Sonntag, 2. Juni 2019

Hilfreicher Gedanken

Quelle: Von einem  Kursteilnehmer, der leider  nicht sagen konnte, wo er das gehört hatte:

HINSCHAUEN, was gut läuft
ERKENNEN, was zum Erfolg geführt hat
ERGAENZEN, was weiterhilft





Samstag, 1. Juni 2019

Schwingerkönig verlässt als Verierer den Ring

Schaffhauser Regierungsrat entlässt zweifachen Schwingerkönig

Ernst Schläpfer, der zweifache Schwingerkönig von 1980 und 1983, ist seinen Job als Schulleiter in Schaffhausen los. Erziehungsdirektor Christian Amsler stellt ihn wegen inakzeptablen Verhaltens frei.

Bildergebnis für ernst schläpfer schaffhausen
Quelle NZZ:
 Seit letztem Jahr schwelt am Berufsbildungszentrum in Schaffhausen ein Konflikt zwischen Lehrkräften und dem langjährigen Rektor Ernst Schläpfer. Dessen wohl allzu rustikaler Führungsstil hat zu manchem Zerwürfnis, zu mehreren Untersuchungsverfahren und zu politischen Vorstössen geführt, die seit Wochen zu reden geben. Ernst Schläpfer hielt sich dabei auch gegenüber seinem Vorgesetzten Christian Amsler nicht zurück: Laut der Schaffhauser Staatskanzlei warf er diesem schriftlich vor, «immer wieder gegen die Rechtsordnung» zu verstossen. Zudem habe Schläpfer gedroht, Amsler einzuklagen, und diesen des Mobbings bezichtigt.

Quittung für Respektlosigkeit

Nun hat FDP-Regierungsrat Amsler, der sich letztes Jahr als Bundesrat ins Rennen brachte und im Oktober für den Ständerat kandidiert, genug. Der Regierungsrat hat das Arbeitsverhältnis mit Schläpfer unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist per 31. Januar 2020 aufgelöst und diesen von seinen Aufgaben freigestellt. Ernst Schläpfer, so die Begründung, habe gegenüber Amsler «Verhaltensweisen an den Tag gelegt, die nicht akzeptiert werden können und eine weitere Zusammenarbeit verunmöglichen». Schläpfer habe «Loyalität, Respekt und Vertrauen gegenüber seinem Vorgesetzten» vermissen lassen.
Nicht zuletzt habe Schläpfer die Weisungsbefugnis Amslers grundsätzlich infrage gestellt, indem er behauptet habe, «dass es kein einziges rechtsgültiges Dokument gibt, die meine Person direkt dir als Vorsteher des Erziehungsdepartementes unterstellt». Die Schaffhauser Regierung sieht darin eine klare Verletzung der Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis – Grund für dessen Auflösung gemäss Personalgesetz. Gleichzeitig bedauert sie, dass die Trennung anderthalb Jahre vor Schläpfers ordentlicher Pensionierung«notwendig und unausweichlich» geworden sei.

Regierung hofft auf Normalisierung

Schläpfer und Amsler kennen sich seit langem. Gemeinsam sassen sie bisher in der Aufsichtskommission, welche das Berufsbildungszentrum beaufsichtigt. Die Schaffhauser Regierung stellt klar, dass Schläpfer als Leiter der Dienststelle Berufsbildungszentrum BBZ in organisatorischer und personalrechtlicher Hinsicht dem Vorsteher des Erziehungsdepartementes unterstellt ist.
Mit der Freistellung Schläpfers werden klare Verhältnisse geschaffen. Die Schaffhauser Regierung hofft, dass nun eine Normalisierung der angespannten Situation am Berufsbildungszentrum ermöglicht werde. Schläpfer war seit 1993 dessen Rektor.
KOMMENTAR:
Ob damit der Streit auf verschiedenen Ebenen mit dem aktuellen Entscheid  brfriedigt werden konnte, bezweifle ich. Zu viele Akteure sind involviert oder betroffen. Nach meiner Prognose folgt bestimmt eine Fortsetzung der leiden Geschichte. Zu viel Geschirr wurde zerschlagen. Zu viele Personen sind darauf bedacht, ihr Gesicht zu wahren. Wenn es um Kommunikationsstörungen geht, muss immer rasch gehandelt werden. Auch wenn Juristen und Gerichte nachträglich ein Urteil fällen, der Schaden, der auf den Beziehungsebenen angerichtet worden ist, kann mit keinem noch so starkten "Araldit" gekittet werden. 

