ist eine geschickte Netzwerkerin (Sie agiert vor allem hinter den Kulissen).

- Dank ihrer Fähigkeit, Allianzen zu schmieden, hatte sie Erfolg bei der Einführung des bezahlten Mutterschaftsurlaubs, der Krippenfinanzierung durch den Bund oder der Familienzulagen Unterstützung über die Parteigrenzen.

- Sie hat als Pragmatikerin ein Gespür für das Machbare.

- Als SP-Vizepräsidentin ist sie in der Partei gut verankert.

- Fehr vertritt jedoch eine dezidierte linke Politik (sie schreibt die Eigenverantwortung klein). Der soziale Ausbau ist ihr Kernanliegen von ihr. Beispielsweise die Ergänzungsleistungen für einkommensschwache Familien, daneben fordert sie mehr öffentliche Gelder für Krippen und Horte und macht sich für obligatorische Ganztagesschulen stark, obschon sie im Zusammenhang mit der Verordnung über die Kinderbetreuung («Lizenz zum Hüten») öffentlich stark unter Druck geraten ist -auch in den eigenen Reihen.

- Auf kritische Medienberichte kann Fehr empfindlich reagieren.

- Die ehemalige Sekundarlehrerin baute sie ihre berufliche Karriere nicht auf. Sie hat wie Simonetta Sommaruga keine Führungs- oder Regierungserfahrung.

- Die Medienauftritte Fehrs - die ich mitverfolgen konnte - überzeugten mich stets.