Montag, 4. Februar 2019

Männnlichkeit in der Krise?

Der Club hat es geschafft.

Die Zusammensetzung der Runde bestätigte das Vorurteil, dass die Männlichkeit in einer Krise stecke.
Das Wunschdenken der Redaktion sollte veranschaulicht werden. Dies gelang den Sendeverantworltichen sehr gut.
Es darf aber bezweifelt werden, dass solche einseitige Sendungen Quotenbolzer werden. Laut Kommentatoren haben viele nach kurzer Zeit weggezappt. 


KOMMENTAR: 
Wie soll der heutige Mann sein, lautete die Frage.
 Softie oder Macho?
Die Kritik am Mann ging so weit, dass ihm unterstellt wird, alles falsch zu machen, im Gegensatz zur edlen Frau.
Unterschiede am Frauen - und Männerbild sollten aufgehoben werden! Dieses Wunschbild stösst bei vielen Männern auf Widerstand. Es gibt zahlreiche  Männer, aber auch  Frauen , für die Unterschiede der Geschlechter etwas völlig Natürliches sind.
Barbara Lüthi gelang es, mit der Auswahl der Männerrunde, den Eindruck zu erwecken, dass tatsächlich die Männer hysterisch sind. Dies freute beispielsweise Sonja A. Buhholzer. Sie kommentierte:
"Wundervoll!"
Vor der Ausstrahlung beanstandeten Frauenrechtlerinnen, dass keine Frau eingeladen wurde. Nachträglich müssten sie eigentlich hoch zufrieden sein. Denn das Sendekonzept bestätigte ihnen ihr Vorurteil von der toxischen Männlichkeit. Uebigens würde es mich interessieren, wenn in einer Sendung von toxischer Weiblichkeit gesprochen würde. Der Aufschrei wäre vorprogrammiert.
Nach meinem Dafürhalten dürfen Frauen und Männer zu ihrem unterschiedlichen Rollenbild stehen. Es fehlt mir bei solchen Schwarz/weiss Sendungen die Toleranz und die Akzeptanz der gegebenen Unterschiede. Gleichmacherei ist meist ein schlechter Ratgeber. 

Sonntag, 3. Februar 2019

Schon wieder ein Holocoaust Vergleich

Schlimme Entgleisung bei der Diesel Debatte

NRW-Ministerpräsident Laschet: „Die Grünen scheinen jegliches Maß bei ihren Kampagnen zu verlieren“

Mit dem Rad zur Arbeit: Grünen-Politiker Michael Cramer im September 2018 vor dem Europaparlament 

 Grünen-Politiker Michael Cramer im September 2018 vor dem Europaparlament


Einmal in Fahrt, ließ sich der Grünen-Politiker zu folgender These hinreißen: „Es gibt Leute, die leugnen den Klimawandel. Es gibt Leute, die leugnen den Holocaust. Es gibt Leute, die leugnen, dass Feinstaub und Feinstaubpartikel und CO₂ und Stickoxide gesundheitsschädlich sind – das gehört dazu.“
▶︎ Das muss man erst mal hinkriegen: Holocaust- und Klimawandel-Leugner in ein Argument zu verpacken. Auf BILD-Anfrage ruderte Cramer weniger Stunden später zurück: „Selbstverständlich kann man das Leugnen des Holocausts nicht in einen Zusammenhang stellen mit dem Leugnen des Klimawandels. Das war dumm und falsch von mir.“
Angesprochen auf die Entgleisung sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (57, CDU) zu BILD: „Dieser Vergleich ist absolut indiskutabel und unerträglich. Am Sonntag war ich noch in Auschwitz. Das größte Menschheitsverbrechen in einem Atemzug mit Feinstaubpartikeln und der aktuellen Diesel-Diskussion zu bringen, überschreitet jede Grenze. Die Grünen scheinen jegliches Maß bei ihren Kampagnen zu verlieren.“ (Quelle Bild)

Kommentar: Unverständlich, dass es  immer wieder Politiker gibt, die nicht wissen, dass Nazi-, und Holocaust Vergleiche ein No-Go sind.