Donnerstag, 30. Mai 2019

Ombudsmann Roger Blum stinksauer, weil die Sperrfrist nicht eingehalten wurde

Quelle: persönlich.com:

Schawinski vs. Balthus

Mehrere Medien brechen die Sperrfrist

Beim Ombudsmann ist der Ärger gross. «Ich bin stinksauer», so Roger Blum. Denn jetzt komme die Eigenleistung der Medien zu kurz. «Alle übernehmen einfach die SDA, die nicht den ganzen Schlussbericht, sondern vor allem das Fazit spiegelt», so Blum.
Schawinski vs. Balthus: Mehrere Medien brechen die Sperrfrist
Bei Keystone-SDA in Bern Wankdorf entstehen Nachrichten, die später auf fast allen Schweizer Newsportalen zu lesen sind. Dass alle Medien diesen Text übernehmen und dabei Eigenleistung zu kurz kommt, kritisiert Ombudsmann Roger Blum (links). (Bilder: zVg.; Keystone/Alessandro della Valle)
von Edith Hollenstein
«Schawinski verletzte Menschenwürde von Talkgast Balthus», meldeten am Dienstag mehrere Schweizer Onlinemedien. Diese News hätten sie eigentlich erst am Freitag verkünden dürfen. Doch weil Keystone-SDA ein kleiner Fehler unterlief, den sie trotz Bemühen nicht mehr rückgängig machen konnte, wurde diese Meldung drei Tage zu früh bekannt – noch bevor Salomé Balthus und die Beanstander über den Entscheid des Ombudsmanns informiert waren.
Bereits am Montagabend verschickte SRG-Ombudsmann Roger Blum seinen Schlussbericht zum Fall «Schawinski Balthus». Zehn Beanstandungen waren gegen die Sendung mit der Prostituierten eingegangen. Blum schrieb in seiner Mail in fetter und unterstrichener Schrift: «Sperrfrist Freitag, 31. Mai, um 14 Uhr».
Den Hinweis auf «Freitag» hatte die Schweizerische Depeschenagentur in ihrer Meldung an die Redaktionen schlicht vergessen. Nach Hinweisen versuchte sie, ihre Meldung zurückzurufen respektive zu stoppen (siehe Screenshots unten). Doch das gelang nicht.
Schlussbericht kommt per Post
Bluewin und Tagblatt.ch publizierten die entsprechende SDA-Meldung am Dienstag kurz nach 14 Uhr als erstes, löschten diese jedoch kurz darauf wieder. Doch das genügte, dass auch «Blick» und die NZZ sich entschieden, die Sperrfrist zu brechen – anschliessend weitere Medien, darunter auch persoenlich.com.

Beim Ombudsmann ist der Ärger gross. «Ich bin stinksauer», schreibt er auf Anfrage von persoenlich.com. Denn der Schlussbericht sei jetzt öffentlich, mehrere Tage bevor ihn die Beanstanderinnen und Beanstander in den Händen halten. Blum verschickt seinen Schlussbericht jeweils per Post.
Enttäuscht ist der Ombudsmann zudem, weil seine Rechnung mit der Sperrfrist nicht aufgegangen ist: «Was mich noch viel mehr stört, ist, dass wegen des Bruchs der Sperrfrist die Eigenleistung der Medien zu kurz kommt: Alle übernehmen einfach die SDA, die nicht den ganzen Schlussbericht, sondern vor allem das Fazit spiegelt», so Blum.

Schawinski verletzt Menschenwürde von Balthus

In seinem Schlussbericht gibt Ombudsmann Roger Blum den Beanstandungen in mehreren Punkten recht.

Dienstag, 28. Mai 2019

Die Rechten im Europaparlament erstarkt

Wie ist das möglich, dass die Rechtspopulisten so zulegen konnten?

1. Die Arbeit der EU-Instituitonen wird kritisch hinterfragt.

Die traditionellen Parteien haben dieses Missbehagen des Volkes bewusst ausgeklammert. Sie hatten Angst, es werde ihnen Populismus vorgeworfen, wenn sie die Bedenken des Volkes (peuple) aufgreifen. Die Populisten stehen hingegen zu ihrer Volksnähe und profitierten   davon. 

2. Der Nationalstaat, die Souveränität  und Kultur des Landes erhält einen neuen Stellenwert unter dem Druck der Globalisierung und Migration.

Grüne und AfD vertreten zwar gegensätzliche Positionen. Beide erhielten jedoch Zulauf von Sympatisanten, die stimmige Meinungen schätzen.

3. Viele Wähler entladen ihren Frust über innenpolitischen Themen an den Europawahlen.


Fakt ist, dass viele Wähler bei den Europawahlen ihren Frust über innenpolitische Themen an den (Regierungs-)Parteien auslassen.
Die neue Brexit-Partei gehört zu den grossen Wahlgewinnern.
In Frankreich sammelt Marine le Pen Stimmen bei Protestwählern die mit Marcons Migration-, Steuer- und Europapolitik nicht einverstanden sind.


 
Die AfD-Fraktionschefin Alice Weidel zeigt sich kämpferisch: „Im EU-Ausland konnten unsere Partner ebenfalls gute Ergebnisse einfahren“, schrieb sie auf Twitter. „Europa wird sich drastisch ändern – und ich freue mich darauf.“ 

Auch in der Schweiz werden die europakritischen Stimmen salonfähig. Stichwort "Rahmenabkommen".

