Donnerstag, 29. November 2018

Müssen Medien neutral sein?

Nachrichten und Kommentar trennen!

Roger Blum war Professor für Medienwissenschaft an der Universität Bern und ist heute Ombudsmann für die SRG Deutschschweiz. In seiner neusten Kolumne schreibt er über Kommentare in den SRF-Programmen.
Die Aussage der künftigen Direktorin von Schweizer Radio und Fernsehen SRF, Nathalie Wappler, dass sie keinen Meinungsjournalismus wolle, sorgt für Aufsehen. Viele SRF-Journalistinnen und -Journalisten fühlen sich verunsichert. Und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger freuen sich schon, jetzt werde SRF endlich neutral. Da liegen einige Missverständnisse vor. Auch Nathalie Wappler hat später ihre Aussage relativiert.
 Journalistinnen und Journalisten haben die Aufgabe, über Ereignisse, Entwicklungen und Zustände fair, sachgerecht und mit der nötigen Distanz zu berichten, aber das Berichtete auch zu interpretieren und zu kommentieren. Genau dazu wurden drei Typen von Darstellungsformen erfunden: die referierenden (Meldungen, Berichte, News-Storys, Dokumentationen); die interpretierenden (Analysen, Interviews, Porträts, Features, Reportagen) und die kommentierenden (Kommentare, Leitartikel, Glossen, Satiren, Karikaturen, Theater-, Film-, Buch- oder Kunstkritiken). Die Medienschaffenden sind keine Eunuchen, die nur beobachten, aber nie sagen, welche Schlüsse sie aus dem Beobachteten ziehen.
Manche wollen einen Unterschied machen zwischen der Presse und Online-Medien einerseits und Radio und Fernsehen wie der SRG anderseits: Der Meinungsjournalismus sei den privaten Unternehmern gehörenden Printmedien vorbehalten, während der gebührenfinanzierte öffentliche Rundfunk strikt neutral sein müsse. Das mag richtig gewesen sein, als in den 1920er-Jahren das Radio und in den 1950er-Jahren das Fernsehen in der Schweiz die ersten Schritte machten: Da waren die meisten Zeitungen noch Parteiblätter. Sie sahen die Welt durch eine politische Brille und urteilten entsprechend. Sie vermischten Nachrichten und Meinung. Derweil blieb die SRG strikt überparteilich und lediglich berichtend.
Das hat sich inzwischen gründlich geändert. Die Medientypen haben sich einander angenähert. Die Zeitungen haben sich von ihren Parteibindungen gelöst. Sie trennen Nachrichten und Kommentar. Und für den Rundfunk verankerte das Parlament im Artikel 4 Absatz 2 des Radio- und Fernsehgesetzes den Satz: «Ansichten und Kommentare müssen als solche erkennbar sein.» Dieser Satz sagt klar, dass Radio und Fernsehen kommentieren sollen, aber hör- und sichtbar abgetrennt von der Berichterstattung. Auf diesen Satz stütze ich mich in meiner Arbeit als Ombudsmann, wenn ich Beanstandungen wegen fehlender Neutralität oder einseitiger Kommentare zu beurteilen habe.
Allerdings ist es klug, wenn die SRF-Journalistinnen und -Journalisten nicht alles und jedes kommentieren. Sie sind vor allem gefordert, wenn jene Werte angegriffen werden, an denen sich Journalismus in Europa orientiert: Menschenrechte, Demokratie und Gewaltverzicht. Dann dürfen die SRF-Medienschaffenden nicht schweigen, dann müssen sie ihre Stimme erheben. Genau so, wie es die Journalistin Anja Reschke in den ARD-«Tagesthemen» kommentierend formulierte: «Dagegenhalten, Mund aufmachen, Haltung zeigen!»
Wie aber soll das praktisch geschehen? Es gibt drei Varianten:
  • Die erste wendet SRF seit langem an: Korrespondenten berichten nicht nur, sondern geben im Gespräch mit der moderierenden Person eine eigene Einschätzung ab, indem sie die Sachverhalte einordnen und kommentierend Orientierungshilfe anbieten.
  • Die zweite kennt das Fernsehen der Suisse romande: Ein kompetenter Redaktionskollege setzt sich an die Theke der Newssendung und kommentiert die Ereignisse im Gespräch mit der moderierenden Person auf der Basis seines profunden Wissens.
  • Die dritte praktizieren beispielsweise die «Tagesthemen» der ARD: Die Moderatorin oder der Moderator gibt, entsprechend angekündigt, einen Frontalkommentar ab, indem sie oder er direkt zum Publikum redet. Auch der öffentliche Rundfunk in der Deutschschweiz kannte früher diese Form. Aber viele dieser Kommentare waren nichtssagendes Blabla. Auf diese konnte man gut verzichten.

Mittwoch, 28. November 2018




Wirtschaftsforum „ErfolgsSignale“: Innovation, Kommunikation und Transformation


Am 25. Oktober fand zum 17. Mal das Wirtschaftsforum "ErfolgsSignale" in Rheinfelden AG statt. Referenten wie Matthias Baumann (Möbel Pfister AG), die Skiakrobatin Evelyne Leu und Marcus Knill trafen auf interessierte Zuhörer.