Samstag, 2. Februar 2019

Sprachsprechstunde aus TAGI

Das Interview mit der Königin

Dschungelkönigin Evelyn steht Red und Antwort

20 Min Print

«Ich habe noch immer einen Schwanz im Bauch»

 Die neue Dschungelkönigin heisst Evelyn Burdecki. Mit 20 Minuten spricht sie über die ersten Minuten zurück in der Zivilisation und wie es mit ihr und Domenico nun weitergeht.

Evelyn Burdecki hat das Dschungelcamp für sich entschieden. Foto: RTL
Sie war Favoriten, nun ist sie Königin: Evelyn Burdecki hat es auf den Dschungelthron geschafft.
Zum Thema
Seit Samstagabend steht fest: Evelyn Burdecki ist die 2019er Königin des australischen RTL-Dschungels. Mit ihrer herrlich lustigen Art hat sich die 30-Jährige während zwei Wochen in die Herzen der Zuschauer geplaudert und konnte sich im Finale gegen die Zweit- und Drittplatzierten Felix van Deventer (22) und Peter Orloff (74) durchsetzen.
Umfrage
Passt es dir, dass Evelyn Dschungelkönigin geworden ist?

71 %

17 %

12 %
Neben dem Titel, dem Krönchen und dem Zepter gab es für Evelyn auch (erstmals in der Geschichte von «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!») eine Siegesprämie von 100'000 Euro. Die Summe möchte die neue Busch-Monarchin in ein Studium investieren.
20 Minuten hat wenige Stunden nach ihrem Camp-Auszug mit Evelyn gesprochen.
Evelyn, es ist überstanden. Wie fühlst du dich?
Mir geht es super, super gut. Ich bin immer noch komplett durch den Wind. Mein Körper ist zwar hier, aber meine Seele schwirrt noch über dem Dschungel. Ich werde es erst in drei, vier Tagen realisieren, was hier gerade los ist.
Was hast du als Erstes nach deinem Auszug gemacht?
Klares Wasser getrunken, mich auf den roten Teppich geschmissen, gelacht, geweint und geschrien. Ich habe an meine Familie gedacht und dass ich einen Schwanz und einen Skorpion in meinem Bauch habe – die übrigens noch immer in meinem Magen sind.
Wie ist es, wieder in der Zivilisation zu sein?
Ich geniesse die Freiheit sehr. Ich habe auch schon eine Pizza gegessen – mit Thunfisch, Mais, Zwiebeln, Knoblauch, scharf und lecker angebranntem Rand.
Wen hast du zuerst kontaktiert, als du dein Handy wieder bei dir hattest?
Mein Handy hatte ich noch gar nicht in der Hand. Ich werde aber meine Eltern anrufen, meine beste Freundin, einfach alle. Ich werde sogar Siri «Hallo» sagen.
Was bedeutet dir der Sieg?
Ich lebe meinen Traum. Im Dschungel war ich innerlich jeden Tag kurz davor, abzubrechen, habe aber gekämpft und bin jetzt Dschungelkönigin 2019. Es ist ein unfassbares Gefühl.
Viele Leute meinten, du spielst deine Naivität nur. Verletzt dich das?
Anfangs hat es mich sehr verletzt, da es ja mein Charakter ist. Ich wusste oft nicht, warum es Menschen gibt, die sowas zu mir sagen. Mittlerweile kann ich sehr gut damit umgehen und auch verteidigen, was ich bin. Ich werde mich für niemanden auf dieser Welt verändern. Die Menschen spüren es, wenn man real ist.
Im Camp hast du dich mit deinem Ex-Freund Domenico gestritten. Ist es für dich nun eine Genugtuung, dass du gewonnen hast?
Nein! Ich hätte ihm den Sieg auch gegönnt. Die Diskussion hatten, denke ich, nichts mit dem Sieg zu tun. Ich hätte es nur für mich und mein Herz gewünscht, dass da ein «Verzeih mir» oder eine Umarmung gekommen wäre.
Wirst du jetzt die Aussprache mit Domenico suchen?
Das Thema Domenico ist für mich mit dem Dschungel abgeschlossen. Ich hasse ihn nicht, aber werde ihn auch nicht mehr wiedersehen.
Deine letzten Worte an Domenico?
Ich wünsche ihm alles Gute mit seiner Familie und seinem Kind.
Wann bist du im Dschungel an deine Grenzen gestossen?
Schon in der ersten Sekunde dachte mir: «Okay Evelyn, du bist jetzt hier drin und kommst erst mal nicht raus.» Jeden Abend habe ich zu Gott gebetet, damit ich noch einen Tag schaffe.
Welcher Bewohner hat dich am meisten genervt?
Die Kakerlaken, Ratten und so. Die waren immer in meiner Kukun-Ecke (sie meint «Kokon»; die Redaktion). In der Nacht habe ich mich mit meiner Hängematte fest eingerollt, wie so eine Kukun vom Schmetterling. Ich dachte, dann kommen die Tiere nicht rein. Sie krabbelten aber alle drum herum, es war richtig schlimm.
Würdest du erneut in den Dschungel gehen?
Es war eine ganz krasse Zeit. Für eine Stunde würde ich nochmal reingehen, aber für einen Tag erst mal nicht. Wenn ich in die Richtung der Berge blicke, bekomme ich ein Angstgefühl. Frag mich aber in einem Jahr nochmals.
KOMMENTAR:
Die kindliche Art der Dschungelkönigin kam beim Publikum an. Sie wurde als echt empfunden. Es trifft zu:
Die Menschen merken, wenn jemand REAL ist.
Authentisches Auftreten ist auch bei der Medienrhetorik das Wichtigste. Doch muss vor Mikrofon und Kamera nicht alles gesagt werden, was einem in den Sinn kommt. Evelyn dürfte die Worte filtern. Sie lässt den Gedanken unbedacht sprudeln.