BLOG PERSOENLICH

Blog

Marcus Knill

28.05.2019

Dass Sebastian Kurz für immer vom politischen Parkett vertrieben werden konnte, wäre zu kurz gedacht.

Nur ein kurzes "Aus" für Kurz?

Nur ein kurzes "Aus" für Kanzler Kurz?



Bei der Titelrhetorik vor und nach dem Sturz von Kurz  wurde oft mit  Worten gespielt:


- Kurz vor dem Aus (Unser Tirol 24)
- Kurz vor dem Sturz (neue Presse)
- KurzSchluss in Oesterreich ( Blick)
- Sturz der Kurzregierung (Stuttgarter Nachrichten)
- Oesterreich macht Kurzen Prozess (Blick)
- Kurzgeschichte / Kanzler mit kürzester Amtszeit (Tagi)
- Kein Kanzler diente kürzer als Kurz (Kronen Zeitung)
 

Dass  Kurz für immer vom politischen Parkett vertrieben werden konnte, wäre zu kurz gedacht.  Für den populären Politiker ist es bestimmt nicht endgültig Schluss. Denn das Volk entscheidet letztlich im September, ob dann dem beliebten Kanzler ein strahlendes Comback wartet. Die Chance ist jedenfalls gross.

Weshalb könnte es Kurz in Kürze erneut schaffen?


Es ist zwar ein historisches Ereignis: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde noch nie in Österreich eine gewählte Regierung vom Parlament abgesetzt. Die Absetzung per Misstrauensvotum ist schon deshalb so aussergewöhnlich, weil die Volkspartei von Kanzler Sebastian Kurz vor dem Misstrauensvotum die EU-Wahlen deutlich gewonnen hatte.
Die beiden Verliererparteien  – die sozialdemokratische SPÖ und rechtsnationale FPÖ – haben im Parlament zusammengespannt. Es kam zu einer unheiligen Allianz. Die beiden gegensätzlichen Parteien brachten es sogar fertig: Sie setzten nicht nur Kurz ab, sondern gleich die ganze Regierung.

Wenn zwei Wahlverlierer einen Wahlgewinner stürzen, ist oft Rache und Wut im Spiel. Die Rechtsnationalen (FPÖ) und die Sozialdemokraten (SPÖ) erwirkten aus unterschiedlichen Gründen der Eklat: Die Linke hatte Kurz nie verziehen, dass er die FPÖ in die Regierung gehieft und die Rechtsnationalen andererseits waren wütend, dass Kurz sie aus der Regierung geworfen hatte.
Die  Parlamentsdebatte war zeitweise so gehässig, dass der giftige Ton viele  Österreicher irritierte oder gar abstiess. Wer aber den Kanzler während der Schmutzkampagne beobachten konnte, stellte fest: Kurz ertrug Häme und Spott der Opposition mit stoischer Ruhe. Mit beherrschter Mine und wachem Blick. Sein Abgang war staatsmännisch. Er war sich bewusst, dass er immer noch der mit Abstand beliebteste Politiker Österreichs ist. Seine Chancen sind durchaus intakt, nach den vorgezogenen Neuwahlen im September wieder ins Kanzleramt einziehen zu können.
 Bis nach den Wahlen im September eine neue Regierung steht, wird eine Übergangsregierung die Amtsgeschäfte führen.
Ich habe Sebastian Kurz vor der Wahlt zum Kanzler eingehend analysiert und immer wieder festgestellt:
Er ist medienrhetorisch sehr stark.
Der Politstar, der mit nur 31 Jahren
zum jüngsten Bundeskanzler aufgestiegen
ist, verdankt seinen Erfolg vor
allem seinen kommunikativen Stärken. Er verwendet oft positiv assoziierte
Worte, die keinen Widerspruch hervorrufen,
wie: «Mündige Bürger entscheiden frei», «Hausärzte sind für alle ein
wichtiges Thema». Und er erzeugt gedankliche Bilder. Bilder, die nicht polarisieren. Er setzt Charme ein. Dies reduziertauch in der Alltagskommunikation jede
aggressive Stimmung. Kurz diskutiert meist spielerisch, kokett, charmant. Er
kennt die Kraft des guten Benehmens in einer Zeit des saloppen Umgangstones.
Auf kritische Argumente reagiert er
meist geschickt mit Zustimmung, Anerkennung, Umdeutung oder Relativierung.
Zum Beispiel: «Sie sprechen ein wichtiges Problem an. Lassen Sie mich
dazu noch einen Satz sagen.» Dann erzählt
er eine Geschichte, die seinen Erfolg unterstreicht.

Fazit: Sebastian Kurz hat ein intuitives
Gespür entwickelt, und er erkennt
dadurch rasch, welches Verhalten einen positiven Gesprächsverlauf
fördert. Kurz versteht es, die Massenmit seiner Ausstrahlung zu bewegen.
Wir müssen deshalb weiter mit dem Politstar rechnen, denn seine Freundlichkeit ist nicht aufgesetzt.
Kurz überzeugt, weil er  von dem, was er sagt, selbst überzeugt ist.