Fabrice Müller

Matthias Baumann, CEO der Möbel Pfister AG, sprach über die Digitalisierung im Möbelhandel. (Foto: Fabrice Müller)
Unter dem Motto «Innovation, Kommunikation und Transformation» überbrachten an lässlich der 17. Ausgabe des Wirtschaftsforums «ErfolgsSignale» vom 25. Oktober im Hotel Schützen in Rheinfelden wertvolle Impulse, Erfahrungen und Ratschläge aus der Welt der Wirtschaft, Kommunikation und des Sports.

Mentale Einstellung und digitaler Wandel

Die ehemalige Skiakrobatin und Olympiasiegerin Evelyne Leu beispielsweise unterstrich in ihrem Vortrag die Bedeutung der mentalen Einstellung für den Erfolg. Matthias Baumann, CEO der Möbel Pfister AG, gab einen spannenden Einblick in die Digitalisierung des Möbelhandels. «Die Digitalisierung wird den Möbelhandel in Zukunft noch stärker verändern und vieles, was einst galt, in Frage stellen», sagte Matthias Baumann.

«Beseelte Unternehmerinnen»

Die Unternehmensberaterin und Buchautorin Christel Maurer sprach über «beseelte Unternehmerinnen und Unternehmer», die sich mit Leib und Seele für ihr Unternehmen engagieren. Zu den weiteren Referenten zählten der Kommunikationscoach Marcus Knill (Aussagen auf den Punkt bringen) sowie der Energieunternehmer Alexandr Medici aus Laufenburg, Gewinner des Axpo Energy Award 2014. (fm)
www.erfolgssignale.ch

Dienstag, 27. November 2018

Ein Massenphänomen


Nachrichtenbild für "knill marcus news" von az Aargauer Zeitung

«Die Teilnehmer schaukeln sich gegenseitig auf» – ein Experte erklärt ...

az Aargauer Zeitung-01.11.2018
Der Experte für Kommunikation und Medienrhetorik Marcus Knill hat die Podiumsdiskussion um die Selbstbestimmungsinitiative mitverfolgt.
(0.23 Sekunden) 

Journalismustag 2018

Journalismustag 18

Spannende Themen und angeregte Diskussionen

Am Donnerstag hat am IAM in Winterthur der diesjährige Journalismustag stattgefunden. Nachdem Larissa Bieler und Vinzenz Wyss im Namen des Vereins für Qualität im Journalismus die rund 200 Anwesenden begrüsst hatten, eröffnete Matthias Spielkamp, Mitgründer von Algorithm Watch, den Tag mit seiner Keynote zu den neuen Herausforderungen im Journalismus. Weitere Programmpunkte waren das Podium mit ORF-Journalist Armin Wolf über die bedrohte Pressefreiheit, der Workshop zu künstlicher Intelligenz mit Patrick Arnecke von SRF oder der Q-Club zum Thema «Auslaufmodell klassische Medien», in dem Sara Maria Manzo von SRF, Politikerin Jacqueline Badran und CH-Media-Chefredaktor Patrik Müller engagiert mit «Tagesschau»-Moderator Franz Fischlin diskutierten.

Montag, 26. November 2018

Unkorrekt wiedergegeben

EIN PARADEBEISPIEL, WIE JOURNALISTEN EINE AUSSAGE DURCH ZUSPITZUNG VERFREMDEN KOENNEN BIS ES NICHT MEHR GEHT



«Plädiere seit Jahren für Kommentare»
Franz Fischlin fährt SRF-Direktorin Wappler an den Karren

 

«Tagesschau»-Mann Franz Fischlin sagt, er wolle als Moderator kommentieren. Damit begibt er sich auf Konfrontationskurs mit Bald-SRF-Direktorin Nathalie Wappler.

Sonntag, 25. November 2018

Die Frohnatur Toni Brunner verlässt die Politbühne


Journalismustag 18

Spannende Themen und angeregte Diskussionen

Am Donnerstag hat am IAM in Winterthur der diesjährige Journalismustag stattgefunden. Nachdem Larissa Bieler und Vinzenz Wyss im Namen des Vereins für Qualität im Journalismus die rund 200 Anwesenden begrüsst hatten, eröffnete Matthias Spielkamp, Mitgründer von Algorithm Watch, den Tag mit seiner Keynote zu den neuen Herausforderungen im Journalismus. Weitere Programmpunkte waren das Podium mit ORF-Journalist Armin Wolf über die bedrohte Pressefreiheit, der Workshop zu künstlicher Intelligenz mit Patrick Arnecke von SRF oder der Q-Club zum Thema «Auslaufmodell klassische Medien», in dem Sara Maria Manzo von SRF, Politikerin Jacqueline Badran und CH-Media-Chefredaktor Patrik Müller engagiert mit «Tagesschau»-Moderator Franz Fischlin diskutierten.


Das "Sünneli" wurde mit 21 Jahren in den Nationalrat gewählt

Sein Markenzeichen: Das herzhafte Lachen


Bildergebnis für toni brunner nationalrat
  • SVP-Nationalrat Toni Brunner hört als Nationalrat auf und beendet seine politische Laufbahn. Das berichtet die Zeitung «Schweiz am Wochenende».
  • Von 2008 bis 2016 war Brunner Parteipräsident der SVP. Unter ihm erreichte die Partei bei den Parlamentswahlen 2011 mit 29,4 Prozent ein Rekordergebnis.

Samstag, 24. November 2018

Nicht nur bei Frauen wird die Zahnlücke zum Medienthema

(Quelle BILD- online)

LAGERFELD ZEIGT ZAEHNE