Freitag, 1. Februar 2019

Fragwürdige Forderung

Die Schule sollte allen Kindern gerecht werden

Wenn gefordert wird, dass sich der Lehrer vermehrt den Problemkindern widmet, kommen die "normalen"Kinder zu kurz.
Es gibt Klassen, da gibt es eine Vielzahl von Kindern, die kaum deutsch können. Dort müsste sich der Lehrer auch vermehrt diesen Kindern widmen. Dies auf Kosten der Kinder, die deutsch sprechen.
Dasselbe gilt für Kinder die ständig stören. Diese"verhaltensgestörten"Kindern merken schnell, dass sie nur stören müssen, um mehr Zuwendung zu bekommen.
Ich verstehe alle Lehrkräfte, die folgende fragwürdige Forderung ablehnen:
Ich zitiere 20 Min:


FAZIT: Wollen wir eine Schule, deren Niveau gesenkt wird? Veränderungen ja, aber sie müssen zu VERBESSERUNGEN führen, sonst begeben wir  uns auf einen Holzweg statt auf den Erfolgsweg.  Ich befürworte auch eine Aufwertung des Klassenlehrers. Dann muss er aber vom Papierkram entlastet werden und die Schule sollte wieder die Sonderfälle auch gesondert angehen.
Es war ein Fehler, die Sonderklassen abzuschaffen.
Bei der heutigen Lösung kommen die leistungswilligen Kinder zu kurz und der Lehrer wird auch den Sonderfällen nicht gerecht.

Ungeschminkte, harte Fragen - überlegte, geschickte Antworten

Gerhard Pfister weicht  Fragen nicht aus.

von Marcus Knill *


Der CVP Kapitän freut sich,  für das Wahljahr 2019 und kündigt an, dass er keinen Untergang für sich sieht, sollte die CVP unter die 10-Prozent-Marke fallen. Er glaubt an seine Strategie und lässt sich nicht von PR Managern vom Kurs abbringen.
Pfister antwortet  überlegt, geschickt auch auch ungeschminkte Fragen.

Ich zitiere aus einem Blick Interview:

Das Interview gab er in Oberägeri am Schiffsteg. Die Sonne über dem Ägerital drückt den Nebel nach oben in Richtung Morgarten-Sattel und nach unten ins Zugerland, als Gerhard Pfister  kurz nach 15 Uhr eintrifft. Wäre es nicht Winter, könnte der Kapitän der CVP Schweiz pünktlich mit dem Nachmittagsschiff ablegen. Doch das Motorboot dümpelt im Winter im Hafen, und Pfister, der auch die Ägerisee Schifffahrt AG präsidiert, klettert   über die Reling. Locker. Gut gelaunt. Pfister ist zu Hause und lädt zum Spaziergang dem Ufer entlang.

BLICK, Herr Pfister, wie oft können Sie solche Tage am Ägerisee geniessen?
 
Gerhard Pfister:

  
 Leider viel zu wenig. An den Wochentagen bin ich in Bern oder sonst irgendwo in der Schweiz unterwegs, und so ist Oberägeri für meine Frau Franziska und mich ein Rückzugsort an Wochenenden. Im Sommer lebt es sich hier wie in den Ferien: Zu unserer Wohnung gehört ein kleines privates Badeplätzchen, wo ich am liebsten täglich schwimmen ginge.
Sind Sie auch gerne am Ruder? Sie sagen ja nicht nur in der CVP, wo es lang geht, sondern auch in vielen Verwaltungsräten.
 
Ja, ich habe gerne Führungsaufgaben. Aber derjenige, der in einem Boot am Ruder sitzt, ist meist der Passivste. Ich bringe da lieber selber etwas in Bewegung.
Rudern Sie auch sportlich?
 
Ja, aber ich brachte es nie auf Skiff-Reife. Doch die frühere Privatschule meiner Familie war die erste Besitzerin von Ruderbooten auf dem Ägerisee. Daraus entstand ein Ruderclub, dem ich einige Jahre als Mitglied angehörte.
Pfister führt auf seiner Webseite Sport als Hobby auf. Nach Lesen und Kunst, aber vor Reisen und Schreiben. Dies nimmt man dem doktorierten Literaturwissenschaftler nicht so recht ab, wenn er gemächlich dem Seeufer entlang spaziert. Doch Pfister insistiert: An Neujahr werde er auf den Langlaufski stehen. Sein Arzt erlaube ihm dies nach einer Knieoperation wieder.
Fühlen Sie sich fit fürs Wahljahr 2019?
 
Obwohl die Wahlvorbereitungen längst begonnen haben und schon jetzt fast jeder Abend besetzt ist, geht es mir gut.
Auch Ihrem Rücken? Auf Ihrer Webseite steht ein Spruch der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher: «Das Rückgrat ist bei vielen Politikern unterentwickelt. Vielleicht weil es so wenig benutzt wird.»
 
Auf meiner Seite finden Sie noch andere Sprüche von schlauen Politikern! Aber Danke für die Nachfrage: Meinem Rücken geht es bestens.
Ist die eiserne Lady Thatcher ein Vorbild für Sie?
 
Ja. Übrigens auch für die neue FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter! Thatcher ist in meinen Augen ein Beispiel für Mut in der Politik. Sie hat als wirklich unabhängige Frau und Politikerin oft und gern unbequeme Positionen vertreten. Das hat mir immer sehr imponiert.
Sind Sie ein eiserner Lord? Man sagt Ihnen ein teils unbeherrschtes, ruppiges Verhalten nach. Während der Bundesratswahlen sollen Sie ein paar mal die Fassung verloren haben.

 Man kann sich nicht gegen Klischees wehren. Also lasse ich es.
Enthalten Klischees nicht immer einen Funken Wahrheit?
 
Ich bin fordernd, das ist mir bewusst. Ich bin ungeduldig. Und ich streite einfach gerne, wobei ich dies auf eine gute Art tun möchte. Streit gehört meiner Meinung nach zur Politik. Wir Parlamentarier sind für unsere Überzeugungen nach Bern gewählt und sollten diese mit Profil und Herzblut vertreten.


KOMMENTAR:
Das unbeherrschte ruppige Verhalten wird in ein neues Licht gerückt. Pfister zeigt sich selbstkritisch. Der unterschwellige Vorwurf, dass er bei den Verwaltungsräten nicht Nein sagen kann, begründet er geschickt: "Ich übernehme gerne Führungsaufgaben. Ich will etwas in Bewegung setzen.

Aber steht nicht gerade Ihre CVP für politisches Wischiwaschi?
 
Das zu verhindern, ist meine Aufgabe. Ich will der CVP mehr Ecken und Kanten geben, mehr Profil. Ich selber mag keine Politiker, von denen man nicht weiss, wofür sie stehen. Klare Meinungen sind mir viel lieber als solche, die hinter einer Pseudo-Sachlichkeit versteckt werden.


KOMMENTAR:
Mediengerecht wird das negativ besetzte Wort Wischiwaschi nicht wiederholt. Der CVP Präsident sieht es als seine Aufgabe, der Partei klare Konturen zu geben. Er übernimmt die Verantwortung. Das macht ihn glaubwürdig.

Wie klar darf es denn sein? Ist es okay, wenn SP-Chef Christian Levrat FDP-Bundesrat Ignazio Cassis vorwirft, er betreibe Aussenpolitik wie Viktor Orban, der rechtskonservative Ministerpräsident Ungarns, und verhalte sich wie ein dritter SVP-Bundesrat?
 
Cassis wurde innerhalb eines Jahres vom Resetknopf-Drücker zum Euroturbo. Das ist tatsächlich nicht glaubwürdig.  Aber auch ich frage mich, was Cassis denn wirklich will, und ob er die Position des Gesamtbundesrats vertritt, oder einfach seine eigene momentane Tagesansicht, die er wieder ändern kann. Der Orban-Vergleich von Levrat ist allerdings absurd. So kommen wir auch nicht weiter.
Pfister blinzelt in die Sonne. Er signalisiert, dass er lieber vorausschauen möchte. Er rühmt den Blick über den See und die spezielle zugerische Kombination von Tradition und Fortschritt, eidgenössischer Geschichtstradition und internationalem Flair. Und den wirtschaftlichen Erfolg seines Wohnortes, der sich am See ein modernes Hallenbad mit einem Wellnessbereich geleistet hat.
Im Ägerital engagiert sich Pfister auch für eine Klinik, eine Sprachheilschule und die Interessensgemeinschaft Morgarten. Er begründet dies mit Dankbarkeit gegenüber der Bevölkerung. Diese habe schon seinen Vater und Grossvater, beide ebenfalls Kantonsräte – zu ihrem öffentlichen Engagement bewogen.
Sehen Sie schwarz, dass die EU beim Rahmenabkommen der Schweiz noch entgegenkommt?
 
In der jetzigen Situation mit dem Brexit und vor den Wahlen in Europa stehen die Zeichen nicht so, dass sich die EU irgendwelche Konzessionen gegenüber der Schweiz erlauben könnte.
Aber dann hat der Vertrag innenpolitisch doch keine Chance?
 
Wir müssen uns einfach bewusst sein, dass wir einen Preis bezahlen, wenn wir das Rahmenabkommen nicht unterstützen. Wie hoch er ist, werden wir sehen. Es kommen sicher keine einfachen Zeiten auf uns zu: Wollen wir eigenständig bleiben, müssen wir auf die Zähne beissen. Aber das ist immer noch besser, als wenn wir im Frühjahr voreilig ein Rahmenabkommen unterzeichnen, das innenpolitisch null Chancen hat.


KOMMENTAR:
Pfister nimmt Stellung und weicht nicht aus. Die  Haltung von Cassis kann er nicht nachvollziehen und beim Rahmenabkommen ist er gegen eine vorschnelle Unterzeichnung. Jedenfalls nicht um jeden Preis. Er schliesste die Klammer zum ersten Teil des Interviews, wo er Wert darauf legt Rückgrat zu zeigen. Pfister will kein Widfähnchenpolitiker sein.

Das Wahljahr 2019 bringt Pfister nicht aus der Ruhe. Der Jahreswechsel ist für ihn kein politischer, sondern ein privater Termin, den er mit seiner Frau, der Familie seines Bruders und seinem Schwager im Engadin verbringt.
Bleiben Sie CVP-Kapitän, wenn Ihre Partei unter die Zehn-Prozent-Marke fällt?

 Soweit wird es nicht kommen, auch wenn die Wahlen kein Spaziergang sind. Ich gehe nicht von einem Wechsel aus. Ich gebe aber gerne zu, dass mich die Politik weiterhin extrem fasziniert.
Sie streben eine Wiederwahl als Nationalrat an. Würden Sie die ganze Legislatur im Amt bleiben – auch ohne CVP-Präsidium?
 
Ja, auch als Präsident. Ich kann mir gut vorstellen, die CVP bis in die Wahlen 2023 zu führen. Aber man kann es jetzt weder voraussagen noch ausschliessen. Im Übrigen ist mir in dieser Frage Toni Brunner ein Vorbild. Obwohl er sein halbes Leben in Bern verbrachte und SVP-Chef war, liess er sich nie zu sehr vom Politbetrieb beeindrucken. Er blieb bis zum Schluss sehr glaubwürdig darin, dass er Bern nicht vermissen wird. Als ich das gesehen habe, habe ich mir gedacht: Das muss ich dann auch mal hinkriegen.


KOMMENTAR:
Diese Sicht der persönlichen Situation nimmt man dem Parteipräsidenten ab. 
Ich habe Gerhard Pfister auch bei anderen Auftritten beobachtet.
So auch an der Dreikönigstagung 2019. Dort  hielt er eine vielbeachtete Rede und erntete von allen Seiten grosses Lob. Auch ich gab ihm
Als Beobachter an diesem Anlass gab ich ihm auch eine gute Note. Doch war diese Rede kein Medienauftritt, sondern vielmehr eine Vorlesung. Sehr gut formuliert, schnell gesprochen ohne Pausentechnik. Ohne Blickkontakt zum Publikum.
Die Rede war eigenhändig  geschieben, gut durchdacht, doch abgelesen. Es war eine VorLESUNG.
Der Literaturwissenschaftler, der sich auch im Literaturclub zeigen darf, beeindruckte die Anwesenden, die Medienleute, Journalisten und Verleger. Pfister war sich wohl nicht bewusst, dass er zwar mit der hervorragend formulierte Vorlesung die Adressaten beeindruckte, aber dass der Inhalt durch das Ablesen von den zuhörern schlecht "verdaut" werden konnte. Die perfekt formulierten Gedanken folgten zu dicht aufeinander, ohne Pausen. Ich fragte nachher in der Pause eine Handvoll Journalisten, was hängen geblieben ist. Resultat: Sehr wenig bis nichts. Das erinnerte mich an einen Geistlichen, der an einer Abdankung eine wohlklingende perfekt formlierte Rede abgelesen hatte. Alle fanden zwar auch diese Rede brilliant aber niemand konnte nachher den Inhalt wiedergeben. Auf die Frage, was die Kernbotschaft des Geistlichen gewesen sei, wiederholten man mir immer wieder: Aber es war aber eine schöne Abdankung. " Isch doch e schöne Liich gsii". Leider genügt das nicht.

FAZIT:

Eine Rede ist keine Schreibe. Gerhard Pfister hat dann aber  an der Dreikönigstagung vom 9. Januar in Zürich im Interview mit Matthias Ackert einmal mehr bewiesen, dass er mediengerecht und dialogisch sprechen kann. Mit Pausen, Blickkontakt und einfacher,"strassengängiger" Sprache.


* Marcus Knill, Experte für Medienrhetorik (www.knill.com) analysiert laufend Persönlichkeiten auf der virtuellen Navigationsplattform für Medien und Kommunikation www.rhetorik.ch


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Mittwoch, 30. Januar 2019

Der Traum vom eigenen Haus ist ungebrochen

Fast eine Million EF in der Schweiz
Zersiedelung als Konsequenz der Selbstverwirklichung? (Artikel enthält Audio)



Einfamilienhaussiedlung an einem Hang

Klassische Einfamilienhäuser sind beliebt

(Quelle SRF) Eine Umfrage des Bundesamts für Kultur aus dem letzten Jahr zeigt: Gut 60 Prozent von 1000 befragten Schweizerinnen und Schweizern möchten am liebsten in einem ländlich geprägten Dorf mit viel Grünem wohnen. Eine Mehrheit wünscht sich das klassische Einfamilienhaus mit Gibeldach.
Warum dies so ist, erklärt Felix Keller, Assistenzprofessor für Soziologie an der Universität St. Gallen. Er hat sich mit Siedlungsfragen und Utopien befasst. «Das Einfamilienhaus ist quasi die Mikro-Utopie eines autonomen Lebens. Soziologen sprechen auch vom Territorium des Selbst. Dahinter steckt die Idee, dass man sich ein selbstbestimmtes Leben einrichten kann und sich nicht in eine Abhängigkeit begibt.»
Das allerdings stimme dies nicht  ganz so, schränkt der Soziologe ein, es entstünden dafür andere Abhängigkeiten, zum Beispiel finanzielle, und man sei an die Wohngemeinde gebunden. Das Haus bestimme unter Umständen sogar, ob man einen bestimmten Arbeitsplatz wählen könne.

Ansprüche führen zu Landschaftsverbrauch

Aber auch davon lassen sich offenbar viele Leute nicht überzeugen. «Der Wunsch, sich zu verwirklichen, ein autonomes, selbständiges Leben zu führen, ist in einer hochkomplexen Welt sehr verständlich. Das Problem liegt daran, dass die individuelle Rationalität zu einer kollektiven Irrationalität und zu einem grösseren Verbrauch von Landschaft führt.»
Alternativen zum Einfamilienhaus gebe es, sagt Architekt Graf, zum Beispiel gestapelte Einfamilienhäuser. Dabei werde versucht, die Vorzüge des Einfamilienhauses nicht nur auf einer Parzelle zu realisierenm, sondern in einem grösseren linearen Gebäude.
Das klassische Einfamilienhaus hingegen bleibt für viele Menschen nach wie vor ein Traum. Vielfach scheitert  er nur an der Finanzierung.

KOMMENTAR: Ich bin in einem Einfamilienhaus aufgewachsen und erkannte erst in Zürich, als wir mit Kindern eine kleine Mietwohnung hatte, was es heisst, sich nach eigenem Gutdünken in einem Haus selbstbestimmt leben zu dürfen. Es gibt keine Konflikte mit dem Klavierspielen oder dem Grillieren auf dem Balkon. Selbst in Eigentumswohnungen kann es Differenzen geben hinsichtlich gemeinsamer Unterhaltkosten oder wenn plötzlich neue Besitzer sich nicht an Abmachungen halten. Schade, dass wir in der Schweiz den Besitz eines eigenen Heimes nicht erleichtern. Ich begreife jeden Mieter, wenn es sich nach einem Häuschen sehnt, vor allem Familien mit Kindern.
Die Beschaffung eines Hauses müsste erleichtert werden, damit Eltern in einem eigenen Heim leben können, solange die Kinder noch klein sind. Die Banken sind gefordert.